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5 Lucia Bauer / Tina Brunauer
      Damit wir uns verstehen
      Tipps und Konzepte für Öffentlichkeitsarbeit im Betr...
Anmerkungen
                  Wie soll mit diesem Skriptum
                  gearbeitet werden?
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Öffentlichkeitsarbeit                                                                     Anmerkungen



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                          Die Zielgruppen können auf 3 Ebenen angesiedelt sein: Im Betriebsrat selbst,
   ...
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­innen können von außen Dr...
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                          vertretungen Öffentli...
Beispiel 2: Betriebsratswahl bei der Schlau  Söhne GmbH                           Anmerkungen
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Anmerkungen          Im Falle einer Fusion oder feindlichen Übernahme ist mit Personalabbau zu
                     rechne...
Aber welches ist das richtige Medium für die eigene Zielgruppe? Mit wel­               Anmerkungen
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Anmerkungen            Die Bedeutung eines persönlichen Gesprächs kann daher gar nicht hoch
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   Bevor man beginnt den Text für das Flugblatt zu verfassen, sollte
   man sich selbst folgende grundlegende ...
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                   Quelle: Lucia Bauer, Foto: Christina Häusler

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Betriebszeitung

   Betriebs(rats)zeitungen sollten mindestens viermal im Jahr erschei-              Definition
   nen, mi...
Anmerkungen          ist, dass viele Betriebszeitungsprojekte mit sehr viel Elan begonnen werden
                     und ...
Beispiel 3:                                                                          Anmerkungen
Dass sich eine Betriebsze...
Anmerkungen        Ist erst einmal festgelegt, was die Betriebszeitung an Themen enthalten
                   soll, kann m...
Anmerkungen




Quelle: Lucia Bauer

Das Grundlayout dient als Raster für die Gestaltung aller weiteren Aus-
gaben der Zei...
Anmerkungen            Das Infobrett sollte nicht mit Informationen überladen sein und übersicht­
                        ...
sehr schnell das Interesse verlieren. Erfahrungsgemäß kehren Surfer/­                   Anmerkungen
    innen, die einmal ...
Anmerkungen          gleiche gilt für Chat­Möglichkeiten. Wenn niemand chattet, ist es besser di­
                        ...
Tipp: Umsetzungsmöglichkeit: ÖGB-Netzwerke
Für Betriebsräte/­innen und Personalvertreter/­innen bietet der ÖGB            ...
Anmerkungen            Weblogs
                       Weblogs sind eine kostengünstige Möglichkeit im Web die eigenen Inha...
Die Kürze von SMS­Nachrichten stellt übrigens Texter/­innen vor neue                Anmerkungen
Herausforderungen. Sie müs...
Medien selbst gestalten
Handwerkszeug für            Bevor man daran geht ein Öffentlichkeitsarbeitskonzept umzusetzen und...
Anmerkungen




Quelle: Lucia Bauer


desselben Betriebsrats (siehe oben). Neben dem Logo kann das Corporate
Design	unter	...
Regeln         Hier ein paar Regeln für verständliches Texten:
                       l	Das Wichtigste zuerst
            ...
Anmerkungen
   Folgende Fragen sollte man sich stellen, bevor man beginnt den
   Text zu schreiben:
   l	An wen richtet si...
Anmerkungen




                             Flugblatt A                             Flugblatt B

                        ...
gleich stark hervorgehoben sind, ist es schwierig auf den ersten Blick die        Anmerkungen
    wichtigste Botschaft her...
Anmerkungen               m   	Bei Doppelseiten wird stärker die rechte Seite beachtet.
                             m   	...
Für die Praxis bedeutet das: Vorsicht beim Einsatz von „Schmuckschriften“.          Anmerkungen
Verwendet man unabsichtlic...
Damit Wir Uns Verstehen
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  1. 1. PGA 5 Lucia Bauer / Tina Brunauer Damit wir uns verstehen Tipps und Konzepte für Öffentlichkeitsarbeit im Betrieb INHALT Inhaltliche Koordination: Was bedeutet Öffentlichkeitsarbeit? 3 Stefan Maderner Zielgruppen 3 Wozu brauchen Betriebsräte/Personalvertretungen Öffentlichkeitsarbeit? 6 Beispiel 1: Image 6 Beispiel 2: Betriebsratswahl 7 Beispiel 3: Gewinnung neuer Gewerkschaftsmitglieder 7 Beispiel 4: Krisenkommunikation 7 Instrumente der Öffentlichkeitsarbeit 8 (Mündliche Kommunikation, Rundschreiben, Flugblatt, Betriebszeitung, Schwarzes Brett, Homepage, Intranet, Diskussionsgruppen, Weblogs, Newsletter, SMS) Medien selbst gestalten 26 Texten 27 Layout 29 Bilder 33 Konzepte für Öffentlichkeitsarbeit 35 Beispiel 1: Image Betriebsrat Haferschrot GmbH 39 Beispiel 2: Betriebsratswahl bei der Schlau & Söhne GmbH 43 Beispiel 3: Gewinnung neuer Gewerkschaftsmitglieder bei der Stahlo GmbH Beispiel 4: Krisenkommunikation bei der Pharmamio AG 47 52 Stand: August 2006 Exkurs: Medienarbeit 58 Quellenverweis 60 Beantwortung der Fragen 61 Fernlehrgang 63
  2. 2. Anmerkungen Wie soll mit diesem Skriptum gearbeitet werden? Zeichenerklärung Frage zum Lernstoff im vorigen Abschnitt (vergleichen Sie Ihre eigene Antwort mit der am Ende des Skriptums ange­ gebenen). Anmerkungen: Die linke bzw. rechte Spalte jeder Seite dient zur Eintra­ gung persönlicher Anmerkungen zum Lernstoff. Diese eigenen Notizen sollen, gemeinsam mit den bereits vorge­ gebenen, dem Verständnis und der Wiederholung dienen. Schreibweise: Wenn im folgenden Text männliche Schreibweisen ver­ wendet werden, so ist bei Entsprechung auch die weibliche Form inkludiert. Auf eine durchgehende geschlechtsneu­ trale Schreibweise wird zu Gunsten der Lesbarkeit des Tex­ tes verzichtet. Arbeitsanleitung – Lesen Sie zunächst den Text eines Abschnitts aufmerksam durch. – Wiederholen Sie den Inhalt des jeweiligen Abschnittes mit Hilfe der ge­ druckten und der eigenen Randbemerkungen. – Beantworten Sie die am Ende des Abschnitts gestellten Fragen (möglichst ohne nachzusehen). – Die Antworten auf die jeweiligen Fragen finden Sie am Ende des Skrip­ tums. – Ist Ihnen die Beantwortung der Fragen noch nicht möglich, ohne im Text nachzusehen, arbeiten Sie den Abschnitt nochmals durch. – Gehen Sie erst dann zum Studium des nächsten Abschnitts über. – Überprüfen Sie am Ende des Skriptums, ob Sie die hier angeführten Lernziele erreicht haben. Lernziele Nachdem Sie dieses Skriptum durchgearbeitet haben, sollen Sie – über die Instrumente der Öffentlichkeitsarbeit im Betrieb Bescheid wis­ sen, – ein Konzept für Ihre Öffentlichkeitsarbeit erstellen können, – wissen, wie Sie mit Ihren Zielgruppen erfolgreich kommunizieren kön­ nen. Die Autorinnen danken Mag.a Karin Zimmermann und Mag. Michael Niedermair sowie Dipl.­Ing. Dr. Andreas Ferschl für ihre wertvollen An­ regungen und ihre Hilfe beim Fertigstellen dieses Skriptums. Viel Erfolg beim Lernen!
  3. 3. Öffentlichkeitsarbeit Anmerkungen Was bedeutet Öffentlichkeitsarbeit? Die Arbeit von Betriebsräten/­innen und Personalvertretern/­innen spielt sich oft im Stillen ab. Erst vor einer Wahl werden die Erfolge der vergan­ genen Jahre kommuniziert. Das ist schade, denn Interessenvertretung heißt beständig arbeiten, sich immer wieder für die Kolleginnen und Kollegen stark machen. Damit der Einsatz des Betriebsrates (BR) oder der Personal­ vertretung (PV) auch wahrgenommen wird, ist regelmäßige Kommunika- tion wichtig. Bescheidenheit bringt weder Anerkennung noch ein gutes Image: Erfolge Von Erfolgen erzählen dürfen also auch kommuniziert werden! Auch bei Problemen ist es sinn­ voll, rechtzeitig die Kollegen/­innen zu informieren. So ist es leichter, die Handlungen des Betriebsrats im richtigen Licht darzustellen und Verständnis zu wecken. Trotzdem sollte sich der Betriebsrat/die Personal­ vertretung nicht zum Boten schlechter Nachrichten (z. B. der Unterneh­ mensleitung) machen lassen. Ein Spannungsfeld in der innerbetrieblichen Kommunikation ist das Be­ triebsgeheimnis. Im Zweifelsfall sollte man lieber intern als extern infor­ mieren – und sich bei besonders heiklen Materien vorher rechtlich beraten lassen. Die Mitarbeiter/-innen müssen immer zuerst informiert werden. Mitarbeiter/­innen als Sie sollten für sie wichtige Veränderungen nie erst aus der Zeitung Erste informieren erfahren. Öffentlichkeitsarbeit im Betrieb hilft die Bekanntheit des BR oder der PV zu steigern oder das Image zu verbessern. Öffentlichkeitsarbeit soll Erfolge „verkaufen“ aber auch laufende Verhandlungen begleiten und mögliche Konflikte darstellen. Öffentlichkeitsarbeit im Betrieb trägt auch dazu bei gewerkschaftliche Themen im Betrieb zu verbreiten und neue Mitglieder für die Gewerkschaft zu gewinnen. Damit das gelingt, muss Öffentlichkeitsarbeit geplant werden. Gemeinsam Kommunikation können die Mitglieder des BR/der PV ein Konzept erstellen, in dem die planen Eckpunkte der Kommunikation festgehalten sind: Wann wird was an wen kommuniziert, mit welchem Ziel. So können die verschiedenen Mittel der Kommunikation (Betriebsratszeitung, Newsletter, Mitarbeiterversamm­ lung etc.) aufeinander abgestimmt werden. Welche Punkte ein Konzept enthalten soll und welche Mittel der Öffentlichkeitsarbeit für die Arbeit im Betrieb wichtig sind, erklärt dieses Skriptum. Die Begriffe Öffentlichkeitsarbeit (ÖA) und Public Relations (PR) werden in diesem Skriptum synonym verwendet. Zielgruppen Die Zielgruppen der Arbeit von Betriebsräten (BR) und Personalvertre­ tungen (PV) sind vielfältig. Denn neben dem Dialog mit Kollegen/­innen und der Unternehmensleitung müssen auch externe Gruppen wie Kun­ den/-innen, Politik und Gemeinde bedacht werden. Folgende Grafik zeigt wichtige Zielgruppen für die betriebliche ÖA. Je nach der aktuellen Situati­ on im Unternehmen oder der Organisation werden manche dieser Gruppen wegfallen bzw. neue hinzukommen.
  4. 4. Anmerkungen Die Zielgruppen können auf 3 Ebenen angesiedelt sein: Im Betriebsrat selbst, im Unternehmen und außerhalb des Unternehmens. Quelle: Tina Brunauer Zielgruppen im Unternehmen Dialog mit den Die wichtigste Zielgruppe von Betriebsräten und Personalvertretungen Mitarbeitern/­innen sind die Mitarbeiter/­innen (MA) des Unternehmens/der Organisation. Sie sollen über die Arbeit des BR/der PV informiert werden. Ihre Meinung zu möglichen neuen Betriebsvereinbarungen, zur Betriebsratsumlage etc. ist gefragt. In ihrer Arbeit haben BR/PV viel mit der Unternehmensleitung zu tun: In Verhandlungen, in offenen Briefen oder bei gemeinsamen Veranstaltungen stehen sie in Kontakt mit der Leitung des Unternehmens. Eigentümer/ ­innen, seien es Mutterkonzerne, Aktionäre/­innen oder staatliche Orga­ nisationen, müssen ebenfalls bedacht werden. Unternehmensleitung und Eigentümer/­innen gehören also zu den Zielgruppen im Unternehmen. Viele Unternehmen beschäftigen freie MA und Leiharbeiter/­innen, die auch eine Zielgruppe des Betriebsrats sein können. Zielgruppen außerhalb des Unternehmens Jeder Betrieb und jede Organisation agiert in der Öffentlichkeit: Mögliche Zielgruppen sind daher Kunden/-innen oder Klienten/-innen, Lieferfir­ men, Konkurrenz, Nachbarn/­innen, Freunde/­innen und Verwandte der MA etc. In staatsnahen Betrieben sind Politik und Medien eine wichtige Zielgruppe. Die Abstimmung mit Gewerkschaft und Arbeiterkammer ist für die tägliche Arbeit wichtig, manchmal macht es auch Sinn Netzwerke mit Betriebsräten/­innen in ähnlichen Betrieben in Österreich oder Europa aufzubauen. Allianzen bilden Der Kontakt mit diesen weiteren Zielgruppen ist meist auf konkrete An­ lässe (z. B. Werksabsiedelung, Privatisierung, etc.) begrenzt. Dennoch kön­
  5. 5. nen sie für die Öffentlichkeitsarbeit im Betrieb wichtig sein: Bürgermeister/ Anmerkungen ­innen können von außen Druck ausüben, mit befreundeten BR lassen sich Allianzen bilden. Kunden/­innen sollen informiert werden, wenn sie von Maßnahmen des BR/der PV betroffen sind. Die jeweilige Zielgruppe kann man am besten dort ansprechen, wo ihr In­ Externe Zielgruppen teresse liegt: Die zuständige Gewerkschaft ist in vielen Fällen strategische als Verbündete Partnerin, unterstützt die Betriebsräte/­innen und sollte daher bei wich­ tigen Themen von Anfang an eingebunden sein. Gemeinden sind am eige­ nen Standort interessiert, bei einer Betriebsabsiedelung ist mit Widerstand des/der Bürgermeisters/­in zu rechnen. Interne Kommunikation Damit überhaupt gearbeitet werden kann, ist die Abstimmung innerhalb des BR, der PV wichtig: Die Betriebsräte/­innen für Arbeiter/­innen und Angestellte können sich absprechen und gemeinsam Anliegen verfolgen. Fraktionen können ihre Differenzen für einen gemeinsamen Einsatz für die Kollegen/­innen überwinden. Wie auch immer die Zusammenarbeit vor sich geht, die jeweils andere Gruppe im BR/der PV sollte in der Kommuni­ kation nie vergessen werden. Zielgruppen erreichen Wer sind die Personen in der Ziel­ oder Dialoggruppe? Auf sie muss die Kommunikation zugeschnitten sein, ihre Sprache, ihre Lesegewohnheiten müssen getroffen werden. Betriebsräte/­innen und Personalvertreter/­in­ nen wissen, welcher Ton in ihrem Betrieb üblich ist. Auch alle anderen Kommunikationsmittel des BR/der PV (Briefe, Zeitung, Intranet etc.) soll­ ten zu den Bedürfnissen der Zielgruppe passen. Dabei kann es helfen, sich die Zusammensetzung der Zielgruppe anzu­ Zielgruppe sehen. Sind hauptsächlich Frauen oder Männer in der Zielgruppe? Wie unter der Lupe hoch ist die Schulbildung der Personen, wie alt sind sie? Lesen sie regelmä­ ßig Texte oder bevorzugen sie mündliche Kommunikation bzw. TV? Inter­ essiert sie das Thema sehr, etwas oder kaum? Wie stehen sie zu Betriebsrat und Gewerkschaft? Nach folgenden Kriterien lässt sich die Zielgruppe genauer bestimmen: l Interesse am Thema l Einstellung gegenüber Interessensvertretung l ArbeiterIn/AngestellteR l Einkommen l Stellung im Unternehmen l Gewerkschaftsmitglied ja/nein l beschäftigt in Filiale bzw. Zentrale l Geschlecht l Alter l Schulbildung l politisches Interesse l Medienkonsum und Zugang zu Medien l Wohnort bzw. Bundesland Eine professionelle Beschreibung der eigenen Zielgruppe und ihrer Inter­ essen bieten MA­Befragungen. Sie erheben auch das Meinungsbild der MA zu aktuellen Themen und ihre Wünsche in Bezug auf die Interessenvertre­ tung im Unternehmen.
  6. 6. Anmerkungen Wozu brauchen Betriebsräte/Personal- vertretungen Öffentlichkeitsarbeit? Kommunikation lässt sich nicht abschalten, oder nach Watzlawick: Man kann nicht nicht kommunizieren. Das heißt, dass auch die Tatsache, dass man sich an einem Thema, einer Diskussion nicht beteiligt, etwas kommu­ niziert: nämlich z. B. Desinteresse oder Abwesenheit. Den Eindruck, den man ohne bewusste Kommunikation erweckt, kann man nicht steuern. Informieren, Öffentlichkeitsarbeit kann helfen, das Bild, das andere von einem begeistern, haben, mitzugestalten. Öffentlichkeitsarbeit informiert, begeistert überzeugen und überzeugt (im idealen Fall) von der Arbeit des Betriebsrats/der Personalvertretung. Wer selbst kommuniziert, kann die Diskussion eines Themas besser dirigie­ ren. Öffentlichkeitsarbeit ist auch ein Mittel Themen zu setzen, das heißt die Zielgruppen auf ein Thema aufmerksam zu machen. Damit gewinnt man Themenhoheit, ist erste/­r Ansprechpartner/­in und kann die Interpreta­ tion eines Themas beeinflussen. Folgende fiktive Fallbeispiele zeigen typische Fälle, in denen Öffentlich­ keitsarbeit im Betrieb eingesetzt werden kann. Beispiel 1: Image Betriebsrat Haferschrot GmbH In unserem fiktiven Beispiel will der Betriebsrat (BR) der Firma Haferschrot sein Image bei den Mitarbeitern/­innen (MA) verbessern. Die Haferschrot GmbH ist eine Großbäckerei und beschäftigt insgesamt 00 Arbeiter/­in­ nen und Angestellte. Sie teilen sich über 0 Filialen und eine Zentrale auf bzw. sind mit den Lieferfahrzeugen unterwegs. Die Branche ist von hartem Wettbewerb geprägt, die Bäckerei expandiert. Aktuelle Themen für den gemeinsamen BR von Arbeitern/­innen und An­ gestellten: Teilzeitkräfte, die tendenziell Vollzeit arbeiten, auch real auf Vollzeit umstellen; Gesundheit am Arbeitsplatz. Eine vom Betriebsrat organisierte Befragung der MA ergibt, dass das Image des Betriebsrates als „eher schwach aber engagiert“ beschrieben wird. Der Betriebsrat möchte sein Image korrigieren und als „kompetent, engagiert und wählbar“ wahrgenommen werden. Im Kapitel „Konzepte für Öffent­ lichkeitsarbeit“, S. 9 beschreiben wir, welche Maßnahmen diese Image­ Korrektur unterstützen können. Image, inneres Bild Das Image ist das innere Bild, das andere Menschen vom BR/der PV haben. An das Image knüpfen sich Wissen, Gefühle und Hand- lungsabsichten.1 Eine Imagekorrektur ist ein langfristiger Prozess, kann also mehrere Jahre dauern. Nicht immer gelingt es ein festgefahrenes Bild in den Köpfen der Zielgruppen komplett zu ändern. Leichter ist es bestehende Bilder zu ver­ stärken oder ein wenig abzuändern. 1 Quelle: Artikel „Image“. In: Wikipedia. Die Freie Enzyklopädie. Stand: 18. März 00 1 Uhr 0. Online im Internet: http://de.wikipedia.org/wiki/Image
  7. 7. Beispiel 2: Betriebsratswahl bei der Schlau Söhne GmbH Anmerkungen Die fiktive Reinigungsfirma Schlau Söhne beschäftigt 170 Personen, die vor allem in zwei Bereichen tätig sind: der Reinigung von Bürogebäuden (Innenbereich) und der Reinigung von Außenanlagen (Außenbereich). Die Arbeiter/­innen im Innenbereich sind großteils Teilzeit beschäftigt und arbeiten am frühen Morgen. Die Arbeiter/­innen im Außenbereich sind alle Vollzeit beschäftigt und untertags tätig. Im Außenbereich arbeiten % Frauen und % Männer, im Innenbereich sind es 98 % Frauen. Drei Viertel aller Beschäftigten haben eine andere Muttersprache als Deutsch, und zwar hauptsächlich Türkisch, Kroatisch, Englisch und Albanisch. In einem Jahr wird der Arbeiter­Betriebsrat (BR) der Firma neu gewählt. Drei von fünf aktiven BR werden wegen ihrer Pensionierung nicht mehr zur Wahl antreten. Von den Ersatzmitgliedern zeigen ebenfalls drei kein Interesse als aktives BR­Mitglied zu kandidieren, sie wollen aber Ersatzmit­ glieder bleiben. Dementsprechend fehlen für den Wahlvorschlag mindes­ tens drei Freiwillige. Die verbleibenden Mitglieder im Betriebsrat wollen bis zur Wahl MA fin­ den, die sich bereit erklären als BR zu kandidieren. Außerdem möchten sie ihre Kollegen/­innen motivieren, an der Wahl teilzunehmen. Ein Hemmnis ist dabei die Sprachbarriere: Die Mitglieder des bisherigen BR sprechen Deutsch, Englisch und Kroatisch nicht aber Türkisch oder Albanisch. Die wichtigsten Themen der BR­Arbeit: Beratung für die MA (nicht nur) in arbeitsrechtlichen Fragen, faire Abgeltung von Überstunden. Im Kapitel „Konzepte für Öffentlichkeitsarbeit“, S. beschreiben wir, wie dieses Problem mit einem Kommunikationskonzept angegangen werden kann. Beispiel 3: Gewinnung neuer Gewerkschafts-Mitglieder bei Stahlo GmbH Die fiktive Firma Stahlo GmbH produziert Blechteile für Autokarosserien und beschäftigt 0 Mitarbeiter/­innen in Niederösterreich (80 Arbeiter/ ­innen und 0 Angestellte). In den 0­er Jahren war der Traditionsbetrieb zu fast 100 % gewerkschaftlich organisiert, mittlerweile ist der Organisati­ onsgrad aber auf nur mehr 0 % gefallen. Ein Grund dafür ist, dass in den letzten Jahren viele Stamm­MA in Altersteilzeit oder in Frühpension gingen und teilweise gar nicht oder durch Leiharbeiter/­innen ersetzt wurden. Von den jüngeren Beschäftigten, die noch nicht so lange dabei sind, sind viele keine Gewerkschaftsmitglieder. Seit der Organisationsgrad im Betrieb gesunken ist, ist es schwieriger geworden, die Beschäftigten für gewerk­ schaftliche Themen zu interessieren und zu mobilisieren. Mit Unterstützung der Gewerkschaft beschließen daher Arbeiter/­innen­ Mitgliedergewinnung und Angestelltenbetriebsräte/­innen den Stahlo­MA das Thema Gewerk­ schaft wieder näher zu bringen und neue Mitglieder zu gewinnen. Wie ihr Kommunikationskonzept genau aussieht, ist im Kapitel „Konzepte für Öffentlichkeitsarbeit“, S. erklärt. Beispiel 4: Krisenkommunikation bei der Pharmamio AG Der fiktive Pharmakonzern Pharmamio beschäftigt 2.400 Mitarbeiter/-in­ nen (MA) in Wien. Immer wieder wird in der Branche über mögliche feind­ liche Übernahmen von Seiten größerer Firmen spekuliert. Der Betriebsrat rechnet damit, dass in den nächsten fünf Jahren Pharmamio entweder mit einer anderen Firma fusioniert oder feindlich übernommen wird. Diese Er­ wartung speist sich aus Gesprächen mit der Unternehmensleitung und den allgemeinen Entwicklungen in der Branche.
  8. 8. Anmerkungen Im Falle einer Fusion oder feindlichen Übernahme ist mit Personalabbau zu rechnen. Der Betriebsrat (BR) möchte so viele MA wie möglich im Unter­ nehmen halten können. Die Krise ist für ihn nicht die Fusion oder Übernah­ me, sondern die etwaige Kündigung von MA. Öffentlichkeitsarbeit kann keine Krise lösen. Sie ist kein Ersatz für strategische Planung und auch kein Ersatz für Handlungen und Verhandlungen. Ein Kommunikationskonzept kann aber Teil eines Krisenplans sein und beim Weg aus der Krise unterstützen. Das Betriebsratsteam erarbeitet für den Fall des Personalabbaus im Zuge einer Übernahme/Fusion gemeinsam einen Krisenplan. Teil davon ist ein Kommunikationskonzept, das im Kapitel „Konzepte für Öffentlichkeitsar­ beit“, S. näher beschrieben ist. Krisenplan Krisen sind ein Härtefall für jede BR­Arbeit. Es lohnt sich, sie im Voraus zu erkennen und mögliche Szenarios durchzuplanen. So ist man beim tatsäch­ lichen Eintreten der Krise besser vorbereitet und kann souveräner agieren. Während und vor der Krise sollte der BR unbedingt jene Informationen einfordern, die zu geben die Unternehmensleitung gesetzlich verpflichtet ist. Experten/­innen aus Gewerkschaft und Arbeiterkammer können dabei helfen, die Situation richtig einzuschätzen und Handlungsmöglichkeiten zu definieren. 1. Was ist ein Image? Kann ein Image verändert werden? . Welche Rolle spielt Öffentlichkeitsarbeit in einer Krisen­ situation? Instrumente der Öffentlichkeitsarbeit Medien gezielt Für die Kommunikation mit den unterschiedlichen Ziel­ und Dialoggrup­ auswählen pen können verschiedene Instrumente der Öffentlichkeitsarbeit (Medien) eingesetzt werden: Dabei kommt für die innerbetriebliche Kommunikation ein rasches Infomail an alle Beschäftigten genauso infrage wie ein Artikel in der Betriebsratszeitung oder eine kurzfristig anberaumte Betriebsversamm­ lung. Die Begriffe Kommunikationsinstrumente, Medien und Kommunikationsmittel werden in diesem Skriptum synonym verwendet. 8
  9. 9. Aber welches ist das richtige Medium für die eigene Zielgruppe? Mit wel­ Anmerkungen chen Instrumenten erreicht man am raschesten das anvisierte Kommunika­ tionsziel? Wer auf diese Fragen eine zufrieden stellende Antwort finden möchte, muss sich mit der Zielgruppe für seine Öffentlichkeitsarbeit bereits näher befasst haben – mit deren Zusammensetzung, Interessen und Umfeld. (Näheres dazu im Kapitel „Zielgruppen“ S. ) Zudem muss er/sie sich auch über die eigenen Kommunikationsziele klar geworden sein. (Vergleiche dazu Kapi­ tel „Wozu brauchen Betriebsräte/Personalvertretungen Öffentlichkeitsar­ beit?“ S. ) Erst dann sollte die Entscheidung fallen, welche Kommunikati­ onsmittel eingesetzt werden. Vor allem wenn die Ressourcen Zeit und Geld knapp bemessen sind, müssen Öffentlichkeitsarbeiter/­innen sehr genau planen, um Leerläufe und unnötige Kraftvergeudung zu vermeiden. Eine professionell gestaltete BR­Website kann ein Mauerblümchen­Dasein Zielgruppe bedenken führen, wenn die Beschäftigten z. B. im Pflegebereich arbeiten und so am Arbeitsplatz keinen Zugang zum Internet haben. Auch Verbesserungen an der Website bringen dann keine erhöhten Zugriffsraten. Dagegen könnte die gleiche Website das perfekte Kommunikationsmittel in einem EDV­ Betrieb darstellen, in dem die Beschäftigen ohnehin permanent online sind. Die Mitarbeiter/-innen im Pflegebereich lesen dafür vielleicht gerne in einer Betriebszeitung und informieren sich auf ansprechend gestalteten schwarzen Brettern in den Pausenräumen. Vergebliche Liebesmüh bleibt eine noch so gut gemachte Zeitung wiederum bei Mitarbeitern/­innen, die wenig oder gar nicht deutsch können. Mehrsprachige Flugblätter mit wenig Text sind in diesem Fall effizienter. Grundsätzlich wird zwischen schriftlicher und mündlicher Kom- Schriftliche und münd­ munikation unterschieden. Beide Kommunikationsarten sind für liche Kommunikation die Öffentlichkeitsarbeit im Betrieb notwendig und ergänzen sich gegenseitig. Auch ein tolles Flugblatt ersetzt nicht das persönliche Gespräch und ein E­Mail­Newsletter kann in Krisensituationen nicht die Betriebsversamm­ lung ersetzen. Stattdessen werden die einzelnen Schritte aufeinander ab­ gestimmt und an die konkrete betriebliche Situation angepasst: Ein E­Mail­ Newsletter liefert den Beschäftigten die erste Information. Im selben E­Mail finden sie eine Telefonnummer und können sich so noch einmal persönlich informieren. Zusätzlich gibt es eine Fragestunde mit dem/der Betriebsrats­ vorsitzenden. Und im Rahmen dieses Gesprächs wird den MA wiederum weiterführendes schriftliches Infomaterial zum Nachlesen übergeben. Welches Gewicht bei der betrieblichen Öffentlichkeitsarbeit jeweils schrift­ licher und mündlicher Kommunikation eingeräumt wird, hängt von vielen Faktoren ab. Einer davon ist sicher die Betriebsgröße. Je mehr Personen die Zielgruppe umfasst, umso wichtiger ist die schriftliche Kommunikation. Mündliche Kommunikation Die Basis für die Öffentlichkeitsarbeit im Betrieb ist das persönliche Reden, reden, reden Gespräch am Arbeitsplatz. Im persönlichen Gespräch entsteht Sympathie, klären sich Missverständnisse auf und werden Mitglieder für die Gewerk­ schaft gewonnen. Beschäftigte, die sich in einem persönlichen Gespräch gut betreut und beraten fühlen, transportieren diese Erfahrung weiter und werden so zu Multiplikatoren/-innen für die Botschaft der betrieb- lichen Interessenvertretung. 9
  10. 10. Anmerkungen Die Bedeutung eines persönlichen Gesprächs kann daher gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. Rundgänge Natürlich ist es nicht immer möglich mit allen zu reden. Vor allem in groß­ durch den Betrieb en Betrieben mit vielen Beschäftigten kann ein verhältnismäßig kleines BR­ /PV­Team nicht mit jeder einzelnen Person sprechen. Trotzdem erwarten die Beschäftigten in der Regel von engagierten Betriebsräten/­innen, dass sie am Arbeitsplatz persönlich präsent sind. Ein regelmäßiger Rundgang sollte daher ein Fixpunkt in der betrieblichen Öffentlichkeitsarbeit sein. Die Beschäftigten haben so die Möglichkeit ihren betrieblichen Vertretern/ ­innen die eigenen Anliegen direkt mitzuteilen und die Betriebsräte/­innen erfahren aus erster Hand über Wünsche und Probleme der Beschäftigten. Diese Kenntnisse können dann sofort in die Betriebsratsarbeit einfließen. Natürlich kommt es im persönlichen Gespräch auch vor, dass sich die Be­ triebsratsmitglieder Beschwerden über die eigene Arbeit anhören müssen. Im besten Fall können diese Probleme und Konflikte gleich ausdiskutiert werden. In jedem Fall aber wird auf diesem Weg vermieden, dass sich Pro­ bleme über längere Zeit hinweg aufstauen. Großbetriebe In größeren Betrieben ist es kaum möglich, dass der/die Vorsitzende jede Woche durch alle Abteilungen geht. Hier ist Arbeitsteilung wichtig: Für jeden Bereich sollte es ein zuständiges Mitglied des Betriebsratsteams geben, das als Ansprechperson für die Beschäftigten zur Verfügung steht. Auch hier gilt: Je genauer die Betriebsräte/-innen ihre Zielgruppe kennen, umso einfacher gestaltet sich die Kommunikation. Wenn sich beispielsweise eine Gruppe von Beschäftigten eines bestimmten Bereichs regelmäßig zum Mit­ tagessen oder zur Frühstückspause trifft, könnten diese Treffen eine gute Gelegenheit darstellen, Kontakt aufzunehmen und Gespräche zu führen. Auch gemeinsame Interessen und Hobbies von Beschäftigten lassen sich für die Öffentlichkeitsarbeit des Betriebsratsteams nutzen. Sportveranstaltun­ gen, Reisen und Ausflüge sind die Klassiker auf diesem Gebiet der Kommu­ nikationsarbeit. Je nach Zielgruppe besteht darüber hinaus die Möglichkeit kulturelle Events zu veranstalten, politische Diskussionsveranstaltungen und vieles mehr. In Betrieben mit vielen MA gelingt es oft, Beschäftigte in die Betriebsrats- arbeit einzubinden, die dem BR/der PV bereits aufgeschlossen gegenü­ berstehen. In jedem Betrieb gibt es Personen, die positive Erfahrungen mit dem Betriebsrat gemacht haben oder jemanden aus dem Team persönlich kennen. Sie können die Betriebsräte/­innen unterstützen, indem sie ihnen Informationen über die Stimmung unter den Beschäftigten liefern und sie auf aktuelle Probleme hinweisen. Manche Leute lassen sich dafür gewin­ nen, konkrete Aufgaben zu übernehmen – wie Flugblätter verteilen oder einmal einen Bericht für die Zeitung schreiben. Sprechstunden Als Ergänzung für die Besuche am Arbeitsplatz sollte es regelmäßige Sprechstunden des BR/der PV geben, in denen vertrauliche Gespräche geführt werden können. Damit die MA diese Möglichkeit nutzen, muss immer dafür geworben werden – zum Beispiel bei Betriebsversammlungen aber auch in Aussendungen oder in der Betriebszeitung. Die Sprechstunde selbst muss zeitlich so angelegt sein, dass die Beson­ derheiten des jeweiligen Betriebs berücksichtigt werden. Der Ort für die Sprechstunde wird so gewählt, dass er für die Beschäftigten gut erreichbar ist. Bei sehr großen Unternehmen bleibt oft nur, die Sprechstunden dezent­ ral an mehreren Orten abzuhalten. Der Raum selbst muss für die Beschäf­ tigten einladend wirken. Infofolder und Broschüren liegen während der Sprechstunde idealerweise immer parat. Es macht keinen guten Eindruck, wenn der Betriebsrat/die Betriebsrätin sie erst unter Stößen von anderen Papieren hervor kramen muss. 10
  11. 11. Bei der Betreuung besonders gefordert sind Betriebsräte/­innen von Leih- Sonderfall: arbeitsfirmen und anderen Bereichen, wo die Beschäftigten auf viele viele Standorte Standorte verstreut sind. Ihnen bleibt keine andere Wahl als den Großteil der Kommunikation mit der Belegschaft schriftlich zu gestalten. Trotzdem sollte auch da für die Beschäftigten die Möglichkeit bestehen, Kontakt mit dem Betriebsrat/der Betriebsrätin aufzunehmen und ein persönliches Ge­ spräch zu vereinbaren. Dort, wo die Beschäftigten ihre Vertreter/­innen nicht oder kaum persönlich kennen, ist es besonders wichtig sich in den schriftlichen Medien immer mit Foto und Kontaktmöglichkeit (Telefon und E­Mail) zu präsentieren. Ein unverzichtbares Mittel und der Klassiker der mündlichen Kommuni­ Betriebs­ kation ist die Betriebsversammlung. Betriebsversammlungen sind keine versammlungen langweilige Pflicht oder Veranstaltungen, die nur in Krisenzeiten stattfin­ den und der Übermittlung von Hiobsbotschaften dienen. Betriebsversamm­ lungen können auch informativ sein und Spaß machen. Es lohnt sich, jedes mal von Neuem ausführlich über ihre Gestaltung nachzudenken. Die Nachdenkarbeit beginnt bei der rechtzeitigen Einladung, die eine in­ teressante Veranstaltung verspricht. Nicht besonders ansprechend klingt eine Einladung, die als Tagesordnung ausschließlich Punkte enthält wie Bericht des BR, Bericht der Geschäftsführung, Aktuelles, Verschiedenes, etc. Wichtige Themen, die bei der Betriebsversammlung diskutiert werden sollen, können schon in die Einladung eingebaut werden. Weitere Tipps zur Gestaltung der Einladung finden sich im Abschnitt „Medien selbst gestal­ ten“ S. . Eine Betriebsversammlung die den BR/die PV als Team präsentiert, wirkt Betriebsrat als wesentlich sympathischer, und ansprechender als eine einstündige One­ Team präsentieren Man­ oder One­Woman­Show des/der Vorsitzenden. Der Einsatz von Multi-Media für Präsentationen gleich welcher Art ist Präsentationsmedien heute überall Standard. Dazu gehört bei großen Veranstaltungen z. B. eine einsetzen Powerpointpräsentation, die die wichtigsten Informationen im Design des BR/der PV visualisiert. Bestimmte Themen lassen sich vielleicht auch durch ein kurzes Video besonders gut darstellen, das am Arbeitsplatz aufgenom­ men wurde. Der Fantasie sind hier keine Grenzen gesetzt. Einen Experten/eine Expertin zur Versammlung einzuladen, kann einen Experten/­innen und neuen Blickwinkel auf ein bestimmtes Thema eröffnen. Eine Diskussions­ Diskussionsrunden runde mit betroffenen MA, die zu einem umstrittenen Thema mit je einem Vertreter/einer Vertreterin der Arbeitgeberseite und des BR/der PV dis­ kutieren, lockert die Veranstaltung auf und macht die Beschäftigten zu Beteiligten. Detaillierte Informationen zu den rechtlichen Rahmenbedingungen einer Betriebsversammlung gibt das Skriptum „Sitzungen und Versammlungen der Belegschaftsvertretungen“ – PGA . Mehr Infos zum Thema Gesprächs­ führung, Reden verfassen etc. finden sich im Skriptum „Sprechen – frei sprechen“ – SK 1. Beide können unter www.voegb.at/skripten herunter geladen werden. Rundschreiben Jeder Betriebsrat und jede Betriebsrätin hat wohl schon ein Schreiben an die Informationsschreiben Beschäftigten verfasst, das per Post, E­Mail oder händisch an die Beschäf­ des BR/der PV tigten verteilt wurde. Rundschreiben gehören zu den einfachsten Mitteln der schriftlichen Kommunikation im Betrieb. Trotzdem sollte jedes einzelne gut durchdacht und Teil eines Gesamtkonzeptes sein. 11
  12. 12. Anmerkungen Mit einem Rundschreiben kann man rasch auf aktuelle Ereignisse reagieren, einen Erfolg vermitteln oder zu einer Betriebsversamm- lung einladen. Auch kleine Erfolge sind eine kurze Information an die Beschäftigten wert. Wenn man in regelmäßigen Abständen Informationsschreiben an die Be­ schäftigten schickt, vermittelt man ihnen, dass man sie über die Vorgänge im Unternehmen am Laufenden halten möchte und schafft Vertrauen. Einfache Infobriefe sind vor allem dann geeignet, wenn Zeit und Geld knapp sind, oder auch in Klein­ und Mittelbetrieben, wo sich aufwändige Medien – wie etwa eine eigene Zeitung – nicht lohnen. Selbst dort, wo ein Großteil der Kommunikation mit den MA mündlich passiert, ist es in bestimmten Fällen notwendig schriftlich zu informieren. Vor allem Zahlen, Termine und komplexe Informationen – wie etwa die Inhalte einer neuen Betriebsvereinbarung – verlangen in jedem Fall nach einer schriftlichen Nachricht an die Beschäftigten. Informationsschreiben des BR/der PV lassen sich gut auch per E­Mail verschicken. Beachten muss man dabei, dass auch Mitarbeiter/­innen ohne Internetzugang alle Infor­ mationen erhalten. Kontaktdaten immer Informationsschreiben sollten wie Geschäftsbriefe von Firmen einen Brief- mitschicken kopf mit dem Logo des BR haben. So ist garantiert, dass die Leser/­innen auf den ersten Blick einordnen können, von wem die Nachricht stammt. Sie sollten außerdem eine Kontaktmöglichkeit (Telefonnummer, E­Mail­ Adresse und wenn vorhanden Internetadresse) enthalten. Auch wenn das Schreiben so klar formuliert ist, dass keine Fragen offen bleiben und man sicher ist, dass alle Leser/­innen die Kontaktdaten kennen, wirkt es profes­ sionell und kompetent, wenn diese wichtigen Informationen immer wieder enthalten sind. Am besten ist es, sie gleich in den Briefkopf zu integrieren. Hat man den Briefkopf einmal gestaltet, kann man ihn bei weiteren Aus­ sendungen arbeitssparend einfach wieder verwenden. Auch Informations­ E­Mails sollten im Übrigen immer gleich aufgebaut sein: schon im Betreff muss erkennbar sein, dass die Nachricht vom BR stammt. Eine elektro­ nische Visitenkarte lässt sich in allen E­Mail­Programmen leicht erstellen und mitschicken. Da die meisten Menschen wenig Zeit mit dem Lesen von Nachrichten verbringen, müssen diese kurz und gut verständlich aufbreitet sein. Ist es notwendig ausführliche Informationen mitzuschicken – etwa die neue Be­ triebsvereinbarung im Volltext ­, dann sollte man eine kurze Zusammenfas­ sung voran stellen. (Ausführliche Tipps zum Thema Texten und Gestaltung gibt es im Abschnitt „Medien selbst gestalten“ S. .) Flugblatt Flugblätter Fast genauso schnell wie ein Rundbrief lässt sich ein Flugblatt erstellen. Flugblätter ermöglichen es, rasch eine große Personengruppe zu erreichen und deren Aufmerksamkeit zu wecken. Unterschied Flugblatt – Rundschreiben l Im Unterschied zum einfachen Infobrief stellt ein Flugblatt höhere An­ sprüche an die Layouter/­innen. Die Herstellung nimmt daher mehr Zeit in Anspruch. l Rundschreiben gehen in der Regel als Brief oder Mail an alle Beschäf­ tigten des Unternehmens. Flugblätter dagegen werden gezielt verteilt, hängen am Schwarzen Brett und liegen an strategisch wichtigen Stellen auf. 1
  13. 13. Anmerkungen Bevor man beginnt den Text für das Flugblatt zu verfassen, sollte man sich selbst folgende grundlegende Fragen stellen: l Welche Zielgruppe soll erreicht werden? l Welche Botschaft soll das Infoblatt vermitteln? l Welche Handlungen soll die angesprochene Zielgruppe setzen? Denn: Mit einem verteilten Flugblatt lässt sich nur eine Botschaft vermitteln und nur auch nur eine Zielgruppe erreichen. Das heißt: Ein Flugblatt darf nicht mit Inhalt überfrachtet werden. Zudem müssen Inhalt und Gestaltung des Flugblatts auf die Zielgruppe und die vermittelte Botschaft ausgerichtet werden. Menschen, die in ihrer Freizeit kaum lesen, werden nur wenig Begeisterung für klein gedruckte Textmas­ sen aufbringen. Und die Einladung zu einer Betriebsversammlung soll­ te anders gestaltet sein als die zu einem Faschingsfest. Unabhängig vom jeweiligen Inhalt sollten die Flugblätter – wie jedes andere Printprodukt – auch zum Erscheinungsbild (Corporate Design) des Betriebsrats passen. Hilfreich für die Erstellung eines Flugblatts kann die so genannte AIDA- AIDA­Regel Regel sein, die übrigens auch auf alle anderen PR­Maßnahmen anwendbar ist. Die Abkürzung AIDA steht für Attention (Aufmerksamkeit), Interest (Interesse), Desire (Wunsch) und Action (Handlung). Aufmerksamkeit Damit ein Flugblatt Erfolg hat, muss es zunächst auffallen. Aufmerksamkeit wird in erster Linie durch die optische Gestaltung erreicht, aber auch durch eine besonders interessante Überschrift. Um nicht über das Ziel hinaus zu schießen, ist es wichtig, nur einen Blickfang pro Flugblatt zu verwenden: nur eine Schlagzeile, eine auffällige Grafik oder ein Bild. Ein Flugblatt mit vielen bunten und hervorstechenden Elementen wirkt unübersichtlich und abschreckend. Interesse Ist die Aufmerksamkeit erst einmal geweckt, muss der Inhalt so aufbereitet sein, dass die Leser und Leserinnen zum Weiterlesen angeregt werden. Ihr Interesse muss geweckt werden. Sie sollen das Flugblatt ja nicht nach dem ersten Blick weglegen. Der Inhalt darf daher nicht in einen weitschweifigen Bericht verpackt sein, sondern muss kurz und prägnant zusammengefasst sein. Die Sprache, in der der Text verfasst ist, muss die der Zielgruppe sein. Wunsch Nun ist es aber immer noch nicht genug, wenn die Nachricht zu Ende gele­ sen wird. Die Leser/­innen sollen auch Lust bekommen mitzumachen, bei der Betriebsversammlung, dem Kegelturnier oder der gewerkschaftlichen Aktion. Handlung Damit der Wunsch zum Mitmachen auch in die Tat umgesetzt werden kann, ist es nötig, dass alle wichtigen Informationen – quasi die Handlungs­ anleitung – im Flugblatt enthalten sind. Die Leser/­innen werden Schritt für Schritt zur Handlung hingeführt. Ein konkretes Beispiel dazu: Der neu gewählte Betriebsrat der Firma Beispiel MusterAG möchte die MA zur Betriebsversammlung einladen. Er gestaltet daher folgendes Flugblatt, das in der Früh vor Arbeitsbeginn an die Be­ schäftigten verteilt werden soll. 1
  14. 14. Anmerkungen Quelle: Lucia Bauer, Foto: Christina Häusler Ziel der Flugblattaktion: Möglichst viele Beschäftigte sollen zur Betriebs­ versammlung kommen und so ihre Vertreter/­innen näher kennen lernen. 1. Die Aufmerksamkeit der Zielgruppe wird durch das Foto und die Über­ schrift „Betriebsversammlung“ geweckt. Das Logo des BR ist an deutlich sichtbarer Stelle eingebaut und garantiert, dass sofort klar ist von wem die Information stammt. . Um die Beschäftigten für den Inhalt des Flugblatts zu interessieren, muss gleich klar sein, worum es bei der Betriebsversammlung gehen soll. Die Aufzählung der drei Tagesordnungspunkte gibt einen ersten Eindruck. Eine nette Geste ist das versprochene „Begrüßungszuckerl“ des neuen Teams. . Schließlich soll bei den Lesern/­innen der Wunsch geweckt werden, die neuen Betriebsräte/­innen persönlich zu treffen. Daher geben die Sprechblasen schon ein bisschen etwas darüber Preis, was die drei bei der Betriebsversammlung zur Diskussion stellen werden. . Handlungsanleitung: Wer nun Lust bekommen hat, in die Diskussion einzusteigen, findet alle notwendigen Informationen, um auch tatsäch­ lich zur Versammlung zu gehen. 1
  15. 15. Betriebszeitung Betriebs(rats)zeitungen sollten mindestens viermal im Jahr erschei- Definition nen, mindestens 4 Seiten haben und schwerpunktmäßig über das Geschehen im Betrieb informieren. Wegen der längeren Vorlaufzeit kann eine Betriebszeitung nicht so aktuell informieren wie ein Flugblatt oder ein Rundschreiben. In der Betriebszei­ tung ist dafür ausreichend Platz für Hintergrundinformationen und detail­ lierte Berichterstattung. Unter dem Begriff Betriebszeitung wird hier ein vierseitiges Faltblatt ge­ nauso verstanden wie eine 0­seitige Hochglanzbroschüre, die eigentlich eher einem Magazin/einer Zeitschrift entspricht. Organisatorisches Da eine professionell gestaltete Zeitung viel Arbeit macht, ist auch hier Erste Schritte Teamarbeit unumgänglich. Ist erst mal die Entscheidung gefallen, eine eigene Zeitung heraus zu geben, sollte daher zuerst das zukünftige Redak­ tionsteam zusammen getrommelt werden. Die erste Aufgabe der Redaktion ist es, Ziele, Auflage, Frequenz und Umfang des neuen Mediums festzule- gen. Dann wird eine grundsätzliche Aufgabenteilung vorgenommen. Es ist auf jeden Fall ratsam, bei dieser Gelegenheit auch zu überlegen, was andere Kollegen/­innen, die (noch) nicht Mitglieder des Redaktionsteams sind, beitragen könnten und diese bei Interesse als „freie Mitarbeiter/­innen“ der Redaktion zu engagieren. Fast überall gibt es nämlich Menschen, die gerne schreiben und/oder fotografieren und so wichtige Beiträge für die Zeitung liefern können. Hat sich das Team der Zeitungsmacher/­innen einmal formiert, muss ein Zeitplan erstellt werden. Beim Erstellen des Zeitplans nimmt man den geplanten Erscheinungszeitpunkt als Ausgangspunkt und rechnet dann rückwärts. Ein Zeitplan könnte zum Beispiel so aussehen: Wann? Was? Wochen vor Erscheinen Erste Redaktionssitzung: der Zeitung Festlegen und Aufteilen der Themen Wochen bis Recherchieren und Schreiben Wochen vorher von Artikeln Redaktionsschluss/ Zweite Redaktionssitzung: Wochen vorher Besprechen der gesammelten Artikel, Erstellen eines Satzspiegels, Feststellen, was noch fehlt. Wochen vorher Layouten bis Drucktermin Dritte Redaktionssitzung: 1 Woche vor Drucktermin Endkontrolle Bei der ersten Ausgabe sollte man jedenfalls den Zeitrahmen großzügiger setzen, da viele Dinge mit zunehmender Routine schneller gehen. Der Zeit­ plan wird außerdem auch davon abhängen, welchen Umfang die Zeitung hat, wie viele Leute an ihr arbeiten und wie und wo sie gedruckt wird. Arbeitsaufwand abschätzen Sehr oft wird der Arbeitsaufwand für eine Zeitung am Anfang viel zu niedrig eingeschätzt und die Erwartungen zu hoch geschraubt. Die Folge 1
  16. 16. Anmerkungen ist, dass viele Betriebszeitungsprojekte mit sehr viel Elan begonnen werden und dann wieder einschlafen. Ist man sich noch nicht sicher, wie viel Zeit das Gestalten der Zeitung wirklich in Anspruch nehmen wird, sollte man lieber klein anfangen. Ein Vierseiter, der im Dreimonatsabstand erscheint, ist oft ein guter Anfang. Im Zweifelsfall geht Qualität vor Quantität. Finanzielle Ressourcen prüfen Ein wichtiges Kriterium bei der Entscheidung, in welchem Umfang und welcher Frequenz die Betriebszeitung in Zukunft erscheinen soll, ist das verfügbare Budget. Wenn das Geld knapp ist und niemand aus dem Team sich vorstellen kann, das Zeitungsbudget durch Inserate aufzufetten, gibt es einen weiteren Grund zunächst mit weniger Seiten zu starten. Es spricht auch nichts dagegen, die Zeitung zu Beginn schwarz­weiß zu machen und vielleicht am eigenen Kopierer zu vervielfältigen. Das Projekt später aus­ zubauen, ist immer möglich. Eine farbige Hochglanzbroschüre muss nicht unbedingt die bessere Zeitung sein als ein schlichter schwarz­weißer Vier­ seiter. Beide können optisch ansprechend gestaltet sein, spannende Artikel enthalten und daher gern gelesen werden. Beide können aber auch unüber­ sichtlich und inhaltlich wenig aufregend wirken. Folgende Beispiele illustrieren die breite Palette der unterschiedlichen Be­ triebszeitungen und zeigen, dass der Erfolg einer Betriebszeitung nicht von der Seitenzahl, Höhe der Auflage oder der Zahl der Farbfotos abhängt, sondern von der Qualität der Inhalte. Die drei Beispielzeitungen sind völlig unterschiedlich, und werden doch alle drei von ihren Lesern/­innen glei­ chermaßen geschätzt. Beispiele Beispiel 1: „Die Blechtrommel“ ist die Zeitung des Angestellten­BR der VOEST. Sie er­ scheint viermal im Jahr, hat zwischen 1 und 1 Seiten und wird vierfarbig im Offset­Druck­Verfahren gedruckt. Eine der vier Ausgaben ist eine Faschings­ Sondernummer. Beispiel 2: Der „Flexworker“ ist die Zeitung des BR des gemeinnützigen Arbeitskräfte­ überlassers Flexwork. Auch der „Flex­ worker“ erscheint viermal jährlich, hat aber nur vier Seiten und wird auf einem Farblaserdrucker vervielfältigt. 1
  17. 17. Beispiel 3: Anmerkungen Dass sich eine Betriebszeitung auch noch einfacher – ganz ohne Farbdrucker erstellen lässt, zeigt die Zeitung des BR von Technoglas „Im Scheinwerfer“. Die­ se Zeitung besteht nur aus einem gefal­ teten A­Blatt, das am ganz normalen Kopierer vervielfältigt wird. Das kleine handliche A­Format ermöglicht es, dass die Zeitung mit dem Lohnzettel gemein­ sam an die Beschäftigten verteilt wird. Gute Betriebszeitungen Was eine Betriebs­ zeitung ausmacht l signalisieren: Der BR/die PV ist präsent. l bieten ein Forum für die MA. l informieren über wichtige betriebliche Ereignisse. l beantworten wichtige Fragen der Beschäftigten: „Was wurde gefordert?“, „Was wurde erreicht?“ und „Wo ist mit Widerstand zu rechnen?“ l haben ein eigenständiges Profil. l bieten exklusive Informationen. l sind von praktischem Nutzen für die Beschäftigten l bereiten gewerkschaftliche Standpunkte auf und stellen sie zur Dis­ kussion. l und nicht zuletzt: unterhalten die Leser/-innen auch. Mögliche Inhalte – Auswahl Inhalte l Arbeitsbedingungen, Arbeitszeit, Einkommen, Umwelt und Gesundheit am Arbeitsplatz l Geburten/Pensionen, Ehrung von MA, Vorstellung neuer MA, etc. l Vorhaben, Aktivitäten, Erfolge (und Misserfolge) der betrieblichen Inter­ essenvertretung l Neue Kampagnen/akuelle Themen aus der Gewerkschaft l Politik aus der Sicht der Arbeitnehmer/­innen l Kultur – Betriebliche Veranstaltungen – Termine l Feste Rubriken: z. B. Seiten für Jugendliche, ältere Menschen, Frauen etc. einführen. l Unterhaltung – Rätsel, Leser/­innenecke, Flohmarkt, Tauschbörse, Wett­ bewerbe für Kinder, Reiseberichte, ... l Service l Und vieles mehr! Gestaltung Wie alle schriftlichen Medien muss auch die Betriebszeitung ins äußere Layout von Erscheinungsbild des BR/der PV (das Corporate Design) passen. Idealer­ Betriebszeitungen weise erkennen die Beschäftigen die Zeitung so gleich auf den ersten Blick als dessen Medium. 1
  18. 18. Anmerkungen Ist erst einmal festgelegt, was die Betriebszeitung an Themen enthalten soll, kann man daran gehen, einen ersten Entwurf zu erstellen. Dafür sollte man sich ruhig Zeit nehmen und das gesamte Redaktionsteam einbeziehen. Zunächst sammelt das Redaktionsteam gemeinsam Ideen und erstellt ein Konzept. Dann wird der Layouter/die Layouterin beauftragt anhand des Konzepts einen ersten Vorschlag zu erstellen. Dieser wird dem Team vor­ gelegt und bei Bedarf überarbeitet. Ist einmal ein Grundlayout für die Zeitung gefunden, sollte dieses strikt beibehalten werden. Tageszeitungen und Magazine ändern ihr Layout oft jahrelang nicht und dann auch nur sehr vorsichtig, um nicht ihre Leser/­ innen abzuschrecken oder zu verwirren. Bei der Erstellung des Grundlayouts sollte festgelegt werden: l Logo und Zeitungskopf l Anzahl der Spalten und Anzahl der Zeichen pro Seite und Spalte (Bei A­Format sind übrigens drei Spalten ideal. Zwei Spalten werden leicht zu breit, vier Spalten zu schmal.) l Kopf und Fußzeile l Schriftart und Schriftgröße für Fließtext, Überschriften und Unterüber­ schriften l Kästen für Rubriken, Kommentare etc., die in jeder Ausgabe vorgesehen sind l Impressum l Inhaltsverzeichnis Folgendes Beispiel zeigt zwei Seiten aus dem Erstentwurf einer dreispal­ tigen Betriebszeitung mit Logo, Zeitungskopf, Überschriften und Rubriken­ kästen. 18
  19. 19. Anmerkungen Quelle: Lucia Bauer Das Grundlayout dient als Raster für die Gestaltung aller weiteren Aus- gaben der Zeitung. Je nach Platzierung ihres Artikels erhalten Autoren/ ­innen genaue Vorgaben wie viele Wörter und Zeichen ihre Artikel umfas­ sen dürfen. Sind die Artikel dann trotzdem zu lang, muss gekürzt werden, um den Layoutern/­innen die Arbeit zu erleichtern und das Grundraster der Zeitung einzuhalten. (Weitere Tipps zum Thema Gestaltung gibt es im Abschnitt „Medien selbst gestalten“, S. .) Mehr Infos darüber, wie man am besten die eigene Zeitung gestaltet, gibt das Skriptum „Betriebszeitung“ – PGA – downloadbar unter www.voegb.at/skripten Schwarzes Brett Schwarze Bretter gibt es fast in jedem Betrieb. Meistens sind sie an Stel­ Schwarzes Brett len angebracht, an denen die Beschäftigten täglich vorbei gehen. Den­ noch fristen sie oft ein Mauerblümchendasein, denn sie werden schlecht oder gar nicht gewartet. Weil das BR­Team eine tolle Betriebszeitung her­ ausbringt, vielleicht sogar mit einer Website brilliert, wird das nahe liegen­ de, die Pinnwand des BR/der PV, völlig vergessen. Wenn sie gut betreut werden, können schwarze oder grüne oder weiße Wandzeitung Bretter jedoch ein hervorragendes Medium darstellen, das von den MA gerne gelesen wird. Am Einfachsten ist es, sich das schwarze Brett als eine Wandzei- tung vorzustellen und dann die gleichen Gestaltungsregeln anzu- wenden, die auch für „normale“ Zeitungen gelten. 19
  20. 20. Anmerkungen Das Infobrett sollte nicht mit Informationen überladen sein und übersicht­ lich aussehen. Kleingedruckte Textwüsten hängt man lieber nicht auf. Da­ für werden Bilder und Comics gerne angeschaut. Auf dem Infobord unverzichtbar sind: l Kontaktdaten der BR­/PV­Mitglieder l Zeiten für Sprechstunden l Aktuelle Termine l Internetadresse des BR/der PV (wenn vorhanden) l aktuelle Flugblätter l Informationen der Gewerkschaft l eventuell „Kleinanzeigen der Beschäftigten“ l Protokolle von BR­Sitzungen l etc. Verbesserung Um ein bisher vernachlässigtes Infobord ein bisschen aufzupeppen, emp­ des Infobords fiehlt es sich, mit einer Bestandsaufnahme zu beginnen: z. B. mit der Di­ gitalkamera ein paar Fotos machen und dann das schwarze Brett bei der nächsten Sitzung thematisieren. Wie bei allen wichtigen Aufgaben muss in der Folge auch für die Betreuung des Infobords eine zuständige Person betraut werden. Ideal ist ein Brett, das mindestens ein mal zwei Meter groß ist und genug Platz für die Informationsvielfalt bietet. Das Info­Brett des BR/der PV sollte von diesem allein genutzt werden, und nicht mit der Geschäftsführung ge­ teilt werden. Lässt sich das nicht vermeiden, muss zumindest für eine klare Trennung – z. B. durch einen dicken Strich in der Mitte – gesorgt werden. Geeigneten Ort finden Der Standort für das schwarze Brett sollte so gewählt werden, dass mög­ lichst viele Beschäftigte häufig vorbeikommen und auch die Chance haben, davor stehen zu bleiben. Plätze, an denen es oft zu Gedränge kommt, eig­ nen sich daher nicht. Homepage Betriebsratswebsites Seit einigen Jahren aus der betriebsrätlichen Öffentlichkeitsarbeit nicht mehr wegzudenken sind BR­Websites. Vorausgesetzt es passen die Rahmenbedingungen, kann eine BR­Homepage ein hervorragendes und kostengünstiges Medium sein, das die Kollegen/ ­innen täglich über Neuigkeiten am Laufenden hält. Aber Vorsicht: Nur wenn die Mehrheit der Beschäftigten am Arbeitsplatz Zugang zum Internet hat, lohnt sich der Aufwand für eine eigene Seite im Internet. Ideal ist eine Website sicher überall dort, wo die Beschäftigten mehrheitlich am PC arbei­ ten. In vielen anderen Arbeitsumgebungen, etwa im Produktions-, Pflege- und Reinigungsbereich, können die Beschäftigten nur in der Freizeit auf der Betriebsratsseite surfen und werden das daher wesentlich seltener tun. Erfolgskriterien für Internetprojekte l Aktualität Websites müssen Das wichtigste Kriterium für den Erfolg der Website ist Aktualität. Eine aktuell sein Website ist ein sehr kurzlebiges Medium, das davon lebt, dass sich min­ destens alle zwei bis drei Tage etwas Neues auf der Seite tut. Bevor man das Internetprojekt startet, muss daher die Ressourcen­Frage geklärt wer­ den: Gibt es mindestens zwei Personen im Betriebsratsteam, die über das notwendige Zeitbudget verfügen und sich regelmäßig um die Seite küm­ mern möchten/können? Ist nur eine Person verantwortlich, besteht die Gefahr, dass im Krankheitsfall und in der Urlaubszeit die Website nicht regelmäßig aktualisiert wird. Das hat zur Folge, dass die Leser/­innen 0
  21. 21. sehr schnell das Interesse verlieren. Erfahrungsgemäß kehren Surfer/­ Anmerkungen innen, die einmal eine Website als unaktuell und daher nicht interessant eingestuft haben, nicht mehr dorthin zurück. Tipp: Linksammlungen Auch Links müssen regelmäßig gewartet werden. Sind die Zeitressour­ cen begrenzt, sollte man daher auf umfangreiche Linksammlungen ver­ zichten. Nicht funktionierende Links frustrieren die Besucher/­innen und vertreiben sie letztlich. l Aufbau Eine Website muss selbsterklärend sein. Die Besucher/­innen sollten Ein logischer Aufbau sich auf den ersten Blick einen Überblick über die Navigation verschaf­ ist Pflicht fen können und verstehen, was mit den einzelnen Navigationspunkten gemeint ist. Während die Leser/­innen von Link zu Link klicken, muss ihnen immer klar sein, wo sie sich gerade befinden. Ist die Zielgruppe eher internetunerfahren, kommt dem logischen und einfachen Aufbau der Seite eine besonders hohe Bedeutung zu. Als Faustregel gilt: m Die Hauptnavigation sollte oben oder links stehen, m nicht mehr als Navigationspunkte umfassen, m und eindeutige Benennungen haben. l Gestaltung Für die optische Gestaltung einer Website gilt, was auch für Printme­ In erster Linie lesbar dien gilt: Oberstes Prinzip ist die Lesbarkeit. Außerdem sollte auch die Website – um professionell zu wirken – Elemente aus dem Corporate Design des Betriebsrats/der Personalvertretung enthalten. (Weitere Tipps zum Thema Gestaltung gibt es im Abschnitt „Medien selbst gestalten“, S. .) l Inhalte Websites sollten wie alle Medien des BR/der PV vor allem betriebliche Betriebliche Themen Themen enthalten. interessieren Unbedingt zu finden sein sollte auf einer BR-/PV-Hompage: m Kontaktdaten und Fotos der einzelnen BR­/PV­Mitglieder m Termine des BR/der PV m Protokolle von Sitzungen und Versammlungen m Neuigkeiten aus dem BR/der PV m Neuigkeiten aus ÖGB und Gewerkschaften (mit weiterführenden Links) Weitere Inhalte könnten sein: m Fotos von Betriebsausflügen und anderen Events m MA­Briefe m Kleinanzeigen von MA m Die BR­/PV­Zeitung als Download m Informationen zum Kollektivvertrag m Lohntabellen m und vieles mehr. Da Internetseiten öffentlich zugänglich sind, kann es notwendig werden, heikle Themen mit einem Passwort zu schützen. Tipp: Interaktives auf der Betriebsratsseite Das Medium Internet ermöglicht es, auf der Website nicht nur statische, Forum, Gästebuch, sondern auch interaktive Elemente unterzubringen. Ein gut frequentiertes Chat, Besucher­Zähler Forum oder Gästebuch kann eine gute Werbung für die Website sein. Aber und Co. Vorsicht: Nur die wenigsten Foren sind wirklich gut besucht und ein Fo­ rum in dem der letzte Eintrag drei Monate zurück liegt und überdies vom eigenen Redakteur/der Redakteurin ist, wirkt nicht sehr ansprechend. Das 1
  22. 22. Anmerkungen gleiche gilt für Chat­Möglichkeiten. Wenn niemand chattet, ist es besser di­ ese Möglichkeit gleich wegzulassen. Ganz abzuraten ist von automatischen Zählern, die die Zahl der Besucher/­innen angeben. Mitgeteilt zu bekom­ men, dass man einem elitären Kreis angehört und der/die 1., 99. oder 1. Besucher/­in ist, wirkt eher unprofessionell. Erste Schritte zur eigenen Website Themen und Aufbau Ist einmal die Entscheidung gefallen eine eigene BR­Website zu erstellen, sollte ähnlich wie bei der Betriebsratszeitung vorgegangen werden: Das gesamte Team wird zusammen gerufen und gemeinsam die ersten Über­ legungen angestellt. Zunächst wird eine Sammlung von Inhalten erstellt, die die Website enthalten soll. In einem nächsten Schritt müssen die Inhalte gegliedert und die Punkte, für die Haupt­ und die Subnavigation festgelegt und benannt werden. Eine geeignete Form, das zu tun, ist ein Mindmap – direkt am PC oder auf einem Flipchart erstellt. So lassen sich nicht nur die Inhalte, sondern auch die Ebenen darstellen. Die erste Ebene wird die Hauptnavigation, die zweite die Subnavigation. Die Reihung der einzelnen Punkte erfolgt nach Wichtigkeit. Das gemeinsam erstellte Mindmap bildet dann die Basis für die Produktion der Website. Hier ein Entwurf auf Flipchart und eine mögliche Umsetzung für dieses Konzept. Quelle: Lucia Bauer
  23. 23. Tipp: Umsetzungsmöglichkeit: ÖGB-Netzwerke Für Betriebsräte/­innen und Personalvertreter/­innen bietet der ÖGB ÖGB­Netzwerke einen Website­Baukasten an. Wie dieser Baukasten funktioniert, lernen In­ teressierte am besten in einem Website­Seminar des VÖGB. Näheres dazu unter http://netzwerke.oegb.at und http://www.voegb.at/seminare Intranet Die meisten größeren Unternehmen bieten ihren MA zur Information ein Internet oder Intranet firmeneigenes Intranet an. Sehr oft besteht in diesem Fall für den BR die Möglichkeit die eigene Seite ins Firmennetz zu stellen. Das hat wesentliche Vorteile: die Ressourcen (Webspace, und Redaktionssystem) stellt die Firma zur Verfügung, Design und Aufbau sind meist festgelegt und das Redak­ tionsteam braucht sich nur über die Inhalte Gedanken machen. Das spart Zeit und Geld. Dazu kommt, dass die MA meistens das Firmenintranet automatisch als Startseite ihres Browsers eingestellt haben und Unbefugte von außen auf das Firmennetzwerk nicht zugreifen können. Nachteile einer Seite im Intranet der Firma sind die mangelnde Flexibilität bei der Gestal­ tung der Seite und die Tatsache, dass die Firmenleitung unter Umständen mitentscheidet, welche Inhalte online gehen. Ob nun das firmeneigene Netzwerk (so vorhanden) genutzt werden kann, hängt von vielen Faktoren ab, die alle gemeinsam besprochen werden soll­ ten: den zeitlichen und finanziellen Ressourcen, dem Verhältnis zur Fir­ menleitung etc. Diskussionsgruppen Neben der Möglichkeit eine eigene Website zu erstellen, bietet das Internet Diskussionsgruppen eine ganze Reihe weiterer Kommunikationsmöglichkeiten an, die hier eben­ falls erwähnt werden sollen. Eine Möglichkeit der Online-Kommunikation sind Diskussiongruppen. Betriebsräte/­innen, die nicht den Aufwand für eine eigene Website be­ treiben können, aber trotzdem über das Internet kommunizieren wollen, Betriebsräte/­innen, die in Krisenzeiten eine Ergänzung zum Firmennetz­ werk suchen, bei der die Geschäftsleitung nicht mitlesen kann und nicht zuletzt Betriebsräte/­innen, die sich betriebsübergreifend austauschen wol­ len, können eine Diskussionsgruppe einrichten. Als technische Voraussetzung für die Teilnahme an einer Diskussionsgrup­ pe reicht die Möglichkeit, E­Mails senden und empfangen zu können. Es gibt private und öffentliche Listen, wobei auch bei der öffentlichen Form eine offene und geschlossene Variante existieren kann. Listen können au­ ßerdem moderiert oder unmoderiert sein. Der Hauptvorteil von Diskus­ sionslisten ist die Erreichbarkeit einer hohen Anzahl von Gleichgesinnten in einer relativ kurzen Zeitspanne. Diskussionsgruppen sind einfach einzu­ richten und bieten den Mitgliedern die Möglichkeit Dokumente und Bilder hoch zu laden und so rasch an die Gruppenmitglieder weiter zu geben. Die Anmeldung bei einer bestehenden Gruppe passiert meist durch ein E­Mail an eine bestimmte Adresse, z. B. xyz-subscribe@yahoogroups.de Ein Anbieter von kostenlosen Diskussionsgruppen ist z. B. Yahoo: http:// de.groups.yahoo.com
  24. 24. Anmerkungen Weblogs Weblogs sind eine kostengünstige Möglichkeit im Web die eigenen Inhalte zu platzieren. Sie sind chronologisch aufgebaut und lassen Kommentare der Leser/­innen zu. Dadurch kann ein starker Dialog entstehen, allerdings können Antworten auf diese „postings“ auch viel Arbeit machen. Neben fachlichen Weblogs von Firmen, Politiker/­innen etc. gibt es auch viele private „Blogger“, die ihr Tagebuch als Weblog ins Netz stellen. Zahlreiche Web­Anbieter stellen dafür gratis Webspace zur Verfügung. Weblogs sind gut für Arbeitnehmervertreter/­innen geeignet, die gerne schreiben und ihre Zielgruppen über das Web erreichen können. Besonders internetaffine Zielgruppen erreicht man auch mit Podcasts (Radio­Sendungen im Internet) und Vodcasts (Videos im Internet). E-Mail-Newsletter Newsletter Für Betriebe, deren MA viel Zeit am Computer verbringen und eine eigene E­Mail­Adresse haben, ist ein E­Mail­Newsletter ein ideales Medium, um alle MA rasch und aktuell zu informieren. Die einfachste Form einen Newsletter zu verschicken, ist es, regelmäßig ein einfaches Text­E­Mail an einen bestimmten Verteiler zu senden. Statt einem „nur­Text­Mail“ kann auch ein HTML­Mail im Design des BRs verschickt werden. Hier muss man aber damit rechnen, dass das E­Mail nicht in allen Mail­Boxen gleich angezeigt wird bzw. dass manche Empfänger/­innen überhaupt keine HTML­Mails zulassen. Die Zeitung oder andere Dateien als Anhänge zu verschicken, empfiehlt sich nur in Ausnahmesituationen an einen kleineren Personenkreis. Viele Mailboxen haben nur ein begrenztes Fassungsvermögen und gehen rasch über. Besser ist es in diesem Fall, ein E­ Mail zu senden, das z. B. auf eine neue Ausgabe der Zeitung hinweist und dazu einen Link, unter dem man die Zeitung herunter laden kann. Nur kurze Texte Die Texte, die per Newsletter versandt werden, sollten kurz und bündig verschicken sein und immer auf ein anders Medium verweisen. Lange und komplexe Texte eignen sich nicht für den Versand per Newsletter. Eine Möglichkeit, mit dem Newsletter Werbung für die BR­Zeitung zu machen, ist, die wichtigsten Themen herauszugreifen und jeweils in einer Schlagzeile und einem bis zwei aussagekräftigen Sätzen zusammen zu fassen. Dann wird auf den vollen Text verwiesen, der in der Zeitung nach­ zulesen ist. SMS Massen­SMS Die Handydichte in Österreich ist so groß wie nie zuvor. Vom Kleinkind bis zur älteren Person – fast alle Menschen haben ein Handy. Zudem gibt es immer mehr Anbieter, die es ermöglichen Massen­SMS zu versenden. Was liegt also näher als auch das Medium SMS für die Öffentlichkeitsarbeit des BR zu verwenden? BR und PV, die vorhaben Massen­SMS­Sendungen für ihre Kommunikation im Betrieb einzusetzen, sollten zunächst überlegen, welche Informationen sie per SMS versenden möchten. Wie alle Informationsmaßnahmen müssen auch die SMS Teil einer Gesamt­PR­Strategie sein. Nicht alle Betriebsratskörperschaften verfügen automatisch über die Han­ dynummern aller Beschäftigten und viele Menschen sind auch nicht sehr freigiebig mit ihrer Handynummer. Das SMS als Kommunikationsmedium eignet sich also in den meisten Fällen nur für kleinere Gruppen, etwa Akti­ visten/­innen, die dem BR nahe stehen und am Laufenden gehalten werden möchten und das BR­Team selbst.
  25. 25. Die Kürze von SMS­Nachrichten stellt übrigens Texter/­innen vor neue Anmerkungen Herausforderungen. Sie müssen noch genauer als bei allen anderen Medien überlegen, was die wichtigste Botschaft ist, die sie vermitteln möchten, da­ mit nichts Wichtiges verloren geht. . Welche Instrumente der Öffentlichkeitsarbeit gibt es? Nen­ nen Sie mindestens drei Instrumente und erklären Sie wie diese eingesetzt werden können? . Welche Vorteile hat schriftliche gegenüber mündlicher Kom­ munikation und umgekehrt? . Was sollten Betriebsräte/­innen und Personalvertreter/ ­innen beachten, wenn sie eine Betriebsratszeitung heraus geben möchten?
  26. 26. Medien selbst gestalten Handwerkszeug für Bevor man daran geht ein Öffentlichkeitsarbeitskonzept umzusetzen und die Öffentlichkeits­ Flugblätter, Zeitungen und Newsletter zu produzieren, ist es wichtig sich arbeit auch mit dem Handwerkszeug der schriftlichen Kommunikation auseinan­ der zu setzen: dem Texten und Gestalten von verschiedenen Medien. Die einzelnen Medien sollten dabei so gestaltet werden, dass sie in ein einheit­ liches Erscheinungsbild des Betriebsrats/der Personalvertretung passen, in das so genannte Corporate Design. Corporate Identity Unter Corporate Identity (CI) versteht man die „Persönlichkeit“ bzw. den „Charakter“ eines Unternehmens, eines Vereins oder auch der Betriebs­ ratskörperschaft. Das Konzept der CI basiert auf der Idee, dass diese wie Persönlichkeiten wahrgenommen werden und auch ähnlich wie solche handeln können. Die Identität einer Person ergibt sich für den Beobach­ ter/die Beobachterin normalerweise aus der Art und Weise zu sprechen, zu handeln und der optischen Erscheinung. Typischer Weise umfasst die CI daher Leitbild, Begrifflichkeiten, Handlungsrichtlinien, Namen, Logo, und alle weiteren Besonderheiten. Corporate Identity In der Theorie der Unternehmenskommunikation besteht die Corporate ist nicht gleich Identity aus den drei Unterbereichen: Corporate Design (CD), Corpo- Corporate Design rate Communication (CC) und Corporate Behavior (CB). Das Corporate Design, unter dem zunächst nur die visuelle Identität verstanden wur­ de, wird dabei zunehmend als der sinnlich wahrnehmbare Gesamtauftritt verstanden. Die Corporate Communication umfasst die gesamte Unter­ nehmens­ (oder in unserem Fall Betriebsrats­) Kommunikation nach in­ nen wie nach außen. Zum Corporate Behaviour gehört das Verhalten der Mitarbeiter/­innen bzw. Betriebsräte/­innen untereinander und gegenüber anderen. In der Praxis überschneiden sich diese Bereiche häufig. In der Umgangsprache wird – fälschlicher Weise – häufig von Cororate Identity gesprochen, wenn eigentlich nur das Corporate Design gemeint ist. Vereinfacht gesagt: Ziel der Umsetzung eines einheitlichen Erscheinungs­ bildes ist es, dass der BR/die PV als homogenes Ganzes wahrgenommen wird und die einzelnen Medien, Aktivitäten auf den ersten Blick dem BR/ der PV zugeordnet werden. Aber Achtung: Der Anspruch auf Einheitlich- keit der Kommunikationsmaßnahmen relativiert nicht die Notwendig- keit einer an unterschiedliche Zielgruppen angepasste Kommunikation. Umsetzungsbeispiel Hier das fiktive Corporate Design des Betriebsrats xyz. Zunächst wurde in Corporate Design Anlehnung an das Firmenlogo ein Betriebsratslogo entwickelt. Quelle: Lucia Bauer Dieses Logo findet sich dann leicht abgewandelt in allen Medien des BR wie­ der. Ausgeführt wurden für dieses Skriptum bereits die Zeitung (S. 18/19), die Website (S. ), die Betriebsratszeitung und das besondere Briefpapier Quelle: Artikel „Corporate Identity“. In: Wikipedia. Die Freie Enzyklopädie. Stand: . Mai 00 1. Uhr. Online im Internet: http:/ /de.wikipedia.org/wiki/Corporate_Identity
  27. 27. Anmerkungen Quelle: Lucia Bauer desselben Betriebsrats (siehe oben). Neben dem Logo kann das Corporate Design unter anderem eine bestimmte Schriftart, weitere fixe Gestaltungs­ elemente und Regeln, wie diese eingesetzt werden sollen sowie bestimmte Farben umfassen. Texten Betriebsräte/­innen und Personalvertreter/­innen, die schriftlich mit ihren Schreiben ist werben MA kommunizieren, müssen sich immer bewusst sein, dass jedes E­Mail, jedes Fax, jeder Brief, jeder Text, den sie verschicken, ein Bild des BR/der PV vermittelt. Dieses Bild kann sympathisch, modern und verständlich sein, aber auch bürokratisch, gespreizt und umständlich. Dabei liegen die Unterschiede oft im Detail: Die Wahl der passenden Wörter und ein ein­ facher Satzbau sind entscheidend für einen gelungenen Text. Grund genug, unseren alltäglichen Texten etwas mehr Aufmerksamkeit zu widmen.
  28. 28. Regeln Hier ein paar Regeln für verständliches Texten: l Das Wichtigste zuerst Die wichtigste Botschaft eines Textes sollte immer am Anfang stehen. So wissen die Leser/­innen immer sofort, worum es bei diesem Text geht, auch wenn sie – wie es sehr oft vorkommt – nicht bis zum Ende lesen. Journalisten/­innen schreiben daher oft in so, dass ihre Texte von hinten her kürzbar sind, ohne dass die wesentlichen Informationen verloren gehen. l Einfache Sprache verwenden Leser/­innen wissen es zu schätzen, wenn ein Text in einfacher, gut ver­ ständlicher Sprache verfasst ist. Schachtelsätze sollte man dabei genauso vermeiden wie Fach­ und Fremdwörter. l Nicht länger als nötig Besonders bei Texten, die die Leserinnen und Leser in erster Linie infor­ mieren und weniger unterhalten sollen, ist es wichtig, sich so kurz als möglich fassen. Natürlich müssen alle wesentlichen Informationen ent­ halten sein und es lässt sich nicht jede komplexe Angelegenheit auf ein paar Zeilen verkürzen. Ist es daher nötig über ein Thema ausführlicher zu schreiben, sollte man unbedingt ein kurze Zusammenfassung voran­ stellen und die Details dann anhängen. l Nicht „einfach drauflos schreiben“ Um ungeübten Schreibern/­innen die Scheu vor dem Texten zu neh­ men, hört man oft: „Schreib doch, wie du sprichst!“ Leider sprechen die meisten Menschen aber keine druckreifen Sätze, sondern schweifen ab, beginnen Sätze – nur um sie gleich wieder zu unterbrechen und etwas einzuschieben. Es ist also notwendig, die eigenen Gedanken zuerst zu ordnen und auszuformulieren, bevor sie abgedruckt werden können. Tipps zum Korrektur Lesen: Korrektur lesen l Eine gute Kontrolle für die Lesbarkeit der eigenen Produkte ist es, je- mand „Außenstehenden“ gegen lesen zu lassen. Nur so bekommt man die Gewissheit, dass auch andere verstehen, was einem selbst sonnenklar ist. Auch was Tipp­ und Rechtschreibfehler betrifft, passiert es selbst ge­ übten Textern/­innen immer wieder, dass sie etwas übersehen. l Sehr oft stolpert man auch über holprige Formulierungen und Fehler, wenn man sich einen Text selbst laut vorliest. l Zum Korrektur Lesen macht es übrigens immer Sinn, einen Text auszu- drucken, da man am Bildschirm viel eher Fehler übersieht. Zielgruppe und Medium berücksichtigen Texten für die Wichtig ist, wie in allen Bereichen der Kommunikation, dass man auch die Zielgruppe Texte an die Zielgruppe anpasst. Jugendliche wollen anders angesprochen werden als ältere Menschen, Bauarbeiter/­innen haben womöglich andere Lesegewohnheiten und Ausdrucksweisen als die Angestellten eines IT­Un­ ternehmens. Jedes Unternehmen hat darüber hinaus seine eigenen „Fach­ begriffe“ und sprachlichen Besonderheiten, auf die Rücksicht genommen werden muss. 8
  29. 29. Anmerkungen Folgende Fragen sollte man sich stellen, bevor man beginnt den Text zu schreiben: l An wen richtet sich der Text? Warum gerade an sie/ihn? l In welcher Situation ist meine Zielgruppe (bezogen auf mein Anliegen)? l Kann ich ihr Interesse voraussetzen oder muss ich es erst we- cken? l Welche Informationen sind für meine Zielgruppe nützlich, wel- che überflüssig? l Kann ich/die BR-Körperschaft tatsächlich halten, was ich in meinem Rundschreiben/meinem Flugblatt etc. verspreche? Sind zum Beispiel ausreichend Ressourcen für eine Nachbetreuung vorhanden? Weiters sollte man sich im Klaren sein, in welchem Medium dieser Text Medium bedenken erscheinen soll. Der Artikel aus der Betriebsratszeitung muss fürs Internet womöglich noch einmal gekürzt werden. Es gibt auch die Möglichkeit, im Internet nur eine Zusammenfassung zu publizieren, mit einem Link auf die Langfassung. Möchte man schließlich noch ein SMS zum selben Thema aus­ senden, muss aus dem ursprünglich vielleicht ganzseitigen Artikel schließ­ lich ein einzelner Satz, oder eine Reihe von Schlagworten werden. (Detaillierte Infos zum Thema Sprache und journalistisches Schreiben gibt das Skriptum „Betriebszeitung“ – PGA – downloadbar unter www.voegb.at/skripten) Layout Als Layout (engl.: „Plan“ oder „Anlage“) bezeichnet man das detaillierte Definition Sichtbarmachen eines gedanklichen Bildes. Für ein geplantes Produkt – eine Zeitung, ein Flugblatt oder einen Folder – wird eine äußere Form entwickelt. Diese Gestaltung sollte für die Zielgruppe vertraut wirken, eine Anlehnung an das Firmendesign ist daher in vielen Fällen sinnvoll. Das Layout ist die Verpackung für den Inhalt und mit ihr wird in Das Layout jedem Fall – gewollt oder ungewollt – eine Botschaft präsentiert. transportiert ein Bild des BR/der PV Wann immer wir Werbematerial betrachten, entsteht vor unserem geistigen Auge automatisch ein Bild des Unternehmens oder Geschäfts, vom dem dieses Werbematerial stammt. Wir können uns vorstellen, ob die Produkte die in einem Geschäft verkauft werden, als qualitativ hochwertig oder eher als Ramsch einzustufen sind. Dieses Bild entsteht, ohne dass wir uns viele Gedanken über Layout und Gestaltung machen. Auf die Drucksachen des BR/der PV übertragen heißt das: Ist ein Produkt professionell gestaltet, nutzt das automatisch dem Image des Betriebsrats/der Personalvertretung. Alles, was schlecht oder schlampig gestaltet ist, kann dagegen dem Image des Betriebsrats erheblichen Schaden zufügen, weil es indirekt immer auch vermittelt, dass der BR schlecht arbeitet. Das lässt sich gut deutlich machen, wenn man das Flugblatt von Seite 1 Beispiel einem neuen Flugblatt gegenüberstellt. Die beiden Flugblätter unterschei­ den sich inhaltlich kaum. Trotzdem ist das Bild des Betriebsrats, das sie transportieren völlig verschieden. Schauen Sie sich die beiden Bilder an und überlegen Sie, von welchem Betriebsratsteam Sie sich lieber vertreten lassen würden. Welchem Team trauen Sie mehr Kompetenz zu? Die Mehrheit der Menschen die sich diese Fragen stellen, würden wohl das Team von Flug­ blatt A als kompetenter einstufen. Grund genug, sich gründlich mit dem Thema Gestaltung zu beschäftigen. 9
  30. 30. Anmerkungen Flugblatt A Flugblatt B Quelle: Lucia Bauer, Foto: Christina Häusler Einige Grundregeln der Gestaltung Grundregeln Ein gutes Layout erfüllt mehrere Funktionen: des Layoutens l Es erleichtert die Lesbarkeit, da es den Text strukturiert. l Ein gleich bleibendes Layout erhöht den Wiedererkennungseffekt bei den Lesern/­innen. l Es lenkt die Aufmerksamkeit der Leser/­innen auf bestimmte Themen. l Es illustriert den Text. Das Layout ordnet sich dem Inhalt unter, unterstreicht diesen und lenkt nicht vom Inhalt ab. l Hervorhebungen Nicht zu viele Um eine übersichtliche Struktur zu schaffen, ist es wichtig Hervorhe­ Elemente hervorheben bungen sparsam einzusetzen. Sind ein oder zwei Elemente hervorgeho­ ben entsteht dadurch eine Hierarchie der Elemente. Ist alles hervorgeho­ ben, ist am Ende nichts mehr hervorgehoben. Vielmehr entsteht Chaos. Hervorhebungen lassen sich gut durch Kontraste erzielen: groß – klein, hell – dunkel, unterschiedliche Farben und Formen etc. In der Praxis ist es daher wichtig vorher zu überlegen: „Was ist meine wichtigste Botschaft“ und diese dann klar hervorzuheben. Dazu noch einmal ein kurzer Blick auf die beiden Flugblätter oben: Bei Flugblatt A ist eine eindeutige Gewichtung der Elemente zu erken­ nen: am Wichtigsten sind das Foto und die Überschrift „Betriebsver­ sammlung“. Flugblatt B wirkt dagegen verwirrend: da fast alle Elemente 0
  31. 31. gleich stark hervorgehoben sind, ist es schwierig auf den ersten Blick die Anmerkungen wichtigste Botschaft heraus zu lesen. lAnordung Entscheidend dafür, wie gut ein Layout gelingt, ist auch die Anordnung Anordnen der Elemente. Um dabei eine gewisse Ordnung einzuhalten, ist sinnvoll dem Layout einen Raster (einen Satzspiegel) zugrunde zu legen, an dem dann die einzelnen Elemente angeordnet werden. Dieser Raster gliedert die Seite, bestimmt das Verhältnis und den Abstand der einzelnen Ele­ mente zueinander und zum Rand. Layoutprogramme bieten die Mög­ lichkeit, die Seite in verschiedene Bereiche zu untergliedern. Zusätzlich können noch Hilfslinien eingefügt werden. Diese erleichtern es, die ein­ zelnen Elemente aufeinander abzustimmen. Tipp: Seiten nicht voll stopfen! Keine Angst Ungeübte Gestalter/­innen haben oft das Bedürfnis, den Platz auf einer vor weißen Flächen Seite ideal zu nutzen und kein Fleckchen frei zu lassen. Dadurch wirkt eine Seite leicht voll gestopft und unübersichtlich. Besser ist es beim Anordnen Kontraste zu schaffen – zwischen Stellen, die „dichter“ und solchen, die „lockerer“ sind oder überhaupt frei bleiben. lGesamtbild einer Seite Lesegewohnheiten Um den Blick der Leser/­innen auf bestimmte Themen zu lenken, hilft es berücksichtigen auch über das Leseverhalten der (meisten) Menschen Bescheid zu wissen und dieses dann zu berücksichtigen: m Wenn wir ein bedrucktes Blatt Papier in die Hand bekommen (sei es Zeitung oder Flugblatt), gleiten unsere Augen automatisch in einer verkehrten S­Kurve über die Seite: von links oben nach rechts unten – entsprechend unserer Leserichtung. 1
  32. 32. Anmerkungen m Bei Doppelseiten wird stärker die rechte Seite beachtet. m Am meisten Aufmerksamkeit geschenkt werden: Titeln, Bildern und Bildunterschriften Typografie Umgang mit Schrift Für die Auswahl der Schriften gilt wie in vielen anderen Teilbereichen der PR die Regel: Weniger ist mehr. Das heißt: Nicht zu viele Schriftarten und Schriftgrößen miteinander kombinieren und eher einfache, schnörkellose Schriftarten verwenden. Sehr oft kommt man für eine Publikation mit einer oder zwei Schriftarten aus. Zur zusätzlichen Hervorhebung gibt es die Mög­ lichkeit Teile des Textes fett oder kursiv zu machen. Von Unterstreichungen sollte man dagegen eher die Finger lassen. Diese wirken manchmal wie Links und oft ein bisschen unprofessionell. Noch einmal zurück zu den beiden Flugblättern auf Seite 0. Hier wird deutlich, wie sich der Einsatz von unterschiedlichen Schriftarten auswirkt. Flugblatt A kommt mit einer einzigen Schriftart aus, die zudem recht schlicht wirkt. Auf Flugblatt B dagegen finden sich vier, sehr unruhige und verschnörkelte Schriftarten, die eher schlecht lesbar sind. Auch bei der Auswahl der Schrift sollte man auf die Lesegewohnheiten der Menschen Rücksicht nehmen und gut lesbare Schriften verwenden. Gut lesbar sind die sogenannten Grotesk­ (Arial, Helvetica, ...) und Anti­ qua­Schriften (Times New Roman, Garamond, ...). Diese werden auch am Häufigsten in Büchern, Zeitungen und Zeitschriften – also für größere Text­ mengen – verwendet. Tipp: Unterschied Internet und Druck Die meisten Bücher und Zeitungen verwenden (für lange Textpassagen) Antiqua­Schriften. Im Internet und zum Lesen am Bildschirm dagegen sind (fast) nur Grotesk­Schriften im Einsatz. Die Vielfalt an unterschiedlichen Schriftarten ist enorm. Genauso groß ist die Verlockung, diese auch einzusetzen. Neben der Frage nach der Lesbar­ keit einer verwendeten Schriftart, sollte man jedoch immer auch überlegen, welches Bild man durch den Einsatz einer bestimmten Schrift transpor­ tiert. Im Folgenden Beispiel ist der Satz „Wir laden dich zu unserem Treffen ein“ in drei verschiedenen Schriftarten gesetzt. Lassen Sie die drei Zeilen auf sich wirken und überlegen Sie wer hier wohl zu einem Treffen einlädt. Schriftarten Ziemlich sicher entsteht bei jeder Zeile in Ihrem Kopf ein anderes Bild dieses Treffens. Das erste Treffen könnte das eines Trachtenvereins, aber auch das einer Burschenschaft sein, das dritte könnte sehr gut ein Kinder­ geburtstag sein. Beide Schriftarten sind wohl für eine Publikation des BR ungeeignet. Das mittlere Treffen ist schwerer zuzuordnen und lässt mehr Möglichkeiten offen.
  33. 33. Für die Praxis bedeutet das: Vorsicht beim Einsatz von „Schmuckschriften“. Anmerkungen Verwendet man unabsichtlich eine unpassende Schrift, ohne zu bemerken welche Botschaft diese mittransportiert, so wirkt das unprofessionell. Mehr Tipps zum Thema Gestaltung und Typografie gibt das Skriptum „Be­ triebszeitung“ – PGA – downloadbar unter www.voegb.at/skripten Bilder Bilder sind z. B. Fotos, Karikaturen und Cartoons oder Zeichnungen, aber auch Tabellen und Grafiken. Sie wecken Aufmerksamkeit und ziehen die Blicke auf sich. Fotos haben eine starke emotionale Wirkung, Grafiken hin­ gegen unterstreichen die Sachlichkeit. Im Layout machen Bilder auf den Inhalt eines Textes aufmerksam. Sie sind daher ein unverzichtbarer Bestandteil von Betriebsratszeitungen, Home­ pages etc. Text braucht Bilder zur Illustration, Bilder können im Layout aber auch ohne Text stehen, wie z. B. ein Cartoon, der aktuelle Missstände humorvoll beschreibt. Bild und Text Wenn sich Bilder auf einen Text beziehen, dann sollten sie in der Nähe des Titels platziert sein, damit dieser Bezug klar wird. Positiv kann auch ein freigestelltes Bild wirken – dabei wird der Hintergrund z. B. einer Person wegretouchiert. Im Zweifelsfall ist es besser, ein großes Foto zu verwenden als viele kleine Fotos. Für Porträtfotos gilt das aber nur, wenn sich im Bild „etwas tut“, wenn gestikuliert wird oder Bewegung im Foto ist. Porträts wirken einla­ dender, wenn die abgebildete Person zur Mitte des Mediums schaut (das ist die Seitenmitte einer Zeitung, der mittige Bereich einer Website oder eines schwarzen Bretts, etc.). Ein Beispiel zeigt die Verwendung von Bildern im Layout: Fotos stehen in der Nähe jener Überschrift, auf die sie sich beziehen. Quelle: Tina Brunauer

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