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  1. 1. 24 Adressen Hintergrund Landwirtschaft Landwirtschaft Was wollen wir essen? Adressen Gift und Gentechnik – Greenpeace e. V. Große Elbstraße 39 22767 Hamburg T 040.306 18-0 nein danke! mail@greenpeace.de www. greenpeace . de Politische Vertretung Berlin Marienstr. 19–20 10117 Berlin T 030.30 88 99-0 Greenpeace Österreich / Zentral­ und Osteuropa Siebenbrunnengasse 44 A-1050 Wien office@greenpeace.at Greenpeace Schweiz Heinrichstraße 147Greenpeace ist eine internationale Umweltorganisation, CH-8005 Zürichdie mit gewaltfreien Aktionen für den Schutz der Lebens­ gp@greenpeace.chgrundlagen kämpft. Unser Ziel ist es, Umweltzerstörungzu verhindern, Verhaltensweisen zu ändern und Lösungen Greenpeace Luxemburgdurchzusetzen. Greenpeace ist überparteilich, politisch 34 Avenue de la Gareund finanziell unabhängig und nimmt keine Gelder von L-4130 Esch/AlzetteRegierungen, Parteien oder der Industrie. greenpeace@pt.lu www . greenpeace . de H 030 1
  2. 2. 02 Greenpeace Hintergrund 03Die industrialisierte Land­ Landwirtschaft:wirtschaft beschleunigt Opfer und Täter zugleichden KlimawandelMonokulturen, steigender Pestizideinsatz, Gentechnikin Nahrungsmitteln und Umwelt, die Abholzung kost- Inhaltbarer Wälder für Viehweiden und Ackerflächen, der 03 Landwirtschaft: Opfergigantische Wasserverbrauch der Landwirtschaft: Die und Täter zugleichListe der weltweiten Probleme unserer heutigen Land- 04 Landwirtschaft amwirtschaft ist lang. Dabei waren ihre Hauptziele einst, Scheidewegden Ertrag zu steigern, resistente Sorten zu züchten, 05 IndustrialisierteBauern und Verbraucher gleichermaßen zufriedenzu- Landwirtschaft aufstellen. Die Rechnung ist nicht aufgegangen. Die dem Vormarschindustrialisierte Landwirtschaft hat erhebliche Auswir- 06 Landwirtschaft undkungen auf die Qualität unserer Nahrungsmittel und Klimawandelträgt in bisher unabsehbarem Maße zum Klimawandel 10 Gentechnik – gefährlicherbei. Greenpeace setzt sich deswegen für eine nachhal- Blindflugtige Landwirtschaft ein, die Verbraucher und Umwelt 12 Gentechnik machtgleichermaßen schützt. Machen Sie mit! Beteiligen Sie nicht sattsich am Widerstand der Verbraucher. 13 Macht und Kontrolle durch Patente 14 Pestizide – Gifte in der Allein in Brasilien werden jährlich rund 60 Millionen Tonnen Soja produziert, die in Silos gelagert und dort für den Export auf Schiffe verladen werden. Umwelt und im Essen schwindenden Ressourcen das Prob- probleme. Sie erzielt dauerhaft weder 16 Greenpeace schützt Landwirtschaft betrifft uns alle. lem, eine wachsende Weltbevölkerung höhere Erträge noch gesunde Lebensmit- Verbraucher und Natur Denn es geht um unsere existenziellen zu ernähren. Oftmals werden für neue tel. Vielmehr kostet sie uns in Wahrheit Grundlagen: Erde, Wasser, Luft und Ackerflächen wertvolle Urwälder gero- eine Menge Geld und richtet langfristig 18 Konsum in Zeiten der unsere Nahrung. Bekannt ist das det. Um den Ertrag zu steigern, werden massive Schäden an. Globalisierung schon lange. Inzwischen haben wir zahlreiche Gifte eingesetzt, teilweise in Die Lösung kann nur in einer ökologisch aber auch reichlich Erfahrungen mit gesundheitsschädlichen Mischungen. Laut und sozial verträglichen Landwirtschaft 19 Greenpeace fordert den Problemen der heutigen Land­ Weltgesundheitsorganisation sterben jähr- liegen, die nachhaltig mit den lokalen Res- wirtschaft gemacht. Sie ist sowohl lich über 200.000 Menschen an Pestizi- sourcen umgeht, statt sie aufzubrauchen. 20 Aktionen und Erfolge Opfer – leidet also unter den Umwelt­ Bei der Herstellung von Lebensmitteln den. Dem Wissen um diese existenziellen 1996–2009 belastungen – als auch Verursacher müssen der Schutz der Umwelt und die Probleme muss dringend ein radikales von Umweltverschmutzungen. Umdenken in Wissenschaft, Politik und Gesundheit Vorrang haben. Greenpeace 23 Das können Sie tun will erreichen, dass nur noch gesunde Le- beim Verbraucher folgen, wenn wir diesen Lesetipps & Infos Was wurde uns nicht alles versprochen, bensmittel auf den Markt kommen. Denn Planeten nicht dauerhaft schädigen und was die industrialisierte Landwirtschaft das Überleben von Millionen Menschen Verbraucher weltweit haben ein Recht auf angeblich leisten könne? Ertragssteigerun- aufs Spiel setzen wollen. gute Lebensmittel. Und jeder Einzelne hat gen, pestizidresistente Pflanzen, genma- Landwirte sind dabei sowohl Täter als bei seinem Einkauf Einfluss darauf, wasImpressum Herausgeber Greenpeace e.V. Große Elbstr. 39, 22767 Hamburg, T 040.30618-0, F 040.306 18-100, mail@greenpeace.de, www.greenpeace.de nipulierte Sorten, die gegen Schädlinge auch Opfer dieser Entwicklungen: auf unseren Äckern wächst, wie Lebens-Politische Vertretung Berlin Marienstr. 19–20, 10117 Berlin, T 030.30 88 99-0 Autoren Martin Hofstetter, Manfred Krautter, Anja Oeck, Stephanie Toewe-Rimkeit Redaktion Anja Oeck und Umweltgefahren aller Art gewappnet Wetterextreme führen zu Ernteschäden mittel produziert werden und wer davonBildredaktion Max Seiler Produktion Christiane Bluhm Gestaltung Andreas Salomon-Prym Titelfoto Pestizide werden auf Soja-Plantagen im Amazonas mit dem Flugzeug versprüht. sind, die Liste ist lang. Und was ist davon und Totalausfällen. Überschwemmungen profitiert. Wenn sich viele VerbraucherRücktitel: Bauern in Bangladesch bei der Arbeit im Reisfeld. Fotos Titel: Daniel Beltra, S. 3: Werner Rudhart, S. 4/5: Geng Yunsheng, Rodrigo Baleia (2), Greenpeace, S. 6/7: Daniel Beltra,Christian Kaiser, Werner Rudhart, S. 8/9: OKA BUDHI, S. 10/11: Heiko Meyer (2) , Paul Langrock, S. 12/13: Karen Robinson, Paul Langrock, S. 14/15: Juergen Siegmann, Ángel Garcia (2), geblieben? machen fruchtbare Flächen unbrauchbar. engagieren, müssen Handel und PolitikS. 16/17: Paul Langrock, Heiko Meyer, S. 18/19: Sabine Vielmo (2), Fred Dott, S. 20: Christoph Engel, Christian Kaiser, Bert Bostelmann, Fritz Stockmeier, Martin Langer, S. 21: Achim Multhaupt, Die Landwirtschaft trägt akut zum Klima- Die industrialisierte Landwirtschaft, von reagieren. Ein eindrucksvolles BeispielHeiko Meyer, Chandra Shekhar Karki, Jens Kuesters, Martin Storz, S. 22: Heiko Meyer, Thomas Einberger, Paul Langrock, Andreas Schoelzel, Thomas Einberger, Rücktitel: Karen Robinson, wandel bei: Sie verursacht ein Drittel aller der Agroindustrie vorangetrieben, mit dafür ist der Widerstand der Verbraucher© alle Greenpeace, Seite 15: alimidi.net Litho Litho Brecht, Hamburg Druck Neue Nieswand Druck, Werftbahnstr. 8, 24143 Kiel Auflage 10.000 Exemplare V.i.S.d.P.: Stephanie Toewe-RimkeitZur Deckung unserer Herstellungskosten bitten wir um eine Spende : Postbank Hamburg, BLZ 200 100 20, KTO 97 338 ­ 207 weltweit ausgestoßenen Treibhausgase. Gentechnik und Pestiziden, mit Mono- gegen die Gentechnik in Europa. Wasserverbrauch, Übernutzung der kulturen und Profitmaximierung, bietetGedruckt auf 100 % Recyclingpapier Stand 6 / 2009 Böden und Monokulturen verschärfen bei keine nachhaltige Lösung der Zukunfts- www . greenpeace . de /themen
  3. 3. 04 Landwirtschaft am Scheideweg Greenpeace Hintergrund 05Landwirtschaft am Industrialisierte Landwirt­Scheideweg schaft auf dem VormarschIn China wird Reis auf Terrassen angebaut, um auch Berghänge zu nutzen. Der Einsatz von Genpflanzen garantiert langfristig Greenpeace protestiert in Brasilien gegen die Abholzung von Urwald für Rinder-Weideland. So leben Schweine in der Massentierhaltung. keine höheren Erträge.Nutzbare Flächen für Acker­ und in Europa und Nordamerika Millionen Gleichzeitig nimmt die Weltbevölkerung Die Globalisierung hat weltweit erheb­ Hamburg im Alten Land und am Boden-Grünland sind aus klimatischen und Hektar Nutzflächen stillgelegt werden jährlich um 82 Millionen Menschen zu. liche Folgen für die Landwirtschaft. see in hochintensiven Kulturen erzeugt.geologischen Gründen begrenzt. konnten, zeitweise brachlagen. Heute Bisher konnte die Erzeugung u. a. durch Da der Transport von Agrargütern In diesen regionalen Zentren nimmt dieWeltweit wird ein Drittel der Land­ wird wieder auf jedem europäischen effektivere Anbautechniken und besseres relativ günstig ist, wird ein immer grö­ Landwirtschaft immer mehr industriali- In anderen Regionen wird die Tierhaltungfläche, circa 5 Milliarden Hektar, land­ Acker angebaut. Saatgut mit der steigenden Nachfrage ßerer Teil der Welternte international sierte Formen an. Die Landwirte werden dagegen völlig aufgegeben, die Landwirtewirtschaftlich genutzt: 1,5 Milliarden Die Preise für Ackerland sind in den von rund zwei Prozent pro Jahr Schritt gehandelt. Beispielsweise importiert zu Lohnabhängigen, die sämtliche zur spezialisieren sich auf den Ackerbau.Hektar davon als Äcker, weitere vergangenen Jahren stark angestiegen. halten. In den letzten Jahren wurde das die EU nicht nur Obst, das hierzulan­ Produktion benötigten Produkte von der Solche Regionen drohen zu versteppen,3,5 Milliarden Hektar als Wiesen und Immer mehr Banken, Investmentfonds, aber immer schwieriger und war irgend- de aus klimatischen Gründen nicht Firma kaufen müssen, an die sie hinter- nur wenige verschiedene KulturpflanzenWeiden. sogar Länder steigen in die Landwirt- wann nicht mehr zu gewährleisten. Klima wächst, sondern immer mehr auch her ihre fertigen Produkte abliefern (so werden angebaut. So haben beispielsweise schaft ein und kaufen Ackerböden welt- bedingte Trockenheit führte in wichtigen eiweißreiche Futtermittel wie Soja genannte Vertragslandwirtschaft). In der Mais und Weizen in Deutschland in denJedes Jahr gehen Millionen Hektar weit auf. So produziert China auf Agrar- Produktionsländern (Australien, Südame- oder Maiskleber. Mit diesen Futtermit­ Hähnchenmast beispielsweise teilen sich vergangenen 15 Jahren drastisch zuge-nutzbare Fläche aufgrund von Wasser-, flächen rund um den Globus Biomasse rika, Russland) immer häufiger zu Ernte- telimporten werden in Europa Fleisch drei große Unternehmen den deutschen nommen. Dafür findet man kaum nochWinderosion und Übernutzung verloren und Nahrungsmittel für den heimischen ausfällen. Die Landwirtschaft benötigt und Milch im Überschuss produziert, Markt. Landwirte, die Hähnchen mästen, Erbsen, Lupinen, Hafer oder Ackerbohnenoder werden unfruchtbar. Zugleich wer- Markt. etwa 70 Prozent des verfügbaren Wassers um diese dann nach Russland, Asien müssen sich vertraglich verpflichten, von auf den Äckern. Die einseitige Boden-den circa 13 Millionen Hektar Wald pro Die weltweiten Reserven für die wich- weltweit, und das wird immer knapper und in südliche Länder zu exportieren. den Küken über die eingesetzten Futter- nutzung verschlechtert den Zustand derJahr weltweit gerodet und zum Großteil tigsten Getreide wie Mais, Weizen und und damit teurer. mittel und Medikamente bis hin zur Böden, sie erodieren und verlieren ihrein Ackerland umgewandelt, vor allem in Reis sinken kontinuierlich. An den Han- Mit erstarkter Wirtschaft in bevölkerungs- Auch innerhalb der EU bestimmt nicht Schlachtung immer mit derselben Firma Fruchtbarkeit. Gleichzeitig werden sie stär-Südamerika und Asien. Positiv für den delsbörsen für Agrarprodukte herrscht reichen Staaten Südostasiens werden wirklich Vielfalt unsere Landwirtschaft. zusammenzuarbeiten. ker von Unkräutern und Ackerschädlin-Ackerbau, möchte man meinen. Aber die- Nervosität: Innerhalb weniger Monate dort verstärkt Fleisch und Milchprodukte Es findet eine immer stärkere Zentrali- gen befallen. Als Gegenmittel wird immerse fehlenden Waldflächen bedeuten einen haben sich in 2007/2008 die Preise für konsumiert. Die dazu benötigten riesigen sierung einzelner Produktionsweisen in Gleichzeitig hat diese regionale Konzen- häufiger zur Giftspritze gegriffen.großen ökologischen Verlust an Tier- und Raps, Weizen und Mais teilweise mehr als Mengen an Futtermitteln fehlen als Nah- bestimmten Regionen statt. Beispiels- tration erhebliche Folgen für die Umwelt.Pflanzenarten. Zudem heizt die Rodung verdoppelt. rungsmittel. weise wird die Schweine- und Hähnchen- Dort, wo Tiere in großer Zahl gehaltenden Klimawandel an. Die ehemaligen Aufgrund ansteigender Nachfrage Immer mehr Industrieländer fördern den fleischerzeugung besonders dort aus- werden, wird die anfallende Gülle zum Wussten Sie, dass jährlichUrwaldböden setzen viel Kohlenstoff frei waren Stickstoffdüngemittel in 2008 Anbau und die Verwertung von Raps und gebaut, wo Futtermittelimporte am Entsorgungsproblem. Die Nitratwerte im weltweit 13 Millionen Hektar Waldund gehen zugleich als Wasserspeicher ausverkauft. Getreide zur Erzeugung von Agrosprit. billigsten sind, also in der Nähe großer Grundwasser steigen. Der Güllegestank gerodet und zu Ackerland gemachtverloren. Angeblich zum Wohl des Klimas, doch Häfen wie Rotterdam oder in Nieder- belästigt die Anwohner. Die Abschwem- werden? Das ist ein riesiger Verlust an Gründe der weltweiten vor allem wollen die Länder unabhängiger sachsen. mung von ausgebrachten Nährstoffen Tier­ und Pflanzenarten. Zudem heiztDie Zeichen mehren sich, dass Acker- Nahrungsmittel­Knappheit werden vom teureren Rohöl. Weltweit Paprika, Tomaten und Gurken kommen lässt Bäche und Flüsse durch Überdün- die Rodung den Klimawandel an: Diefläche knapp werden könnte. Agrarflächen lassen sich kaum vermeh- wachsen so auf circa 30 Millionen Hektar während der Wintermonate vor allem aus gung umkippen. Durch erhöhte Anste- ehemaligen Urwaldböden setzen viel Bis vor wenigen Jahren wurden Agrar- ren – und wenn, nur mit ökologisch Acker Agrosprit-Pflanzen, Tendenz stark dem südlichen Spanien (Almeria). Äpfel ckungsgefahr brechen immer häufiger Kohlenstoff frei und gehen alsprodukte noch überproduziert, so dass desaströsen Folgen wie Urwaldzerstörung. steigend. werden in Deutschland vor allem bei Tierseuchen aus. Wasserspeicher verloren.
  4. 4. 06 Landwirtschaft und Klimawandel Greenpeace Hintergrund 07Landwirtschaftund Klimawandel Die Wasserressourcen werden in Nordafrika knapp. Landwirtschaft und Industrie stark zu, und mit ihm die Nutzungskonflikte um die kostbare Ressource. Wie die Landwirtschaft Im brasilianischen Mato Grosso werden jährlich 5,5 Millionen Hektar Land als Soja-Anbaufläche genutzt. zum Klimawandel beiträgt Der weltweite Ausstoß von Klimagasen (CO2 , Methan, Lachgas) rührt zu etwa einem Drittel aus der Landwirtschaft. zentration in der Atmosphäre gestiegen. die Rinderhaltung stark zugenommen, in Ob aus der Tierhaltung oder von Mineral- vielen Industrieländern ist sie rückläufig. CO2 ­Emissionen aus Wald­ dünger, wenn zu viel löslicher Dünger zur Daher ist der Methangehalt weltweit seit rodung und Moornutzung falschen Zeit oder mit schlechter Technik 1999 nicht angestiegen. Für Ackerland werden Waldflächen (z. B. Gülle mit Prallteller) ausgebracht abgeholzt und dadurch riesige Mengen an wird, können Nutzpflanzen den Stickstoff Problem vermehrter Kohlendioxid in die Atmosphäre freisetzt. nicht aufnehmen. Er versickert ins Grund- Tierhaltung Neben dem Holz speichert nämlich auch wasser, wird durch Erosion abgetragen, Viehzucht braucht viel Land: Sie bean- der darunterliegende Boden Kohlenstoff. überdüngt Flüsse, Seen und Meere oder sprucht 70 Prozent der landwirtschaftlich Außerdem hat Ackerboden einen deutlich belastet die Atmosphäre in Form von genutzten Fläche. Ein Drittel der Acker- geringeren Anteil an Humus und damit Ammoniak und Lachgas. fläche dient allein der Futtermittelerzeu- an Kohlenstoff als Wald und Dauergrün- gung. Weil Fleisch- und Milchkonsum land. Durch die Ackernutzung verringert Methan stark vom Einkommen abhängen und sich also der Kohlenstoffgehalt im Boden, Die Rinderhaltung und der Feuchtreisan- die Welt trotz Hunger und Armut immerViehzucht beansprucht 70 Prozent der landwirtschaftlich genutzen Fläche in Brasilien. CO2 wird freigesetzt. Besonders problema- bau in asiatischen Ländern erzeugen Me- reicher wird, kommt immer mehr Fleisch tisch ist die Ackernutzung von ehemali- than. Das Treibhausgas ist etwa 20-mal so auf den Tisch. Von 1970 bis 2002 stieg gen Feuchtwäldern oder Mooren – auch wirksam wie CO2, baut sich aber bereits der Fleischverzehr laut Ernährungs- undSteigende Durchschnittstempera­ delten küstennahen Kornkammern vieler von Mexiko bis nach Nord-Argentinien, in Deutschland. Der Humus wird kalt nach rund 10 Jahren ab. Methan entsteht Landwirtschaftsorganisation (FAO) in denturen, Extremwetter, Stürme, Über­ Länder. Weite Teile von Bangladesch oder Indien, der Süden von China und der verbrannt und dadurch aufgezehrt. durch Pansenbakterien im Magen von Entwicklungsländern pro Kopf von 11 aufschwemmungen und lange Trocken­ Flussdeltas wie am Nil versalzen und gesamte afrikanische Kontinent sind vom Wiederkäuern (Rindern, Schafen, Ziegen). 29 Kilo jährlich, in den Industrieländernzeiten: Der Klimawandel ist bereits werden für die Lebensmittelerzeugung Klimawandel gefährdet. In diesen Gebie- Lachgas aus Regional, beispielsweise in Brasilien, hat von 65 auf 80 Kilo (Deutschland: 90 KiloRealität. Die Landwirtschaft ist dabei unbrauchbar. Durch den Rückgang der ten liegen die ärmsten Länder der Welt, Stickstoffdüngung pro Kopf und Jahr).Opfer und Täter. Gletscher verschlechtert sich außerdem zusätzlich wächst dort die Bevölkerung Lachgas ist ein besonders langlebiges Deswegen prognostiziert die FAO eine die Wasserversorgung vieler Landstriche, besonders schnell. Klimagas, das sich im Schnitt erst nach Wussten Sie, dass ein Verdopplung der Fleischproduktion bisLandwirtschaft als Opfer so zum Beispiel am Fuße des Himalayas In Nordafrika werden die Wasserressour- 114 Jahren abbaut und 300-fach so klima- Drittel der Klimagase in der deut­ 2050 von derzeit 229 Millionen auf 465Vermehrte Witterungsextreme wie und der Anden. cen bereits fast vollständig – zu 95 Pro- schädlich ist wie CO2 . Vor allem beim schen Landwirtschaft (das entspricht Millionen Tonnen und der Milchprodukti-Starkregen oder Wirbelstürme führen Klimawandel und wachsende Bevölke- zent – genutzt. Und die Nachfrage steigt Einsatz von Stickstoffdünger und Dung 42 Millionen Tonnen CO2) aus der on von 580 Millionen auf 1043 Millionenzu Ernteschäden und Totalausfällen. Der rung in den Städten schüren Nutzungs- bis 2025 noch weiter an. Daher werden aus der Tierhaltung wird es freigesetzt. In Nutzung trockengelegter Moore Tonnen pro Jahr. Die Viehzucht wirdsteigende Meeresspiegel überflutet niedrig konflikte zwischen Stadt und Land (Spa- massive Wasserzuflüsse aus anderen Regi- den letzten 50 Jahren hat sich der Mine- stammt? Durch gezielte Vernässung zum stärksten wachsenden Sektor dergelegene landwirtschaftliche Nutzflächen. nien, Australien, ehemalige Sowjetunion). onen nötig sein. Auch in einigen Ländern ralstickstoffeinsatz weltweit verachtfacht, dieser Flächen könnte dort der Landwirtschaft und setzt neun Prozent anBetroffen sind vor allem die dicht besie- Vor allem die Tropen und Subtropen, Asiens nimmt der Wasserverbrauch in proportional dazu ist die Lachgas-Kon- Ausstoß von CO2 gestoppt werden. Kohlendioxid frei, 37 Prozent an Methan
  5. 5. 08 Landwirtschaft und Klimawandel Greenpeace Hintergrund 09 pa. In Deutschland müssen Mineralölkon- zerne aufgrund einer Beimischungspflicht schon heute zu mindestens 20 Prozent Diesel mit Pflanzen-Diesel versetzen. Um aus Soja besteht. Eine Probe enthielt gar den Bedarf zu decken, greifen Ölkonzerne 75 Prozent Soja und 25 Prozent Palmöl außer auf einheimischen Raps auf andere und gar keinen Raps mehr. Indonesien, Agro-Diesel zurück – mit fatalen Folgen Malaysien, Brasilien, Argentinien bauen für das Klima. diese Rohstoffe an. Die Auswirkungen „Biosprit“ hört sich gut an: Es suggeriert sind dort bereits deutlich sichtbar: In umweltbewusstes Autofahren und dass Argentinien explodiert die Biodieselpro- der Treibstoff aus nachwachsenden Pflan- duktion von 400.000 Tonnen in 2008 auf zen Umwelt und Klima schont. Doch die über vier Millionen Tonnen bis 2010. Der Vorstellung vom klimaneutralen Biosprit Sojaanbau von heute 16 Millionen Hektar basiert auf einer Milchmädchenrechnung. muss dafür um weitere neun Millionen Richtig ist, dass bei der Verbrennung Hektar erweitert werden. Der illegale im Auto nicht mehr Kohlendioxid frei Holzhandel verspricht außerdem schnel- wird, als die Pflanze vorher gespeichert len Profit. Daher werden neue Plantagen hatte. Allerdings entscheidet die gesamte bevorzugt in Urwaldgebieten angelegt. Produktionskette vom Anbau bis zur Der Agrosprit-Boom verschärft soziale Zapfsäule – vom Düngemittel bis zur Wei- Probleme. Durch den Einsatz essbarer terverarbeitung – über die Klimabilanz. Rohstoffe für die Kraftstoffgewinnung Wichtig dabei: Was wuchs auf dem Land, sind Lebensmittel- und Energiepreise auf dem nun Raps, Soja oder Zuckerrohr inzwischen miteinander verwoben. Wenn sprießen? große Teile landwirtschaftlicher FlächenGreenpeace protestiert im indonesischen Regenwald gegen die Zerstörung der Wälder für Ölpalm-Plantagen. Wissenschaftler berechneten im Magazin für Energiepflanzen genutzt werden, „Science“, dass durch die Umwandlung besteht Konkurrenz zum Anbau von von Wäldern, Savannen und Mooren Lebensmitteln.sowie 65 Prozent an Stickoxiden. Allein treide und Kraftfutter nur wenig Feuchtig- Tierausscheidungen gelangen vor allem in Acker und Plantagen Kohlendioxid- An diesen Problemen kann auch dieJapan und Indien zeigen, dass es bei keit. Aber auch für die Weiterverarbeitung Stickstoff und Phosphate in Grund- und Wussten Sie, dass Emissionen entstehen, die erst in einigen Zertifizierung von Agrokraftstoffen nichtsanderen Gewohnheiten und kulturellem und Schlachtung werden große Mengen Oberflächengewässer und führen dort zu wert volle Wälder der Produktion von Jahrzehnten bis Jahrhunderten wieder ändern. Zum einen werden noch Jahre insHintergrund auch anders geht. Weniger an Wasser benötigt, beispielsweise laut Überdüngung, Algenteppichen und zum Agrosprit zum Opfer fallen? Durch ausgeglichen sind: Im Falle der indonesi- Land ziehen, bis ein Zertifizierungssystemoder gar kein Fleisch zu essen, wäre ein FAO insgesamt 990 Liter Wasser je er- Umkippen ganzer Gewässer. die Umwandlung von Wäldern in schen Torfwälder müssten wir 420 Jahre steht, das strengen ökologischen und so-Mittel gegen die Erderwärmung. zeugtem Liter Milch. Für die Verarbeitung z. B. Ölpalm­Plantagen entstehen mit Agrosprit fahren, bevor wir auch nur zialen Anforderungen gerecht wird – undDie Tierhaltung ist hauptverantwortlich eines einzelnen Huhnes sind es fast 1.600 Klimakiller Agrosprit Kohlendioxid­Emissionen, die erst ein Gramm CO2 eingespart hätten. währenddessen wird in Indonesien undfür den weltweit steigenden Wasserver- Liter. Der Wasserverbrauch eines Kilo- Der Anbau von Agrosprit-Pflanzen in nach Jahrhunderten wieder aus­ Südamerika weiter abgeholzt. Außerdembrauch, vor allem durch die Bewässerung gramms Rindfleisch liegt bei 16.000 Liter Südamerika und Südostasien boomt. geglichen sind. Im Falle der indo­ Nach Aussagen der Biodieselhersteller müssten bei der Zertifizierung Nahrungs-und Beregnung von Futtermittelpflanzen. Wasser, der von Masthähnchen bei 3.500 Urwälder werden abgeholzt, um Platz für nesischen Torfwälder müssten wir wurden 2008 etwa 50 Prozent der Roh- und Futtermittel mit erfasst werden,Während der Wasserbedarf von weiden- Liter je Kilogramm. Soja- und Ölpalm-Plantagen zu schaffen. 420 Jahre mit Agrosprit fahren, stoffe für die Agrosprit-Produktion impor- damit sich das Problem nicht einfach ver-den Tieren zu einem Großteil über das Gleichzeitig ist die Tierhaltung einer der Verantwortlich dafür ist die hohe Nachfra- bevor der Spareffekt von CO2 tiert. Auch Greenpeace-Proben an deut- schiebt. Wie gut die Zertifizierung greift,Futter direkt gedeckt wird, enthalten Ge- größten Wasserverschmutzer. Mit den ge nach so genanntem „Biosprit“ in Euro- einsetzt. schen Tankstellen zeigten, dass Biodiesel hängt schließlich auch von Kontrollen ab.
  6. 6. 10 Gentechnik – gefährlicher Blindflug Greenpeace Hintergrund 11Gentechnik – gefährlicher Bl indflugGegen die geplante Freisetzung von Gen-Weizen durch Syngenta säen Greenpeacer auf derVersuchsfläche Bio-Weizen aus. Pflanzenprobe von Gen-Mais der Firma Monsanto.Die Saatgut­ und Chemiekonzerne, wirte, ungeahnte Nebenwirkungen undallen voran Monsanto, Bayer, Dupont, Resistenzen bei Schädlingen sind nurSyngenta und BASF, richten mit Pesti­ einige durch Gen-Pflanzen verursachteziden große ökologische Schäden an. Probleme. Meist werden die Gene mitGleichzeitig fahren sie satte Gewinne Schrotschuss-Verfahren in die Pflanzen- gen mit Gen-Pflanzen kommen immerein. Seit Jahren versuchen sie nun, zellen geschossen. Die Gentechniker kön- wieder vor. Dies macht deutlich, dass dieuns auch mit der Gentechnik zu be­ nen weder steuern, wo das Gen im neuen Industrie das Problem keineswegs unterglücken. Ihre Versprechen: gesündere Organismus landet, noch zu welchen Kontrolle hat, die Behörden der SituationNahrungsmittel, höherer Ertrag durch Wechselwirkungen es mit anderen Genen oft hilflos gegenüberstehen. Greenpeace-Protest in Berlin gegen die unkontrollier te Ausbreitung von Gen-Pflanzen durch falsche EU-Politik.Gen­Pflanzen und geringerer Einsatz und Proteinen kommt – ein Blindflug. In Kanada ist es für Bauern zunehmendvon Pestiziden. Ihr Ziel dabei ist aber, Mit der wissenschaftlichen Erkenntnis, schwierig geworden, überhaupt einedie gesamte Lebensmittelkette, vom der Mensch besitze nur etwa 30.000 statt gentechnikfreie Rapsernte einzubringen.Saatgut bis zum Essen, in die Hand zu der zunächst vermuteten 100.000 Gene, Gen-Maises Mon810 der Firma Monsanto landen. Ein Beispiel: 2006 wurde bekannt, baut. Trotzdem war eine Verunreinigung Durch Pollenflug und verunreinigtes Saat-bekommen. Den Verbrauchern sollen wurde die Grundannahme der Gentech- aufgrund von Umweltgefahren gestoppt. dass nicht zugelassener Gen-Reis aus durch einen schon 2001 abgeschlossenen gut hat sich der Gen-Raps bereits großflä-riskante Nahrungsmittel schmackhaft nik widerlegt, ein Gen habe nur eine Wir- Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, den USA und China nach Europa gelangt Versuchsanbau mit Gen-Reis verursacht chig verbreitet. Dies kann auch deutschegemacht werden, Landwirte werden kung. Die Wechselwirkungen der Gene dass sich der Gen-Mais negativ auf Tiere war. Greenpeace entdeckte den Reis in worden. Die USA hatten den betroffenen Verbraucher treffen: Zum Beispiel wirdin eine stärkere Abhängigkeit von den untereinander und mit Proteinen sind wie z. B. Schmetterlinge, Honigbienen, Deutschland, Großbritannien, Frankreich Langkorn-Reis inzwischen in mindestens immer wieder mit Gentechnik belasteterKonzernen getrieben. komplexer als angenommen. So wundert Spinnen, Schlupfwespen und Florflie- und Griechenland. Der genmanipulierte 30 Länder exportiert. kanadischer Honig auf dem deutschen es nicht, dass Gen-Pflanzen ungewollte gen, aber auch auf Bodenorganismen Reis hatte bis dahin weltweit keine In Deutschland wurde er bei Aldi Nord, Markt gefunden.Seit über zehn Jahren werden in den USA und nicht kalkulierbare Eigenschaften wie Regenwürmer auswirken kann. Für Zulassung als Lebensmittel erhalten und Edeka, Kaufland und anderen Handelsket- Weil Gen-Mais natürliche Sorten verdrän-genmanipulierte Pflanzen kommerziell entwickeln. Greenpeace ist klar: Der Anbau von Gen- wurde nirgendwo kommerziell ange- ten gefunden. Die Supermärkte nahmen gen könnte, ist der Anbau von Gen-Maisangebaut. Bei den meisten handelt es sich Langzeitstudien zu Gen-Pflanzen gibt Pflanzen muss für alle Arten verhindert daraufhin die betroffenen Produkte aus in Mexiko zum Schutz der genetischenum herbizid-resistente (HR) oder Bt-Pflan- es bisher nur wenige. Wissenschaftler werden; die Natur ist kein Versuchslabor, ihren Regalen. Wichtige Importeure wie Vielfalt verboten. Trotzdem wurden imzen. HR-Pflanzen sind gegen bestimmte stellten aber bei Fütterungsversuchen der Verbraucher kein Versuchskaninchen. Wussten Sie, dass die EU und die Philippinen erließen ein Ursprungsland des Maises einheimischePestizide wie zum Beispiel „Roundup“ des fest, dass zum Beispiel das Immunsys- In Lebensmitteln hat die Gentechnik 99 Prozent aller Landwirte weltweit Importverbot von US-Reis. Der Skandal gentechnisch verschmutzte MaissortenGentechnik-Konzerns Monsanto unemp- tem der mit Gen-Mais gefütterten Mäuse nichts zu suchen. nach wie vor keine Gen­Pflanzen löste die größte Handelskrise in der Ge- entdeckt. Die fremden Gene hatten sichfindlich. Bt-Pflanzen produzieren ein geschwächt wurde. Trotzdem wird dieser anbauen? Auf über 92 Prozent der uns schichte der US-Reisindustrie aus: 63 Pro- vermutlich über importierten Gen-Maiseigenes Gift, das auf bestimmte Schädlin- Gen-Mais des Herstellers Monsanto in Eu- Unkontrollierter global zur Verfügung stehenden zent aller US-Reishändler waren betroffen, aus den USA eingeschlichen. Geht diege tödlich wirken soll. ropa seit 1998 als Lebens- und Futtermit- Freilandversuch Ackerfläche werden keine Gen­Saaten Reisbauern, Erntearbeiter, verarbeitende Artenvielfalt als Grundlage der ErnährungDie einstigen Versprechen der Industrie tel angebaut. In Europa haben Länder wie Werden Gen-Pflanzen angebaut, können ausgesät. 80 Prozent der angebauten Unternehmen, Müller und Einzelhänd- verloren, gerät die Welternährung insind inzwischen allerdings ad absurdum Frankreich, Österreich, Ungarn, Schweiz, sie sich unkontrolliert ausbreiten. Sie Gen­Pflanzen wachsen hauptsäch­ ler unwissentlich in ihn verstrickt. Der Gefahr.geführt: Erhöhter Spritzmittelverbrauch, Griechenland, Luxemburg und im April können Nachbarfelder verschmutzen und lich in drei Ländern: USA, Argentinien gesamte Schaden wurde auf 1,2 Milliar-fehlende Ertragssteigerungen für Land- 2009 auch Deutschland den Anbau des so unerwünscht doch auf unseren Tellern und Brasilien. den US-Dollar geschätzt. Verunreinigun- www . greenpeace . de /gentechnik
  7. 7. 12 Gentechnik macht nicht satt Greenpeace Hintergrund 13Gentechnik macht nicht satt Macht und Kontrolle durch Patente Greenpeace-Protest gegen fragwürdige Patentvergabe beim Europäischen Patentamt. zahlen, die die Entwicklung neuer Pflan- zen und Tiere zunehmend monopolisiert Mit Patenten versucht sich die Indus­ sogar Patente auf Nutztiere. So meldete hat. Auf ein einzelnes Reiskorn können trie, ein Monopol über die landwirt­ Monsanto ein Patent auf die Zucht von inzwischen einige Dutzend Patentansprü- schaftliche Produktion und Ernährung Schweinen mit besserer Mastleistung an. che fallen. Traditionelle Pflanzensorten, zu verschaffen. Patente im Bereich 2008 wurde das Patent vom Europäischen die für die Konzerne keine Gewinne ver- Landwirtschaft können exklusive Patentamt erteilt. sprechen, verschwinden. Und mit ihnenIn Bangladesch betreiben Frauen nachhaltige Landwirtschaft, z. B. trocknen sie ihr Saatgut in der Sonne. Rechte über Saatgut, Ernte bis hin Trotz des Verbots auf Patentierung von das Wissen. Einst gab es in Indien etwa zu den Lebensmitteln beinhalten. Die Pflanzensorten wurden in Europa weit 30.000 Reissorten, heute spielen nur noch Konzerne diktieren dann, wer was zu über 1.000 Patente auf Pflanzen vergeben. zehn eine Rolle. Genetische Vielfalt istHunger und Armut sind in erster Linie Agrarunternehmen. Den einzigen Hunger, sich um die Belange der Entwicklungs- welchen Bedingungen und Preisen Viele gehören Konzernen wie Monsanto, aber Ausgangsbasis für die Züchtung neu-ein politisches und soziales Problem: den die Konzerne stillen, ist nicht „der länder bemüht. Der mit einer Vorstufe anbauen und verkaufen darf: vom Dupont, Syngenta, BASF oder Bayer, die er, sich den wechselnden Umweltbedin-Über 880 Millionen Menschen hun­ Hunger in der Dritten Welt, sondern der des Vitamin A angereicherte Reis soll Weizen bis zum Brot, vom Mais bis inzwischen gezielt andere Saatgutfir- gungen anpassender Nutzpflanzen. Gehtgern weltweit, obwohl ausreichend Hunger der Aktionäre“, so die schwedi- den Vitamin-A-Mangel beheben, durch zum Popcorn. men aufgekauft haben. Monsanto ist diese Vielfalt verloren, verschwindet dieLebensmittel produziert werden. Ver­ sche EU-Kommissarin Margot Walström. den nach Schätzungen der Weltgesund- dadurch derzeit die Nummer eins im Grundlage zur Sicherung der Ernährung.ursacht wird dies durch unfaire Han­ Im Bericht des Weltagrarrats von 2008 heitsorganisation (WHO) jedes Jahr bis zu Längst geht es bei Patenten nicht mehr internationalen Saatguthandel, und diedelsbedingungen, Kriege, politische kommen 400 Wissenschaftler zu dem 500.000 Kinder in Entwicklungsländern nur um gentechnisch veränderte Pflanzen. Geschäfte florieren: 2007, während der Greenpeace hat zusammen mit anderenStrukturen und fehlenden Zugang zu Ergebnis, dass die globale Landwirtschaft erblinden. Der Mangel wird hauptsächlich Immer öfter werden auch Patente auf durch teurere Nahrungsmittel ausgelösten Organisationen das Netzwerk „no patentsRessourcen wie Land, Wasser, Saat­ grundlegend umorientiert werden muss. durch einseitige Ernährung verursacht. Saatgut und Pflanzen aus konventioneller Hungerkrise in den Entwicklungsländern, on seeds!“ ins Leben gerufen. Diesemgut oder finanzielle Mittel. Allein mehr Sie fordern eine Abkehr von der moder- Bis heute ist aber völlig unklar, wie viel Zucht beantragt. Ein Beispiel der US-Fir- stiegen die Aktienkurse der Firma Mon- gehören über 50 landwirtschaftlicheLebensmittel zu produzieren, kann nen landwirtschaftlichen Massenproduk- Vitamin A beim Verzehr des Gen-Reises ma Monsanto: Der Konzern versucht sich santo. Bereits ein geringer Preisanstieg bei Verbände und weitere hundert Organisa-den Hunger also nicht besiegen. Auch tion, die auf massivem Einsatz von Pesti- noch beim Menschen ankommt und was Sojabohnen einer bestimmten Qualität Lebensmitteln kann die Zahl der Hun- tionen an. Ziel ist es, über die Machen-Klimawandel und Wetterextreme ziden und großflächigen Monokulturen dagegen bei der Lagerung und Zuberei- als Eigentum zu sichern, unabhängig gernden vervielfachen. Viele Beobachter schaften mit Patenten zu informieren undbeeinflussen die Landwirtschaft und basiert. Auch in der Gentechnik erkennen tung verloren geht. davon, ob sie mit oder ohne Gentechnik warnen vor der Spekulation mit dem die Politik dazu zu bewegen, Patente aufdamit die weltweite Lebensmittelpro­ sie keine Lösung. Vielmehr sollten die Die Gen-Manipulation greift stark in den produziert wurden. An diesen Sojaboh- Hunger. Leben endlich zu verbieten:duktion. Betroffen sind in erster Linie landwirtschaftlichen Kleinproduzenten Stoffwechsel der Pflanze ein. Selbst Befür- nen hängt die gesamte Herstellung von www.no­patents­on­seeds.orgKleinbauern und Konsumenten in den gestärkt werden. Die natürlichen Res- worter des Vitamin-A-Reises bemängeln, Lebensmitteln inklusive Agrosprit. Patente gefährden Greenpeace hatte Erfolg mit EinsprüchenLändern des Südens. sourcen der jeweiligen Region müssten die ökologischen und gesundheitlichen die Welternährung gegen Patente auf Maissorten aus Mexiko genutzt werden. Risiken seien noch längst nicht geprüft. Ähnliche Patente wurden in Europa Die Vielfalt der pflanzengenetischen und Weizen aus Indien. Um das Patent-Agrar-Konzerne versuchen, die Gentech- So werden keine Lösungen, sondern zu- bereits erteilt. Seit 2008 hat der Konzern Ressourcen stand seit jeher der Allgemein- recht ad absurdum zu führen, haben dienik als Patentrezept gegen den Welthun- Vitamin­A­Reis: Leere sätzliche Probleme geschaffen. Dabei gibt Cargill ein Patent auf konventionelle heit zur Verfügung. Bauern nutzen sie Umweltschützer selbst Patente angemel-ger zu vermarkten. Gentechnik hilft aber Versprechen es Gemüsearten, die fast überall angebaut Pflanzen zur Ölproduktion, das die zur Zucht neuer Ackerpflanzen. Patente det: so beispielsweise auf die Currywurstnicht gegen den Hunger, im Gegenteil: Sie Die Gen-Lobby lancierte einen Gen-Reis, und die die Menschen mit viel Vitamin A Pressung der Samen und die Verwen- blockieren dagegen diesen freien Zugang und die Auswahl von Politikern. Dasverschlimmert ihn. Denn Gentechnik för- der angeblich bei Vitamin-A-Mangel versorgen können – ohne Gefahren für dung des Öls als Schmiermittel umfasst. zum Saatgut: Bauern sollen auf einmal Patent auf Politiker wurde abgelehnt, weildert die Monopolstellung einiger weniger helfen soll, um zu demonstrieren, dass sie Mensch und Umwelt. Großkonzerne beanspruchen inzwischen hohe Lizenzgebühren an die Industrie es „gegen die guten Sitten“ verstoße.
  8. 8. 14 Pestizide – Gifte in der Umwelt und im Essen Greenpeace Hintergrund 15Pestizide – Gifte in derUmwelt und im Essen genauso ertragreich wie die konven- tionelle Landwirtschaft. Das zeigten große internationale Vergleichsstudien. Biolandwirtschaft spart zudem enorme Energiemengen ein, da sie auf Stickstoff- Kunstdünger verzichtet. Durch Monokulturen und den andau- ernden Einsatz künstlicher Spritzmittel werden Insekten oder Pilze, die bekämpft werden, immer öfter resistent – die Kaum geschützt: Arbeiter an der spanischen Küste beim Spritzen der Pestizide Chemie wird allmählich wirkungslos. Die Landwirte versuchen in solchen Fällen mit immer höheren Spritzmitteldosierun- gen gegen resistente Unkräuter und In- sekten vorzugehen – mit immer größeren Schäden an der Umwelt. Der Ruf nach neuen Giften wird dann immer lauter. Da- bei stellt die Natur selbst die besten Mittel gegen unerwünschte Insekten oder Pilze bereit. Der Bioanbau bedient sich schon seit langem dieser Möglichkeiten. Immer öfter setzen jetzt auch konventionell ar- beitende Landwirte auf die chemiefreien Verfahren – zum eigenen Vorteil. So hatten die Bauern im spanischen Almeria, dem weltweit größten Paprika- anbaugebiet, im Jahr 2005/06 den Bogen überspannt: 30 bis 40 Prozent ihrer Ware überstieg die gesetzlichen Grenzwerte,Auch über deutschen Weinbergen werden Pestizide aus der Luft versprüht. Plastikfolien-Gewächshäuser in Almeria Marienkäfer auf Blattlausjagd und Greenpeace fand in einem Großteil der Ware auch illegale Pestizide. Deutsche Supermärkte kündigten die Abnahmever- Pestizide machen krank erschreckenden Befunden. Zwei Prozent müssen allein die Wasserwerke ausgeben, gen, hat die Europäische Union in den träge en gros, spanische Lieferanten muss-Vitamine, Ballast­ und Mineralstoffe Pestizide sind chemische Gifte, die auf der Ware (besonders häufig Tafeltrauben) um die Giftfracht aus dem Trinkwasser vergangenen Jahren im Rahmen einer ten große Teile ihrer Ernte vernichten.machen Obst, Gemüse und Getreide Feldern und Plantagen versprüht werden, waren so stark belastet, dass beim Verzehr zu entfernen. „Harmonisierung“ der EU-Standards diezu besonders gesunden Lebensmit­ um unerwünschte Wildkräuter, Pilze üblicher Portionen für Kinder eine akute bereits zu hohen Grenzwerte noch herauf- Doch einige Gemüseproduzenten hattenteln. Doch durch die intensive konven­ und Insekten an Kulturpflanzen zu töten, Gesundheitsgefahr bestand. In deutscher Grenzwerte schützen wenig gesetzt. So gibt es ganz legal immer mehr schon Erfahrungen mit alternativentionelle Landwirtschaft landen uner­ zu vertreiben oder um die Haltbarkeit Supermarktware steckten im Schnitt drei Auch Verbraucher sind bedroht. Die Gift auf den Tellern. Ein Rückgang bei Pflanzenschutzverfahren gesammelt. Siewünschte Substanzen auf unserem von Pflanzen zu verbessern. Diese Gifte bis vier Pestizide in einer einzigen Probe. gesetzlichen Grenzwerte, sprich die zuge- den Überschreitungen ist daher meist auf setzen bewusst Nützlinge ein – die natür-Teller, die uns krank machen können. sind allerdings auch für die menschliche Toxikologen weisen darauf hin, dass sich lassenen Höchstmengen für Pestizide in höhere Grenzwerte zurückzuführen und lichen Feinde der für Paprika schädlichenVor allem Pestizide gefährden unsere Gesundheit gefährlich: Viele Pestizide viele der Gifte in ihrer Wirkung unterei- Lebensmitteln, schützen uns nicht zuver- nicht auf sinkende Pestizidbelastungen. Insekten hielten diese so in Schach. HeuteGesundheit – und ganz besonders die können das Erbgut, Nerven-, Hormon- nander noch verstärken. Die Belastungen lässig. Giftexperten wie der Kieler Toxiko- Greenpeace hat daher gemeinsam mit To- stammt fast die gesamte Paprikaernte ausder Arbeiter auf Äckern und Plantagen. und Immunsystem schädigen, unfrucht- müssen daher dringend gesenkt werden. loge Dr. Hermann Kruse sind überzeugt, xikologen für seine Tests ein vorsorgendes solch schonendem Anbau. Die Pestizid- bar machen oder Krebs auslösen. Rund dass die Grenzwerte zu hoch sind. Zudem Bewertungssystem entwickelt, das nicht belastungen sind drastisch gesunken. DieAnwohner von Obstplantagen, Wein- 30.000 Tonnen reiner Pestizidchemikalien Besonders gefährdet sind Arbeiter in der würden viele schädigende Wirkungen der laufend durch politische und wirtschaftli- Umwelt wird entlastet und in den Treib-bergen und Äckern der Intensiv-Land- werden jährlich allein in Deutschland Landwirtschaft. Gerade in Entwicklungs- Gifte auf unser Hormon-, Nerven- und che Interessen verwässert wird. häusern setzen die Arbeiter nicht mehrwirtschaft werden häufig unfreiwillig versprüht. Rückstände der Gifte landen ländern, aber auch in Südeuropa fehlt es Immunsystem kaum berücksichtigt. Das ihre Gesundheit aufs Spiel. Zudem sindgleich „mitgespritzt“. Zudem schädigen auf dem Teller. oft am notwendigen Arbeitsschutz. So an der Grenzwertfestlegung beteiligte Pflanzenschutz geht die Paprikaerträge zur Freude der Bauerndiese Spritzmittel Tiere, Wildpflanzen, kommt es durch den Einsatz von Spritz- Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) auch ohne Gifte oftmals sogar gestiegen. GreenpeaceBöden, Grundwasser und Flüsse. Pestizide Die Spritzmittel-Belastungen von Obst mitteln nach Angaben der Weltgesund- musste nach der Vorlage von Greenpeace- Die Chemiekonzerne behaupten, dass bekam 2008 von der Provinz Almeria denwerden, wie auch künstliche Düngemittel, und Gemüse sind in den letzten 15 heitsorganisation zu jährlich weltweit bis Studien einen weiteren schweren Mangel der Einsatz von Pestiziden, Düngemitteln „Preis von Almeria“ verliehen – für seinein der konventionellen Landwirtschaft Jahren in der EU stark angestiegen und zu 200.000 Toten durch Vergiftungen. eingestehen: Viele Grenzwerte sind unsi- und Hochleistungssorten unabdingbar Schlüsselrolle bei der Umstellung dereingesetzt, mit der heute 95 Prozent oftmals so hoch, dass die Gesundheit Die Agrargifte sind auch für den starken cher, da die akute, also sofort eintretende für die Sicherung der Welternährung sei. Region auf eine nachhaltigere Landwirt-unserer Lebensmittel produziert werden. der Verbraucher und besonders die Rückgang der Artenvielfalt verantwort- Giftwirkung einiger Pestizidwirkstoffe Über die Schäden an Mensch und Natur schaft.Der Bioanbau dagegen verwendet weder von Kindern gefährdet ist. Greenpeace lich. Sie belasten das Grundwasser, Flüsse nicht berücksichtigt worden war. Doch sprechen sie nicht so gern. Dabei ist derkünstliche Pestizide noch Kunstdünger. testete Tausende Lebensmittelproben mit und Seen. Zig Millionen Euro jährlich statt diese Sicherheitsmängel zu beseiti- Bioanbau im weltweiten Durchschnitt www . greenpeace . de /pestizide
  9. 9. 16 Greenpeace schützt Verbraucher und Natur Greenpeace Hintergrund 17Greenpeace schütztVerbraucher und Natur Seit langem ist Greenpeace gegen den in Europa bisher erlaubten Gen-Mais der Firma Monsanto aktiv - mit Erfolg: Im April 2009 wird die Aussaat von Mon810 in Deutschland verboten. Greenpeace hat auch dazu beigetragen, Tests informieren auch Verbraucher angebauten Gen-Pflanzen enden aber im dass die EU im Jahr 2009 ein schärferes konventioneller Ware über grundlegende Tierfutter. Jede Firma, die nicht auf den Zulassungsrecht für Pestizide verabschie- Regeln, um beim Einkauf von Obst und Einsatz von Gen-Pflanzen im Futtertrog det hat. So dürfen beispielsweise krebs- Gemüse auf der sicheren Seite zu sein. verzichtet, fördert damit auch den riskan- erregende, erbgutschädigende oder die ten Anbau von Gen-Pflanzen. Wer als Fortpflanzung beeinträchtigende Pestizide Der Widerstand von Verbraucher sichergehen will, dass keine gar nicht mehr vermarktet werden. Doch Verbrauchern hat Erfolg Gen-Pflanzen verwendet wurden, sollte viele gefährliche Pestizide bleiben auf Ginge es nach dem Willen der Industrie, auf Bioprodukte zurückgreifen oder auf dem Markt, zum Beispiel solche, die das hätte sich die Gentechnik längst auf die Kennzeichnung „ohne Gentechnik“ Immunsystem beeinträchtigen, das Hor- Äckern und im Essen breitgemacht. Doch achten. mon- oder das Nervensystem stören. weltweit regt sich massiver Widerstand Greenpeace deckt auf, welche Firmen Gen- von Konsumenten und Umweltschützern Pflanzen im Futter verwenden: Seit 2004 In Lebensmitteln aus Übersee stecken oft gegen den Einzug der Gentechnik ins hat Greenpeace immer wieder MolkereienDer ehemalige Verbraucherminister Seehofer bekommt 65.000 Protestkarten, weil seine mangelhafte Kontrolle Verbraucher schlecht vor Pestiziden inLebensmitteln schützt. wahre Giftkeulen. Es gibt also weiterhin Essen. Mit Erfolg: In der Europäischen aufgefordert, ihre Milchprodukte ohne viel zu tun für die Giftjäger von Green- Union verwenden die meisten Lebensmit- Gen-Soja und Gen-Mais im Tierfutter zu peace und wachsame Verbraucher, die telhersteller keine Zutaten aus genmani- produzieren. Tausende von VerbrauchernDie Kette von Skandalen reißt Verbrauchern gegen pestizidbelastetes zählt. So ist Deutschland der billigste sich mieses Essen nicht gefallen lassen pulierten Pflanzen, in Nordamerika haben unsere Kampagne bis heute durchnicht ab. Im Preiskampf um die Obst und Gemüse sowie Gentechnik im Lebensmittelmarkt in Westeuropa. wollen. Unser Rat: Wer keine Pestizide konnte die Gentech-Industrie den Anbau Briefe und Protestpostkaren unterstützt.billigsten Nahrungsmittel bieten die Essen zeigt: Wenn sich viele engagieren, Verbraucher- und Umweltschutz gelten und Gentechnik im Essen will, sollte von Gen-Weizen und Gen-Kartoffeln nicht Mit Erfolg: Campina – eine der größtenSupermärk te Masse statt Qualität: müssen Handel und Politik reagieren. in diesem Geschäft nicht viel. Bioware kaufen. Der Bioanbau ist aktiver durchsetzen, in Europa haben Länder Molkereien in Deutschland – stellt seit Ok-Im Einkaufskorb landet pestizidbe­ Greenpeace hat es jedoch mit seinem Pro- Klimaschutz, er schont die natürliche wie Frankreich, Deutschland, Öster- tober 2008 unter ihrer bekannten Markelastetes Obst und Gemüse sowie Greenpeace untersucht regelmäßig Obst gramm „Stopp Gift im Essen“ geschafft, Artenvielfalt. Greenpeace-Ratgeber und reich, Ungarn, Schweiz, Luxemburg und Landliebe Milchprodukte ohne Gen-Fleisch, das zu über 90 Prozent aus und Gemüse der großen Handelsket- dass alle großen deutschen Supermarkt- Griechenland den Anbau von Gen-Mais Pflanzen im Futter her, sogar mit demder Massentierhaltung stammt. Auch ten auf Pestizidrückstände. Geballte ketten neue und strenge Standards für die gestoppt. Der Widerstand der Verbraucher Schriftzug „ohne Gentechnik“. Anderedie Gentechnik ist nicht vom Tisch: Ladungen von Spritzmitteln können Pestizidbelastungen festgelegt haben, die Wussten Sie, dass die gegen die Gentechnik ist ein eindrucks- Molkereien folgen jetzt diesem Beispiel.Über die Futtermittel bahnt sie sich etwa in Kopfsalat, Paprika, Pfirsichen durchweg schärfer sind als die gesetz- Lebensmittelkette tegut, der Geflügel­ volles Beispiel dafür, was Kundenmacht Verbraucher können sich online gegenden Weg zum Verbraucher. und Tafeltrauben stecken. Ware aus lichen Grenzwerte. Alle Ketten haben mäster Stolle, der Nudelhersteller bewirken kann. Gentechnik im Essen und auf dem Acker den Mittelmeerländern weist im Schnitt inzwischen Programme zur Senkung der Alb­Gold und die Molkerei Campina Doch es gibt noch viel zu tun: Ver- engagieren:Greenpeace will dagegen erreichen, dass höhere Werte auf als die aus Holland oder Pestizidbelastungen gestartet: Intensive (Landliebe) ihre Produkte mit der braucher haben kaum eine Chance, bei www.greenpeace.de/themen/nur noch gesunde Lebensmittel auf den Deutschland. Kontrollen, Auswahl der Lieferanten, Kennzeichnung „ohne Gentechnik“ konventionellen tierischen Produkten wie gentechnik/mitmach_aktionen/Markt kommen – ohne Gift und Gentech- Einen entscheidenden Teil der Verantwor- Vertragsanbau, Schwarze Listen für auszeichnen? Damit machen sich Eiern, Fleisch und Milch zu erkennen, ob Im Greenpeace-Ratgeber „Essen ohnenik. Der Schutz der Umwelt und Ge- tung für die unsicheren Nahrungsmittel besonders gefährliche Pestizide gehören die Konzerne für Tierfutter ohne genmanipulierte Pflanzen in der Tier- Gentechnik“ bekommen Verbrauchersundheit muss Vorrang haben. Denn wir trägt der Handel. Der unerbittliche Preis- zu den neuen Instrumenten. Das zeigt Gen­Pflanzen stark. Es wächst der fütterung eingesetzt werden. Denn eine zusätzliche Einkaufstipps, z.B. eine grünehaben ein Recht auf gute Lebensmittel. kampf, auf dem Rücken der Landwirte Wirkung – bei vielen Produkten sinken Druck auf andere Anbieter, die glei­ Kennzeichnungspflicht gibt es für diese Liste der Firmen, die keine Gen-PflanzenDer Erfolg des Widerstands von Millionen ausgetragen, bewirkt, dass oft nur Masse die Belastungen endlich deutlich. chen Qualitätsstandards zu befolgen. Produkte nicht. 80 Prozent aller weltweit verfüttern.

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