B eratungsschw erpunkt
G r ü n l a n d -
G r u n d f u t t e r q u a l it ä t
E i n e A r b e i t s u n t e r l a g e d e ...
Erarbeitet von:
Dr. Karl BUCHGRABER, BA Gumpenstein
Ing. Josef GALLER, LWK Sbg.
Dr. Karl Heinz GERHOLD, LWK Vbg.
Dr. Leonh...
©
Folienvorlage
Wichtiger Hinweis
Spezieller Hinweis für Beratungskräfte
Fotos
FISCHER G.
GERHOLD H.
PICHLER W.
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Übersicht
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Kapitel 1 Einleitung 1
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Kapitel 2 Dauergrünland
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Kapitel 3 Grünfutter
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Kapitel 4 Konser...
KAPITEL 1
Einleitung
Bedeutung des Grünlandes:
Weite Teile des österreichischen Bundesgebietes sind landschaftlich und lan...
Grünland ist auch in Österreich hauptsächlich dort verbreitet» wo Ackerbau nicht
oder nicht gut möglich ist, sei es wegen ...
Einleitung
Es wird auch in Hinkunft kaum möglich sein, die großen landeskulturellen Leistun­
gen der Griinlandwirtc für di...
KAPITEL 2
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Seile
2.1 Pftazentsestand......................... ...............................................
Pflanzenbestand
2.1. Pflansenbestaad
Ein guter Pflanzenbestand ist die Grundlage für einen entsprechenden Ertrag und eine
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Pflanzenbestand
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Unkrautbekämpfung
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Bedeutung: Weit verbreitet auf ungepflegten Weiden, vor allem in höheren...
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Gebirgs-Greüskraut (Semecäo subalpinus)
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Unkrautbekämpfung
Große Brennessel (Urüca dioica)
Bedeutung: Zeigerpflanze für übermäßige Stickstoffversorgung, nicht selt...
Unkrautbekämpfung
Beinwell (SyuptsySum officiaale)
Bedeutung: Vor allem in milden bis mittleren Lagen» auf frischen bis fe...
Unkrautbekämpfung
Rasenschmiele (Deschampsia caespifosa)
Bedeutung: Das grünlandwirtschaftlich bedeutendste "Ungras mit de...
Unkrausbekämpfung
2*2,23. FakelDativeGrünlandunkräuter
Wiesenbärenklau (Heracleoimspfeomdylram)
Bedeutung: Insbesondere in...
Unkrautbekämpfung
Wiesenlabkraut (Galium raollugo)
Bedeutung: Wirkt oft stark unterdrückend auf die wertvolleren Bestandes...
Unkrautbekämpfimg
Schafgarbe (AchQlea mniefolium)
Bedeutung: Geringe Besiandesanteile bis zu etwa 5 % sind eher vorteilhaf...
Unkrautbekämpfung
2 2 3 . Möglichkeiten zur Bekämpfung von Grünlandunkräutera mit Hilfe
von Herbiziden
2*23.1. Allgemeine ...
Unkrambekämpfmg
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Beste Wirksamkeit bei wüchsigem Wetter und gut ausgebildeter Blaf...
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Unkrautbekämpfung
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Grünlcmdemeuerwg
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Grünlanderneuerung
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26
Grünlanderneuerung
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KAPITEL 3
Grundfutterproduktion
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3.1.NoteoiiBS*eltpunkt
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3.1=2. Niatasagsseifcparakt bei Weidenutzung
Noch während des Schossens ist der ideale Zeitpunkt der Weidenutzung. Das Fut...
Nutzungszeitpunki
3.L3. Praktische Tips zum Nutzungszeitpunki- Fotos: Dr. ICH. Gerhold
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Nuizungshäußgkeit
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3.5. Nutzungsbäufigkeit and Futterkosten/1 MSkh
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3.6. Mtoeralstoffe srad Caroüö
Kalireiche Wirtschafts­
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3.6*1A Kalzium
Als Einflußfaktor auf die Ca-Gehalte von Grünfutter und dessen Konserven ist die
botanische Zusammensetzung...
Mmeralstojfe und
Carotin
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Abb. 3.6.-2.: Veränderung vost Magnesramgefealtea im Grünfuiter und dessen
Konserviemngsprodukt...
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einzelnen Spurenelementen (Kupfer, Kobalt) ...
Mineralstoffe I
Carotin
3,63. Beta-Carotins
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In der Sommerfüuemng mit Weide und frischem Grünfutter steht den Milchkühen...
KAPITEL 4
Konservierung von Grünlandfutter
Seite
4.1. Einleitung............................. ...............................
KAPITEL 4
Konservierung von GrümlairsdfMtler
4«1. Einleitung
Unter Konservierung versieht man das Halibarmachen von Futter...
Der aromatische Geruch guter Silagen ist auch auf die Entstehung solcher Verbin­
dungen zurückzuführen. Für beide Gruppen ...
Silagebeveämg
O
Wringprobe
TM Bestimmung
siehe Seite 53
N a e S s e r w ä r m o s i g e H ä
Nacherwärmungen entstehen durc...
Beratungsschwerpunkt Grünlandverbesserung - Grundfutterqualität Herausgeber Karl Buchgraber, Joseph Resch, Verlag Bundesmi...
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Beratungsschwerpunkt Grünlandverbesserung - Grundfutterqualität Herausgeber Karl Buchgraber, Joseph Resch, Verlag Bundesministerium für Land- u. Forstwirtschaft, Österreich 1990 77 Seiten

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Beratungsschwerpunkt Grünlandverbesserung - Grundfutterqualität Herausgeber Karl Buchgraber, Joseph Resch, Verlag Bundesministerium für Land- u. Forstwirtschaft, Österreich 1990 77 Seiten

unter Mitarbeit von Johann HUMER

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Beratungsschwerpunkt Grünlandverbesserung - Grundfutterqualität Herausgeber Karl Buchgraber, Joseph Resch, Verlag Bundesministerium für Land- u. Forstwirtschaft, Österreich 1990 77 Seiten

  1. 1. B eratungsschw erpunkt G r ü n l a n d - G r u n d f u t t e r q u a l it ä t E i n e A r b e i t s u n t e r l a g e d e r B e r a t u n g s s e r v i c e s t e l l e des Bundesministeriums für Land« und F o r s t w i r t s c h a f t
  2. 2. Erarbeitet von: Dr. Karl BUCHGRABER, BA Gumpenstein Ing. Josef GALLER, LWK Sbg. Dr. Karl Heinz GERHOLD, LWK Vbg. Dr. Leonhard GRUBER, BA Gumpenstein Doz. Dr. Petrus GRUBER, ÖKL Dipl.-Ing. Johann HUMER, NÖ. LLWK Dr. Hans LEW, Bundesanstalt für Agrarbiologie Ing. Willibald PICHLER, LWK KnL Dipl. Ing. Roman SCHAFFER HBLA-Raumbcrg Doz. Dr. G. SCHECHTNER, BA Gumpenstein Dipl.-Ing. Günther WIEDNER, NÖ. LLWK Dr. Herbert WILHELM, LK Stmk. Unter Mitwirkung von: Dipl.-Ing. Peter FRÜHWIRTH, LWK OÖ. Dr. Herben HUBER, LWK OÖ. Dipl.-Ing. Andreas KOUTNY, LLWK Tirol Dipl.-Ing. Dr. OBERGRUBER, HBLA Raumberg Ing. Johann PANZENBÖCK, LFS Tullnerbach Ing. Johann PETYREK, LLWK Tirol Dipl.-Ing. Irmgard SCHÖGGL, HLLH Graz-Eggcnberg Dipl.-Ing. Markus SCHWÄRZLER, LFS Hohenems Redaktion und Gestaltung: Gcsamücuung und für den Inhalt verantwortlich Dipl.-Ing. Gustav FISCHER Ref. II/A4b - Beratungsscrvicestcllc OR Dipl.-Ing. Josef RESCH BMLF, Wien Abt. II/A4, BMLF, Wien
  3. 3. © Folienvorlage Wichtiger Hinweis Spezieller Hinweis für Beratungskräfte Fotos FISCHER G. GERHOLD H. PICHLER W. SCHAFFER R. WILHELM H. Herausgeber und Druck: Bundesministenum für Land- und Forstwirtschaft, Wien, 1990
  4. 4. Übersicht Seite Kapitel 1 Einleitung 1 $ Kapitel 2 Dauergrünland i 4 'i jj Kapitel 3 Grünfutter &S 28 > Kapitel 4 Konservierung von Grünlandfutter 43 ; Kapitel 5 Verpilzung 65 Kapitel 6 Fütterungssch werpunkte 69 Kapitel Literatur 77
  5. 5. KAPITEL 1 Einleitung Bedeutung des Grünlandes: Weite Teile des österreichischen Bundesgebietes sind landschaftlich und landwirt­ schaftlich von Grünland geprägt In den klassischen Hauptproduktionsgebieten des österreichischen Alpenraumes, nämlich Hochalpengebiet, Voralpengebiet und Aipenostrand, die sich auf mehr als die Hälfte des Bundesgebietes erstrecken, variiert der Grünlandanteil (Dauergrünland + Ackergrünland) etwa im Bereich zwischen 80 und 100 % (Tab. 1,-1.). Die Landwirtschaft beruht hier fast ausschließlich auf Grün­ landWirtschaft und Viehzucht, teilweise allerdings erheblich ergänzt durch das zu­ sätzliche Einkommen aus Eigenbesitz an Wald. Tab. l.-I.: Grünlandanteile in den österreichischen Hauptproduklions* gebieten in Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche (auf Grund der Land- und Forstwirtschaftlichen Betriebszählung 1980) Hochalpengebiet Voralpengebiet Alpenostrand Kärntner Becken Alpenvorland Wald- und Mühlviertel Südöstl. Flach- und Hügelland Nordöstl. Rach- und Hügelland Summe Österreich % Dauergrünland % [Stf] Ackergrünland % fU j Summe % Aber auch in fast allen anderen österreichischen Hauptproduktionsgebieten ist das Grünland stark vertreten. Im Alpenvorland, Kärntner Becken sowie Wald- und Mühl­ viertel liegt der Anteil an der LN im Bereich um 50 %. Selbst im südöstlichen Flach- und Hügelland erreicht der Anteil noch 37 %. Nur im nordöstlichen Rach- und Hü­ gelland ist das Grünland ziemlich bedeutungslos geworden.
  6. 6. Grünland ist auch in Österreich hauptsächlich dort verbreitet» wo Ackerbau nicht oder nicht gut möglich ist, sei es wegen der widrigen Bodenverhältnisse (Flachgrün- digkeit, hoher Steingehalt, zu hoher Tongehalt oder weil es sich um Moorböden han­ delt), zu hoher Niederschlag oder Gnmdwasserstände, Überschwemmungsgefahr, steiler Hanglage oder zu kurzer Vegetationszeit, wie in den Höhenlagen. Diese ungünstigen StandortsVerhältnisse sind auch der Hauptgrund, weshalb Grünland­ betriebe im allgemeinen wirtschaftlich viel schlechter abschneiden als die Ackerbau- betriebe. Der große wirtschaftliche Wen unserer umfangreichen Grönlandflächen, die größ­ tenteils von unseren Vorfahren in mühseliger Handarbeit dem Waid und Strauchbe­ ständen abgerungen worden sind, liegt einerseits darin, daß wir nur dadurch in der Lage sind, die erforderliche Eigenversorgung an hochwertigen Lebensmitteln (Trink­ milch, Butter und Käse, Rind* und Kalbfleisch) zur Gänze bzw. weitestgehend si- cherzusteilen. Andererseits ist es im wesentlichen das Grünland, dem wir die große Attraktivität weiter Teile unseres Bundesgebietes für die vielen Erholungssuchendcn aus den städtischen und industriellen Ballungszentren verdanken, und damit auch das Florieren des volkswirtschaftlich so überaus wichtigen Tourismus (Deviseneinnah­ men 1988 : 119 Milliarden Schilling), Professor KÖTTL schricb 1974 zur Bedeutung der EigenVersorgung: "Je kleiner ein Land ist, je weniger es politisches, militärisches und wirtschaftliches Gewicht be­ sitzt, je geringer seine Verankerung in internationalen Großmärkten ist, umso mehr sollte dieses Land seine Agrarmarktordnung in den Dienst der langfristigen Emüh- rungssichcrung auf der Grundlage der inländischen Agrarerzeugung stellen, um sich auf diese Weise eine der wesentlichen Voraussetzungen für eine politisch und wirt­ schaftlich möglichst weitgehende Unabhängigkeit zu bewahren". Es wurde verschiedentlich versucht zu definieren, wie eine Landschaft aussehen soll damit sic attraktiv und erholsam wirkt. Den folgenden Beispielen ist unschwer zu entnehmen, welch überragende Rolle das Grünland dabei spielt. Nicht nur eine fri­ sche und saubere Luft wird allseits verlangt, sondern darüberhinaus auch eine ge­ pflegte und abwechslungsreiche Kulturlandschaft - eine vielfältige Polykuliur mu hoher ökologischer Diversität (HABER 1971), eine harmonische Abwechslung von Waid, Wiese, Weide und Gartenland (VOGL 1971), eine ästhetische Kulisse mu nicht mehr als 30-50 % Waldanteil (möglichst Mischwald), und dazwischen vor al­ lem Grünland mit guten Aussichtsmöglichkeilen (PEVETZ 1971), eine Landsitu ü. die durch die Anwesenheit von Menschen und Hausüeren eine einladende Wohn­ lichkeit erhält (KERSCHBÄUMER 1971), eine ansprechende, offene und ab*cvh'- lungsreiche Landschaft, in der Feld, Wald und Wasser in ''rechter Mischuni:' erhal­ ten sind (GESSLEIN 1971). Speziell zur Bedeutung der Grünlandwirtschaft in den Berggebictcn auLne m,! Dipl.Ing. HUBER kürzlich sehr treffend mit folgenden Worten: "Die sehen Bcrggebictc sind ein unersetzbares volkswirtschaftliches Kapital Du j > - ländische Kulturlandschaft inmitten Europas wird zweifellos auch in Zukunft er k sonderer touristischer Anziehungspunkt sein, und ohne Bergbauem unj 1% landWirtschaft wäre Österreich in seiner wirtschaftlichen Tragfähigkeit au! I m., •• substantiell gefährdet. Die Erhaltung der Bergbauem als Schützer und PiLv.v j • traditionsreichen Landschaft ist daher eine nationale Aufgabe, die in ihrer weit über die Agrarpolitik hinausgeht”. "Grünlandwirtschaft" bedeutet bei sachgemäßer Durchführung auch in hohem V.u. Boden- und Gewässerschutz, denn es ist heute einwandfrei erwiesen, daii der dk hi. Bewuchs und die reichliche Durchwurzelung des Grünlandes den Boden sehr eu: schützt und auch gewährleistet, daß die Nitratauswaschung unter Grünland im allge­ meinen sehr viel geringer ist als unter Ackerland.
  7. 7. Einleitung Es wird auch in Hinkunft kaum möglich sein, die großen landeskulturellen Leistun­ gen der Griinlandwirtc für die Allgemeinheit durch entsprechende Preise und Direkt­ zahlungen voll abzugcltcn. Jeder Landwirt wird durch entsprechende Eigeninitiative auch selbst dazu beitragen müssen, seine Einkommenssituation zu verbessern und den Weiterbestand seines Betriebes zu sichern. Ein allseits sehr anerkanntes Mittel dazu ist die Verbesserung der Futterqualitat, um relativ hohe tierische Nutzleistungen allein schon aus dem Grundfuuer zu erzielen. Eine gute Grundfutterqualität kann aber auch viel dazu beitragen, die Gesundheit, Fruchtbarkeit zu steigern und Produk­ tionskosten zu senken bzw. das Einkommen zu erhöhen. Wo der Hebel dabei im we­ sentlichen anzusetzen ist, wird im folgenden aufgezeigt 3
  8. 8. KAPITEL 2 DansergrüiiSaind Seile 2.1 Pftazentsestand......................... ..................................................... ................ 5 2.LL AifoFderisangeEa aira einen gytesi PfSanzenfeest&nd.........................-........... 5 2.IX , Ursachen schlechter Pflansenfeestäncile................ ................ ...................... 5 2.1.2.1. Siandortmängel............................ ........- .............. ........................................ .... 6 2.1,12.. Intensive Stickstoffdüngung und Überdüngung...............................................6 2.1.2.3. NarbenVerletzungen (= Chance für Unkrautwuchs)................................... 8 2.1:2.4; Natürliches Ableben wenvoller BeständeSpanner...................................... 9 2*2. Leitlinien für die Unkrautbekämpfung..............................................................9 2.2.1..Allgemeines.......................................................................................................... 9 2.2.2. Möglichkeiiesi zm Bekämpfung voo Grimlandun» kräuterra ohne Einsatz von Herbiziden...........................................................10 2.2.2.1. Giftpflanzen........................................................................................................10 2.2.2.2. Minderwertige...... ......................................... ............................................ ......12 2.2.23. Fakultative..................................................................................................... ......16 2.23. Möglichkeiten zur Bekämpfung von GriinSandun- kräutern mit Hilfe von Herbiziden.................................................................19 2.2.3.L Allgemeine Grundsätze......................................................................................19 2.2.3.2. Wuchstoffherbizide..................................................................................... ......19 2.2.33. System. Herbizide......... ..................................... ...................... ................. ......20 2.23.4. Ätzmittel...................................................................................................... .......21 23. GrünSanderneuerung.............................................................................................23 23.1. Allgemeines...................................................... ...............................................23 2.3.2. Verfahren mit Umbruch............................................................................. .....23 23.3. Verfahren ohne Umbruch ................................................................................23 2.3.4. Technische Hinweise zur umbruchlosen Grünlandemeuening.....................25 2.3.5. Saatgutmischungen...........................................................................................27 2.4. Ackergrünland.......................................................................................................27 2.4.1. Mischungstypen mit relativ hohem Leguminosenanteil....................................27 2.4.2. Grasbetome Mischungstypen..............................................................................27 4
  9. 9. Pflanzenbestand 2.1. Pflansenbestaad Ein guter Pflanzenbestand ist die Grundlage für einen entsprechenden Ertrag und eine gute Futterqualität Die Situation in der Praxis ist überwiegend unbefriedigend. Die Gründe sind teils naturbedingt, noch viel häufiger aber ausgelöst oder verstärkt durch Bewimchaftungsfehler. 2.1.1. Anforderungen m einen guten Pflanzenbestand Gute Dauergrünlandbestände im ökologischen Normalbereich sollten etwa folgender­ maßen aussehen: » Hohe Bestandesdichte Ssarkes Gerüst an wertvollen, standortspezifischen Gräsern (je nach Standort Düngungsintensität und Art der Nutzung etwa mind. 50, max. 80 % Gewicht). Vtelseitiges Inventar an sonstigen Arten, im besonderen an Leguminosen (in Abhängigkeit von der Düngungsintensität sowie Nutzung) und an wertvollen Futterluräutem. m Völliges oder nahezu komplettes Fehlen von absoluten Grünlandunkräutem «Giftpflanzen, "Milchverpestem" und nicht oder nur sehr unzulänglich gefressene Ancn). I I 2 Ursachen schlechter Grünland bestände Übersicht 2.I.-1.: Zusammenstellung der Ursachen 1. Siandortmängel Nässe, luftarmc Böden, Schatten II. Enistehungsmängel schlechte Ackergrünland-Bcständc entwickeln sich zu verunkrautetem Dauergrünland III. Nährstoffmangel Zeigerpflanzen wie z.B. Borstgras, Ruchgras, KJappcrtopf IV. Intensive N-Düngung und Überdüngung Förderung der Obergräser und Kräuter V. Besonders auf weniger leistungsfähigen Standorten und bei hauptsächlicher Mähnutzung sind Chancen für Unkrautwuchs und BodenVerdichtungen gegeben durch : • Feldlagerung von Stallmist, Rundholz, Feldsilohaufen etc. • Sehr ungleichmäßige Wirtschaftsdüngcrvertcilung • Dickgülleanwendung bei heißer Witterung • Rasierschniuc und zu tief eingestellte Maschinen • Befahren bei feuchter Witterung (Reifenschlupf) mit zu schweren Maschinen • Trittschäden, Tränkstellen • Schipisten und Langlaufloipcn VI. Zu später Schnitt, keine Reinigungsschnitte auf Weiden , gefressen werden die "guten Gräser" vor allem auf den leistungsfähigen Standorten bzw. intensiverer Düngung. VII. Keine Einzclpflanzenbekämpfung z.B. bei Ampfer, Rasenschmiele, Disteln und anderen Problcmkräutem VIII, Natürliche Schäden IX. Natürliches Ableben wertvoller Bcstandcspartner Mäuse, Maulwurf, Engerlinge ,Aus- wintem, Pilzbefall, etc. a 5
  10. 10. Pflanzenhestemd 2.I.2.I. Standortmängel: Auf luftarmen Böden mit zu hohem Grund- oder Stauwasserstand ist kein qulitativ hochwertiges Futter zu erzeugen. Erstrebenswert ist hier eine sinnvolle räumliche Trennung zwischen kultivierten Feuchtwiesen (mit entsprechender Wasserstandsre- gulierung) und natürlichen Feuchtwiesen bzw. Naßbiotopen. Diese wären in möglichst großem Umfang zu erhalten oder auch wiederherzustellen. 1 X 2 2 . lEiteisive N-DimgMg isBitdl ÜberdiiogisHig Die intensive N-Düngung wirkt bei entsprechender Abstimmung von Düngung und Nutzung an sich nicht qualitätsverschlechternd, führt aber nicht selten zu überhöhter Narbenauflockerung, überhöhten Kräuteranteilen, etc. Man sollte daher Grünland grundsätzlich nur dann - wenn überhaupt - intensiv mit Stickstoff düngen, wenn sich die Standorte dazu eigenen, d.h. die Bestände notfalls wieder mittels Umbruch oder Neuansaat regeneriert werden können. a Intensitätsstufe "Intensiv M; Intensive N-Düngung ........................ ca. 60 kg N/M ähaufwuchs ..........................ca. 40 - SO kg N/W eideaufwuchs Übersicht 2,1.-2.: GefährdoBig voe Dauergrünland beständen in Abhängigkeit vqp der Höhe der StäcksaofTdoisgy^g yrad der Art der Nutzung ( unter mitteleuro­ päischen Klimabedingugnen im ökologischen Normalbereich). Art der Nutzung 2x 2x ^HWde 1:1 3x Penn. Vjelschniu Mähweide * Perm. Weidenutzung Höhe der N-Dg. mäßig xxxxxx oooooo oooooo miael xxxxxx | oooooo oooooo hoch xxxxxx xxxxxx xxxxxx X X X X K X xxxxxx oooooo sehr groß relativ groß relativ gering (aber nicht ganz auszuschließcn ) bei entsprechenden Ausgangsbestanden in der Regel stabil bei rechtzeitiger Ernte der Mähaufwüchse Die Überdüngung wirft folgende Fra genbereiche auf: Narbendichte, Verunkrautungsgefahren und Nutzungshäufigkeit. Narbenauflockerung und Verunkrautungen sind oft Probleme in Grünlandbetrieben. Ein Zusammenhang, der sich mit diesen Problemen häufig herstelicn läßt, ist die Tatsache, daß diese • bei einem starken Stickstoffeinsatz von Wirischafts* und/oder Mineraldünger auftreten (Abb. 2.1.-1.) und/oder ® bei zu später Futternutzung entstehen (Abb. 2.1.-2 .) Beide Faktoren stehen in einer wechselseitigen Beziehung und üben auf die Bestan­ desentwicklung in botanischer und qualitativer Hinsicht eine starkeWirkung aus. 6
  11. 11. Pflanzenbestand Abb. 2.1.-1.: Langzeitwirkung von N im Grünland ( M i t t e l a u s n i e d r . + i n t e n s i v e r N - A n w e n d u n g ) kg Trockenmassebildung / kg N und Jahr A n w e n d u n g s j a h r Quelle. Schechtnar 1981,1987 Dieses Phänomen der zunehmenden Gülle-N-Wirkung kann folgend erklärt werden: Der organische Stickstoff in der Gülic (ca. 50 % vom Gesamt-N, das sind ca. 2 kg N von ca. 4 kg Gesamt»N je m3Gülle) wirkt bekanntlich nur sehr langsam, da der teil­ weise in die organische Bodensubstanz eingebaute Güllestickstoff erst wieder im Laufe der Jahre je nach Wiuerung mobilisiert wird. Abb. 2.1.-2.: Anteil der Obergräser in Abhängigkeit von der Höhe der N-Düngung und Nutzungsintensität: Zu geringe Nutzung (2x) bei hohen N-Gabcn erhöht den Anteil der Obergräser und hoher Kräuter und unterdrückt Untergräser. Eine stärkere Nutzung schafft den Ausgleich. 7
  12. 12. P ßam enbestm ä Geringe Schniuzakl o bringt weniger dichte Wiesennarbe Beifeuchtem Boden befahren des Grün­ landes vermeiden Q Narbenverletzung ermöglicht Unkrautwuchs Die auffallendste und mit großer Wahrscheinlichkeit eintretende Wirkung hoher N-Mengen auf den Pflanzenbestand ist die weitgehend oder völlige Verdrängung der Leguminosen (Weißklee» Blatterbse, Wicken). Siehe dazu Abb. 2.1.-3. Abb. 2.1-3.: Botanische EptwickSwig in Flächenprozent der einzelnen Arten­ grappen bei unterschiedlicher N-Düngung und Nutzungshäufigkeit nach dem 13. Versuchsjahr. Botanische Entwicklung Österreich Bestandesaufbau im 13.Versuchsjahr Zx 3xsp 3xfr Zx 3xsp 3 x fr 4x Obergr&ser Niedr.Kräuter UntergrS ser Hohe KrSuter 1 i Leguminosen Quelle: Sch echtster lß?B* daten verdichtet Die Leguminosen - und Untergräserverdrängung bedeutet fast immer einen Quali- lätsverlusi des Fuuers, wenn die geringe Schniiuiutzungszahi beibehaltcn wird und damit eine weniger dichte Wiesennarbe entsteht. 2.1.23. Narbenverletzungesi ( = Chance für Unkrautwuchs) Natürlich können auch Narbenverletzungen im Zuge der Bewirtschaftung auftrcten. Mit mehr Traktor-PS können die Wiesen zwar auch bei feuchtem Boden befahren und bearbeitet werden, doch die Narbenschäden und die Ansiedlung rasch aufteufen­ der Unkräuter bleiben nicht aus. Nicht selten sind gerade die mechanischen Verlet­ zungen der Narbe die Ursache für das Auftreten von Grünlandunkiäutem. Als anderes Beispiel sei die Umlagerung (Rotte)von Stallmist auf Wiesenböden er­ wähnt. Hin wesentlicher Nachteil der Umlagerung, der in der Praxis häufig zu beob­ achten ist, besteht darin, daß es an den Zwischenlagerungsstellen im Grünland in der Regel zu einer weitgehenden Vernichtung der Grasnarbe kommt. In der weiteren Folge kommt es mit großer Wahrscheinlichkeit zu einem starken Unkrautwuchs nach Räumung der Zwischenlager. Je nach Lagerdauer siedeln sich auf dem Mist­ haufen und in der nahen Umgebung Unkrautherde an. Diese werden anfänglich leicht mißachtet und können zu einer unerwünschten Ausbreitung von Unkräutern führen. Auf den Kahlstcllcn finden alle Wiesenkräuter schnell Licht und Luft zur Keimung.
  13. 13. Pflcmzenbestand Die mechanischen NarbenVerletzungen könnten leicht vermieden werden und zwar durch: i Wühlmausbekämpfung durch fördern der natürlichen Feinde wie Greifvögel S i t z s t a n g e n Unkrau:fu 4- Kontrolle genügL O Kein Befahren unter nassen Bodenverhältnissen, solange die Narbe zerdrückt wird (dies gilt auch für die Gülleausbringung) O Auf richtige Bereifung achten (Grünlandreifen für Traktoren) O Richtig eingestellte Mähwerke auf ca. 5 cm Schnitthöhe (=Rasierschnitt wrakfei) □ Einebenen von Maulwurfshügeln» Wühlmaushaufen 3 Besämen aller offen gewordenen Bodenstellen mit Nachsaatmischungen. Wer ein botanisch einwandfreies Dauergrünland mit hoher Futterqualität erhalten will, wird bei langfristiger Anwendung mit den beschriebenen pflanzlichen und kul- turtcchnischen Maßnahmen auskommen. Die Erkenntnisse aus all diesen Zusammen­ hängen sollen aufzeigen, daß bei steigender N-Düngungsintensität, die Nutzungsfre­ quenz entsprechend erhöht werden muß, d.h. insbesondere der 1. Schnitt vorverlegt werden muß, um den Pflanzenbestand in botanischer Hinsicht stabil halten zu können, und um qualitativ hochwertiges Fuuer ernten zu können. Durch die Vorverlegung des 1. Schnittes kann eine bessere Qualität erreicht werden. Nicht selten kommt man bei einem späten 1. Schnitt in eine lange Schlechtwetterperi­ ode, sodaß der Schnittzeitpunkt auf eine noch spätere Zeit verschoben werden muß. Damit wird die Flexibilität der späteren Nutzungen stark eingeschränkt Außderdem kann durch einen füheren Schnittzcitpunkt eine folgende Sommertrockenheit leichter überwunden werden, da das Fulter im Frühsommer rascher nachwächst. Tritt die Trockenpenode gerade nach einem späteren Schnitt auf, sind die Ertragsausfälle wesentlich größer. 2.1.2.4. Natürliches Ableben wertvoller Bestandespartner: Bei ständiger Nutzung der Bestände in jungem, vegetativem Zustand ist damit zu rechnen, daß das Obergrasinventar durch natürliches Ableben von Individuen im Laufe der Zeit stärker in Mitleidenschaft gezogen wird und dadurch eine Bestandes­ entwertung erfolgt, falls kein entsprechender Ausgleich durch Zunahme wertvoller Untergräser oder Nachsaat staufindci. 2.2 Leitlinien für die Unkrautbekämpfung: 2.2.1. Allgemeines Es ist in der Bekämpfung von Grünlandunkräutern schon seit langem üblich, zwi­ schen absoluten und fakultativen Unkräutern zu unterscheiden. Zu der« "absoluten Grünland unkräutern" gehören insbesondere die Giftpflanzen (einschließlich der giftverdächtigen und stoffwechselstörenden Pflanzen) und die minderwenigen, nicht oder nur schlecht gefressenen Arten. "Fakultative Grünlandunkräuter" sind mehr oder weniger wertvolle Futterpflanzen, die in geringen bis mäßigen Anteilen eher bc- standesbcreichemd wirken, wie z.B. die "Futterkräuter", die aber bei überhöhten Be- standesanteilen zu einer Verringerung der Erträge, der Futterqualiiät oder der Wer- bungs* und Konservicrungsfähigkcit des Futters führen. Wichtig ist diese Unterscheidung vor allem im Hinblick auf die Bekämpfungsstrate­ gie. Bei den absoluten Grünlandunkräutem sollte das Ziel der Bekämpfung zumindest auf den wertvolleren Futterflächen darin liegen, sic weitgehend oder zur Gänze zu eli­ minieren. Bei diesen Unkräutern wäre cs auch abwegig, mit der Bekämpfung erst zu beginnen, wenn die vielzitiertcn ,,SchadschwcHcnwcrtc,, übcrschriuen sind. Nur wenn man diese Unkräuter rcchtzcitg und konsequent bekämpft, bekommt man sie so in den Griff, daß ein Minimum an Arbcits- bzw. Herbizidaufwand für ihre weitere 9
  14. 14. Unkrautbekämpfimg Beifakultativen Grünlandmkräutern dafür Sorge tragen, daß sie nicht über­ hand nehmen. In der Bekämpfung der fakultativen Grünlandunkräuter kommt es hauptsächlich dar­ auf an, dafür zu sorgen, daß sie nicht überhand nehmen. Bei dieser Gruppe von Grünlandunkräutern sollte man mit der Bekämpfung spätestens dann beginnen, wenn ihre Bestandesanteile die sogenannten Schweüwerte erreicht haben. Die Bekämpfung von Grüniandunkräutern kann grundsätzlich ohne und mit Ver­ wendung von Herbiziden erfolgen. Die Bekämpfung ohne Herbizide zielt im wesent­ lichen darauf ab, die Unkräuter durch eine längerfristige Nutzung in jungem Zustand allmählich zu erschöpfen, durch konkurrenzstärkere und wertvollere Futterpflanzen zu verdrängen oder auf mechanische Weise zu beseitigen. Diese Art der Unkrautbekämpfung ist zwar wesentlich aufwendiger, langwieriger und auch unsicherer als die Bekämpfung mit Herbiziden, aber für jene Landwirte von größerer Bedeutung, die ohne Verwendung "chemischer” Pflanzenschutzmittel wirtschaften wollen oder auf Grund bestimmter Auflagen dazu gezwungen sind, wie z.B. in Wasserschutzgebieten. Im folgenden wird auf beide Möglichkeiten näher ein« gegangen. 2.2.2. Möglichkeiten sssr Bekämfpung von Grüntandunkräuteirn ohne Einsatz von Herbiziden Die folgende Übersicht umfaßt Unkräuter, die im österreichischen Grünland weit verbreitet sind bzw. auf manchen Standorten oder in manchcn Gebieten größere Pro­ bleme bereiten. Nach einer kurzen Charakteristik ihrer Bedeutung werden die Be­ kämpfungsmöglichkeiten stichwortartig zusammengefaßt. 2.2.2.L Giftpflanzen (einschließlich giftverdächtige und stoffwcchscistörende >und "MilchverpesSer" Scharfer Hahnenfuß (Ranuncuius acris) Bedeutung; Weit verbreitet auf Wiesen und Weiden. Störungen im Gesundhcits/u stand der Tiere (Durchfall, etc.) bei Aufnahme größerer Mengen in grünem Zusünd zu befürchten. Gegenmaßnahmen: Rechtzeitige Fütteremte. Nachmahd bei Weidenut/ung fcvcmt Verbesserung der Nährstoffversorgung zur Kräftigung des Grasgerüstes b/*. Grun landemeuerung. Sumpfschachleihalm (Equisetum palustre) Bedeutung: Weit verbreitet auf feuchten bis nassen Wiesen. Giftig für u-j.-rtui-.-: und Pferde, in grünem, getrocknetem und siliertem Zustand; sehr untunssuv ,_ W irkungen auf die Milchqualität (biuerer Geschmack); nach KLAPP (1 fährlichste Schadunkraut Deutschlands*’. Gegenmaßnahmen: Wiederholtes Walzen der spröden Wedel (mittels ProhU bei Finger- bis Handlange. Verbesserung der Nährstoffversorgung zur Krafujum- des Grasgerüstes; evcntl. Entwässerung. Herbstzeitlose (Colchicum autumnaie) Bedeutung: Gebietsweise stark verbreitet auf frischen bis feuchten (wechselfeuch­ ten) Wiesen (und Weiden). Sehr giftig, auch im getrockneten Zustand. Gegenmaßnahmen: Ausziehen der Pflanzen (mit Handschuhen) bzw. wiederholter Frühschniu nach Erscheinen der Kapseln (aber noch v o r Erreichen der Notreife der Samen!). Düngung des darauffolgenden Aufwuchses mit Jauche oder Gülle. 10
  15. 15. Unkrautbekämpfung Adlerfarn (Pteridium aquilinum) Bedeutung: Weit verbreitet auf ungepflegten Weiden, vor allem in höheren Lagen. Falls bei Futterknappheit notgedrungen gefressen, sind schwere Gesundheitsstörun­ gen (Bluthamen, etc.), bitterer Geschmack von Milch, Butter und Käse, und unter Umständen auch Todesfälle bei den Tieren zu befürchten. Giftig auch im getrockne­ ten Zustand (als Einstreu). Gegenmaßnahmen: 2* bis 3mal jährlich mähen (spätestens bei voller Entfaltung der Wedel). Umtriebs- stau Standweidenufzung. Erforderlichenfalls auch Verbesserung der Nährstoffversorgung. Weißer Germer (Veratrum album) Bedeutung: Gebietsweise stärker verbreitet auf Wiesen und Weiden, vor allem in den höheren Lagen und in der Almregion. Giftig sowohl in grünem als auch in getrockne­ tem Zustand (Durchfall, Kolik, Krämpfe und evtl. auch Ableben der Tiere). Von älte­ rem Vieh auf der Weide im allgemeinen aber streng gemieden. Gegenmaßnahmen: Sehr widerstandsfähig. Ob durch ständigen Frühschnitt bzw. Ausziehen der jungen Triebe im Laufe der Jahre allmählich zu erschöpfen, ist noch unzureichend abgeklärt, aber eher zu bezweifeln. Zypressen-Wolfsmilch (Gupborbia cypparissias) Warzen-Wolfsmilch (Wuphorbia verrucosa) Bedeutung: Giftpflanzen, die hauptsächlich auf trockenen Weiden Vorkommen. Wer­ den zwar normalcrweise von den Tieren völlig gemieden, können aber den Gesund­ heitszustand der Tiere und den Geschmackswert der Milch bereits bei Aufnahme in geringer Menge stark beeinträchtigen. Gegenmaßnahmen: Regelmäßige Tiefmahd bei Biühbeginn, Verbesserung der NährstoffVersorgung. Umtriebs- statt Standweidenutzung. Kleiner Klappertopf (Rhinantus minor) und andere Klappertopf-Arten Bedeutung: Halbschmarotzer, die vor allem bei Nährstoffarmul und Mähnutzung gro­ ße Bestandesanteiie erreichen können, ln grünem Zustand gesundheitsschädigend und nachteilig für die Milchqualiiät (Biaustich), getrocknet wertlos. Gegenmaßnahmen: Verbesserung der NährstoffVersorgung, rechtzeitige Futteremte bzw. Weidenutzung (mit entsprechender zeitlichen Begrenzung!). Wiesenschaumkraut (Cardamine pratensis) Bedeutung: Kann insbesondere in feuchteren Wiesen (und Halbschattenlagen) größe­ re Bestandesanteiie erreichen und bei Grünfüuerung (Vorwcidenutzung) die Gesund­ heit und Leistungsfähigkeit der Tiere erheblich beeinträchtigen. Gegenmaßnahmen: Verbesserung der Nährstoffversorgung. Rechtzeitige Futterem­ te, eventl. auch walzen. <£> i*. % / Ä r , 1 4?' ’ ** •«»' •« v'>'V 'Jr./ Ü* Feigwurz (Ranunculus ficaria) | Bedeutung: Kann in frischen bis feuchten Lagen, im besonderen Halbschattenlagen, | zu einem sehr lästigen Unkraut werden, ln grünem Zustand leisuingsmindemd und j die Milchqualität verschlechternd, getrocknet nur minderwertig. j Gegenmaßnahmen: Intensive Vorweidenutzung im Frühjahr (mit entsprechender 1 zeitlicher Begrenzung!) und bzw. Nachsaat. ■1 " ■ t / / 11
  16. 16. Unkrambekämpßmg L AIpen^GreiskraMf (Senecio aSpmsas) Gebirgs-Greüskraut (Semecäo subalpinus) Bedeutung: Auf feuchten Standorten im Aimbereich oft ein Massenunkraut, im be­ sonderen im Bereich der Viehlager. Bei Weidenutzung zwar absolut gemieden, aber auch in getrocknetem Zustand sehr giftig für Rinder und Pferde. Gegenmaßnahmen Noch unzureichend abgeklärt Eventl. durch wiederholte Mahd und Nachsaat zurückzudrängen oder zu verdrängen. Roßmißze (Mesitfea lomgifolia) Bedeutung: Gefahr der Massenverbreitung vor allem auf feuchten bis nassen Stand­ orten, im besonderen bei Weidenutzung und in der Almregion. Gesundheitsschädi­ gend für Rind und Pferde, m grünem m ä in getrocknetem Zustand. Nachteilig für die Qualität der Milch und Milchprodukte. Gegenmaßnahmen: Sehr widerstandsfähig; nur durch konsequente Mehrschnittnut- zung allmählich zurückzudrängen oder zu verdrängen. Weinbergslauch {Aäiäum vbeaSe) Bärlauch (Alüum ursinutn) Bedeutung: Der Weinbergslauch kann vornehmlich in trockenen und wärmeren La* gen, der Bärlauch in Schattenlagen erhebliche Bestandesameile auch im Grünland erreichen. Beide können die Qualität der Milch und Milchprodukte stark beeinträch­ tigen und eventl. auch Störungen im Gesundheitszustand der Tiere verursachen. Gegenmaßnahmen*. Intensive Beweidung mit Jungvieh, mit entsprechender zeitli­ cher Begrenzung; evtl. auch Verbesserung der Nährstoffversorgung bzw. Nachsaat. 2X12.1 Minderwertige, nicht oder nur schlecht gefressene Arten Stumpfblättriger Ampfer (Rssmex obfcasifoHus) Bedeutung: in vielen Betrieben durch Intensivierung und/oder schwere Bewirtschal • tungsfehler (schlechte Wirtschaftsdüngeranwendung, Malträtierung des Bodens, kei­ ne Einzelpflanzenbekämpfung, etc. zu einem Problemunkraut geworden, das den Er­ trag bzw. die Futterqualität erheblich beeinträchtigt Als Futterpflanze praktisch wertlos. Gegenmaßnahmen; Ausstechen in einer Tiefe von 5 - 15 cm (je nach Alter und Größe der Pflanzen; auf schweren Böden nur nach Erreichen eines entsprechenden Feuchtigkeitszustandes); bei Sämlingen und Jungpflanzen auch Ausziehen bei feuch­ ten bis nassen Bodenverhältnissen. Almampfer (Rumex alpinus) Bedeutung: Eines der Hauptunkräuter der Viehläger der Almregion, wo er die wert­ volleren Futterpflanzen oft fast völlig unterdrückt Gegenmaßnahmen: Bekämpfung im engeren Bereich der Viehläger kaum sinnvoll und zielführend; am ehesten noch die Verhinderung der Weiterverbrciiung durch ständigen Schnitt vor der Samenreife. Erfolgsaussichten des Ausstechens noch unge­ wiß. 12
  17. 17. Unkrautbekämpfung Große Brennessel (Urüca dioica) Bedeutung: Zeigerpflanze für übermäßige Stickstoffversorgung, nicht selten aber auch in ungepflegten Weiden stärker verbreitet; in grünem Zustand vom Vieh ge­ mieden und praktisch wertlos. Gegenmaßnahmen: Sehr widerstandsfähig; evt durch ständigen Frühschnitt all­ mählich zurückzudrängen. Ackerkratzdistel (Cirsium arvense) Gewöhnliche Kratzdistel (Cirsium vulgare) Bedeutung: Als Grünlandunkräuter insbesondere in ungepflegten Weiden stärker ver­ breitet Gegenmaßnahmen: Regelmäßiger Frühschnitt vor der Blüte - am besten bei schwülem, regnerischen Wetter - oder Ausstechen bzw. Ausziehen (je nach Witte­ rungs- und Bodenverhältnissen) bei Blühbeginn oder in der Blüte. Behaarter Kälberkropf (Chaerophyllum hirsutum) Bedeutung: Gefahr übermäßiger Ausbreitung vornehmlich in frischen bis feuchten, kühlen und schattigen Lagen, im besonderen bei stärkerer Sückstoffdüngung. Wirkt oft stark verdrängend auf die wertvolleren Futterpflanzen und bei Bestandesanteilen über 10 bis 15 % auch durchfallerregend (angeblich auch im Heu und in der Silage). Gegenmaßnahmen: Intensive Beweidung und Nachsaat; evü. auch Umbruch und Neuansaat Geißfuß (Aegopodmm podagraria) Bedeutung: Gefahr übermäßiger Ausbreitung vor allem in frischen bis feuchten Lagen, bei stärkerer Stickstoffdüngung und auf stickstoffreichen Böden. Gegenmaßnahmen: Wegen seiner langen, queckenanigcn unterirdischen Ausläufer ist er nur schwer zu bekämpfen; am ehesten noch zurückzudrängen durch intensive Beweidung und reduzierter N-Düngung (in Verbindung mit Nachsaat). Pestwurz (Petasites hybrid us) Bedeutung: Dringt vornehmlich in feuchten bis nassen Lagen bzw. auf zeitweise überschwemmten Böden gelegentlich auch in das Grünland vor und ist hier eindeutig als Unkraut zu bewerten. Gegenmaßnahmen: Wiederholte Mahd oder Beweidung und Nachsaat. ►v •’ rrits -'A 13
  18. 18. Unkrautbekämpfung Beinwell (SyuptsySum officiaale) Bedeutung: Vor allem in milden bis mittleren Lagen» auf frischen bis feuchten, was­ serzügigen und gut mit Stickstoff versorgten Böden nicht selten ein lästiges, nur schwer zu bekämpfendes Unkraut GegeimaSHBataeSL intensive Beweidung mit Nachmahd und Nachsaat % ? > y I <G - $ r / 5 -•— >4. Kren (Armoracia rasttcana) Bedeutung: Tritt auf tiefgründigen, stickstoffreichen Böden gelegentlich auch im Grünland als Unkraut auf. Gegenma&nahmeB: Noch unzureichend abgeklärt Wlesenstorcbscfanabel (Geranium pralense) WaldstorcfescliHiabel (Geranium silvaücum) Bedeutung: Der WiesenstorchSchnabel ist vor allem in milden bis mittleren, der Waldstorchschnabel in den kühleren und rauhen, niederschlagsreichen Berglagcn oft stark vertreten, im besonderen auf gut mit Stickstoff versetzten Böden. Auf der Wei­ de nur schlecht gefressen, bei Mähnutzung deutlich quaiitätsmindemd. Gegenmaßnahmen: Rechtzeitige Futtcremte und Nachmahd auf der Weide. Even­ tuell auch intensive Frühjahrsbcweidung und Nachsaat. Weiiße Taubnessel (Lamäam aSbtsm) Bedeutung: Kann bei übermäßiger Düngung mit Stickstoff erhebliche Bestandesan­ teile erzielen, im besonderen in den kühleren Lagen. Wegen des unangenehmen Ge­ ruches nur ungern oder gar nicht gefressen. Gegenmaßnahmen Noch unzureichend abgeklärt Falls die Bestände durch die Überdüngung ohnehin bereits stark gelitten haben evü. Umbruch und Neuansaat. Hühnerdarm, Vogelmiere (Stellaria media) Bedeutung: An sich ein kurzlebiges Ackerunkraut, aber auch im Grünland als Lückenbesiedler von Bedeutung, im besonderen bei reichlicher Sückstoffvcrsor* gung. Unbefriedigend sowohl im Ertrag als auch in der Fuuerqualität Gegenmaßnahmen: NachsaaL Bei sehr minderwertigen Beständen evtl. auch Um­ bruch und Neuansaat. Wildkresse, Waldkresse (Rorippa siivestris) Bedeutung: Eine futterbauiieh minderwertige, nicht oder nur ungern gefressene Pflanze, die vornehmlich in den Tal- und Niederungslagcn und auf wechselfeuchtcn Böden zu einem lästigen Grünlandunkraut werden kann, im besonderen bei Weide­ nutzung. Wirkt angeblich auch qualitätsverschlechtemd auf die Milch. Gegenmaßnahmen: Verzicht auf die Weidenutzung bei feuchten Wiuerungs- und Bodenverhältnissen. Rechtzeitige Mähnutzung bzw. sorgfältige Nachmahd auf der Weide. Vermeidung der Überweidung. 14
  19. 19. Unkrautbekämpfung Rasenschmiele (Deschampsia caespifosa) Bedeutung: Das grünlandwirtschaftlich bedeutendste "Ungras mit der Hauptverbrei­ tung auf ungepflegten Weiden. Wird wegen der stark verkieseiten und reichlich mit Kieselzähnen besetzten Blättern auch in sehr jungem Zustand vom Weidevieh nur ungern angenommen, am ehesten noch von Pferden. Gegenmaßnahmen: Ohne Herbizideinsatz nur schwer zu bekämpfen. Rechtzeitige Nachmahd mit tief eingestellten Geräten (Scheiben- oder Trommelmähwerken, etc.) vermag wenigstens die Weiterverbreitung zu verhindern und die Pflanzen etwas zu schwächen. Durch Verbesserung der Nährstoffversorgung zur Förderung der wertvol­ len Futterpflanzen ist unter Umständen ein zusätzlicher Effekt zu erzielen. Aus« hacken, oder besser noch ausreißen der Horste mit Hilfe von Zinkengeräten (mit rückwärts angebrachtem Sporn, der ein Ausreißen mittels Hebelwirkung ermöglicht), führt nur bei sorgfältiger Durchführung und anschließender Nachsaat (am besten auch Auffüllen der entstandenen Löcher mit Erde) zu einem befriedigenden Erfolg. Günstigster Zeitpunkt für diese mech. Bekämpfung: das zeitige Frühjahr. Borstgras, Bürstling (Nardus stricta) Bedeutung: Vor allem auf Silikatverwiuerungsböden in der Almregion weit verbreitet und hier auch oft das eindeutig vorherrschende Gras. Qualitativ ausgesprochen min­ derwertig *i.d.R. nur in jungem Zustand vom Weidevieh gefressen - und auch in der Ertragsfahigkeit gering; vermag aber erheblich zur Verbesserung der Trittfesügkeit der Grasnarbe beizutragen. Eine vollständige Verdrängung ist daher auf den Alm- und Hutweiden im allgemeinen nicht wünschenswert Gegenmaßnahmen: Durch Verbesserung der Nährstoffversorgung (mit Phosphor, Kalium und evtl. auch Kalk) rel. leicht zurückzudrängen, falls die wertvolleren Fut­ terpflanzen wenigstens noch ein kümmerliches Dasein fristen; andernfalls ziemlich langwierig. Umtriebsweidenutzung vermag die Bestandesverbesserung wesentlich zu beschleunigen. Flatterbinse (Juncus effusus) und andere Binsen Bedeutung: Stärker verbreitet vor allem in feuchten Lagen und auf verdichteten Bö­ den. Bei Weidenutzung gemieden, bei Mähnutzung deutlich qualitätsverschlechternd. Gegenmaßnahmen: Teilweise zurückzudrängen durch wiederholten Tiefschnitt (besonders im Herbst!) und Verbesserung der Nährstoffversorgung. Grauerle, Weißerle (Ainus incana) Grünerle (Ainus viridis) und andere Laubholzarten Bedeutung: Können Alm- und Hutweideflächen stark entwerten und erfordern daher auf gut weidefahigen Flächen eine Bekämpfung. Auf extremeren Standorten sollte man sie aber aus ökologischen Gründen entweder schonen oder versuchen, wertvolle­ re Holzarten aufzubringen. Gegenmaßnahmen: Schwenden (mittels "Motorsense", Axt oder Schwendschere) et­ wa Mitte Juli (von Mine Juni bis Mitte August; je nach Höhenlage) und Nachbehand­ lung im darauffolgenden Jahr (evtl. auch länger). Bewährt hat sich auch das man­ schettenförmige "Ringeln" (gänzliches Entrinden mit einem scharfen Messer; 15-30 cm breit und knapp über dem Boden). In ebenem bis leicht hängigen Gelände evtl. auch Ausreißen (mittels Traktor und Kette) und Nachsaat. 15
  20. 20. Unkrausbekämpfung 2*2,23. FakelDativeGrünlandunkräuter Wiesenbärenklau (Heracleoimspfeomdylram) Bedeutung: Insbesondere in stark mit Stickstoff gedüngten und zu spät geschnittenen Fettwiesen oft übermäßig vertreten (mit wesentlich größeren Anteilen als etwa 10 ~ 15 %). Futterqualität in grünem Zustand verhältnismäßig gut» aber sehr schlecht trocknungsfähig. Stengel im Heu oft Ursache von Schimmelnestern. GegeumaßnahmeBs; Intensive Beweidung, besonders in den Sommermonaten oder wenigstens rechtzeitiger Frühschnitt» spätestens bei Bltihbeginn. Erforderlichenfalls auch Nachsaat bzw. Umbruch und NeuansaaL WseseakerbeS (Anthriscus sylvesfe-as) Bedeutung: Ebenfalls ein Haupiverueter der nitrophilen Fettwiesenflora* Grün ähnlich zu bewerten wie der Bärenklau» aber etwas besser trocknungsfähig. Gegenmaßnahmen: Intensive Frühjahrsbeweidung mit Nachmahd und eventuell auch Nachsaat, oder wenigstens rechtzeitige Ernte des ersten Aufwuchses. 7 Waesemkümmel (Garym carvä) Bedeutung: Auf Wiesen - und wegen seiner Trittfesiigkeii auch auf Weiden - oft übermäßig verbreitet, vor allem in den kühleren Berglagen und im zweiten Auf­ wuchs. In geringen Anteilen eine "Würzpflanzen", schon ab 5 - 10 % aber nur mittel bis minderwertig. Gegenmaßnahmen: Da nur zweijährig, führen Frühschnitt vor der Samenreife und Nachmahd auf der Weide - eventuell mit einer Verbesserung der Nährstoffver­ sorgung schon in wenigen Jahren zu einer deutlichen Abnahme. Wiesenknötends, Schlangenkiäöterscti (Polygonum foüstorta) Bedeutung: Wird auf gut durchfeuchteten Böden in den kühleren Lagen oft surk bo- standesbeherrschend. ln frischem und getrocknetem Zustand nur ungern pclressen Gegenmaßnahmen: Ohne Entwässerung in vielen Situationen kaum crlol^reuh /u bekämpfen. Auch in mäßig feuchtcn Lagen sehr widerstandsfähig. Am chcsien s,:;.: Teilerfolge noch durch Friihschnitt und Nachsaat, unter entsprechenden xwju' Setzungen auch durch Frühjahrsbeweidung mit Nachmahd und Nachsaat »n crNn dung mit einer Verbesserung der NährstoffVersorgung zu erzielen. Kohidistei (Cirsium oleraeeum) Bedeutung: Ebenfalls eine typische Pflanze wechselfeuchter und feuchter Wiesen Schon bei Mengenanteilen ab 5 - 10 % verursacht sie eine erheblichc Verringerung der FutterqualitäL Gegenmaßnahmen: Rechtzeitger Grummetschniu wirkt zwar der Weiicrvcrbrei- tung entgegen, ein Zurückdrängen ist aber wegen der kräftigen unterirdischen Speicherorgane ohne Entwässerung und anschließender Beweidung kaum möglich.
  21. 21. Unkrautbekämpfung Wiesenlabkraut (Galium raollugo) Bedeutung: Wirkt oft stark unterdrückend auf die wertvolleren Bestandespartner, im besonderen auf lockeren, humusreichen und moorigen Böden. In jungem und grünem Zustand zwar ganz gern gefressen, zum Trocknen aber nur schiecht geeignet; bei grö­ ßeren Bestandesanteilen auch nicht unbedenklich hinsichtlich der Auswirkungen auf die Milchqualität. Gegenmaßnahmen: Walzen im Frühjahr und rechtzeitige Ernte des ersten und zwei­ ten Aufwuchses. Mehrmaliges scharfes Beweiden. Eventuell auch Erneuerung mittels Bandfrässaat Wiesenglockenblume (Centaurea jacea) Bedeutung: Wird wegen ihrer minderen Futterqualität (starken Neigung zur Verhol­ zung) schon bei Mengenanteilen ab 5 % zu einem Unkraut. Hauptvorkommen auf un­ gepflegten Wiesen und Weiden. Gegenmaßnahmen: Rechtzeitiger Grummetschnitt und Nachmahd auf der Weide; eventuell auch Verbesserung der Nährstoffversorgung. Kriechender Hahnenfuß (Ranuncuius repens) Bedeutung: Hauptvorkommcn auf schlecht durchlüfteten, schweren Böden, die zeit­ weise vemäßt sind, wie z.B. in "Flutmulden". Speziell unter diesen Bedingungen kann er die wertvolleren Futterpflanzen sehr stark verdrängen und die Erträge we­ sentlich verringern. Protoanemoningehalt viel geringer als beim Scharfen Hahnenfuß und daher kaum gesundheitsgefährdend und leistungsmindemd. Gegenmaßnahmen: Einbringung wertvoller Arten und Nachsaat, eventuell auch Umbruch und NeuansaaL In manchen Situationen sind Dauererfolge nur durch Teil­ entwässerung bzw. Hochwasserschutz zu erzielen. Wiesenlöwenzahn, Kuhblume (Taraxacum offlcinale) Bedeutung: Besonders bei Vielschnittnutzung und auf ackerfähigen Böden ehemali­ ger Ackerflächen werden sehr viele Wiesenflächen einseitig von der Kuhblume be­ herrscht* aber auch in gewöhnlichen Wiesen und Weiden ist er oft übermäßig vertre­ ten. In grünem Zustand zählt er qualitativ zu unseren wertvollsten Futterpflanzen, die Ertragsfähigkeit ist aber unbefriedigend und beim Trocknen bleibt nicht viel davon übrig. Gegenmaßnahmen: Längerfristige, intensive Frühjahrsbeweidung und Nachsaat, un­ ter Umständen auch Umbruch und Neuansaat. Ausreichende Düngung zur Förderung der Gräser, falls noch ein entsprechendes Grasinventar vorhanden ist 17
  22. 22. Unkrautbekämpfimg Schafgarbe (AchQlea mniefolium) Bedeutung: Geringe Besiandesanteile bis zu etwa 5 % sind eher vorteilhaft für die Futterqualität, wesentlich höhere Besiandesanteile wirken aber wegen nachlassender Aufnahmewilligkeit (zu intensiver Geruch, harte Stengel) deutlich qualitätsver- sehlechtemd. Mit stark überhöhten Bestandesanteilen ist insbesondere in frischen und trockenen Wiesen und Weiden bei zu geringem Kulturgrasantei! bzw. mangel­ hafter Weidepflege zu rechnen. Gegenmaßnahmen: Wegen der kräftigen und weit verzweigten unterirdischen Aus­ läufer nur schwor zu bekämpfen. Teilerfolge sind bei entsprechendem Grasanteil aber wahrscheinlich durch Verbesserung der Nährstoffversorgung bzw. durch Nach­ saat mittels Bandfräsmaschine zu erzielen. Spitzwegerich (PSaii&ago laoceobta); Mittleres* Wegerich (F tatago media) Bedeutung: Der Spitzwegerich kann vor allem im Ackergrünland, aber auch im Dauergrünland stark überhandnehmen, wenn der Anteil an wertvollen Gräsern zu ge­ ring bzw. die Nährstoffversorgung zu schlecht ist. Futterqualität bei rechtzeitiger Ernte in grünem Zustand sehr zufriedenstellend, bei zu hohen Mengenanieilen kann er aller­ dings durchfallsfördcmd wirken. Dazu kommen die relativ geringe Ertragsfähigkeil und die großen Verluste bei der Bodenheuwerbung. Der Mittlere Wegerich ist vor allem in trockenen Wiesen und Weiden und auf kalkreichen Böden oft übermäßig vertreten, bringt nur wenig Ertrag und ist auch qualitativ nicht viel wert. Gegenmaßnahmen: Je nach Grasanteil entweder Verbesserung der Nährstoffver­ sorgung oder Nachsaat, bei stark mit Spitzwegerich verunkrauteten Flächen evtl. auch Umbruch und Neuansaat fr // Ackerqsaecke, Baäer (Agropyross repews) Bedeutung: Gewinnt auch im Grünland zunehmend an Bedeutung, im besonderen bei übermäßiger Stickstoffdüngung, zu später Nutzung und anderen Bewirtschaf- tungsfehlem. Ertragsfähigkeit und Futterqualität geringer als die der Kulturgräser. Gegenmaßnahmen: Bessere Anpassung des Nutzungszeitpunktes an die Düngungs* intensiiät. Bei hohem Quecken- und geringem Kulturgrasanteil: Umbruch mit BrachebeHandlung und Neuansaat Goldhafer (Trisetum flavescens) Bedeutung: Nach wie vor als sehr wertvolle Futterpflanze zu beurteilen, im be­ sonderen durch seine große Ertragssicherheit (Winterhärte und Ausdauer) auch in kühlen und rauhen Lagen. Bei Mengenanteilen ab etwa 25 % - unter Umständen auch darunter - und bei Nutzung in jungem Zustand (vor allem bei Weidenutzung!) kann er aber Kalzinose auslösen (starke Verkalkung der Arterien, Lunge, Gelenke, etc., verbunden mit starkem Rückgang der Milchleistung, Abmagerung und even­ tuell auch erforderlichen Notschlachtung). Relativ spät geerntetes Heu ist auch bei Bestandesanteilen von 50 % und darüber praktisch unbedenklich. Goldhaferreiches Grummet oder Silage aus jung genutzten, goldhaferreichen Beständen kann aber bei im Herbst erkrankten Tieren (vor allem Rindern!) zu RückfäHen in der Winterfütte- rungsperiode führen. Gegenmaßnahmen: Intensive, aber nur kurzfristige tägliche Beweidung mit entsprechender Zufütterung von unbedenklichem Futter (Grünlandfutter mit relativ geringen Goldhafcranteilen, Kraftfutter, Trockenschniue, Stroh, Grünmais, etc.). Evtl. Bestandescmcuerung mittels Bandfrässaat oder Umbruch und Neuansaat IS
  23. 23. Unkrautbekämpfung 2 2 3 . Möglichkeiten zur Bekämpfung von Grünlandunkräutera mit Hilfe von Herbiziden 2*23.1. Allgemeine Grundsätze ® Zunächst alle Vorbeugungsmaßnahmen zur Verhinderung der Grünlandverun- kraütxang ausschöpfen (durch entsprechende Düngung, rechtzeitige Nutzung, Koppelputzen, etc.) • Erforderlichenfalls rechtzeitig mit der Herbizidanwendung beginnen! ("Wehret den Anfängen”!) • Einzelpflanzenbekämpfung und leguminosenschonende Mittel grundsätzlich bevorzugen! • Ganzflächenbehandlung mit leguminosenschädigenden Herbiziden nur unter folgenden Voraussetzungen: - Wenn das Kräuterinventar im wesentlichen nur aus absoluten und fakultati­ ven Unkräutern besteht, • Wenn die Leguminosen ohnehin nur eine sehr untergeordnete Rolle spielen, wie in der Rege! bei relativ hoher Stickstoffdüngung, oder wenn das Legumi­ noseninventar im wesentlichen nur aus Weißklee besteht, der relativ leicht nachgesät werden kann. - Stets auch nur in Verbindung mit einer entsprechenden Düngung zur Kräfti­ gung des Grasgerüstes und erforderlichenfalls auch mit einer anschließenden Nachsaat. @ Absolute Grünlandunkräuter möglichst restlos von Kulturgrünland eliminieren! Dazu sind laufend Vorbeugungsmaßnahmen gegen die Weiterverbreitung bzw. Bekämpfungsmaßnahmen erforderlich. 2 2 3 2 . WuchsstofTherbizide: Gegen zweikeimblättrige Grünlandunkräuter. Je nach Verunkrautung kommen vor allem folgende Wirkstoffe und Wirkstoff- kombinationen in Betracht: MCPA-Salz jDicopur M, Hedapur M 52, Hedonal :M forie, Weedar MCP, Yerbacid 'flüssig 2,4-D-Salze Dicopur flüssig, Hcdarex fluid, Sinap :DT, Yerbazid 2,4 D, Dikofag flüssig 2,4-D-Ester Weedone 402 NV MCPP + 2,4-D Yerbatox-D, Dikofag KV universal MCPP + Dicamba-Salz iBanvel-P Epro, Rumexan, Rumexan Granulat MCPA + MCPP + Dicamba-Salz ;Tankmischung * (wie Banvel :MP-Kwizda) Picloram Tordon 22 K * 1,5 1Rumexan flüssig + 21 Hcdapur M 52 konz./ha in 4001 Spritzbrühe bzw. zur Punktbekämpfung: 30 ml Rumexan flüssig + 40 ml Hedapur M 52 konz. zu 101 Wasser. Einigermaßen leguminosenschonend sind von diesen Wuchsstoffherbiziden nur die MCPA*Mittel. Die Anwendung von Picloram kommt wegen seiner großen Persistenz nur in Form der Einzelpflanzenbekämpfung von Hoizpflanzcn in Betracht. 19 Absolute Grünlandunkräuter möglichst restlos eliminieren.
  24. 24. Unkrambekämpfmg Äyfwsudlmeigeii für Wtöclssstofinfoerbiizöde (laut amtlichem Pflanzenschutzmittelverzeicfanis 1989) £ 1 Anwendungshinweisefür Wuchsstoffherbizide Ganzflächenbehandlung in 5001 Wasser Einzelpflanzenbc- kämpfung MCPA i m 0,5 %ig 2,4-D-Saize 2-2J5 i/ha 0,5 %ig 2,4-D-Ester U l/h a 03 %ig MCPP + 2,4-D 41/ha 1 %ig MOPP + Dicamba-Salz 3-51/ha -1-2 %ig 0,25 - 0,50 g/Pfl. MCPA-fMCPP-fDscamba-SaJz 5 1/ha i%ig Picloram » 1 %ig Sonstige Anwendungshinweise für Wuchsstoffherbizide H Anwendung nur bei warmem, wüchsigem Wetter (ohne Nachtfrost) und bei ge­ nügend ausgebildeter Blaumasse ® Bei Verwendung von Kegel- und FLachstrahldüsen in der Einzelpflanzenbe­ kämpfung bis zur Tropfnässe spritzen © Wartezeit bis zur Verfütterung 3 -4 Wochen, für Nachsaaten 6 Wochcn 2.2.33. SysSemiscitoe Herbizide ohne typische Wuchsstoffeigenschaften ® AsySam - Asulox Spezialmittei gegen den Stumpfblättrigen (und Krausen) Ampfer. Absolut Legumi- noscnschonend und daher auch zur Ganzflächenbehandlung gut geeignet. Aufwandmenge; Ganzflächenbehandlung Einzelpflanzcnbckämpfung 3 - 5 1/ha 1 %ig Anwendung bei gut entwickelter Blattmasse, aber noch vor dem Aufstengeln. Keine Anwendung an heißen Sommertagen (bei Temperaturen über 25° C und anhaltender Trockenheit), und auch nicht in Kälteperioden (bei Temperaturen unter 10° C). # Thiameturonmethyl (aus der Gruppe der Sulfonylharnstoffe) - Hannony Erst vor kurzem auf dem Markt Wirksam gegen Ampfer und einige andere Unkräuter, bei Schonung der Gräser und zum Teil auch der Leguminosen. Die er­ forderliche Aufwandmenge ist außerordentlich gering. Aufwandmenge: Ganzflächenbehandlung Einzelpflanzcnbckämpfung 30 g/ha 0,6 g/10 1Wasser Tcmpcraturunabhängig! Wasseraufwandmenge nicht unter 400 1/ha. @ Ciopyralid + Triclopyr-Ester - Garion L60 Systemisch wirkendes Herbizid gegen Ampfer und diverse andere Grünlandun* kräuter, im besonderen auch gegen Umbcllifcren. Wirkt Icguminosenschüdigcnd und sollte daher ebenso eingesetzt werden wie die ieguminoscnschüdigcndcn Wuchsstoffpräparatc (d.h. ganzflächig nur unter bestimmten Voraussetzungen). Aufwandmenge: Ganzflächenbehandlung Einzelpflanzcnbckämpfung 2 - 3 l/ha 0,5 %ig 20
  25. 25. Optimaler Änw@sidiingszeitpunkt nach dein ersten Schnitt Beste Wirksamkeit bei wüchsigem Wetter und gut ausgebildeter Blaffinasse (extreme Hitze und Trockenheit kann die Wirksamkeit verringern). • Glyphosate - Roundup Im wesentlichen ein Totalherbizid mit dem Vorteil einer geringen Persistenz. Daher im allgemeinen das geeignetste Mittel, wenn sowohl eine totale Bestandes- emeaerung als auch eine vorherige Ausschaltung des minderwertigen Ausgangs­ bestandes mit Hilfe von Herbiziden erforderlich erscheint Gut geeignet aber auch zur Binzelpflanzenbekämpfung von Ungräsern und Un­ kräutern im Abstreifverfahren mit Hilfe von Dochtgeräten, und unter Umständen auch zur Ganzflächenbekämpfung von Unkräutern im Abstreifverfahren. Nicht ratsam dagegen die Einzelpflanzenbekämpfung im Spritzverfahren (Gefahr starker Narbenschäden). Ganzflächenbehandlung Einzelpflanzenbekämpfung (vor einer totalen Be« im Abstreifverfahren standesemeuerung) Aufwandmenge; 3 - 101/ha 33 - 50 %ig (je nach An der Verunkrautung)* e Optimale Aufwandmengen bei GanzflächenbehandJung in Abhängigkeit von der hauptsächlich zu bekämpfenden Unkrautart; Gräser allgemein 3 I Ampferrassen und Rasenschwiele 61, Bärenklau 9 1 Quecke 51, Huflattich 81, Germer 101 Ein Zusatz von 10 kg Ammonsulfat zur Spritzmittelbrühe erhöht die Sicherheit der Wirkung bei ungünstigen Anwendungsbedingungen (bei rel. hoher Verdunstungsrate). • Dichlobenil - Casoron G, Prefix-C Ebenfalls im wesentlichen ein Totalherbizid, allerdings mit verhältnismäßig großer Persistenz. Daher nur zur Einzelpflanzenbekämpfung von Ampferarten (einschl. Almampfer) und eventuell auch einiger anderer Unkräuter geeignet Aufwandmenge; 0*25 - 0,75 g/Pfl. (je nach Größe der Pflanzen; 1bis 3 Abzüge mit dem Dosiergerät) Um Narbenschäden zu vermeiden ist eine sehr gezielte Anwendung erforderlich, am besten bei relativ geringer Aufwuchshöhe des Ampfers. • Fosamine - Kremte Spezialmittel zur Bekämpfung von Unhölzem. Aufwandmenge l%ig. Günstigster Anwendungszeitpunkt; bei beginnender Herbstverfärbung des Laubes. 123*4. Ätzmittel • Cyanamid - Kalkstickstoff Kalkstickstoff ist zur Zeit nur mehr in geperlter Form erhältlich. Anwendung zur Löwenzahnbekämpfung in dieser Form nicht bei Taunässe, sondern auf den abge­ trockneten Bestand. Aufwandmenge: 300 kg/ha (= 60 kg N). Keine zusätzliche Stickstoffdüngung (auch nicht in Form von Wirtschaftsdüngem) zum selben Aufwuchs. Die Wirksamkeit von Kalkstickstoff gegen Rasenschmiele ist auf Grund neuerer Versuchsergebnisse unbefriedigend.
  26. 26. Übersicht 22- 1 BeMmspffcsriceitvot mütHäfe voaiiHeAizzdlen Unkrautbekämpfung FaksjiStaüveGrünlandunkräuter i < : 03 !-'S : < : < • : U : CQ : D s ; -f i O 6 & . a U e*4" 'Q- .•+• ’ . + + r a, < CU , a. GL cu U ^ ■ U U U 5 cm“ 5 S S S < D co < t >o »J U + . 0 5 2>- 6 su , g < {/) o X cu >- o c3 2 tÜ CQ' oJ ■T“ u 5 Bärenklau - . - 0 - 0 0 n Wacscnkcrbcl - - - * 0 - ....0..... ® n Wicscnkümmel - - 0 0 © n Wicsenkmöierich - . 0 © n Kohtdme! © • • © • * <§> © © n Wicsenlabkraul - @ © ® • 0 © n Flockenblumen © 0 - © Quecke © n Kriechender Hahnenfuß © 0 0 © 0 n Wiesenlöwenzahn 0 0 © © - . ® o n Schafgarbe 0 0 0 0 n Wegericharten © © © © - © © n Legende • - guL bekampfbar - = schlecht bekämpfbar o ^mittelmäßig bekämpfbar n = Anwendung nicht empfehlenswert ohne Zeichen: Wirksamkeit noch unzureichend abgeklärt 22
  27. 27. "G iftpflanzen” (inkl. giftverdächtige und sioffwechseislörendePflanzen) und " M ilchverpester" Unkrautbekämpfung < Cu U s < m 2 Q . < y <N *4- + CU CU O- CU u u s 2 < CO s< u O + a , a . U S -j. < Qu u 2 S < j 3 CO < > X ä sz o OC 3 H UJ 2 < os > su o u 2 + 9 < öS > CU O U r«a H < CO 9 K, > J o z UJ ca O d u 5 Scharfer Hahnenfuß SumpfschachieJhaJm Herbstzeitlose Adlerfarn Weißer Germer Wolfsmilcharten Wiesenschaumkraut Feigwurz o © n o Alpcnkreuzkraut Roßminze © Laucharten U gssds 9 = gut bekämpfbar - = schlecht bekämpfbar o = mittelmäßig bekämpfbar n = Anwendung nicht empfehlenswert ohne Zeichen: Wirksamkeit noch unzureichend abgeklärt
  28. 28. Unkrauibek&mpfung Minderwertige nicht oder nur schlecht gefressene Arten < El U S CN < Cfi S q ; ^ ; < u O ■f + o. &> 0. u CJ 2 2 < CQ s< u S + Q* u S + < CL u s < 0£ O j u 2 < D co < U3 s 2 o g u 2 < cg >* Q* su -f- - u ■Jl Ü = < toxJ Cfl w < O m 0£ X O >* CL nJ CU CL, S >* -J CJ O O Q (Xl 2»MM« s< 00 O u. Stumpfbl. Ampfer 0 © • n % * © * n Almampfer ■ - * 0 0 n 0 n Gr. Brennessel - - - 0 0 n o 0 n Kratzdistel © © © • © n * <§> 0 © n Bch. Kälberkropf - - - 0 n - n Geißfuß - - . - • n - ® n Pestwurz - . fi - 0 n Beinwell _ 0 n - 0 n Kren __ 0 n _ 0 n Storchschnabel © © • n 0 ® n W. Taubnessel - 0 n - n ! Hühnerdarrn, Vog^msOT ... © © • n © n i Wildkresse © © • © • n n Rasenschmiele . - . n • n i Binsen • © • © n n Laubholzarten 0 . . 0 0 o © Legende ®s=gut bekämpfbar - =sschlecht bekämpfbar o = mittelmäßig bekämpfbar n » Anwendung nicht empfehlenswert ohne Zeichen: Wirksamkeit noch unzureichend abgeklärt 22 b
  29. 29. i 23. Grünlanderneuerung 23.1« Allgemeines Viele unserer Grünlandbestände sind durch Lückigkeit und/oder Verunkrautung ent­ wert£L Ist die Bestandesentartung bereits so weit fortgeschritten, daß sie mit den her­ kömmlichen Bewirtschaftungsmaßnahmen einschließlich einer Unkrautbekämpfung nicht mehr oder nur noch sehr langsam rückgängig gemacht werden kann, empfiehlt sich die Einbringung von Saatgut Aus technischer Sicht kommen folgende Verfahren in Betracht; • Verfahren mit Umbruch (Pflug, Fräse) **Verfahren ohne Umbruch (Obersaat, gewöhnliche Nachsaat, Spezial- maschinen zurumbnichlosen Grünlanderneuerung) Auf diese Weise kann die Installierung eines wertvollen Anengerüstes rasch erfolgen. 2 3 X Verfahren mit Umbruch; Sie stellen auf umbruchfähigen Standorten die sicherste Methode zur Anlage eines völlig neuen Giünlandbestandes dar. Im Falle starker Verunkrautung hat sich eine Kombination von chemischer und mechanischer Unkrautbekämpfung (Pflug, Fräse) bewährt Um den FutterausfalJ möglichst gering zu halten, ist ein Umbruch nach dem ersten oder zweiten Schnitt anzuraten. Die Ansaat sollte in rauhen Lagen bis August und in milderen Lagen jedoch spätestens bis Anfang September erfolgen. Eine kurze Brachebehändlung zur mechanischen Unkrautbekämpfung mit (flachar- beitenden Geräten) hat sich bewährt (Gumpensteiner Regeneraiionsvcrfahren). 2 3 3 . Verfahren ohne Umbruch: • Übersaat: Hier erfolgt die Ansaat ohne jegliche vorherige Bodenbearbeitung. Bei günstiger Witterung und "geduldiger Wiederholung" der Ausbringung kleiner Saatmengen (5-10 kg) kann u.U. dann ein Effekt eimreten, wenn der Boden­ schluß des Saatgutes durch Huftritt hergesteilt wird und kampfkräftige Arten zum Einsatz gelangen. Die Erfolgsaussichten, speziell bei diesem Verfahren sind relativ gering. • Gewöhnliche Nachsaat: Vor der Saat wird der Boden mitZinkeneggen, Schei­ beneggen etc. bearbeitet. Das üblicherweise zu rauhe Saatbett neigt allerdings zum Austrocknen. Nur, wenn ein ausreichender Bodenschluß der Saaten gelingt und die Witterung günstig ist, kann mit Ansaaterfolgen gerechnet werden. Meist stellt aber das rauhe Saatbett den Grund für nur mäßige Erfolge oder das Miß­ lingen dieses Verfahrens dar. • Einsatz von Spezialmaschinen zur umbruchlosen Grünlanderneuerung: - Schlitzdrillgeräte: Sie stehen in Österreich nur relativ lokal begrenzt zur Ver­ fügung und stellen gegenüber der gewöhnlichen Nachsaat oder gar der Übersaat eine wesentliche Verbesserung hinsichtlich der technischen Durchführung der Ansaat dar. Ansaaterfolge sind zu erwarten, wenn: - die Narbe eine Mindestlückigkeit von 25-30 % aufweist. - kampfkräftige Arten Verwendung finden (etwa Weidelgräser, denen jedoch nach wie vor der Nachteil mangelnder Winterfestigkeit anhaftet). - der eingesäte Bestand ordnungsgemäß nachbchandclt wird (siehe Folgemaß­ nahmen). Ohne die vorherige Anwendung selektiver Herbizide sind die Erfolgsaussichten der Ansaat meist gering. Das für die Praxis sicherste Verfahren ist demnach die selektive Ausschaltung von Unkräutern mit nachfolgender Einsaat (s. Technische Hinweise zur umbruchlosen Grünlandemeucrung). Grünlanderneuerung m Für die Praxis sicherstes Verfahren Q Selektives Ausschal­ ten von Unkräutern mit nachfolgender Einsaat e 23
  30. 30. Grünlcmdemeuerwg Bild 23.-L: VrecSo Bild 23.-2.: Beraters Bild 23.-3»: Köckerling 24 In Österreich stehen derzeit folgende Fabrikate im Einsatz: VREDO, HUNTERS, KÖCKERLING ua.
  31. 31. Grünlanderneuerung $ Baadsäfräsen: Diese Maschinen bieten der Ansaat ein 7-10 cm breites Band und vermindern damit die Konkurrenz seitens der Almarbe. Die aus Großbritannien importierte HUNTER'S - Säfräse wird derzeit an der BAL Gumpenstein erprobt Dieses Gerät fräst seichte Streifen aus der Narbe, schleudert das abgehobene Material gegen eine Kunststoffschürze und legt das Saatgut im Bereich der Fräsbänder ab. Diese sind 6-8 cm breit, der unbearbeitete Zwischen­ raum ist 15 cm breit Ein in Österreich entwickeltes Gerät stellt der VAKUUMAT-Slotter dar, von dem es spätestens 1991 auch ein leichtes, speziell für hängiges Grünland adaptiertes Gerät geben soll: Diese Maschine stellt den Prototypen einer Streifensäfräse für die umbruchlose Grünlandemeuerang dar, der unter besonderer Bedachmahme auf die Konkurrenz­ verhältnisse des Dauergrünlandes entwickelt wurde. Der Slotter firäst ca. 10 cm breite Streifen im Abstand von 20 cm in die Grünland- narbe, legt das Saatgut flach in den Boden und verfestigt diesen wieder auf das Ausgangsniveau zurück. Die nicht bearbeitete Fläche **auf der wertvolle Ökotypen erhalten bleiben - wird nicht verschmutzt, weil der gefräste Erdstrom exakt in die ausgefrästen Streifen zurückgeleitet wird. Die 5-6 cm (einstellbar) tiefen Streifen bieten der jungen Saat eine Reihe von Vor­ teilen: • Ein feines Saatbett, das die Feuchtigkeit gut speichert • Die Saat wächst praktisch ohne Wurzelkonkurrenz seitens der Altnarbe an und erhält genügend Licht, um sich auch etablieren zu können. • Durch die Mineralisierung der eingearbeiteten, organischen Substanz werden beträchtliche Nährstoffmengen frei» von denen die jungen Pflanzen profitieren. Damit gelingt nun auch die Ansaat winterharter Dauerwiesenmischungen oder fragmentarischer Dauerwiesenmischungen, die im Aufwuchs nicht so konkurrenz- stark sind wie Weidelgräser. Die Maschine kann mich im Feldfutterbau eingesetzt werden, wo sie etwa bei der Ansaat von Stoppelfrüchten gute Dienste leistet Eine Totalerneuerung des Grünlandes ohne Umbruch kann nur nach der vorherigen Anwendung eines Totalherbizides zur Ausschaltung des gesamten Pflanzenbestandes durchgeführt werden. Dieses Verfahren kommt prinzipiell nur dann in Frage, wenn ein Umbruch nicht möglich ist, das Arteninventar völlig unzureichend erscheint und alle anderen Ver­ fahren zur Grünlanderneuerung aus technischen und / oder pflanzenbaulichen Grün­ den nicht in Frage kommen. In niederschiagsreichen Gebieten erfolgt die Anwendung des Totalherbizides bei einer Bestandeshöhe von etwa 10-15 cm, die Ansaat wird im Sommer nach dem Ab­ räumen der alten Bestandesreste durchgeführt In ausgesprochenen Trockelagen kommt der Herbst als Zeitpunkt für die chemische Maßnahme in Frage. Saattermin ist dann das folgende Frühjahr. Unbedingt zu beachten ist die Gefahr einer drohenden Sekundärverunkrautung!! 1 3 A. Technische Hinweise zur umbruchlosen Grünlanderneuerung: • Einsatz selektiver Herbizide: Die Herbizidanwendung ist bei warmem, wüchsigem Wetter bei einer Bestandeshöhe von 10-20 cm, vornehmlich bei 2. Aufwuchs oder 3. Aufwuchs empfehlenswert • Zeitpunkt der Einsaat: Sie sollte vorjenem Aufwuchs erfolgen, zu dem erfahrungsgemäß mit Niederschlägen zu rechnen ist. Die Konkurrenz der Altnarbe ist jedoch bei Einsaaten nach dem ersten Aufwuchs besonders groß. Vakuumat-Slotter O 25
  32. 32. Grünlanäemeuenmg Bilder 23.-4. bis 23.-6.: Arbeitsweise des Vsifaramat-Slotter 26
  33. 33. Grünlanderneuerung 2 3 £> SaatgutmlscfeiiBgeB; In den meisten M e n ist die Etablierung eines Winterhärten Dauergrünlandbestandes anzustreben, wobei hauptsächlich folgende Arten zum Einsatz kommen: Knaulgras» Wiesenrispe .Wiesenschwingel, Timothe und Weißklee. In Prozentsätzen von 10 % -15 % kann auch Englisches Raygras (Deutsches Weidelgras) Verwendung finden. Werden ausschließlich kurzlebige Arten (Italienisches Raygras, Rotklee «.) ver­ wendet, führt dies zur ständig zu wiederholenden (periodischen) Nachsaat. Zur Beurteilung dieses Verfahrens fehlen jedoch ausreichende Erfahrungen, weshalb Vorbehalte angebracht erscheinen. • Saatmengen: - Schlitzdrillgeräte 30 kg/ha - Bandfrässaai..............20 kg/ha © Folgemaßnahmen: « Keine erhöhten Düngermengen im Ansaatjahr - Möglichst frühe Nutzung der Folgeaufwüchse, Beweidung bei trockenen Bodenverhältnissen 2.4. Ackergrünland Ackergrünland ist bei entsprechender Kultivierung nicht nur eine außerordentlich wertvolle Fruchtfolgestütze, sondern kann auch futterbaulich viel bieten, da dabei in großem Umfang von der hohen Qualität wertvoller Arten und Sorten Gebrauch ge­ macht werden kann. Bewährt haben sich insbesondere zwei Mischungstypen, nämlich: 2.4.1. Sückstoffselbstxragende Mischungstypen mit relativ hohem Leguminosen* anteil (im besonderen Rotklee und Luzerne) und einem starken GrasgerüsL Es ist dabei allerdings sehr auf eine entsprechende Fruchtfolgegestaltung zu achten. Notwendig sind wenigstens vier echte Ackerzwischennutzungsjahre. Außerdem ist eine rechtzeitige Nutzung zur Erzielung einer guten Futter­ qualität notwendig (Sommerstallfütterung ; bei Gärfutterbereitung auch Silier- mutelanwendung in Betracht ziehen). 2.4.2. Grasbetonte Mischungstypen (Wechselwiesen und Intensivmischungen). Diese Mischungstypen sind ziemlich universell nutzbar und bezüglich Frucht­ folgegestaltung weniger anspruchsvoll. Bei entsprechender Zusammensetzung und Nutzung bieten sie gute Qualitäten bei großen Mengen. Sie erfordern al­ lerdings einen relativ hohen Stickstoffaufwand. Bei beiden Mischungstypen ist es im allgemeinen am zweckmäßigsten, eine Nutzungsdauer von ein bis drei bzw. fünf Hauptnutzungsjahren anzustreben, weil damit ein Optimum an Er­ trag und Qualität zu erreichen ist (durch relativ hohe Mischungsanteile an Rot­ klee, Weißklee,Weidelgräsern, Wiesenschwingcl und Timothe, etc.). g) Ackergrunland 27
  34. 34. KAPITEL 3 Grundfutterproduktion Seite 3.1. Nutzungszeitpiinkt.........___ ____—................ «...— .............................. 29 3.1.1* Nutzungszeitpunkt bei Silage- sind Heunutzung...................... ............ 29 3.1.2. Nummgszeitpunkt bei Weidenutzung.................................................... 30 3.13. Praktische Tips zum Nutzungszeitpunki................................................. 31 3X Nufcmagshäufigkdt M d Ertrag ass TM/ha bzw. KSftE/ba........................... 34 33. Neateoegslsäüfigkest itmd Fnatteqtualilät...................... ..................................... 35 3.4. Niütxuiragsfcästifigkeit tsistd Milcfoerfcr&g ................................................................. 36 3S. NotsMKgshäMrsgkeäS ®md FsaMerkostesj/Liter MIBch........................................ 37 3.6. MänseralstofTe und Beta-Carotin.... .................. ................................................. 38 3.6.1. Mengenelemente........................................................................................ 38 3.6.1.1. Kalium........................................................................................ 38 3.6.1.2. Natrium............................................................... ...................... 38 3.6.1.3. Phosphor.................................................................................... 38 3.6.1.4. Kalzium......................... ............................................................ 39 3.6.1.5. Magnesium............................................................................. 3.6.2. Spurenelemente...... .................................................................................. 4(• 3.6.2.1. Wechselwirkung von Kupfer und Stickstoff..................... 4 1 3.6.2.2. Zink........................................................................................ 4 1 3.6.23. Kobalt................................................................................. i ! 3.6.3. Beta-Carotin...................................................................... ...................... 4: 28
  35. 35. 3.1.NoteoiiBS*eltpunkt Per Emtezeitpunkt, insbesondere des 1. Aufwuchses, entscheidet wesentlich Üben • den Ertrag der wertbestimmenden InhaltsstofTe • dieFuuenjualität • die weitere Entwicklung der botanischen Zusammensetzung des Bestandes Weniger die Wuchshöhe eines Grünlandbestandes bestimmt den Zeitpunkt der Nutzung, als vielmehr das Entwicklungsstadium der Hauptertragspflanzen. In den allermeisten Fällen sind dies die Gräser. Der Schnittzeitpunkt hat sich folglich nach dem Entwicklungsstadium der Gräser zu richten. > 3.1.1. Nutzungszeitpunkt bei Silage- und Heunutzung Der ideale Schnittzeitpunkt für Silage und Heu ist das Stadium "Ende Schossen" bis "Beginn des Ähren- bzw. Rispenschiebens". In den regenreichen Silosperrgebieten muß der 1. Schnitt so früh wie möglich erfolgen, zumal ein Teil des Futters immer älter als erwünscht wird. Dies ist durch die ausschließliche Heunutzung, hohe Nieder­ schläge und rasche Alterung (besonders des 1. Schnittes) bedingt. Abb. 3.1.-1.: Die Entwicklungsstadien der Gräser Beemn Scho«en WtnUesiadium iliK'tYi-PurikO </ I m * Voiles Liiv ft/ / ‘ V Beginn Ritpi-iwiiitren i! r - g a . . ; ; Ri.'penschietKn '1 (?' . - . i Mindestens 5 cm Schnitthöhe fi Die Feststellung des idealen Schnittzeitpunktes ist dann besonders leicht, wenn wenige Hauptgräserarten im Bestand dominieren. Schwieriger wird es, wenn ver­ schiedene Arten mit unterschiedlichen Reifegraden Hauptertragspartner eines Be­ standes sind. In manchen Beständen dominieren z.B. Löwenzahn oder Weißklee. Während ein Grünlandbestand in der Vollblüte des Löwenzahnes noch als früh genutzt gilt, ist dieses Stadium bei Klee schon zu spät
  36. 36. 3.1=2. Niatasagsseifcparakt bei Weidenutzung Noch während des Schossens ist der ideale Zeitpunkt der Weidenutzung. Das Futter hat eine Wuchshöhe von etwa 20 cm. Junges Wirtschaftsfutter bringt raßer anderem: - weniger schwerverdauliche Rohfaserund imverdauliches Lignin (siehe Tab. 3.1.-L), - höhere Energie- und Eiweißgehalte (siehe Tab..3.1.-L). ■>höhere Verdaulichkeit damit bessere'Fatteraufhahme (siehe Tab. 3.L-2.)» • höhere Mineralstoffgehalte und.mehr VUamine» »emschddende Kraftfuiteremspansng, ' 1 - gesündere Ernährung durch verwiegenden Grandfutterverzehr. Tab. 3.1.-L: Nutzungszeitpunkt rad Rohfasergehalt bzw. Energeegefoallt Entwicklungsstadium der Hauptleitgräser Rohfasergehalt in g/kg TS Stärkeeinheiten pro kg TS MJ NEL pro kg TS Weidestadium (Schossen) ca. 180-200 ca. 630 ca. 6,30 Beginn Ähren- bzw. Rispenschieben ca. 200-230 ca. 590 ca. 6,10 im Ähren- bzw. Rispenschieben ca. 230-270 ca. 550 ca. 5,40 Mitte bis Ende Ähren- bzw. Rispenschieben ca. 270-300 ca. 500 ca. 5,12 Beginn bis Mitte der Blüte ca. 300-330 ca. 450 ca. 4,80 Ende der Blüte Cüberständig") über 330 ca. 410 ca. 4,60 Tab. 3.L-2.: TM- und NährstoftfaMiFnafome von Grassilage in Abhängigkeit vom Schniozeitpunkt Schnittzeitpunkt Silageaufnahme kg TM/Tier/Tag Energieaufnahme SiE/kg TM StE/TierTag Schossen 12 580 6.960 Blühbeginn 10 510 5.100 Blühende 7,5 450 3375 Quelle: HAGHMEISTER, H. und HELLER, D., 1980: Einfluß von Verdaulichkeit und Trockensubstanz auf die Futteraufnahme von Grassiiage bei Milch­ kühen. Der Tierzüchter 32, 516-517.
  37. 37. Nutzungszeitpunki 3.L3. Praktische Tips zum Nutzungszeitpunki- Fotos: Dr. ICH. Gerhold Bild Dieser gräserbetonte Bestand befindet sich im Stadium "Ende Schossen". Die Wuchshöhe beträgt ca. 20 cm und wäre als Weidefutter im richtigen Nutzungsstadium. Bild 3.1.*2.: Dieser Bestand hat die berühmte "Bierflaschenhöhe erreicht. Der Löwenzahn ist zum Großteil verblüht Der Nutzungszeitpunkt richtet sich bei diesem Bestand nicht nach dem Löwenzahn, sondern nach den Gräsern, die sich "Mitte bis Ende Ähren- bzw. Rispen­ schieben" befinden. 31
  38. 38. Nuizimgszeitpimkl Bild 3.1.-3.: Ist Löwenzahn der Hauptertragspartner eines Bestandes, ist sein Schnitt in der Voll­ bluts zu setzen. Dabei befinden sich die Gräser etwa im Stadium "Ende Schossen". Bild 3.1.-4.; Dieser Wiesenbestand - deutlich von Obergräsem dominiert - ist schon zu alt. Fast alle Gräser befinden sich in Stadium "Beginn der Blüte bis Miue der Blüte". Je regenreicher ein Gebiet ist, desto früher muß mit der Nutzung begonnen werden. 32
  39. 39. Nutzungszeitpunkt Bild 3.1.-5.: Vrfl& T*" § *&ifß'.T*V?5"-^^.'■• > V* •',;v/ V ■''•£ ’:^? ’ " p . ■‘••'■ ••r,x- ^ Dieser Bestand befindet sich im Stadium "Mitte bis Ende der Blüte". Die inzwischen sehr rohfaserreich gewordenen Pflanzen liefern ein wenig leistungsfähiges Futter. Für die Silierung ist dieser Bestand nicht mehr geeignet Bild 3.I.-6.: Dieses Rotkiee-Gras-Gemenge hat den Höhepunkt im Futierwert weit überschritten. Die sehr rohfaserreichen Pflanzen werden nicht mehr gerne gefressen, die Folge ist eine unzu­ reichende Milchleistung. 33
  40. 40. Nmzung&zeitpunh Bild 3.L-7.: Der liefe Schnitt ist em gravierender Fehler* Nuizungshäufigkeit und Ertrag £;•> .v* ' v . . . V 'V’••: :-"fi- - ' h f ■:'C ».■' £;'?v* ■^ s vs^m ^AK V .■•: •;•.•-,• ■ .-.•- *-l V f . - :y W ; ■'■!»■■/ Vr > ^ f f c : v : i y Der tiefe Schnitt ist ein gravierender Fehler der GrünlandbewirtscHaftung. Die Stoppelhöhe soll mindestens 5 cm betragen, dabei bleiben Blatteile erhalten, die sofort assimilieren können. Weitere Vorteile: auf Stoppeln liegendes Futter trocknet schneller, geringe Verschmutzung, keine Narbenverletzung durch Zinken, längere Lebensdauer von Zinken etc., Förderung der flachwurzelnden Gräser, vorbeugende Bekämpfung tiefwurzelnder Unkräuter* 3JL NugziängsfoMfigkeiiS nmd Ertrag ao d£ TM/fea bzw. KStE/ha Der Trockenmasseertrag ist im wesentlichen ein Maßstab für das Tnrnsformaiions- vermögen eines Pflanzenbestandes. Er gibt aber keine Auskunft darüber, in welchem Umfang die produzierte pflanzliche Masse in tierische Leistung umgesem werden kann. Bessere Maßstäbe hiefür sind sicherlich die Erträge an KSTE/ha bzw. MJ NEL/ha. Diesbezügliche Ergebnisse sind in den Abb. 3.2.-1. und 3.2.-2. dargestellL Abb. 3.2.-I.: Scfomtthäuflgkeiit und Erlrag (TM- und KSTE-Erträge bei 2-6 Schnitten, Mittelwerte aus 18 bzw. 24 Jahren) dt TM/ha ' (Österreich) KSTE/ha (x100) 34 Schnitthäofigkeit opetef früher tS chnitt Quelle: Gumpensteln, Schschtnsr Nov.1987 STE: berechnet aus -262 ♦ 0,99 Verd. * 0,022 R.Prot. r«0.84 n°86 P =• 100 kg P 2 0 6 /h a K « 200 kg K 2 0 /h a S ta llm ist - 16 i/h a
  41. 41. Abb. 3.2.-2.: Scbnitthäufigkeit und Ertrag (TM- und KSTE-Erträge, 3*5 Schnitt, 90-400 N, Mittelwerte von 1974-1979) Nutzungshäuftgkeii und Ertrag dt TM/ha (Bayern) KSTE/ha (x100) 6 1 1 2 3 2 3 4 0 2 2 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 Ou®ile: Rieder, Dauergrünland,1983 1 1 2 3 2 3 4 2 2 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 kg N-Düngung/ha und Jahr 33. Nutzungshäufigkeit und Futterqualitat (ausgedrückt in SiE und % RP/kg TM) Abb. 33.-1.: Schnitthäufigkeit, STE- und Eiweißgehalte (Gehalte bei 2-6 Schnitten) Nuizungshäufigkeii und Fallerquaiiläi 7 00 STE Stärkeeinheiten/kg TM 27 % R 0 h P r o t e t n X X X X X VSchnm bp«t früh X X X X X X X X Schnitthäufigkeit X X X Q uelle: S ch ec h tn e r 87,Rieder 83 35
  42. 42. Nuizungshäußgkeit und Milchertrag 3A Nateingsfoäittflgkeitä MlSdsertrag Abb. 3.4.-L: Schnitthäungkeit + Milchertrag ( Milchleistung mit und ohae N-Büngimg) 6000 5000 4000 3000 2000 i Liter Mitoh je ha (ohne Verlust®) 0 0 0 0 , H I - 1 PK+Stallmist 3 ■ | 120 N/Jahr 1 I PK+Stallmist ■ mfä WM r a :$&ii nsi i 2x 3xsp 3xfr 4x 6x 2x 3xsp 3xfr 4x 6x Schnitthäofigkeit Q uelle; S choqhtner S7 und OB-Katolog 83 Abb. 3.4.-2.: Schnitthäungkek + Milclteer&rag ( Milchleistung von 2 WiesenformeB ) Liter MfSch je ha (ohne Vertust©} 12000 10000 8 0 0 0 6 0 0 0 - 4 0 0 0 ~L 9 1 1 2 3 2 3 4 0 2 2 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 Qudlld.* Rfoöor 63 und D B-Kstalog 87 Giatthaferwiese 9 1 1 2 3 2 3 4 0 2 2 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 kg N-Düngung/ha und Jahr 36
  43. 43. 3.5. Nutzungsbäufigkeit and Futterkosten/1 MSkh Nutzungshäußgkeit und FutterkostenlUter Milch Abb. 3.5.-L: Schnitthäufigkeit + Milchfutterkosten (Fuuerkosten/1 Milch mit und ohne N-Kosten) E rnte ♦ N -K osten in öS / L M ilch 2x 3 x sp 3 x ir 4x 6x 2x 3 x sp 3xfr 4x 6x Q u o l l ® S c h o c h i n e t 8 7 und D B - K e t e i o g 6 ? Abb. 3.5.-2.: Schnitthäungkeit + Milchfutterkosten (Futierkosten/l Milch mit und ohne N-Kosten) E rnte * N -K osten in öS / L Milch r ---------------------------------------- 1 -j -e r- Ernte-N -Kosten/I MI. ! A | E rn^0-K o s ten/t M ilch f 0,8 -j Mähweide '4 Schn.l 5 Schn, Glatthaferwiese 0 ~i— 9 1 — r...... 1 ----!---- 2 3 2 ... i..■■■ 3 4 T “ 9 1 1 ' 2 3 2 T“ 3 — i 4 0 2 2 0 0 0 0 0 0 2 2 0 0 0 0 C 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 Q u e l l e : R le ö e r 8 3 u nd D B - K o t p l o g 87 kg N-Düngung/ha und Jahr 37
  44. 44. Mineralstoffe m d Caroän 3.6. Mtoeralstoffe srad Caroüö Kalireiche Wirtschafts­ düngerführen bei Über­ düngung zu hohen Kali­ werten im Futter. 9 Fruchtbarkeitsstörungen 3.6.1. Meögeßekmeßte Der Gehalt an Mengenelementen des Wiesen- und Weidegrases wird im wesent­ lichen von der Zusammensetzung des Pflanzenbestandes und dem Nutzungszeit- pimkl bestimmt Im Gegensatz zum Rohproteingehalt, der durch N-Düngung erhöht werden kann, ist der Mineralstoffgehalt des Grases von der Höhe der Düngung weit­ gehend unabhängig, sofern eine mittlere Bodenversorgung gegeben ist Für den Wiederkäuer sind die Mengenelemente Phosphor (P)„ Calcium (Ca), Magnesium (Mg) und Natrium (Na) von lebenswichtiger Bedeutung. Tab. 3.6.-U: Normalwerte an Mengen- und Spurenelementen in Gramm je kg Trockenmasse Kalium : ca. 15 ! bis 30,0 Natrium l ca. 0,1 1 bis 0,4 Phosphor ca. 2 i bis 4,5 Kalzium ca. 4 bis 10,0 Magnesium ca. 1,5 bis 3,0 3.6.LL Kalium Kalium kommt von allen Mengenelementen in weitaus höchster Konzentration im Grundfutter mit mittleren Gehalten von etwa 22 bis 30 g/kg TM vor. Werte über 30 g K/kg TM sollen nicbt überschritten werden. Kalireiche Wirtschaftsdünger (Rindergülle und Jauche) führen zu hohen Kaliwerten im Futter, besonders bei wiederholter Überdüngung hofnaher Flächen. Hohe Kaliwerte werden bei hohen Kaligaben (Jauche- oder Gülledüngung) bereits immer unmittelbar im folgenden Aufwuchs festgestellt Hohe Kaliwerte fördern die Fnichtbarkeiisstömngen. 3 .6 .0 . Natrium Weit unter dem Bedarfswert für das Rind liegen naturbedingt meistens die Natrium- gehalte im ersten Aufwuchs. Hier kommt sehr deutlich der Kalium-Natrium-Antago­ nismus zum Ausdruck. Die Kaliumgehalte fallen zum Vegetationsende hin ab, da­ mit können die Na-Werte ansteigen, wobei diese nicht bedarfsdeckend sind. Dieser Antagonismus gilt für alle Futterpflanzen. Salz kann in Silagen bzw. Heustöckcn eingebracht werden. 3.6.13. Phosphor Die P-Gehalte des Grünfutters und dessen Konservierungsprodukte werden vor­ rangig vom Nutzungsstadium bestimmt (siehe Abb. 3.6.-1). Der Schwankungsbc- reich liegt zwischen 4,0 bis 4,4 g Phosphor/kg TM (frühes Wachstumsstadium) und 2,8 bis 3,0 g Phosphor/kg TM (spätes Wachstumsstadium). Gras und Grassilagcn haben auch bei gleichem Schnittzeitpunkt einen höheren Phosphor-Gehalt als Heu (BröckelVerluste). Leguminosen sind geringfügig phosphorärmer als Gras und Kräuter. Steigende Nutzungshäufigkeit wirkt sich positiv auf höheren P- Gehalt im Futter aus. Dies trifft vor allem für den ersten Aufwuchs zu. Mineralsioffe sollten im Futter nicht nur in ausreichender Menge, sondern auch im gewünschten Verhältnis zueinander vorliegen. Tab. 3.6.-2.: Gewünschte MineralstoffVerhältnisse im Futter für Milchvieh C a; P.....................................2 :1 .................................... K : Na..............................10:20: 1, weiter ist ungünstig K : Mg.................................10: 1, weiter ist ungünstig K : (Ca + Mg) 2.5-3 ; 1, weiter ist ungünstig Cu : Mo 4.5-5 : 1, enger ist ungünstig 38
  45. 45. 3.6*1A Kalzium Als Einflußfaktor auf die Ca-Gehalte von Grünfutter und dessen Konserven ist die botanische Zusammensetzung des Aufwuchses zu sehen. Abb. 3.6.-1.: Veränderungen von Calciumgehalten im Grünfutter und dessen Kon­ servierungsprodukten bei unterschiedlicher botanischer Zusammen­ setzung des Aufwuchses und unterschiedlichen Aufwuchszeiten. 16 U o> ■x 12 i .2 3 ’° o> 0 1 Io) - 2.und nachfolgende Aufwüchse " O - (x) s l Aufwuchs (und ab September) Reinbestand Weide, Wiese Reiribestand ■+ —t--------(-------- 1-------- 1------- Rotklee Idee- krauter- "ctusge- gras- Wesdefcjrts re»ch reich wogen" rach In Abb. 3.6.-1. wurde eine entsprechende Abstufung vorgenommen, beginnend mit dem Ackerfutterbau von Rotklee über kleereichen bis hin zu grasreichen Weide- und Wiesenaufwüchsen bzw. einem Reinbestand von Weidelgras. Der Ca-Gehalt sinkt von etwa15 g/kg TM auf etwa 5 g/kg TM. Je nach Aufwuchs und Bestand treten erhebliche Unterschiede auf. Die Ca-Gehalte des ersten Auf­ wuchses bzw. eines sehr späten Aufwuchses ab September sind in der Regel um 2 bis 3 g niedriger als die des zweiten bzw. der folgenden Sommeraufwüchse, sodaß die Nutzungshäufigkeit bzw. der Zeitpunkt der Nutzung als zweiter Einflußfaktor anzu­ führen isL 3.6.1.5. Magnesium Die Mg-Gehalte im Grünfutter und dessen Konserven verändern sich aufgrund ähnlicher Faktoren wie bei Calcium. Demnach ist die botanische Zusammensetzung des Aufwuchses von größter Bedeutung, während erst an zweiter Stelle die Nutzungshäufigkeit bzw. der Zeitpunkt der Nutzung anzufiihren ist (siehe Abb. 3.6.-2).
  46. 46. Mmeralstojfe und Carotin e Abb. 3.6.-2.: Veränderung vost Magnesramgefealtea im Grünfuiter und dessen Konserviemngsprodukten bei unterschiedlicher botanischer Zusam­ mensetzung des Aufwuchses und unterschiedlichen Aufwuchszeiten. 3,0 2,6 05 .2 2,2 «» C o» 1.8 {® = 2. urcd nachfoJgsnös Aufmkhse U) b t Aufwuchs Reinbestond Weide, Wk$® - ......fr-.....— !----------1---------H Reinbsstond Rotklee kräuter- klee- °au$g2- gras- V^iddgras reich r®tch wogen“ mich Quelle: Schwans J; 42. Wr. Füuerungsseminar, 1987 Auch ein frühes Nutzungsstadium und eine Grassüagegewinnung bewirken höhere Mg-Gehaise als eine sehr späte Nutzung z.B. in Verbindung mit Heubereitung. 3.6.2, Spurenelemente Spurenelemente sind in bestimmten Mengen notwendig. Zu geringe Mengen verur­ sachen bei Tier und Pflanze Mangelerscheinungen, andererseits wirken sie bei zu großen Mengen sehr leicht giftig. Ihr Gehalt wird wie bei den Mengenelementen durch Düngung, Schnittzeitpunkt, Ernte- und Konservierungsverfahren und bota­ nischer Zusammensetzung beeinflußt. Mit zunehmendem Anteil an Kräutern und Leguminosen werden steigende Spurenelementgehalte festgesiellL Abb. 3.6.-3.: Wachstümssladium (SchniitzeÜ) airad Veränderung des Spurenele- meftfgehaHes vosi Leguminosen Baifelfifi Luz&rne 500r f. AusgoftgsgshoUs in mg t Ausgongsgs^oU» in mg ja k8 tS je kg TS Cu U Cu 11 Mn 58 w A Mn 36 2n 36 3£ Co 0,12 W Co 0.16 Mo 0/5 Mo 3,1 90- 80 o o 70 o» SO «> « v 50 40 a30 Ö 20 10 in Blüte ätstfiljliiÜlUiiB m Blüte uj.11 «i.... 27. L. 11. April Moi 22. 2. Juni 16. 1. 8. IS. 28. 20.27. C. 11. 19. Juli April Mai 29. 10. 18. 1. 8. Juni Juti 22. 40 Quelle: Kirchgessner M., Tieremährung, 1982
  47. 47. Auch Ackerleguminosen (Rotklee, Luzerne weisen vergleichsweise hohe Gehalte an einzelnen Spurenelementen (Kupfer, Kobalt) auf. In Abb. 3.6.-3. ist der Einfluß des Schnittzeitpunktes auf den Spurenelementgehalt von Leguminosen dargesteilt Mit fortschreitendem Wachstum da* Pflanzen nimmt der Gehalt an Spurenelementen ab. Ein zeitiger Schnitt, wie rar auch aus anderen Gründen zu fordern ist bewirkt somit höhere Gehalte und kann damit Mineralstoffmischungen einsparen helfen. Tab. 3.6.-3.: Normalwerte aa Spurenelementen In Milligramm je kg TM Eisen über 100 Kupfer 1 5 bis 10 Zink 30 bis 40 Mangan 60 bis 100 3.6JL1. Wechselwirkung von Stickstoff und Kupfer Stickstoff, als Motor des Wachstums bekannt, kann bei extremer Überdüngung (z.B. unkontrollierter Gülleausbringung und gleichzeitiger Mineraldüngung) dazu beitra­ gen, daß Cu leicht ins Minimum geräL Kupfer begünstigt den Umbau von Stickstoff in organische Eiweißstoffe, weshalb ausreichend mit Cu versorgte Pflanzen weniger NPN (Nicht-Protein-Stickstoff) enthalten als Mangelpflanzen. Mit Cu-Mangel ist naturbedingt besonders auf neukultivierten Moorflächen sowie auf Sandböden zu rechnen (Heidemoor- oder Urbarniachungskrankheit). 3.6.2.2. Zink Zinkmangel tritt vor allem auf Böden mit schlechter Zinkbeweglichkeit wie z.B. auf Sand- und Karbonatböden, sowie auf stark humosen Böden auf. Daneben kann eine Überkalkung sowie eine Überdüngung mit Phosphor ebenfalls die Zinkaufnahme be­ einträchtigen. Beim Tier wird Zink vorrangig in den Eierstöcken und Hoden ge­ speichert Zinkmangel verschlechtert daher die Spermaqualität und kann sich durch Abschuppen der Haut struppiges Haarkleid sowie Haarausfall bemerkbar machen. 3.6.13. Kobalt Es ist beim Wiederkäuer für die Vitamin-B-Synthese wichtig. Ein Mangel tritt am ehesten auf Granit- und Gneisböden sowie Urgesteinsböden beim 1. Aufwuchs auf. Basische Gesteine sind selten arm an Kobalt. Die Knöllchenbakterien der Legumi­ nosen benötigen Co für die Stickstoffsynthese. Co-Mangel äußert sich beim Tier durch Lecksucht sowie bevorzugtes Benagen von Holzteilen. Im Futtermittellabor ROSENAU der Niederösterreichischen Landes-Landwirt- schaftskammer können die in den Tab. 3.6.«1. und 3.6.-3. angeführten Elemente mengenmäßig bestimmt werden. Die Gesamtkosten betragen dzt öS 320,-. Adresse siehe Anhang. Mineralstoffe und Carotin Zinkmangel Q verschlechten Spermaqualuät Kobaltmangel Q Lecksuchi sowie be­ vorzugtes Benagen von Holzteilen 41
  48. 48. Mineralstoffe I Carotin 3,63. Beta-Carotins ,ä In der Sommerfüuemng mit Weide und frischem Grünfutter steht den Milchkühen Carotin ausreichend zur Verfügung. Demgegenüber ist der ß - Carotingehalt in den Grandfutterkonserven deutlich niedriger und durch extreme Schwankungen gekenn­ zeichnet Das für die Tlereraährung unbedingt notwendige ß - Carotin nimmt mit dem Alter des Aufwuchses stark ab. Nicht nur der Nutzungszeitpunkt, sondern insbesondere die Fütterwerbung beein­ flussen die Carotinverluste. Abb. 3.6.-4.: Carotiisverlssste bei der Konserviersmg und Lagerung vom Safß» M@d RauMaitter 100 50h d»m T.fff ss= C o r ot i n v e r 1uS t« Öu'cK "E g - l O g t r u r> g w<?rbie . Corotiri '~=r. GrtjflfutlCt AnwglbstiCqC Pr tschsiiooe Carotmwerluste d u rc h Konservierung MOC W>g&gnhcu Beta-Carotin Mangel 3.6.-L: Übersicht: Erscheinungen bei Beta-Carotin-Mangel Schwache Brunstzeichen oder stille Brunst Verzögerung des Eisprunges Beeinträchtigung der Entwicklung des Gelbkörpers geringere Progesteronaktivität, schlechtere Besamungsergebnisse Absterben des Embryos und Frühaborte. Tab. 3.6.~4.: Grenzwerte für den Gehalt an Beta-Carotins im Blutplasma von Milchkühen Beta-Carotin im Blutplasma mg/100 ml Versorgungsstatus 1 400 und mehr ausreichend 1 200-400 im Grenzbereich 1 unter 200 Mängel 1 Für Kühe von Milchviehrassen dürfte eine Beta-Carotinzufuhr von 250 - 400 mg je 42 ACHTUNG: Beta-Carotin darf deshalb nicht als Allheilmittel bei Fmchtbarkeits- problemen betrachtet werden!
  49. 49. KAPITEL 4 Konservierung von Grünlandfutter Seite 4.1. Einleitung............................. ................................................................. 44 4.2. Silagebereitung......................... ............................................... ..................44 4.2.1. Einleitung.....................................................................................44 4 2 2 . Gärungsbiologische Grundlagen.......................- ..................... .....44 4.2.3. Gärverlauf................................................................................... .... 45 4.2.4. Regeln der Siliertechnik............................................................. ....46 4.2.4.1. Sauberes Füller ernten....................................................46 42.42. Futter auf 30-40 % TM anwelken............................. .....46 4.2.43. Futter zerkleinern und gut verdichten............................47 4.2.4.4. Luftdicht abdecken......................................................... 47 4.2.4.5. Silierhilfsmittelanwendung....................................... .....47 4.2.5. Silogröße und Tierbestand.............................................................49 4.2.6. Rundballensilage....................................................................... .....50 42.1. Ganzjahressilage.............................................................................51 4.2.8. Siiagebeuneilung............................................................................52 43. Heugewinnung....................................................................................... .....52 4.3.1. Bodentrocknung...............................................*......................... ....52 4.3.L1. Allgemeines.............................. ......................................52 43.1.2. Ablauf der Arbeiten................................................... ....54 43.1.3. Verlustquellen bei Bodentrocknung..............................55 4.3.1.4. Erntetechnik bei Bodenheuwerbung.............................56 4.3.2. Heugewinnung mittels Belüftung............................... .-................. 58 43.2.1. Vorteile der Heutelüftung......................................... ....58 43.2.2. Vorbereitung des Futters................................................ 58 4.3.23. Fertigtrocknung unter Dach....... ....................................58 43.2.4. Allgemeine Hinweise zu Planung und Bau...................59 • Systeme von Heubclüftungsanlagen........................60 «Gebläsebauarten.................................................... ....62 • Gebläseaufstcllung....................................................63 43.2.5. Betrieb der Anlage...................................................... ....64
  50. 50. KAPITEL 4 Konservierung von GrümlairsdfMtler 4«1. Einleitung Unter Konservierung versieht man das Halibarmachen von Futtermitteln. Dies ist notwendig» um in fuaerknappen und vegetationslosen Zeiten über ausreichend Futter zu verfügen. In welchem Umfang das Futter konserviert werden muß, hängt weitge­ hend vom Klima der jeweiligen Region ab. Bei uns können wir mit ungefähr 200 Winterfimertagen rechnen. Übersicht 4.1.-L: Wichtige Konservierinigsinethoden Q SOagebereitung Bodentrocknung Ö Natürliche Trocknung Gerüsttrocknung Unterdachtrockming O Künstliche Trocknung Unterstellt man für eine gedüngte und gepflegte Grüniandfläche eine Energie- leistung von 5000 kSiE/ha, so bleiben bei den verschiedenen Konservierungsver­ fahren folgende Nährstoffmengen verfügbar Tab. 4.1.-L: Nährstoffverlass M d «verbleib bei Salage- srad Hewberetfcung Konservierungsverfahren NSt-Verlust % Verlust Verbleibt an kStEjeha Warmbelüftung 12-20 800 4200 Anwelksilage 10-25 975 4025 Kaltbeiüftung 20.28 1200 3800 Naßsilage 20-40 1625 3375 Reuterheu 30-36 1650 3350 Bodenheu (Schönwetter) 30-45 1875 3125 Bodenheu (Schlechtweöer) 50-80 3250 1750 Quelle: L. LÖHR, Faustzahlen für den Landwirt, 6. Auflage 4.2. Silagebereitung 4.2.1. Einleitung Die Silierung von Grünlandfutter wird verstärkt an Bedeutung zunehmen. Dafür sprechen die geringeren Konservierungsverluste, arbeitswirtschafüiche und ökono­ mische Überlegungen. 4.2.2. Gärungsbiologische Grundlagen Bei der Silierung kommt es darauf an» die biologischen Wachstumsverhältnisse für die gewünschten Gärungsorganismen, insbesondere für die Milchsäurebakterien, möglichst optimal zu gestalten. Die Milchsäure entscheidet über den Grad der Säue­ rung. Die M i l c h s ä u r e b a k t e r i e n stellen ein Gemisch von vielen Bakterien­ gruppen dar. Im wesentlichen wird zwischen den homofermentativen und heterofer­ mentativen Milchsäurebakterien differenziert Erstere produzieren überwiegend Milchsäure, die anderen auch Essigsäure, C 02, Alkohole und andere Verbindungen.
  51. 51. Der aromatische Geruch guter Silagen ist auch auf die Entstehung solcher Verbin­ dungen zurückzuführen. Für beide Gruppen sind leicht lösliche Kohlehydrate (Glu­ cose, Fructose» Saccharose, Fructosan) als Nahnmgsquelle essentiell. Die ebenfalls anaeroben B u t t e r s ä u r e b a k t e r i e n (BSB - Gattung Clostri­ dium) erzeugen die unerwünschte Butlersäure neben C 02 und Wasserstoff. Ein wesentlicherUrsprang der BSB ist Schmutz in der Silage. Die Silage wird instabil, gleichzeitig können C l o s t r i d i e n s p o r e n die Qualität der Milchprodukte (Hartkäse) beeinträchtigen. Die Butiersäuregärung läßt steh durch schnelle Befüllung, Häckseln, Verdichtung, Anweikung des Siliergutes und saubere Futtergewinnung am testen vermeiden, ln kritischen Fällen ist der Zu­ sau eines passenden Siliermittels eine entscheidende Hilfe. Die Gruppe der C o l i a e r o g e n e s - B a k t e r i e n baut neben Kohlehydra­ ts® auch Esweiß ab. Sie verursachen die Bildung von Essigsäure und hohe Eiweiß- wlusae. Sic können mit oder ohne Sauerstoff überleben, werden aber durch pH-Absenkung erajchcidend gehemmt C o h b a k t e r i e n finden sich im verschmutzten Futter. Zu Beginn der Gärung können ae durch Bildung von C 02von Nutzen sein. F ä u l n i s b a k t e r i e n sind Eiweißzersetzer. Ihr Anteil an der gesamten Gär­ futter™ikroflora nimmt nur bei sehr schlechten Gärbedingungen größere Ausmaße an. Die H c f e p i 1z e sind sehr häufig die Initiatoren von Fehlgärungen und mitunter ursächlich an Nacherwärmungen von Silagen beteiligt. Eine größere Gefahr geht von ihnen nur dann aus, wenn die tägliche Silageentnahme zu gering ist, sodaß Nachcr* wärmungen auftreten, da die Milchsäure durch die Hefen abgebaut wird. Besonders gefährlich ist die Gruppe der S c h i m m e l p i l z e . Bei stärkerem Auftreten sind sie in der Lage, Fäuinisprozesse hervorzurufen und das Gärfutter völlig unbrauchbar zu machen. Schimmelpilze können durch Sauerstoffentzug am besten kontrolliert werden. Demzufolge ist dann mit einem hohen Befall zu rechnen, wenn durch mangelnde Futterverdichtung und Luftzutritt in den Gärbehälter Sauer­ stoff cinfließL Auch zu stark angewelktes, zu altes (sperriges) und zu wenig zerklei­ nertes Futter führt sehr häufig zu verschimmelten Silagen. 4.2.3. Der Gärverlauf Zunächst wird der im Silostock vorhandene Sauerstoff durch Pflanzenatmung, Enzy­ me und Bakterien in C 02umgewandclt, worauf der Zelltod eintritt. Nun wird Zellsaft frei, der reichlich Nährstoffe für die Ernährung der Milchsäurebakterien enthält. ln A n w e l k s i l a g e n sind die bakteriellen Prozesse gehemmt. Es wird weniger Säure gebildet und die pH*Werte sinken weniger tief als in Frisehsilagen.Bei angewelktem Gras ist allerdings keine so tiefe pH-Absenkung wie bei frischem Gras erforderlich, um eine buttersäurefreie Gärung zu erzielen. Der erhöhte osmotische Druck bewirkt eine Hemmung der Buttersäurebakterien. Fehlgärungen entstehen durch Verschmutzung, Zuckermange! (zu altes Futter) und Luftzutritt. Verluste erge­ ben sich durch Atmungsverluste und bei Naßsilagen durch extreme Sickersaftbil- dung. Sickersaft tritt bei Silagen auf, deren TM unter 28 % liegt. S c h w e r v e r g ä r b a r e Pflanzen haben eine hohe PufferkapazitäL Diese er­ gibt sich zum größten Teil aus ihrem Gehalt an Mineralstoffen. Je nach Ausmaß der Pufferkapazität muß beim Gärvorgang mehr oder weniger Milchsäure aufgewendet werden, um einen bestimmten Säuregrad zu sichern. Da L eg u m in o sen im allge­ meinen mehr organische Säuren als Gräser enthalten, beträgt ihre Pufferkapazität etwa das Zweifache der Gräser. Sie ist zusammen mit dem niedrigen Zuckergehalt die Hauptsache für die schlechte Silierbarkcit der Leguminosen.
  52. 52. Silagebeveämg O Wringprobe TM Bestimmung siehe Seite 53 N a e S s e r w ä r m o s i g e H ä Nacherwärmungen entstehen durch Atmungsprozesse von Hefen, die durch Luft­ zutritt nach der Entnahme verursacht werden, insbesondere bei hohen (über 6 °C) Außentemperaturen. Die wichtigste vorbeugende Maßnahme ist die ausreichende tägliche Futterentnahme (10 cm täglich) bzw. eine auf den Tierbestand abgestimmte Silooberfläche bzw. -anschniufläche (siehe auch Tabelle 4.2.-3» Seite 49). ,4.2.4. Regelte derSiliertechnik 4.&4.1. Sauberes Futter ernten .Schmutz in «3er Silage Grundfuuer muß aus folgenden Gründen weitgehend erdfsei siliert werden: e®* Mit der Erde gelangen vor allem eine große Anzahl für die Vergärung schäd­ licher Bakterien in das Futter. Besonders Buttersäurebakterien wirken sich negativ auf den Gärverlauf aus. Diese benötigen für ihre Vermehrung luftfreie Verhältnisse im Futterstück. Dies bedeutet» daß es bei verschmutzter Silage zu Bimersäuregärungen kommen kann» in deren Folge auch bereits gebildete Milchsäure abgebaut wird. Dadurch wird die Gefahr von Fehlgärungen weiter erhöht. *sr Unerwünschte Geschmacksentwicklung durch Mikroben in der Erde bzw. von Wimchaftsdüngerresten (Futterverzehr). säs* Buttersäurehältige Silage zeichnet sich durch einen unangenehmen (nach ran­ ziger Butter) Geruch aus. Ferner ist zu berücksichtigen, daß Buticrsaurcbakic- rien gefürchtete Blähungen im Käsereibereich verursachen. Die Ursache hicfur ist aber nicht unmittelbar die Verfütterung buttersäurehältiger Silagen, sondern mangelhafte Hygiene bei der Melkarbeit und im Stall (Futterrestc, Einstreu ctc. >. «r Die Gefahr der Verunreinigung durch Erde ist beim Feldfuucrbau am grouier. In diesem Falle ist es zweckmäßig, die Emtegeräte nicht zu tief cin/.usicilcn unJ notfalls einen Futterverlust in Kauf zu nehmen. » Auch die zahlreichen Maulwurfshaufen auf den Wiesen können die l'r^ h e n einer starken Futterverschmutzung sein. Bei der Ausbringung von Wirtschaftsdüngem ist auf den A usbringung rrmm ® und deren gleichmäßige Verteilung bzw. bei Gülle auf die Y«rdunnun<: achten. Beim Kauf von Mähwerken sollte berücksichtigt werden, daß FinpemuijAcnu- ' bzw.Doppelmessennähwerke meist einen geringeren Verschmutzung^ 7.1J K- wirken als Scheibenmähwerke. Es ist darauf zu achten, daß Mühu-erkc jrrjn.J sätziieh nicht tiefer als 5 cm eingestellt werden. Ein hoher Anwelkgrad des Grundfutters gestattet das Abrieseln von Erde eher, sodaß die Gefahr des Miteinsilierens von erdigen Bestandteilen vemneen v. ird i 4,2.42. Futter auf 30-40 % TM anwelken Das Anwelken des Futters bewirkt eine Erhöhung des Zuckergehaltes und eine leichtere Vergärbarkeit. Wichtig ist, daß bei TM«Gehalten über 28 % kein Sickersaft mehr entsteht. Gelangt Sickersaft in Gewässer, wird der darin enthaltene Sauerstoff verbraucht Der Sauer* stoffmangel im Wasser führt in der Folge zum Erstickungstod der Fische. 46

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