Cannabis als Medizin         Cannabis         Haschisch         Marihuana         Hanf
Was ist Cannabis?                                           Hanf (Fam.: Hanfgewächse)                                     ...
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Cannabis als Medizin  2009        1920     1890
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Cannabis als Medizin            THC            CBD
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Cannabis als Medizin       Muss man „berauscht“ sein, um von Cannabinoiden       zu profitieren?                          ...
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Cannabis als Medizin Nebenwirkungen (bei hoher Dosierung): Fühlen - Statt Euphorie entstehen Angst und Panikgefühle. Psych...
Cannabis als Medizin  Macht Cannabis „süchtig“?medizinischer Abhängigkeits-Begriff:  körperliche Abhängigkeit (Opiate, Alk...
Cannabis als Medizin   Macht Cannabis „dumm“?2012 Studie „Cannabis senkt IQ“ in allen Medien  methodische Fehler nachgewie...
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Cannabis als Medizin  Verkehrsrechtlich Aspekte:Darf man unter Einfluss von Cannabinoiden Auto fahren?  §24a (2) StVG:  Or...
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Cannabis als Medizin Möglichkeiten der Verschreibung: Dronabinol internationaler Freiname für ∆9-THC (Wirkstoff) BRD: „Rez...
Cannabis als Medizin Möglichkeiten der Verschreibung: Marinol® Arzneiwirkstoff: ∆9-THC importierte Fertigarznei (USA) Kaps...
Cannabis als Medizin Ausnahmegenehmigung §3 BtmG natürliche Hanfblüten enthält alle Cannabinoide des Hanfs standardisierte...
Cannabis als Medizin Vorteile von Cannabis als Medizin: gute Verträglichkeit hohe Sicherheit (keine Überdosis) keine dauer...
Cannabis als Medizin Forschung und aktuelle Studien: Krebsforschung 2012: Brustkrebs (in vitro): CBD wirksam in hoher Dosi...
Cannabis als Medizin Blick in andere Länder: Niederlande: Koffieshops, Medizinalhanf (Bedrocan), 5 Pflanzen Belgien: Canna...
Cannabis als Medizin Was müsste in Deutschland geschehen? Übernahme der Kosten durch Krankenkassen (???) Umstufung in Anla...
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Vortrag ms selbsthilfegruppe 2013-03-15

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Ein Vortrag für eine Multiple Sklerose Selbsthilfegruppe vom 15.03.2013
Warum Cannabis bei MS eine natürliche Hilfe sein kann und worauf zu achten ist.



Danke an Bushdoctor!

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Vortrag ms selbsthilfegruppe 2013-03-15

  1. 1. Cannabis als Medizin Cannabis Haschisch Marihuana Hanf
  2. 2. Was ist Cannabis? Hanf (Fam.: Hanfgewächse) verwandt mit Hopfen zweihäusige Pflanze (männl. und weibl. Pflanzen) einjährig (Aussaat – Ernte: ca. 100d) Frucht: Nüsse Enthält >60 verschiedene Cannabinoide mit pharma- kologischer Wirkung (Blüten)Abb.:„Köhler´s Medizinalpflanzen“ (1897)
  3. 3. Wissenswertes zum Hanf uralte Kulturpflanze (seit mind. 10.000 Jahren) liefert stärkste Natur-Pflanzenfaser (heute noch unverzichtbar bei Wasserleitungs-Installationen) Seile, Segel, Kleidung (Jeans!), moderner Automobilbau antike Hochkulturen nutzten Hanf als Rohstoff und Medizin (Ägypten, Babylonien, Indien, China, Griechen, Römer, …) Papierherstellung (keine Chemikalien, „Gutenberg-Bibel“) erste medizinische Erwähnung in China: 2800 v. Chr. (Medizinbuch Kaiser Shennong) Deutschland: Grabbeigaben ca. 3500 v.Chr. (Eisenberg) allgemeine medizinische Nutzung in Deutschland bis ca. 1929 (Aufnahme in „Reichsopiumgesetz) bis 1960er-Jahre erhältlich in Apotheken (BRD)
  4. 4. Cannabis als Medizin Verwendung im Altertum bis zur Neuzeit: chinesisches Medizinbuch „Shen nung pen Tsao king“ (2800 v.C.) => Malaria, Rheuma, Menstruationsbeschwerden, Schmerzen Ayurvedische Medizin (Indien, 1200 v.Chr.) => Durchfall, Fieber, Gallenleiden, Lepra, Appetitanregung, Schmerzen, Krämpfe, Husten, … Antike: Griechen, Römer nutzen Hanf zu medizinischen Zwecken Hl. Hildegard v. Bingen (12 Jh.) => Übelkeit, Magenschmerzen, Geschwüre Medizinbücher 1815 – 1930: => Asthma, Rheuma, Ischias, Cholera, Krämpfe, Schlafmittel, (Kopf)Schmerzen, Entzündungen, Menstruationsbeschwerden (Königin Victoria), Geburtsförderung, Hühneraugen (äußerliche Anwendungen)
  5. 5. Warum verschwand Cannabis als Medizin? Aufkommen von Weltweite Verbote synthetischen und Prohibition Pharmazeutika (ab 1890) (ab 1912) Kokain (Merck, 1862) 1912 Kalifornien (mexikanische Einwanderer) Heroin (Bayer, 1897) 1929 Dt. Reich Aspirin (Bayer, 1897) Reichsopiumgesetz 1937 USA Amphetamine (1887) („Hanf - Mörder der Jugend“)MDMA („Ecstasy“, Merck 1912) 1963 UNO Single Convention on Narcotics Methamphetamine (1937) 1971 BRD Methadon (Hoechst, 1939) Betäubungsmittelgesetz Cannabis, Hanf „kulturfremde Droge ohne medizinischen Nutzen“
  6. 6. Cannabis - kulturfremde Droge? Warum diese Deckel? Pfeifen mit Deckel (ca. 1850) Pfeifen zum Rauchen von „Knaster“ („starker Toback“)Zum Unterschied von Tabak und Knaster, aus „Dr. Faustus“ von Thomas Mann (1947):•„Er liebte die Pfeife, eine halblange, porzellanene Deckelpfeife, deren eigentümliches Knaster-Aroma, weit angenehmer als Zigarren- und Zigarettendunst, die Atmosphäre der unteren Räume bestimmte.“•„... die Knasterwürze der Pfeife des Hauswirts schwängerte auch hier die Atmosphäre ...“
  7. 7. Cannabis - kulturfremde Droge? Wilhelm Busch (1832-1908)
  8. 8. Cannabis als Medizin 2009 1920 1890
  9. 9. Cannabis als Medizin Warum hilft Hanf bei so vielen verschiedenen Krankheiten? Übelkeit und Erbrechen Appetitlosigkeit und Abmagerung Spastiken, Krämpfe Schmerzzustände Tourette-Syndrom und andere Bewegungsstörungen Autoimmunerkrankungen, Entzündungen, Allergien Juckreiz Glaukom Epilepsie Multiple Asthma Sklerose Abhängigkeit und Entzugssymptome Psychiatrische Symptome (z.B. Depression) Hyperaktivitätssyndrom/ADHS Morbus Alzheimer neue Forschung (2012): Krebs (Auslösung programmierter Zelltod und „Umwandlung“ in normale Zellen) Diabetes (klinische Forschung und epidemologische Studie)
  10. 10. Cannabis als Medizin Endocannabinoid-System => zentrale Steuerungsfunktionen im menschlichen Körper Schmerzverarbeitung Bewegungskoordination Muskelspannung Verdauung; Fett- und Kohlehydratstoffwechsel Appetitregulation Gedächstnisfunktionen (Vergessen) Schlafinduktion Temperatursteuerung Neuroprotektion (Schutz von Nervenzellen vor Überreitzung) => Rückkopplung (retrograder Neurotransmitter)
  11. 11. Cannabis als Medizin Endocannabinoid-System entdeckt 1988 zwei Rezeptoren auf (fast) jeder Zelle: CB1: Nervenzellen, Darm, Fettgewebe, Blutgefäßwände CB2: Immunzellen, Knochenaufbau-Zellen erste wissensch. erforschte Endocannabinoid (1992): Anandamid („ananda“ sanskr. f. Glückseeligkeit) => CB1 Endocannabinoid-System hat ausgleichende Funktion: „Das Endocannabinoid-System ist noch nicht vollständig verstanden, hat aber eine wichtige Schutzfunktion: Es wird bei übermäßigem Stress aktiv und hilft dem Körper, zum Normalzustand zurückzufinden.“ (wissenschafltiche Arbeit von Prof. Dr. Lutz, Universität Mainz, 2010)
  12. 12. Cannabis als Medizin Cannabinoide im Hanf: über 60 verschiendene Cannabinoide größte Konzentration von Cannabinoiden in den Blüten der weiblichen Hanfpflanze ( Ø 5 bis 15%) pharmakologisch wirksame Cannabiniode des Hanfs: THC (Tetrahydrocannabinol) CBD (Cannabidiol) CBN (Cannabinol) CBC (Cannabichromen) CBG (Cannabigerol) therapeutisch wirksame Abbauprodukte (Metabolite): THC-COOC (THC-Carbonsäure): nicht berauschend, wirkt wie „Aspirin“ (schmerzlindernd, entzündungshemmend, fiebersenkend) jedoch ohne blutverdünnenden EffektInfo: mehrere hundert Todesfälle durch Aspirin-Nebenwirkungen
  13. 13. Cannabis als Medizin Paracetamol N-Arachidonoyl- phenolamin Anandamid Echinacea THC (Sonnenhut) N-Isobutylamide CBD CB1 CB2 Endocannabinoid- System
  14. 14. Cannabis als Medizin „30% aller Medikamente lassen sich durch Cannabinoide ersetzen“ (Prof. Dr. Mechoulam) Raphael Mechoulam
  15. 15. Cannabis als Medizin VIDEO Planetopia, Sendung vom 19.03.2012 „Cannabis bei Tourette-Syndrom“ video_planetopia_19.03.2012.mp4
  16. 16. Cannabis als Medizin THC CBD
  17. 17. Cannabis als Medizin Tetrahydrocannabinol (THC): psychoaktiv (berauschend) => Betäubungsmittel (BtmG) euphorisierend schmerzlindernd appetitanregend antiemetisch (reduziert Übelkeit und Erbrechen) muskelentspannend Anti-Tumor-Effekt Keine „Überdosis“ möglich, aber bei hoher Dosierung stellen sich negative Nebenwirkungen ein: Angst, Panik, Herzrasen, psychotische Symptome, Kreislaufprobl.⇒ weltweit noch kein Todesfall durch Cannabis! (tödliche Dosis: 9g THC pro kg Körpergewicht (Affenversuch)
  18. 18. Cannabis als Medizin Cannabidiol (CBD): wirkt nicht berauschend (BtmG ?) „Gegenspieler von THC“ => anti-psychotisch angstlösend schmerzlindernd entzündungshemmend muskelentspannend senkt Blutzuckerspiegel (Diabetes) antibiotisch („multi-resistente Keime“) fördert Knochenwachstum immunsuppressiv (Cortison-Alternative) reduziert Ablagerungen an Blutgefäßwänden (Ateriosklerose)
  19. 19. Cannabis als Medizin Muss man „berauscht“ sein, um von Cannabinoiden zu profitieren? THC gleiche (inhaliert) DosisBlutkonzentration THC (oral) subjektive „Rauschschwelle“ THC-COOH 0,5h 2-3h 5-8h
  20. 20. Cannabis als Medizin Muss man „berauscht“ sein, um von Cannabinoiden zu profitieren? THC „dosis facit venum“ (inhaliert)Blutkonzentration subjektive „Rauschschwelle“ THC (oral) höhere Dosis THC-COOH
  21. 21. Cannabis als Medizin Muss man „berauscht“ sein, um von Cannabinoiden zu profitieren? Antwort: NEIN! „einschleichende Dosierung“ finden der „persönlichen“ Dosis (meist: 5 – 15 mg THC) oraler Konsum mildert Intensität der Nebenwirkungen Aber: Vorsicht mit der Dosierung (!) Aufbau eines wirksamen THC-COOH-Spiegels THC-COOH: schmerz- und entzündungshemmend (langsam) [Auszug Buch „Hanf als Medizin“ (Dr. Grotenhermen) ]
  22. 22. Cannabis als Medizin Nebenwirkungen: Mundtrockenheit (Durst) Euphorie (THC) gerötete Augen Steigerung der Pulsfrequenz (kurzzeitig) evtl. Müdigkeit (leichter Sedierungseffekt) Senkung des Blutzuckerspiegels (Appetit) Quelle: Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen
  23. 23. Cannabis als Medizin Nebenwirkungen (bei hoher Dosierung): Fühlen - Statt Euphorie entstehen Angst und Panikgefühle. Psychotische Symptome: Verwirrtheit, „Verfolgungswahn“ Denken - Gedankensprünge werden zu einem uferlosen Durcheinander im Kopf. ("Peilung verlieren") Gedächtnis - Durch das gestörte Kurzzeitgedächtnis kommt es zu Erinnerungslücken und "Filmrissen". Wahrnehmung - Konsumenten neigen zu Überempfindlichkeit bis hin zu Halluzinationen. Körpererleben - Herzrasen, Übelkeit und Schwindel können sich einstellen. Ein Kreislaufkollaps ist möglich. Quelle: Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen
  24. 24. Cannabis als Medizin Macht Cannabis „süchtig“?medizinischer Abhängigkeits-Begriff: körperliche Abhängigkeit (Opiate, Alkohol) psychische Abhängigkeit(leichte) körperliche und psychische Abhängigkeit möglich.Medizinischer Gebrauch: Abhängigkeit spielt keine Rolle!
  25. 25. Cannabis als Medizin Macht Cannabis „dumm“?2012 Studie „Cannabis senkt IQ“ in allen Medien methodische Fehler nachgewiesen (Norwegen) Studie konzentrierte sich auf Kinder/Jugendliche Wichtige Studienaussage: Cannabis ist völlig unschädlich für Erwachsene (!)„Its such a special study that Im fairly confident that cannabis is safe for over-18 brains, but risky for under-18 brains.” (Prof. Moffitt, Studienleiter) 2 Wochen später: „Cannabis kann Brustkrebs heilen“ CBD induziert programmierten Zelltot und verhindert Metastasen (Eingriff in die Zellkommunikation)
  26. 26. Cannabis als Medizin VIDEO Bayerischer Rundfunk (BR) Gesundheit!, Sendung vom 14.09.2010 „Cannabis als Medizin“ video_Cannabis als Medizin - br3 - Gesundheit 14.09.2010 (SD).mp4
  27. 27. Cannabis als Medizin Rechtliche Aspekte: Cannabis ist „Betäubungsmittel“ Pflanze Hanf in Anlage I BtmG – nicht verkehrsfähig! Hanfsamen sind (teilweise) verboten (Anlage I BtmG) Fertigarzneien auf Hanf-Basis in Anlage III BtmG => verkehrsfähig und verschreibungsfähig (Sativex®) Dronabinol (Rezepturarznei) in Anlage III BtmG => verkehrsfähig und verschreibungsfähig „Führerscheinproblematik“ (StVG, FeV)
  28. 28. Cannabis als Medizin Verkehrsrechtlich Aspekte:Darf man unter Einfluss von Cannabinoiden Auto fahren? §24a (2) StVG: Ordnungswidrig handelt, wer unter der Wirkung eines in der Anlage zu dieser Vorschrift genannten berauschenden Mittels im Straßenverkehr ein Kraftfahrzeug führt. Eine solche Wirkung liegt vor, wenn eine in dieser Anlage genannte Substanz im Blut nachgewiesen wird. Satz 1 gilt nicht, wenn die Substanz aus der bestimmungsgemäßen Einnahme eines für einen konkreten Krankheitsfall verschriebenen Arzneimittels herrührt.
  29. 29. Cannabis als Medizin Möglichkeiten der Verschreibung: Sativex® Arzneiwirkstoff: Nabiximols enthält 1:1 THC:CBD Sublingual-Spray auf Alkoholbasis natürlicher Extrakt aus Hanfblüten zugelassenes Arzneimittel bei mittlerer und schwerer Spastik bei Multipler Sklerose („Mittel der letzten Wahl“) voll erstattungsfähig => KK übernimmt Kosten
  30. 30. Cannabis als Medizin Möglichkeiten der Verschreibung: Dronabinol internationaler Freiname für ∆9-THC (Wirkstoff) BRD: „Rezepturarznei“ enthält halbsynthetisches ∆9-THC (Nutzhanf) verschreibungsfähig auf BTM-Rezept durch jeden Arzt: „Individual-Therapie, Heilversuch“ nicht erstattungsfähig (!) => KK muss Kosten nicht übernehmen (vorher Abklären!) => Privatrezept (Kosten: 300 bis 500 Euro / Monat) - 100mg Dronabinol kosten 60-100 Euro - 100mg entspricht etwa 10 - 40 Einzeldosen (3 – 20 Tage)
  31. 31. Cannabis als Medizin Möglichkeiten der Verschreibung: Marinol® Arzneiwirkstoff: ∆9-THC importierte Fertigarznei (USA) Kapseln (Sesamöl) synthetisches ∆9-THC (aus Flechten) nicht zugelassen als Fertigarznei in der BRD nicht erstattungsfähig (!) => KK muss Kosten nicht übernehmen (vorher Abklären!) => Privatrezept (Kosten: 1.800 Euro / Monat ) - 25 Kapseln zu je 5mg kosten 450 Euro - 25 Kapseln zu je 5mg: 12 – 25 Einzeldosen (6 – 12 Tage)
  32. 32. Cannabis als Medizin Ausnahmegenehmigung §3 BtmG natürliche Hanfblüten enthält alle Cannabinoide des Hanfs standardisierter Medizinalhanf aus NL (Bedrocan) Kosten: 15 Euro pro Gramm (Monat: 300 – 500 Euro) nicht erstattungsfähig, keine Kostenübernahme (Klagen) Genehmigungsverfahren sehr schwierig (und teuer!) - Ausnahmegenehmigung: 300 Euro Gebühr - Arzt muss den Antrag unterstützen Eigenanbau theoretisch möglich (OVG Münster) Kosten Eigenanbau: 2-3 Euro pro Gramm (Kunstlicht)
  33. 33. Cannabis als Medizin Vorteile von Cannabis als Medizin: gute Verträglichkeit hohe Sicherheit (keine Überdosis) keine dauerhaft schädigenden Nebenwirkungen (Studie: Cannabis für Erwachsene: „sicher“) kaum Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten (Vorsicht bei: Herz-Erkrankungen) Reduktion anderer Medikamente möglich (Schmerzmittel, Neuroleptika, Antidepressiva)
  34. 34. Cannabis als Medizin Forschung und aktuelle Studien: Krebsforschung 2012: Brustkrebs (in vitro): CBD wirksam in hoher Dosis 2012: Tumorschmerzen: Sativex® ergänzt Opiate Diabetes: 2012: THCV und CBD wirksam 2011: große US-Studie (>10.000 Mitwirkende) => Diabetes und Alzheimer seltener (Hippies) Autismus: 2011: THC hilfreich bei autistischen Kindern (Österreich) ADHS: 2011: CB1-Rezeptor beteiligt an Hyperaktivität (IT, USA)
  35. 35. Cannabis als Medizin Blick in andere Länder: Niederlande: Koffieshops, Medizinalhanf (Bedrocan), 5 Pflanzen Belgien: Cannabis Social Club(s); 1 Pflanze Spanien: Cannabis Social Clubs; 5 Pflanzen Israel: staatl. Medizinalhanf-Programm (1995) Portugal: weitgehende Entkriminalisierung seit 2002 USA: 19 Staaten mit „Medical Marijuana“-Gesetzen Kalifornien: freie Verschreiungsmöglichkeit (1996) Colorado + Washington: Cannabis legal (2013) Tschechische Republik: weitgehende Entkriminalisierung (2010); 5 Pflanzen; Medizinalhanf-Programm (2013)
  36. 36. Cannabis als Medizin Was müsste in Deutschland geschehen? Übernahme der Kosten durch Krankenkassen (???) Umstufung in Anlage III BtmG (verschreibungfähig) Einführung eines THC-Grenzwertes im Straßenverkehr Grenzwert Colorado: 5ng / ml Blut DRUID-Studie: 4ng = 0,5 Promille
  37. 37. Danke für IhreAufmerksamkeit!„Germania“ (Philipp Veit, 1848)
  38. 38. Fragen?

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