Sprech- und Telefonieverhalten
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Eine Mehrheit der Befragten kann den Start-
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3.2 Auslandsgespräche –
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Trotz der mittlerweile sehr günstigen Preise
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3.3 Gesprächspartner
im Ausland
Menschen mit Migrationshintergrund pflegen
ein großes Netz an Kontakten im Ausland. Die...
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Gespräche in der direkten Abstammungslinie
werden meistens mit früheren Generationen ge-
führt. Die eigenen Kinder sind...
Herausgeber:
Ortel Mobile GmbH
Gladbecker Straße 3
40472 Düsseldorf
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Aktuelle Studie von Ortel Mobile und forsa: Jeder zweite Zuwanderer träumt auf Deutsch

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Für die meisten deutschsprachigen Zuwanderer und deren Kinder ist Deutsch die Sprache der Wahl – sogar im Freundeskreis oder innerhalb der Familie. Dies zeigt die aktuelle Studie „Migranten und ihre Sprache: Sprech- und Telefonieverhalten von Zuwanderern in Deutschland“ der forsa Gesellschaft für Sozialforschung und statistische Analysen mbH im Auftrag des Mobilfunkunternehmens Ortel Mobile.

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  1. 1. Sprech- und Telefonieverhalten von Zuwanderern in Deutschland MIGRANTEN UND IHRE SPRACHE:
  2. 2. Über Ortel Mobile GmbH Ortel Mobile ist der führende Anbieter für Telekommunikation von in Deutschland lebenden Menschen mit Migrationshintergrund. Von Düsseldorf aus bietet Ortel Mobile auf Prepaid-Basis Mobilfunkverbindungen ins europäische und internationale Ausland zu attraktiven Konditionen. Zum preiswerten und transparenten Basis-Tarif können verschiedene Optionen hinzugebucht werden, beispielsweise für die Nutzung von SMS, Roaming oder dem mobilen Internet. Ortel Mobile nutzt das Mobilfunknetz von E-Plus. Seit 2012 ist Ortel Mobile eine Tochtergesellschaft von der E-Plus Gruppe und wird von den Geschäftsführern Daniel Staarmann und Gregor Fränzel geleitet. Neben der Kernmarke Ortel Mobile vertreibt das Mehrmarkenunternehmen seit September 2013 auch die Marken Blauworld und SIM Voice Plus. Zudem wird für die ECO World Connect GmbH die Partnermarke Mobilka realisiert. Über forsa forsa Gesellschaft für Sozialforschung und statistische Analysen – bekannt als Forsa-Institut – wurde 1984 von Professor Manfred Güllner in Köln gegründet. forsa ist als Full-Service-Institut in allen Bereichen der Markt-, Medien-, Politik- und Sozialforschung tätig. forsa bearbeitet eine breite Palette von Frage- und Problemstellungen und bietet das gesamte Spektrum der Metho- den empirischer Sozialforschung an. Studieninformation 2014 Die Studie „Migranten und ihre Sprache: Sprech- und Telefonieverhalten von Zuwanderern in Deutschland“ basiert auf einer bundesweiten Telefonumfrage im Februar/März 2014 durch das Forsa-Institut im Auftrag der Ortel Mobile GmbH. Befragt wurden 1.000 deutschsprachige Men- schen mit Migrationshintergrund ab 14 Jahren über das CATI-Verfahren (Computer Assisted Telephone Interview). Unter den Befragten waren 546 Männer und 454 Frauen. 60 Prozent der Teilnehmer sind in Deutschland geboren, 40 Prozent im Laufe ihres Lebens in die Bundesrepu- blik eingewandert. Ein Mobiltelefon besaßen 977 Befragte.
  3. 3. 3 Deutschland hat eine lange, sehr vielfältige Einwanderungsgeschichte: Als Mitte der 1950er Jahre ein rasches Wirtschaftswachstum zu einem Arbeitskräftemangel führte, warb die Bundes- republik vermehrt Arbeitskräfte im Ausland an. Was folgte, war ein regelrechter Boom an Zuzü- gen ausländischer Arbeitsnehmer. Nach einwanderungsschwachen Jahren infolge des Anwer- bestopps 1973 stieg der Zuzug in den 1990er Jahren wieder stark an. In dieser Zeit erreichte die Einwanderung in Deutschland vor allem bedingt durch politische Differenzen im ehemaligen Jugoslawien und den kurdisch besiedelten Gebieten der Türkei ihren bisherigen Höhepunkt. Ein Blick in die Gegenwart zeigt: 2012 lebten insgesamt 16,3 Millionen Menschen mit Migra- tionshintergrund in Deutschland. Die Bundesrepublik erlebt einen erneuten Anstieg der Im- migrantenzahlen: Laut Migrationsbericht 2012 der Bundesregierung wanderten im selben Jahr 1,08 Millionen Menschen ein. Abzüglich derer, die Deutschland in diesem Jahr den Rücken kehrten, hat das Land somit 370.000 Einwohner dazu gewonnen – vornehmlich aus Polen, Rumänien, Bulgarien und Ungarn. 2013 setzte sich diese Entwicklung durch einen Einwande- rungsstrom aus Südeuropa fort: Vor allem Fachkräfte aus Griechenland und Spanien kamen nach Deutschland. Und auf diese Mitbürger ist Deutschland zwingend angewiesen: Denn Migration bedeutet kulturelle Vielfalt, steigende Geburtenzahlen und wirtschaftliche Handlungs- fähigkeit. Mit vielfältigen Kulturen treffen gleichwohl verschiedene Ansprüche an ein erfolgreiches Zusam- menleben aufeinander. Damit sich diese erfüllen, bedarf es an Offenheit und Neugier von Seiten der Deutschen und andererseits den Willen der Einwanderer, in diesem Land Fuß zu fassen. Und damit sieht es tatsächlich besser aus, als von vielen Kritikern bemängelt. Das belegt nicht nur der Blick auf die zweite und dritte Generation in Deutschland lebender Migranten oder der aktuelle Migrationsbericht 2012. Auch die vorliegende Studie „Migranten und ihre Sprache: Sprech- und Telefonieverhalten von Zuwanderern in Deutschland“, die Ortel Mobile gemeinsam mit dem Marktforschungsinstitut Forsa durchgeführt und ausgewertet hat, zeichnet ein positi- ves Bild. Ortel Mobile sieht sich als Begleiter in interkulturellen Lebenswelten: Der führende Anbieter von Telekommunikation für Menschen mit Migrationshintergrund bietet nicht nur Tarifoptionen für seine Zielgruppen an – er versteht diese, ihre Ansprüche und ihre Lebenswelt tatsächlich. Denn das Unternehmen ist wie seine Zielgruppe interkulturell: Ortel Mobile lebt in seiner tagtäglichen Arbeit das Miteinander der Kulturen vor und beschäftigt Menschen aus 18 Nationen. Ich hoffe, die Lektüre der vorliegenden Studie gibt Ihnen über die trockenen Zahlen hinaus einen Einblick in die Kommunikationsgewohnheiten in Deutschland lebender Migranten. Ich bin sicher, dass dieses weiterführende Verständnis für die Lebenswelt der verschiedenen Bevölke- rungsgruppen uns alle in unseren gemeinsamen Integrationsbemühungen stärkt. Nur so bleibt die Vielfalt an Kulturen in unserem Land weiterhin erfolgreich bestehen. Mit den besten Grüßen Daniel Staarmann, Geschäftsführer Ortel Mobile GmbH Daniel Staarmann, Geschäftsführer Ortel Mobile GmbH Vorwort
  4. 4. 4 1. Ergebnisse im Überblick................................................................................. Seite 5 – 6 2. Sprachgebrauch: What language parlez-vouz?................................... Seite 7 – 12 2.1 Sprachkenntnisse von Migranten 2.2 Welche Sprache wird wann benutzt? 2.3 Gründe für den Sprachwechsel 3. Die Welt am Apparat: Telefonnutzung.................................................... Seite 13 – 18 3.1 Handy und Tarife 3.2 Auslandsgespräche – das Wann und das Wie 3.3 Gesprächspartner im Ausland Inhaltsverzeichnis
  5. 5. 5 1. ERGEBNISSE IM ÜBERBLICK
  6. 6. 6 1. Ergebnisse im Überblick Zweisprachigkeit ■  Ein Migrationshintergrund bedeutet nicht zwingend Zweisprachigkeit. Nur 49 Prozent der Zuwanderer in erster oder zweiter Gene- ration sprechen die Sprache ihres Herkunfts- landes fließend. ■  Nur 22 Prozent derer, die als Zuwandererkin- der in Deutschland geboren werden, sprechen die Sprache des Herkunftslandes fließend. ■  Je jünger die Befragten, desto besser die Sprachbeherrschung: In der Altersgruppe bis 29 Jahre liegt der Anteil jener, die die Sprache ihres Herkunftslandes fließend be- herrschen, bei 81 Prozent. Mehrsprachigkeit ■  57 Prozent der Befragten beherrschen ne- ben dem Deutschen und der Sprache ihres Herkunftslandes eine weitere Fremdsprache. ■  Üblicherweise handelt es sich dabei um Englisch. Sprachwahl im Alltag ■  78 Prozent der Migranten sprechen mit ih- rem Partner Deutsch. ■  Ein Drittel der Befragten mit Kindern erzieht diese bewusst zur Zweisprachigkeit. ■  Arbeitssprache ist klar Deutsch. Im Umgang mit Freunden entscheidet die Größe der Sprachgemeinschaft: Die zahlenmäßig star- ken Spätaussiedler- und türkischen Commu- nities nutzen häufiger ihre Herkunftssprache als Mitglieder kleinerer Gruppen. ■  Die Hälfte (52 Prozent) der Befragten träumt auf Deutsch, 41 Prozent wechseln zwischen Deutsch und der Herkunftssprache. Gründe für die Sprachwahl ■  Drei von fünf Befragten bevorzugen für man- che Themen die Herkunftssprache. ■  Der Grund dafür ist jedoch nur selten, dass diese als Geheimsprache funktioniert (7 Pro- zent). Viel häufigere Ursache ist einfach Ge- wohnheit (60 Prozent). Handyverbreitung und -nutzung ■  98 Prozent der befragten Migranten besitzen ein Handy – die Quote liegt damit höher als in der Gesamtbevölkerung. ■  Ein Drittel davon telefoniert täglich innerhalb Deutschlands. ■  Bei der Nutzung bestätigen sich manche Stereotypen, wie der des kommunikativen Südeuropäers. Andere werden widerlegt, zum Beispiel das Klischee ständig telefonie- render Frauen. Tarife ■  Zuwanderer in der ersten Generation sind offener für die Angebote der kleineren Mobil- funkdienstleister. ■  Allnet-Flat, Ein-Netz-Flats, minutengenaue Abrechnung und feste Minutenkontingente sind fast gleich populär. Auslandstelefonie ■  Bei Auslandstelefonaten achten 42 Prozent der Befragten darauf, weniger als 15 Minu- ten zu sprechen. Weitere 40 Prozent spre- chen zwischen 15 und 30 Minuten. ■  Je länger das Gespräch, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass es vom Fest- netz geführt wird. Dabei sind Festnetzge- spräche oft deutlich teurer als Gespräche von einem Handy mit Spezialtarif für Aus- landsgespräche. Kontaktpflege ■  Auslandsgespräche werden am häufigsten mit Freunden und Bekannten geführt (46 Prozent der Befragten), dann folgen Tanten, Onkel, Cousinen und Cousins (35 Prozent). ■  Zwei Drittel der Befragten freuen sich auf die Kontaktpflege mit ihren Verwandten und Be- kannten im Ausland.
  7. 7. 7 PARLEZ-VOUS? 2. WHAT LANGUAGE
  8. 8. 8 Sprechen alle Menschen mit ausländischen Wurzeln in Deutschland mehrere Sprachen? Die Antwort ist ein klares Nein: Ein Migrations- hintergrund bedeutet keineswegs, dass einem die Zweisprachigkeit in die Wiege gelegt wird. Nur die Hälfte (49 Prozent) der Zuwanderer in erster oder zweiter Generation spricht die Sprache des Herkunftslandes fließend. Dabei zeigen sich klare Unterschiede – je nachdem, ob Migranten (selbst im Ausland geboren) oder Menschen mit Migrationshin- tergrund (mindestens ein Elternteil im Ausland geboren) befragt werden: Von denjenigen, die selbst erst nach Deutschland eingewandert sind, sprechen 70 Prozent die Sprache des Herkunftslandes fließend. Von den hier Ge- borenen hat nur ein deutlich geringerer Anteil, nämlich gerade 22 Prozent, die Herkunftsspra- che auf muttersprachlichem Niveau von den Eltern gelernt. Je jünger, desto besser die Sprachkenntnis Es wäre allerdings falsch anzunehmen, dass die Kenntnis der Herkunftssprache bei jungen Migranten verloren geht. Das Gegenteil ist rich- tig: Je jünger die Befragten, desto besser ist die Kenntnis der Herkunftssprache. Bei der Gene- ration 50+ geben nur 39 Prozent eine völlig si- chere Sprachbeherrschung an, von den 30- bis 49-Jährigen sind es mit 55 Prozent schon mehr als die Hälfte, und von den jüngsten Befragten bis einschließlich 29 Jahren sprechen 81 Prozent ihre Herkunftssprache fließend. Dieses Ergebnis speist sich aus zwei Trends: Aus Ost- und Südosteuropa hat es durch die politischen Veränderungen der vergangenen 25 Jahre stärkere Wanderungsbewegungen gegeben. Dadurch sind viele junge Menschen nach Deutschland gekommen, die dort noch mit der Landessprache aufgewachsen sind. In Mittel-, West- und Südeuropa geht die gute Sprachkenntnis unter den Jüngeren auf die Europäisierung zurück: Hier gibt es einen großen Anteil gut ausgebildeter Arbeitnehmer, oftmals Akademiker, die in Deutschland einen Arbeitsplatz gefunden haben. Mit dem hohen Bildungsstandard geht oft eine gute Sprachbe- herrschung einher. Ein weiterer wichtiger Faktor für Kenntnis- se auf hohem Niveau ist – naheliegend – die häufige Nutzung der Sprache. Unter den Be- fragten, die mindestens wöchentlich mit ihrem Herkunftsland telefonieren, sprechen 75 Pro- zent fließend; unter denen, die sich höchstens monatlich in der Heimat melden, sind dies nur 35 Prozent. 2.1 Sprachkenntnisse von Migranten 49% 51% Migration ist nicht gleich Zweisprachigkeit 51 % 49 % 14 bis 29 30 bis 49 über 50 Jahre Jahre Jahre Jüngere Migranten pflegen die Herkunftssprache 49 % sprechen die Sprache des Herkunftslandes fließend.
  9. 9. 9 Dreisprachigkeit Eine Mehrheit der Befragten kann den Start- vorteil der Zweisprachigkeit weiter ausbau- en. 57 Prozent beherrschen eine Drittsprache fließend – dieser Prozentsatz ist höher als der Anteil derjenigen, die die Sprache ihres Herkunftslandes fließend sprechen. Diese Er- kenntnis weist die oft reflexmäßige Gleichset- zung von Migrationshintergrund und Bildungs- ferne ins Reich der Fabel: Denn zumindest diese Drittsprache wurde nicht von den Eltern übernommen, sondern bewusst erlernt. Wie schon bei der Zweisprachigkeit zeigt sich: Je jünger die Befragten, desto mehr von ihnen beherrschen die Drittsprache fließend. Üblicher- weise dürfte es sich hierbei um das Englische als moderne Weltverständigungssprache handeln. Für diese Annahme spricht, dass aus allen Na- tionalitäten zwischen 33 und 93 Prozent der Be- fragten eine Drittsprache beherrschen – mit einer Ausnahme: den Briten. Von ihnen haben nur 15 Prozent eine dritte Sprache erlernt. Der einfache Grund: Sie benötigen neben ihrer Muttersprache und der Sprache ihres Aufenthaltslandes oft kei- ne weiteren Sprachkenntnisse. Überraschenderweise ist Dreisprachigkeit unter Männern verbreiteter als unter Frauen, obwohl diesen generell eine größere Sprach- begabung nachgesagt wird. Eine mögliche Er- klärung könnte sein, dass Frauen in manchen Ländern immer noch einen schlechteren Zu- gang zu höherer Bildung haben als Männer. Sprachbegabte Griechen Unterschiede in den Sprachkenntnissen zei- gen sich nach Herkunftsländern: Migranten aus Ländern mit größerer politischer Stabilität folgen oft der Arbeitsgelegenheit, sind ent- sprechend gut ausgebildet und bringen eine größere Tendenz zur Mehrsprachigkeit mit. Unter den Menschen aus Ländern, in denen es in den vergangenen 25 Jahren eine Systemver- änderung gab, gibt es häufig andere Gründe für den Ortswechsel, so dass Menschen mit jedem Bildungshintergrund zugewandert sind. So liegt die Quote jener Menschen, die eine Zweitsprache fließend beherrschen, bei Po- len, Tschechen, Slowaken, Ungarn, Rumänen, Ukrainern und Bürgern der ehemaligen Sow- jetunion unter dem Durchschnitt von 49 Pro- zent. Bei der perfekten Kommunikation in einer Drittsprache liegen die meisten dieser Natio- nalitäten wieder im Durchschnitt. Schlusslicht sind hier die Briten, die das Englische nicht als Drittsprache erwerben müssen. Auf Platz 1 rangieren die Griechen: 93 Prozent von ihnen sprechen eine dritte Sprache neben Deutsch und Griechisch. Welche Sprache wird in Migrantenhaushal- ten gesprochen? Findet das Familienleben in der Sprache des Herkunftslandes statt, oder ist Deutsch als Umgangssprache so normal wie außerhalb der eigenen vier Wände? Die Studie gibt eine klare Antwort: Vier von fünf Befragten (78 Prozent) sprechen mit ihrem Partner Deutsch. 93% 90% 86% Asien ehem. Sowjetunion NiederlandeGriechenland Südamerika 72% 70% Drittsprache fließend – die Top 5
  10. 10. 10 Unterschiede gibt es wieder je nach Herkunfts- region: Mitteleuropäer verwenden nur zu fünf Prozent überwiegend ihre Herkunftssprache. Bei Familien aus dem osteuropäischen Raum ist dies deutlich eher üblich – aber auch in diesen liegt der Anteil derer, die hauptsäch- lich die Herkunftssprache nutzen, nur bei ei- nem Viertel. Diese Unterscheidung spiegelt unterschiedliche Gründe der Migration wider: Im Zuge politischer Veränderungen sind eher ganze Familien umgezogen, während aus West- und Mitteleuropa ein größerer Anteil an Einzelpersonen zugezogen ist, der hier zum Teil deutsche Partner gefunden hat. Kinder werden oft zur Zweisprachigkeit erzogen Die Wahl der verwendeten Sprache wird da- bei durchaus bewusst getroffen: Dies zeigt sich daran, dass im Umgang mit Kindern die Sprache des Herkunftslandes spürbar häufiger verwendet wird. Von jenen Befragten, die die Herkunftssprache fließend sprechen, wählen 78 Prozent im Gespräch mit dem Partner das Deutsche – aber nur 69 Prozent sprechen mit ihren Kindern Deutsch. Ein möglicher Grund für den Sprachwechsel: Migranten mit deutschem Partner können bei der Unterhaltung miteinander die deutsche Sprache üben; Menschen mit Migrations- hintergrund sind ohnehin in einem deutsch- sprachigen Umfeld aufgewachsen. In beiden Fällen ist Deutsch die naheliegende Wahl. Gegenüber den Kindern stellt sich die Situa- tion anders dar: Das Deutsche erlernen sie in ihrem Alltag und (bei gemischten Paaren) im Umgang mit dem deutschsprachigen Eltern- teil. Durch die bewusste Wahl der Fremd- sprache bei dem Elternteil mit Migrationshin- tergrund wachsen die Kinder von vornherein zweisprachig auf. Unter Freunden: Sprachwahl nach Größe der Community Ein uneinheitliches Bild zeigt sich bei der Fra- ge, welche Sprache im Umgang mit Freunden und Bekannten bevorzugt wird. Im Durch- schnitt verwenden drei Viertel (76 Prozent) aller 2.2 Welche Sprache wird wann genutzt? Mitteleuropa Osteuropa Südeuropa Südosteuropa 75 72 Westeuropa 82 57 100 81 72 67 70 40 Partner Kindern Niederlande Italien Ungarn ehem. Jugoslawien Rumänien Großbritannien Polen Griechenland Kroatien Südamerika Tschechien/Slowakei Asien Frankreich Russland ehem. Sowjetunion Ukraine Türkei 88 % 87 % 86 % 86 % 85 % 83 % 83 % 80 % 80 % 78 % 75 % 73 % 69 % 62 % 50 % 40 % 37 % Deutsch als Hauptsprache im Freundeskreis Ich spreche meistens Deutsch mit meinem/meinen …
  11. 11. 11 Befragten, die ihre Heimatsprache fließend be- herrschen, im sozialen Umgang überwiegend Deutsch. Differenzierungen ergeben sich je nach Grö- ße der jeweiligen Gruppe: Die zahlenmäßig recht starken Communities der Spätaussied- ler aus Osteuropa und der türkischstämmigen Migranten nutzen häufiger ihre Muttersprache. Sie kennen viele Ansprechpartner, mit denen die Unterhaltung in ihrer Heimatsprache mög- lich ist (Herkunftsland Türkei: nur 37 Prozent überwiegend Deutsch; Herkunftsregion Osteu- ropa: nur 57 Prozent). Aus Westeuropa pflegen die Franzosen sehr bewusst ihre Sprache im Umgang untereinander. Bei der Arbeit hingegen herrscht ganz klar Deutsch vor – unabhängig von der Größe der Community. 88 Prozent der Befragten geben an, im Umgang mit Kollegen die deutsche Sprache zu verwenden, die Abweichungen vom Durch- schnitt sind unabhängig von der Herkunft gering. Dazu kommen zehn Prozent, die eine andere Sprache als ihre Herkunftssprache beziehungs- weise mehrere Sprachen verwenden – dies be- trifft beispielsweise jene Arbeitnehmer, die in international tätigen Unternehmen mit der Ar- beitssprache Englisch tätig sind. Ganz privat: In welcher Sprache wird geträumt? Die privateste „Sprachwahl“ entzieht sich der bewussten Kontrolle: die Frage, in welcher Sprache Menschen mit Migrationshintergrund träumen. Hier zeigt sich, dass die Eindrücke und Fähigkeiten bunt vermengt werden: 52 Prozent der Befragten mit fließender Sprach- beherrschung träumen auf Deutsch, bei 41 Prozent wechselt die Sprache. Überraschend deutlich: Bei nur vier Prozent überwiegt die Herkunftssprache klar. Eine ebenfalls zunächst verblüffende Erkennt- nis: Die Traumsprache steht in Zusammenhang mit der Herkunft. Menschen aus der Türkei, aus Osteuropa und aus Frankreich träumen häufiger im Sprachmix oder in ihrer Herkunfts- sprache als die meisten West- und Mitteleuro- päer. Dieses Phänomen lässt sich jedoch leicht erklären, wenn man die Alltags-Sprachnutzung betrachtet: Es handelt sich um dieselben Nati- onalitäten und Herkunftsregionen, die im Um- gang mit Freunden überdurchschnittlich oft die Herkunftssprache nutzen. Die Sprache ist somit in ihrem Alltag stärker präsent und fließt daher in die nächtliche Verarbeitung der tägli- chen Erlebnisse ein. sowohl als auch 41% Deutsch 52% Herkunfts- sprache andere Sprache 4% 1% keine Angabe 2% Die Sprache der Träume
  12. 12. 12 Auch wenn der vorangegangene Abschnitt klärt, wann in eine andere Sprache gewechselt wird – offen bleibt dabei zunächst, warum die- ser Wechsel stattfindet. Insgesamt geben drei von fünf Befragten (57 Prozent) an, dass sie für bestimmte Themen lieber ihre Herkunfts- sprache bevorzugen. Überraschend: Dieser Wechsel hängt kaum damit zusammen, ob die Befragten im deutschen oder in einem anderen Sprachraum geboren sind. Tatsächlich nutzen hier geborene Befragte ihre Muttersprache so- gar noch ein wenig häufiger als Zugewanderte in erster Generation (58 zu 56 Prozent). Der Grund ist allerdings nicht, dass sie damit Nicht-Muttersprachler ausschließen möchten und sich so mehr Privatsphäre verschaffen könnten. Dieses Motiv spielt nur für sieben Prozent von ihnen eine Rolle. Der Hauptgrund ist deutlich banaler: Für 60 Prozent ist es nur eine Frage der Gewohnheit. Bereits Rang 2 und Rang 3 der Wechselmotive sind deutlich abgeschlagen: 16 Prozent wechseln in die Herkunftssprache, weil sie sich darin sicherer fühlen, acht Prozent können sich darin besser und präziser ausdrücken. 2.3 Gründe für den Sprachwechsel fühle mich sicherer kann mich besser ausdrücken damit andere nicht lauschen damit Verwandte/Bekannte mich verstehen 60% 16% 5% 7% 8% aus Gewohnheit fühle mich sicherer kann mich besser ausdrücken damit andere nicht lauschen damit Verwandte/Bekannte mich verstehen 60% 16% 5% 7% 8% aus Gewohnheit Gründe für den Sprachwechsel – die Top 5
  13. 13. 13 TELEFONNUTZUNG 3. DIE WELT AM APPARAT:
  14. 14. 14 98 Prozent der Migranten besitzen ein Mobiltelefon – praktisch sämtliche Befragten. In dieser Gruppe liegt die Mobilfunknutzung also deutlich höher als im Bevölkerungsdurch- schnitt: Je nach Studie wird der Anteil der Handynutzer in Deutschland zwischen 75 und 90 Prozent angegeben. Diese hohe Verbreitung geht einher mit einer intensiven Nutzung. Innerhalb des deutschen Festnetzes und der deutschen Mobilfunknet- ze gehören Menschen mit Migrationshinter- grund eher zu den Vieltelefonierern. Mehr als ein Drittel (35 Prozent) der Befragten spricht täglich über das Handy, zwei Drittel (69 Pro- zent) mindestens mehrmals pro Woche, und drei Viertel (75 Prozent) telefonieren mindes- tens wöchentlich. Bestätigte und widerlegte Klischees Die Befragung bestätigt dabei einige bekannte Stereotype, wie beispielsweise den des mitteil- samen Südländers: Im Durchschnitt kommuni- zieren 45 Prozent der Südeuropäer täglich per Mobiltelefon – zehn Prozentpunkte mehr als der Durchschnitt aller Befragten. Spitzenreiter sind dabei die Griechen. 64 Prozent von ihnen gehören zu den täglichen Nutzern. Vergleichs- weise sparsam dagegen kommunizieren die Westeuropäer: 23 Prozent telefonieren jeden Tag. Andere gängige Bilder kann die Befragung je- doch widerlegen: etwa dasjenige von der Frau, die ständig über Telefon die neuesten Neuig- keiten austauscht. Unter den befragten Frauen gehören nur 31 Prozent zu den täglichen Han- dynutzern, bei den Männern sind es 38 Pro- zent. Wenig beeindruckt von großen Marken Eine interessante Erkenntnis folgt aus der Ana- lyse der verwendeten Mobilfunkanbieter. Un- ter jenen Befragten, die nicht in Deutschland 3.1 Handy und Tarife Mitteleuropäer Osteuropäer Südeuropäer Südosteuropäer Westeuropäer 34% 45% 23% 47% 36% Handy-Telefonate in Deutschland Vieltelefonierer nach Regionen täglich mehrmals wöchentlich wöchentlich 35% 34% 6% mehrmals pro Monat 10% seltener Nie14% 1%
  15. 15. 15 geboren wurden, ist ein Teil erst vor wenigen Jahren eingewandert. Diese Menschen waren in den rund 20 Jahren seit der Liberalisierung des Telefonmarkts nicht in gleichem Maße dem Werbedruck der zwei größten Netzbetreiber ausgesetzt. Dieser Sachverhalt schlägt sich deutlich in der Wahl des Telefonanbieters nieder. In Deutsch- land geborene Menschen mit Migrationshin- tergrund wählen zu 32 Prozent die Telekom und zu 18 Prozent Vodafone. Zugewanderte, die nicht in gleichem Maße ein festgelegtes Markenimage im Kopf haben und ihre Ent- scheidung aufgrund von Recherchen treffen, kommen zu einer anderen Entscheidung: nur 25 Prozent Telekom, nur 15 Prozent Vodafone. Stattdessen bevorzugen sie Anbieter mit güns- tigerem Preis-Leistungs-Verhältnis wie E-Plus, O2 und die Mobilfunk-Discounter. Flexibilität bei den Tarifmodellen Eine große Vielfalt zeigt sich auch bei den ge- wählten Bezahlungsmodellen: So verwenden trotz der intensiven Telefonnutzung nur 29 Pro- zent der Befragten günstige Allnet-Flats in die deutschen Netze. Die Abrechnung nach Ge- sprächsminuten ist ebenso verbreitet. Ähnlich viele Befragte (25 Prozent) haben einen Tarif mit festem Minutenkontingent. Weniger ge- nutzt – aber auch nicht selten – sind Tarife mit einer Flatrate für ein Netz. Die Entscheidung für den jeweiligen Tarif steht dabei in enger Korrelation mit dem Kommu- nikationsverhalten der Nutzer: Südeuropäer, die zu den intensiven Telefonnutzern gehören, bevorzugen Allnet-Flats (38 Prozent statt 29). Westeuropäer, die eher zurückhaltende Nutzer sind, entscheiden sich öfter für die minutenge- naue Abrechnung (34 Prozent statt 29). 29% 29% 25% 19% Allnet-Flat minutengenaue Abrechnung Kontingent an Inklusivminuten Flat in ausgewählte Netze Tarifwahl passend zum Telefonverhalten
  16. 16. 16 3.2 Auslandsgespräche – das Wann und das Wie Trotz der mittlerweile sehr günstigen Preise werden Telefonate ins Ausland noch nicht mit derselben Selbstverständlichkeit geführt wie innerhalb Deutschlands. So achten 42 Prozent der Befragten darauf, dass sie Auslandsge- spräche eher kurz halten (bis zu 15 Minuten), weitere 40 Prozent sprechen üblicherweise zwischen 15 und 30 Minuten mit ihren Ver- wandten und Bekannten jenseits der deut- schen Grenzen. Dabei gibt es keine klaren Tendenzen, ob die Befragten häufig oder nur zu konkreten An- lässen Ferngespräche führen. Die Hälfte der Befragten (47 Prozent) meldet sich regelmäßig zur Kontaktpflege. 49 Prozent hingegen tun dies nur zu besonderen Daten wie Geburtsta- gen oder Feiertagen. Mobilfunk günstiger als Festnetz Hartnäckig hält sich dabei das Gerücht, dass Auslandsgespräche über Festnetz günstiger sei- en als über das Mobilfunknetz. Das Gegenteil ist richtig: Spezialisierte Anbieter wie Ortel Mo- bile haben Tarife entwickelt, bei denen die Ge- sprächsminute in jedes Land höchstens genau- so teuer, oft jedoch sogar deutlich günstiger ist als bei verbreiteten Festnetztarifen. Tatsächlich gilt also: Je länger man telefoniert, desto eher sollte man das Handy mit einem speziell darauf ausgerichteten Anbieter wählen. In der Praxis zeigt sich jedoch leider ein ande- res Bild: 78 Prozent der Befragten telefonieren hauptsächlich über das Festnetz ins Ausland und zahlen dadurch mehr als notwendig. Un- glücklich dabei: Gerade längere Gespräche werden meist so geführt. 44 Prozent der Fest- netznutzer und nur 28 Prozent der Handy- nutzer sprechen 15 bis 30 Minuten. Wer vom Mobiltelefon ins Ausland telefoniert, fasst sich meistens kürzer. 64 Prozent dieser Gruppe te- lefonieren maximal 15 Minuten. keine Angabe4% Regelmäßiger Kontakt 47% Nur zu Geburtstagen und Feiertagen 49% Festnetz78%18%Handy keine Angabe 4% Regelmäßiger Draht in die Heimat? Auslandsgespräche laufen über ...
  17. 17. 17 3.3 Gesprächspartner im Ausland Menschen mit Migrationshintergrund pflegen ein großes Netz an Kontakten im Ausland. Die Gesprächspartner kommen keineswegs nur aus dem Familienkreis: Die Hälfte der Befrag- ten (46 Prozent) telefoniert häufig mit Freunden und Bekannten – ein klares Zeichen, dass das Gespräch in Echtzeit immer noch eine engere Bindung herstellt als der weltweite Austausch von Informationshäppchen über Facebook und vergleichbare Dienste. Auf Platz zwei der häufigsten Gesprächspart- ner folgen Familienmitglieder; allerdings nicht aus dem allerengsten Familienkreis, sondern eher Verwandtschaftsgrade wie Tanten, Onkel, Cousinen oder Cousins. Diese sind für 35 Pro- zent der Befragten häufige Gesprächspartner. 21 beziehungsweise 19 Prozent telefonieren mit ihren Eltern oder Großeltern. Auffällig: Solche Großes Sparpotenzial durch Spezialtarife Selbst von den Mobilfunknutzern, die regel- mäßig vom Handy ins Ausland telefonieren, verwenden nur 21 Prozent einen speziell dar- auf ausgerichteten Tarif oder eine eigene SIM- Karte. Im Umkehrschluss bedeutet dies: 79 Pro- zent von ihnen können Geld sparen, wenn sie für ihre Auslandsgespräche einen geeigneten Anbieter wählen. 46% 35% 21% 19% 9% 8% 5% Freunde, Bekannte Geschwister Eltern Großeltern berufliche Kontakte Kinder Verwandte ab Tante/Onkel, Cousin/Cousine Gesprächspartner in der Heimat
  18. 18. 18 Gespräche in der direkten Abstammungslinie werden meistens mit früheren Generationen ge- führt. Die eigenen Kinder sind zwar für fünf Pro- zent der Befragten Ansprechpartner im Ausland, doch im Normalfall dürften die Kinder bei ihren Eltern in Deutschland leben oder – bei Volljähri- gen – ihren Lebensmittelpunkt hier behalten. Kontakte werden gern gepflegt Ob Freunde, Bekannte oder Familie: Die große Mehrheit der Befragten (68 Prozent) unterhält sich gern mit ihren Kontakten im Ausland. Je- dermanns Sache sind diese Gespräche jedoch nicht: Zwar geben lediglich 13 Prozent an, dass diese Gespräche für sie eher eine Pflichtübung sind. Auffällig ist bei dieser Frage jedoch, dass ein vergleichsweise großer Anteil die Frage gar nicht beantwortet: 19 Prozent der Befragten entschieden sich für „keine Angabe“, bei den anderen Fragen der Studie lag dieser Anteil le- diglich zwischen null und vier Prozent. Besonders herzlich geben sich bei dieser Fra- ge die Briten: Volle 90 Prozent bestätigen, dass sie gerne mit der Heimat telefonieren. Diese Antwort kann allerdings erneut Anlass bieten, über nationale Stereotype nachzudenken – sagt man doch gerade Engländern eine aus- geprägte Erziehung zur Höflichkeit nach. Eine derart extreme Abweichung vom Durchschnitt spricht möglicherweise dafür, dass diese Grup- pe sich stärker an der sozial wünschenswerten Antwort orientiert. Gute Atmosphäre beim Gespräch Für viele Befragte gehört es zum Gespräch in die Heimat dazu, durch die Pflege kleiner Ritu- ale eine angenehme Atmosphäre zu schaffen. Besonders beliebt: die bequeme Lage auf dem Sofa. Für 43 Prozent der Männer und 60 Pro- zent der Frauen gehört dies zum Telefonat in die Heimat mit dazu. Ebenfalls populär – wenn auch weniger wertschätzend für den Gesprächspart- ner: parallel zum Gespräch im Internet surfen. Diese Gewohnheit pflegen Männer (30 Prozent) und Frauen (31 Prozent) gleichermaßen. Auf Rang drei der kleinen Nebenbeschäftigun- gen folgt das Bekritzeln von Notizzetteln. Dies tun 19 Prozent der Männer und 31 Prozent der Frauen. Meister in dieser Disziplin sind die Be- fragten asiatischer Herkunft: Fast die Hälfte (43 Prozent) fertigt solche kleinen Kunstwerke an. Schweizer und Türken führen die Liste derer an, die während des Telefonierens gerne ko- chen oder essen (39 bzw. 38 Prozent). Am kon- zentriertesten geben sich Tschechen und Slo- waken bei ihren Heimatgesprächen. Die Hälfte (48 Prozent) von ihnen gibt an, beim Telefonie- ren keiner weiteren Tätigkeit nachzugehen. auf dem Sofa gemütlich machen 50% 30% 25% 23% 20% im Internet surfen Notizzettel bekritzeln Kochen oder Essen Fernsehen Beliebteste Nebenbeschäftigungen beim Telefonieren – die Top 5
  19. 19. Herausgeber: Ortel Mobile GmbH Gladbecker Straße 3 40472 Düsseldorf www.ortelmobile.de Ansprechpartner: Feyzi Demirel Tel: +49 211 17148-0 E-Mail: feyzi.demirel@ortelmobile.de Redaktion und Gestaltung: Straub Linardatos GmbH Kirchentwiete 37 – 39 22765 Hamburg www.sl-kommunikation.de

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