Mit Tierkommunikation und TTouch Vertrauen zu einer verstörten Katze aufbauen

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Zufällig hatte ich gerade angefangen das Buch „Der
neue Weg im Umgang mit Tieren“ zu lesen. Hier stellt
die Amerikanerin L...
Nach vier Wochen bekamen wir noch zwei Familienmitglieder: zwei 12 Wochen alte Kätzchen. Zuerst
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Mit Tierkommunikation und TTouch Vertrauen aufbauen

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Mit Tierkommunikation und TTouch Vertrauen aufbauen

  1. 1. Mit Tierkommunikation und TTouch Vertrauen zu einer verstörten Katze aufbauen Emily ist eine Katze aus dem Tierschutz. Sie kam zu uns, weil ihre Vorbesitzer sie dringend loswerden wollten. In ihren ersten Tagen bei uns verweigerte sie jede Nahrungsaufnahme. Auch das bereitgestellte Wasser rührte sie nicht an. Auf jede noch so behutsame Annäherung reagierte sie mit Panik. Sie kletterte hinter Schränken hoch und klemmte sich in die Lücke zwischen Schrank und Wand, wo sie stundenlang verharrte. Emily suchte ständig nach neuen und noch besseren Verstecken und verkroch sich schließlich - für Menschenhand unerreichbar - hinter der Abdeckung unserer Küchenverkleidung. Offensichtlich empfand sie großen Stress und auch wir waren mit der ganzen Situation erst einmal völlig überfordert. Auch mit den tollsten Leckerbissen war es nicht möglich, Emily aus ihrem Versteck hervorzulocken. Es war offensichtlich, dass sie in ihrer Seele tief verletzt war. Was auch immer geschehen war, es hatte dazu geführt, dass diese Katze jedes Vertrauen zu Menschen verloren hatte. Und mit ihrem Verhalten signalisierte sie, dass sie auch von uns das Schlimmste erwartete. Und so hielt sie es für besser uns erst gar keine Chance zu geben, sie wiederum zu verletzen. Ihr Verhalten war eine instinktive Schutzreaktion vor Gefahr und sie sah in uns ihre Feinde und nicht etwa ihre neuen Dosenöffner. Was also tun? – Wir wollten dieser Katze doch helfen und ihr ein Zuhause geben ….. Während wir die Küchenverkleidung abmontierten, kam uns der Gedanke, dass wir es wohl mit einem traumatisierten Tier zu tun hatten. Es gelang uns, Emily ganz vorsichtig unter der Küchenzeile hervorzuziehen. Wir beschlossen, sie erst einmal im Badezimmer unterzubringen, um weiteren Möbelabbauaktionen vorzubeugen. Noch am selben Tag begann ich mich mit Emily zu unterhalten. Ich begrenzte die Gespräche auf wenige Minuten und führte sie sowohl telepathisch als auch laut. Mein Ziel war es herauszufinden, was ich tun könnte, um ihren Stress abzubauen und ihr Wohlbefinden zu steigern. Emily erzählte mir, dass es nie jemanden interessiert hätte, ob es ihr gut gehe. Sie war halt da, aber leider war sie nicht so wie die Menschen sie wollten. Und so wurde sie verjagt, mit Lärm erschreckt und getreten. Sie wechselte die Besitzer, doch niemand wollte sie behalten, weil sie so extrem scheu war und sich nicht streicheln ließ. Das und noch mehr erzählte Emily mir, während sie hinter unserem Badschränkchen kauerte. Nur so konnte sie sich einigermaßen sicher fühlen. Ich sagte Emily, dass es mir sehr leid täte, dass sie so schlecht behandelt worden wäre. Ich erklärte ihr auch, dass wir Menschen manchmal sehr, sehr dumm seien und Dinge tun, von denen wir selbst hinterher nicht wissen, warum wir sie getan haben. Ich erklärte ihr, dass die Menschen, die sich bisher um sie gekümmert hätten, es einfach nicht besser wussten. Ich versicherte Emily auch, dass ich es sehr gut nachvollziehen könne, dass sie nach diesen schlimmen Erfahrungen niemandem mehr über den Weg traue, auch uns nicht. Ich versprach ihr sie zu nichts zu zwingen, außer zur Aufnahme von Flüssigkeit und Nahrung. Und damit fing ich gleich an. Also schob ich ganz langsam unser Badschränkchen beiseite und holte Emily so behutsam wie möglich hervor. Mit einer Plastikspritze flößte ich ihr zuerst Wasser, dann Katzenmilch und schließlich Babykost ein. Immerhin schluckte sie und ließ die Prozedur über sich ergehen ohne sich zu wehren.
  2. 2. Zufällig hatte ich gerade angefangen das Buch „Der neue Weg im Umgang mit Tieren“ zu lesen. Hier stellt die Amerikanerin Linda Tellington-Jones eine Methode vor, die sie entwickelt hat, um das Wohlbefinden, das Vertrauen und die Gesundheit von Tieren zu unterstützen. Emily war das perfekte Tier für mich, um herauszufinden, inwiefern sich die Anwendung dieser Techniken auf das Verhalten einer traumatisierten Katze auswirkt. Ich kombinierte also winzige Einheiten Tierkommunikation mit den behutsamen Berührungen von TTouch. Zuerst arbeitete ich mit zwei Federn und strich Emily damit seitlich über den Körper und an Maul und Schnurrhaaren entlang. Was ich machte war sichtlich ungewohnt für sie, doch sie zuckte nicht zurück, so wie vorher bei meinen Versuchen sie mit der Hand zu streicheln. Bereits einen Tag später ließ sie es zu, dass ich ihre Ohren berührte. Erst verwendete ich dafür wieder die beiden Federn und einen kleinen Kosmetikpinsel. Danach nahm ich ein Ohr sanft zwischen Daumen und Zeigefinger und strich es zur Spitze hin aus. Diese Berührung schien Emily sehr gut zu tun, denn sie entspannte sich, schloss die Augen ….. und legte schließlich ihren Kopf in meine freie Hand! Diesen Moment werde ich nicht vergessen, denn er war der Wendepunkt! Am fünften Tag begann sie etwas Futter von meinem Finger zu lecken. Und am sechsten Tag fraß sie kleine Teilchen Trockenfutter, die ich ihr einzeln hinlegte. – Das Eis war gebrochen und das nach so kurzer Zeit! Von da an bekam Emily täglich ihre Mini-Einheiten Tierkommunikation kombiniert mit TTouch. Nach einer Woche begann sie selbstständig zu Fressen. Nach zwei Wochen konnten wir sie aus dem Bad ins Wohnzimmer „verlegen“. Hier suchte sie sich zwar die höchsten Liegeplätze, versteckte sich aber nicht mehr vor uns. Doch es gab immer noch Situationen, die sie maßlos überforderten. Als eine Katze aus der Nachbarschaft kurz durch unser Wohnzimmer lief, floh Emily in Panik vor ihr und pinkelte dabei sogar vor Schreck auf den Boden. Ab jetzt wussten wir, dass sich Emilys Angst auch auf Artgenossen erstreckte und die hielten wir erst einmal von ihr fern. Emily bekam täglich ihre Kombination aus Tierkommunikation und TTouch. Ab der dritten Woche zeigte sie zunehmend Interesse an ihrer Umgebung und begann die einzelnen Zimmer ihres neuen Zuhauses zu erkunden. Wenn sie eine Weile allein war und ich zur Haustüre hereinkam, verließ sie sogar ihren Schlafplatz und begrüßte mich freudig. Außerdem zuckte sie nicht mehr bei jedem Geräusch zusammen, sondern lief mir im Haus hinterher. Sie war zwar immer noch etwas handscheu, ließ sich aber zwischendurch streicheln, wenn wir uns ihr langsam näherten, während sie in sicherer Höhe lag. Am auffallendsten war für mich jedoch, dass sie anfing, ihre Kommunikations- und TTouch-Einheiten zu genießen. Mehr noch, sie begann auf ihre Art eine Verlängerung einzufordern. Immer wenn ich am Ende einer „Mini-Sitzung“ meine Hand zurückziehen wollte, zog sie diese mit Pfote und Maul wieder zu sich zurück. Kein Zweifel, sie wollte, dass ich weiter machte!
  3. 3. Nach vier Wochen bekamen wir noch zwei Familienmitglieder: zwei 12 Wochen alte Kätzchen. Zuerst verfiel Emily wieder in ihr altes Rückzugs- und Angstmuster. Sobald ihr eines der Katzenkinder zu nah kam, fauchte und knurrte sie es an und floh auf einen der Schränke. In einem unserer täglichen Gespräche versicherte ich ihr, dass sie auf jeden Fall ihre Lieblingsplätze ganz für sich allein behalten dürfe und ihr niemand etwas wegnehmen wolle. Außerdem gab ich ihr die Aufgabe, ab jetzt „die Nanny“ sein zu dürfen, sofern sie dies möchte. Schon nach drei Tagen begann Emily mit den Kleinen zu spielen und sich ständig in ihrer Nähe aufzuhalten. Inzwischen schlummern die drei selig auf dem Kratzbaum, machen ihre Tobe Runden durch unser Wohnzimmer oder fressen Seite an Seite in der Küche. Wer hätte das gedacht? Und so wurde aus unserer extrem verstörten Emily, die vor jedem Kontakt in Panik flüchtete, in nur vier Wochen eine umgängliche, pflegeleichte und äußerst liebevolle Katze, die sich wohlfühlt und von sich aus die Nähe von Mensch und Tier sucht. Ich bin so froh, dass sie trotz ihrer Erfahrungen von Lieblosigkeit wieder Vertrauen gefasst hat. Es ist so wunderschön ihr zuzusehen, wie sie aus eigenem Antrieb auf Menschen und Artgenossen zugeht und ganz entspannt ihr Leben genießt. Noch vor vier Wochen hätten wir das niemals für möglich gehalten. Doch irgendwo gab es insgeheim die Hoffnung, dass Emily gerne anders sein und ihr wahres, sanftmütiges und empfindsames Wesen zeigen wollte.

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