Strategien zum StressmanagementWie können wir uns aus eigener Kraftgegen die Folgen von Stress schützen?          Siegmar ...
Dieses Seminar beschäftigt sich         mit IHRER Gesundheit•   Was ist Stress?•   Wodurch werden wir gestresst?•   Was be...
Stress und HeilberufeUS Magazin „Nature“:„Gestresste Krankenhausärztehaben das Reaktionsvermögenvon Versuchspersonen mit e...
Der Begriff Stress hat schnell seinenEinzug in das allgemeine Bewusstseinunserer Kultur gefunden.Stress ist in aller Munde...
Stress.Sternartikel.Cortisol.HRV-08.07   copyright:dr.s.dettlaff-2012   5
DIE WELT vom 07.06.2012:   „Betriebsrisiko Burn-out“• Die Zahl der Fehltage durch psychische  Erkrankungen hat sich seit 2...
Woher stammt der Begriff „Stress“?• lat. strictus = angezogen, angespannt• engl. = betonen, akzentuieren,  Druck, Belastun...
Definition von Stress• Unter Stress versteht man die Symptome  von Stressoren.• Stressoren können physikalischer,  toxisch...
Stress und Medizin• selbstverständliche körperliche  Reaktion auf Herausforderungen• angemessene Stressoren führen zur  no...
Eustress• Eustress macht das Leben lebenswert• Wir brauchen Eustress zum  Gesunderhalten des Körpers• Wir lernen besser mi...
Disstress• Fehlen der Entspannungsphase  bedeutet Verlust der Rhythmik• entsteht durch lang dauernde  chronische Belastung...
Psychosoziale Stressoren  •   ungelöste Konflikte  •   Probleme mit Mitmenschen  •   Neid und Missgunst  •   ständige Eile...
Psychosoziale Stressoren   •   Reizüberflutung   •   Unzufriedenheit   •   Neid auf den Erfolg der Kollegen   •   übertrie...
Stress und Burnout werden vor dem  Hintergrund der Persönlichkeit und der persönlichen Erfahrung gebildet:Stress entsteht ...
Stressauslöser (Stressoren)• werden individuell bewertet:• werden automatisch beantwortet -  abhängig:1. von der Persönlic...
Stressreaktionen• Es gibt keine unfehlbaren  Stressoren!• Nicht der Stressor entscheidet,  sondern seine individuelle  Bew...
Welcher Persönlichkeitstypsind Sie?          copyright:dr.s.dettlaff-2012   17
Risiko-Persönlichkeiten• Der Perfektionist ist davon überzeugt, das einzig  gültige Lebensprinzip zu vertreten.  Er wendet...
Individuelles Risiko Stress in Kindheit und Jugend  ist eine häufige Ursache für   psychische und physischeProbleme im Erw...
Stresssymptome bei Kindern bis 6 J.  Daumenlutschen  Bettnässen  Angst vor Tieren  Klammern  Nachtangst  Verlust der Darm-...
Stresssymptome bei Kindern bis 11 J.    irritiert sein    Jammern    Klammern    Aggressivität    Geschwisterrivalität    ...
Stresssymptome Jugendliche bis 14 J. – Schlafstörungen – Essstörungen – Rebellion im Elternhaus – mangelndes Interesse an ...
Stresssymptome Jugendliche bis 18 J.    psychosomatische Beschwerden    Störungen des Appetits und des Schlafes    hypocho...
Persönlichkeitseigenschaften:    die sogenannten „Big Five“:Definition des menschlischen Charakters    • Verträglichkeit  ...
Verträglichkeit•   Warmherzigkeit•   Aufrichtigkeit•   Kooperationswille•   Rücksichtnahme•   Wohlwollen•   Mitfühlen•   G...
Gewissenhaftigkeit•   Fleiss•   Zuverlässigkeit•   Disziplin•   Leistungsorientierung•   Sorgfalt•   Pflichtbewusstsein•  ...
Offenheit•   Neugierde•   Aufgeschlossensein für Neues•   Wissbegierde•   Fantasie•   Interesse             copyright:dr.s...
Extraversion• Optimismus• Temperament• Geselligkeit• Humor• Lebhaftigkeit• Gegenteil = Introversion:     zurückhaltend, ve...
Neurotizismus•   Unausgeglichenheit•   Labilität•   Hilflosigkeit•   Schuldanfälligkeit•   Aussenleitung•   überdurchschni...
Neurotizismus ist das Gegenteil vonResilienz (seelische Widerstandskraft)Resiliente Menschen spüren ein Kohärenzgefühl:Sie...
Neurotizismus und BurnoutMenschen mit hohen Neurotizismus-Werten mangelt es an     Realitätssinn und     Selbststeuerung s...
Neurotizismus: Selbsteinschätzung• Misstrauen ist grundsätzlich angebracht• Zufall gibt es nicht oder selten. Meistens ist...
Neurotizismus hat von allen Persönlichkeitsparametern die mit Abstand     grösste gesundheitliche Relevanz –   nicht nur a...
Neurotizismus treibt in die Enge    Das Leistungs-, Erlebnis-und Fähigkeitsspektrum wird nur  unzureichend ausgeschöpft.  ...
Psychosozialer Stress bei Erwachsenen• am Arbeitsplatz   –zunehmende ökonomische Bedeutung    durch Arbeitsausfälle   –Umg...
Arbeitsstressoren•   zu hohe Anforderungen•   mangelnde Berufserfahrung•   fehlende Eignung•   Informationsüberfluss•   un...
Soziale Stressoren•   Angst vor eigenen Fehlern•   Konkurrenzverhalten unter KollegInnen•   Mobbing•   fehlende Unterstütz...
Sind Sie gefährdet? Teil 1a                                                           Obwohl ich mich am Arbeitsplatz ei...
Sind Sie gefährdet? Teil 1b                                                      An meinem Arbeitsplatz kommt esregelmäs...
Sind Sie gefährdet? Fragen 2                                                        Ich spüre in mir eine andauernde inn...
Sie sind gefährdet…falls Sie im Teil 1 mindestensfünfmal zugestimmt habenund(!)im Teil 2 zweimal oder häufiger mitJa geant...
Stress ist ein Thema der   SelbstverantwortungSelbstverantwortung bedeutet dieBereitschaft, Handlungsspielräumeunter dem A...
Der neue Begriff              „Die StressDepression“                                 copyright:dr.s.dettlaff-2012   43Stre...
Stress und Zufriedenheit• Studie in NL:  von 2400 Ärzten fühlten sich 55% gestresst,  81% waren mit ihrem Beruf zufrieden•...
Stress und Burnout      sind sich sehr nah:Was der eine noch als Stressempfindet, ist für den anderen schonBurnout.Die typ...
Stressbelastung bedeutetnicht automatisch Burnout!Burnout ist die Endstufe einer  Dauerstressbelastung auf   durch Unzufri...
Burnout und DepressionBurnout ohne Depression ist selten, Depression ohne Burnout häufig.             copyright:dr.s.dettl...
Depressionen bei Medizinern• Von 342 Medizinern aller Fachrichtungen gaben  mehr als ein Drittel an unter Depressionen zu ...
Depression tritt auf, wenn dieselbst definierte Rolle unterbundenwird, falls keine alternative Rollezur Verfügung steht.Bu...
Symptome der Depression•   Abstumpfung                        •     Schwächegefühl•   Anteilslosigkeit                   •...
Depression senkt den Anreiz,bestimmte Ziele zu erreichenBetroffene beschränken ihre Aktivität:weniger Ziele werden definie...
copyright:dr.s.dettlaff-2012   52
Differentialdiagnose     Stress und BurnoutDie Diagnose Burnout verlangt dasVorliegen aller 3 Hauptkriterien:   emotionale...
Für Burnout anfällige Berufsgruppen•   Altenpfleger                          •     Krankenschwestern•   Arbeitslose       ...
Unser erhöhtes Risiko für        Burnout  Die berufliche Tätigkeit in Heilberufen ist zentral mitpersönlicher Zuwendung zu...
Burnout ist in Heilberufen   erschreckend häufig:• etwa jeder vierte, in manchen  Fachrichtungen jeder zweite  Mediziner i...
Abwehr an allen Fronten!• ist verständlich für Menschen, die  dafür ausgebildet und darauf  eingestellt sind, immer andere...
Burnout und Mediziner:      DIE WELT vom 06.06.2012• Ärzte arbeiten pro Woche im Schnitt fast 60  Stunden und behandeln in...
Wegbereiter des BurnoutDie fatale Kombination:ausgeprägter Stress mit niedrigerZufriedenheit im Berufals Basis für emotion...
Burnout-Prozess: Hinweise•   Schlafstörungen•   kleine Rückzüge•   Motivationsverlust•   chronische Müdigkeit•   Verlust d...
Burnout ist ein Prozessbeginnend mit einem kleinen Fluss, derimmer mehr Flüsse aufnimmt und sich  schliesslich als Strom i...
Kein Burnout ohne   Erschöpfungsreaktion• Emotionale Erschöpfung ist  DAS Kernsymptom• Zufriedenheit ist die beste  Prophy...
Emotio               Emotionale               Erschöpfung  Abnahme derder    AbnahmeLeistungsfähigkeit Leistungsfähigkeit ...
Emotionale Erschöpfung• „Ich habe keine Kraft mehr dafür!“• „Ich fühle mich leer!“• „Ich habe keine Reserven mehr!“• „Es g...
Depersonalisation• Reduziertes Engagement für  Mitmenschen / Patienten• Gefühllosigkeit• Gleichgültigkeit• Zynismus• Sarka...
Leistungsfähigkeit• Anfänglich kurzfristige Zunahme Verschleierung der Diagnose!• Anschliessend allmählicher Abfall wird i...
Willenseinsatz und Willenskraft• Über längere Zeit kann das  Nachlassen der Leistungsfähigkeit  kompensiert werden.• Ist d...
Burnout in 3 Phasen• Phase 1: Aggression und Aktivität• Phase 2: Flucht und Rückzug• Phase 3: Isolation und Passivität    ...
Phase I  Aggression und Aktivität• In der Anfangsphase wird den  wenigsten Betroffenen ihre Situation  bewusst.• Selbst we...
Mediziner reagieren so spät auf dieSymptome von Burnout, weil sie Stress alsBelohnung dafür empfinden, ihren Berufausüben ...
Kompensation im MateriellenOftmals beginnt in dieser Phase auch dervermehrte Missbrauch von Alkohol, Nikotin,Aufputsch- un...
Burnout basiert auf inneren Fallen• hohes Anspruchsniveau der eigenen  Leistungen, Einnahmen, Ziele und auch des  Status• ...
Die Schlinge wird enger und enger• erschöpfende Erlebnisse, die zu dicht  aufeinander folgen und die eine  wirkliche Erhol...
Eigene Gefühle werden nichtmehr korrekt wahrgenommen! Nichts passt mehr, fast alles wird negativ kommentiert. Der Betroffe...
Leitsymptom:ÄrgerLeitreaktion:Aggression oder Kampf        copyright:dr.s.dettlaff-2012   75
Burnout-Phase 2• Planlosigkeit• das Gefühl, immer weniger Zeit zu  haben• Geistesabwesenheit• Mängel in der Arbeits-Ausfüh...
Distanz macht hart• Verlust an Mitmenschlichkeit und  Empathie• Verlust des Vertrauens in sich selbst                copyr...
Gefühle• Angst•   depressive Perioden•   Gefühl wie gefesselt zu sein•   Leeregefühl, das ständig zunimmt•   Schuldgefühle...
Flucht als Zeichen von Angst• Rückzug auf allen Ebenen:  kognitiv, emotional, verhaltensmässig• reduziertes Engagement für...
Verhalten in der Phase 2•   Abnahme der Flexibilität•   abrufbare „Gefühle“ als Show•   Dienst nach Vorschrift•   Einfalt ...
Phase 3: Isolation + Passivität• Anstieg des Leidensdrucks: Rat- und Hilfesuche• Abschwächen des eigenen innerlich  motivi...
Leitsymptom der Phase 3:IsolationLeitreaktion: Lähmung         copyright:dr.s.dettlaff-2012   82
wachsender Leidensdruck• existenzielle Verzweifelung• Gefühl allgemeiner Hilf- und  Hoffnungslosigkeit• hilfloses und unte...
Unbewusste Ursache ist diescheinbare Unfähigkeit,• eine Situation weder verlassen noch  verändern zu können: beruflich > p...
Authentizität?Definition lt. Wikipedia:aus dem gr./lt.: echt, das Original„Angewendet auf Personen bedeutetAuthentizität, ...
Moderierende Faktoren:       Persönlichkeitsmerkmale•   Perfektionismus•   zu geringe kommunikative Fähigkeiten•   Überide...
Moderierende Faktoren:              Gefühle• Dilemma zwischen  Verantwortlichkeit und Hilflosigkeit• Gefühl, die Anerkennu...
Realisierende Faktoren:          Einstellungen• es jedem recht machen zu wollen  oder zu müssen• keine Fehler machen zu wo...
Realisierende Faktoren:             Gefühle• Gefühle unterdrücken• Partnerschaftsprobleme• seelischer Stress              ...
Realisierende Faktoren: Inhalte• Arbeitszeit: Risikosteigerung um jeweils 12-15%  bei wöchentlicher Mehrarbeit von jeweils...
Protrahierende Faktoren• Finanzprobleme• Partnerschaftsprobleme• Willenskraft: solange sie nicht  nachlässt, versucht der ...
Faktoren der Arbeitsumgebung• Fehlen von Fairness: Unkollegialität; Diktat  der Gebühren und der Regelung von Aussen• Mang...
Faktoren der Arbeitsumgebung• Zusammenbruch der Gemeinschaft und des  Vertrauens: sowohl unter Kollegen als auch  zwischen...
Berufsalltag:auslösende und unterstützende Faktoren• Alles selber machen: Arztbriefe, Praxisbanalitäten,  EDV, Steuererklä...
Berufsalltag:auslösende und unterstützende Faktoren• Befriedigung über perverse Leistungen wie 36  Stunden am Stück zu arb...
Berufsalltag:auslösende und unterstützende Faktoren• Berufsinhalte: Fehlende Anerkennung: erfolgreich  behandelte Patiente...
Burnout ist ein pathologischer undkontinuierlicher Abbau von Idealismus, Kraft, Zielstrebigkeit und Empathie in   Verbindu...
Somatische Symptome: Gehirn• Schwindel• Schlafstörungen: Ein- und  Durchschlafstörungen,  Aufwachstörungen• Müdigkeit     ...
Somatische Symptome: Herz-Kreislauf• Labiler Blutdruck: sowohl Hyper- wie  Hpotonie und Folgekrankheiten• Tachykardie• Kar...
Somatische Symptome: Immunsystem• verminderte Immunkompetenz• häufige Erkältungen oder Banalinfekte• Verzerrte Immunreakti...
Somatische Symptome: Nerven•   erhöhtes Schmerz-Erleben•   Spannungskopfschmerz•   Schulter- und Nackenverspannungs-Syndro...
Somatische Symptome: Muskeln•   Kopfschmerzen•   Rückenschmerzen•   Zähneknirschen•   Weichteilrheumatismus•   Bandscheibe...
Somatische Symptome: Sexualität• Impotenz• Libidoverlust• Zyklusstörungen                    copyright:dr.s.dettlaff-2012 ...
Somatische Symptome: Stoffwechsel• Gewichtsabnahme• Adipositas• Veränderte Ess-Gewohnheiten                 copyright:dr.s...
Somatische Symptome: Verdauung•   Colon irritabile•   Obstipation•   Diarrhöe•   Übelkeit•   Appetitlosigkeit•   Flatulenz...
Auswirkungen von Burnout• Individuum• Patienten• Materielles                copyright:dr.s.dettlaff-2012   106
Individuelle Auswirkungen• Selbstliebe• Selbstbehauptung• Selbstverständnis• Selbstverständlichkeit              copyright...
Auswirkungen auf Patienten•   Entmenschlichung•   erhobener Zeigefinger•   Fachsprache inadäquat ausgeweitet•   Distanzier...
Burnout ist teuer• Sinkende Produktivität• Steigende Kosten für Ersatz wie  Vertretungen und Assistenten• Ersatzbefriedigu...
DIE WELT vom 07.06.2012:   „Betriebsrisiko Burn-out“• Die Zahl der Fehltage durch psychische  Erkrankungen hat sich seit 2...
Helfer verbergen hinter einer starkensicheren Maske ihre „narzistische“Unersättlichkeit und ihren„ausgeprägten Machthunger...
Das Helfersyndrom• Ein Mensch mit Helfersyndrom fühlte  sich als Kind in jüngsten Jahren von den  Eltern abgelehnt.• Er fa...
Das Helfersyndrom• Solche Kinder versuchen als Erwachsene ihre  Tätigkeit ganz nach eigener Anerkennung  auszurichten – id...
Das HelfersyndromDie Betroffenen sind oft ihr Leben lang aufdem Weg, um für das, was sie tun, geliebtzu werden – nicht für...
Patient und ArztJedes Mal, wenn ein Arzt einenPatienten sieht, sollte der Patientsich anschliessend besser fühlen.        ...
Beide – Patient und Arzt –könnten sich besser fühlen,wenn auch die berechtigten   Wünsche des Arztes   respektiert würden!...
Typische ärztliche Frustrationen• Aggressive Patienten, sich zu kurz behandelt fühlen• Aggressive Patienten, die zu lange ...
Empathie• Das Essentielle in der Beziehung zu  unseren Patienten• Empathie bedeutet mehr als Hinein-  fühlen, es ist auch ...
Empathie-Verlust• Patienten werden immer mehr als schwierig  empfunden• Das kostet auf Dauer viel Energie                 ...
„Schwierige“ Patienten rauben Energie• Aggressive Patienten                      •     Ja-aber-Sager• Charismatische Patie...
Burnout und     Empathie-Verlust• Kardinalsymptom!• Unsere Empathie-Fähigkeit  sinkt ständig im Laufe des  Burnout-Prozess...
Mediziner und ihr Privatleben  Den Beruf eines Medizinersauszuüben ist eine der wenigen gesellschaftlich anerkanntenMöglic...
Ehe und Familie• 80% der Arztfrauen: ihre Männer  kämen oft ausgelaugt nach Hause• 78% dieser Männer empfinden, sie  kämen...
Ehe und Familie• Gestresste Ärzte können in der Regel  ihren Frust nicht auf ihre Praxis  begrenzen: Kollegen, Mitarbeiter...
Ärzte und ihre Süchte• „Ein Alkoholiker ist jemand, der mehr trinkt als  sein Arzt“• 10-15% der Ärzte sind irgendwann einm...
Alkohol ist das beste      Lösungsmittellöst Führerscheine,löst Ehen und Beziehungenund letztlich den Körper auf!         ...
Heilberuf und Süchte• 48% der männl. Medizinstudenten und 38%  der Studentinnen trinken zu viel Alkohol• 93% der Assistenz...
Sucht, insbesondere Alkoholabhängigkeit undDrogenkonsum, aber auch Nikotinsucht, hatimmer eine individuelle Vorgeschichte ...
Ärztliche ÄngsteÄrzte haben viele Ängste.Darin unterscheiden sie sich nicht von derNormalbevölkerung, nur sie sprechen nic...
Ängste im Heilberuf•   angeklagt zu werden•   blossgestellt zu werden•   einem Patienten zu viel Schmerzen zuzufügen•   ei...
In der Realität nehmen viele ihreeigenen Ängste nicht mehr wahr.Das ist eine Begleiterscheinungvon Burnout im Anfangsstadi...
Bei fortgeschrittenen Burnoutleidet der Betroffene oftmalsunter einer anderen Angst:Die Angst vor der Angst.Dies ist patho...
Ent-TäuschungDer Weg aus dem Burnout beginntmit dem Verzicht auf die Täuschung,den Beruf in angedachter Weiseausüben zu kö...
Ent-Täuschung bedeutet         Erkenntnis• das Lebensmuster „Ich kann alles“  nicht erfüllen zu können• dass es de facto l...
Stressmanagementcopyright:dr.s.dettlaff-2012             135
Strategien zum                     Stressmanagement            • Minimieren der Stressoren            • Kognitives Stressm...
Minimieren der Stressoren                               Tipps für das Teamcopyright:dr.s.dettlaff-2012                    ...
Stresspuffer schaffen!                   • gegenseitig bei der Arbeit                     unterstützen                   •...
Betriebliche Organisation            contra Stressoren                    • Arbeitsintensität verringern!                 ...
Betriebliche Organisation            contra Stressoren           • Zerlegen Sie grössere Aufgaben in             kleinere!...
Betriebliche Organisation            contra Stressoren• Stecken Sie sich keine utopischen Ziele!• Nur die wichtigsten Ding...
Betriebliche Organisation            contra Stressoren      • Handlungsspielräume erweitern      • Entscheidungsmöglichkei...
Betriebliche Organisation            contra Stressoren         • Betriebsinterne Weiterbildung                 –baut Ängst...
Betriebliche Organisation            contra Stressoren            • Mitarbeiter entsprechend Ihrer              Qualifikat...
Es ist sehr schwierig,    andere Menschen in ihrem      Verhalten zu ändern.    Jeder Versuch muss damit       starten, un...
Minimieren der Stressoren                               Tipps für Siecopyright:dr.s.dettlaff-2012                   146
Bringen Sie Struktur in Ihr Leben!           • Schaffen Sie Ordnung am Arbeitsplatz             und im Privatbereich!     ...
Schaffen Sie sich ein stressfreies         Arbeitsumfeld!     • Vermeiden Sie Stressquellen wie laute       und/oder ‚stre...
Zeitmanagement contra Stress     • Sagen Sie falls immer möglich       "Nein" zu Aufgaben, die Sie       überfordern!     ...
Zeitmanagement contra Stress         • Schaffen Sie eine ausgewogene           Balance zwischen Zeit für Arbeit           ...
Zeitmanagement contra Stress•    Zögern Sie nicht den Anfang Ihrer Arbeit hinaus!•    Seien Sie pünktlich!•    Halten Sie ...
Nutzen Sie die positive Psychologie• Werten Sie Niederlagen und Miss-  erfolge als Gelegenheiten zu lernen!• Sprechen Sie ...
Nutzen Sie die positive Psychologie• Denken Sie positiv und umgeben Sie  sich mit positiv denkenden Menschen!• Schaffen Si...
Nutzen Sie die positive Psychologie• Wehren Sie sich gegen zu starken  Leistungsdruck• Meiden Sie Konkurrenz-Denken im  Te...
Stressresistenz durch                    Ausgeglichenheit               Momente der Unruhe im                 Leben müssen...
Der Feierabend als               Quelle der Regenerationcopyright:dr.s.dettlaff-2012             156
Machen Sie am Feierabend     einen dicken Punkt!     • Machen Sie endgültig am Feier-       abend das Ende Ihrer Arbeitsze...
Machen Sie am Feierabend      einen dicken Punkt!              • Grübel Sie nicht über die                begangene Fehler...
Tun Sie etwas beim Nichtstun!    • Einfach auf dem Sofa liegen, den      Fernseher einschalten, sich in die      Zeitung v...
Reservieren Sie Zeit für                     „Freizeit“!                  •     Musik hören                  •     im Gart...
Reduzieren der                           Stressreaktionen• Trainieren Sie die Tiefenatmung:  5 Sekunden einatmen,  4 Sekun...
Entspannen durch Musik• Wählen Sie ein Musikstück, mit dem Sie sich im  Einklang fühlen• Vermeiden Sie Musik, mit der Sie ...
copyright: dentavit-2008   163
Die 9 Stufen der                     Burnout-PräventionVerstehen Sie diese Informationennicht als Belehrung!Sie sollen Ihn...
Stufe 1: ZeitsouveränitätDie Achse der Angst oder des Zeitdrucks • Zeitdruck bei der Arbeit ist der   grösste Risikofaktor...
Zeitdruck• Die meisten Menschen setzen  sich selbst unter Zeitdruck:  DAS Grundübel unserer Tage• Wie gehen Sie mit Ihrer ...
Zeitdruck• «Zeitmanagement» ist falsch:  Zeit können wir als unveränderliche  Grösse nicht beeinflussen• Korrekt: «Zeitumg...
ZeitdruckEs gibt drei wesentliche Chancen, mit Zeit besser umzugehen:• Realitätssinn: Termine realistisch  vergeben!!!• Ze...
Stufe 2: Authentizität• Wissen allein ist gut, aber nützt nicht  viel. Nur das Tun verändert die Welt.• Selbstbestimmt leb...
Eigenbestimmtheit•    Die sprachliche Eigenbestimmtheit:•    aus «man» muss «ich» werden.•    «Ich» übernimmt Verantwortun...
Eigenbestimmtheit• Veränderung von Situationen: Allmacht oder Ohnmacht?• Gefühle der Ohnmacht begleiten  Burnout nicht nur...
Eigenbestimmtheit• Je weiter der Burnout voran-  schreitet, um so stärker wird das  Gefühl der Ohnmacht.1. Burnout-Phase: ...
Eigenbestimmtheit: Einstellungen• Selbstwirksamkeit überprüfen!• Zweifeln! Eine wirkungsvolle     Methode unser Anspruchsn...
Eigenbestimmtheit        • innere Spannung abbauen        • mit der eigenen Sinnlichkeit offen          umgehen lernen    ...
Eigenbestimmtheit:der Umgang mit Körper und Geist              •    Einstellung zu unserem Körper              •    Bewegu...
Wie pflegen wir unseren Körper?   • Körperpflege als Ausdruck von Selbstachtung     und Wertschätzung   • Sich anzunehmen ...
Wie pflegen wir unseren Geist?           •     Kultur geniessen           •     Lesen           •     Diskutieren         ...
Körperliche Bewegung• Regelmässige physische Belastung des  Körpers mit anschliessender Entspannung  ist der Baustein der ...
Der Hund ist wirklich der älteste      Freund des Menschencopyright:dr.s.dettlaff-2012     179
Bewegungsmangel                ist die „Todsünde“ No. 1• Er stabilisiert die Herrschaft des  Sympathikus und blockiert den...
copyright:dr.s.dettlaff-2012   181
Cave: Sport als gesundheitliches Risiko     • „Mens sana in corpore sano“     • Leistungsdruck ist extrem       kontraprod...
Regelmässiger Ausdauersport• Serotonin und Dopamin  (Endorphine)werden in ihrer Produktion  gesteigert• Die Stresshormone ...
Welche Sportarten helfen bei Burnout?• Ausdauersportarten im Freien:  –frische Luft und Tageslicht!  –Inline Skaten, Radfa...
Warum werden Frauen älter       als Männer? • Männer gehen weniger zum Arzt • Männer leiden 3x häufiger unter   mittelschw...
Ernährungsgewohnheiten             Unterschiede zwischen Männern und Frauen                               0%          20% ...
Ernährung               Der Mensch ist, was er isst!copyright:dr.s.dettlaff-2012                  187
Anti-Stress-Ernährung:                „goldene“ Regeln•    Regelmässigkeit!•    Quantität: häufiger kleine Mahlzeiten!•   ...
rcopyright:dr.s.dettlaff-2012       189
Wie funktioniert Steinzeitdiät?                      • Meiden von Getreideprodukte!                      • Reduktion von M...
Grundregeln der ‚paleo diet‘• Keine einseitige Ernährung!• weder zu viel Kohlenhydrat noch zu  viel Protein:• Grundregel: ...
Bei aller Leidenschaft für      „gesunde“ Ernährung bitte nicht        vergessen, die Sinne mit der           Nahrung anzu...
Der Schlaf ist die wichtigste Quelle der                           unserer Regeneration!copyright:dr.s.dettlaff-          ...
Goldene Regeln für den Schlaf• Halten Sie Ihre individuelle Schlafzeit     Nicht jeder braucht 8 Stunden Schlaf, für     v...
Goldene Regeln für den Schlaf• Halten Sie regelmässige Schlafzeiten ein!  Auch am Wochenende und in den Ferien sollten  Si...
Goldene Regeln für den Schlaf   • Achten Sie auf Ihre Ernährung, um besser     schlafen zu können!       Nehmen Sie am Abe...
Sucht ist die Extremvariante von       Fremdbestimmung• Das Suchtpotential kann genetisch  determiniert sein• Sucht ist es...
Sucht ist (scheinbar) nicht gleich Sucht•        Gesellschaftlich geächtete Süchte:       – Drogen       – Nikotin       –...
Serotoninmangel                wirkt sich auf den           gesamten Organismus aus.             Er ist bei einer Vielzahl...
Wirkungsprofil von Serotonin im ZNS     •     Appetitkontrolle     •     Schlafregulation     •     Motivation / Antrieb  ...
Serotonin-Defizit-Syndroms: Klinik                               Endogene Depressionen                               Angst...
Serotonin-Defizit-Syndroms: Klinik                                        Schlaflosigkeit              Schlafstörungen    ...
Verdachtsdiagnose Serotoninmangel• Depressivität (auch Winterdepression)• Ängstlichkeit: Platzangst,  Menschenansammlungen...
Stufe 3:            Zufriedenheitskonstanz      • Stress führt nicht direkt zu        Burnout      • Unzufriedenheit ist d...
Alltägliche Unzufriedenheit• etwas / vieles ist nicht so, wie ich  es mir wünsche• nichts geschieht, wie ich es gerne  hät...
Die Achse der Unzufriedenheit       durchbrechen!• Zufriedenheit hat ihren Preis!• Wahlmöglichkeiten erkennen  und nutzen!...
Zufriedenheitskonstanz• die eigenen Bedürfnisse und  Wünsche bewusst machen!• Schritt für Schritt daran gehen, sie  zu rea...
Stufe 4: Stresstoleranz   Stress können wir häufig nicht  ändern, aber unsere Einstellung zum Stress und unseren Umgang   ...
Stresstoleranz• In sich ruhende Menschen, die die  richtige innere Balance gefunden  haben, sind gegen Stress relativ  ges...
Stresstoleranz• Stress gibt es nur, wenn Sie «Ja» sagen  und «Nein» meinen:     Reinhard Sprenger, 2000• Stress wird verur...
Stressresistenz durch Erdung       In Stress-Situationen können       wir man durch Atemübungen       unsere Erdung wieder...
Stressresistenz durch                       Meditation        Spiritualität, Meditation und             innere Achtsamkeit...
Die Kunst des Entspannens •    Progressive Muskelentspannung nach Jacobsen •    Autogenes Training •    Biofeedback •    H...
Stressresistenz durch den           Sinn unserer Arbeit• Arbeit muss mehr bieten als  nur Lohn• Arbeit muss uns mit der We...
Stressresistenz durch Freude       • Humor ist eine wichtige Waffe         gegen Bunout!       • Versuchen Sie wenigstens ...
Stressresistenz durch                    Freude und Glück   • Glück ist nicht planbar   • der Feind des Glücks ist die    ...
Stressresistenz                                 durch Liebe• Liebe ist ein zutiefst  menschliches Phänomen• Zwischenmensch...
Stressresistenz                    durch « Selbst-Liebe »• In der Liebe gilt auch und besonders  das alte Bibel-Wort:  «Nu...
Stresstoleranz durch Genuss• Genuss gehört existentiell zum Leben• Genuss ist Teil des Arbeitens und des  Lebens• Sie habe...
Stufe 5: Dyadenkompetenz:      Beziehungen zulassen und beleben• Dem Anderen zuhören und ihn  verstehen• Sich reflektieren...
Stufe 6: Situationstoleranz• Burnout bedeutet, eine Situation als  unerträglich zu empfinden und  zugleich zu meinen, sie ...
Situationstoleranz• Weg der Zustimmung:  - allem, was wir nicht ändern      können, sollten wir zustimmen• Weg des Verlass...
Situationstoleranz     Weg der schädlichen Anpassung:•           diesen Weg gehen wir alle am            häufigsten:    «B...
Stufe 7: Rollensicherheit• Wir alle spielen Rollen in unserem  Leben: die Helfer-, Opfer-, Retter-  Rolle oder die Rolle d...
Rollensicherheit• Rollen müssen geändert,  aufgegeben, oder adaptiert  werden, um Burnout zu  vermeiden.• Wir müssen Rolle...
Stufe 8: Zielerkenntnis• Ziele geben unserem Verhalten  eine Richtung• Wer an ein Ziel gebunden  bleibt, das er niemals er...
Ziel-Erkenntnis• Es kann sein, ein Ziel erreicht zu  haben und gleichwohl keine  Genugtuung zu verspüren.• Sind unsere Zie...
Ziel-Erkenntnis• Ziele führen zum Erfolg• Erfolg heisst, Ziele zu erreichen• Widerstehen Sie der Versuchung des  Machbarke...
Stufe 9: Sinn-Annäherung        Der individuelle Lebenssinn sollte•   einem Ziel dienen,•   einen Zweck erfüllen•   einen ...
copyright:dr.s.dettlaff-2012   230
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Dr. Siegmar Dettlaff - Strategien zum Stressmanagement?

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Strategien zum Stressmanagement?Wie können wir uns aus eigener Kraft gegen die Folgen von Stress schützen?

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Dr. Siegmar Dettlaff - Strategien zum Stressmanagement?

  1. 1. Strategien zum StressmanagementWie können wir uns aus eigener Kraftgegen die Folgen von Stress schützen? Siegmar Dettlaff Dr. med. dent. siegmar.dettlaff@greenmail.ch copyright:dr.s.dettlaff-2012 1
  2. 2. Dieses Seminar beschäftigt sich mit IHRER Gesundheit• Was ist Stress?• Wodurch werden wir gestresst?• Was bewirkt Stress?• Individueller Stress-Test• Den Stress besiegen –Minimieren der Stressoren –Kognitives Stressmanagement –Stress-Therapie copyright:dr.s.dettlaff-2012 2
  3. 3. Stress und HeilberufeUS Magazin „Nature“:„Gestresste Krankenhausärztehaben das Reaktionsvermögenvon Versuchspersonen mit einemPromille Alkohol im Blut“ copyright:dr.s.dettlaff-2012 3
  4. 4. Der Begriff Stress hat schnell seinenEinzug in das allgemeine Bewusstseinunserer Kultur gefunden.Stress ist in aller Munde!Der Begriff Stress ist ein Schlagwort,das heute mit am häufigsten von unsallen benutzt wird. copyright:dr.s.dettlaff-2012 4
  5. 5. Stress.Sternartikel.Cortisol.HRV-08.07 copyright:dr.s.dettlaff-2012 5
  6. 6. DIE WELT vom 07.06.2012: „Betriebsrisiko Burn-out“• Die Zahl der Fehltage durch psychische Erkrankungen hat sich seit 2000 fast verdoppelt• Aktuell 12,5 Prozent aller betrieblichen Fehltage• Ursache: wachsender Druck am Arbeitsplatz• Krankschreibungen aufgrund des neues Volksleidens Burn-out explodieren regelrecht:• seit 2004 Steigerung um 1400 Prozent copyright:dr.s.dettlaff-2012 6
  7. 7. Woher stammt der Begriff „Stress“?• lat. strictus = angezogen, angespannt• engl. = betonen, akzentuieren, Druck, Belastung, Anstrengung• Prof. Dr. Hans Selye 1907-1982 ungarisch-kanadischer Mediziner „Vater“ der Stressforschung 1936 Lehre vom Stress und vom allgemeinen Adaptations-Syndrom (Selye-Syndrom) copyright:dr.s.dettlaff-2012 7
  8. 8. Definition von Stress• Unter Stress versteht man die Symptome von Stressoren.• Stressoren können physikalischer, toxischer und emotional-psychischer Natur sein• Stress ist das Anpassen des Körpers an diese Stressoren bzw. die Reaktion auf sie. copyright:dr.s.dettlaff-2012 8
  9. 9. Stress und Medizin• selbstverständliche körperliche Reaktion auf Herausforderungen• angemessene Stressoren führen zur normalen körperlichen und seelischen Entwicklung: Eustress• Stress kann krank machen, wenn er den Körper in ständiger Alarmbereitschaft hält: Disstress copyright:dr.s.dettlaff-2012 9
  10. 10. Eustress• Eustress macht das Leben lebenswert• Wir brauchen Eustress zum Gesunderhalten des Körpers• Wir lernen besser mit Stress• Leben soll rhythmischer Wandel sein: Spannung und Entspannung! copyright:dr.s.dettlaff-2012 10
  11. 11. Disstress• Fehlen der Entspannungsphase bedeutet Verlust der Rhythmik• entsteht durch lang dauernde chronische Belastung• hält den Körper in permanentem Alarmzustand: Sympathikotonie• am häufigsten: Psycho-Dauerstress copyright:dr.s.dettlaff-2012 11
  12. 12. Psychosoziale Stressoren • ungelöste Konflikte • Probleme mit Mitmenschen • Neid und Missgunst • ständige Eile • Mobbing • Arbeiten wachsen über den Kopf • Angst zu versagen • Druck durch Zeitpläne copyright:dr.s.dettlaff-2012 12
  13. 13. Psychosoziale Stressoren • Reizüberflutung • Unzufriedenheit • Neid auf den Erfolg der Kollegen • übertriebener Ehrgeiz • Angst um den Arbeitsplatz • beruflicher Konkurrenzkampf • grosse Verantwortung • soziale Isolation • Verachtung und Vernachlässigung copyright:dr.s.dettlaff-2012 13
  14. 14. Stress und Burnout werden vor dem Hintergrund der Persönlichkeit und der persönlichen Erfahrung gebildet:Stress entsteht dadurch, den Dingeneine individuelle Bedeutung zu geben.Stress ist also eine Frage der Deutung. copyright:dr.s.dettlaff-2012 14
  15. 15. Stressauslöser (Stressoren)• werden individuell bewertet:• werden automatisch beantwortet - abhängig:1. von der Persönlichkeitsstruktur2. vom Gesundheitszustand3. von Erziehung und Bewusstsein copyright:dr.s.dettlaff-2012 15
  16. 16. Stressreaktionen• Es gibt keine unfehlbaren Stressoren!• Nicht der Stressor entscheidet, sondern seine individuelle Bewertung: Die Interaktion mit ihm entscheidet, ob es zur Stressreaktion kommt! copyright:dr.s.dettlaff-2012 16
  17. 17. Welcher Persönlichkeitstypsind Sie? copyright:dr.s.dettlaff-2012 17
  18. 18. Risiko-Persönlichkeiten• Der Perfektionist ist davon überzeugt, das einzig gültige Lebensprinzip zu vertreten. Er wendet stets sein starres Muster an.• Der Helfer macht sich unersetzlich und bringt Andere in eine Abhängigkeit.• Der Nicht-Nein-Sagen-Könner Nein sagen zu können ist ein Zeichen von Stärke. Es braucht Übung• Der Idealist setzt sich sehr ferne Ziele: Träume und Visionen bestimmen sein Leben copyright:dr.s.dettlaff-2012 18
  19. 19. Individuelles Risiko Stress in Kindheit und Jugend ist eine häufige Ursache für psychische und physischeProbleme im Erwachsenenalter copyright:dr.s.dettlaff-2012 19
  20. 20. Stresssymptome bei Kindern bis 6 J. Daumenlutschen Bettnässen Angst vor Tieren Klammern Nachtangst Verlust der Darm- und/oder Blasenkontrolle Verstopfung Stottern/Stammeln Appetitlosigkeit oder Heisshunger copyright:dr.s.dettlaff-2012 20
  21. 21. Stresssymptome bei Kindern bis 11 J. irritiert sein Jammern Klammern Aggressivität Geschwisterrivalität Albträume Schulangst sozialer Rückzug von Gleichaltrigen Interesselosigkeit Konzentrationsmangel copyright:dr.s.dettlaff-2012 21
  22. 22. Stresssymptome Jugendliche bis 14 J. – Schlafstörungen – Essstörungen – Rebellion im Elternhaus – mangelndes Interesse an Aktivitäten Gleichaltriger – Schulprobleme (z.B. Schlägern, Rückzug, Interesselosigkeit, Mittelpunktstreben) – somatische Probleme: z.B. Kopfweh, undefinierbare Schmerzen, Hautprobleme, Verdauungsprobleme – psychosomatische Beschwerden copyright:dr.s.dettlaff-2012 22
  23. 23. Stresssymptome Jugendliche bis 18 J. psychosomatische Beschwerden Störungen des Appetits und des Schlafes hypochondrische Reaktionen Durchfall, Verstopfung Störungen der Menstruation Desinteresse am anderen Geschlecht Abnahme von Durchsetzungskämpfen mit den Eltern Konzentrationsmangel copyright:dr.s.dettlaff-2012 23
  24. 24. Persönlichkeitseigenschaften: die sogenannten „Big Five“:Definition des menschlischen Charakters • Verträglichkeit • Gewissenhaftigkeit • Offenheit • Extraversion • Neurotizismus copyright:dr.s.dettlaff-2012 24
  25. 25. Verträglichkeit• Warmherzigkeit• Aufrichtigkeit• Kooperationswille• Rücksichtnahme• Wohlwollen• Mitfühlen• Gutmütigkeit• Hilfsbereitschaft copyright:dr.s.dettlaff-2012 25
  26. 26. Gewissenhaftigkeit• Fleiss• Zuverlässigkeit• Disziplin• Leistungsorientierung• Sorgfalt• Pflichtbewusstsein• Pünktlichkeit• Ordentlichkeit copyright:dr.s.dettlaff-2012 26
  27. 27. Offenheit• Neugierde• Aufgeschlossensein für Neues• Wissbegierde• Fantasie• Interesse copyright:dr.s.dettlaff-2012 27
  28. 28. Extraversion• Optimismus• Temperament• Geselligkeit• Humor• Lebhaftigkeit• Gegenteil = Introversion: zurückhaltend, verschlossen, schweigsam• Psychoprotektion? copyright:dr.s.dettlaff-2012 28
  29. 29. Neurotizismus• Unausgeglichenheit• Labilität• Hilflosigkeit• Schuldanfälligkeit• Aussenleitung• überdurchschnittl. Bedürfnis nach Erfolg• wenig stabiles Selbstwertgefühl copyright:dr.s.dettlaff-2012 29
  30. 30. Neurotizismus ist das Gegenteil vonResilienz (seelische Widerstandskraft)Resiliente Menschen spüren ein Kohärenzgefühl:Sie haben ein grundsätzliches Vertrauen in den Sinnihres Lebens, sie können sich annehmen undglauben, ihr Leben managen zu können.Sie sagen sich: „Irgendwie geht es weiter und ichschaffe das“.Sie haben eine hohe Selbstwirksamskeits-Erwartung. copyright:dr.s.dettlaff-2012 30
  31. 31. Neurotizismus und BurnoutMenschen mit hohen Neurotizismus-Werten mangelt es an Realitätssinn und Selbststeuerung sowie an sozialen Fähigkeiten.Neurotizismus scheint die wesentlichePrädisposition für Burnout zu sein. copyright:dr.s.dettlaff-2012 31
  32. 32. Neurotizismus: Selbsteinschätzung• Misstrauen ist grundsätzlich angebracht• Zufall gibt es nicht oder selten. Meistens ist es Schicksal, etwas, was nicht in unserer Macht steht• Es ist hart, aber ich glaube, das Schicksal ist ungerecht• Ich bin oft besorgt• Ich neige zum Grübeln• Manchmal habe ich Probleme mich zu konzentrieren• Meine Angst, von anderen abgelehnt zu werden, ist gross• Nein zu sagen fällt mir schwer• Ich bin eher gehemmt• In meinem Leben habe ich stets Sorge verlassen zu werden copyright:dr.s.dettlaff-2012 32
  33. 33. Neurotizismus hat von allen Persönlichkeitsparametern die mit Abstand grösste gesundheitliche Relevanz – nicht nur als Prädisposition für Burnout• Neurotizisten spüren immer wieder einen Mangel an Bedürfnisbefriedigung.• Diese Menschen haben Angst vor dem „Nein“ und meiden aufgrund ihrer Selbstunsicherheit Hürden, die andere problemlos meistern.• Das Leben wird um die eigenen Schwächen arrangiert. Einschnitte und Veränderungen werden gemieden. copyright:dr.s.dettlaff-2012 33
  34. 34. Neurotizismus treibt in die Enge Das Leistungs-, Erlebnis-und Fähigkeitsspektrum wird nur unzureichend ausgeschöpft. copyright:dr.s.dettlaff-2012 34
  35. 35. Psychosozialer Stress bei Erwachsenen• am Arbeitsplatz –zunehmende ökonomische Bedeutung durch Arbeitsausfälle –Umgebungsstressoren –Arbeitsstressoren –soziale Stressoren copyright:dr.s.dettlaff-2012 35
  36. 36. Arbeitsstressoren• zu hohe Anforderungen• mangelnde Berufserfahrung• fehlende Eignung• Informationsüberfluss• unklare Aufgabenstellung• fehlende Entspannung• Informationsüberfluss• Zeit- und Termindruck• zu hohes Arbeitstempo• fehlende Erholung• Doppelbelastung durch Beruf und Familie copyright:dr.s.dettlaff-2012 36
  37. 37. Soziale Stressoren• Angst vor eigenen Fehlern• Konkurrenzverhalten unter KollegInnen• Mobbing• fehlende Unterstützung• fehlende Anerkennung• Belastung mit geringer Belohnung• Konflikte mit dem Chef / der Chefin• Angst vor Verlust des Arbeitsplatzes copyright:dr.s.dettlaff-2012 37
  38. 38. Sind Sie gefährdet? Teil 1a  Obwohl ich mich am Arbeitsplatz einsetze, habeich häufig innere Zweifel, ob das was ich machesinnvoll ist.  Mein Gefühl ist, dass ich auf meinem Arbeitsplatzwenig oder gar nicht als Person wahrgenommenwerde.  An meinem Arbeitsplatz herrscht fortwährenderund hoher Leistungsdruck.  Der Spielraum, meine Arbeit nach eigenenVorstellungen zu gestalten, ist gering.  Häufig erlebe ich, dass meine Kollegen/Mitarbeiter/Vorgesetzte mich nicht unterstützen. copyright:dr.s.dettlaff-2012 38
  39. 39. Sind Sie gefährdet? Teil 1b  An meinem Arbeitsplatz kommt esregelmässig zu belastendenAuseinandersetzungen.  Im Privatleben brauche ich manchmaldeutlich mehr Anerkennung und/oderUnterstützung.  Auch im Privatleben kreisen meineGedanken sehr häufig um meineberufliche Tätigkeit.  Kaum jemand unter meinen Mitarbeitern/Vorgesetzten/Untergebenen sieht undbeachtet, was ich bei der Arbeit leiste.  Auf zwischenmenschliche Beziehungenwird an meinem Arbeitsplatz wenig Wertgelegt. copyright:dr.s.dettlaff-2012 39
  40. 40. Sind Sie gefährdet? Fragen 2  Ich spüre in mir eine andauernde innereSpannung oder Unruhe, die mich auchausserhalb der Arbeit nicht loslässt.  Manchmal befallen mich schwerbeherrschbare Angst- oder Panikgefühle,die überwiegend am Arbeitsplatz auftreten.  Ich fühle mich chronisch erschöpft, ohnedass der Schlaf zu einer Besserung führt.  Ich habe immer wieder körperliche Be-schwerden, für die sich keine eindeutigenmedizinischen Ursachen finden lassen.  Ich leide an Schlafstörungen odermorgendlichem Früherwachen. copyright:dr.s.dettlaff-2012 40
  41. 41. Sie sind gefährdet…falls Sie im Teil 1 mindestensfünfmal zugestimmt habenund(!)im Teil 2 zweimal oder häufiger mitJa geantwortet haben! copyright:dr.s.dettlaff-2012 41
  42. 42. Stress ist ein Thema der SelbstverantwortungSelbstverantwortung bedeutet dieBereitschaft, Handlungsspielräumeunter dem Aspekt von Chancen undRisiken eigenverantwortlich undeigenaktiv zu nutzen. copyright:dr.s.dettlaff-2012 42
  43. 43. Der neue Begriff „Die StressDepression“ copyright:dr.s.dettlaff-2012 43Stress Depression.Buch 2006
  44. 44. Stress und Zufriedenheit• Studie in NL: von 2400 Ärzten fühlten sich 55% gestresst, 81% waren mit ihrem Beruf zufrieden• Stress schliesst Zufriedenheit nicht aus• Zufriedenheit mit und im Beruf wirkt protektiv vor den negativen Folgen von Stress! copyright:dr.s.dettlaff-2012 44
  45. 45. Stress und Burnout sind sich sehr nah:Was der eine noch als Stressempfindet, ist für den anderen schonBurnout.Die typische Burnout-Konstellationist hohe Stressbelastung beiniedrigem Eigeneinfluss. copyright:dr.s.dettlaff-2012 45
  46. 46. Stressbelastung bedeutetnicht automatisch Burnout!Burnout ist die Endstufe einer Dauerstressbelastung auf durch Unzufriedenheit erweitertem Level. copyright:dr.s.dettlaff-2012 46
  47. 47. Burnout und DepressionBurnout ohne Depression ist selten, Depression ohne Burnout häufig. copyright:dr.s.dettlaff-2012 47
  48. 48. Depressionen bei Medizinern• Von 342 Medizinern aller Fachrichtungen gaben mehr als ein Drittel an unter Depressionen zu leiden• 44% kannten aus eigener Erfahrung das Gefühl von Erschöpfung• 41% sahen keine Chance auf Besserung• 35% der Psychiater haben Depressionen• Allgemeinärzte sind häufiger depressiv und haben häufiger suizidale Gedanken als Manager copyright:dr.s.dettlaff-2012 48
  49. 49. Depression tritt auf, wenn dieselbst definierte Rolle unterbundenwird, falls keine alternative Rollezur Verfügung steht.Burnout tritt auf, wenn die Ausübungeiner aktiven selbst definierten Rolleunterbunden oder bedroht wird, ohneeine Alternative zur Hand zu haben. copyright:dr.s.dettlaff-2012 49
  50. 50. Symptome der Depression• Abstumpfung • Schwächegefühl• Anteilslosigkeit • Selbstmitleid• Fatalismus • Sinnlosigkeitsgefühl• Fehlender Humor • Suizidneigung• Gedankliche Abwesenheit • Undifferenzierte Angst• Gefühl der Ohnmacht • Verbitterung• Hilflosigkeit • Verringerte Belastbarkeit• Innere Leere • Wechselnde Stimmung• Pessimismus • Weinerlichkeit• Reduzierte Selbstachtung copyright:dr.s.dettlaff-2012 50
  51. 51. Depression senkt den Anreiz,bestimmte Ziele zu erreichenBetroffene beschränken ihre Aktivität:weniger Ziele werden definiert:weniger Belohnungen werden erlangt:das verstärkt die Depression und allesbeginnt von vorne:ein typischer „circulus vitiosus“! copyright:dr.s.dettlaff-2012 51
  52. 52. copyright:dr.s.dettlaff-2012 52
  53. 53. Differentialdiagnose Stress und BurnoutDie Diagnose Burnout verlangt dasVorliegen aller 3 Hauptkriterien: emotionale Erschöpfung Depersonalisation Leistungsabnahme copyright:dr.s.dettlaff-2012 53
  54. 54. Für Burnout anfällige Berufsgruppen• Altenpfleger • Krankenschwestern• Arbeitslose • Krankenpfleger• Architekten • Manager• Ärzte • Personal von Beratungsstellen• Bankangestellte mit • Pfarrer Kundenkontakt • Polizisten• EDV-Spezialisten • Psychologen• Erzieher • Psychotherapeuten• Fluglotsen • Rechtsanwälte• Gefängnispersonal • Richter• Hebammen • Sozialarbeiter• Journalisten • Stewardessen• Jugendfürsorger Spitzenreiter unterstrichen copyright:dr.s.dettlaff-2012 54
  55. 55. Unser erhöhtes Risiko für Burnout Die berufliche Tätigkeit in Heilberufen ist zentral mitpersönlicher Zuwendung zum Menschen verbunden. copyright:dr.s.dettlaff-2012 55
  56. 56. Burnout ist in Heilberufen erschreckend häufig:• etwa jeder vierte, in manchen Fachrichtungen jeder zweite Mediziner ist betroffen,• Burnout trifft das Mark des Einzelnen• Die Ignoranz ist grösser als in anderen Berufsgruppen! copyright:dr.s.dettlaff-2012 56
  57. 57. Abwehr an allen Fronten!• ist verständlich für Menschen, die dafür ausgebildet und darauf eingestellt sind, immer anderen helfen zu sollen.• Themen wie Burnout, Süchte, Krankheiten und Suizid sind in Heilberufen tabuisiert! copyright:dr.s.dettlaff-2012 57
  58. 58. Burnout und Mediziner: DIE WELT vom 06.06.2012• Ärzte arbeiten pro Woche im Schnitt fast 60 Stunden und behandeln in dieser Zeit mehr als 250 Patienten...• Viele Ärzte empfinden ihre Tätigkeit als belastend!• Jeder zweite sagt, er fühle sich am Ende des Tages völlig erledigt!• Fast jeder dritte Arzt fühlt sich durch seine Arbeit ausgebrannt! copyright:dr.s.dettlaff-2012 58
  59. 59. Wegbereiter des BurnoutDie fatale Kombination:ausgeprägter Stress mit niedrigerZufriedenheit im Berufals Basis für emotionale Erschöpfung. copyright:dr.s.dettlaff-2012 59
  60. 60. Burnout-Prozess: Hinweise• Schlafstörungen• kleine Rückzüge• Motivationsverlust• chronische Müdigkeit• Verlust der Regeneration• Einschränkung der Lebensqualität copyright:dr.s.dettlaff-2012 60
  61. 61. Burnout ist ein Prozessbeginnend mit einem kleinen Fluss, derimmer mehr Flüsse aufnimmt und sich schliesslich als Strom in das Meer der Hoffnungslosigkeit ergiesst. zu Beginn schleichend, leise, nahezu unbemerkt... der Verlauf entsprechend langwierig ähnlich wie chronische Erkrankungen copyright:dr.s.dettlaff-2012 61
  62. 62. Kein Burnout ohne Erschöpfungsreaktion• Emotionale Erschöpfung ist DAS Kernsymptom• Zufriedenheit ist die beste Prophylaxe copyright:dr.s.dettlaff-2012 62
  63. 63. Emotio Emotionale Erschöpfung Abnahme derder AbnahmeLeistungsfähigkeit Leistungsfähigkeit e Depersonalisation copyright:dr.s.dettlaff-2012 63
  64. 64. Emotionale Erschöpfung• „Ich habe keine Kraft mehr dafür!“• „Ich fühle mich leer!“• „Ich habe keine Reserven mehr!“• „Es gibt zu viele Fragen und ich habe keine Antworten!“• „Warum mache ich das überhaupt?“• „Wenn ich 50, 55… bin, höre ich mit der Praxis auf.“ copyright:dr.s.dettlaff-2012 64
  65. 65. Depersonalisation• Reduziertes Engagement für Mitmenschen / Patienten• Gefühllosigkeit• Gleichgültigkeit• Zynismus• Sarkasmus copyright:dr.s.dettlaff-2012 65
  66. 66. Leistungsfähigkeit• Anfänglich kurzfristige Zunahme Verschleierung der Diagnose!• Anschliessend allmählicher Abfall wird in der Regel von den Betroffenen nicht sofort bewusst wahrgenommen copyright:dr.s.dettlaff-2012 66
  67. 67. Willenseinsatz und Willenskraft• Über längere Zeit kann das Nachlassen der Leistungsfähigkeit kompensiert werden.• Ist die Resource „Wille“ erschöpft, bricht das individuelle System zusammen und die Leistungsfähigkeit nimmt im Gefolge rasch ab. copyright:dr.s.dettlaff-2012 67
  68. 68. Burnout in 3 Phasen• Phase 1: Aggression und Aktivität• Phase 2: Flucht und Rückzug• Phase 3: Isolation und Passivität copyright:dr.s.dettlaff-2012 68
  69. 69. Phase I Aggression und Aktivität• In der Anfangsphase wird den wenigsten Betroffenen ihre Situation bewusst.• Selbst wer die Anfänge wahrnimmt, vermag sich nicht vorzustellen, was sich daraus entwickeln kann. copyright:dr.s.dettlaff-2012 69
  70. 70. Mediziner reagieren so spät auf dieSymptome von Burnout, weil sie Stress alsBelohnung dafür empfinden, ihren Berufausüben zu dürfen.Mit Hyperaktivität am Beginn der erstenPhase von Burnout verschaffen wir unsdas Gefühl von Unentbehrlichkeit beigleichzeitigem Verleugnen unserer ur-eigenen Bedürfnisse! copyright:dr.s.dettlaff-2012 70
  71. 71. Kompensation im MateriellenOftmals beginnt in dieser Phase auch dervermehrte Missbrauch von Alkohol, Nikotin,Aufputsch- und Beruhigungsmitteln.Das sind erste und vergebliche„Hilfsmassnahmen“ genau so wie dieKompensation über Einkommenszuwachsoder darüber, sich etwas zu gönnen:Frustkauf, Autos, Reisen, Geliebte… copyright:dr.s.dettlaff-2012 71
  72. 72. Burnout basiert auf inneren Fallen• hohes Anspruchsniveau der eigenen Leistungen, Einnahmen, Ziele und auch des Status• Selbstüberforderung!• oft finanzielle Überforderung: zu teure Anschaffungen für die Praxis, Immobilien, zu teure und zu viele Autos… copyright:dr.s.dettlaff-2012 72
  73. 73. Die Schlinge wird enger und enger• erschöpfende Erlebnisse, die zu dicht aufeinander folgen und die eine wirkliche Erholung nicht mehr ermöglichen• ein zu schmaler Entscheidungs- und Handlungskorridor typisch für die Situation von Angehörigen der Heilberufe in D copyright:dr.s.dettlaff-2012 73
  74. 74. Eigene Gefühle werden nichtmehr korrekt wahrgenommen! Nichts passt mehr, fast alles wird negativ kommentiert. Der Betroffene geht in den Kampf – offenkundig mit der Umgebung… in Wirklichkeit aber mit sich selbst! copyright:dr.s.dettlaff-2012 74
  75. 75. Leitsymptom:ÄrgerLeitreaktion:Aggression oder Kampf copyright:dr.s.dettlaff-2012 75
  76. 76. Burnout-Phase 2• Planlosigkeit• das Gefühl, immer weniger Zeit zu haben• Geistesabwesenheit• Mängel in der Arbeits-Ausführung• Essverhalten verschlechtert sich• Bewegung: übertrieben oder minimiert copyright:dr.s.dettlaff-2012 76
  77. 77. Distanz macht hart• Verlust an Mitmenschlichkeit und Empathie• Verlust des Vertrauens in sich selbst copyright:dr.s.dettlaff-2012 77
  78. 78. Gefühle• Angst• depressive Perioden• Gefühl wie gefesselt zu sein• Leeregefühl, das ständig zunimmt• Schuldgefühle• Versagensgefühle copyright:dr.s.dettlaff-2012 78
  79. 79. Flucht als Zeichen von Angst• Rückzug auf allen Ebenen: kognitiv, emotional, verhaltensmässig• reduziertes Engagement für Praxis und Patienten• direkt erkennbar: Launen• indirekt: nach aussen freundlich, aber nicht mehr so häufig präsent copyright:dr.s.dettlaff-2012 79
  80. 80. Verhalten in der Phase 2• Abnahme der Flexibilität• abrufbare „Gefühle“ als Show• Dienst nach Vorschrift• Einfalt statt Vielfalt• Verarmen privater Interessen• eingeschränkte Körpersprache copyright:dr.s.dettlaff-2012 80
  81. 81. Phase 3: Isolation + Passivität• Anstieg des Leidensdrucks: Rat- und Hilfesuche• Abschwächen des eigenen innerlich motivierten Handels• Sucht ist das Thema dieser Phase: Alkohol!• Depressive werden depressiver• kompletter Verlust der inneren Befriedigung• Sex ist kein Thema mehr, zumindest kein befriedigendes copyright:dr.s.dettlaff-2012 81
  82. 82. Leitsymptom der Phase 3:IsolationLeitreaktion: Lähmung copyright:dr.s.dettlaff-2012 82
  83. 83. wachsender Leidensdruck• existenzielle Verzweifelung• Gefühl allgemeiner Hilf- und Hoffnungslosigkeit• hilfloses und unterordnendes Verhalten: die typische Opferposition• körperlicher und seelischer Zusammenbruch copyright:dr.s.dettlaff-2012 83
  84. 84. Unbewusste Ursache ist diescheinbare Unfähigkeit,• eine Situation weder verlassen noch verändern zu können: beruflich > privat?• eine gewünschte oder ersehnte Rolle nicht ausüben zu können• vollkommen unbewusste und feststehende Ziele nicht zu erreichen• sich dem Sinn des eigenen Lebens zu nähern, statt sich immer mehr davon zu entfernen copyright:dr.s.dettlaff-2012 84
  85. 85. Authentizität?Definition lt. Wikipedia:aus dem gr./lt.: echt, das Original„Angewendet auf Personen bedeutetAuthentizität, dass das Handeln einerPerson nicht durch äussere Einflüssebestimmt wird, sondern in der Personselbst begründet liegt.“ copyright:dr.s.dettlaff-2012 85
  86. 86. Moderierende Faktoren: Persönlichkeitsmerkmale• Perfektionismus• zu geringe kommunikative Fähigkeiten• Überidentifikation• überstarke Erwartungen an sich selbst• Zwanghaftigkeit• übersteigerter Idealismus copyright:dr.s.dettlaff-2012 86
  87. 87. Moderierende Faktoren: Gefühle• Dilemma zwischen Verantwortlichkeit und Hilflosigkeit• Gefühl, die Anerkennung von Aussen könne verwehrt werden• Gefühl, die Erwartungen werden enttäuscht oder nicht erfüllt copyright:dr.s.dettlaff-2012 87
  88. 88. Realisierende Faktoren: Einstellungen• es jedem recht machen zu wollen oder zu müssen• keine Fehler machen zu wollen• immer stark sein zu wollen• Ziele immer erreichen zu wollen• Zwang, immer besser sein zu müssen als andere copyright:dr.s.dettlaff-2012 88
  89. 89. Realisierende Faktoren: Gefühle• Gefühle unterdrücken• Partnerschaftsprobleme• seelischer Stress copyright:dr.s.dettlaff-2012 89
  90. 90. Realisierende Faktoren: Inhalte• Arbeitszeit: Risikosteigerung um jeweils 12-15% bei wöchentlicher Mehrarbeit von jeweils 5 Stunden über der 40-Stunden-Marke: Überschreiten der kritischen Belastung!• Patientenzahl: Hauptfaktor für Burnout• Risikozeiten: die ersten 10-15 Jahre nach der Niederlassung• Ziel, immer mehr Geld zu verdienen oder wegen Schulden verdienen zu müssen copyright:dr.s.dettlaff-2012 90
  91. 91. Protrahierende Faktoren• Finanzprobleme• Partnerschaftsprobleme• Willenskraft: solange sie nicht nachlässt, versucht der Betroffene, mit ihr die Fassade aufrecht zu erhalten copyright:dr.s.dettlaff-2012 91
  92. 92. Faktoren der Arbeitsumgebung• Fehlen von Fairness: Unkollegialität; Diktat der Gebühren und der Regelung von Aussen• Mangel an Kontrolle: Krankheiten sind weniger steuerbar, Fehlen von Compliance• Widersprüchliche Erfordernisse: Die Nicht-Ökonomisierbarkeit von Krankheiten und die Realität, Kranke nach betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten behandeln zu müssen copyright:dr.s.dettlaff-2012 92
  93. 93. Faktoren der Arbeitsumgebung• Zusammenbruch der Gemeinschaft und des Vertrauens: sowohl unter Kollegen als auch zwischen Arzt und Patient (Internetwissen). Patienten fordern viel, oft ohne die Bereitschaft voll in die Eigenverantwortung treten zu wollen• Arbeitsüberlastung: Wochenarbeitszeiten von über 50 Stunden• Unzureichende Belohnung: Arzthonorare liegen unter den Kosten für Wartungsarbeiten an Autos: Arzthonorare betragen weniger als die Hälfte vergleichbarer Berufsgruppen! copyright:dr.s.dettlaff-2012 93
  94. 94. Berufsalltag:auslösende und unterstützende Faktoren• Alles selber machen: Arztbriefe, Praxisbanalitäten, EDV, Steuererklärung usw.• Runter vom Sockel (gesellschaftliches Ansehen sinkt): der offiziell festgelegte Wert einer ärztlichen Arbeitsstunde ist zu gering, die Gesellschaft hat ein mangelhaftes Gespür für den Wert ärztlicher Leistung• Berufsstruktur: Autonomieverlust durch Eingriffe von Versicherungen und Standesorganisationen, verstärkte externe Kontrollen (Qualitätsmanagement), Angst vor Regressen, Zunahme berufsfremder Tätigkeit copyright:dr.s.dettlaff-2012 94
  95. 95. Berufsalltag:auslösende und unterstützende Faktoren• Befriedigung über perverse Leistungen wie 36 Stunden am Stück zu arbeiten• sich nicht erlauben, krank zu sein• Lebensmuster: „Ich kann alles, „Auf mich ist Verlass“, „Ich darf nicht aufgeben“• persönliche Leistungsgrenzen ignorieren• Verleugnen innerer Gefühle copyright:dr.s.dettlaff-2012 95
  96. 96. Berufsalltag:auslösende und unterstützende Faktoren• Berufsinhalte: Fehlende Anerkennung: erfolgreich behandelte Patienten kommen nicht zurück, um zu loben, sondern bleiben weg, herausfordernde Themen, hohe Verausgabung, Unsicherheit über Diagnosen oder Therapien, tiefgreifende Erfolge sind nicht die Regel• Eckdaten: Alter zwischen 35 und 55, Burnout-Risiko der Fachgruppe, eigene (Einzel-)Praxis, fehlende Unterstützung durch Kollegen und Familie, mehr als 40h Wochenarbeitszeit copyright:dr.s.dettlaff-2012 96
  97. 97. Burnout ist ein pathologischer undkontinuierlicher Abbau von Idealismus, Kraft, Zielstrebigkeit und Empathie in Verbindung mit disponierenden Arbeitsbedingungen.Nicht wenige Ärzte mit Burnout bekommen die Diagnose von Aussen gestellt. Sie sind so auf die Erkrankungen ihrer Patienten fixiert, dasssie sich selbst nicht mehr korrekt wahrnehmen. copyright:dr.s.dettlaff-2012 97
  98. 98. Somatische Symptome: Gehirn• Schwindel• Schlafstörungen: Ein- und Durchschlafstörungen, Aufwachstörungen• Müdigkeit copyright:dr.s.dettlaff-2012 98
  99. 99. Somatische Symptome: Herz-Kreislauf• Labiler Blutdruck: sowohl Hyper- wie Hpotonie und Folgekrankheiten• Tachykardie• Kardiale Symptome wie Enge-Gefühl in der Brust oder Brustschmerzen copyright:dr.s.dettlaff-2012 99
  100. 100. Somatische Symptome: Immunsystem• verminderte Immunkompetenz• häufige Erkältungen oder Banalinfekte• Verzerrte Immunreaktionen: Allergien copyright:dr.s.dettlaff-2012 100
  101. 101. Somatische Symptome: Nerven• erhöhtes Schmerz-Erleben• Spannungskopfschmerz• Schulter- und Nackenverspannungs-Syndrom• Bruxismus• Zittern• Zuckungen im Gesicht• Faustmachen• Tinnitus• neuralgiforme Schmerzen copyright:dr.s.dettlaff-2012 101
  102. 102. Somatische Symptome: Muskeln• Kopfschmerzen• Rückenschmerzen• Zähneknirschen• Weichteilrheumatismus• Bandscheibenvorfall copyright:dr.s.dettlaff-2012 102
  103. 103. Somatische Symptome: Sexualität• Impotenz• Libidoverlust• Zyklusstörungen copyright:dr.s.dettlaff-2012 103
  104. 104. Somatische Symptome: Stoffwechsel• Gewichtsabnahme• Adipositas• Veränderte Ess-Gewohnheiten copyright:dr.s.dettlaff-2012 104
  105. 105. Somatische Symptome: Verdauung• Colon irritabile• Obstipation• Diarrhöe• Übelkeit• Appetitlosigkeit• Flatulenz• Magen- und Zwölffingerdarm-Geschwüre copyright:dr.s.dettlaff-2012 105
  106. 106. Auswirkungen von Burnout• Individuum• Patienten• Materielles copyright:dr.s.dettlaff-2012 106
  107. 107. Individuelle Auswirkungen• Selbstliebe• Selbstbehauptung• Selbstverständnis• Selbstverständlichkeit copyright:dr.s.dettlaff-2012 107
  108. 108. Auswirkungen auf Patienten• Entmenschlichung• erhobener Zeigefinger• Fachsprache inadäquat ausgeweitet• Distanzierung• Schuldzuweisungen• Stereotypisierung 108• Sarkasmus copyright:dr.s.dettlaff-2012
  109. 109. Burnout ist teuer• Sinkende Produktivität• Steigende Kosten für Ersatz wie Vertretungen und Assistenten• Ersatzbefriedigung durch Geldausgeben copyright:dr.s.dettlaff-2012 109
  110. 110. DIE WELT vom 07.06.2012: „Betriebsrisiko Burn-out“• Die Zahl der Fehltage durch psychische Erkrankungen hat sich seit 2000 fast verdoppelt• Aktuell 12,5 Prozent aller betrieblichen Fehltage• Ursache: wachsender Druck am Arbeitsplatz• Krankschreibungen aufgrund des neues Volksleidens Burn-out explodieren regelrecht:• seit 2004 Steigerung um 1400 Prozent copyright:dr.s.dettlaff-2012 110
  111. 111. Helfer verbergen hinter einer starkensicheren Maske ihre „narzistische“Unersättlichkeit und ihren„ausgeprägten Machthunger“.Sie wollen mittels ihre Patienten ihre eigenenProblem lösen. Letzteres ist grundsätzlich erlaubtund auch für andere Berufe normal.Im Beruf soll sich ein guter Teil des eigenenLebenssinn erfüllen lassen oder widerspiegeln. Darinsind automatisch auch die eigenen Problemeeingeschlossen. copyright:dr.s.dettlaff-2012 111
  112. 112. Das Helfersyndrom• Ein Mensch mit Helfersyndrom fühlte sich als Kind in jüngsten Jahren von den Eltern abgelehnt.• Er fand zu wenig Sicherheit durch seine Bezugspersonen, die ihn in seiner Entwicklung nicht genügend einfühlsam spiegelten und begleiteten. copyright:dr.s.dettlaff-2012 112
  113. 113. Das Helfersyndrom• Solche Kinder versuchen als Erwachsene ihre Tätigkeit ganz nach eigener Anerkennung auszurichten – idealer Weise in Heilberufen• Das macht sie abhängig von äusseren Faktoren wie die Anerkennung durch ein stetig wachsendes Honorar und durch geheilte Patienten.• Beides ist ihre narzistische Nahrung.• Kritik wird als Kränkung aufgefasst. copyright:dr.s.dettlaff-2012 113
  114. 114. Das HelfersyndromDie Betroffenen sind oft ihr Leben lang aufdem Weg, um für das, was sie tun, geliebtzu werden – nicht für das, was sie sind.Im Gegenteil: sie wehren Liebe ab, siewollen oder können nicht glauben geliebtzu werden.Siegmund Freud: „Helfen wollen istsublimierter Sadismus“ copyright:dr.s.dettlaff-2012 114
  115. 115. Patient und ArztJedes Mal, wenn ein Arzt einenPatienten sieht, sollte der Patientsich anschliessend besser fühlen. (Bernard Lown) copyright:dr.s.dettlaff-2012 115
  116. 116. Beide – Patient und Arzt –könnten sich besser fühlen,wenn auch die berechtigten Wünsche des Arztes respektiert würden! copyright:dr.s.dettlaff-2012 116
  117. 117. Typische ärztliche Frustrationen• Aggressive Patienten, sich zu kurz behandelt fühlen• Aggressive Patienten, die zu lange warten müssen• „Doctor hopping“: Nicht das Einholen einer ‚second opinion‘ ist schlecht, sondern das Ausspielen der Ärzte• Monotonie-Empfinden: immer die gleichen Therapien• Unverständnis der Patienten, dass der Arzt ein Mensch ist und sowohl selbst krank als auch nicht 24 Stunden in Bereitschaft sein kann• Versuch von Patienten, den Arzt für mangelnde Heilung oder Besserung der Beschwerden verantwortlich zu machen copyright:dr.s.dettlaff-2012 117
  118. 118. Empathie• Das Essentielle in der Beziehung zu unseren Patienten• Empathie bedeutet mehr als Hinein- fühlen, es ist auch Hineindenken und non-verbale Ausdrücke wahrzunehmen. copyright:dr.s.dettlaff-2012 118
  119. 119. Empathie-Verlust• Patienten werden immer mehr als schwierig empfunden• Das kostet auf Dauer viel Energie copyright:dr.s.dettlaff-2012 119
  120. 120. „Schwierige“ Patienten rauben Energie• Aggressive Patienten • Ja-aber-Sager• Charismatische Patienten • Uneinsichtige Patienten• Patienten, zu denen die Chemie • Multimorbide Patienten nicht stimmt • Non-Compliance-Patienten• „Doctorhopper“ • Patienten, die Persönliches vom• Patienten mit schweren Arzt erfahren wollen seelischen Erkrankungen • Patienten, die in den Arzt verliebt• Patienten, die zum Tratschen sind kommen • Patienten, die alles besser wissen:• Patienten, die Ersatz für Eltern, Typ Gymnasiallehrerin Kinder oder Partner suchen • Prominente Patienten• Patienten mit schwierigen • Therapieabbrecher Krankheitsbildern • Zeit-Totschlager• Einfältige Patienten • Privatpatienten, die nicht zahlen• Internetwisser wollen copyright:dr.s.dettlaff-2012 120
  121. 121. Burnout und Empathie-Verlust• Kardinalsymptom!• Unsere Empathie-Fähigkeit sinkt ständig im Laufe des Burnout-Prozesses • zunächst nur im Beruf • auf Dauer beruflich und privat copyright:dr.s.dettlaff-2012 121
  122. 122. Mediziner und ihr Privatleben Den Beruf eines Medizinersauszuüben ist eine der wenigen gesellschaftlich anerkanntenMöglichkeiten, die eigene Familie vernachlässigen zu dürfen. copyright:dr.s.dettlaff-2012 122
  123. 123. Ehe und Familie• 80% der Arztfrauen: ihre Männer kämen oft ausgelaugt nach Hause• 78% dieser Männer empfinden, sie kämen nicht ausgelaugt daheim an:• Symptom für den Zustand vieler Arztehen?• Wie viel Selbstgefühl lassen wir zu? copyright:dr.s.dettlaff-2012 123
  124. 124. Ehe und Familie• Gestresste Ärzte können in der Regel ihren Frust nicht auf ihre Praxis begrenzen: Kollegen, Mitarbeiter und Familie werden mit hineingezogen!• Arztehen sind potentiell gefährdet: Die Scheidungsquote ist fast 40% höher als in der Allgemeinbevölkerung! copyright:dr.s.dettlaff-2012 124
  125. 125. Ärzte und ihre Süchte• „Ein Alkoholiker ist jemand, der mehr trinkt als sein Arzt“• 10-15% der Ärzte sind irgendwann einmal in ihrem Leben substanzabhängig.• 80% der substanzabhängigen Ärzte tragen arbeitsbedingte Spannungen mit sich aus.• Leberzirrhose ist bei Ärzten dreimal häufiger als Todesursache als in vergleichbaren Gruppen. copyright:dr.s.dettlaff-2012 125
  126. 126. Alkohol ist das beste Lösungsmittellöst Führerscheine,löst Ehen und Beziehungenund letztlich den Körper auf! copyright:dr.s.dettlaff-2012 126
  127. 127. Heilberuf und Süchte• 48% der männl. Medizinstudenten und 38% der Studentinnen trinken zu viel Alkohol• 93% der Assistenzärzte trinken Alkohol, mehr als 60% von ihnen zu viel• 35% der Assistenzärzte und 19% der Assistenz- ärztinnen konsumieren regelmässig Cannabis• In keiner Berufssparte wird mehr Alkohol konsumiert als im Gesundheitswesen! copyright:dr.s.dettlaff-2012 127
  128. 128. Sucht, insbesondere Alkoholabhängigkeit undDrogenkonsum, aber auch Nikotinsucht, hatimmer eine individuelle Vorgeschichte undBedeutung: Die zentrale Bedeutung ist:• „Ich sterbe langsam“. Sucht ist also protrahierter Selbstmord.• Wer süchtig ist, gibt Kontrolle auf:• Das, was aussen im Beruf unbedingt vermieden wird: Kontrollverlust, übt er in pathologischer Weise in sich selbst aus. copyright:dr.s.dettlaff-2012 128
  129. 129. Ärztliche ÄngsteÄrzte haben viele Ängste.Darin unterscheiden sie sich nicht von derNormalbevölkerung, nur sie sprechen nichtoder selten darüber.Vielleicht soll der Nimbus desUnangreifbaren und des Alles-im-Griff-Habens nicht gefährdet werden. copyright:dr.s.dettlaff-2012 129
  130. 130. Ängste im Heilberuf• angeklagt zu werden• blossgestellt zu werden• einem Patienten zu viel Schmerzen zuzufügen• einen Fehler zu begehen• etwas nicht zu wissen• etwas Wichtiges zu übersehen• sinkende Einnahmen hinnehmen zu müssen, so dass wirtschaftliche Schieflage droht• Versagensangst! copyright:dr.s.dettlaff-2012 130
  131. 131. In der Realität nehmen viele ihreeigenen Ängste nicht mehr wahr.Das ist eine Begleiterscheinungvon Burnout im Anfangsstadium.Würden sie wahrgenommenwerden, böte sich die Chancerechtzeitig einzugreifen! copyright:dr.s.dettlaff-2012 131
  132. 132. Bei fortgeschrittenen Burnoutleidet der Betroffene oftmalsunter einer anderen Angst:Die Angst vor der Angst.Dies ist pathologisch und kann sichmehr und mehr ausbreiten bis hinzur generalisierten Angststörung. copyright:dr.s.dettlaff-2012 132
  133. 133. Ent-TäuschungDer Weg aus dem Burnout beginntmit dem Verzicht auf die Täuschung,den Beruf in angedachter Weiseausüben zu können.Der Weg aus dem Tal beginnt alsoimmer mit einer Ent-Täuschung! copyright:dr.s.dettlaff-2012 133
  134. 134. Ent-Täuschung bedeutet Erkenntnis• das Lebensmuster „Ich kann alles“ nicht erfüllen zu können• dass es de facto lautet: „Ich schaffe nicht alles“ copyright:dr.s.dettlaff-2012 134
  135. 135. Stressmanagementcopyright:dr.s.dettlaff-2012 135
  136. 136. Strategien zum Stressmanagement • Minimieren der Stressoren • Kognitives Stressmanagement • Reduzieren der Stressreaktionencopyright:dr.s.dettlaff-2012 136
  137. 137. Minimieren der Stressoren Tipps für das Teamcopyright:dr.s.dettlaff-2012 137
  138. 138. Stresspuffer schaffen! • gegenseitig bei der Arbeit unterstützen • Konkurrenzsituationen meiden • gute Sozialbeziehungen pflegencopyright:dr.s.dettlaff-2012 138
  139. 139. Betriebliche Organisation contra Stressoren • Arbeitsintensität verringern! • Zeitspielräume einkalkulieren • für regelmässige Pausen sorgencopyright:dr.s.dettlaff-2012 139
  140. 140. Betriebliche Organisation contra Stressoren • Zerlegen Sie grössere Aufgaben in kleinere! • Legen Sie eine Pause ein, wenn etwas erledigt ist. • Daraus schöpfen Sie neue Kraft.copyright:dr.s.dettlaff-2012 140
  141. 141. Betriebliche Organisation contra Stressoren• Stecken Sie sich keine utopischen Ziele!• Nur die wichtigsten Dinge lassen sich zu aller Zufriedenheit und für alle Zeiten erledigen:• Seien Sie kompromissbereit!• Geniessen Sie die Freude, ein Etappenziel erreicht zu haben!copyright:dr.s.dettlaff-2012 141
  142. 142. Betriebliche Organisation contra Stressoren • Handlungsspielräume erweitern • Entscheidungsmöglichkeiten schaffen – konkrete Verantwortung übertragen – Gratifizierung einführen und nutzen • Arbeitsunterbrechungen vermeiden • Umplanungen reduzierencopyright:dr.s.dettlaff-2012 142
  143. 143. Betriebliche Organisation contra Stressoren • Betriebsinterne Weiterbildung –baut Ängste ab –stärkt das Selbstwertgefühl –erhöht die Arbeitsqualität –schafft innere Zufriedenheitcopyright:dr.s.dettlaff-2012 143
  144. 144. Betriebliche Organisation contra Stressoren • Mitarbeiter entsprechend Ihrer Qualifikation einsetzen. • Möglichkeiten zur individuellen Fortbildung schaffen.copyright:dr.s.dettlaff-2012 144
  145. 145. Es ist sehr schwierig, andere Menschen in ihrem Verhalten zu ändern. Jeder Versuch muss damit starten, uns selbst in unserem Verhalten zu korrigieren.copyright:dr.s.dettlaff-2012 145
  146. 146. Minimieren der Stressoren Tipps für Siecopyright:dr.s.dettlaff-2012 146
  147. 147. Bringen Sie Struktur in Ihr Leben! • Schaffen Sie Ordnung am Arbeitsplatz und im Privatbereich! • Umgeben Sie sich nicht mit Dingen, die Sie nicht mehr brauchen! • Sortieren Sie regelmässig nach Prioritäten der Erledigung! • Werfen Sie grosszügig fort, was Sie an die Vergangenheit bindet! • Verfallen Sie nicht in Ordnungswahn!copyright:dr.s.dettlaff-2012 147
  148. 148. Schaffen Sie sich ein stressfreies Arbeitsumfeld! • Vermeiden Sie Stressquellen wie laute und/oder ‚stressende‘ Musik • Senken Sie den Geräuschpegel um sich herum auf das niedrigst mögliche Niveau! • ‚Gute Musik‘ im Hintergrund kann Ihnen das Arbeiten erleichtern!copyright:dr.s.dettlaff-2012 148
  149. 149. Zeitmanagement contra Stress • Sagen Sie falls immer möglich "Nein" zu Aufgaben, die Sie überfordern! • Bitten Sie rechtzeitig um Hilfe, wenn Sie es alleine nicht mehr schaffen können • Gewinnen Sie die Souveränität über Ihre eigene Zeit zurück!copyright:dr.s.dettlaff-2012 149
  150. 150. Zeitmanagement contra Stress • Schaffen Sie eine ausgewogene Balance zwischen Zeit für Arbeit und „freier“ Zeit, zwischen Zeit für sich und Zeit für andere! • Wechseln Sie nicht von einer angefangenen Arbeit zur anderen!copyright:dr.s.dettlaff-2012 150
  151. 151. Zeitmanagement contra Stress• Zögern Sie nicht den Anfang Ihrer Arbeit hinaus!• Seien Sie pünktlich!• Halten Sie sich nicht mit Unwichtigem auf!• Meiden Sie überlange Arbeitszeiten!• Verzichten Sie nicht auf Pausen!• Arbeiten Sie nicht hastig und fehlerhaft!• Halten Sie Platz für Unvorhersehbares!• Unterschätzen Sie nicht die für einzelne Aufgaben benötigte Zeit: realistische Planungcopyright:dr.s.dettlaff-2012 151
  152. 152. Nutzen Sie die positive Psychologie• Werten Sie Niederlagen und Miss- erfolge als Gelegenheiten zu lernen!• Sprechen Sie sich über Ihre Enttäuschungen und Erfolge aus.• Geben Sie zu, wenn Sie im Irrtum sind• Stehen Sie zu Ihren Schwächen• Nutzen Sie Ihre Stärken!copyright:dr.s.dettlaff-2012 152
  153. 153. Nutzen Sie die positive Psychologie• Denken Sie positiv und umgeben Sie sich mit positiv denkenden Menschen!• Schaffen Sie um sich eine Atmosphäre von Vertrauen, Respekt und Toleranz• Bitten Sie um Hilfe und helfen Sie, wenn man Sie darum bittetcopyright:dr.s.dettlaff-2012 153
  154. 154. Nutzen Sie die positive Psychologie• Wehren Sie sich gegen zu starken Leistungsdruck• Meiden Sie Konkurrenz-Denken im Team• Halten Sie sich von Intrigen und Mobbing fern• Respektieren Sie die Hierarchiecopyright:dr.s.dettlaff-2012 154
  155. 155. Stressresistenz durch Ausgeglichenheit Momente der Unruhe im Leben müssen mit Entspannungstechniken korrigiert werden.copyright:dr.s.dettlaff-2012 155
  156. 156. Der Feierabend als Quelle der Regenerationcopyright:dr.s.dettlaff-2012 156
  157. 157. Machen Sie am Feierabend einen dicken Punkt! • Machen Sie endgültig am Feier- abend das Ende Ihrer Arbeitszeit. • Unerledigtes kommt auf die folgende Tagesliste. • Unbarmherzig!!!copyright:dr.s.dettlaff-2012 157
  158. 158. Machen Sie am Feierabend einen dicken Punkt! • Grübel Sie nicht über die begangene Fehler oder Fehlentscheidungen des Tages nach! • Schalten Sie ab!copyright:dr.s.dettlaff-2012 158
  159. 159. Tun Sie etwas beim Nichtstun! • Einfach auf dem Sofa liegen, den Fernseher einschalten, sich in die Zeitung versenken, das kann Ihnen mitunter helfen, sich zu entspannen und abzuschalten. • Aber es gibt noch andere sinnvolle Freizeitbeschäftigungen, lassen Sie Ihrer Fantasie freien Lauf!copyright:dr.s.dettlaff-2012 159
  160. 160. Reservieren Sie Zeit für „Freizeit“! • Musik hören • im Garten arbeiten • Lesen • Spielen • Nichtstun!copyright:dr.s.dettlaff-2012 160
  161. 161. Reduzieren der Stressreaktionen• Trainieren Sie die Tiefenatmung: 5 Sekunden einatmen, 4 Sekunden halten, 5 Sekunden ausatmen.• Machen Sie Antistress-Übungen!copyright:dr.s.dettlaff-2012 161
  162. 162. Entspannen durch Musik• Wählen Sie ein Musikstück, mit dem Sie sich im Einklang fühlen• Vermeiden Sie Musik, mit der Sie gefühlsmässig etwas verbinden oder Musik, deren Text Sie mitsingen möchten.• Setzen Sie sich oder liegen Sie bequem• Hören Sie 20 Minuten in die Musik hinein und werden Sie eins mit ihr.• Vergessen Sie dabei den Berufsalltag: Sie spüren, wie der Stress weicht!copyright:dr.s.dettlaff-2012 162
  163. 163. copyright: dentavit-2008 163
  164. 164. Die 9 Stufen der Burnout-PräventionVerstehen Sie diese Informationennicht als Belehrung!Sie sollen Ihnen zur Inspiration undals Gedankenanstoss dienen!copyright:dr.s.dettlaff-2012 164
  165. 165. Stufe 1: ZeitsouveränitätDie Achse der Angst oder des Zeitdrucks • Zeitdruck bei der Arbeit ist der grösste Risikofaktor für Burnout. • Wer in Zeitnot lebt, lebt in Angst.copyright:dr.s.dettlaff-2012 165
  166. 166. Zeitdruck• Die meisten Menschen setzen sich selbst unter Zeitdruck: DAS Grundübel unserer Tage• Wie gehen Sie mit Ihrer Zeit um?copyright:dr.s.dettlaff-2012 166
  167. 167. Zeitdruck• «Zeitmanagement» ist falsch: Zeit können wir als unveränderliche Grösse nicht beeinflussen• Korrekt: «Zeitumgangs-Management»copyright:dr.s.dettlaff-2012 167
  168. 168. ZeitdruckEs gibt drei wesentliche Chancen, mit Zeit besser umzugehen:• Realitätssinn: Termine realistisch vergeben!!!• Zeitrespekt: Zeit als unveränderbare Grösse respektieren!!!• Strukturieren: Aufgaben sinnvoll und zeitgerecht strukturieren.copyright:dr.s.dettlaff-2012 168
  169. 169. Stufe 2: Authentizität• Wissen allein ist gut, aber nützt nicht viel. Nur das Tun verändert die Welt.• Selbstbestimmt leben wir, wenn wir Authentizität suchen und authentisch leben.copyright:dr.s.dettlaff-2012 169
  170. 170. Eigenbestimmtheit• Die sprachliche Eigenbestimmtheit:• aus «man» muss «ich» werden.• «Ich» übernimmt Verantwortung.• «Man» sind die anderen und alle.• «Ich» führt, «man» folgt!copyright:dr.s.dettlaff-2012 170
  171. 171. Eigenbestimmtheit• Veränderung von Situationen: Allmacht oder Ohnmacht?• Gefühle der Ohnmacht begleiten Burnout nicht nur, zu einem gewissen Teil verursachen sie diesen sogar.copyright:dr.s.dettlaff-2012 171
  172. 172. Eigenbestimmtheit• Je weiter der Burnout voran- schreitet, um so stärker wird das Gefühl der Ohnmacht.1. Burnout-Phase: Der Betroffene spürt nichtsvon seiner Ohnmacht.2. Burnout-Phase: Der Betroffene ahnt seineschwindende Macht im Ansatz3. Burnout-Phase: Die Ohnmacht wird klar!copyright:dr.s.dettlaff-2012 172
  173. 173. Eigenbestimmtheit: Einstellungen• Selbstwirksamkeit überprüfen!• Zweifeln! Eine wirkungsvolle Methode unser Anspruchsniveau auszutarieren!• Perfektionismus abbauen! Perfektionismus schützt vielleicht vor Reichtum, nicht aber vor Burnoutcopyright:dr.s.dettlaff-2012 173
  174. 174. Eigenbestimmtheit • innere Spannung abbauen • mit der eigenen Sinnlichkeit offen umgehen lernen • zu den eigenen Aggressionen eine moderierenden Zugang findencopyright:dr.s.dettlaff-2012 174
  175. 175. Eigenbestimmtheit:der Umgang mit Körper und Geist • Einstellung zu unserem Körper • Bewegung • Ernährung • Schlaf • Suchtgefahren entgegenwirken • Sexualtität • Spiritualitätcopyright:dr.s.dettlaff-2012 175
  176. 176. Wie pflegen wir unseren Körper? • Körperpflege als Ausdruck von Selbstachtung und Wertschätzung • Sich anzunehmen lernen • Kleidung stilvoll auswählen • Nahrung mit Freude zubereiten und geniessen • Fitness und Wellness geniessen • Verwöhnen und Geniessen zulassen • Bedürfnisse des Körpers ergründen lernencopyright:dr.s.dettlaff-2012 176
  177. 177. Wie pflegen wir unseren Geist? • Kultur geniessen • Lesen • Diskutieren • Lernen • Lehren • Bilden durch Reisencopyright:dr.s.dettlaff-2012 177
  178. 178. Körperliche Bewegung• Regelmässige physische Belastung des Körpers mit anschliessender Entspannung ist der Baustein der Burnout-Prophylaxe• erster Schritt: regelmässige Spaziergänge, weniger oft das Auto benutzen oder einen Hund anschaffen...• zweiter Schritt: z. B. Nordic Walking erlernen und regelmässig pflegencopyright:dr.s.dettlaff-2012 178
  179. 179. Der Hund ist wirklich der älteste Freund des Menschencopyright:dr.s.dettlaff-2012 179
  180. 180. Bewegungsmangel ist die „Todsünde“ No. 1• Er stabilisiert die Herrschaft des Sympathikus und blockiert den regenerierenden Parasympathikus• Er überragt als Risikofaktor den Einfluss von schlechter Ernährung und den Konsum von Genussgiften!copyright:dr.s.dettlaff-2012 180
  181. 181. copyright:dr.s.dettlaff-2012 181
  182. 182. Cave: Sport als gesundheitliches Risiko • „Mens sana in corpore sano“ • Leistungsdruck ist extrem kontraproduktiv! • immer auf ausreichende Entspannung achten • besser mit jemandem als gegen jemanden Sport machen! • Achten Sie auf Ihren Puls!copyright:dr.s.dettlaff-2012 182
  183. 183. Regelmässiger Ausdauersport• Serotonin und Dopamin (Endorphine)werden in ihrer Produktion gesteigert• Die Stresshormone Adrenalin und Cortisol werden abgebaut.• Die eigene Körperwahrnehmung verbessert sich signifikant.• Das Selbstbewusstsein erfährt eine gesunde Steigerung.copyright:dr.s.dettlaff-2012 183
  184. 184. Welche Sportarten helfen bei Burnout?• Ausdauersportarten im Freien: –frische Luft und Tageslicht! –Inline Skaten, Radfahren, Schwimmen, Nordic Walking, Ski Langlauf, Wandern –Training an Cardio Geräten –Gymnastik –Aerobiccopyright:dr.s.dettlaff-2012 184
  185. 185. Warum werden Frauen älter als Männer? • Männer gehen weniger zum Arzt • Männer leiden 3x häufiger unter mittelschweren Geisteskrankheiten! • Männer haben ein höheres Krebsrisiko! • Männer leiden häufiger unter Burnout • Männer haben ein schlechteres Gesundheitsbewusstsein!copyright:dr.s.dettlaff-2012 185
  186. 186. Ernährungsgewohnheiten Unterschiede zwischen Männern und Frauen 0% 20% 40% 60% 80% 100% Fisch m 0,6 12,1 78,1 Fisch w 0,5 15,2 76,7 Fleisch m 33,9 55,4 9,7 Fleisch w 19,8 55,9 23,3 Täglich Gemüse m 14,3 63,9 21,4 Öfter Gemüse w 20,6 69 9,8 Selten Nie Salat m 8,7 56,9 31,6 Salat w 9,8 65 24,4 Obst m 31,4 45,3 22 Obst w 46,3 44,1 8,8copyright:dr.s.dettlaff-2012 186
  187. 187. Ernährung Der Mensch ist, was er isst!copyright:dr.s.dettlaff-2012 187
  188. 188. Anti-Stress-Ernährung: „goldene“ Regeln• Regelmässigkeit!• Quantität: häufiger kleine Mahlzeiten!• Essen mit Genuss!• einfache Mahlzeiten• Hauptmahlzeit nicht am Abend!• keinesfalls zu spät essen: so wenig Kalorien wie möglich vor dem Einschlafen!copyright:dr.s.dettlaff-2012 188
  189. 189. rcopyright:dr.s.dettlaff-2012 189
  190. 190. Wie funktioniert Steinzeitdiät? • Meiden von Getreideprodukte! • Reduktion von Milchprodukten! • viel gedünstetes Gemüse • häufig Fisch v.a. Kaltwasserfisch • gelegentlich Fleisch, am besten weisses • pflanzliche Proteine • Salat immer, optimal am Mittag • Obst immer, aber nur „solo“ • Olivenöl als Hauptfettquelle!!! • Wasser, Wasser, Wasser, aber ohne…copyright:dr.s.dettlaff-2012 190
  191. 191. Grundregeln der ‚paleo diet‘• Keine einseitige Ernährung!• weder zu viel Kohlenhydrat noch zu viel Protein:• Grundregel: –40% KH –30% Protein –30% Fettcopyright:dr.s.dettlaff-2012 191
  192. 192. Bei aller Leidenschaft für „gesunde“ Ernährung bitte nicht vergessen, die Sinne mit der Nahrung anzusprechenEssen sollte immer wieder auch ein Stück Geniessen oder Sich- Verwöhnen bieten!copyright:dr.s.dettlaff-2012 192
  193. 193. Der Schlaf ist die wichtigste Quelle der unserer Regeneration!copyright:dr.s.dettlaff- 1932012
  194. 194. Goldene Regeln für den Schlaf• Halten Sie Ihre individuelle Schlafzeit Nicht jeder braucht 8 Stunden Schlaf, für viele reichen 5-6 Stunden.• Liegen Sie nicht zu lange im Bett und gehen Sie nicht zu früh ins Bett! Vielleicht müssen Sie Ihre Schlafzeit verkürzen!copyright:dr.s.dettlaff-2012 194
  195. 195. Goldene Regeln für den Schlaf• Halten Sie regelmässige Schlafzeiten ein! Auch am Wochenende und in den Ferien sollten Sie ihren Tag-Nacht-Rhythmus beibehalten.• Schaffen Sie angenehme Schlafbedingungen! 17° C sind optimal für tiefen Schlaf. Absolute Dunkelheit während der Nacht, maximale Helligkeit nach dem Aufstehen! copyright:dr.s.dettlaff-2012 195
  196. 196. Goldene Regeln für den Schlaf • Achten Sie auf Ihre Ernährung, um besser schlafen zu können! Nehmen Sie am Abend keine schwer verdaulichen Speisen zu sich, essen Sie nicht zu spät und meiden Sie koffeinhaltige Getränke nach 18 Uhr. • Gestalten Sie Ihren Abend entspannend! Befreien Sie sich von der Tagesarbeit. Planen Sie Gemeinsames mit der Familie oder Freunden, gehen Sie spazieren oder widmen Sie sich Ihrem Hobby.copyright:dr.s.dettlaff-2012 196
  197. 197. Sucht ist die Extremvariante von Fremdbestimmung• Das Suchtpotential kann genetisch determiniert sein• Sucht ist essentiell mit dem Burnout-Prozess verknüpft• Sucht beraubt uns der inneren Steuerung• Süchtige verlieren ihre Souveränität• Angst vor Enttarnen verschlimmert die psychische Sackgassecopyright:dr.s.dettlaff-2012 197
  198. 198. Sucht ist (scheinbar) nicht gleich Sucht• Gesellschaftlich geächtete Süchte: – Drogen – Nikotin – Alkohol (bedingt)• Gesellschaftlich akzeptierte Süchte: – Glücksspiel – Fresssucht (Heisshunger auf Süsses) – Kaufrausch – Fernsehen, Computerspiele, Facebook – Sexsuchtcopyright:dr.s.dettlaff-2012 198
  199. 199. Serotoninmangel wirkt sich auf den gesamten Organismus aus. Er ist bei einer Vielzahl von Störungen mitbeteiligt.copyright:dr.s.dettlaff-2012 199
  200. 200. Wirkungsprofil von Serotonin im ZNS • Appetitkontrolle • Schlafregulation • Motivation / Antrieb • affektives Verhalten • Depression • Suchtverhalten • Libido • Temperaturregulation • Schmerz • Gedächtniscopyright:dr.s.dettlaff-2012 200
  201. 201. Serotonin-Defizit-Syndroms: Klinik Endogene Depressionen Angst- und Zwangsstörungen Phobien Emotionen Panikattacken Mangelnde Affektkontrolle Vermindertes Selbstwertgefühl Schuldgefühle Autoaggressivität (Alkohol, Drogen,Suizid) Vorlieben, z.B. für Süsses Kontrolle (Sucht) Ess-Dysregulation Bulimie Magersucht Gewichtszunahmecopyright:dr.s.dettlaff-2012 201
  202. 202. Serotonin-Defizit-Syndroms: Klinik Schlaflosigkeit Schlafstörungen Schlafbedürfnis Antriebsarmut Desinteresse Stressverarbeitung Reduzierte Belastbarkeit Konzentrationsstörungen Vermindertes Kurzzeitgedächtnis Kopfschmerzen, Migräne Tonisierung Koronarspasmen Colon irritabile Fibromyalgien, Skoliosecopyright:dr.s.dettlaff-2012 202
  203. 203. Verdachtsdiagnose Serotoninmangel• Depressivität (auch Winterdepression)• Ängstlichkeit: Platzangst, Menschenansammlungen, Erwartungsängste• geringe Belastbarkeit: soziale Isolierung• Vorliebe für Schokolade und Süsses• Kopfschmerzen und Migräne• Fibromyalgien• Reizdarm• Beeinträchtigungen beim Kurzzeitgedächtnis• Schlafstörungencopyright:dr.s.dettlaff-2012 203
  204. 204. Stufe 3: Zufriedenheitskonstanz • Stress führt nicht direkt zu Burnout • Unzufriedenheit ist der Hauptfaktor!copyright:dr.s.dettlaff-2012 204
  205. 205. Alltägliche Unzufriedenheit• etwas / vieles ist nicht so, wie ich es mir wünsche• nichts geschieht, wie ich es gerne hätte• meine Seele wird nicht so ange- sprochen, wie sie es bräuchtecopyright:dr.s.dettlaff-2012 205
  206. 206. Die Achse der Unzufriedenheit durchbrechen!• Zufriedenheit hat ihren Preis!• Wahlmöglichkeiten erkennen und nutzen!copyright:dr.s.dettlaff-2012 206
  207. 207. Zufriedenheitskonstanz• die eigenen Bedürfnisse und Wünsche bewusst machen!• Schritt für Schritt daran gehen, sie zu realisieren.• der Partner sollte die eigenen Wünsche und Bedürfnisse erkennencopyright:dr.s.dettlaff-2012 207
  208. 208. Stufe 4: Stresstoleranz Stress können wir häufig nicht ändern, aber unsere Einstellung zum Stress und unseren Umgang mit Stress können wir ändern.Stresstoleranz schützt vor Burnoutcopyright:dr.s.dettlaff-2012 208
  209. 209. Stresstoleranz• In sich ruhende Menschen, die die richtige innere Balance gefunden haben, sind gegen Stress relativ geschützt.• Wenn uns die Alternative (scheinbar) fehlt, sind wir verunsichert und wir fühlen uns gestresst.copyright:dr.s.dettlaff-2012 209
  210. 210. Stresstoleranz• Stress gibt es nur, wenn Sie «Ja» sagen und «Nein» meinen: Reinhard Sprenger, 2000• Stress wird verursacht, wenn du «hier» bist, aber dort sein willst, wenn du in der Gegenwart bist, aber in der Zukunft sein willst: Eckhart Tolle, 2002copyright:dr.s.dettlaff-2012 210
  211. 211. Stressresistenz durch Erdung In Stress-Situationen können wir man durch Atemübungen unsere Erdung wiederfinden.copyright:dr.s.dettlaff-2012 211
  212. 212. Stressresistenz durch Meditation Spiritualität, Meditation und innere Achtsamkeit: Unsere Arbeit hat eine zentrale Bedeutung für unser Sein!copyright:dr.s.dettlaff-2012 212
  213. 213. Die Kunst des Entspannens • Progressive Muskelentspannung nach Jacobsen • Autogenes Training • Biofeedback • Hypnose • Akupunktur • Craniosakraltherapie • Osteopathie • Fernöstliche Meditation z.B. Yogacopyright:dr.s.dettlaff-2012 213
  214. 214. Stressresistenz durch den Sinn unserer Arbeit• Arbeit muss mehr bieten als nur Lohn• Arbeit muss uns mit der Welt und den Menschen verbinden• Arbeit muss mit unserer Vision im Einklang stehen, einen höheren Sinn zu verfolgen!copyright:dr.s.dettlaff-2012 214
  215. 215. Stressresistenz durch Freude • Humor ist eine wichtige Waffe gegen Bunout! • Versuchen Sie wenigstens ab und zu, über sich selbst zu lachen!copyright:dr.s.dettlaff-2012 215
  216. 216. Stressresistenz durch Freude und Glück • Glück ist nicht planbar • der Feind des Glücks ist die Gewöhnung • Glück ist von nichts abhängig.copyright:dr.s.dettlaff-2012 216
  217. 217. Stressresistenz durch Liebe• Liebe ist ein zutiefst menschliches Phänomen• Zwischenmenschliche Beziehungen auf jeder Ebene schützen vor Burnout!copyright:dr.s.dettlaff-2012 217
  218. 218. Stressresistenz durch « Selbst-Liebe »• In der Liebe gilt auch und besonders das alte Bibel-Wort: «Nur wenn du dich selbst liebst, kannst du deinen Nächsten lieben»• Selbstliebe gehört zur Ganzheitlichkeit der Personcopyright:dr.s.dettlaff-2012 218
  219. 219. Stresstoleranz durch Genuss• Genuss gehört existentiell zum Leben• Genuss ist Teil des Arbeitens und des Lebens• Sie haben das Recht, sogar die Pflicht, etwas zu geniessen!• Sie können nicht 2 Sachen zugleich geniessen!copyright:dr.s.dettlaff-2012 219
  220. 220. Stufe 5: Dyadenkompetenz: Beziehungen zulassen und beleben• Dem Anderen zuhören und ihn verstehen• Sich reflektieren lernen• Eine vertrauensvolle Partnerschaft als hervorragende Protektion gegen Burnout nutzen• Wenn Burnout entsteht, hilft eine vertrauensvolle Beziehung, ihn schneller zu überwinden.copyright:dr.s.dettlaff-2012 220
  221. 221. Stufe 6: Situationstoleranz• Burnout bedeutet, eine Situation als unerträglich zu empfinden und zugleich zu meinen, sie weder verlassen noch ändern zu können• Sie MÜSSEN aus dieser Situation aber ausbrechen, obwohl es einfacher scheint, in ihr zu bleiben…copyright:dr.s.dettlaff-2012 221
  222. 222. Situationstoleranz• Weg der Zustimmung: - allem, was wir nicht ändern können, sollten wir zustimmen• Weg des Verlassens - dieser ist schwer, gar unmöglich zu beschreiten, wir müssen es aber tun!copyright:dr.s.dettlaff-2012 222
  223. 223. Situationstoleranz Weg der schädlichen Anpassung:• diesen Weg gehen wir alle am häufigsten: «Besser das Schlechte als das Unbekannte»• Der Weg der schädlichen Anpassung richtet sich letztlich gegen uns selbst.copyright:dr.s.dettlaff-2012 223
  224. 224. Stufe 7: Rollensicherheit• Wir alle spielen Rollen in unserem Leben: die Helfer-, Opfer-, Retter- Rolle oder die Rolle des Gütigen• Burnout entwickelt sich, wenn eine selbst definitierte Rolle nicht ausgeübt werden kann.copyright:dr.s.dettlaff-2012 224
  225. 225. Rollensicherheit• Rollen müssen geändert, aufgegeben, oder adaptiert werden, um Burnout zu vermeiden.• Wir müssen Rollen bearbeiten, die wir nicht einnehmen können!copyright:dr.s.dettlaff-2012 225
  226. 226. Stufe 8: Zielerkenntnis• Ziele geben unserem Verhalten eine Richtung• Wer an ein Ziel gebunden bleibt, das er niemals erreicht, der brennt aus.copyright:dr.s.dettlaff-2012 226
  227. 227. Ziel-Erkenntnis• Es kann sein, ein Ziel erreicht zu haben und gleichwohl keine Genugtuung zu verspüren.• Sind unsere Ziele nur noch Scheinziele?copyright:dr.s.dettlaff-2012 227
  228. 228. Ziel-Erkenntnis• Ziele führen zum Erfolg• Erfolg heisst, Ziele zu erreichen• Widerstehen Sie der Versuchung des Machbarkeitswahns!• Erfolgreiches Selbstmanagement steckt nur realistische Ziele!copyright:dr.s.dettlaff-2012 228
  229. 229. Stufe 9: Sinn-Annäherung Der individuelle Lebenssinn sollte• einem Ziel dienen,• einen Zweck erfüllen• einen Wert darstellen• mit den eigenen Werten übereinstimmen• einen Bezug zum Ganzen, Höheren haben und diesem Ganzen, Höheren dienencopyright:dr.s.dettlaff-2012 229
  230. 230. copyright:dr.s.dettlaff-2012 230

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