Anleitung zum Unglücklichsein

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Eine etwas ironische und überspitzte Anleitung für einen Arbeitsalltag, der garantiert unglücklich macht.

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Anleitung zum Unglücklichsein

  1. 1. Anleitung zum Unglücklichsein Wolff Horbach www.faktor-g.de www.gluecksnetz.de
  2. 2. Morgens <ul><li>So spät aufstehen, dass nur noch ganz wenig Zeit bis zum Arbeitsbeginn bleibt. Die Nacht war schließlich kurz genug. </li></ul><ul><li>Schnell noch in der Zeitung die Katastrophenmeldungen von gestern lesen. </li></ul><ul><li>Frühstücken ist überflüssig, Zigarette und Kaffee müssen reichen. </li></ul><ul><li>Wortlos das Haus verlassen, man sieht sich ja abends wieder. </li></ul>
  3. 3. Auf dem Weg zur Arbeit <ul><li>Die richtige Zeit, um schon mal die Probleme des Tages geistig durchgehen. </li></ul><ul><li>Die Autofahrt ist ein ideales Mittel, um sich die notwendige Aggression für den Tag zuzulegen. </li></ul>
  4. 4. Am Arbeitsplatz <ul><li>Ein knappes „Moin“ reicht. Wir sind ja schließlich nicht zu unserem Vergnügen hier. </li></ul><ul><li>Erst mal kontrollieren, ob die Mitarbeiter gestern alles erledigt haben. </li></ul><ul><li>Falls nicht, den Erstbesten vor versam-melter Mannschaft zusammenstauchen. Dann wissen die anderen schon mal, was heute Sache ist. </li></ul>
  5. 5. Besprechungen <ul><li>Möglichst lange sitzen. </li></ul><ul><li>Keine Pausen machen. Zeit ist Geld. </li></ul><ul><li>Im Besprechungsraum genügt ein Gummibaum zur optischen Auflockerung. </li></ul><ul><li>Viel Kaffee trinken. Viel Kekse essen. </li></ul><ul><li>Wer lacht, fliegt raus. Humor hat in der Firma nichts zu suchen. </li></ul>
  6. 6. Gegenüber Mitarbeitern <ul><li>Nur die absolut notwendigsten Informationen geben, alles andere stiftet eher Verwirrung. </li></ul><ul><li>Bloß nicht freundlich sein. Da legen die Mitarbeiter sich nur auf die faule Haut. </li></ul><ul><li>Unter Druck bekommt man die beste Leistung. 150% fordern, um 100% zu bekommen. </li></ul><ul><li>Möglichst viel verbieten. Sonst kommen die Mitarbeiter noch auf verrückte Ideen. </li></ul>
  7. 7. Fehlerbehandlung <ul><li>Jeden Fehler hart bestrafen. Am besten vor versammelter Mannschaft. </li></ul><ul><li>Eigene Fehler möglichst vertuschen oder noch besser: Andern in die Schuhe schieben. </li></ul>
  8. 8. Raumausstattung <ul><li>Kunst gehört ins Museum und nicht an den Arbeitsplatz. Das lenkt nur ab. </li></ul><ul><li>Arbeitsplätze einheitlich einrichten. Das erleichtert die Beschaffung und das Umsetzen von Mitarbeitern. </li></ul>
  9. 9. Auf dem Weg nach Hause <ul><li>Der Straßenverkehr ist das ideale Mittel, um schon mal einen Teil des Alltagsfrustes abzureagieren. </li></ul><ul><li>Jederzeit demonstrieren, mit wem man es hier zu tun hat. </li></ul><ul><li>Schon Darwin wusste: Nur der Stärkere überlebt. </li></ul>
  10. 10. Bei der Ankunft zu Hause <ul><li>Freudige Begrüßung erwarten, schließlich halten wir die ganze Bande am futtern. </li></ul><ul><li>Erst mal vor den Fernseher setzen und schauen, was denn heute so alles Schreckliches passiert ist. Ein Flasche Bier (oder auch zwei) sind gut zum Abspannen. </li></ul><ul><li>Alle Versuche des Partners oder der Kinder einem ihre „Problemchen“ des Tages zu erzählen, direkt im Keim ersticken. Wir haben schließlich hart gearbeitet und erzählen ja auch nichts. </li></ul>
  11. 11. Beim Abendessen <ul><li>Möglichst viel und fett essen. Der Abend ist noch lang. Mit viel Bier geht das gut runter. </li></ul><ul><li>Der ideale Zeitpunkt, um noch schnell die Noten der Kinder abzufragen und vor dem Fernsehen alle Erziehungsprobleme abzuhaken. </li></ul>
  12. 12. Beim Fernsehen <ul><li>Chips, Kräcker, Nüsse sind ideal. Man greift in die große Tonne und braucht dabei den Blick nicht von der Glotze abzuwenden. </li></ul><ul><li>Bloß nichts Anstrengendes. Bildung gehört in die Schule. Wir wollen jetzt nur noch Fun. Das haben wir uns nach dem langen Tag schließlich verdient. </li></ul><ul><li>Kurz vor dem Schlafengehen noch einen Horrorfilm reinziehen. Das putscht noch mal so richtig auf. </li></ul>
  13. 13. Vor dem Schlafengehen <ul><li>Noch mal kurz die Probleme des Tages durchgehen. </li></ul><ul><li>Eine letzte Zigarette zur Entspannung. </li></ul><ul><li>Ein guter Cognac oder kräftiger Whiskey ist jetzt das Richtige zum Einschlafen. </li></ul><ul><li>Noch etwas Essen. Schließlich kommen wir in den nächsten Stunden nicht dazu. Und wenn morgen früh die Zeit knapp ist, haben wir schon mal das Frühstück gespart. </li></ul>
  14. 14. Wenn es denn unbedingt sein muss <ul><li>Noch die schnelle Nummer. Aber bitte nur ganz kurz. Schließlich ist morgen wieder ein harter Tag. </li></ul>
  15. 15. Wenn es uns mal schlecht geht <ul><li>Mit keinem darüber reden. </li></ul><ul><li>Möglichst in ein dunkles Zimmer zurückziehen. </li></ul><ul><li>Jalousien runter. </li></ul><ul><li>Gebeugte Haltung. Kopf möglichst tief. </li></ul><ul><li>Nicht bewegen. </li></ul><ul><li>Flach atmen. </li></ul>

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