HUMER, Grünlanderneuerung 1997 - 2015

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Grünlanderneuerung

Eine fachliche Darstellung aus zeitlicher Sicht aus dem Jahr 1997 WIEDER neu publiziert im Jahr 2015







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Dipl.-Ing. Johann Humer
NÖ. Landeslandwirtschaftskammer
(1993 - 2014)

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HUMER, Grünlanderneuerung 1997 - 2015

  1. 1. 1.4.1997, 2015 Informationen der NÖ. LLWK zur Grünlanderneuerung Seite 1 Grünlanderneuerung Eine fachliche Darstellung aus zeitlicher Sicht aus dem Jahr 1997 WIEDER neu publiziert im Jahr 2015 zusammengestellt von Dipl.-Ing. Johann Humer NÖ. Landeslandwirtschaftskammer (1993 - 2014)
  2. 2. 1.4.1997, 2015 Informationen der NÖ. LLWK zur Grünlanderneuerung Seite 2 Grünlanderneuerung - wann und wie ? Von Dipl.-Ing. Johann Humer Pflanzenbauabteilung der Nö.Landes-Landwirtschaftskammer Der Name Dauergrünland drückt klar aus, daß es sich dabei um ein ausdauerndes Grünland handelt. Infolge von Bewirtschaftungsfehlern kann es zu lückigen bzw. mit Unkräuter und - Gräsern entarteten Beständen kommen. An oberster Stelle ist daher die richtige Bewirt- schaftung zu stellen, um den oft nicht immer sehr sicheren, aber jedenfalls kostenverursachenden Erneuerungsverfahren vorzubeugen. Wenn der Grünlandbestand nicht mehr befriedigt, ist eine Erneuerung oder Regeneration erforderlich. Folgende Fehler sollen vermieden werden, um Grünlanderneuerungen vorzubeugen: 1. Zu später Nutzung besonders bei entsprechender Düngung 2. a) Unzureichende Verteilung und b) zu große Einzelgaben bei Wirtschaftsdüngern: (maximal 10 bis 15 m3 unverd. Rindergülle je ha und Schnitt !  Überdüngung hofnahen Gründlandes und Unterversorgung der restlichen Flächen infolge:  fehlender Düngeplanung  unzureichender Wirtschaftsdüngerlager  mangelndes Weideputzen  ungünstiger Lage (Steilheit, Entfernung) der Flächen 3. Zerstörung der Wiesennarbe durch:  Beweiden oder Befahren mit schweren Maschinen bei feuchten Bodenverhältnissen bzw. steilem Gelände  schlecht eingestellte Mähwerke (Rasierschnitt) und Heuwerbegeräte 4. Zu hohen Viehbesatz bzw. zu hohen mineralischen N-Aufwand. Allerdings gibt es auch andere Ursachen für Bestandesausfälle:  Extreme Witterungseinflüsse (Hitze, Trockenheit, Kälte)  Krankheiten (Pilzbefall, Virosen)  Schädlinge (Engerlinge, Nematoden, Schnackenlarven, Wildschweine)  Verwendung nicht geeigneter Sorten bzw. Mischungen bei der Anlage  Fehler in der Anlage (keine vorhergehende Unkrautbekämpfung, schlechte Bodenbearbeitung, zu tiefe Saatgutablage).
  3. 3. 1.4.1997, 2015 Informationen der NÖ. LLWK zur Grünlanderneuerung Seite 3 Erneuerungskonzept nach Dr .Buchgraber, BAL. D.f.Lw. 8/95 SB4 Bestände laufend beobachten und beurteilen zufrieden nicht zufrieden Einsatz aller biologischen und mechanischen Bewirtschaftungs- maßnahmen starke Verunkrautung Punktbekämpfung selektive Flächenbekämpfung kleeschonend 3-4 Wochen Karenzzeit mähen und konservieren nach 1-10 Tagen: Nachsaat oder Übersaat nachfolgender Aufwuchs keine Düngung und frühzeitig mähen (Rispenschieben) Bewirtschaftungsfehler vermeiden!
  4. 4. 1.4.1997, 2015 Informationen der NÖ. LLWK zur Grünlanderneuerung Seite 4 Sieben verschiedene Verfahren zur Grünlanderneuerung Auf Grund des unterschiedlich starken Einflusses der Regeneration unterscheidet man in umbruchlose Regenerationsverfahren und Regenerationsverfahren mit Umbruch. Das Umbruchverfahren bringt in geeigneten Lagen die besten Regenerationserfolge. Umbrüche sind aber im Dauergrünland oft wegen zu steiler Hanglagen, hohen Steingehaltes, mangels geeigneter Geräte nicht oder nur sehr erschwert durchführbar. Deshalb sind auch umbruchlose Verfahren entwickelt worden. Pflugumbruch (Gumpensteiner Regenerationsverfahren) Der Umbruch bringt allgemein den besten Regenerationserfolg, wie viele Versuche zeigen. Den Umbruch mit dem Pflug wird man vor unter folgenden Verhältnissen durchführen: 1. Wo ein halbwegs ackerbarer Boden gegeben ist. Wenn dies gut möglich ist, soll man sich aber überlegen ob der Feldfutterbau nicht besseres und mehr Futter bringt. 2. Wo eine derart dichte Narbe an unerwünschten Pflanzen besteht, die nur mehr durch Wendung des Bodens beseitigt werden können. 3. Wo keine chemische Unkrautbekämpfung möglich ist (biologischer Landbau), um die unerwünschten Pflanzen zu beseitigen. Allerdings ist zu berücksichtigen, daß der Umbruch ohne chemische Unkrautbekämpfung bzw Änderung der Bewirtschaftung nach einigen Jahren wieder durchgeführt werden muß. Und zwar dann, wenn die Unkräuter wieder massiver auftreten, was durchaus möglich sein kann. Unter den Umbruchverfahren hat sich das „Gumpensteiner Regenerationsverfahren“ als praktikabelste Vorgangsweise wie folgt erwiesen: Umbruch der alten Grasnarbe Ende Juni/Anfang Juli, nachdem man vorher noch ein bis zwei Schnitte genommen hat. Einschaltung einer kurzen Bracheperiode (ca. 1 Monat lang), mit dem Ziel, in dieser Zeit schwer bekämpfbare Wurzelunkräuter wie Quecke, Geißfuß, usw. auf mechanische Weise zu vernichten und eine natürliche Setzung des Bodens herbeizuführen. Im selben Jahr ist zwar normalerweise keine bedeutende Nutzung mehr möglich, die Saaten haben aber genügend Zeit, sich bis zum Herbst hin soweit zu kräftigen, daß sie gut überwintern und im darauffolgenden Frühjahr bereits ihre volle Leistungsfähigkeit entfalten können. Bei Teilnahme am ÖPUL, sind die speziellen Bestimmungen über Umbruch einzuhalten. !! Übersaat mit oberflächlicher Aufrauhung (Ausbesserungssaat) - speziell im Frühjahr beim Wieseneggen oder Striegeln Die neuesten Einsaatgeräte mit Striegel und Sämaschine (Fa. Einböck und Fa. Hatzenbichler) nutzen dieses Erneuerungsprinzip. Es ist das aktuellste technische Erneuerungsverfahren.
  5. 5. 1.4.1997, 2015 Informationen der NÖ. LLWK zur Grünlanderneuerung Seite 5 Das Aufritzen des Bodens mit Eggen oder Striegeln schafft ein Saatbett mit günstigeren Keimbedingungen und als die bloße Übersaat. Die Ausbesserungssaat eignet sich sehr gut zur Begrünung von Kahlstellen. Der Aufgang der Saat wird verbessert, wenn das Saatgut leicht ein- gearbeitet und der Boden gewalzt wird. Die Ausbesserungsarbeiten sind speziell im Frühjahr in Kombination mit dem Eggen oder Striegel der Wiesen empfehlenswert, wenn ohnedies die Maulwurfshügel eingeebnet werden. Auf solchen offenen Bodenstellen hat eine Einsaatmischung relativ gute Voraussetzungen zum Aufkommen. Der Boden soll auch nach einer punktförmigen Unkrautbekämpfung mit Roundup oder ähnlichen Mitteln nach der Karenzzeit durch Einsaaten begrünt werden, weil ansonsten erst wieder auf den behandelten Flächen unerwünschte Kräuter aufkommen und die Behandlung damit nicht ihren Sinn erfüllt. Die Übersaat mit oberflächlicher Aufrauhung muß nicht unbedingt mit traktorgezogenen Geräten erfolgen. Es soll nicht vergessen werden, daß diese Art der Grünlanderneuerung auch händisch mit Rechen und einem Saatgutbehälter erfolgen kann. Dies ist dann empfehlenswert, wenn das Gelände zu steil ist oder es sich nur um kleinere Flächen handelt. Hufkultivierung Darunter versteht man die Aussaat von 20 - 30 kg/ha einer geeigneten Dauerwiesenmischung bevor eine Weideperiode zu Ende geht. Die Tiere treten das Saatgut besonders an den viel begangenen und offenen Bodenstellen gut an. Dadurch erübrigt sich eine maschinelle Behandlung und der Aufgang wird deutlich verbessert. Besonders geeignet ist dieses Verfahren für Hanglagen unebenes Gelände und Weideeingänge, wo Maschinen kaum einzusetzen sind. Bandfrässaat und Schlitzdrillsaat In den Jahren 1980 -1990 Jahren kamen in Österreich hauptsächlich Schlitzdrillgeräte zur Nachsaat auf. Gute Erfolge wurden damit überwiegend nur bei lückigen Grasnarben erzielt oder bei vorangegangener Reduzierung des Unkrautdruckes mit Hilfe von Herbiziden und einer optimalen Nachbehandlung, durch frühzeitigen Schnitt bei ca. 15 cm Pflanzenhöhe. Seit einigen Jahren laufen an der BAL Gumpenstein Versuche mit Bandfräsgeräten. Vor allem bei verfilzten Grasnarben bzw. bei Verzicht auf die vorherige Herbizidanwendung sind die zu erwartenden Erfolge günstiger einzuschätzen. Bei relativ guten Wachstumsbedingungen für die Nachsaat innerhalb der etwa 7-10 cm breiten Säbänder und durch die Minderung des Konkurrenzdruckes seitens des Altbestandes sind die Einsaaterfolge recht gut. Die Fa. Weißhäupl produziert ein derartiges Bandfräsgerät unter dem Namen "Slotter". Die Erfahrungen bei verschiedenen Bodenfeuchten zeigen, daß der "Slotter" bei feuchterem Boden zu Verstopfungen neigt. Die Bandfräsgeräte kann man als die derzeit vorletzte Entwicklung von Einsaatgeräten bezeichnen. Aufgrund der teuren Mechanik haben sie sich doch nicht so stark verbreitet, wie man anfänglich erhoffte. Auf dieses leicht durchführbare Verfahren mit seinen guten Erfolgschancen wird besonders hingewiesen!!!
  6. 6. 1.4.1997, 2015 Informationen der NÖ. LLWK zur Grünlanderneuerung Seite 6 Fräsumbruch mit Direkteinsaat Die Lely-Fräse ist mit den in die Fahrtrichtung gleichlaufenden Fräsmessern und aufgebautem Säkasten geeignet und arbeitet alle Rasenreste sehr gut ein, bereitet ein sehr gutes Saatbett für die Sämereien und hinterläßt die bearbeitete Fläche in einem gleichmäßig gekrümmelten, sauberen Zustand, wie es wünschenswert ist. Der Fräsumbruch ist auch bei einem mittleren Steingehalt und mit einer einstellbaren Bearbeitungstiefe (10 cm sind in etwa ideal) möglich. Zum guten Gelingen der Saat ist bei Unkrautproblemen des Altbestandes vorher eine Unkraut- bekämpfung sehr empfehlenswert, ansonsten ist mit einem erneuten raschen Aufkommen des Unkrautes zu rechnen, das auch die Einsaat stark unterdrückt. Der Fräsumbruch sollte unterlassen werden, solange gefährliche Wurzelunkräuter wie Geißfuß oder Quecke noch nicht erfolgreich bekämpft worden sind. Bodenbearbeitung mit Kreiselegge und Einsaat Steht dem Betrieb eine Kreiselegge zur Verfügung, kann die Schaffung eines offenen Saatbettes auch mit der Kreiselegge erfolgen. Die Einsaat erfolgt dann am besten mit einer normalen Sämaschine oder von Hand aus. Das Saatgut soll leicht eingeeggt und angewalzt werden, wodurch der Aufgangserfolg verbessert wird. Zum guten Gelingen der Saat ist ebenfalls vorher eine Unkrautbekämpfung sehr empfehlenswert. Regelmäßige Übersaat ohne Bodenbearbeitung Diese Art von Übersaat erfolgt in zeitlich regelmäßigen Abständen z.B. in Kombination mit einer Mineraldüngung oder wie bei der einmaligen Übersaat. Dabei werden je Übersaat 2 - 5 kg Saatgut/ha ausgebracht. Dieses Verfahren hat dann Erfolg wenn das Saatgut unter günstigen Klimaverhältnissen gute Aufgangsbedingungen vorfindet. Einmalige Übersaat ohne Bodenbearbeitung Die Übersaat kann händisch bei kleineren Flächen, mit Handstreuer oder Sämaschinen, die nach Möglichkeit den Boden etwas aufritzen, erfolgen. Die Erfolgschance dieser einzelnen Maßnahme ist nicht sehr erfolgversprechend. Der Grund dafür ist die zu große Konkurrenz des Altbestandes, der nur geringe Samenaufgang, sowie die hohe Austrocknungsgefahr, wenn die Samen nicht richtig in den Boden gelangen. Saatgutmischungen zur Grünlandregeneration Bei der Wahl des Saatgutes muß man sich klar sein, welches Ziel man mit der Regeneration anstrebt. Es sind zu unterscheiden: echtes Dauergrünland, Wechselwiesen oder feldfutterähnliche Bestände. Bei Wechselwiesenmischungen oder Feldfutterintensivmischungen muß man nach einigen Jahren wieder die übliche Neuanlage durchführen. Die meisten Regenerationen werden bei Dauerwiesen durchgeführt. Auf die Wahl der Einsaatmischung ist
  7. 7. 1.4.1997, 2015 Informationen der NÖ. LLWK zur Grünlanderneuerung Seite 7 dabei besonders zu achten. Empfohlen werden die ÖAG - Saatgutmischungen. Diese sind durch eine spezielle Auswahl von den bestmöglichen Gräser und Kleesorten ausgezeichnet. Ein Sonderdruck aller ÖAG - Saatgutmischungen ist bei Der NÖ. Landeslandwirtschaftskammer (Dipl.-Ing. Johann Humer) ohne Kosten erhältlich. Bei nicht oder schwer umbrechbarem Dauergrünland sind Saatgutmischungen mit ausdauernden Arten (Dauerwiesenmischungen) zu bevorzugen. In den letzten Jahren empfiehlt Dr. Buchgraber von der BAL Gumpenstein eine spezielle Einsaatmischung, die in seinen Praxisanlagen sehr gute Erfolge gebracht hat. Auch im Fachhandel werden bereits diese Einsaatmischungen angeboten. Für echtes Dauergrünland kommen folgende Mischungen in Frage: 1. Qualitätsmischung: Dauerwiese A / B / C (für trockene, milde, feuchte Lagen) 2. Qualitätsmischung: Dauerwiese D (für rauhere Lagen) 3. Spezielle Einsaatmischung (nach Dr. Buchgraber, Bundesanstalt in Gumpenstein) Früher wurde besonders das Bastardraygras L 100 für Regenerationszwecke eingesetzt. Es entwickelte sich in den ersten Jahren oft enorm stark, verlor aber rasch seine Winterhärte. Dadurch kamen Totalausfälle zustande, weil das raschwüchsige Raygras oft den Altbestand völlig unterdrückte und damit auch die bisherigen ausdauernden Arten verschwanden. Darum wurde, außer bei Feldfutterbeständen, von diesen Raygraseinsaaten wieder abgegangen. Teilweise wurden mit Schlitzdrillsägeräten auf Dauergrünland Qualitäts-Feldfutter- Intensivmischungen wegen des anfänglich rascher sichtbaren Erfolges verwendet. Dabei ist zu beachten, daß bei der Verwendung von nicht ausdauernden Saatgutmischungen, wie die der Feldfutterintensivmischungen im Dauergrünland wegen der großen Verdrängungswirkung und späterem Ausfall der nicht ausdauernden Arten zu einem problematischen Dauerregenerationsbedarf führen wird. Auch die Kleemüdigkeit (Kleekrebsbefall) kann stark zunehmen . Die problematischen Arten sind vor allem Raygräser und Rotklee, die in den Intensivmischungen enthalten sind. Sie entwickeln sich zwar am Anfang sehr stark, sind ertragsstark, wintern aber nach einigen Jahren aus. Es stellt sich daher die Frage, ob regelmäßige Regenerationen sinnvoll sind. Vor- und Nachbehandlung entscheiden den Regenerationserfolg Die richtige Vorbehandlung besteht Beseitigung des Unkrautes. Bestände mit viel Ampfer, Wiesenkerbel, Bärenklau, u.a. führen auf den oft gut versorgten Böden zu Verunkrautungen. Hier hilft die selektive Flächenbehandlung, d.h. der Kräuteranteil wird mit gräser- und kleeartenschonenden Spritzmitteln zurückgedrängt. Es geht nicht um die Ausrottung der Kräuter, sondern um ein Platzmachen für die wertvollen Gräser und Leguminosen in einem richtigen Verhältnis zwischen Gräsern, Kräutern und Leguminosen.
  8. 8. 1.4.1997, 2015 Informationen der NÖ. LLWK zur Grünlanderneuerung Seite 8 In einem von Buchgraber (1991) 1) veröffentlichten Bericht zur Grünlandregeneration wurden die neueren Herbizide zur Vorbehandlung getestet. Es geht daraus hervor, daß alle geprüften Mittel den Ampfer gut bekämpfen, aber nur Harmony und Asulox den Weißklee schonen. Das Mittel Garlon L60 nimmt neben dem Ampfer auch andere Kräuter recht gut, sind aber nicht kleeverträglich. Für eine Mischverunkrautung, in der der Klee kaum mehr eine Rolle spielt, könnten diese Mittel bei einer Wuchshöhe von 10 bis 12 cm angewandt werden. Wenn der Weißklee eine tragende Säule im Aufbau des Bestandes ausübt, so sollte unbedingt auf die kleeschonenden, allerdings auch teuren Mittel zurückgegriffen werden. Dem Auftreten von vereinzelten Problemunkräutern sollte schon frühzeitig mit einer Punktbekämpfung begegnet werden. Dazu eignen sich auch die selektiven Mittel sehr gut, da die übrige Narbe nicht geschädigt wird. Der Einsatz von Roundup zur Flächenbehandlung wird generell nicht empfohlen. Nur in absoluten Ausnahmefällen, wo Geißfuß und Quecke dominieren, könnte vor dem Umbruch eine solche Maßnahme gesetzt werden. Nach der Spritzung müssen die jeweils ausgewiesene Karenzzeit (meist 3 bis 4 Wochen) eingehalten werden. Das Futter soll erst nach dieser Zeit geerntet und konserviert werden. Danach wurden von allen geprüften Mitteln keine Rückstände mehr gefunden. Die richtige Nachbehandlung besteht im rechtzeitigen Schnitt bei einer Höhe von ca. 15 - 20 cm und einer folgenden sachgerechteren Bewitschaftung. Damit erhält die junge Einsaat ausreichend Licht zum Wuchs. Wird keine Vor- und Nachbehandlung durchgeführt muß mit der Unterdrückung bis hin zum Absterben der Einsaat durch die Konkurrenz der Altnarbe gerechnet werden. 1) Buchgraber K., BAL Gumpenstein: Erhaltung und Erneuerung des Grünlands; Sonderbeilage, Der fortschrittliche Landwirt 18/1991, SB 4.2 Güllezusätze enttäuschend in ihrer "Hilfswirkung“ Immer wieder werden in Werbeschriften Hilfsmittel, wie Steinmehle oder andere Güllezusätze angeboten, die angeblich einen positiven Einfluß auf die Pflanzenbestände haben. z.B. Biolitgesteinsmehl fördere nicht die Verunkrautung, Amalgerolgülle hemme die Verunkrautung oder Flinasan verbessere die Bestandeszusammensetzung. Diese Aussagen sind in den seltensten Fällen geprüft und damit gewiß. In offiziellen pflanzenbaulichen Feldversuchen haben sie jedenfalls enttäuschend gewirkt. Am besten haben die Landwirte ihr Dauergrünland durch Ihr persönliches Werk im Griff, wie die oft nebeneinander verschiedenen Bestände zeigen. Wann das Grünland erneuern? Mit dem Erneuern durch Übersaat soll im Frühjahr bereits mit dem ersten Befahren zur Einebnung der Maulwurfshügel begonnen werden. Der Erfolg der Erneuerung durch Übersaat nach dem ersten und zweiten Schnitt hängt vor allem von den Feuchteverhältnissen des Saatbeetes ab. Es ist aber auch wichtig, das die Saat genug Licht erreicht und nicht in einem hohen Altbestand untergeht.
  9. 9. 1.4.1997, 2015 Informationen der NÖ. LLWK zur Grünlanderneuerung Seite 9 Neuanlagen durch Umbruch, bei denen man möglichst wenig Futterertrag verlieren will, wählt man zeitlich so, daß die Aussaat bis Ende August erfolgt ist. Ansonsten sind Neuanlagen jederzeit möglich. Voraussetzung für das Gelingen einer jeden Saat ist, daß nach dem Anbau eine ausreichende Bodenfeuchte vorhanden ist und die keimende Saat genug Licht erreicht. Zusammenfassung 1. Es wird besonders darauf hingewiesen, wenn Grünlanderneuerungen beabsichtigt werden, daß zuerst die Ursachen der Grünlandprobleme erkannt werden und künftig entsprechend gegengesteuert wird. Ansonsten ist die Erneuerung sehr bald wieder wirkungslos und diese Maßnahme unrentabel. 2. Die optimale Methode der Grünlanderneuerung richtet sich nach den Verhältnissen und welche Geräte zur Verfügung stehen. Es ist durchaus möglich, daß man auch ohne teure Einsaatgeräte auskommt. 3. Es wird bei allen Übersaaten auf die unabdingbar erforderliche Vorbehandlung (Unkrautbekämpfung) und Nachbehandlung (früher Schnitt) hingewiesen. 4. Von den "Hilfswirkungen" von Güllezusätzen zur Erhaltung eines besseren Grünlandes ist wenig zu halten. 5. Auf die besondere Bedeutung der Ausbesserungssaat im Frühjahr beim Wiesenabschleppen, die HUFKULTIVIERUNG, die für Weidebetriebe ohne nennenswerte Aufwände möglich ist wird besonders verwiesen. 6. Bei den neueren Verfahren mit Striegelsägeräten und Bandfräsgeräten muß sich erst herausstellen, ob der Erfolg den Aufwand lohnt.  7. GLER_97A.DOC, Druck:09.01.2015 18:39:00

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