Digital Inklusive Hochschullehre

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Die aktuelle Hochschuldidaktik ist ohne den Einsatz digitaler Lehr- und Lernformen nicht mehr vorstellbar. In der Informationsgesellschaft verändert sich die Wertigkeit deklarativen Wissens. Der Fokus liegt vermehrt auf die Ausbildung von Orientierungswissen sowie individualisierten Strategien und Methoden des Wissenserwerbs. Kollaborative Formen der Wissenskonstruktion sowie orts- und zeitunabhängie Formen des Studierens sind wichtige Faktoren zeitgemäßer Hochschuldidaktik.
Studientag an der KPH-Edith Stein im September 2015.

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  • Pkt. 1: Programmierter Unterricht —> Behaviorismus (Skinner), informationstheoretisch-kybernetisches Didaktik-Verständnis (Auguste Comte —> Positivismus (unwandelbare Naturgesetze, harte Fakten))
    Die Massenuniversität als Phänomen des ausgehenden 20. Jahrhunderts
    Ausbildungsfunktion war von Beginn an konstituierendes Moment der bundesdeutschen Hochschuldidaktik

    Pkt. 2:

    Pkt. 3: eLearning/Bologna: eLearning versprach Kostenreduktion und Realisierung der Massenuniversität ohne gravierende Beeinträchtigung der Betreuungsrelationen

    Pkt. 4: Didaktikzentren (Zentrum für eLearning, Stabsstelle für digitales Lernen, Kompetenzzentrum für innovative Lehr-/Lernformen) waren vorwiegend im sog. 3rd Space angeordnet (zwischen Verwaltung und Akademie)
  • Die Hochschuldidaktik institutionalisierte sich in den europäischen Ländern erst relativ spät. Treiber waren die anstehenden Studienreformen des Bologna-Prozesses und die teilweise übersteigerten Erwartungen in digitale gestützte Lehr-/Lernformen.
  • Pkt. 1: Bis ca. Mitte 2000 gab es zahlreiche Initiativen zur Entwicklung von Hochschuldidaktik sowie IKT- und Medienkompetenz an Universitäten, die großteils auf hochschulpolitisch motivierte Förderprogramme und Anschubfinanzierungen zurückzuführen sind.

    Pkt. 2:
    Pkt. 3:

    Die in Österreich seit 2007 existierenden Pädagogischen Hochschulen (PH) nehmen im Kanon der tertiären Bildungsinstitutionen eine Sonderstellung ein.

    Die Gründung dieser Institutionen fällt demnach in eine Zeit, in der der Peak der öffentlichen Fördermaßnahmen für die Implementierung neuer Medien in Lehre und Unterricht bereits überschritten war und in vielen Universitäten in erste Institutionalisierungsprozesse übergeführt werden konnte.

    Die Pädagogischen Hochschulen haben daher diese Institutionalisierungsprozesse der Hochschuldidaktik nicht mitgemacht bzw. erst später, verkürzt und in kürzerem Zeitraum komprimiert, vollzogen.
  • Mit der Implementierung der Bologna-Strukturen in den tertiären Bildungsbereich ergaben sich für die Hochschulen mehrere Handlungsfelder:

    Strategische Ebene:
    Abgrenzung, Profilierung und Gestaltung von Studienprogrammen —> Gefahr: Zunehmend spezialisierte Studiengänge (Gefahr der Intransparenz)

    Ebene der Organisation:
    Entscheidung über curriculare Strukturen, Größe und Umfang der Module (Wahl-, Pflichtfächer) und damit der Freiheitsgrade der Studierenden. Entscheidungen über strategische Schwerpunktbildungen in der Lehre. (Institutionsdidaktik, Schiersmann, 1999)

    Ebene der Lernkultur:
    Lernhandeln des Einzelnen
    Interaktionshandeln zwischen Lehrenden und Lernenden
    Einflüsse der Organisation auf das Interaktionshandeln sowie auf die Ermöglichung oder Restriktion formalen, non-formalen und informellen Lernens.

    Makrodidaktische Variablen beeinflussen dabei immer mikrodidaktische Variablen.

    Makrodidaktik: Wie kann ich Lehrende an eine bestimmte Herausforderung heranführen?
    Mikrodidaktik: Welche Methoden erwarten Sie in der Lernsituation?
  • Johannes Wildt:

    Johannes Wildt war deutscher Professor für Hochschuldidaktik an der Technischen Universität Dortmund. Seit 2012 emeritiert.
  • Hier seien exemplarisch jene Entwicklungen genannt, die die gegenwärtige Hochschuldidaktik vor besondere Herausforderungen stellen.
  • Insgesamt lässt sich eine wachsende Bedeutung des berufsbildenden Schulwesens als Ausgangsbasis für Studienkarrieren an Pädagogischen Hochschulen identifizieren.

    Ebenso deutlich erkennbar ist eine Zunahme diskontinuierlicher (nonlinearer) Bildungsbiographien (BECKER & REIMER 2010), bzw. das Anstreben des Lehrberuf im Zusammenhang mit einem Studienwechsel und/oder der Änderung von beruflichen Perspektiven. 2011 konnten bereits rund 12% der Studierenden auf ein Hochschulstudium an einer Universität oder Fachhochschule verweisen.

    Heterogenität von Studierendenkohorten, besonders von Studierendengruppen innerhalb einer Lehrveranstaltung, wird von den Lehrenden in der Regel als Problem wahrgenommen.

    Im Kontrast dazu findet sich in der Didaktik konstruktivistischer Prägung die Position, dass sich aus der Heterogenität von Lerngruppen didaktische Funken schlagen lassen können. Dazu jedoch bedarf es spezifischer, nämlich heterogenitätssensibler Fertigkeiten der Lehrenden.

    Wie können diese gefördert werden und welche studienorganisatorischen und bildungstechnologischen Unterstützungssysteme können zu diesem Zweck eingesetzt werden?
  • Der österreichische Philosoph Ludwig Wittgenstein hat schon vor vielen Jahrzehnten einmal formuliert: „Wir spüren, dass selbst, wenn alle möglichen wissenschaftlichen Fragen beantwortet sind, unsere Lebensprobleme noch gar nicht berührt sind.“

    Wissen als äußere Beherrschung von Mitteln ermöglicht noch lange nicht verantwortungsbewusstes Handeln. Erst Bildung auch als Wertbewusstsein in der Einschätzung der für das Überleben und das gute Leben notwendigen Zwecke, begründet eine vernünftige Mittel- und Ressourcenverwendung.
  • Der österreichische Philosoph Ludwig Wittgenstein hat schon vor vielen Jahrzehnten einmal formuliert: „Wir spüren, dass selbst, wenn alle möglichen wissenschaftlichen Fragen beantwortet sind, unsere Lebensprobleme noch gar nicht berührt sind.“

    Wissen als äußere Beherrschung von Mitteln ermöglicht noch lange nicht verantwortungsbewusstes Handeln. Erst Bildung auch als Wertbewusstsein in der Einschätzung der für das Überleben und das gute Leben notwendigen Zwecke, begründet eine vernünftige Mittel- und Ressourcenverwendung.
  • Wer glaubt, lehren würde jetzt überflüssig, irrt. Besonders weniger leistungsfähige Lerner bedürfen der Unterstützung und Anleitung. Diese Anleitung muss allerdings je nach Lernfortschritt sukzessive heruntergefahren werden, um Lernfortschritt zu ermöglichen.

    Diese (temporäre) Unterstützung und Begleitung wird im eng. Fachausdruck: „Scaffolding“ (Gerome Bruner / Baugerüst) genannt.

    Damit werden Unterstützungshandlungen bezeichnet, die kompetente Lehrende in der Interaktion mit weniger kompetenten Lerner/innen einsetzen. Das Bild des Baugerüstes impliziert eine vorübergehende Hilfestellung:

    Wenn die Lerner/innen in der Lage sind, eine Herausforderung selbstständig zu bewältigen, wird das stützende Gerüst entfernt.

    Grundlage zu Bruners Konzept des "Scaffolding" bildet Wygotskis Theorie von der "Zone der proximalen Entwicklung": Ein kompetenterer Partner (z. B. die Mutter, die Erzieherin) kann dem weniger kompetenten Partner (Kind) durch Interaktion helfen, seine kognitiven und sprachlichen Fähigkeiten auszubauen.

  • Konnektivismus (engl. Connectivism) ist eine relativ junge Lerntheorie, die sich auf das Lernen im digitalen Zeitalter bezieht.

    Sie wurde von dem kanadischen Lerntheoretiker George Siemens entwickelt.

    Anders als bestehende Lerntheorien sieht der Konnektivismus den Menschen nicht als isoliertes, sondern als vernetztes Individuum.

    So entsteht ein Netzwerk, sowohl zu anderen Menschen als auch zu nicht-menschlichen Quellen. Dieses Netzwerk ist maßgeblich für das Lernen, da der Mensch jederzeit darauf zugreifen kann.
  • Creative Commons (abgekürzt CC; englisch für schöpferisches Gemeingut) ist eine gemeinnützige Organisation, die 2001 in den USA gegründet wurde.

    Sie veröffentlicht verschiedene Standard-Lizenzverträge, mit denen ein Autor der Öffentlichkeit auf einfache Weise Nutzungsrechte an seinen Werken einräumen kann.

    Diese Lizenzen sind nicht auf einen einzelnen Werkstyp zugeschnitten, sondern für beliebige Werke anwendbar, die unter das Urheberrecht fallen, zum Beispiel Texte, Bilder, Musikstücke, Videoclips usw. Auf diese Weise entstehen Freie Inhalte.

    Entgegen einem häufigen Missverständnis ist Creative Commons nicht der Name einer einzigen Lizenz. Die verschiedenen Lizenzen von Creative Commons weisen vielmehr große Unterschiede auf.

    Einige CC-Lizenzen schränken die Nutzung relativ stark ein, andere wiederum sorgen dafür, dass auf das Urheberrecht so weit wie möglich verzichtet wird.

    Veröffentlicht jemand beispielsweise ein Werk unter der Lizenz CC-BY-SA, dann erlaubt er die Nutzung durch andere Menschen unter der Bedingung, dass der Urheber sowie die betreffende Lizenz angegeben werden.

    Darüber hinaus darf der Nutzer das Werk unter der Bedingung verändern, dass er das bearbeitete Werk unter derselben Lizenz veröffentlicht. Das ist die Lizenz, die Wikipedia verwendet.
  • Digital Inklusive Hochschullehre

    1. 1. Institut für Fernstudien und Didaktische EntwicklungIFDE Kirchliche Pädagogische Hochschule - Edith Stein Johannes Maurek, MA Msc (2015)Digital Inklusive Hochschuldidaktik Lehren ist wie eine Ehe - Jede Seite erwartet, dass es die andere bringt
    2. 2. Institut für Fernstudien und Didaktische EntwicklungIFDE Kirchliche Pädagogische Hochschule - Edith Stein Exklusiv - Studieren als Privileg
    3. 3. Institut für Fernstudien und Didaktische EntwicklungIFDE Kirchliche Pädagogische Hochschule - Edith Stein Exklusiv - Studieren als Privileg
    4. 4. Institut für Fernstudien und Didaktische EntwicklungIFDE Kirchliche Pädagogische Hochschule - Edith Stein Exklusiv - Studieren als Privileg
    5. 5. Institut für Fernstudien und Didaktische EntwicklungIFDE Kirchliche Pädagogische Hochschule - Edith Stein Exklusiv - Studieren als Privileg
    6. 6. Institut für Fernstudien und Didaktische EntwicklungIFDE Kirchliche Pädagogische Hochschule - Edith Stein Exklusive Hochschullehre Ökonomisierung (Studiengebühren) Quelle: PH Zürich, http://phzh.ch (http://bit.ly/1JgO67K)
    7. 7. Institut für Fernstudien und Didaktische EntwicklungIFDE Kirchliche Pädagogische Hochschule - Edith Stein Agenda 1. Was ist „Digital Inklusive Hochschuldidaktik?“ 2. Entwicklung der Hochschuldidaktik (Abriss) 3. Handlungsfelder der Hochschuldidaktik 4. Gesellschaftliche Entwicklungen 5. Hochschuldidaktische Herausforderungen 7 1 2 3 4 5 Agenda
    8. 8. Institut für Fernstudien und Didaktische EntwicklungIFDE Kirchliche Pädagogische Hochschule - Edith Stein Agenda 8 1. Was ist „Digital Inklusive Hochschuldidaktik?“ 2. Entwicklung der Hochschuldidaktik (Abriss) 3. Handlungsfelder der Hochschuldidaktik 4. Gesellschaftliche Entwicklungen 5. Hochschuldidaktische Herausforderungen 1 2 3 4 5
    9. 9. Institut für Fernstudien und Didaktische EntwicklungIFDE Kirchliche Pädagogische Hochschule - Edith Stein 1 2 3 4 5 Digital inklusive Hochschuldidaktik Was ist digital inklusive Hochschuldidaktik Informations- und Wissensvermittlung Recherche Quellenkritik Lehrvideos Microblogging (Twitter) Simulationen Leistungsdokumentation und Leistungsfeststellung ePortfolio Reflexive Methoden Entwicklungsdokumentation eTesting Gruppenfeedback Kooperation und Kollaboration Kollaboratives Schreiben Medienproduktion Projektmanagement Podcasts Kommunikation Chat Feedback Social Media Blogging Virtual Classrooms Foren
    10. 10. Institut für Fernstudien und Didaktische EntwicklungIFDE Kirchliche Pädagogische Hochschule - Edith Stein 1 2 3 4 5 Digital inklusive Hochschuldidaktik –Wozu? Was ist digital inklusive Hochschuldidaktik Quelle: Dies in review.com (http://bit.ly/1Fo7swJ) Quelle: Beat Döbeli Honegger (http://beat.doebe.li/bibliothek/a00570.html)
    11. 11. Institut für Fernstudien und Didaktische EntwicklungIFDE Kirchliche Pädagogische Hochschule - Edith Stein 1 2 3 4 5 Digital inklusive Hochschuldidaktik – Zwischen Innovationen und Eintagsfliegen Was ist digital inklusive Hochschuldidaktik Angelehnt an Gartners Hype Cycle of Emerging Technologies
    12. 12. Institut für Fernstudien und Didaktische EntwicklungIFDE Kirchliche Pädagogische Hochschule - Edith Stein 1 2 3 4 5 Digital inklusive Hochschuldidaktik beinhaltet: Was ist digital inklusive Hochschuldidaktik
    13. 13. Institut für Fernstudien und Didaktische EntwicklungIFDE Kirchliche Pädagogische Hochschule - Edith Stein 1 2 3 4 5 Was ist digital inklusive Hochschuldidaktik
    14. 14. Institut für Fernstudien und Didaktische EntwicklungIFDE Kirchliche Pädagogische Hochschule - Edith Stein Agenda 14 1. Was ist „Digital Inklusive Hochschuldidaktik?“ 2. Entwicklung der Hochschuldidaktik (Abriss) 3. Handlungsfelder der Hochschuldidaktik 4. Gesellschaftliche Entwicklungen 5. Hochschuldidaktische Herausforderungen 1 2 3 4 5 Entwicklung der Hochschuldidaktik
    15. 15. Institut für Fernstudien und Didaktische EntwicklungIFDE Kirchliche Pädagogische Hochschule - Edith Stein Entwicklung der Hochschuldidaktik • Thematisierung in D/A erst in den 1970er Jahren (Programmierter Unterricht), Treiber: Bildungsökonomie, Wissenschaftskritik. (Luther, 1979) • Entwicklung erster Didaktikzentren (70er/80er Jahre) an Hochschulen • Beschleunigung der Entwicklung in den 90er Jahren durch eLearning / Bologna • Boom Ende der 90er / Entwicklung zahlreicher Didaktik-Zentren (Treiber: digitale Lehr-/Lernformen, staatliche Anschubfinanzierungen) vorwiegend im 3rd Space. 15 Entwicklung der Hochschuldidaktik 1 2 3 4 5
    16. 16. Institut für Fernstudien und Didaktische EntwicklungIFDE Kirchliche Pädagogische Hochschule - Edith Stein Entwicklung der Hochschuldidaktik • Konstituierung verschiedener Interessensverbände: 1969 - 2007 Arbeitsgemeinschaft für Hochschuldidaktik (AGHD) ab 2008 - DGHD - Deutsche Gesellschaft für Hochschuldidaktik 1977 - ÖGHD - Österreichische Gesellschaft für Hochschuldidaktik • Das Forum Neue Medien in der Lehre Austria (FNM-A) übernahm 2010 die Herausgeberschaft der Zeitschrift für Hochschulentwicklung (ZFHE / vormals „Zeitschrift für Hochschuldidaktik“) von der ÖGHD. 16 Entwicklung der Hochschuldidaktik 1 2 3 4 5
    17. 17. Institut für Fernstudien und Didaktische EntwicklungIFDE Kirchliche Pädagogische Hochschule - Edith Stein Zäsuren • 1999/2000 zerplatzten mit der Dotcom-Blase auch weitgehende (irrationale) Hoffnungen in die dämpfende Kostenwirkung von eLearning • In der zweiten Hälfte der 2000er Jahre versiegten die mit dem eLearning-Boom verbundenen Anschubfinanzierungen fast vollständig • Sukzessive begannen sich die großteils im 3rd. Space angesiedelten Hochschuldidaktikzentren umzubenennen (z. B. Zentrum für flexibles Lernen, Zentrum für Lehrkompetenz, etc.) 17 Entwicklung der Hochschuldidaktik 1 2 3 4 5
    18. 18. Institut für Fernstudien und Didaktische EntwicklungIFDE Kirchliche Pädagogische Hochschule - Edith Stein Studienstrukturen - Bologna Aufwand Vergleichbarkeit (freinachEuler,2013,S.33ff,) Organisationskultur - Curricula Ermöglichung Restriktion Von der Hochschuldidaktik zur Hochschulentwicklung 18 Entwicklung der Hochschuldidaktik Lernkultur Makrodidaktische Variablen Mikrodidaktische Variablen beeinflussen Organisation Pädagogische Interaktion Individuum 1 2 3 4 5
    19. 19. Institut für Fernstudien und Didaktische EntwicklungIFDE Kirchliche Pädagogische Hochschule - Edith Stein Agenda 1. Was ist „Digital Inklusive Hochschuldidaktik?“ 2. Entwicklung der Hochschuldidaktik (Abriss) 3. Handlungsfelder der Hochschuldidaktik 4. Gesellschaftliche Entwicklungen 5. Hochschuldidaktische Herausforderungen 19 Agenda 1 2 3 4 5
    20. 20. Institut für Fernstudien und Didaktische EntwicklungIFDE Kirchliche Pädagogische Hochschule - Edith Stein 20 Begriffsklärung Handlungsfelder der Hochschuldidaktik • „Hochschuldidaktik (…) ist die spezifische Anwendung der didaktischen Fragestellungen auf das Lehren und Lernen, die Frage nach seinen Begründungen, seinen Inhalten, den Methoden und - nicht zu unterschätzen - den realen Bedingungen unter denen dieses Lehren und Lernen stattfindet, einschließlich der subjektiven Rezeption der Studierenden.“ (Wintersteiner, 2006) • Der deutsche Begriff ‚Hochschuldidaktik’ entspricht dem anglophonen ‚educational development’. Er umfasst insofern Forschung und Entwicklung, Weiterbildung und Beratung zu Lehr- und Lernprozessen an der Hochschule. Aufgabe der Hochschuldidaktik ist es, die Lehrenden forschungsbasiert zu qualifizieren, eine wissenschaftlich fundierte Studienreform zu betreiben und die Hochschule als lernende Organisation zu entwickeln. Die Hochschuldidaktik versteht sich als Teil der Selbstreflexion des Hochschul- und Wissenschaftssystems.“ (Battaglia, 2009) 1 2 3 4 5
    21. 21. Institut für Fernstudien und Didaktische EntwicklungIFDE Kirchliche Pädagogische Hochschule - Edith Stein 21 Handlungsfelder Handlungsfelder der Hochschuldidaktik (Link zur Mindmap im Web: http://bit.ly/1EdDt5B) 1 2 3 4 5
    22. 22. Institut für Fernstudien und Didaktische EntwicklungIFDE Kirchliche Pädagogische Hochschule - Edith Stein • Der Bologna-Prozess verlieh der Hochschuldidaktik europaweit eine neue Bedeutung. „Der hochschuldidaktische Kern des Bologna- Prozesses liegt in einem tiefgreifenden Wandel der Lernkultur.“ (Wildt, 2004) 22 Handlungsfelder der Hochschuldidaktik Substrat 1 2 3 4 5
    23. 23. Institut für Fernstudien und Didaktische EntwicklungIFDE Kirchliche Pädagogische Hochschule - Edith Stein Agenda 1. Was ist „Digital Inklusive Hochschuldidaktik?“ 2. Entwicklung der Hochschuldidaktik (Abriss) 3. Handlungsfelder der Hochschuldidaktik 4. Gesellschaftliche Entwicklungen 5. Hochschuldidaktische Herausforderungen 23 Agenda 1 2 3 4 5
    24. 24. Institut für Fernstudien und Didaktische EntwicklungIFDE Kirchliche Pädagogische Hochschule - Edith Stein Diskontinuierliche Bildungsbiografien 24Gesellschaftliche Entwicklungen Oftmaliger Jobwechsel, Umschulungen, Ausbildungen im 2. u. 3. Bildungsweg, Lifelong Learning Schulkarrieren der Studienanfänger an der PH-Salzburg (W11, n=295) (Quelle: Kommunales Bildungsmanagement der Stadt Trier, http://bit.ly/1zqVUF4 ) 1 2 3 4 5
    25. 25. Institut für Fernstudien und Didaktische EntwicklungIFDE Kirchliche Pädagogische Hochschule - Edith Stein Diversität/Heterogenität 25 (Quelle: Universität Flensburg http://bit.ly/1ufxlJO ) Heterogenität ist Ressource, nicht Lernhindernis. Differenz ist gesellschaftliche Normalität, Homogenität eine Illusion (Reichenbach, 2015) Aber: Können alle diese Herausforderungen durch individualisierte Lehre allein gelöst werden? Wie müsste eine solche Lehre konzipiert sein? Gesellschaftliche Entwicklungen Die Gesellschaft wird zunehmend multiethnisch, multikulturell, multi- oder areligiös 1 2 3 4 5
    26. 26. Institut für Fernstudien und Didaktische EntwicklungIFDE Kirchliche Pädagogische Hochschule - Edith Stein Vernetzung 26 Information ist schnelllebig Träges Wissen (Faktenwissen) wird weniger wichtig. Aber: Setzt ein handlungsleitendes Orientierungs- wissen nicht ein Mindestmaß an deklarativen Wissen voraus? Gesellschaftliche Entwicklungen Die Gesellschaft agiert zunehmend vernetzt, Fakten sind schnell recherchierbar (Quelle: CC-BY-NC-SA by Tanja Föhr, http://bit.ly/1CcHfwK ) Wissen verdoppelt sich alle 5 Jahre Es gibt keinen „Information Overflow“, es gibt nur unzureichende Filter. 1 2 3 4 5
    27. 27. Institut für Fernstudien und Didaktische EntwicklungIFDE Kirchliche Pädagogische Hochschule - Edith Stein Vernetzung 27Gesellschaftliche Entwicklungen 1 2 3 4 5
    28. 28. Institut für Fernstudien und Didaktische EntwicklungIFDE Kirchliche Pädagogische Hochschule - Edith Stein Agenda 1. Was ist „Digital Inklusive Hochschuldidaktik?“ 2. Entwicklung der Hochschuldidaktik (Abriss) 3. Handlungsfelder der Hochschuldidaktik 4. Gesellschaftliche Entwicklungen 5. Hochschuldidaktische Herausforderungen 28 Agenda 1 2 3 4 5
    29. 29. Institut für Fernstudien und Didaktische EntwicklungIFDE Kirchliche Pädagogische Hochschule - Edith Stein „Shift from teaching to learning“ 29 Hochschuldidaktische Herausforderungen (Blake, n.d.; zitiert nach Northern Illinois University, n.d.) • Kompetenzorientierung: Denk- und Handlungsmuster von Studierenden verändern • Studierende sind „process-owner“ ihrer Studien. Sie konstruieren ihre Lernumgebung/en selbst. • Lehrende sollen Lernaktivitäten anstoßen, aufrecht erhalten, begleiten und beraten (d. h. Erweiterung des hochschuldidaktischen Handlungsrepertoires, Arrangement von authentischen Lernsituationen)1 2 3 4 5
    30. 30. Institut für Fernstudien und Didaktische EntwicklungIFDE Kirchliche Pädagogische Hochschule - Edith Stein „Shift from teaching to learning“ 30 Hochschuldidaktische Herausforderungen (Wildt, 2009) 1 2 3 4 5
    31. 31. Institut für Fernstudien und Didaktische EntwicklungIFDE Kirchliche Pädagogische Hochschule - Edith Stein „Shift from teaching to learning“ 31 Hochschuldidaktische Herausforderungen 1 2 3 4 5
    32. 32. Institut für Fernstudien und Didaktische EntwicklungIFDE Kirchliche Pädagogische Hochschule - Edith Stein Neue Bildungsformate 32 Hochschuldidaktische Herausforderungen Vorlesungsmitschnitte Wiederholung, Vertiefung, Vorbereitung Z. B. mit iTunes-U, Office 365 Webinare Gruppenkonferenzen, Meetings, themen zentrierte, dislozierte Arbeitstreffen, Möglichkeit der LV-Teilnahme bei (länger Erkrankung Z. B. mit Adobe Connect, Office 365 an der KPH-ES möglich 1 2 3 4 5
    33. 33. Institut für Fernstudien und Didaktische EntwicklungIFDE Kirchliche Pädagogische Hochschule - Edith Stein Neue Bildungsformate 2 33 Hochschuldidaktische Herausforderungen Flipped Classroom (Inverted Classroom) Stofferklärung/Einführung vor der LV (Video) Übungsphasen in der Präsenzphase. Z. B. mit present.me Educamps Freie Konferenzen, bei denen die Teilnehmer- innen vor Ort Inhalte und Zeitstruktur selbst festlegen. Durch Methoden wie Podiums- diskussion und Open Space ergänzt. an der KPH-ES möglich (Quelle: Christian Leschke from Ilmenau, Germany - EduCamp 2008 Ilmenau. CC BY-SA 3.0 http://bit.ly/14WNZl6 ) 1 2 3 4 5
    34. 34. Institut für Fernstudien und Didaktische EntwicklungIFDE Kirchliche Pädagogische Hochschule - Edith Stein Neue Bildungsformate 3 34 Hochschuldidaktische Herausforderungen 1 2 3 4 5
    35. 35. Institut für Fernstudien und Didaktische EntwicklungIFDE Kirchliche Pädagogische Hochschule - Edith Stein MOOC’s - Partizipatives Lernen 35 Hochschuldidaktische Herausforderungen an der KPH-ES möglich Massve Open Online Course • MOOC’s sind virtuelle Lernorte für große Lerngruppen • Dabei entstehen die Lernmaterialien durch die Teilnehmer selbst • Blogs, Wikis, Facebookgruppen, Videokonferenzen, Podcasts sind gleichzeitig Ergebnis und Basis kollaborativer Lernprozesse • Zentrale Foren und Online-Veranstaltungen sind Kulminationspunkte der Lernszenarien und verweisen auf die Beiträge der Teilnehmer/innen 1 2 3 4 5
    36. 36. Institut für Fernstudien und Didaktische EntwicklungIFDE Kirchliche Pädagogische Hochschule - Edith Stein Back Channeling 36 Hochschuldidaktische Herausforderungen an der KPH-ES möglich bitte gehen Sie auf folgende Website: b.socrative.com und geben Sie als Room Number ein: 948031 1 2 3 4 5
    37. 37. Institut für Fernstudien und Didaktische EntwicklungIFDE Kirchliche Pädagogische Hochschule - Edith Stein Back Channeling 37 Hochschuldidaktische Herausforderungen an der KPH-ES möglich Vorteile: • Synchrone Rückmeldungen während eines Vortrags • Inputs und Beiträge des Plenums ohne Störung möglich • Aktivierende Methode bei One-Way-Communication • Archivierung der Plenums-Beiträge möglich Z. B. über Twitter mit jedem Endgerät (Quelle: Universität Dallas, http://bit.ly/1B80nKX ) 1 2 3 4 5
    38. 38. Institut für Fernstudien und Didaktische EntwicklungIFDE Kirchliche Pädagogische Hochschule - Edith Stein Konnektivismus - Lernen in Beziehung 38 Hochschuldidaktische Herausforderungen an der KPH-ES möglich Prinzipien: • Lernen und Wissen beruht auf Diversität • Lernen ist ein Prozess des Verbindens von Information • Lernen kann in nicht-menschlichen Einrichtungen stattfinden • Kapazität, mehr zu wissen, ist wichtiger, als das, was man bereits weiß • Erhaltung und Pflege von Beziehungen ist Basis kontinuierlichen Lernens • Grundvoraussetzung ist die Kompetenz, Zusammenhänge zu erkennen • Aktualität des Wissens ist Ziel konnektivistischen Lernens • Entscheidungen zu treffen, zwischen wichtig und unwichtig zu unterscheiden ist Lernprozess an sich (Siemens, 2005) 1 2 3 4 5
    39. 39. Institut für Fernstudien und Didaktische EntwicklungIFDE Kirchliche Pädagogische Hochschule - Edith Stein Freie Lernmaterialien (OER) 39 Hochschuldidaktische Herausforderungen an der KPH-ES möglich(Open Educational Ressources) Jedes ins Netz gestellte Werk (Text, Bild, Video) ist urheberrechtlich geschützt und darf nur mit Zustimmung des Verfassers genutzt und im Web wiederverwendet werden. Man kann verschiede Nutzungsformen jedoch unter bestimmten Voraussetzungen erlauben. Lösung: Creative Commons (CC) 1 2 3 4 5
    40. 40. Institut für Fernstudien und Didaktische EntwicklungIFDE Kirchliche Pädagogische Hochschule - Edith Stein Hochschuldidaktische Qualifizierungen 40 Hochschuldidaktische Herausforderungen • Lehrgang für Hochschuldidaktik T3C (Teaching, Collaborating, Coaching & Constructing Knowledge) der KPH-ES in Kooperation mit der PH-Kärnten (Start W14 / 60 EC / 4 Semester) • Lehrgänge anderer österr. Hochschulen (je nach Angebot) • Hochschuldidaktische Qualifizierung in Kooperation zwischen ca. 20 Hochschulen, FH und Universitäten im Rahmen des „Zertifikat eLearning“ (18 Monate / 3 Semester), wechselseitige Anerkennung an allen teilnehmenden Institutionen • Hochschuldidaktische Angebote der Virtuellen PH • Master of Arts in Higher Education, geplant an der Donau-Universität Krems, dzt. nicht angeboten • Angebote von e-teaching.org des Instituts für Wissensmedien in Tübingen (Didaktische Designs, Medientechnik, Lehrveranstaltungskonzeption) für Mitglieder (KPH-ES ist kooperierendes Mitglied) • HILF - Hochschulinterne LehrerInnenfortbildung1 2 3 4 5
    41. 41. Institut für Fernstudien und Didaktische EntwicklungIFDE Kirchliche Pädagogische Hochschule - Edith Stein 41 QuellenBattaglia, Santina (2009): Aktuelle Entwicklungen in der Hochschul-Didaktik im Kontext des Bologna-Prozesses und der Aufbau von vernetzten Qualifizierungs- und Weiterbildungsstrukturen. Online verfügbar unter: URL: http://u4health.net/pdf/2_Referentin_S.Battaglia.pdf . [16.01.2015] Euler, Dieter (2013): Von der Hochschuldidaktik zur Hochschulentwicklung - neue Herausforderungen für die Gestaltung von Lehre und Studium. In: Gabi Reinmann, Martin Ebner, Sandra Schön (Hrsg): Hochschuldidaktik im Zeichen von Heterogenität und Vielfalt. Doppelfestschrift für Peter Baumgartner und Rolf Schulmeister. 2013. Norderstedt: Books on Demand. Luther, Henning (1979): Hochschule und Bildung. Für ein Geschichtsbewusstsein in der Hochschuldidaktik. Hamburg: AHD. Reichenbach, Roland (26.07.2014): Leider gibt es an den Schulen eine Neo-Manie. Neue Zürcher Zeitung. Online verfügbar unter: URL: http://www.nzz.ch/zuerich/leider-gibt-es-an-den-schulen-eine-neo-manie-1.18351180 [19.01.2015] Siemens, George (2005): Connectivism: A Learning Theory for the Digital Age. International Journal of Instructional Technology and Distance Learning, 2(1). Online verfügbar unter: URL: http://www.itdl.org/Journal/Jan_05/article01.htm [18.01.2015] Schiersmann, Christiane (1999): Veränderungen der Funktion und Aufgaben des Weiterbildungspersonals vor dem Hintergrund prozessorientierter beruflicher Weiterbildungsforschung. In: Rolf Arnold, Wiltrud Gieseke, Ekkhard Nuissl (Hrsg.). Erwachsenenpädagogik. Zur Konstitution eines Fachs. 1999. Hohengehren: Scheider, S. 201-212. Wildt, Johannes (2004): Vom Lehren zum Lernen. In: Brigitte Berendt, Hans-Peter Voss, Johannes Wildt (Hrsg.). Neues Handbuch Hochschullehre / NHHL (2002) . Kap. A 3.1. Stuttgart: Raabe. Wildt, Johannes (2009): „Shift from teaching to learning. Herausforderungen einer kompetenzorientierten Studiengestaltung. Online verfügbar unter: URL: http://bit.ly/1zslHwC [19.01.2015] Wintersteiner, Werner (2006): Die Literaturwissenschaft und ihre Didaktik. In: Susanne Hochreiter, Ursula Klingenböck (Hrsg.). Literatur, Lehren, Lernen. Hochschuldidaktik und germanistische Literaturwissenschaft. 2006. Wien: Böhlau, S. 21.

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