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Wie kommt Wissenschaft in die Praxis?
Detlef Rüsing
Dialog- und Transferzentrum Demenz (DZD)
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Ausgangslage
Wissenschaft
 Ungeordnete Flut an Artikeln
 2007: über 30....
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Warum sollte Wissen(schaft) in die Praxis gelangen?
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Intuition Wissen
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Erfahrung – Wissen - Intuition
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 Wissen
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Warum sollte Wissen(schaft) in die Praxis gelangen?
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Warum kommt das Wissen nicht in die Praxis?
Praktiker
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Organisation
 Organisation m...
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Wissen für die Praxis (aus der Wissenschaft)-Beispiele
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Ernährung: Die Rolle der Pflegenden
 Prof. Pflegende empfinden Essverhalten Demenzkranker als...
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kein Lärm, ruhiges Verhalten der
Pflegekrä...
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Wie kommt Wissen in die Praxis?
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Grade der Implementierung (Fixsen et al 2005)
 „Papierimplementierung“: Richtlin...
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Eckpunkte der Implementierung (1)
(Müller-Hergl 2006)
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Eckpunkte der Implementierung (2)
(Müller-Hergl 2006)
 Veränderung braucht Begle...
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PARIHS-Konzept (Promoting action on Research Implementation
in Health Services)
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Wie kommt Wissen in die Praxis
 Man braucht Begriffe für das, was man sieht!
 Voraussetzunge...
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Hilfreich sind:
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Wie kommt Wissenschaft in die Praxis? Vortrag von Detlef Rüsing

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Am 11. September 2013 hielt Detlef Rüsing, Leiter des Dialog- und Transferzentrum Demenz (DZD), auf dem Münsterländer Demenz-Kongress eine Präsentation zu der Frage, wie die Wissenschaft in die Pflegepraxis kommt.

Veröffentlicht in: Gesundheit & Medizin
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Wie kommt Wissenschaft in die Praxis? Vortrag von Detlef Rüsing

  1. 1. www.dialogzentrum-demenz.de Wie kommt Wissenschaft in die Praxis? Detlef Rüsing Dialog- und Transferzentrum Demenz (DZD) 11. September 2013, Telgte 2. Münsterländer Demenz-Kongress
  2. 2. www.dialogzentrum-demenz.de Inhalte  Warum sollte Wissen(schaft) in die Praxis gelangen?  Wissen – Erfahrung – Intuition  Vom Anfänger zum Experten  Wissens-Beispiele  Schwierigkeiten bei der Implementierung  Wie gelingt Implementierung  Wie kommt Wissen in die Praxis? 2
  3. 3. www.dialogzentrum-demenz.de D. Rüsing - DZD 2008 Ausgangslage Wissenschaft  Ungeordnete Flut an Artikeln  2007: über 30.000 wissenschaftliche Artikel zu Demenz und Alzheimer (Ihl 2008)  Nicht mitgerechnet: Veröffentlichungen in nicht- wissenschaftlichen Journalen  Artikel in wissenschaftlicher Fachsprache  die meisten Artikel in Englisch  Artikel in Wissenschaftssprache  Forschungen gehen häufig an den Bedürfnissen der Praktiker „vorbei“ (Laborsituation; Komplexität der Praxis wird nicht abgebildet)
  4. 4. www.dialogzentrum-demenz.de Warum sollte Wissen(schaft) in die Praxis gelangen? 4 Intuition Wissen 1. „Das mache ich ganz intuitiv!“ 2. „Das machen wir hier immer so!“ 3. „Das ist eben meine Erfahrung!“ 4. „Ich fühle, was richtig ist!“ 1. „Fortbildung hat mir einen anderen Blick auf die Arbeit gegeben.“ 2. „Das habe ich nicht gewusst!“ 3. „Das macht man jetzt nicht mehr so??“ 4. „Ich weiß einfach zu wenig!“ Erfahrung
  5. 5. www.dialogzentrum-demenz.de Erfahrung – Wissen - Intuition  Erfahrung  Erleben von ähnlichen Fällen  Wissen  Aus-/Fortbildung, Studium  Kongresse  Literatur, Kolleginnen  Intuition  „Schlüsselkomponente pflegerischen Expertentums“; Teil einer reflektierten Praxis“ (u.a. Benner 1994 nach Friesacher 2008)  „subjektives, unwissenschaftliches und auch nicht lehrbares Phänomen“ (English 1993 nach Friesacher 2008) 5
  6. 6. www.dialogzentrum-demenz.de Warum sollte Wissen(schaft) in die Praxis gelangen?  Patricia Benner: From novice to expert (1984)  5 Stufen zur Pflegeexpertin (Basiert auf dem Dreyfuss-Modell)  1. Stufe: Anfänger  2. Stufe: Fortgeschrittener Anfänger  3. Stufe: Kompetente Pflegende  4. Stufe: Erfahrende Pflegende  5. Stufe: Pflegeexperte – Integration von „praktischem und theoretischem Wissen“ – „intuitives Handeln“ 6 Erfahrung& Wissensvermehrung Wo bleibt die Intuition?
  7. 7. www.dialogzentrum-demenz.de D. Rüsing - DZD 2008 Warum kommt das Wissen nicht in die Praxis? Praktiker  „Lesehemmung“ der Praktiker  Schlechte Englisch-Kenntnisse  „Wann sollen wir das lesen?“ (Lesen in der Freizeit)  „Ablehnung“ wissenschaftlicher Erkenntnisse als „abgehoben“  „Forschung geht an Realität vorbei“  Fühlen eigene Erfahrung nicht berücksichtigt  Ignoranz gegenüber neuen Erkenntnissen („das war bei uns schon immer so“)  Zuständigkeit und Rollenprobleme (z. B. Weisungsbefugnis der Ärzte)  Vernachlässigung der Rahmenbedingungen
  8. 8. www.dialogzentrum-demenz.de D. Rüsing - DZD 2008 Warum kommt das Wissen nicht in die Praxis? Organisation  Organisation muss Literatur/Wissen beschaffen  Organisation muss Fort- und Weiterbildung anbieten  Organisation muss sich auf das Klientel einstellen  Z. B. Huiskamer-Modell Denn  Ist mit der Politik verantwortlich für die Rahmenbedingungen  Hat den Auftrag angenommen, nach dem „state of the art“ zu pflegen  Schaffung von Stellen zur Implementierung von Wissen und Konzepten
  9. 9. www.dialogzentrum-demenz.de Wissen für die Praxis (aus der Wissenschaft)-Beispiele  Ernährung 9
  10. 10. www.dialogzentrum-demenz.de Ernährung: Die Rolle der Pflegenden  Prof. Pflegende empfinden Essverhalten Demenzkranker als belastend. Gefühle: Hilflosigkeit, Gefühl des Versagens, Ärger, Ekel, Scham, Empörung (Borker 1996, 2002; Sowinski 1991, Manthorpe 2003)  Pflegende haben Schwierigkeiten zu unterscheiden, ob ein Demenzerkrankter nicht essen kann oder nicht essen will (Norberg 1995, Aaakerlund 1993 u.a.)  Essensgabe wird als unangenehme Pflicht empfunden und an Hilfspersonal delegiert (Bäckström 1993; Norberg 1993)  Pflegende erleben Double-Bind-Konflikt: Leben erhalten vs. zusätzliche Leiden (Schwerdt 2005)  Werte wie leben und Lebensqualität, Leidensvermeidung, Autonomie, Verantwortung in Würde scheinen sich gegenseitig auszuschließen (Aakerlund 1993; Norberg 1995): Folge ist häufig PEG
  11. 11. www.dialogzentrum-demenz.de Ernährung: Tipps  Ruhige Atmosphäre im Speisesaal, kein Lärm, ruhiges Verhalten der Pflegekräfte, ungestört (McDaniel et al. 2001)  Wohnliche, vertraute Gestaltung  Gemeinsames Essen, passende Tischnachbarn, nicht zu große Gruppen  Qualifizierung der Mitarbeiter (Roberts & Durnbaugh 2002;Schwerdt 2005)  Übersichtliche Tischgestaltung, nicht alles gleichzeitig servieren  Eher kleine Portionen  Kontrastreiches Geschirr (Dunne et al. 2004)  Farbige Getränke (Keller, Rüsing 2007)  ruhige Musik (Hicks-Moore 2005; Aldridge 2007)  Aquarien (Edwards, Beck 2002)  Appetitliches Anrichten, auch pürierte Kost getrennt voneinander, kein Einheitsbrei, Einzelkomponenten auch farblich unterschiedlich  Würzen  Vertraute, attraktive, verlockende Mahlzeiten, Stichwort: Hausmannskost der Region  Einbindung in die Tagesstruktur, verknüpft mit festen Ritualen  Bewegung und frische Luft  Gelüfteter Speiseraum  Ausreichende Beleuchtung (Brush et al. 2002)  Teamarbeit und Austausch aller Beteiligten 11
  12. 12. www.dialogzentrum-demenz.de Wie kommt Wissen in die Praxis? 12
  13. 13. www.dialogzentrum-demenz.de D. Rüsing 13 Grade der Implementierung (Fixsen et al 2005)  „Papierimplementierung“: Richtlinien werden formal in Kraft gesetzt, unklar ist, ob sie angewendet werden (Paper- Implementation)  „Prozessimplementierung“: Trainings, Schulungen, Supervisionen werden durchgeführt; allerdings steht nicht fest, ob das Erlernte auch angewendet wird (Process implementation)  „Durchführungsimplementierung“: Prozeduren und Prozesse sind so eingeführt, dass die Tätigkeiten zur Umsetzung nachvollzogen werden können und positive Effekte auf die Klienten haben (Performance implementation)
  14. 14. www.dialogzentrum-demenz.de D. Rüsing 14 Eckpunkte der Implementierung (1) (Müller-Hergl 2006)  Veränderungen sind leichter anzunehmen, wenn sie mit den vorhandenen Werten und Auffassungen der Praktiker vereinbar sind, leicht anzuwenden sind, von anderen bereits verwendet werden und ausprobiert werden können.  Neues annehmen und umsetzen gelingt nur dann, wenn auch eigene Bedürfnisse berücksichtigt werden  Implementierung gelingt nur, wenn Praktiker Fragen an die eigene Praxis haben und an der Entwicklung beteiligt sind  Es braucht eine zentrale Person, die Rückmeldungen gibt, unterstützt, berät und die Entwicklung antreibt
  15. 15. www.dialogzentrum-demenz.de D. Rüsing 15 Eckpunkte der Implementierung (2) (Müller-Hergl 2006)  Veränderung braucht Begleitungsprozesse von Angesicht zu Angesicht, die längere Zeit stabil bleiben  Veränderung braucht Verbündete (kritische Masse)  Berücksichtigung der Eigeninteressen der Professionen innerhalb der Organisation: Eigeninteressen aufnehmen  Von Prozess- zu Durchführungsimplementierung gelingt nur, wenn neben Schulungen und Veränderungen auch Veränderungen in den organisatorischen Abläufen sichtbar werden (Arbeitszeiten, Fallbesprechungen, Dokumentation)  Ohne Leitungsebene keine Veränderung: Leitungsebene muss Veränderungen tragen, sehen, mitmachen: sonst wird der Prozess aufgegeben
  16. 16. www.dialogzentrum-demenz.de D. Rüsing 16 PARIHS-Konzept (Promoting action on Research Implementation in Health Services)  Implementierung gelingt, wenn:  Empirisch gesichertes Wissen , welches viel Zustimmung findet, der Maßnahme vorliegt  wenn es einen offenen Kontext für die Einführung der Maßnahme gibt  Wenn es ermöglichende und erleichternde Unterstützung gibt (Trainer, Experten, Supervisionen)
  17. 17. www.dialogzentrum-demenz.de Wie kommt Wissen in die Praxis  Man braucht Begriffe für das, was man sieht!  Voraussetzungen:  Leitungsunterstützung  Organisationswille zur Entwicklung: nicht (nur )Befriedigung von gesetzlichen Auflagen (ureigenstes Interesse der Organisation)  Vorsicht: „Lernen, dass Lernen sich nicht lohnt!“  Schaffung einer Lern- und Veränderungsplattform UND: Echtes Interesse der Mitarbeiter zur Entwicklung 17 09.09.2013
  18. 18. www.dialogzentrum-demenz.de Hilfreich sind:  „Training on the job“  Einzelne als Multiplikatoren sind selten erfolgreich  Vernetzung mit internen und externen Experten  Z. B. Expertenforen  Literatur (Forderung an die Wissenschaft)  Internet(basiertes) Lernen: Blended Learning  Gespräche mit Kollegen  Aussicht auf Veränderung der eigenen Rolle/Funktion  Belohnung: Interessante Tätigkeit  Lernen, dass Lernen sich lohnt! 18 09.09.2013
  19. 19. www.dialogzentrum-demenz.de Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit Dialog- und Transferzentrum Demenz (DZD) Universität Witten/Herdecke Stockumer Str. 10 58453 Witten Tel: 02302 926306 Detlef.ruesing@uni-wh.de Dialogzentrum-Online: web: www.dialogzentrum-demenz.de facebook: https://www.facebook.com/DialogzentrumDemenz twitter: https://twitter.com/DemenzDialog 19

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