Broschre eurokrise-a-6

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Broschre eurokrise-a-6

  1. 1. 6
  2. 2. Gemeinsam für Gerechtigkeit und Demokratie Erst Irland und Griechenland, senken den Daumen. So gerät ein dann Portugal und Spanien, jetzt Land nach dem anderen in den Italien und Frankreich. Am Ende, Abwärts-Strudel. so scheint es, bleiben nur noch die Die Beschäftigten deutschen Steuerzahler und -zahle- in Südeuropa haben rinnen als Melkkühe Europas. Und ebenso wenig über das, weil angeblich alle anderen ihre Verhältnisse schlecht gewirtschaftet und zu vie- gelebt wie wir. le Schulden gemacht haben. Überall sollen jetzt die Beschäf- Länder als Spielball der tigten und ihre Familien für die Finanzmärkte Krise der Zocker zahlen. Aber Die Schulden sind erst infolge der die Kolleginnen und Kollegen in Finanzkrise überall stark angestie- Griechenland oder Spanien haben gen. Manche der Euro-Krisenländer nicht über ihre Verhältnisse gelebt. galten vor der Krise sogar als Genauso wenig wie wir. Überall Musterländer: Spanien und Irland haben die Beschäftigten ein immer hatten viel weniger Schulden als kleineres Stück vom wachsenden etwa Deutschland. Sie hatten die Einkommens-Kuchen abbekommen. Euro-Stabilitätsvorgaben sogar deutlich übererfüllt. Verlorene Generation Rabiate Kürzungen reißen die Jetzt picken sich die Spekulanten Krisenländer nur noch tiefer in den und Finanzakrobaten ein Land Strudel. Die Wirtschaft schrumpft nach dem anderen heraus. Sie weiter, die Arbeitslosigkeit steigt treiben die Zinsen für frisches Geld und die Steuereinnahmen sinken. hoch. Und die Ratingagenturen Am schlimmsten ist es für Jugend-2
  3. 3. liche, die keine Perspektive sehen eisernen Euro-Lady Merkel kürzenkönnen. Sie finden nirgends Be- uns die politisch Verantwortlichenschäftigung und gelten auch noch in den Abgrund. Gerät ein Land insals faule Südländer. Visier der Finanzinvestoren, folgt die Politik dem Diktat der Kapital- In vielen Ländern märkte. Dann regiert der Rotstift. Europas ist ein Drittel oder Es gibt Alternativen zur Abwäl- sogar die Hälfte zung der Krisenlasten auf die Be- der Jugendlichen arbeitslos. völkerung: Demokratie und soziale Gerechtigkeit statt Herrschaft derKurswechsel für Europa Finanzinvestoren, Banken und gro- Wehren wir uns gemeinsam ßen Konzerne. Statt die Profiteuregegen eine Politik, die den not- der Krise weiter zu hätscheln müs-wendigen Kurswechsel verweigert. sen sie endlich zur Kasse gebetenUndemokratisch, hinter verschlos- und die Finanzmärkte künftig striktsenen Türen und angeführt von der reguliert werden.
  4. 4. Faule Südeuropäer? Kanzlerin Merkel sagte, es sei nien, Griechenland und Portugal wichtig, „dass man in Ländern wie zwischen 40 und 41 Stunden. Griechenland, Spanien, Portugal nicht früher in Rente gehen kann Unsere Kolleginnen und Kollegen als in Deutschland, sondern dass in Südeuropa haben auch nicht alle sich auch ein wenig gleich grenzenlos Urlaub. Im Gegenteil: anstrengen“. Entweder weiß sie Der tarifvertragliche Jahresur- es nicht besser oder sie schürt be- laub liegt in Deutschland bei 30 wusst Vorurteile gegenüber angeb- Tagen, in Spanien bei 22 und lich faulen Südeuropäern. Beides in Griechenland bei 23 Tagen. ist unentschuldbar. Werden Urlaubs- und Feiertage berücksichtigt, liegen die tatsäch- Dichtung und Wahrheit lichen Arbeitszeiten pro Jahr in Krankenschwestern, Feuerwehr- allen Krisenländern höher als in leute oder Ingenieure leisten in Deutschland. Südeuropa genauso engagiert ihre Arbeit wie Beschäftigte in Nordeu- Rente mit 100 in Europa? ropa. Und sie arbeiten auch nicht Das gesetzliche Rentenein- weniger: Durchschnittlich liegt die trittsalter beträgt in den meisten Wochenarbeitszeit von Vollzeitbe- Ländern heute noch 65 Jahre. In schäftigten in Deutschland, Spa- einigen Ländern können langjährig Beschäftigte in Versicherte auch früher gehen. Süd­ uropa arbeiten e Entscheidend ist aber, wann Men­ in Vollzeit ebenso schen tatsächlich gehen – weil sie wie in Deutschland nicht mehr können oder keinen 40 bis 41 Stunden Job finden. pro Woche.4
  5. 5. Trotz Massenarbeits­ Südeuropa ebenso ein politischer losigkeit will Skandal wie bei uns. Kanzlerin Merkel die Beschäftigten in ganz Verständliche Gegenwehr Europa länger Rentenkürzungen, drastische arbeiten lassen. Erhöhung der Mehrwertsteuer, In Spanien, Griechenland und Massenentlassungen – das soll Deutschland arbeiten Männer fast Südeuropa aus der Krise helfen? exakt gleich lang bis knapp 62 In Griechenland sind allein im Jahr Jahre. Frauen arbeiten in Spanien 2010 die Reallöhne pro Kopf um länger und hören in Griechenland acht Prozent gesunken, in Spanien früher auf. Am längsten arbeiten „nur“ um zwei. Kein Wunder, dass Männer wie Frauen in Portugal. unsere Kolleginnen und Kollegen Eine Erhöhung des Rentenalters sich wehren. auf 67 oder sogar noch höher ist inRückgang der LohnquotenAnteil der Arbeitnehmerentgelte am Bruttoinlandsprodukt in Prozent77%75% Frankreich73% EU15 Deutschland71% Spanien69% Griechenland67%65%63%61%59% 81 982 983 984 985 986 987 988 989 990 991 992 993 994 995 996 997 998 999 000 001 002 003 004 005 006 007 008 009 010 19 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 2 2 2 2 2 2 2 2 2 2 2In ganz Europa ist der Anteil der Löhne an der produzierten Wertschöpfung seit den 1980er Jahren gesunken,der Anteil der Gewinne und Vermögenseinkommen gestiegen. Im letzten Jahrzehnt war die Umverteilung inDeutschland besonders krass.Quelle: Europäische Kommission 5
  6. 6. Verschwenderische Staaten? „Die leben über ihre Verhältnis- Bereits 2010 wurde jedoch die se – und wir sollen nun helfen?“ Trendwende eingeleitet. Die So wird Stimmung gemacht, um Staatsquoten sanken – in Grie- möglichst harte Kürzungsauflagen chenland sogar besonders stark. gegen die Krisenländer zu begrün- Durch die verordneten Kürzungen den. Die Regierungen in Athen, lag sie schon wieder unter dem Rom, Madrid und Lissabon werfen Durchschnitt der 17 Euro-Länder. angeblich das Geld zum Fenster Die angeprangerte `raus. Die Südeuropäer ließen „Aufblähung“ des es sich auf Kosten immer höherer Staatshaushalts ist Schulden gut gehen. Folge der Wirtschafts­ krise – kein Beleg Alles im Rahmen südeuropäischer Bis zur Krise lagen die Staatsquo- Verschwendung. ten – also die Staatsausgaben ge- Auch nach einem aufgeblähten messen an der Wirtschaftsleistung öffentlichen Dienst sucht man ver- – in den südeuropäischen Ländern geblich. Die öffentliche Beschäfti- im Schnitt sogar unter denen der gung Italiens lag 2008 mit 14,4 Euro-Länder. In Griechenland lag Prozent sogar auf dem extrem sie kurz vor der Krise noch unter niedrigen Niveau Deutschlands. der ohnehin niedrigen deutschen. Griechenlands Anteil blieb mit rund 22 Prozent im letzten Jahrzehnt Erst im Zuge der Krise stiegen die nahezu konstant etwa in Höhe des Staatsquoten überall deutlich an. EU-Durchschnitts. Das fand auch den Beifall der EU. Expansive Staatsausgaben waren Einen deutlich höheren Anteil an zur Krisenbekämpfung notwendig öffentlich Beschäftigten haben tra- und ausdrücklich erwünscht. ditionell Frankreich und die skandi- navischen Länder. Die öffentliche6
  7. 7. Beschäftigung in den südeuropäi- Vermögende müssen schen Ländern kann also nicht als stärker zur Kasse Beleg für einen aufgeblähten Staat gebeten werden – dienen. überall. Niedrige Einnahmen als Regierungen dürfen nicht weiter- Problem hin auf Steuereinnahmen verzich- Die Haushaltsprobleme der süd- ten. Sei es, weil Steuerhinterzie- europäischen Länder liegen vor hung nicht konsequent verfolgt allem in zu niedrigen öffentlichen wird. Sei es, weil die Reichen und Einnahmen. Damit haben sie ein gutverdienenden Unternehmen ähnliches Problem wie Deutsch- steuerlich besonders gehätschelt land. Allerdings war etwa in Grie- werden. Sie müssen wie andere chenland der Steuerschlendrian Vermögende endlich zur Kasse ge- besonders groß. Und die Reichsten beten werden – überall! genossen auch noch unzählige Steuervorteile.Alles im RahmenStaatsausgaben in Prozent des Bruttoinlandsprodukts55% Frankreich50% Deutschland EU 1745% Griechenland40% Spanien Finanzmarktkrise35% 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010Im Verhältnis zur Wirtschaftsleistung liegen die Staatsausgaben in den südeuropäischen Ländern noch unterdem europäischen Durchschnitt. Der starke Anstieg 2009 ist durch den krisenbedingten Rückgang derWirtschaftsleistung bedingt.Quelle: Europäische Kommission; 2000 ohne UMTS-Einnahmen in Deutschland 7
  8. 8. Entfesselte Finanzmärkte Entfesselte Finanzmärkte ha­ en b oder Lissabons. Spekulanten kön- die größte Finanzmarktkrise seit 80 nen mit Kreditausfallversicherun- Jahren ausgelöst. Kurz nach dem gen und Leerverkäufen auf die Ausbruch der Krise forderte Angela Pleite einzelner Staaten wetten. Merkel, dass zukünftig kein Finanz- produkt, kein Finanzplatz und kein Die Staatsfinanzen Finanzinstitut mehr unre­­ guliert hängen am Tropf der sein darf. Grundlegend verändert Kapitalmärkte. hat sich aber nichts. Staaten in Geiselhaft der Sie wetten aber auch auf den Finanzmärkte Kurs des Euro, Dollar oder Yen. So Jetzt verschärfen die Finanz­ beein­ ussen Zocker die Höhe der fl märkte die Eurokrise. Die europäi- Zinsen und Wechselkurse. Damit schen Staatsfinanzen hängen am entscheiden sie mit über die Zu- Tropf der Kapitalmärkte. Die Staa- kunft von Unternehmen, Staaten ten müssen immer wieder frisches und Millionen Jobs. Geld bei privaten Gläubigern ein- sammeln, um auslaufende Staats- Irrationale Märkte anleihen durch neue zu ersetzen. Die Märkte für Aktien, Anleihen, Und mit Steuergeld gerettete Ban- Devisen und Derivate sind alles ken bestimmen über die Höhe der andere als rational. Herdenverhal- fälligen Zinsen. ten ist geradezu ihr Markenzei- Rating-Agenturen, die vor der chen. Die Folge sind immer wieder Krise für Schrottpapiere Bestnoten kehrende Euphorie- und Panikwel- vergaben, urteilen heute über die len. So entstehen Blasen oder Kreditwürdigkeit Athens, Madrid Crashs.8
  9. 9. Eine Massenflucht aus Anleihen Risiken. Finanzinstitute, die zu groß kann eine Staatspleite auslösen. Der zum Sterben sind, können eine gan- Ausverkauf treibt die Zinsen nach ze Volkswirtschaft in den Abgrund oben. Die Verschuldung steigt. Das reißen. ständige Auf und Ab der Kapital­­­ märkte hat auch Folgen für die Re- Finanzmärkte alwirtschaft. Banken passen ihre sind irrational. Kreditvergabe an den Börsenverlauf Die Anleger folgen blind der Herde. an. Viele Investitionsentscheidungen hängen davon ab. Die hohe Unsi- cherheit veran­asst das Manage- l ment der Unternehmen, sich bei Wenn die Investmentbanker der langfristigen Investitionen eher zu- Deutschen Bank im Casino auf die rückzuhalten. falsche Zahl setzen, dann haften weiterhin die Steuerzahler. Solange Darüber hinaus ist unser Finanz- die Märkte entfesselt bleiben, trei- system weiterhin voller systemischer ben sie die Politik weiter vor sich her.Renditen zehnjähriger Staatsanleihenausgewählter Euroländer sowie des Vereinigten Königreichs25% Griechenland20%15% Portugal10% Irland Italien5% Spanien Frankreich Vereinigtes Königreich Deutschland0% 2008 2009 2010 2011Spekulation auf den Finanzmärkten hat die Zinsbelastung der südeuropäischen Staaten undIrlands in exorbitante Höhen getrieben und so ihre Krise verschärft.Quelle: Reuters EcoWin (EcoWin Financial) 9
  10. 10. Geburtsfehler des Euro Ein gemeinsamer Währungs- Früher hätten die Mittelmeerlän- raum funktioniert auf die Dauer der ihre Waren durch eine Abwer- nur dann, wenn die nationalen tung ihrer nationalen Währung Löhne und Preise nicht ausei- wieder verbilligen können. nanderlaufen. Die Europäische Währungsunion verfügt aber über Die schwache keine Mechanismen und Institutio- deutsche Lohnent­ nen – wie koordinierte Fiskal- und wicklung führt zu Einkommenspolitik, ausreichendes immer größeren Transfersystem – um Fehlentwick- Problemen anderer lungen zu verhindern bzw. sie zu Euro-Länder. korrigieren. Ein Geburtsfehler! Seit Gründung der Währungsuni- Löhne und Preise driften on geht das nicht mehr. Die unter- auseinander schiedliche Lohn- und Preisent- Seit Einführung des Euro gibt es wicklung in der Eurozone hatte eine unterschiedliche Lohn- und somit eklatante Folgen für die Preisentwicklung in den Mitglieds- Handelsströme. Die deutsche Lohn- staaten. In den meisten Ländern und Binnenmarktschwäche dämpf- Europas stiegen die Löhne deut- te den Import ausländischer Wa- lich. Dagegen kamen sie in ren. Gleichzeitig verbesserte sich Deutschland, Holland, Finnland die preisliche Wettbewerbsfähig- und Österreich kaum vom Fleck. keit Deutschlands, so dass die Ex- Deutschland ist sogar das einzige porte immer neue Höchststände Land im Euroclub, in dem die Real- erreichten. Südeuropa importierte löhne in den letzten zehn Jahren hingegen mehr als es exportierte. gesunken sind.10
  11. 11. Südeuropa versinkt im sich die Überschüsse Deutschlands, Schuldenmeer Hollands und Österreichs ebenfalls Um die Handelsdefizite zu finan­ verdoppelt. zieren, mussten sich die Defizitlän- Die Defizite der der verschulden. Die Kredite kamen Krisenländer sind aus den Überschussländern. Der die Kehrseite vor deutsche Kapitalexport finanzierte allem der deutschen damit die Ausgaben der griechi- Überschüsse. schen, spanischen, portugiesischen und italienischen Konsu­ enten m Die aus den angehäuften Leis- und Unternehmen. tungsbilanzdefiziten entstandenen Schuldenberge schüren nun Zwei- Die Leistungsbilanzdefizite fel, ob die Schuldner diese zurück- der Krisenländer haben sich seit zahlen können. Gründung der Währungsunion verdoppelt. Spiegelbildlich habenHandelsungleichgewichte gefährden EuropaLeistungsbilanzsalden ausgewählter Länder in Milliarden Euro Überschüsse 200 Deutschland Belgien 100 Niederlande 0 Frankreich Spanien– 100 Italien– 200 Defizite Griechenland Portugal 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010Deutschland ist weiterhin Europameister beim Export.Doch der Exportüberschuss zieht eine massive Verschuldung anderer europäischer Länder nach sich.Quelle: Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) 11
  12. 12. Politik verschärft die Krise Im Frühjahr 2010 stürzte die ist es nur eine Frage der Zeit, bis Eurozone in die Krise. Seitdem Athen, Madrid oder Lissabon kein treiben die Finanzmärkte die Politik Geld mehr haben. Dann wäre das vor sich her. Als Athen kurz vor der nächste Rettungspaket fällig. Pleite stand, einigten sich Merkel, Sarkozy und Kollegen nach langem Das Berliner und Zögern auf Notkredite. Frische Kre- Brüsseler Spardiktat dite gab es auf Drängen der deut- stößt die Schuldner­ schen Regierung aber nur gegen staaten immer tiefer extreme Kürzungsauflagen. Demo- in die Krise. kratie spielt kaum eine Rolle mehr. Die Menschen in den betroffenen Die deutsche Wirtschaft setzt Ländern werden gezwungen aus- derweil weiter auf reine Kos- zubaden, was sie nicht verursacht tensenkungsstrategien und eine haben. Zu Recht wehren sie sich einseitige Exportorientierung. mit Streiks und Demonstrationen Dadurch werden die ökonomischen gegen diese Politik. Ungleichgewichte im Euroland nicht kleiner – im Gegenteil. Spardiktat verschärft die Krise Neoliberale Politik Das Brüsseler und Berliner gefährdet Europa Spardiktat lässt den Schuldner- Hinzu kommt die bornierte na- staaten keine Chance, sich aus der tionalstaatliche Ausrichtung der Schuldenfalle zu befreien. Wenn Euro-Krisenpolitik. Die herrschen- die Wirtschaftsleistung schrumpft, den Kräfte in der EU und vor allem steigt die Arbeitslosigkeit, die Steu- in Deutschland nutzen die Krise, ereinnahmen sinken und der Schul- um die Politik der Profitsteigerung, denberg wächst weiter. Folglich Umverteilung und Privatisierung zu12
  13. 13. Lasten der Mehrheit der Bevölke- machen. Das hat die Kosten für dierung in ganz Europa noch radikaler Staaten und die Menschen enormals bisher durchzusetzen. Dabei in die Höhe getrieben.hat genau diese Politik die Krise Krisenmanagementhervorgebracht. Und schon dem im Interesse dernächsten Konjunktureinbruch den Banken und desBoden bereitet. Kapitals gefährdet ein gemeinsames Besonders die Bundesregierung Europa.hat sich bisher geweigert, zügignotwendige Maßnahmen zu Diese Entwicklung führt in vielenergreifen. Erst viel zu spät hat sie Ländern der EU dazu, dass sichRettungsschirmen zugestimmt. immer mehr Menschen von demo-Und nicht um den Griechen zu kratischer Politik und von Europahelfen, sondern um Banken und abwenden. So wird der Nährbodenexportorientierte Unternehmen für Rechtspopulismus und Frem-bei uns zu retten. Die Zeit haben denfeindlichkeit gelegt. Die politi-Finanzinstitute und Spekulanten schen Eliten in Europa gefährdengenutzt um beste Geschäfte zu die Zukunft der Gemeinschaft. 13
  14. 14. Kurswechsel für Europa! Die Menschen in Europa brau- werden. Dann könnte er sich in je- chen eine andere Politik. Finanz- der nötigen Höhe und zu niedrigen märkte, Banken, Versicherung und Zinsen Geld von der EZB besorgen Fonds müssen strikt reguliert und und damit Staatsanleihen der Euro- kontrolliert werden. Eine Finanz- Staaten aufkaufen. In Not geratene transaktionssteuer muss Spekulati- Staaten erhielten so die erforderli- on einschränken und Finanzinves- chen finanziellen Mittel. Und die toren zur Kasse fordern. Staatsfinanzen wären der Spekulati- on an den Finanzmärkten entzogen. Die Europäische Zentralbank (EZB) muss – ähnlich wie in den Europa solidarisch USA, Japan oder Großbritannien – umbauen dafür garantieren, dass die Staaten Wachsende Ungleichgewichte des Euroraums immer zahlungsfä- in den Leistungsbilanzen müssen hig sind. Dazu sollte der bereits verhindert werden. Dazu ist eine existierende Rettungsfonds (EFSF) Koordination der Einkommens- mit einer Banklizenz ausgestattet entwicklung, der Steuern und14
  15. 15. Staatsausgaben notwendig. Doch Demokratie und Sozial-diese Politik muss demokratisch in staatden Staaten und im Europäischen Zur Finanzierung müssen dieParlament entschieden werden und Profiteure der Umverteilung undnicht per Diktat der Mächtigsten. Verursacher der Krise herangezo- gen werden. Notwendig sind hohe Eine gemeinsame Währung Abgaben auf große Vermögen.erfordert eine ausgeglichene Wirt- Unternehmensgewinne und Ka-schaftsentwicklung. Der Süden pitalerträge müssen europaweitEuropas braucht eine Art „Mar- vollständig und stärker besteuertshallplan“, ein europäisch gestütz- und Steuerflucht und Wirtschafts-tes und koordiniertes Aufbaupro- kriminalität bekämpft werden. Dergramm. Statt die Länder kaputt zu Steuersenkungswettbewerb musssparen und öffentliche Infrastruktur ein Ende haben.und Unternehmen an internationa-le Konzerne zu verhökern. Europa muss demokratisch und Statt das deutsche Lohn- und sozial werden, oderSozialdumping ganz Europa aufzu- es wird scheitern!zwingen, müssen in Deutschlanddie Löhne wieder kontinuierlich In Europa dürfen nicht mehr dieund viel stärker als in den vergan- Interessen der Banken und interna-genen 15 Jahren steigen. Mehr tionalen Unternehmen, der Vermö-Sozialstaat, öffentliche Beschäfti- gensbesitzer und Finanzinvestorengung und Investitionen sind nötig. im Mittelpunkt stehen. Nicht dieEin europäischer New Deal für Freiheiten des Waren-, Dienstleis-einen sozial-ökologischen Umbau. tungs- und Kapitalverkehrs dürfenFür Wohlstand, Abbau der Arbeits- ganz oben stehen. Vorrang müssenlosigkeit und eine bessere Zukunft, die Grundrechte und Interessen deran der alle teilhaben und die nicht Menschen, die Demokratie und derauf Kosten der Natur geht. Sozialstaat haben. 15
  16. 16. Beitrittserklärung Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft ver.di –­Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft­ Ressort 1, Wirtschaftspolitik, Paul-Thiede-Ufer 10, 10179 Berlin, Verantwortlich: Frank Bsirske, Bearbeitung: Dr. Dierk Hirschel, Ralf Krämer, Dr. Sabine Reiner, Ich möchte Mitglied werden ab: Einzugsermächtigung: Monat/Jahr Ich bevollmächtige die ver.di, den satzungsgemäßen Persönliche Daten: Beitrag bis auf Widerruf im Lastschrifteinzugsverfahren zur Monatsmitte zum Monatsende Name monatl. halbjähr. viertejährl. jährlich Dr. Norbert Reuter, Elisa Schwemmle, Anita Weber, Gestaltung: Hansen Kommunikation, Köln, Druck: alpha print medien AG, Darmstadt, W-3014-47-0811, November 2011 Vorname/Titel Name des Geldinstituts/Filiale (Ort) Straße/Hausnummer Bankleitzahl Kontonummer PLZ Wohnort Name Kontoinhaber/in (bitte in Druckbuchstaben) Geburtsdatum Telefon Datum/Unterschrift Kontoinhaber/in E-Mail Staatsangehörigkeit oder im Lohn-/Gehaltsabzugsverfahren* monatlich bei meinem Arbeitgeber einzuziehen. Geschlecht weiblich männlich *(nur möglich in ausgewählten Unternehmen) Beschäftigungsdaten Personalnummer (nur für Lohn-/Gehaltsabzugsverfahren) Arbeiter/in Angestellte/r Ich war Mitglied der Gewerkschaft: ______________ Beamter/in DO-Angestellte/r von: bis: Selbstständige/r freie/r Mitarbeiter/in Monat/Jahr Monat/Jahr Monatsbeitrag: Euro Vollzeit Teilzeit Anzahl Wochenstd. Der Mitgliedsbeitrag beträgt nach § 14 der ver.di-Satzung pro Monat 1 % des regelmäßigen monatlichen Bruttoverdienstes. Erwerbslos Datenschutz Wehr-/Zivildienst bis Ich erkläre mich gemäß § 4a Abs. 1 und 3 BDSG einverstanden, Azubi-Volontär/in-Referendar/in bis dass meine mein Beschäftigungs- und Mitgliedschaftsverhältnis betreffenden Daten, deren Änderungen und Ergänzungen, im Schüler/in-Student/in bis Rahmen der Zweckbestimmung meiner Gewerkschaftsmitglied- Praktikant/in bis schaft und der Wahrnehmung gewerkschaftspolitischer Auf- gaben elektronisch verarbeitet und genutzt werden. Altersteilzeit bis Ergänzend gelten die Regelungen des Bundesdatenschutzge- setzes in der jeweiligen Fassung. Sonstiges Datum/Unterschrift Bin/war beschäftigt bei (Betrieb/Dienststelle/Firma/Filiale) Straße/Hausnummer im Betrieb , Datum Unterschrift PLZ Ort Werber/in: Branche ausgeübte Tätigkeit Name ich bin Meister/in-Techniker/in-Ingenieur/inW-2982-02-0610 Vorname Tarifvertrag/Tarifl. Lohn- oder Gehaltsgr. _________ Tätigkeits-/Berufsjahr, Lebensalterstufe___________ Telefon regelm. monatl. Bruttoverdienst Euro ____________ Mitgliedsnummer

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