Was ist neu am Web 2.0? Zur Untrennbarkeit von virtueller und realer Welt <ul><ul><li>Dr. Jan-Hinrik Schmidt </li></ul></u...
Was wäre, wenn es kein Internet gäbe? <ul><li>[ Zitate aus Gruppendiskussionen mit Jugendlichen in Hamburg und im Emsland]...
Was Sie heute erwartet <ul><li>Schlagwort „Web 2.0“: Onlinegestütztes Identitäts-, Beziehungs- & Informationsmanagement </...
Universalmedium Internet <ul><li>Internet erfüllt Unterhaltungs-, Informations- & Kommunikationsfunktionen – allerdings is...
Ist das Web 2.0? http://en.wikipedia.org/wiki/Image:Web_2.0_Map.svg
Wikipedia
Youtube
Weblogs
StudiVZ
Wer Kennt Wen?
XING
Web 2.0 als Praxis <ul><li>Web 2.0 meint: Sinkende Hürden für aktives onlinegestütztes </li></ul>www.flickr.com/photos/440...
Junge Nutzer <ul><li>Anwendungen des Web 2.0 werden unterschiedlich stark genutzt – allerdings jeweils deutlich überpropor...
Internet – eine eigene Welt? <ul><li>Populäre These : Das Internet konstituiere einen Cyberspace, in denen Menschen ihren ...
Second Life: Völlige Freiheit? <ul><li>„ Second Life“ dient aufgrund der dreidimensional-grafischen Darstellung und der ho...
Netzwerkplattform: Reale Identität
Mitgliedschaft in Online-Netzwerken Quelle: Social Network Barometer 2008; N=1.978 <ul><li>Etwa zwei Drittel der Befragten...
Motive für Nutzung Ausgewählte Motive für Nutzung von Online-Community (in %; Mehrfachnenn. möglich) Quelle: Social Networ...
Artikulation sozialer Beziehungen <ul><li>Nutzer von Netzwerkplattformen artikulieren, pflegen und erweitern ihre sozialen...
Beispiel Netzwerkplattform
Persönliche Öffentlichkeiten in Facebook
„ Reale Welt“: Kontextabhängige Selbstpräsentation http://www.colinupton.com/illus/images/cyberillo1.jpg
„ Virtuelle Welt“: Kollabierende Kontexte <ul><li>Spezifische Eigenschaften der Öffentlichkeiten im Social Web erschweren ...
Differenziertes Identitäts- und Beziehungsmanagement (1)
Differenziertes Identitäts- und Beziehungsmanagement (2)
Das Ende der Privatsphäre? http://www.colinupton.com/illus/images/cyberillo1.jpg http://www.flickr.com/photos/mrlerone/236...
Fazit <ul><li>Was ich im Vortrag deutlich machen wollte: </li></ul><ul><li>Das Internet erfüllt ganz unterschiedliche Funk...
Herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit! <ul><li>Dr. Jan Schmidt </li></ul><ul><li>Hans-Bredow-Institut für Medienforschung...
Eine Bitte <ul><li>http://www.unipark.de/uc/schuelervz/ </li></ul>
Weiterführende Literatur <ul><li>ARD-ZDF-Onlinestudie 2008: </li></ul><ul><ul><li>Van Eimeren, Birgit / Frees, Beate (2008...
Nächste SlideShare
Wird geladen in …5
×

Was ist neu am Web 2.0?

1.841 Aufrufe

Veröffentlicht am

Vortrag beim LuSI-Day, Luxemburg, 8.10.2008

Veröffentlicht in: Bildung
0 Kommentare
1 Gefällt mir
Statistik
Notizen
  • Als Erste(r) kommentieren

Keine Downloads
Aufrufe
Aufrufe insgesamt
1.841
Auf SlideShare
0
Aus Einbettungen
0
Anzahl an Einbettungen
12
Aktionen
Geteilt
0
Downloads
21
Kommentare
0
Gefällt mir
1
Einbettungen 0
Keine Einbettungen

Keine Notizen für die Folie
  • Notizen:
  • Was ist neu am Web 2.0?

    1. 1. Was ist neu am Web 2.0? Zur Untrennbarkeit von virtueller und realer Welt <ul><ul><li>Dr. Jan-Hinrik Schmidt </li></ul></ul><ul><ul><li>Luxembourg, 08.10.2008 </li></ul></ul>
    2. 2. Was wäre, wenn es kein Internet gäbe? <ul><li>[ Zitate aus Gruppendiskussionen mit Jugendlichen in Hamburg und im Emsland] </li></ul><ul><li>„ Ich glaube, man würde damit klar kommen. Aber wenn man wüsste, dass es das mal gab und dann abgeschafft wird, ich glaub, dann würde ich durchdrehen. [- Warum? -] Ich müsste dann auf Youtube-Videos und so verzichten, und die sind schon witzig. Oder Chat und so.“ [Mädchen, 14 Jahre] </li></ul><ul><li>„ Bei mir ist es, ich nutze halt das Internet einerseits sehr viel zur Kommunikation – Messenger läuft bei mir fast 24 Stunden am Tag, SchülerVZ ist natürlich auch hoch frequentiert. Aber zum Zweiten nutze ich das auch sehr viel, um mir halt Informationen zu beschaffen, die ich brauche.“ [Junge, 17 Jahre] </li></ul><ul><li>„ Es geht auch ohne Internet, man kann ja auch was machen, was man nicht im Internet macht. Man kann zum Beispiel Playstation spielen, oder Nintendo DS, es gibt alles mögliche. Man muss nicht immer in Internet rennen, sonst is man n Internet-Freak.“ (Mädchen, 13 Jahre) </li></ul>
    3. 3. Was Sie heute erwartet <ul><li>Schlagwort „Web 2.0“: Onlinegestütztes Identitäts-, Beziehungs- & Informationsmanagement </li></ul><ul><li>Die These vom Cyberspace: Löst sich das virtuelle vom realen Leben? </li></ul><ul><li>Nutzung von Netzwerkplattformen: Persönliche Öffentlichkeiten und Privatsphäre </li></ul>
    4. 4. Universalmedium Internet <ul><li>Internet erfüllt Unterhaltungs-, Informations- & Kommunikationsfunktionen – allerdings ist der jeweilige Stellenwert stark vom Alter abhängig </li></ul>Internetnutzung (allgemein bzw. mindestens wöchentlich; in %) Quelle: ARD/ZDF Onlinestudie 2008
    5. 5. Ist das Web 2.0? http://en.wikipedia.org/wiki/Image:Web_2.0_Map.svg
    6. 6. Wikipedia
    7. 7. Youtube
    8. 8. Weblogs
    9. 9. StudiVZ
    10. 10. Wer Kennt Wen?
    11. 11. XING
    12. 12. Web 2.0 als Praxis <ul><li>Web 2.0 meint: Sinkende Hürden für aktives onlinegestütztes </li></ul>www.flickr.com/photos/44029537@N00/12760664/ <ul><ul><li>Identitätsmanagement (Darstellung individueller Interessen, Erlebnisse, Meinungen, Kompetenzen, etc.)  z.B. Weblogs, YouTube </li></ul></ul>http://flickr.com/photos/mylesdgrant/495698908/ <ul><ul><li>Beziehungsmanagement (Pflege von bestehenden und Knüpfen von neuen Beziehungen)  z.B. MySpace, SchülerVZ </li></ul></ul>http://www.flickr.com/photos/axels_bilder/1267008046/ <ul><ul><li>Informationsmanagement (Finden und Weiterverbreiten von relevanten Daten, Informationen, Wissen- und Kulturgütern)  z.B. Wikipedia, Tagging </li></ul></ul>
    13. 13. Junge Nutzer <ul><li>Anwendungen des Web 2.0 werden unterschiedlich stark genutzt – allerdings jeweils deutlich überproportional von jungen Personen, insbesondere von Teenagern </li></ul>Nutzung ausgewählter Web 2.0-Anwendungen nach Altersgruppen (zumindest selten; in %) Quelle: ARD/ZDF Onlinestudie 2008
    14. 14. Internet – eine eigene Welt? <ul><li>Populäre These : Das Internet konstituiere einen Cyberspace, in denen Menschen ihren Körper hinter sich lassen und neue Identitäten schaffen könnten </li></ul>http://themiddleeastinterest.files.wordpress.com/2007/12/matrix.jpg  Welche Mechanismen der Repräsentation von Identität existieren im Internet?
    15. 15. Second Life: Völlige Freiheit? <ul><li>„ Second Life“ dient aufgrund der dreidimensional-grafischen Darstellung und der hohen Gestaltungs-freiheit oft als Beleg für die „Entkopplungsthese“ </li></ul><ul><li>Allerdings zeigen sich deutliche Tendenzen… </li></ul><ul><li>… zur Wahl menschlicher und eindeutig geschlechtlich identifzierbarer Stellvertreter </li></ul><ul><li>… zur Reproduktion kulturell geprägter Schönheitsideale und Idealtypen von Männlichkeit und Weiblichkeit (vgl. Misoch 2007) </li></ul><ul><li>Second Life erlaubt es zwar, seine Selbstrepräsentation unabhängig vom Aussehen des eigenen Körpers zu gestalten </li></ul><ul><li>„ realweltliche“ Schemata der Wahrnehmung und sozialen Kategorisierung erbringen jedoch auch in virtuellen Umgebungen wichtige Orientierungsleistungen </li></ul>
    16. 16. Netzwerkplattform: Reale Identität
    17. 17. Mitgliedschaft in Online-Netzwerken Quelle: Social Network Barometer 2008; N=1.978 <ul><li>Etwa zwei Drittel der Befragten einer aktuellen Studie sind Mitglied in mindestens einer Online-Community </li></ul><ul><li>Von diesen Nutzern sind mehr als 70% nur in einer oder zwei Communities angemeldet </li></ul>
    18. 18. Motive für Nutzung Ausgewählte Motive für Nutzung von Online-Community (in %; Mehrfachnenn. möglich) Quelle: Social Network Barometer 2008; N=1.068 <ul><li>Es dominieren die Motive, bereits existierende soziale Beziehungen zu pflegen bzw. wieder aufzufrischen </li></ul>
    19. 19. Artikulation sozialer Beziehungen <ul><li>Nutzer von Netzwerkplattformen artikulieren, pflegen und erweitern ihre sozialen Beziehungen aus dem „echten Leben“ </li></ul><ul><li>Treten überwiegend mit ihrer „echten Identität“ auf, um auffind-bar zu sein und Selbstpräsenta-tion, ggfs. auch Reputation an eigene Person zu koppeln </li></ul><ul><li>Reale Identität und reales Beziehungsnetz wird im Virtuellen teils gespiegelt, teils um weitere Facetten ergänzt </li></ul><ul><li>Web 2.0 ermöglicht es dem Einzelnen, eigene „persönliche Öffentlichkeiten“ zu schaffen </li></ul>
    20. 20. Beispiel Netzwerkplattform
    21. 21. Persönliche Öffentlichkeiten in Facebook
    22. 22. „ Reale Welt“: Kontextabhängige Selbstpräsentation http://www.colinupton.com/illus/images/cyberillo1.jpg
    23. 23. „ Virtuelle Welt“: Kollabierende Kontexte <ul><li>Spezifische Eigenschaften der Öffentlichkeiten im Social Web erschweren es, die Grenzen zwischen sozialen Kontexten zu ziehen (vgl. Boyd 2007): </li></ul><ul><li>Persistenz </li></ul><ul><li>Durchsuchbarkeit </li></ul><ul><li>Replizierbarkeit </li></ul><ul><li>Unsichtbares Publikum </li></ul><ul><li>Identitäts- und Beziehungsmanagement umfasst auch Strategien, die Grenzen der eigenen Privatsphäre zu kontrollieren </li></ul>
    24. 24. Differenziertes Identitäts- und Beziehungsmanagement (1)
    25. 25. Differenziertes Identitäts- und Beziehungsmanagement (2)
    26. 26. Das Ende der Privatsphäre? http://www.colinupton.com/illus/images/cyberillo1.jpg http://www.flickr.com/photos/mrlerone/2360572263/
    27. 27. Fazit <ul><li>Was ich im Vortrag deutlich machen wollte: </li></ul><ul><li>Das Internet erfüllt ganz unterschiedliche Funktionen – Anwendungen des „Web 2.0“ erleichtern vor allem das Identitäts-, Beziehungs- und Informationsmanagement aktiver Nutzer </li></ul><ul><li>Anders als die These vom „Cyberspace“ nahelegt, sind diese Praktiken nicht losgelöst von der „realen Welt“, sondern darauf angelegt, reale Identitäten und Beziehungen zu repräsentieren, zu pflegen und zu erweitern </li></ul><ul><li>Das Internet ist also kein virtueller Raum, der losgelöst vom Realen existieren würde – dies zeigt sich nicht zuletzt in neu auftretenden Konflikten (z.B. um die Privatsphäre) </li></ul>
    28. 28. Herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit! <ul><li>Dr. Jan Schmidt </li></ul><ul><li>Hans-Bredow-Institut für Medienforschung </li></ul><ul><li>Senior Researcher für digitale interaktive Medien und politische Kommunikation </li></ul><ul><li>Warburgstr. 8-10, 20354 Hamburg </li></ul><ul><li>[email_address] </li></ul><ul><li>www.hans-bredow-institut.de/webzweinull </li></ul><ul><li>www.schmidtmitdete.de </li></ul>
    29. 29. Eine Bitte <ul><li>http://www.unipark.de/uc/schuelervz/ </li></ul>
    30. 30. Weiterführende Literatur <ul><li>ARD-ZDF-Onlinestudie 2008: </li></ul><ul><ul><li>Van Eimeren, Birgit / Frees, Beate (2008): Internetverbreitung: Größter Zuwachs bei Silver-Surfern. In: Media-Perspektiven, Nr. 7/2008, S. 330-344. </li></ul></ul><ul><ul><li>Fisch, Martin / Gscheidle, Christoph (2008): Mitmachnetz Web 2.0: Rege Beteiligung nur in Communitys. In: Media-Perspektiven, Nr. 7/2008, S. 356-364. </li></ul></ul><ul><li>Boyd, Danah/ Nicole Ellison (2007). Social network sites: Definition, history, and scholarship. Journal of Computer-Mediated Communication, 13(1), article 11.http://jcmc.indiana.edu/vol13/issue1/boyd.ellison.html </li></ul><ul><li>Boyd, Danah (2007): Incantations for Muggles: The role of ubiquitious Web 2.0 technologies in everyday life . Vortrag bei der O‘Reilly Emerging Technology Conference, San Diego, 28.3.2007. Online: http://www.danah.org/papers/Etech2007.html </li></ul><ul><li>Misoch, Sabina (2007): Avatare als Verkörperungen im virtuellen Raum. In: merz Wissenschaft , Heft 2007-6, S. 73 – 85. </li></ul><ul><li>Schmidt, Jan: Was ist neu am Social Web? Soziologische und kommunikationswissen-schaft-liche Grundlagen. In: Zerfaß, Ansgar; Martin Welker; Jan Schmidt (Hrsg.) (2008): Kommu-nikation, Partizipation und Wirkungen im Social Web. Zwei Bände. Köln: Van Halem Verlag. </li></ul><ul><li>Schmidt, Jan (in Vorb.): Das neue Netz. Merkmale, Praktiken und Konsequenzen des Web 2.0. Konstanz: UVK. Erscheint voraussichtlich Mai 2009. </li></ul>

    ×