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2014 UBS Mitarbeitermagazin startup academy

  1. 1. We. Das Magazin für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von UBS in der Schweiz Ausgabe 4, September 2014 Etienne perret Group Treasury, Trader Treasury ALM 8 . Unternimm doch was! Wie Unternehmen unsere Welt formen 18 . Die Startup Academy hilft jungen Unternehmen auf die Beine 14 . Gibt es einen Graben zwischen Finanz- und Realwirtschaft? 6 . Etienne Perret: «Wir sind das Portemonnaie der Bank.»
  2. 2. 3 4 6 8 11 14 16 18 24 26 28 29 30 Editorial / Impressum . Panorama . Neues rund um UBS und Banking Ein Tag mit . Etienne Perret, Group Treasury, Trader Treasury ALM Dossier . Unternimm doch was: Wie formen Unternehmen unsere Welt? Umfrage . Kolleginnen und Kollegen mit eigenen Unternehmen Banking . Unternehmenskunden von UBS: Das tun wir für KMU Inside . Christine Novakovic, Leiterin Corporate & Institutional Clients UBS Schweiz und UBS Investment Bank Schweiz Engagement . Felix Wenger engagiert sich in der Startup Academy für junge Unternehmen Best Practice . Frischzellenkur für UBS: Juristin Sabine Hänggi absolviert ein Internship Die Sicht von aussen . Werberin Regula Bührer Feckers Sicht auf den UBS-Kunden Was ich schon immer wissen wollte . Fragen an UBS-Experten Kolumne . Roggenmoser unternimmt etwas Celebrations . So feiern UBS-Mitarbeiter – Events, Feste, Erfolge Seite 14 Bäume fällen, Pfähle einschlagen, Büsche roden: Lernende packen in den Bündner Bergen an, um den Wald gesund zu halten. Engagement . Lernende in Lavin Seite 22 Vittorio Schiro ist auch nach dem Desaster der Finanzkrise ein Befürworter der strukturierten Produkte – aber auch überzeugt von der steigenden Bedeutung der Beratung. Expertise . Strukturierte Produkte We. auch online Das Mitarbeitermagazin ist auch online abrufbar und dort mit viel Zusatz- material hinterlegt: Links, Audio- oder Videobeiträge und Bilderstrecken. Wo Sie multimediale Inhalte finden, erkennen Sie an folgenden Symbolen: Direktes Mail an eine Person Link zu Intranet oder Internet Video unter dem entsprechenden Bild Audio unter dem entsprechenden Bild Bilderstrecke unter dem entsprechenden Bild Seite 13 Stefanie und Martin Kolb teilen so manches: den Arbeitgeber UBS, aber auch ihre Passion fürs Pistolenschiessen oder die Politik. Family . Das Ziel im Visier Seite 20 2 Das Magazin für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von UBS in der Schweiz Inhalt .
  3. 3. Ute Vikas, Chefredaktorin We. Unternehmer bewegen die Schweiz Liebe Kolleginnen und Kollegen Unternehmen formen die Welt von morgen, und Mitarbeiter formen das Unternehmen. Was meist mit einer unternehmerischen Persönlichkeit und einer Vision beginnt, wächst oft dank einer tragenden Geschäftsidee und überzeugten, engagierten Mitarbeitern zu einem Unternehmen mit Zukunft. We. traf diesmal Menschen, die neben ihrer Anstellung bei UBS auch als Kleinunternehmer tätig sind und ihre eigene Geschäftsidee erfolgreich verwirklichen. In sieben Thesen haben wir zudem die Bedeutung von KMU für unsere Bank abgesteckt und nachgefragt, was UBS für ihre Entwicklung tut. Dazu trägt Christine Novakovic, Leiterin Corporate & Institutional Clients und Investment Bank in der Schweiz, viel bei. Im Gespräch mit ihr konnten wir spüren, wie stark ihr Herz für unsere Unternehmenskunden schlägt. Für junge Unternehmer engagiert sich auch Felix Wenger, der ihnen in Basel mit dem gemeinnützigen Verein «Startup Academy» auf die Beine hilft. Das Herz von Vittorio Schiro schlägt für strukturierte Produkte; erfahren sie von ihm, wie diese funktionieren und wozu sie gut sind. Viel Lesespass wünscht Ihnen Ute Vikas Senden Sie eine E-Mail an ute.vikas@ubs.com Impressum We., das Magazin für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von UBS in der Schweiz, will dazu beitragen, dass sich die Mitarbeiter mit den Werten und der Kultur von UBS identifizieren können. Die Zeit­ schrift will mit ihren Inhalten das Zusammengehörigkeitsgefühl fördern. We. vermittelt mit seinen journalistischen Beiträgen Wissen über die Bank, stellt die in ihr tätigen Mitarbeiter vor und stärkt so das gegenseitige Verständnis. We. unterstützt die bereichsübergreifende Zusammenarbeit. Herausgeber: UBS AG, Interne Kommunikation UBS Schweiz, 8098 Zürich, Schweiz. Redaktion: Ute Vikas (Chefredaktorin), Ralph Heidemann. Layout, Gestaltung und Druckvorstufe: Swisscontent AG. Übersetzung: 24translate GmbH. Druck: Multicolor Print AG. Bildnachweis: Nicole Bachmann: 27 / GABA Schweiz AG, PD: 10 / Giancarlo Cattaneo: 2, 20, 21 (2) / Elizabeth Crowdy: 10 / Orell Füssli: 9 / Fotolia: 8 / Gasthof Kreuz: 9 / Rebekka Heeb: 29 / Schwabe: 8 / Bildar­ chiv Stämpfli AG: 9 / Marc Straumann: 5 (1) / Laura Tobler: 19 / Alessandra Leimer: 3 / Balz Murer: 2, 5 (1), 23 / Helen Ree: 16, 17 (2) / SRF: 30 / Mara Truog: 1, 2, 7, 13 / UBS: 4, 11, 12, 21 (2), 28, 30, 31 / Ute Vikas: 25. Intranet: goto/we (Versionen Deutsch, Französisch, Italienisch, Englisch). Wir freuen uns auf Ihr Feedback zu We. an: sh-we@ubs.com We. is an internal magazine intended for UBS staff in Switzerland. The information contained herein is for information purposes only and is not to be construed as a solicitation of an offer to buy or sell any securities or other financial instruments in Switzerland, the United States or any other jurisdic­ tion. No investment decision relating to securities of or relating to UBS AG or its affiliates should be made on the basis of this staff magazine. Refer to UBS’s most recent quarterly and annual reports for additional information. These reports are available at http://www.ubs.com/1/e/investors/topics.html. No representation or warranty is made or implied concerning, and UBS assumes no responsibility for, the accuracy, completeness, reliability or comparability of the information contained herein relating to third parties, which is based solely on publicly available information. This document contains statements that constitute »forward-looking statements”. While these statements represent UBS’s judgments and expectations concerning the matters described, a number of risks, uncertainties and other important factors may cause actual developments and results to differ materially from UBS’s expectations. Additional information about those factors is set forth in documents furnished and filings made by UBS with the US Securities and Exchange Commission, including the above reports. UBS is under no obligation to update the information contained herein. Some of the products and services described in this staff magazine are not available for US persons or persons domiciled in the USA. Its distribution or use may be restricted in some countries by local laws or regulations. UBS specifically prohibits the redistribution or reproduction of this material in full or in part without the prior written permission of UBS, and UBS accepts no liability whatsoever for the actions of third parties in this respect. Dieser QR-Code bringt die Online-Ausgabe von We. auf Ihr Handy oder Tablet QR steht für Quick Response. Ein QR-Code ist ein Barcode, der sich mit Smartphones, Tablet-PCs und speziellen QR-Lese­geräten lesen lässt und eine direkte Verbindung zu Websites, E-Mails, Telefonnummern usw. herstellt. Alle verbreiteten Smartphone-Betriebssysteme haben heute Zugang zu QR-Code-Lesegeräten oder ermöglichen deren integrierten Einsatz. Für Geräte ohne integrierten Leser können kostenlose Scanner-Reader-Apps auf einfache Art und Weise heruntergeladen werden. 3September 2014 / Nr. 4 Editorial .
  4. 4. 1471 1463 1367 Papiermühle auf dem Werd in Zürich (bis 1888); seit 1835 «Papierfabrik an der Sihl»; seit 2003: Sihl Digital Imaging Glockengiesserei Rüetschi Aarau Unternimm doch was! Glarner Schabziger (erster Markenartikel) 1488 Offizin des Druckerverlegers Johannes Petri, heute Schwabe AG 1300 – 1499 Unternehmen formen die Welt von morgen. Das war schon immer so, ist aber noch nie so rasend schnell passiert wie heute. Das Unternehmertum hat sich verändert, bleibt aber im Kern dasselbe: die Bereitstellung von Angeboten, um eine Marktlücke zu schliessen oder eine neue Nachfrage zu schaffen. Text _ Sandra Willmeroth Die ältesten Gewerbebetriebe der Schweiz und der Welt waren Brauereien, Gasthöfe und Hotels. So werden die Betreiber der ersten Schweizer Klosterschänke in Interlaken (um 1200) oder die Gründer des Restaurants «Sternen» beim Kloster Wettingen (1255) das durstige und schläfrige Bedürfnis der damaligen Mönche und Reisenden erkannt und daraus die Idee zu ihrem eigenen Geschäft entwickelt haben. Sie legten damit einen Grundstein für die heutige Wirt- schaftsstruktur des Landes. Unternehmen formen die Welt von morgen. Die Schweiz ist arm an Rohstoffen und hat keinen Anschluss an die Wasserwege der Meere, ist aber mit einer umwerfend schönen Landschaft und guter Luft in den Bergen gesegnet. Ergo war der erste Wirt- schaftszweig, der sich ab dem Jahre 1230 entwickelte, der Tourismus in Form von Gast- höfen und Herbergen. Später entstandene Wirtschaftszweige basierten auf der Her- stellung von Milchprodukten wie Käse und Schokolade und noch später auf Präzisions- instrumenten wie Uhren und im Maschinen- bau. Und dann, mit der Entstehung der ersten Banken, auf die Verwaltung der Ver- mögen wohlhabender Privatpersonen. Bedürfnisse und Lücken erkennen Unternehmertum im klassischen Sinn heisst: Bedürfnisse der Menschen oder Lücken im Marktgeschehen zu erkennen und darauf mit der Bereitstellung eines ent- sprechenden Angebots zu reagieren. Allerdings heisst unternehmerisch darauf zu reagieren auch, ein entsprechendes Risiko zu tragen. Meistens ist es das Kapital­ risiko. Denn ein Unternehmer muss – be- vor er den ersten Humpen Bier ausschen- ken oder das erste Hotelzimmer vermieten kann – erst einmal den Gerstensaft brauen und die Betten seiner Herberge beziehen und dafür in Vorleistung gehen. Kurzum: Er muss investieren. Oft dauert es Jahre, bis der erste Gewinn fliesst. Der 1994 von Jeff Bezos gegründete und 2007 an die Börse gebrachte Internethändler Amazon hat die ersten messbaren Gewinne nach zehn Jahren erwirtschaftet. Heute wird das Ver- mögen von Bezos auf über 25 Milliarden US-Dollar geschätzt. Das mit dem eigenen Unternehmen ein- hergehende finanzielle und persönliche Risiko zu tragen, ist nicht jedermanns Sache. In der Literatur ist daher oft die Rede von einer geradezu mystisch umschriebenen Unter- nehmerpersönlichkeit. Diese sollte gemäss gängiger Lehrmeinung von Psychologen und Soziologen unter anderem ein ausge- prägtes Selbstbewusstsein haben, bereit sein, Risiken einzugehen, mit Unsicherheiten und Ungewissheiten leben können, gerne und bereitwillig Verantwortung übernehmen Die ältesten Unternehmen und Marken der Schweiz, die noch heute bestehen. (Quelle: muellerscience) Dossier . Unternehmen 8 Das Magazin für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von UBS in der Schweiz
  5. 5. 9 1542 Gasthof «Kreuz» Wohlen, bis heute im Familienbesitz können, beharrlich, durchsetzungsfähig und leistungsstark sein und vieles mehr. Prozess der schöpferischen Zerstörung Mit welchen Charaktereigenschaften oder Methodenfähigkeiten sie auch gesegnet sein mögen: In der ökonomischen Theorie gelten Unternehmer primär als Menschen, die bereit und fähig dazu sind, neue Ideen oder Erfindungen in erfolgreiche unterneh- merische Innovationen umzusetzen. Gern zitiertes Beispiel in diesem Zusammenhang ist die Dampfmaschine als neue Erfindung und die darauf basierende Textilmaschine zur Herstellung von Kleidern als gewinn- bringende unternehmerische Innovation. Auf diese Art haben Unternehmer des 19. und 20. Jahrhunderts wesentlich zur Verän- derung der Welt beigetragen. Altes wurde von Neuem verdrängt: Nach der Erfindung des Ottomotors drängelte die Autoindustrie die vielen Fahrräder, Mopeds und Kutschen von den Strassen und deren Hersteller und Reparaturbetriebe aus dem Wirtschaftsge- schehen. Dieser Prozess der schöpferischen Zerstörung ist nach der Lehre des österrei- chischen Nationalökonomen Joseph Alois Schumpeter benannt und geht jeweils von einer Basisinnovation aus (Dampfmaschine, Eisenbahn, Elektrizität, Petrochemie, Infor- mationsverarbeitung). Durch sie wird eine breite wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklungsdynamik freigesetzt, was in einem – in langen Wellen verlaufenden – evolutionären Konjunkturwachstum mündet. Die letzte Basisinnovation ist die Informa- tionstechnologie und damit einhergehend die Möglichkeit der Datenspeicherung und -auswertung; das Internet, die sozialen Netzwerke sowie Firmen, die auf dieser Basisinnovation aufgesetzt haben, gibt es genug: Google, Facebook, Twitter, Amazon auf der internationalen Bühne; Firmen wie Logitech, Digitec oder Joiz auf der nationa- len. Sie sind nicht so gross wie die Urgesteine der hiesigen Wirtschaft namens Nestlé (1867) oder Roche (1896) und die beiden heutigen Grossbanken UBS und CS (siehe Box). Man könnte aber auch sagen, noch nicht so gross – denn keiner kann heute abschätzen, welche Rolle die neuen Firmen und die alten Konzerne in der Welt von morgen spielen werden – oder anders, wie die neuen Firmen und Technologien unsere Welt von morgen gestalten und prägen. Ebenso wie Basisinnovationen sind auch breite gesellschaftliche Entwicklungen, sogenannte Megatrends, erfolgverspre- chender Nährboden für innovative Firmen. Beispiel Umweltschutz: Der Boom elektrisch betriebener Fahrzeuge – ob auf zwei oder vier Rädern – hält seit einigen Jahren an. National hat sich der E-Bike-Produzent Flyer einen Namen gemacht, international hat der amerikanische Elektroautohersteller Tesla mittlerweile fast Kultstatus erreicht. Die Produktion der schnittigen Sportwa- gen und Limousinen mit hoher Reichweite ist auf Monate hinaus ausverkauft. Der Aktienkurs des 2003 gegründeten Unter- nehmens hat sich seit dem Börsengang im Jahr 2010 vom Ausgabepreis von 17 US- Dollar auf über 220 US-Dollar pro Stück hochgeschraubt. Rasante Tempozunahme Das Tempo der Firmengründungen hat sich parallel mit der sich verändernden Welt in den letzten Jahren ebenfalls rasant entwi- ckelt – eine Folge der in den 1980er- und 1990er-Jahren gesunkenen Markteintritts- schwellen für Firmenneugründungen. Es ist dank gelockerten staatlichen Rahmen­ bedingungen einfacher geworden, aus einer Idee ein Unternehmen zu machen. Viele Firmengründer sehen heutzutage aber in der Selbstständigkeit auch einen 1519 Christoph Froschauer, heute Orell Füssli Verlag, Zürich 1500 – 1599 1552 Pierre Fongeallaz, Weinhandel und -bau in Epesses 1599 «Hoch-Obrigkeitliche Druckerei» in Bern; seit 1799 Stämpfli 9September 2014 / Nr. 4
  6. 6. Engagement . Startup Academy Basel Starthilfe für Startups Die Startup Academy in Basel hilft jungen Unternehmen auf die Beine. UBS-Mitarbeiter Felix Wenger war schon dabei, als die Idee für den gemeinnützigen Verein vor vier Jahren entstand – und ist heute noch als Vorstandmitglied und Mentor aktiv. Text _ Daniela Hefti Bild _ Laura Tobler «Wie die Jungfrau zum Kinde», so sei er zu seinem Engagement für die Startup Acade- my gekommen, sagt Felix Wenger, Mana- ging Director Communications and Bran- ding. Ganz so zufällig scheint es aber dann doch nicht, dass er bis zum letzten Frühling Präsident des gemeinnützigen Vereins war. «Eine Beiz, eine Flasche Wein, vier Leute am Tisch», so habe alles begonnen. Und einer der vier war Felix Wenger. Sie wollten etwas tun, um Startups zu unterstützen. Neben seiner Tätigkeit für UBS war Wenger schon länger im Fachhochschulbereich tä- tig. «Immer wieder hatten Studierende tolle Geschäftsideen, gewannen sogar Preise für ihre Businesspläne – machten aber nichts daraus», stellte Wenger fest. Wenigstens probieren Ein Fruchthandel, eine Stilberatung, eine Online-Plattform oder eine Immobilien- vermittlung: Das sind nur vier von über 50 Unternehmen, denen die Startup Academy auf die Beine hilft oder geholfen hat. Der gemeinnützige Verein will Jungunterneh- merinnen und Jungunternehmer in den ersten zwei Jahren nach der Firmengrün- dung unterstützen. Dazu vernetzt er sie mit Hochschulen und der Wirtschaft, bringt junge Unternehmen mit Mentoren und Experten zusammen. Die Förderlandschaft für Startups ist in der Schweiz vielschichtig und sehr diversifiziert. Aber im Dienstleistungsbereich fehlen Un- terstützung und Infrastruktur weitgehend. Dies zeigte eine Studie, die der Verein in Auftrag gegeben hat. Die Startup Academy hilft Studierenden, aber auch Aus- und Wiedereinsteigern mit einer Geschäftsidee, ihren Businessplan zu konkretisieren und herauszufinden, ob ihre Idee etwas taugt. «Auch ein überzeug- ter Abbruch ist ein gutes Resultat. Man hat es wenigstens probiert!», ist Wenger überzeugt. Zu den inzwischen etablierten Alumni der Startup Academy gehört zum Beispiel Tagxy: Ein Unternehmen, das seit 2012 innovative Apps für Smartphones im Bereich der «Gamification» und «Augmen- ted Reality» entwickelt. Weibeln für eine gute Sache Als der Entscheid zur Gründung des Vereins gefasst war, galt es zu «weibeln», wie Wenger sagt: Die Partnerschaft mit der Fachhochschule Nordwestschweiz wurde etabliert. Wenger und seine Mitstreiter überzeugten Stiftungen von ihrer Sache und gewannen Wirtschaftspartner. Und sie überzeugten erfahrene Alumni und Verant- wortungsträger aus Wirtschaft und Politik, als Mentoren mitzuwirken. «Das private Felix Wenger studierte Geschichte und Germanis- tik an der Uni Basel, erlangte zudem die Lehrbefähigung und absolvierte einen MBA an der Uni St. Gallen. Er war zehn Jahre beim Bankverein tätig, bevor er die Branche wechselte: Er lei- tete einen europäischen Verbund aus zehn Verlagen. Vor acht Jahren kam er zu UBS zurück und ist heute Ma- naging Director Communications and Branding. Mit seiner Frau und seinem 15-jährigen Sohn lebt er in der Nähe von Basel. Senden Sie eine E-Mail an felix.wenger@ubs.com « Auch ein über­ zeugter Abbruch ist ein gutes Resultat. Man hat es wenigstens probiert! »Felix Wenger Netzwerk ist dabei extrem wichtig», betont Wenger. Heute zählt der Verein 450 Mit- glieder und verfügt über ein professionelles Sekretariat sowie einen Geschäftsführer. Der Ablauf des Begleitprozesses ist inzwi- schen in acht Schritten strukturiert, wobei die verschiedenen Rollen genau definiert sind. «Das macht es für alle einfacher – ins- besondere auch für die Mentoren, weil von Anfang an klar ist, in welchem Rahmen sich ihr Engagement bewegt.» Die Nachfrage von Startups, in das Programm aufgenommen zu werden, ist gross und noch etwas angestiegen, seit 18 Das Magazin für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von UBS in der Schweiz
  7. 7. Felix Wenger verbringt viel Freizeit in den Räumlichkeiten der Basler «Startup Academy». UBS und die Startup Academy Zu den Wirtschaftspartnern der Startup Academy gehört auch UBS, die sich nicht nur finanziell, sondern auch ide- ell engagiert: in Form von Beratungs- gesprächen, Infoveranstaltungen oder Expertenpanels zu Finanzierungsfra- gen. Auch über «UBS Employee Vo- lunteering» kann man sich als Mentor oder Experte melden. goto/engagement goto/community der Verein mitten ins Zentrum von Basel an den Picassoplatz umgezogen ist. Mittel- und langfristig soll der Verein selbsttra- gend werden. Die Startups bezahlen einen Beitrag, um am Programm teilzunehmen. Und die Arbeitsplätze, die am Anfang nur den teilnehmenden Startups offen- standen, nutzt der Verein inzwischen als Co-Working-Space, vermietet also flexible Arbeitsplätze im Gemeinschaftsbüro – und finanziert sich so etwa zur Hälfte selbst. Wissen weitergeben Im April hat Wenger sein Präsidium abge- geben. Er ist aber weiterhin im Vorstand der Startup Academy und nun wieder vermehrt auch als Mentor tätig. «Das wollte ich ja eigentlich, mein Wissen wei- tergeben!» Immer wieder seien die Leute erstaunt, berichtet er: Sie halten es für ausgeschlossen, dass ein Banker Wochen- end- und Abendarbeit leistet, ohne Profit daraus zu ziehen! «Dabei macht es mir wirklich einfach Spass.» UBS gebe ihm mit der Ausübung des Mandats die Möglich- keit, etwas zurückzugeben. Das Thema interessiere ihn, er könne nach langen Jahren im Ausland wieder sein Netzwerk in Basel pflegen. «Und es ist ausserdem ein guter Ausgleich zu den hochkomplexen Strukturen, in denen ich mich sonst bewege.» • www.startup-academy.ch 19September 2014 / Nr. 4

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