1. Antirassistischer Hochschultag der Fachhochschule Erfurt Prof. Dr. Wolf Wagner „ Wissenschaft gegen Rassismus“
Das Problem: Text aus einer Broschüre der NPD heute <ul><li>„ Rückzuführen sind vor allem die Nicht-Europäer. Die Mischlin...
Gliederung <ul><li>Geschichte des wissenschaftlichen Rassismus </li></ul><ul><li>Popularisierung und Politisierung des Ras...
Gliederung <ul><li>Geschichte des wissenschaftlichen Rassismus </li></ul><ul><li>Popularisierung und Politisierung des Ras...
Geschichte des wissenschaftlichen Rassismus <ul><li>Mittelalter: Der hohe Geburtsadel ist stolz auf seine „Rasse“, „Race“,...
Geschichte des wissenschaftlichen Rassismus <ul><li>„ Rassismus“  </li></ul><ul><li>späte Schöpfung der Gegner des Rassebe...
Geschichte des wissenschaftlichen Rassismus <ul><li>Aufklärung und Philosophie seit dem 17. Jahrhundert  </li></ul><ul><li...
Geschichte des wissenschaftlichen Rassismus <ul><li>1684 Erste Anwendung auf Menschen durch François Bernier vor der Franz...
Geschichte des wissenschaftlichen Rassismus <ul><li>Gottfried Wilhelm Leibniz (1646 - 1716) übernimmt den von Bernier gepr...
Geschichte des wissenschaftlichen Rassismus <ul><li>Immanuel Kant: </li></ul><ul><li>1775 „Von den verschiedenen Racen der...
Geschichte des wissenschaftlichen Rassismus <ul><li>Stützt sich auf Georges-Louis Leclerc de Buffons „Allgemeine Historie ...
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Kants Theorie als  „teleologisches Naturgesetz“ Stammgattung Weiße von brünetter Farbe Erste Rasse Hochblonde (Nordl. Eur....
Geschichte des wissenschaftlichen Rassismus <ul><li>Graf Josef Arthur de Gobineau (1816 - 1882)  </li></ul><ul><li>Charles...
Geschichte des wissenschaftlichen Rassismus <ul><li>Beispiel Ruanda </li></ul>
Gliederung <ul><li>Geschichte des wissenschaftlichen Rassismus </li></ul><ul><li>Popularisierung und Politisierung des Ras...
Popularisierung und Politisierung des Rassismus <ul><li>Houston Stewart Chamberlain (1855 - 1927) – „bekennender Dilettant...
Die Sündenbockfunktion des Rassismus <ul><li>der „rassisch Fremde“ als Verursacher alles Bösen, eignet sich – weil fremd -...
Die politische Mechanik des Rassismus 1 <ul><li>Machtkampf innerhalb der Mehrheit </li></ul><ul><li>Eine Partei der Mehrhe...
Die politische Mechanik des Rassismus 2 <ul><li>Andere Parteien der Mehrheitsgruppe nehmen Thema auf, um Stimmen zurück zu...
Die politische Mechanik des Rassismus 3 <ul><li>Die Projektion wird zur Wirklichkeit </li></ul><ul><li>Die Ausgesonderten ...
Beispiel Nazideutschland: Was sind die Gründe für rechtsradikale Wahlerfolge? Rechts Links Mitte bürgerliche SPD 1929 KPD ...
Was sind die Gründe für rechtsradikale Wahlerfolge? Rechts Links Mitte bürgerliche SPD 1930-1932 KPD Zentrum und liberale ...
Was sind die Gründe für rechtsradikale Wahlerfolge? Rechts Links Mitte SPD 1932 KPD Zentrum und Liberale Popularisierung u...
Was sind die Gründe für rechtsradikale Wahlerfolge? Rechts Links Mitte SPD 1932 KPD Zentrum und Liberale NSDAP Popularisie...
Was sind die Gründe für rechtsradikale Wahlerfolge? NSDAP Rechts Links Mitte 1933ff Popularisierung und Politisierung des ...
Beispiele für die Eskalation der Fremdenfeindlichkeit trotz Kontakt <ul><li>Weimarer Republik und Nazideutschland, Sudeten...
Umfrage 1997 in 15 Staaten der EU   „% Selbsteinstufung als sehr rassistisch“ Popularisierung und Politisierung des Rassis...
Aus den Daten 1997 vergleichende Analyse über Entstehungsbedingungen des Rassismus (Winkler 2003) <ul><li>Konkurrenztheori...
Aus den Daten 1997 vergleichende Analyse über Entstehungsbedingungen des Rassismus (Winkler 2003) <ul><li>Nationalismusthe...
Aus den Daten 1997 vergleichende Analyse über Entstehungsbedingungen des Rassismus (Winkler 2003) <ul><li>Kontakt- und Pro...
Ergebnis <ul><li>Rassismus kommt aus  Provinzialität  (Heitmeyer) </li></ul>
1.4. „Die NPD will die Ausländerrückführung. Was ist mit den Kindern gemischtethnischer Beziehungen (Mischlingen)?&quot; <...
Gliederung <ul><li>Geschichte des wissenschaftlichen Rassismus </li></ul><ul><li>Popularisierung und Politisierung des Ras...
Der Antirassismus <ul><li>Begriffsgeschichte </li></ul><ul><li>Rassismus: Magnus Hirschfeld „Racism“ 1933 geschrieben, 193...
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Die Genomforschung und ihre Folgen <ul><li>Österreichischer Rundfunk meldet heute (http://science.orf.at/science/news/8384...
Die Genomforschung und ihre Folgen <ul><li>Bonham, V. E.; Warshauer-Baker, E. & Collins, F. S. (2005). Race and Ethnicity ...
Die Genomforschung und ihre Folgen: Beispiel Nahrungsmittel  <ul><li>Weiß </li></ul><ul><li>Schokolade </li></ul><ul><li>B...
1.4. „Die NPD will die Ausländerrückführung. Was ist mit den Kindern gemischtethnischer Beziehungen (Mischlingen)?&quot; <...
Rückblick <ul><li>Geschichte des wissenschaftlichen Rassismus </li></ul><ul><li>Popularisierung und Politisierung des Rass...
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Geschiedenis wissenschaft gegen rassismus met ondermeer de geschiedenis van het wetenschappelijke racisme

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Geschiedenis wissenschaft gegen rassismus met ondermeer de geschiedenis van het wetenschappelijke racisme

  1. 1. 1. Antirassistischer Hochschultag der Fachhochschule Erfurt Prof. Dr. Wolf Wagner „ Wissenschaft gegen Rassismus“
  2. 2. Das Problem: Text aus einer Broschüre der NPD heute <ul><li>„ Rückzuführen sind vor allem die Nicht-Europäer. Die Mischlinge, die deutsch-nichteuropäischen Beziehungen entstammen, werden das sich renationalisierende Deutschland über kurz oder lang freiwillig verlassen, weil ihnen der nationale Klimawandel nicht paßt. Sie werden sich ‚Heimatländer' suchen, in denen es keine einheitliche Volkssubstanz gibt, in denen die Durchrassung unumkehrbar ist und die damit verbundene ethno-kulturelle Entwurzelung und Bindungslosigkeit allgegenwärtig ist.“ </li></ul>
  3. 3. Gliederung <ul><li>Geschichte des wissenschaftlichen Rassismus </li></ul><ul><li>Popularisierung und Politisierung des Rassismus </li></ul><ul><li>Der Antirassismus </li></ul><ul><li>Die Genomforschung und ihre Folgen </li></ul>
  4. 4. Gliederung <ul><li>Geschichte des wissenschaftlichen Rassismus </li></ul><ul><li>Popularisierung und Politisierung des Rassismus </li></ul><ul><li>Der Antirassismus </li></ul><ul><li>Die Genomforschung und ihre Folgen </li></ul>
  5. 5. Geschichte des wissenschaftlichen Rassismus <ul><li>Mittelalter: Der hohe Geburtsadel ist stolz auf seine „Rasse“, „Race“, „Razza“ </li></ul><ul><li>„ Rasse“ Kennzeichnung von Unterarten z.B. Entenrassen, Hunderassen </li></ul>
  6. 6. Geschichte des wissenschaftlichen Rassismus <ul><li>„ Rassismus“ </li></ul><ul><li>späte Schöpfung der Gegner des Rassebegriffs </li></ul><ul><li>– Magnus Hirschfeld „Racism“ </li></ul><ul><li>1933 geschrieben, 1938 veröffentlicht </li></ul><ul><ul><li>Mandera, Frauke (2004). Entstehung der Begriffe „Rasse“ und „Rassismus“ </li></ul></ul><ul><li>- eine kurze Zusammenfassung - </li></ul><ul><li>Herausgeber: ARiC Berlin e.V. http://ldn-knigi.lib.ru/JUDAICA/Rassebegriff.pdf </li></ul>
  7. 7. Geschichte des wissenschaftlichen Rassismus <ul><li>Aufklärung und Philosophie seit dem 17. Jahrhundert </li></ul><ul><li>Einteilung der Menschen nach wissenschaftlichen und nicht theologischen Kriterien </li></ul><ul><li>Weg von der Schöpfungsgeschichte </li></ul>
  8. 8. Geschichte des wissenschaftlichen Rassismus <ul><li>1684 Erste Anwendung auf Menschen durch François Bernier vor der Französischen Akademie der Wissenschaften </li></ul><ul><li>Titel des Textes: „ Nouvelle division de la terre par les différentes espèces ou races qui l'habitent “ </li></ul>
  9. 9. Geschichte des wissenschaftlichen Rassismus <ul><li>Gottfried Wilhelm Leibniz (1646 - 1716) übernimmt den von Bernier geprägten „Rasse&quot;-Begriff ins Deutsche </li></ul><ul><li>Alle Rassen kommen aus einer gemeinsamen Art </li></ul><ul><li>Unterschiede entstehen durch Klima </li></ul>
  10. 10. Geschichte des wissenschaftlichen Rassismus <ul><li>Immanuel Kant: </li></ul><ul><li>1775 „Von den verschiedenen Racen der Menschen zur Ankündigung der Vorlesungen der physischen Geographie im Sommerhalbjahr 1775“ (Kant Werke in zwölf Bänden – Band XI, S. 11-30) </li></ul><ul><li>1786 „Metaphysische Anfangsgründe der Naturwissenschaft“ – Darin: „Über den Gebrauch teleologischer Prinzipien in der Philosophie“ (Kant Werke in zwölf Bänden – Band IX, S. 144ff) </li></ul>
  11. 11. Geschichte des wissenschaftlichen Rassismus <ul><li>Stützt sich auf Georges-Louis Leclerc de Buffons „Allgemeine Historie der Natur“ von 1752 </li></ul><ul><li>Buffonsche Regel: „dass Tiere, die miteinander fruchtbare Jungen erzeugen, (von welcher Verschiedenheit der Gestalt sie auch sein mögen) doch zu einer und derselben physischen Gattung gehören“ </li></ul><ul><li>= Definition der Naturgattung als von Gesetzen bestimmte Einteilung </li></ul>
  12. 12. Geschichte des wissenschaftlichen Rassismus <ul><li>Stützt sich auf Georges-Louis Leclerc de Buffons „Allgemeine Historie der Natur“ von 1752 </li></ul><ul><li>„ Race“ – erbliche Verschiedenheiten, die sich über lange Zeit und auch bei Versetzung in andere Landstriche erhalten </li></ul><ul><li>„ Auf diese Weise sind Neger und Weiße zwar nicht verschiedene Arten von Menschen (…); aber doch zwei verschiedene Rassen“ (S.12 – B129) </li></ul>
  13. 13. Kants Theorie als „teleologisches Naturgesetz“ Stammgattung Weiße von brünetter Farbe Erste Rasse Hochblonde (Nordl. Eur.) von feuchter Kälte Zweite Rasse Kupferrote (Amerik.) Von trockener Kälte Dritte Rasse Schwarze (Senegambia) Von feuchter Hitze Vierte Rasse Olivengelbe (Indianer) Von trockener Hitze
  14. 14. Geschichte des wissenschaftlichen Rassismus <ul><li>Graf Josef Arthur de Gobineau (1816 - 1882) </li></ul><ul><li>Charles Darwin (1809 - 1882) </li></ul><ul><li>Francois Galton (1822-1911) prägt 1883 Begriff Eugenik. </li></ul><ul><li>Alfred Ploetz (1860 - 1940) und Wilhelm Schallmeyer (1857 - 1919) begründeten die deutsche „Rassenhygiene&quot;. </li></ul><ul><li>„ Ausjätung, Ausmerzung und Geburtenverhütung“ </li></ul>
  15. 15. Geschichte des wissenschaftlichen Rassismus <ul><li>Beispiel Ruanda </li></ul>
  16. 16. Gliederung <ul><li>Geschichte des wissenschaftlichen Rassismus </li></ul><ul><li>Popularisierung und Politisierung des Rassismus </li></ul><ul><li>Der Antirassismus </li></ul><ul><li>Die Genomforschung und ihre Folgen </li></ul>
  17. 17. Popularisierung und Politisierung des Rassismus <ul><li>Houston Stewart Chamberlain (1855 - 1927) – „bekennender Dilettant“ – 1899 „Die Grundlagen des 19. Jahrhunderts&quot; </li></ul><ul><li>Standardwerk des theoretischen Rassenantisemitismus mit großem Einfluss auf Wilhelm II u.v.a. </li></ul><ul><li>Alfred Rosenberg (1893-1946) </li></ul><ul><li>Adolf Hitler (1899 – 1945) </li></ul>
  18. 18. Die Sündenbockfunktion des Rassismus <ul><li>der „rassisch Fremde“ als Verursacher alles Bösen, eignet sich – weil fremd - für jede Projektion </li></ul><ul><li>dadurch keine Konflikte in der eigenen Gemeinschaft, keine Verteidiger </li></ul><ul><li>Erhöht Ingroup-Konformität </li></ul><ul><li>Umso notwendiger je höher Harmoniezwang in der Gemeinschaft </li></ul>Popularisierung und Politisierung des Rassismus
  19. 19. Die politische Mechanik des Rassismus 1 <ul><li>Machtkampf innerhalb der Mehrheit </li></ul><ul><li>Eine Partei der Mehrheitsgruppe neue Parole „Die … (jeweilige Minderheit einsetzen) sind unser Untergang“ </li></ul><ul><li>Wahlkampf „Nur wir schützen euch gegen ….“ </li></ul><ul><li>Gewinnt Stimmen der Rassisten </li></ul>Popularisierung und Politisierung des Rassismus
  20. 20. Die politische Mechanik des Rassismus 2 <ul><li>Andere Parteien der Mehrheitsgruppe nehmen Thema auf, um Stimmen zurück zu gewinnen </li></ul><ul><li>Thema erhält Legitimität </li></ul><ul><li>Minderheitengruppe wehrt sich und bestätigt damit ihren Sondercharakter </li></ul><ul><li>Gewalttätige Übergriffe der Radikalen in der Mehrheit führen zu Racheakten und Zusammenschluss der Minderheit </li></ul>Popularisierung und Politisierung des Rassismus
  21. 21. Die politische Mechanik des Rassismus 3 <ul><li>Die Projektion wird zur Wirklichkeit </li></ul><ul><li>Die Ausgesonderten werden zunehmend als sonderbar wahrgenommen </li></ul><ul><li>Sanktionen werden allgemein akzeptiert </li></ul><ul><li>Wenn sich ausgesonderte wehren: Bürgerkrieg </li></ul><ul><li>Wenn nicht: Massaker, Genocid </li></ul>Popularisierung und Politisierung des Rassismus
  22. 22. Beispiel Nazideutschland: Was sind die Gründe für rechtsradikale Wahlerfolge? Rechts Links Mitte bürgerliche SPD 1929 KPD Zentrum u. liberale NSDAP Popularisierung und Politisierung des Rassismus
  23. 23. Was sind die Gründe für rechtsradikale Wahlerfolge? Rechts Links Mitte bürgerliche SPD 1930-1932 KPD Zentrum und liberale NSDAP Popularisierung und Politisierung des Rassismus
  24. 24. Was sind die Gründe für rechtsradikale Wahlerfolge? Rechts Links Mitte SPD 1932 KPD Zentrum und Liberale Popularisierung und Politisierung des Rassismus
  25. 25. Was sind die Gründe für rechtsradikale Wahlerfolge? Rechts Links Mitte SPD 1932 KPD Zentrum und Liberale NSDAP Popularisierung und Politisierung des Rassismus
  26. 26. Was sind die Gründe für rechtsradikale Wahlerfolge? NSDAP Rechts Links Mitte 1933ff Popularisierung und Politisierung des Rassismus
  27. 27. Beispiele für die Eskalation der Fremdenfeindlichkeit trotz Kontakt <ul><li>Weimarer Republik und Nazideutschland, Sudetenkrise </li></ul><ul><li>Indien </li></ul><ul><li>Malaysia </li></ul><ul><li>Republik Cypern </li></ul><ul><li>Nigeria </li></ul><ul><li>Sri Lanka </li></ul><ul><li>Jugoslawien </li></ul>
  28. 28. Umfrage 1997 in 15 Staaten der EU „% Selbsteinstufung als sehr rassistisch“ Popularisierung und Politisierung des Rassismus
  29. 29. Aus den Daten 1997 vergleichende Analyse über Entstehungsbedingungen des Rassismus (Winkler 2003) <ul><li>Konkurrenztheorie – wer mit Ausländern konkurrieren muss, ist fremdenfeindlich </li></ul><ul><li>Aber: Gruppen mit gleicher Konkurrenzsituation variieren im Grad der Fremdenfeindlichkeit von Land zu Land stark </li></ul><ul><li>Keine hinreichende Erklärung </li></ul>
  30. 30. Aus den Daten 1997 vergleichende Analyse über Entstehungsbedingungen des Rassismus (Winkler 2003) <ul><li>Nationalismustheorie – hohe Identifikation mit der eigenen Nation macht fremdenfeindlich </li></ul><ul><li>Aber: Gruppen mit gleichen Merkmalen in den Ländern, aber unterschiedlichem Nationalismus, zeigten keine signifikanten Unterschiede in der Fremdenfeindlichkeit </li></ul><ul><li>Keine hinreichende Erklärung </li></ul>Popularisierung und Politisierung des Rassismus
  31. 31. Aus den Daten 1997 vergleichende Analyse über Entstehungsbedingungen des Rassismus (Winkler 2003) <ul><li>Kontakt- und Projektionstheorie – Fremdenfeindlichkeit entsteht aus Projektionen, wer Kontakt hat, kann nicht so leicht projizieren </li></ul><ul><li>Wenn alles sonst gleich, nur Ausmaß des Kontaktes unterschiedlich, variiert Fremdenfeindlichkeit in gleicher Weise </li></ul><ul><li>Höchster Erklärungswert und Beeinflussungsfaktor </li></ul>Popularisierung und Politisierung des Rassismus
  32. 32. Ergebnis <ul><li>Rassismus kommt aus Provinzialität (Heitmeyer) </li></ul>
  33. 33. 1.4. „Die NPD will die Ausländerrückführung. Was ist mit den Kindern gemischtethnischer Beziehungen (Mischlingen)?&quot; <ul><li>„ Rückzuführen sind vor allem die Nicht-Europäer. Die Mischlinge, die deutsch-nichteuropäischen Beziehungen entstammen, werden das sich renationalisierende Deutschland über kurz oder lang freiwillig verlassen, weil ihnen der nationale Klimawandel nicht paßt. Sie werden sich ‚Heimatländer' suchen, in denen es keine einheitliche Volkssubstanz gibt, in denen die Durchrassung unumkehrbar ist und die damit verbundene ethno-kulturelle Entwurzelung und Bindungslosigkeit allgegenwärtig ist.“ </li></ul><ul><li>Was ist davon zu halten? </li></ul>
  34. 34. Gliederung <ul><li>Geschichte des wissenschaftlichen Rassismus </li></ul><ul><li>Popularisierung und Politisierung des Rassismus </li></ul><ul><li>Der Antirassismus </li></ul><ul><li>Die Genomforschung und ihre Folgen </li></ul>
  35. 35. Der Antirassismus <ul><li>Begriffsgeschichte </li></ul><ul><li>Rassismus: Magnus Hirschfeld „Racism“ 1933 geschrieben, 1938 veröffentlicht </li></ul><ul><li>Antirassismus: Sartre „Schwarzer Orpheus“ 1948 </li></ul><ul><li>Rassismus zuerst eindeutig definiert als Diskriminierung aufgrund der Zugehörigkeit zu einer tatsächlichen oder behaupteten anderen „Rasse“ </li></ul>
  36. 36. Der Antirassismus <ul><li>Ausweitung des Rassismus-Begriffs auf jede Form der Diskriminierung </li></ul><ul><li>Beispiel Fremdenfeindlichkeit </li></ul><ul><li>Beispiel Rassismusvorwurf gegen Israel </li></ul>
  37. 37. Gliederung <ul><li>Geschichte des wissenschaftlichen Rassismus </li></ul><ul><li>Popularisierung und Politisierung des Rassismus </li></ul><ul><li>Der Antirassismus </li></ul><ul><li>Die Genomforschung und ihre Folgen </li></ul>
  38. 38. Die Genomforschung und ihre Folgen <ul><li>Österreichischer Rundfunk meldet heute (http://science.orf.at/science/news/83846) </li></ul><ul><li>„ Auch in das höchst kontroversielle Thema der menschlichen Rassen hat die Genomforschung Klarheit gebracht.“ </li></ul><ul><li>genetische Unterschiede zwischen den Rassen geringer als zwischen Individuen der gleichen „Rasse“ </li></ul>
  39. 39. Die Genomforschung und ihre Folgen <ul><li>Bonham, V. E.; Warshauer-Baker, E. & Collins, F. S. (2005). Race and Ethnicity in the Genome Era. The Complexity of the Constructs. American Psychologist 9. Vol. 60, No. 1, 9-15 DOI: 10.1037/0003-066X.60.1.9 </li></ul><ul><li>„ Current genetic data also refute the notion that races are genetically distinct human populations. There are no gene variants that are present in all individuals of one population group and in no individuals of another. No sharp genetic boundaries can be drawn between human population groups.“ </li></ul>
  40. 40. Die Genomforschung und ihre Folgen: Beispiel Nahrungsmittel <ul><li>Weiß </li></ul><ul><li>Schokolade </li></ul><ul><li>Brot </li></ul><ul><li>Weißwein </li></ul><ul><li>Meerrettich </li></ul><ul><li>Sahnesauce </li></ul><ul><li>Schwarz </li></ul><ul><li>Schokolade </li></ul><ul><li>Brot </li></ul><ul><li>Schwarzburgunder </li></ul><ul><li>Schwarzwurzel </li></ul><ul><li>Tintenfischsauce </li></ul>
  41. 41. 1.4. „Die NPD will die Ausländerrückführung. Was ist mit den Kindern gemischtethnischer Beziehungen (Mischlingen)?&quot; <ul><li>„ Rückzuführen sind vor allem die Nicht-Europäer. Die Mischlinge, die deutsch-nichteuropäischen Beziehungen entstammen, werden das sich renationalisierende Deutschland über kurz oder lang freiwillig verlassen, weil ihnen der nationale Klimawandel nicht paßt. Sie werden sich ‚Heimatländer' suchen, in denen es keine einheitliche Volkssubstanz gibt, in denen die Durchrassung unumkehrbar ist und die damit verbundene ethno-kulturelle Entwurzelung und Bindungslosigkeit allgegenwärtig ist.“ </li></ul>
  42. 42. Rückblick <ul><li>Geschichte des wissenschaftlichen Rassismus </li></ul><ul><li>Popularisierung und Politisierung des Rassismus </li></ul><ul><li>Der Antirassismus </li></ul><ul><li>Die Genomforschung und ihre Folgen </li></ul>

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