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Was Sie heute erwartet <ul><li>Die Loslösung des Virtuellen vom Realen?  Gängige Thesen und ihre Grenzen </li></ul><ul><li...
Internet losgelöst von geographischen Beschränkungen? <ul><li>These : Das Internet löse sich vom realen Raum, da Interakti...
Internet losgelöst von staatlich-territorialer Kontrolle? <ul><li>These : Das Internet stelle eigenständiges „Territorium“...
Internet losgelöst von Beschränkungen des Körpers? <ul><li>These : Das Internet konstituiere einen Cyberspace, in denen Me...
Eine kurze Begriffsklärung Technische Infrastruktur des Netzwerks   (Glasfaserleitungen, Server, Protokolle zum Datentrans...
Junge Nutzer <ul><li>Virtuelle Welten und Web 2.0-Dienste werden unterschiedlich stark genutzt – allerdings jeweils deutli...
Second Life <ul><li>Second Life ist eine dreidimensionale Umgebung, in der sich Nutzer vermittels virtueller Verkörperunge...
Second Life: Völlige Freiheit? <ul><li>Trotz der prinzipiell unbeschränkten Gestaltungsmöglichkeiten für die Avatare zeige...
Komponenten des Web 2.0 <ul><li>Web 2.0 umfasst Anwendungen für onlinegestütztes </li></ul>www.flickr.com/photos/44029537@...
Beispiel Netzwerkplattformen
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Besondere Herausforderung: Kontextabhängige Selbstpräsentation
„ Virtuelle Welt“: Kollabierende Kontexte <ul><li>Spezifische Eigenschaften der Öffentlichkeiten im Web 2.0 erschweren es,...
Differenziertes Identitäts- und Beziehungsmanagement (1)
Differenziertes Identitäts- und Beziehungsmanagement (2)
<ul><li>Umgang mit Privatsphäre anderer Personen  (Auszug aus einer Gruppendiskussion mit 18-24jährigen) </li></ul><ul><li...
Differenziertes Identitäts- & Beziehungsmanagement (4)
Das Ende der Privatsphäre? http://www.colinupton.com/illus/images/cyberillo1.jpg http://www.flickr.com/photos/mrlerone/236...
Fazit <ul><li>Was ich im Vortrag deutlich machen wollte: </li></ul><ul><ul><li>Onlinebasierte Räume basieren auf einer mat...
Herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit! <ul><li>Dr. Jan Schmidt </li></ul><ul><li>Hans-Bredow-Institut für Medienforschung...
Weiterführende Literatur <ul><li>Amann, Rolf / Dirk Martens (2008): Synthetische Welten: Ein neues Phänomen im Web 2.0. In...
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Cyberwelt: Gibt es ein zweites Leben?

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Vortrag an der VHS Zürich, 11.12.2008

Veröffentlicht in: Bildung
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    1. 1. Cyberwelt: Gibt es ein zweites Leben? Zum Zusammenhang von virtueller und realer Welt <ul><ul><li>Dr. Jan-Hinrik Schmidt </li></ul></ul><ul><ul><li>Zürich, 11.12.2008 </li></ul></ul>
    2. 2. Was Sie heute erwartet <ul><li>Die Loslösung des Virtuellen vom Realen? Gängige Thesen und ihre Grenzen </li></ul><ul><li>Second Life und Web 2.0: Dopplung, Erweiterung – oder Abbild des realen Lebens? </li></ul><ul><li>Das Entstehen von persönlichen Öffentlichkeiten: Ganz reales Identitäts- und Beziehungsmanagement im Internet </li></ul>
    3. 3. Internet losgelöst von geographischen Beschränkungen? <ul><li>These : Das Internet löse sich vom realen Raum, da Interaktionen unabhängig von geographischen Distanzen und räumlicher Nähe seien </li></ul><ul><li>Aber: Nutzung des Internets setzt Anschluss an technische Infrastruktur voraus; diese ist räumlich deutlich ungleich verteilt </li></ul> Zugang zu virtuellen Räumen ist vom realen Standort abhängig
    4. 4. Internet losgelöst von staatlich-territorialer Kontrolle? <ul><li>These : Das Internet stelle eigenständiges „Territorium“ dar, das keiner nationalstaatlicher Kontrolle unterliege </li></ul><ul><li>„ Governments of the Industrial World, you weary giants of flesh and steel, I come from Cyberspace, the new home of Mind. In behalf of the future, I ask you of the past to leave us alone. You are not welcome among us. You have no sovereignty where we gather.“ (Barlow 1996) </li></ul><ul><li>Aber: Staatliche Regulierung und Gesetzgebung greift umfassend in die nur vermeintlich rechtsfreien Räume des Internets ein (vgl. u.a. Urheberrecht, Kinder-pornografie, E-Commerce, ….) </li></ul><ul><li> Verhalten in virtuellen Räumen unterliegt realen Regeln </li></ul>http://www.colinupton.com/illus/images/cyberillo1.jpg
    5. 5. Internet losgelöst von Beschränkungen des Körpers? <ul><li>These : Das Internet konstituiere einen Cyberspace, in denen Menschen ihre Körperlichkeit überwinden und neue Identitäten schaffen könnten </li></ul>http://themiddleeastinterest.files.wordpress.com/2007/12/matrix.jpg  Welche Mechanismen der Repräsentation „realer Identität“ im Internet existieren, insbesondere in virtuellen Welten wie Second Life sowie im Web 2.0?
    6. 6. Eine kurze Begriffsklärung Technische Infrastruktur des Netzwerks (Glasfaserleitungen, Server, Protokolle zum Datentransfer, …) World Wide Web „ Web 2.0“ Kreativ-produzierende Leistungen einzelner Nutzer (Youtube, Wikipedia, Weblogs, studiVZ, XING, ….) Second Life, World of Warcraft, … „ Virtuelle Welten“ Dreidimensionale Interaktions- & Kommunikationsumgebungen
    7. 7. Junge Nutzer <ul><li>Virtuelle Welten und Web 2.0-Dienste werden unterschiedlich stark genutzt – allerdings jeweils deutlich überproportional von jungen Personen, insbesondere von Teenagern </li></ul>Nutzung ausgewählter Internet-Anwendungen nach Altersgruppen (mindestens selten; in %) Quelle: ARD/ZDF Onlinestudie 2008 (Fisch/Gescheidle 2008)
    8. 8. Second Life <ul><li>Second Life ist eine dreidimensionale Umgebung, in der sich Nutzer vermittels virtueller Verkörperungen („Avatare“) bewegen, miteinander kommunizieren sowie eigene Objekte (Gegenstände, Gebäude, Kleidung,…) kreieren können </li></ul><ul><li>Das starke Medieninteresse im vergangenen Jahr zog zahlreiche Unternehmen und Organisationen in Second Life, die dort Repräsentanzen eröffneten </li></ul><ul><li>Manche Regionen von Second Life sind kreativ und vollkommen frei gestaltete Umgebungen, andere Regionen erinnern an aufwändig gestaltete Einkaufszentren oder Gewerbegebiete </li></ul><ul><li>Im Vergleich zu anderen virtuellen Welten ist Second Life jedoch vergleichsweise wenig bevölkert (ca. 50.-60.000 gleichzeitig aktive Nutzer) </li></ul>
    9. 9. Second Life: Völlige Freiheit? <ul><li>Trotz der prinzipiell unbeschränkten Gestaltungsmöglichkeiten für die Avatare zeigen sich in Second Life deutliche Tendenzen… </li></ul><ul><li>… zur Wahl menschlicher und eindeutig geschlechtlich identifzierbarer Stellvertreter </li></ul><ul><li>… zur Reproduktion kulturell geprägter Schönheitsideale und Idealtypen von Männlichkeit und Weiblichkeit (vgl. Misoch 2007) </li></ul><ul><li>Second Life erlaubt dem Einzelnen zwar, seine Selbstrepräsentation unabhängig vom Aussehen des eigenen Körpers zu gestalten </li></ul><ul><li>„ realweltliche“ Schemata der Wahrnehmung und sozialen Kategorisierung erbringen jedoch auch in virtuellen Umgebungen wichtige Orientierungsleistungen </li></ul>
    10. 10. Komponenten des Web 2.0 <ul><li>Web 2.0 umfasst Anwendungen für onlinegestütztes </li></ul>www.flickr.com/photos/44029537@N00/12760664/ <ul><ul><li>Identitätsmanagement (Darstellung individueller Interessen, Erlebnisse, Meinungen, Kompetenzen, etc.) </li></ul></ul>http://flickr.com/photos/mylesdgrant/495698908/ <ul><ul><li>Beziehungsmanagement (Pflege von bestehenden und Knüpfen von neuen Beziehungen) </li></ul></ul>http://www.flickr.com/photos/axels_bilder/1267008046/ <ul><ul><li>Informationsmanagement (Selektion und Weiterverbreitung von relevanten Daten, Informationen, Wissen- und Kulturgütern) </li></ul></ul>
    11. 11. Beispiel Netzwerkplattformen
    12. 12. Artikulation sozialer Beziehungen <ul><li>Nutzer von Netzwerkplattformen artikulieren, pflegen und erweitern ihre sozialen Beziehungen aus dem „echten Leben“ </li></ul><ul><li>Treten überwiegend mit ihrer „echten Identität“ auf, um auffind-bar zu sein und Selbstpräsenta-tion, ggfs. auch Reputation an eigene Person zu koppeln </li></ul><ul><li>Reale Identität und reales Beziehungsnetz wird im Virtuellen teils gespiegelt, teils um weitere Facetten ergänzt </li></ul><ul><li>Web 2.0 ermöglicht es dem Einzelnen, eigene „persönliche Öffentlichkeiten“ zu schaffen </li></ul>
    13. 13. Besondere Herausforderung: Kontextabhängige Selbstpräsentation
    14. 14. „ Virtuelle Welt“: Kollabierende Kontexte <ul><li>Spezifische Eigenschaften der Öffentlichkeiten im Web 2.0 erschweren es, die Grenzen zwischen sozialen Kontexten zu ziehen (vgl. boyd 2007): </li></ul><ul><li>Persistenz </li></ul><ul><li>Durchsuchbarkeit </li></ul><ul><li>Replizierbarkeit </li></ul><ul><li>Unsichtbares Publikum </li></ul><ul><li>Identitäts- und Beziehungsmanagement umfasst auch Strategien, die Grenzen der eigenen Privatsphäre zu kontrollieren </li></ul>
    15. 15. Differenziertes Identitäts- und Beziehungsmanagement (1)
    16. 16. Differenziertes Identitäts- und Beziehungsmanagement (2)
    17. 17. <ul><li>Umgang mit Privatsphäre anderer Personen (Auszug aus einer Gruppendiskussion mit 18-24jährigen) </li></ul><ul><li>Int: Und kennst du jemanden, der auch schon ein bisschen Ärger mit peinlichen Fotos [hatte]... oder gab's da mal Probleme? </li></ul><ul><li>F_1: Also bei uns ist das eigentlich so, bei meinen ganzen Bekannten, wir fragen vorher, ob wir das Foto reinstellen können , oder solche Sachen. Weil ich weiß nicht, nachher fotografieren die mich, wenn ich da halbwegs irgendwie besoffen (..) in den Hafen reinfall' oder so was. Das will ich ja auch nicht, dass das im Internet ist und daher wird eigentlich bei uns immer vorher gefragt. </li></ul>Differenziertes Identitäts- & Beziehungsmanagement (3)
    18. 18. Differenziertes Identitäts- & Beziehungsmanagement (4)
    19. 19. Das Ende der Privatsphäre? http://www.colinupton.com/illus/images/cyberillo1.jpg http://www.flickr.com/photos/mrlerone/2360572263/
    20. 20. Fazit <ul><li>Was ich im Vortrag deutlich machen wollte: </li></ul><ul><ul><li>Onlinebasierte Räume basieren auf einer materiell-physischen Infrastruktur und unterliegen in vielfacher Hinsicht Regulierungen, die aus der realen Welt stammen </li></ul></ul><ul><ul><li>Virtuelle Welten wie Second Life betonen zwar stark das kreative und freie Gestalten von Umgebungen und Verkörperungen, sind jedoch durchzogen von Strukturierungen aus und Bezügen zur realen Welt </li></ul></ul><ul><ul><li>Anwendungen des Web 2.0 sind darauf angelegt, reale Identitäten und Beziehungen zu repräsentieren, zu pflegen und zu erweitern </li></ul></ul><ul><li>Das Internet stellt keinen virtuellen Raum dar, der losgelöst vom Realen existieren würde, was sich nicht zuletzt in neu auftretenden Konflikten (z.B. um die Privatsphäre) zeigt </li></ul><ul><li>Allerdings erwirkt die Veralltäglichung der Internetnetzung Verschiebungen in gesellschaftlichen Routinen, Konventionen und Erwartungen, z.B. im Umgang mit persönlichen Daten, die wir erst allmählich verstehen </li></ul><ul><li> Virtuelle und reale Welt sind untrennbar miteinander verbunden </li></ul>
    21. 21. Herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit! <ul><li>Dr. Jan Schmidt </li></ul><ul><li>Hans-Bredow-Institut für Medienforschung </li></ul><ul><li>Senior Researcher für digitale interaktive Medien und politische Kommunikation </li></ul><ul><li>Warburgstr. 8-10, 20354 Hamburg </li></ul><ul><li>[email_address] </li></ul><ul><li>www.hans-bredow-institut.de </li></ul><ul><li>www.schmidtmitdete.de </li></ul>
    22. 22. Weiterführende Literatur <ul><li>Amann, Rolf / Dirk Martens (2008): Synthetische Welten: Ein neues Phänomen im Web 2.0. In: Media-Perspektiven 5/2008, S. 255-270. </li></ul><ul><li>boyd, danah (2007): Incantations for Muggles: The role of ubiquitious Web 2.0 technologies in everyday life . Vortrag bei der O‘Reilly Emerging Technology Conference, San Diego, 28.3.2007. Online: http://www.danah.org/papers/Etech2007.html </li></ul><ul><li>Fisch, Martin / Gscheidle, Christoph (2008): Mitmachnetz Web 2.0: Rege Beteiligung nur in Communitys. In: Media-Perspektiven, Nr. 7/2008, S. 356-364. </li></ul><ul><li>Misoch, Sabina (2007): Avatare als Verkörperungen im virtuellen Raum. In: merz Wissenschaft , Heft 2007-6, S. 73 – 85. </li></ul><ul><li>Schmidt, Jan (2008): Was ist neu am Social Web? Soziologische und kommunikationswissenschaftliche Grundlagen. In: Zerfaß, Ansgar; Martin Welker; Jan Schmidt (Hrsg.): Kommunikation, Partizipation und Wirkungen im Social Web. Zwei Bände. Köln: Van Halem Verlag. </li></ul><ul><li>Schmidt, Jan (in Vorb.): Das neue Netz. Merkmale, Praktiken und Konsequenzen des Web 2.0. Konstanz: UVK. Erscheint voraussichtlich Mai 2009. </li></ul>

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