Doppelkonsonanten I Ruhr-Universität Bochum Sprachwissenschaftliches Institut Proseminar: Graphematik Veranstalterin: Kata...
Einführung <ul><li>2 Ansätze </li></ul><ul><li>Ramers: akzentbasierter Ansatz </li></ul><ul><li>Doppelkonsonanten repräsen...
Ambisyllabizität <ul><li>2 Konzepte zur Analyse von VCV- Sequenzen: </li></ul><ul><li>eindeutige Zuordnung intervokalische...
Ambisyllabizität <ul><li>Bsp:  Mitte    [mɪt ə]   </li></ul><ul><li>   Konsonant ist ambisilbisch </li></ul><ul><li>Stru...
Ambisyllabizität <ul><li>Beispielwörter:   </li></ul><ul><li>(2) a. Robbe  b. Robe </li></ul><ul><li>Mitte  Miete </li></u...
Ambisyllabizität <ul><li>Im Vordergrund der Untersuchung:  Phonologische Gründe </li></ul><ul><li>Silbenstruktur </li></ul...
Silbenstruktur +Distribution der Vokale <ul><li>Silbe: </li></ul><ul><li>Silbenkopf (C)  </li></ul><ul><li>Silbenkern (V) ...
Silbenstruktur +Distribution der Vokale <ul><li>(5)  a. kahl  c. Kerl  </li></ul><ul><li>Sohn  Helm </li></ul><ul><li>   ...
Silbenstruktur +Distribution der Vokale <ul><li>nach ungespannten Kurzvokalen: mehr als ein Konsonant in Silbenkoda erlaub...
Silbenstruktur +Distribution der Vokale <ul><li>Links: Konsonant: ambisilbisch </li></ul><ul><li>Rechts: Konsonant: Gemina...
Wortakzent und Silbengewicht <ul><li>Nachteil:  Wortakzent ist nicht  </li></ul><ul><li>quantitätssensitiv, weil alle Silb...
Wortakzent und Silbengewicht <ul><li>schwere Silbe:   </li></ul><ul><li>geschlossen, mindestens ein Element folgt dem Silb...
Wortakzent und Silbengewicht <ul><li>Im Deutschen nur Finalakzent:   </li></ul><ul><li>(16) a.  Ultima  b. Pänultima  c. A...
Wortakzent und Silbengewicht <ul><li>Akzent auf vorletzter Silbe (Pänultima) ist Regelfall  </li></ul><ul><li>In drei-  un...
Wortakzent und Silbengewicht <ul><li>a.  V:  b.  VV  c.  VC  d.  V  </li></ul><ul><li>Veróna  Alráune  Veránda  Léxikon </...
Wortakzent und Silbengewicht <ul><li>Wenn verschriftete Konsonanten <nn> und <tt> ambisilbisch sind, also erster Teil schl...
Wortakzent und Silbengewicht <ul><li>2 Interpretationsmöglichkeiten: </li></ul><ul><li>(25)  </li></ul><ul><li>Die Doppelk...
Wortakzent und Silbengewicht <ul><li>(25a) traditionell (Duden), inadäquat, weil folgende Asymmetrie nicht erklären kann: ...
Wortakzent und Silbengewicht <ul><li>Doppelkonsonantenschreibung hängt zusammen mit Akzentuierung und damit verknüpfter Si...
Wortakzent und Silbengewicht <ul><li>Es gibt viele Ausnahmen zu der Annahme, dass Akzentuierung der Auslöser für Doppelkon...
Wortakzent und Silbengewicht <ul><li>Deshalb:  2 plausible Wortakzentregeln fürs Deutsche: (Ramers) </li></ul><ul><li>Rege...
Wortakzent und Silbengewicht <ul><li>Beide Ansätze gehen von der Quantitätssensitivität des Akzents aus, mit Bezug auf Sil...
Wortakzent und Silbengewicht <ul><li>Ramers‘ Vorschlag für Wörter wie  Madónna : </li></ul><ul><li>   Silbenstruktur mit ...
Die Struktur akzentuierter Silben <ul><li>Ramers ist für die Annahme einer  Geminatenstruktur bzw. ambisilbischen Struktur...
Die Struktur akzentuierter Silben <ul><li>Allgemeine Auffassung: Im Deutschen sind alle akzentuierten Silben schwer („Prok...
Die Struktur akzentuierter Silben <ul><li>Wohlgeformtheitsbedingung für akzentuierte Silben (gilt auch für Einsilber): </l...
Die Struktur akzentuierter Silben <ul><li>Resilbifizierung: Umstrukturierung bei Akzent auf zugrundeliegender leichter Sil...
Die Struktur akzentuierter Silben <ul><li>Für einige Lexeme kann nur die Ambisilbifizierung durchgeführt werden    keine ...
Hypothesen <ul><li>über das Vorkommen ambisilbischer bzw. geminierter Konsonanten im Deutschen </li></ul><ul><li>Alle in d...
Hypothesen <ul><li>2) Alle in der Schrift verdoppelten C der Pänultima und der Ultima sind zugrundeliegende Geminaten (z.B...
Hypothesen <ul><li>4) Akzentuierte Silben sind wegen der Wohlgeformtheitsregel  schwer. Wenn leichte Silben als akzentuier...
Die Struktur ambisilbischer Konsonanten <ul><li>„ ambisilbische Konsonanten“ = „Konsonantengeminaten“? </li></ul><ul><li>I...
Pro Geminatenstruktur <ul><li>Wiese für Geminatenstruktur: wird nämlich für andere Sprachen mit echten Konsonantengeminate...
Pro Geminatenstruktur <ul><li>Ambisilbische C verhalten sich phonologisch wie Geminaten. Sie werden von einigen Regeln für...
Pro Geminatenstruktur <ul><li>Blockierung der Auslautverhärtung durch das Prinzip des „Linking Constraint“: Regeln implizi...
Pro Geminatenstruktur <ul><li>Ramers spricht sich also für die Geminatenstruktur (ein mit zwei Skelettpositionen assoziier...
Pro Geminatenstruktur <ul><li>(z.B. lexikalisch: i[n] + [l]egal    i[ll]egal (obligatorisch und nur innerhalb von  Wörter...
Pro Geminatenstruktur <ul><li>Hierarchischer Aufbau mit Zusammenfassung in Klassenknoten wie bspw. PLACE-Knoten, die alle ...
Pro Geminatenstruktur <ul><li>Resultat: Geminatenstruktur </li></ul><ul><li>Mögliche Degeminierung (Tilgung eines C, z.B. ...
Pro Geminatenstruktur <ul><li>>> Annahme ambisilbischer Strukturen ist überflüssig und führt zu Ambiguitäten, da die Wohlg...
Pro Geminatenstruktur <ul><li>Keine eindeutigen Ergebnisse für die Existenz von ambisilbischen bzw. geminierten Konsonante...
Pro Geminatenstruktur <ul><li>Daraus resultiert diese GRUNDREGEL: „Folgt im Wortstamm auf einen betonten kurzen Vokal nur ...
Doppelkonsonanten Alternatives Regelwerk nach Eisenberg
Grundregel
Grundregel <ul><li>Definition Silbengelenk : Bezeichnet den ambisyllabischen Konsonanten, welcher die Grenzen zweier benac...
<ul><li><kk> wird zu <ck>, außer in Fremdwörtern (z.B.  Sakko, Mokka) </li></ul><ul><li><zz> wird zu <tz>, außer in Fremdw...
Grafisch: Phonologisch: Ebbe Himmel Problem : Im Vergleich zum akzentbasierten Ansatz fällt die Regeldomäne bedeutend geri...
Erweiterung der Grundregel
Beispiele <ul><li>Beispiele: </li></ul><ul><li>- starr < starren </li></ul><ul><li>- Schall < Schalles, schallen </li></ul...
Kurzer Vergleich <ul><li>Beide Ansätze besitzen Stärken und Schwächen. Worte, die für einen Ansatz regelhaft sind, müssen ...
Aufgaben <ul><li>Lest das Thesenpapier. </li></ul><ul><li>Teilt euch in 2 Gruppen auf, so dass jede Gruppe einen Ansatz üb...
Ausblick <ul><li>Sammeln und Kategorisierung der von euch identifizierten Ausnahmen </li></ul><ul><li>Vergleich der beiden...
Literatur <ul><li>Eisenberg, Peter (1997): Die besondere Kennzeichnung der kurzen Vokale – Vergleich und Bewertung der Neu...
Nächste SlideShare
Wird geladen in …5
×

Doppelkonsonanten

4.177 Aufrufe

Veröffentlicht am

Veröffentlicht in: Gesundheit & Medizin, Technologie
0 Kommentare
0 Gefällt mir
Statistik
Notizen
  • Als Erste(r) kommentieren

  • Gehören Sie zu den Ersten, denen das gefällt!

Keine Downloads
Aufrufe
Aufrufe insgesamt
4.177
Auf SlideShare
0
Aus Einbettungen
0
Anzahl an Einbettungen
11
Aktionen
Geteilt
0
Downloads
5
Kommentare
0
Gefällt mir
0
Einbettungen 0
Keine Einbettungen

Keine Notizen für die Folie

Doppelkonsonanten

  1. 1. Doppelkonsonanten I Ruhr-Universität Bochum Sprachwissenschaftliches Institut Proseminar: Graphematik Veranstalterin: Katarina Klein Referenten: Yvonne Herget, Marco Ibscher, Anna Jagoda
  2. 2. Einführung <ul><li>2 Ansätze </li></ul><ul><li>Ramers: akzentbasierter Ansatz </li></ul><ul><li>Doppelkonsonanten repräsentieren Vokalquantität </li></ul><ul><li>Eisenberg: silbenbasierter Ansatz </li></ul><ul><li>Doppelkonsonanten repräsentieren Silbengelenke </li></ul>
  3. 3. Ambisyllabizität <ul><li>2 Konzepte zur Analyse von VCV- Sequenzen: </li></ul><ul><li>eindeutige Zuordnung intervokalischer Konsonanten zur Silbe des vorangehenden oder folgenden Vokal </li></ul><ul><li>Bsp: Miete  [`mi:.t ə] </li></ul><ul><li>Konzept der Ambisyllabizität: </li></ul><ul><li> Segmente können Elemente zweier aufeinanderfolgender Silben sein </li></ul>
  4. 4. Ambisyllabizität <ul><li>Bsp: Mitte  [mɪt ə] </li></ul><ul><li> Konsonant ist ambisilbisch </li></ul><ul><li>Struktur ambisilbischer Konsonanten: </li></ul>
  5. 5. Ambisyllabizität <ul><li>Beispielwörter: </li></ul><ul><li>(2) a. Robbe b. Robe </li></ul><ul><li>Mitte Miete </li></ul><ul><li>Widder wieder </li></ul><ul><li>offen Ofen </li></ul><ul><li>Masse Maße </li></ul><ul><li>Komma Koma </li></ul><ul><li>a. Konsonant: ambisilbisch nach ungespannten Kurzvokalen </li></ul><ul><li>b. Konsonant: Ansatz einer Folgesilbe nach Langvokalen </li></ul>
  6. 6. Ambisyllabizität <ul><li>Im Vordergrund der Untersuchung: Phonologische Gründe </li></ul><ul><li>Silbenstruktur </li></ul><ul><li>Silbengewicht </li></ul><ul><li>Wortakzent </li></ul><ul><li>Phonologische Evidenz für ambisilbische Konsonanten: </li></ul><ul><li>1. Silbenstruktur + Distribution der Vokale </li></ul><ul><li>2. Akzentstruktur </li></ul>
  7. 7. Silbenstruktur +Distribution der Vokale <ul><li>Silbe: </li></ul><ul><li>Silbenkopf (C) </li></ul><ul><li>Silbenkern (V) </li></ul><ul><li>Silbenkoda (C) </li></ul><ul><li>Silbenkopf: nackt, bedeckt </li></ul><ul><li>Silbenkoda: offen, geschlossen </li></ul>
  8. 8. Silbenstruktur +Distribution der Vokale <ul><li>(5) a. kahl c. Kerl </li></ul><ul><li>Sohn Helm </li></ul><ul><li> Vokalquantität ist distinktiv (kurz o. lang) </li></ul>
  9. 9. Silbenstruktur +Distribution der Vokale <ul><li>nach ungespannten Kurzvokalen: mehr als ein Konsonant in Silbenkoda erlaubt (c) </li></ul><ul><li>nach Langvokalen und Diphthongen: ein Konsonant erlaubt (a) </li></ul><ul><li>Langvokale: nehmen 2 CV-Positionen ein (a) </li></ul><ul><li>Kurzvokale: nehmen 1 CV- Position ein (c) </li></ul><ul><li>(11) […] ungespannte [Kurz]Vokale stehen in </li></ul><ul><li>geschlossener Silbe </li></ul><ul><li>einzelne intervokalische Konsonanten nach ungespannten Kurzvokalen müssen ambisilbisch sein </li></ul>
  10. 10. Silbenstruktur +Distribution der Vokale <ul><li>Links: Konsonant: ambisilbisch </li></ul><ul><li>Rechts: Konsonant: Geminatenstruktur </li></ul>
  11. 11. Wortakzent und Silbengewicht <ul><li>Nachteil: Wortakzent ist nicht </li></ul><ul><li>quantitätssensitiv, weil alle Silben </li></ul><ul><li>schwer sind (wenn Kernbedingung) </li></ul><ul><li>Deshalb: Zusammenhang zwischen </li></ul><ul><li>Wortakzent und Silbengewicht </li></ul><ul><li>Wortakzent im Deutschen: (Ramers) </li></ul><ul><li>quantitätssensitiv </li></ul><ul><li> nimmt Bezug auf Silbengewicht </li></ul>
  12. 12. Wortakzent und Silbengewicht <ul><li>schwere Silbe: </li></ul><ul><li>geschlossen, mindestens ein Element folgt dem Silbenkern </li></ul><ul><li>Silbe mit Langvokal oder Diphthong (+ 1Element) </li></ul><ul><li>leichte Silbe: </li></ul><ul><li>offen, endet auf ungespannten Kurzvokal </li></ul><ul><li>schwere Silben: potentielle Träger des </li></ul><ul><li>Wortakzents </li></ul>
  13. 13. Wortakzent und Silbengewicht <ul><li>Im Deutschen nur Finalakzent: </li></ul><ul><li>(16) a. Ultima b. Pänultima c. Antepänultima d. 1. Silbe </li></ul><ul><li>Para dies Bi ki ni Me thu salem * Me thusalem </li></ul><ul><li>Interpretation der Regel: </li></ul><ul><li>Suche eine schwere Silbe von rechts nach links und weise der letzten schweren Silbe den Wortakzent zu. Wenn die letzte (Ultima) und die vorletzte Silbe (Pänultima) beide leicht sind, erhält die drittletzte Silbe (Antepänultima) den Akzent, egal, ob sie schwer oder leicht ist. </li></ul><ul><li> Eine der letzten Silben erhält Wortakzent </li></ul>
  14. 14. Wortakzent und Silbengewicht <ul><li>Akzent auf vorletzter Silbe (Pänultima) ist Regelfall </li></ul><ul><li>In drei- und viersilbigen Wörtern wird die Pänultima nur akzentuiert, wenn sie auf Langvokal, Diphthong oder ’Kurzvokal+Konsonant’ endet, d.h. wenn der Silbenreim (Silbenkern+ Silbenkoda) zwei Elemente auf der CV- Schicht enthält. </li></ul><ul><li> Akzentuierung von Silbengewicht abhängig </li></ul>
  15. 15. Wortakzent und Silbengewicht <ul><li>a. V: b. VV c. VC d. V </li></ul><ul><li>Veróna Alráune Veránda Léxikon </li></ul><ul><li>Ausnahme: </li></ul><ul><li>(24) Madónna </li></ul><ul><li>Lamétta </li></ul><ul><li>Lösung: Ambisyllabizität </li></ul>
  16. 16. Wortakzent und Silbengewicht <ul><li>Wenn verschriftete Konsonanten <nn> und <tt> ambisilbisch sind, also erster Teil schließt Pänultima und zweiter Teil ist der Ansatz der Ultima, entsprechen die Wörter wieder der Bedingung in (22) </li></ul><ul><li>Verwendung der Schriftform als Argument für Ambisilbizität </li></ul><ul><li>Hypothese: phonologische und graphische Repräsentation von Wörtern im Lexikon sind eng verbunden. </li></ul>
  17. 17. Wortakzent und Silbengewicht <ul><li>2 Interpretationsmöglichkeiten: </li></ul><ul><li>(25) </li></ul><ul><li>Die Doppelkonsonantenschreibung signalisiert die Kürze bzw. Ungespanntheit des vorangehenden Vokals. </li></ul><ul><li>Die Doppelkonsonantenschreibung kennzeichnet den Konsonanten selbst als Geminata oder ambisilbisch. </li></ul>
  18. 18. Wortakzent und Silbengewicht <ul><li>(25a) traditionell (Duden), inadäquat, weil folgende Asymmetrie nicht erklären kann: </li></ul><ul><li>(26) a. Me táll b. Át las </li></ul><ul><li>Tyr ánn Án anas </li></ul><ul><li>nach betonten Vokalen der letzten (26a.) oder vorletzten Silbe wird Verdopplung fast immer durchgeführt, nach unbetonten in der Regel nicht (26b) </li></ul>
  19. 19. Wortakzent und Silbengewicht <ul><li>Doppelkonsonantenschreibung hängt zusammen mit Akzentuierung und damit verknüpfter Silbenstruktur, also (25b) richtig </li></ul><ul><li>Aber: </li></ul><ul><li>(25b) erklärt nur die Schreibung nach Pänultimavokal ( Lametta ), aber nicht die Verdopplung in letzter Silbe ( Tyrann ) </li></ul>
  20. 20. Wortakzent und Silbengewicht <ul><li>Es gibt viele Ausnahmen zu der Annahme, dass Akzentuierung der Auslöser für Doppelkonsonantenschreibung ist. </li></ul><ul><li>(29) a. Hotél b. Límeri ck </li></ul><ul><li>Reliéf Kúcku ck </li></ul><ul><li>akzentuierte finale Silbe ohne Doppelkonsonant </li></ul><ul><li>unbetonte Endsilbe mit Doppelkonsonant </li></ul>
  21. 21. Wortakzent und Silbengewicht <ul><li>Deshalb: 2 plausible Wortakzentregeln fürs Deutsche: (Ramers) </li></ul><ul><li>Regel (17) ( nach Giegerich 1985) Berücksichtigung des Silbengewichts der letzten und Vorletzten Silbe + Zusatzannahmen zur Erklärung der Unbetontheit der finalen Silben in Léxikon etc. </li></ul><ul><li>Eine Wortakzentregel, nach der die stammfinale Silbe extrametrisch ist und nur die Schwere der Pänultima berücksichtigt wird. </li></ul>
  22. 22. Wortakzent und Silbengewicht <ul><li>Beide Ansätze gehen von der Quantitätssensitivität des Akzents aus, mit Bezug auf Silbenschwere der Pänultima </li></ul><ul><li>Quantitätssensitivität des Akzents nur möglich, wenn die in der Schrift verdoppelten Konsonanten in Wörtern wie Madónna als ambisilbisch bzw. Geminaten analysiert werden. </li></ul><ul><li>Ansonsten: Wörter wie Madónna wären lexikalische Ausnahmen  Akzentregel unterhöhlt </li></ul>
  23. 23. Wortakzent und Silbengewicht <ul><li>Ramers‘ Vorschlag für Wörter wie Madónna : </li></ul><ul><li> Silbenstruktur mit Doppelkonsonaten als Geminate </li></ul>
  24. 24. Die Struktur akzentuierter Silben <ul><li>Ramers ist für die Annahme einer Geminatenstruktur bzw. ambisilbischen Struktur (im Folgenden zunächst synonym verwendet) </li></ul><ul><li>Diese dient als Input für die Akzentuierung </li></ul>
  25. 25. Die Struktur akzentuierter Silben <ul><li>Allgemeine Auffassung: Im Deutschen sind alle akzentuierten Silben schwer („Prokoschs Gesetz“) </li></ul><ul><li>Siehe schwere Silbe: geschlossen, mindestens ein Element folgt dem Silbenkern Silbe mit Langvokal oder Diphthong (+ 1Element) </li></ul>
  26. 26. Die Struktur akzentuierter Silben <ul><li>Wohlgeformtheitsbedingung für akzentuierte Silben (gilt auch für Einsilber): </li></ul>
  27. 27. Die Struktur akzentuierter Silben <ul><li>Resilbifizierung: Umstrukturierung bei Akzent auf zugrundeliegender leichter Silbe (nur Antepänultimas, z.B. Ánanas, Kámera) </li></ul><ul><li>2 Möglichkeiten: a) Längung des Vokals bei Aussprachevarianten b) Ambisilbifizierung bzw. Geminierung des Konsonanten der Folgesilbe: </li></ul><ul><li> </li></ul>
  28. 28. Die Struktur akzentuierter Silben <ul><li>Für einige Lexeme kann nur die Ambisilbifizierung durchgeführt werden  keine freie Wahl zwischen beiden Möglichkeiten </li></ul>
  29. 29. Hypothesen <ul><li>über das Vorkommen ambisilbischer bzw. geminierter Konsonanten im Deutschen </li></ul><ul><li>Alle in der Schrift verdoppelten C bilden zugrundeliegende Geminaten (z.B. Kollége). Alle C nach Kurzvokalen der Antepänultima werden geminiert (z.B. Kámera). >> Wieses Kernbedingung: ungespannte Kurzvokale sind im Silbenauslaut zugrundeliegend ausgeschlossen >> Evidenz: Schrift </li></ul>
  30. 30. Hypothesen <ul><li>2) Alle in der Schrift verdoppelten C der Pänultima und der Ultima sind zugrundeliegende Geminaten (z.B. Metáll). >> Evidenz: enger Zusammenhang zwischen Verdopplung in der Schrift und Betonung </li></ul><ul><li>3) Alle in der Schrift verdoppelten C nach dem V der Pänultima sind zugrundeliegende Geminaten (z.B. Madónna). >> Evidenz: Vorkommen in der Schrift, Quantitätssensitivität des Akzents </li></ul>
  31. 31. Hypothesen <ul><li>4) Akzentuierte Silben sind wegen der Wohlgeformtheitsregel schwer. Wenn leichte Silben als akzentuiert realisiert werden, werden sie durch Vokallängung oder Geminatenbildung zu schweren gemacht. </li></ul>
  32. 32. Die Struktur ambisilbischer Konsonanten <ul><li>„ ambisilbische Konsonanten“ = „Konsonantengeminaten“? </li></ul><ul><li>Im CV-Modell: ambisilbische Struktur oder Geminatenstruktur </li></ul><ul><li> oder </li></ul>
  33. 33. Pro Geminatenstruktur <ul><li>Wiese für Geminatenstruktur: wird nämlich für andere Sprachen mit echten Konsonantengeminaten auch benötigt </li></ul><ul><li>Echte Geminaten wahrscheinlich immer ambisilbisch, also keine Berücksichtigung der Unterscheidung von ambisilbischen und geminierten C </li></ul>
  34. 34. Pro Geminatenstruktur <ul><li>Ambisilbische C verhalten sich phonologisch wie Geminaten. Sie werden von einigen Regeln für Einzelkonsonanten nicht erfasst (z.B. Auslautverhärtung für silbenfinale Obstruenten). </li></ul><ul><li>Also nicht anwendbar auf z.B. </li></ul>
  35. 35. Pro Geminatenstruktur <ul><li>Blockierung der Auslautverhärtung durch das Prinzip des „Linking Constraint“: Regeln implizieren eine Assoziation eines Segments mit einer Position. </li></ul>
  36. 36. Pro Geminatenstruktur <ul><li>Ramers spricht sich also für die Geminatenstruktur (ein mit zwei Skelettpositionen assoziiertes Merkmalbündel) aus, denn die Annahme dieser ist unabhängig von der Akzentuierung erforderlich: </li></ul><ul><li>1) bei starker Verbflexion (z.B. treten > tritt) </li></ul><ul><li>2) bei Totalassimilationen </li></ul>
  37. 37. Pro Geminatenstruktur <ul><li>(z.B. lexikalisch: i[n] + [l]egal  i[ll]egal (obligatorisch und nur innerhalb von Wörtern) postlexikalisch: a[n] + [m]elden  a[mm]elden (optional und auch über Wortgrenzen hinweg) </li></ul><ul><li>>> Angleichung des ersten Sonoranten an den zweiten („Shared Features Convention“: Segmente, die in allen Merkmalen übereinstimmen, bilden Merkmalbündel) </li></ul>
  38. 38. Pro Geminatenstruktur <ul><li>Hierarchischer Aufbau mit Zusammenfassung in Klassenknoten wie bspw. PLACE-Knoten, die alle Artikulationsmerkmale zusammenfassen </li></ul><ul><li>Dominiert werden diese Knoten von einen ROOT-Knoten, der die CV-Einheiten darstellt. </li></ul><ul><li>>> Totalassimilation als Verschmelzung von zwei Wurzelknoten: </li></ul>
  39. 39. Pro Geminatenstruktur <ul><li>Resultat: Geminatenstruktur </li></ul><ul><li>Mögliche Degeminierung (Tilgung eines C, z.B. bei Totalassimilation) führt zu einem C im Onset oder in der Koda </li></ul><ul><li>Wie oben erwähnt, kann die Analyse des Wortakzents sowohl auf der Basis ambisilbischer als auch geminierter C erfolgen </li></ul><ul><li>Aber andere phonologische Prozesse im Deutschen und sprachübergreifende Überlegungen sprechen für die Geminatenstruktur </li></ul>
  40. 40. Pro Geminatenstruktur <ul><li>>> Annahme ambisilbischer Strukturen ist überflüssig und führt zu Ambiguitäten, da die Wohlgeformtheitsregel für zugrundeliegend leichte Silben Vokallängung oder Geminierung auslöst. </li></ul><ul><li>Ambisilbische Strukturen, die diese Bedingung auch erfüllt, können mit einer negativen Wohlgeformtheitsbedingung ausgeschlossen werden: </li></ul>
  41. 41. Pro Geminatenstruktur <ul><li>Keine eindeutigen Ergebnisse für die Existenz von ambisilbischen bzw. geminierten Konsonanten </li></ul><ul><li>Geminatenstruktur ist aber laut Ramers einer ausschließlich ambisilbischen Struktur vorzuziehen </li></ul>
  42. 42. Pro Geminatenstruktur <ul><li>Daraus resultiert diese GRUNDREGEL: „Folgt im Wortstamm auf einen betonten kurzen Vokal nur ein einzelner Konsonant, so kennzeichnet man die Kürze des Vokals durch Verdoppelung des Konsonantenbuchstabens.“ </li></ul>
  43. 43. Doppelkonsonanten Alternatives Regelwerk nach Eisenberg
  44. 44. Grundregel
  45. 45. Grundregel <ul><li>Definition Silbengelenk : Bezeichnet den ambisyllabischen Konsonanten, welcher die Grenzen zweier benachbarter Silben auf sich vereint. Der Konsonant gehört sowohl zur ersten als auch zur zweiten Silbe. </li></ul><ul><li>Korrespondenzregel : Mit einem Doppelkonsonanten in der graphischen Struktur korrespondiert ein Silbengelenk (ambisilbischer Konsonant) in der phonologischen Struktur. </li></ul>
  46. 46. <ul><li><kk> wird zu <ck>, außer in Fremdwörtern (z.B. Sakko, Mokka) </li></ul><ul><li><zz> wird zu <tz>, außer in Fremdwörtern (z.B. Pizza) </li></ul><ul><li>Buchstabengruppen wie <ch>, <sch>, <ng> werden nicht verdoppelt </li></ul>Sonderregelungen
  47. 47. Grafisch: Phonologisch: Ebbe Himmel Problem : Im Vergleich zum akzentbasierten Ansatz fällt die Regeldomäne bedeutend geringer aus. Vor allem einsilbige Wörter mit Doppelkonsonanten sind nicht durch die Grundregel abgedeckt (Beispiel: starr). Beispiele
  48. 48. Erweiterung der Grundregel
  49. 49. Beispiele <ul><li>Beispiele: </li></ul><ul><li>- starr < starren </li></ul><ul><li>- Schall < Schalles, schallen </li></ul><ul><li>- fromm < fromme </li></ul><ul><li>Problematische Wörter: </li></ul><ul><li>Müll < dem Mülle </li></ul><ul><li>Galopp < Galloppe, Galopper </li></ul><ul><li>zurück < Rücken </li></ul>
  50. 50. Kurzer Vergleich <ul><li>Beide Ansätze besitzen Stärken und Schwächen. Worte, die für einen Ansatz regelhaft sind, müssen dies nicht unbedingt auch für den anderen sein. Manche Worte können durch keinen Ansatz erklärt werden. </li></ul><ul><li>Beispiele: </li></ul>silbenbasiert akzentbasiert Limit Ausnahme Ausnahme Hotel regelhaft Ausnahme
  51. 51. Aufgaben <ul><li>Lest das Thesenpapier. </li></ul><ul><li>Teilt euch in 2 Gruppen auf, so dass jede Gruppe einen Ansatz übernimmt. </li></ul><ul><li>Findet Beispiele, die Ausnahmen für „eure“ Theorie bilden. </li></ul><ul><li>Findet Argumente für „eure“ Theorie. </li></ul>
  52. 52. Ausblick <ul><li>Sammeln und Kategorisierung der von euch identifizierten Ausnahmen </li></ul><ul><li>Vergleich der beiden Ansätze </li></ul><ul><li>Diskussion darüber, welcher Ansatz euch sinnvoller erscheint </li></ul>
  53. 53. Literatur <ul><li>Eisenberg, Peter (1997): Die besondere Kennzeichnung der kurzen Vokale – Vergleich und Bewertung der Neuregelung. In: Gerhard Augst u.a. (Hg.): Zur Neuregelung der deutschen Orthographie. Begründung und Kritik . Tübingen: Niemeyer; 323-336. </li></ul><ul><li>Eisenberg, Peter (1999): Vokallängenbezeichnung als Problem. Linguistische Berichte 179 ; 343-349. </li></ul><ul><li>Giegerich, Heinz J. (1985): Metrical phonology and phonological structure. German and English. Cambridge: Cambridge University Press; 31. </li></ul><ul><li>Ramers, Karl Heinz (1992): Ambisilbische Konsonanten im Deutschen. In: Peter Eisenberg u.a. (Hg.): Silbenphonologie des Deutschen . Tübingen: Niemeyer; 246-283. </li></ul><ul><li>Ramers, Karl Heinz (1999a): Vokalquantität als orthographisches Problem: Zur Funktion der Doppelkonsonanzschreibung im Deutschen. Linguistische Berichte 177 ; 52-64. </li></ul><ul><li>Ramers, Karl Heinz (1999b): Zur Doppelkonsonanzschreibung im Deutschen: Eine Rereplik. Linguistische Berichte 179 ; 350-360. </li></ul><ul><li>Wiese, Richard (1988): Silbische und lexikalische Phonologie: Studien zum Chinesischen und Deutschen. Tübingen: Niemeyer. </li></ul>

×