Versuchsergebnisse zur Bodenmüdigkeit(Thalheimer)   1. Seit mehreren Jahren ist die Bodenmüdigkeit Gegenstand verschiedene...
Folge der Zugabe von Kompost verzeichnet werden, während das Produkt mit mikrobiellen    Inhaltsstoffen keine sichtbare Wi...
16. Damit sind wir am Ende dieses kurzen Überblicks angelangt und bedanken uns für ihre    Aufmerksamkeit.
Nächste SlideShare
Wird geladen in …5
×

Convegno la mela nel mondo interpoma bz - 16-11-2012 1+2 - martin thalheimer + robert wiedmer - text

138 Aufrufe

Veröffentlicht am

Su http://agronotizie.imagelinenetwork.com/aziende/fiera-bolzano-interpoma/5375 tutte le notizie su Interpoma - Fiera Bolzano, a cura di Agronotizie, rivista on line per l'agricoltura di http://www.imagelinenetwork.com

Veröffentlicht in: Business
0 Kommentare
0 Gefällt mir
Statistik
Notizen
  • Als Erste(r) kommentieren

  • Gehören Sie zu den Ersten, denen das gefällt!

Keine Downloads
Aufrufe
Aufrufe insgesamt
138
Auf SlideShare
0
Aus Einbettungen
0
Anzahl an Einbettungen
2
Aktionen
Geteilt
0
Downloads
0
Kommentare
0
Gefällt mir
0
Einbettungen 0
Keine Einbettungen

Keine Notizen für die Folie

Convegno la mela nel mondo interpoma bz - 16-11-2012 1+2 - martin thalheimer + robert wiedmer - text

  1. 1. Versuchsergebnisse zur Bodenmüdigkeit(Thalheimer) 1. Seit mehreren Jahren ist die Bodenmüdigkeit Gegenstand verschiedener Versuchsprojekte am VZ Laimburg, welche zum Teil auch im Rahmen von Gemeinschaftsprojekten mit anderen Institutionen durchgeführt werden. Ich möchte ihnen hier einige Ergebnisse vor allem von praxisorientierten Versuchen präsentieren. Diese hatten vor allem das Ziel, mögliche Maßnahmen zu Einschränkung der negativen Auswirkungen der Bodenmüdigkeit zu prüfen. Einige Projekte befassten sich auch gezielt mit dem Studium der auslösenden Ursachen, darauf wird aber in Kürze Frau Dr. Manici näher eingehen. 2. Zu Beginn galt es jedoch, eine sehr grundsätzliche Frage zu beantworten, nämlich jene, inwieweit das Problem der Bodenmüdigkeit in Südtirol überhaupt verbreitet ist. Dazu wurden im Jahr 2008 Bodenproben von 26 Obstbaustandorten aus dem Südtiroler Obstbaugebiet gesammelt und einem Test mit Topfpflanzen unterzogen. Dieser bestand darin, einen Teil der Erde von jedem Standort durch Hitze zu sterilisieren und eine Anzahl von Sämlingen jeweils in der sterilisierten und der unbehandelten Erde anzupflanzen. Der Unterschied im Triebwachstum der Pflanzen zwischen sterilisierter und unbehandelter Erde gilt als Indikator für das Vorhandensein bzw. das Ausmaß der Bodenmüdigkeit. Diese Versuchsserie ergab, dass es in 7 von den insgesamt 26 Fällen durch die Sterilisierung zu einer signifikanten Verbesserung des Wuchsverhaltens der Pflanzen kam. Obwohl diese Methode keine sehr hohe Zuverlässigkeit besitzt, so scheint sie dennoch zu bestätigen, dass die Bodenmüdigkeit in Südtirol keineswegs ein allgegenwärtiges Problem beim Nachbau von Apfel auf Apfel darstellt. Diese Daten decken sich auch sehr gut mit den Erfahrungen aus der Praxis, wonach es eine sehr hohe Variabilität im Auftreten dieser Problematik gibt, und das nicht nur zwischen unterschiedlichen Standorten, sondern häufig auch innerhalb einer einzelnen Obstanlage. 3. In diesem Zusammenhang möchte ich Ihnen auch die Ergebnisse eines anderen Versuchs mit Topfpflanzen präsentieren, welche von meinem Kollegen Markus Kelderer in Zusammenarbeit mit Frau Dr. Manici erarbeitet wurden. Darin wurde die Frage der Variabilität der Bodenmüdigkeit innerhalb von Obstanlagen untersucht, und zwar im speziellen der Unterschied zwischen der Intensität der Bodenmüdigkeit entlang des Baumstreifens und dem Bereich zwischen den Baumstreifen (Fahrgasse). Wie Sie der Grafik entnehmen können, konnte nur bei drei Standorten im Bereich der Fahrgasse eine signifikant verringerte Ausprägung der Bodenmüdigkeit festgestellt werden. Bezüglich der räumlichen Ausbreitung der Bodenmüdigkeit können wir also zusammenfassen, dass es sich um ein insgesamt sehr heterogenes Auftreten handelt. 4. Nun möchte ich Ihnen einige Ergebnisse von Feldversuchen präsentieren, in welchen es vordergründig darum ging, verschiedene Maßnahmen zur Eingrenzung der Bodenmüdigkeit zu prüfen. Dazu wurden in den letzten Jahren Versuche an verschiedenen Standorten in der näheren Umgebung des Versuchszentrums Laimburg angelegt. Geprüft wurden dabei die Zugabe von verschiedenen Materialien oder Produkten in den Wurzelbereich der neu gepflanzten Apfelbäume, beispielsweise die Zugabe von organischer Masse in der Form von Kompost, von speziellen Handelsprodukten mit einer hohen Anzahl von Sporen von mikrobiellen Antagonisten oder von Produkten mit anderen organischen Inhaltsstoffen wie Huminsäuren oder Ähnlichem. Als wichtiges Vergleichselement diente dabei die chemische Bodenbehandlung (Fumigation mit Chlorpikrin oder Basamid), da diese den Indikator für das Vorhandensein der Bodenmüdigkeit und den Maßstab für die erreichbare Verbesserung der Wuchsleistung der Bäume darstellt. 5. Die wichtigsten Messgrößen in diesen Versuchen waren die vegetative Entwicklung der Jungpflanzen, welche über Messungen des Triebzuwachses und des Zuwachses des Stammdurchmessers ermittelt wurden, sowie die Ertragsleistung der Pflanzen in den ersten Standjahren. 6. Diese Grafik stellt die Ergebnisse der Stammzuwachsmessungen in 2 Versuchsanlagen dar, welche im Jahr 2010 angelegt wurden. Die Balken stellen den durchschnittlichen Zuwachs des Stammdurchmessers bei den verschiedenen Behandlungen im ersten Standjahr dar. Signifikante Unterschiede zwischen Behandlungen sind durch unterschiedliche Farben dargestellt. Wir erkennen hier zum einen, dass am ersten Standort die Bodenmüdigkeit stärker ausgeprägt war (aufgrund des größeren Unterschiedes zwischen unbehandelter Kontrolle und chemischer Bodenbehandlung) als am zweiten. Weiters konnte am ersten Standort eine sichtbare Verbesserung der Wuchsleistung als
  2. 2. Folge der Zugabe von Kompost verzeichnet werden, während das Produkt mit mikrobiellen Inhaltsstoffen keine sichtbare Wirkung zeigte. Am zweiten Standort hingegen gab es keine signifikante Wirkung der Kompostbehandlung, während das mikrobielle Produkt eine geringe, aber signifikante Verbesserung mit sich brachte.7. Die Wirtschaftlichkeit jeder Maßnahme hängt letztendlich jedoch vom Kostenaufwand und der erzielten Verbesserung der Ertragsleistung der Bäume ab. Die Ertragsschätzung für die erste der beiden Versuchsanlagen erbrachte in der Summe des 2. und des 3. Standjahres einen Vorteil der chemischen Bodenbehandlung von knapp 3 Kg pro Baum, was in diesem Fall noch nicht zu einer Deckung des Spesenaufwands geführt hätte.8. Aber wie bereits gesagt ist jeder Standort bzw. jede Neuanlage eine individuelle Situation für sich. Dieses Bild zeigt eine Neuanlage, ebenfalls aus dem Jahr 2010, bei welcher an jeder zweiten Reihe eine chemische Bodenbehandlung mit Chlorpikrin durchgeführt wurde.9. In diesem Fall führte die Behandlung zu einer markanten Verbesserung der Wuchsleistung im Vergleich zu den unbehandelten Reihen, wie wir es auf dieser Grafik am Parameter Stammdurchmesser erkennen können.10. Die deutlich verbesserte Entwicklung der Pflanzen führte bereits im 2. Standjahr zu einer wesentlichen Erhöhung der Ertragsleistung, nämlich um beinahe 5 Kg pro Baum. In diesem Fall wären die Kosten der Maßnahme bereits nach dem 2. Standjahr durch den Mehrertrag gedeckt gewesen.11. Nun noch eine letzte Grafik zu einem im vorigen Jahr angelegten Versuch. Auch in diesem Fall handelte es sich um einen Vergleich verschiedener Maßnahmen unter Einbezug der chemischen Bodenbehandlung. Auf dieser Grafik sind die Zuwächse des Stammdurchmessers in den ersten beiden Standjahren dargestellt. Wir erkennen zum einen auch hier eine deutliche Wirkung der beiden chemischen Varianten Chlorpikrin und Basamid im ersten Standjahr, während die anderen Behandlungen keine oder nur eine sehr geringe Wirkung zeigten. Interessant ist jedoch auch eine schon häufig beschriebene Beobachtung, nämlich dass die Steigerung der Wuchsstärke als Folge der chemischen Bodenbehandlung von relativ kurzer Dauer ist. Wir erkennen hier bereits im 2. Standjahr bereits ein sehr starkes Abflachen der Unterschiede in der Wuchsstärke der Pflanzen.12. Hier noch ein Bild aus dieser Anlage, welches die deutlich fortgeschrittene Entwicklung der Pflanzen im Falle der chemischen Bodenbehandlung aufzeigt. Es ist auch deutlich erkennbar, wie die Pflanzen im Hintergrund noch spät in der Jahreszeit ein aktives Triebwachstum aufweisen, während die Bäume der Kontrollparzelle im Vordergrund schon wesentlich früher das Triebwachstum abgeschlossen haben.13. Neben den Unterschieden im Trieblängenwachstum kann eine stärkere Wuchskraft der Jungbäume auch zu einer deutlich verbesserten Garnierung der Stammverlängerung mit Fruchtknospen führen, welche im Folgejahr zu einer verbesserten Ertragsleistung der Bäume beitragen.14. Diese Folie zeigt den Unterschied im Detail, links eine schwach entwickelte Blattknospe, rechts eine gut entwickelte Blütenknospe15. Zusammenfassung: Die Bodenmüdigkeit ist in Südtirol trotz der langen Apfelbautradition nicht überall gegeben und zudem kann die Intensität des Auftretens sehr unterschiedlich sein. Daher wäre die Möglichkeit einer zuverlässigen präventiven Untersuchung eine sehr nützliche Entscheidungshilfe bezüglich der zu treffenden Gegenmaßnahmen. Insgesamt lässt sich sagen, dass in unseren Versuchen die chemischen Bodenbehandlungen, sei es mit Chlorpikrin oder Basamid, an allen Standorten eine sehr konstante Wirkung zeigten, während von den alternativen Maßnahmen nur wenige und diese nur jeweils an einzelnen Standorten zu einem verbesserten Wachstum führten. Im Schnitt brachte von den alternativen Maßnahmen die Zugabe von Kompost ins Pflanzloch am häufigsten eine sichtbare Verbesserung des Wuchsverhaltens der Jungbäume. Bezüglich der Auswirkungen auf die Ertragsleistung liegen vorerst noch wenige Ergebnisse vor, diesbezüglich werden aber die kommenden Jahren sicherlich noch weitere Daten liefern.
  3. 3. 16. Damit sind wir am Ende dieses kurzen Überblicks angelangt und bedanken uns für ihre Aufmerksamkeit.

×