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Irreführende Werbung durch gekaufte Freunde?

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Waren es anfangs vor allem Bands, Schauspieler oder sonstige Promis, die soziale Netzwerke wie facebook und twitter als Marketing-Tool entdeckt haben, um mit ihren realen Fans in Kontakt zu treten und positive Imagepflege zu betreiben, gibt es heutzutage kaum eine Branche mehr, in der die Teilnahme an sozialen Netzwerken nicht längst selbstverständlicher Bestandteil des Öffentlichkeitsauftritts ist. Dabei eine möglichst große Zahl an Usern zu gewinnen, die per "gefällt mir"-Button mit der Unternehmensseite in Verbindung bleiben oder als "Follower" die je aktuellen tweets verfolgen, erhöht natürlich den Wert der Selbstdarstellung.

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Irreführende Werbung durch gekaufte Freunde?

  1. 1. ∂Tel. 0049. (0)30. 59 69 66 19 e-Mail info@designerdock.comwww.designerdock.comDie Personalvermittler für Kommunikation und MarketingWaren es anfangs vor allem Bands, Schauspieler oder sonstige Promis, die soziale Netzwerke wiefacebook und twitter als Marketing-Tool entdeckt haben, um mit ihren realen Fans in Kontakt zutreten und positive Imagepflege zu betreiben, gibt es heutzutage kaum eine Branche mehr, in derdie Teilnahme an sozialen Netzwerken nicht längst selbstverständlicher Bestandteil desÖffentlichkeitsauftritts ist. Dabei eine möglichst große Zahl an Usern zu gewinnen, die per "gefälltmir"-Button mit der Unternehmensseite in Verbindung bleiben oder als "Follower" die je aktuellentweets verfolgen, erhöht natürlich den Wert der Selbstdarstellung.Insofern war es nur eine Frage der Zeit, bis sich ein eigener lebendiger Markt für fingierte Fans undFreunde entwickeln würde und man Facebook-Liker oder Twitter-Follower einfach kaufen konntewie eine Ware. Das Produkt "500 deutsche Facebook Fans" kann man aktuell z.B. zumSonderpreis von 29,99 Euro erwerben.Doch ist diese Mogelpackung mit dem deutschen Wettbewerbsrecht vereinbar?Das Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb verbietet irreführende Werbung und die Verschleierungvon Werbemaßnahmen. In seiner Entscheidung "Erkauftes Lob" aus dem Jahr 2010 hat das OLGHamm etwa entschieden, dass Kundenbewertungen in einem Bewertungsportal, für die dasUnternehmen seinen Kunden einen nachträglichen Rabatt auf ihren Einkauf in Höhe von 10 bis zu25% versprochen hat, einen klaren Wettbewerbsverstoß darstellen, wenn nicht ausdrücklichIrreführende Werbung durch gekaufte Freunde?Montag, 10. Juni 13
  2. 2. ∂Tel. 0049. (0)30. 59 69 66 19 e-Mail info@designerdock.comwww.designerdock.comDie Personalvermittler für Kommunikation und Marketingauf diese "Bezahlung" für die Beiträge hingewiesen wird (OLG Hamm, Urteil vom 23.11.2010, Az. 4U 136/10).Das Gleiche gilt für vermeintlich objektive, redaktionelle Beiträge, die ein Unternehmen zuWerbezwecken finanziert hat. Solche "als Information getarnte Werbung" ist nach Nr. 11 desAnhangs zu § 3 Abs. (3) UWG als unlautere Geschäftshandlung per se wettbewerbswidrig, wennder Werbezusammenhang nicht eindeutig für den Verbraucher erkennbar ist. Anders alsKundenbewertungen oder redaktionelle Beiträge trifft die Anzahl der betätigten "Like" oder "Follow"Buttons jedoch keine weitere inhaltliche Aussage. Sie gibt lediglich Hinweise auf die (vermeintliche)Beliebtheit von Produkt- oder Unternehmensdarstellung, aber keine Auskunft über Eigenschaftenoder Qualität der jeweiligen Unternehmensleistungen. Zwar sind ein positives Image undPopularität an sich auch bereits entscheidende Werbefaktoren. Eine tatsächliche Irreführung desVerkehrs kann aber nur dann gegeben sein, wenn die vermeintlichen Liker und Follower auch eineinhaltliche Aussage über das Unternehmen zulassen.Bei der Beurteilung dieser gekauften reinen Sympathie-Bekundungen wird es insgesamt daherdarauf ankommen, ob sich der Erklärungsinhalt der Anzahl an Likes und Followers darin erschöpft,dass eine entsprechende Anzahl an Nutzern den entsprechenden Button betätigt hat, oder obdurch weitere Auswertung dieser fingierten Zahlen zu Werbezwecken und die je konkrete Art derDarstellung eine unlautere Beeinflussung potenzieller Kunden erfolgt - wie im Fall einer englischenAnwaltskanzlei, die in ihrem Newsletter damit warb, über 43.000 "Follower" zu haben und damitMontag, 10. Juni 13
  3. 3. ∂Tel. 0049. (0)30. 59 69 66 19 e-Mail info@designerdock.comwww.designerdock.comDie Personalvermittler für Kommunikation und Marketing"die beliebteste Kanzlei Großbritanniens" auf Twitter zu sein, ohne dabei jedoch zu erwähnen, dassder Großteil dieser "Follower" gekauft waren.© 2013 Julia Schubert, Rechtsanwältin, Kanzlei Karsten & SchubertUnsere Partnerkanzlei Karsten & Schubert beleuchtet regelmäßig branchenrelevante Themen inder aktuellen Rechtsprechung. www.karstenundschubert.deMontag, 10. Juni 13

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