BHI_3-2013_LR

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BHI_3-2013_LR

  1. 1. ISSN 2195-2469 Juni/Juli 2013 Körper | Psyche Business Health Impulse Gesundheitsmagazin für den Mittelstand 4 Körper | Psyche: Der belastete Mitarbeiter 6 Ergonomie: Ergonomisch arbeiten 11 Demografie: Gesundheit erhalten 12 Lebensstil: Gesunde Ernährung 14 Führung: … außer man tut es Dauerbrenner
  2. 2. Wir sitzen täglich unzählige Stunden auf unserem Bürostuhl, was zur Krümmung der Wirbelsäule führen kann, die Bandscheiben belastet, eine Über- dehnung der Bänder bewirken und even- tuell Muskelverformungen zur Folge ha- ben kann. Helfen kann ein Wellnessball. Bei Wellness Ball Active Sitting handelt es sich um einen Wellness Ball, der ein dynamisches Sitzen erfordert. Dadurch, dass der Ball beweglicher ist als ein Stuhl, muss sich der Sitzende immer selbst sta- bilisieren und trainiert somit seine Mus- kulatur. Darüber hinaus verbraucht das Sitzen auf einem Ball mehr Energie, als das Sitzen auf einem Stuhl. In einem Ver- such, der 2008 an der State University of New York durchgeführt wurde, bat man Kraft durch dynamisches Sitzen 24 Männern und Frauen 20 Minuten lang Büroaufgaben auf einem Gymnastikball zu erledigen, dann aufzustehen und sich auf einen Bürostuhl zu setzen. Der Ener- gieverbrauch war beim Balancieren auf dem Ball und dem Aufstehen 4,1 kcal höher, und die Teilnehmer gaben an, sie würden genauso komfortabel auf einem Ball sitzen wie auf einem Stuhl. Der erhöhte Kalorienverbrauch war auf den beträchtlichen Anstieg dynamischer Bewegungen während des betreffenden Zeitraums zurückzuführen. Wenn sich der Ball geringfügig bewegt, wird der Körper gezwungen, sich den leichten Be- wegungen anzupassen. Es wurde zudem festgestellt, dass der Energieverbrauch mit der Zeit kontinuierlich ansteigt, wo- bei die negativen Aspekte anstrengender Übungen vermieden werden. Ein weiterer Versuch, diesmal von der Freien Universität Amsterdam, über- wachte Körperhaltung, Muskelaktivie- rung und Wirbelsäulenschrumpfung bei 10 Frauen, die auf einem Bürostuhl und einem Gymnastikball arbeiteten. In Über- einstimmung mit den Ergebnissen des Tests bezüglich der Gewichtsreduktion wurde festgestellt, dass das Sitzen auf einem Gymnastikball die Rumpfbewe- gung um 33 % erhöht und 66 % mehr Bewegungsvariationen in der Abdominal- region zu verzeichnen sind. Diese Vorteile wurden jedoch durch eine stärkere Wir- belsäulenschrumpfung beim Sitzen auf einem Gymnastikball ausgeglichen, was zu Problemen im unteren Rückenbereich beiträgt, während die Armbewegungen erheblich reduziert wurden. Die zweite Studie kam daher zum Schluss, dass die Vorteile hinsichtlich der stati- schen Belastung auf einem Gymnastik- ball die Nachteile nicht aufwogen, obwohl dies hätte erwartet werden können. Beim Sitzen werden immer bestimmte Kör- perbereiche belastet, egal ob auf einem Stuhl, einem Ball oder im Schneider- sitz auf dem Boden. Es wird daher geraten, das Sitzen möglichst zu vermeiden. Zum Beispiel könnte man mehr im Büro herumgehen oder die Art und Weise, wie eine Aufgabe ausgeführt wird, ändern. Wenn es jedoch an der Zeit ist, sich hinzusetzen und ein paar Stunden lang durchzuhalten, hat ein Gymnastikball deutlich mehr Vorteile. Arbeitnehmer, die die Ballbewegung gern in Kauf nehmen, können die Vorteile der Übung nutzen und gleichzeitig ein wenig Abwechslung in ihren Büroalltag bringen. 2 Das Gesundheitsmagazin für den Mittelstand | www.business-health-impulse.com b Promotion
  3. 3. „Körper | Psyche – der geforderte Mitarbeiter“ Höchstleistung wird in unserer Arbeitswelt noch zu oft gleichgesetzt mit ständiger Verfügbarkeit. Das schränkt die Möglich- keiten der Regeneration ein und beein- trächtigt langfristig auch die Leistungs- fähigkeit der Beschäftigten. Wer dem Anspruch der Verfügbarkeit genügen will, hat zudem kaum Zeit für die Familie. Viele gut ausgebildete Nachwuchskräf- te wünschen sich Arbeitsbedingungen, die eine gesunde Balance zwischen Be- rufsleben einerseits und Privat- und Fa- milienleben andererseits ermöglichen. Deshalb setzen sich Bundesregierung, Wirtschaftsverbände und Gewerkschaf- ten mit der „Charta Familienbewusste Ar- beitszeiten“ für einen Wandel der Arbeits- welt ein. Gemeinsam haben wir in vielen Unternehmen Veränderungen angestoßen. Das zeigen auch die über 4.600 Unterneh- men des Unternehmensnetzwerks „Erfolgsfaktor Familie“ und die zahlreiche Vorbilder für familienbewusste Arbeitszeitmodelle in der „Datenbank der guten Beispiele“ des Netzwerks. Für die Unternehmen zahlt sich eine Unternehmenskultur des Respekts vor fami- liärer Verantwortung auf lange Sicht aus: Familienbewusste Arbeitszeitmodelle er- leichtern es, gut qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu gewinnen und im Betrieb zu halten. Zudem verbessert eine Unternehmenskultur, die Zeit für Fami- lie ermöglicht, auch die Aufstiegschancen von berufstätigen Eltern, insbesondere von Müttern, und trägt damit zur Förderung von Frauen in Führungspositionen bei. Dr. Kristina Schröder Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend 12 Lebensstil Herausforderung: Gesunde Ernährung am Arbeitsplatz 4 Körper | Psyche Gradwanderung zwischen ForderungForderung und Überforderung 6 Ergonomie „Artgerechte“ Arbeitsbedingungen für Homo sapiens 14 Führung Gefragt: der Chef als Vorbild Impressum Herausgeber/Verlag Zarbock Media GmbH & Co. KG Sontraer Straße 6, 60386 Frankfurt www.business-health-impulse.com Geschäftsführer Ralf Zarbock Verlagsleitung/Anzeigen Olaf Schneider Telefon 069/420903-71 olaf.schneider@zarbock.de Redaktion Danny Verdam (Projektleitung (V.i.S.d.P.) Telefon 069/420903-86 danny.verdam@zarbock.de Ann-Katrin Jaeger Telefon 069/420903-58 ann-katrin.jaeger@zarbock.de Anzeigenverwaltung/Vertrieb Anette Kostrzewa Telefon 069/420903-75 anette.kostrzewa@zarbock.de Anzeigenpreisliste Nr. 1 vom 1. 10. 2012 Bildquellen: Thinkstock, Fotolia, Pixelio Bezugspreise Jahresabonnement 30,– Euro (inkl. MwSt.) inkl. Porto- und Versandkosten Erscheinungsweise: 2013: 5 x jährl. ISSN-Nr. 2195-2469 Druck Druck- und Verlagshaus Zarbock GmbH & Co. KG Sontraer Straße 6, 60386 Frankfurt Gerichtsstand Frankfurt /Main Mitgliedschaft Business Health Impulse/Zarbock Media ist Mitglied im Bundesverband Betriebliches Gesundheitsmanagement (BBGM) 11 Demografie Ältere Mitarbeiter – Gesundheitsbewusstsein steigern 3 Inhalt Editorialb www.business-health-impulse.com | Das Gesundheitsmagazin für den Mittelstand
  4. 4. Äußere Stressoren, wie Infor- mationsdichte, wachsende und wechselnde Erwartungen, Zeitdruck, Angst um den Arbeits- platz, pflegebedürftige Angehö- rige und als Folge steigende Ar- beitsmengen haben in den letz- ten Jahren aufgrund vieler Fak- toren zugenommen. Gleichzeitig fallen bisher erlebte „scheinbare Sicherheiten“ weg. Die Sicherheit, mit Studium ei- nen Arbeitsplatz zu bekommen, die Sicherheit, bis zur Rente im gleichen Job, der gleichen Bran- che arbeiten zu können, das Ver- ständnis, wie „Mann/Frau“ so ist und zu sein hat, was es bedeutet Eltern zu sein – was es bedeutet „alt“ zu werden, im Alter gut le- ben zu können … … so wird die aktuelle gesell- schaftliche Situation und die immer größer werdenden Wahl- möglichkeit und scheinbare Lebens- Freiheit zur Qual und zum verstärkenden Stress-Faktor. Unser Gehirn, das nach Erkenntnissen des finnischen Forschers Norretander versucht, die wachsende Informationsflut mit 40 von 11 Millionen Möglichkeiten an Eindrücken pro Sekunde zu verarbeiten (Vergleich Modell „Informationsverarbei- tung pro Sekunde – Norretander“) kapi- tuliert und blendet mit unterschiedlichen Strategien das „zu Viel“ aus. Es sucht nach Vereinfachung, um die Mengen zu verarbeiten und Schein-Si- cherheit anzubieten. Der geforderte Mitarbeiter Psycho-soziale Gesundheit – die Gratwanderung zwischen gefordert und über- fordert sein ist ein Thema, das uns als Gesellschaft verändern und bewegen wird. Bereits das führt zu verstärkten Konflikten im Miteinander, zu immer stärker linea- rer Taktung und so ist der Mensch den immer komplexer werdenden Anforde- rungen nicht mehr gewachsen. Die Folge sind Tunnelblick, das Festhalten an eige- nen (erlernten und unbewusst übernom- menen) Überzeugungen, die Ordnung schaffen sollen, Überreiztheit bald gefolgt von Schlaf-Losigkeit. Dann entsteht ein Kreislauf aus nicht mehr ausgeruht aufwachen, gefolgt von körperlichen Beschwerden und weiteren Symptomen, wie Konzentrationsmangel. Gleichzeitig ist das bio-chemische System dem „Dauer-Beschuss“ von Adrenalin und Cortisol nicht mehr gewach- sen und die Folge sind Infektan- fälligkeit, Müdigkeit oder Unru- he – gefolgt von allem, was die aktuellen Reports und Statistiken belegen. Schwarzmalerei? Doch wie gegensteuern? Die Re- aktionen auf diese Frage sind so vielfältig, wie der Mensch und seine Bedürfnisse selbst. Viel- leicht erleben Sie das schon beim Lesen; der eine wird sagen „das ist doch nur eine Darstellungs- Sache“ – früher gab es auch Stress, burn-out ist zum Mode- wort geworden, eine andere wird sofort verlangen, dass die Betrie- be sich verändern müssen, mehr Personal, andere Öffnungszeiten und für andere ist die eigene Be- wältigungs-Strategie das „Allheil- mittel“ für alle – Marathon, Yoga oder „einfach mal Fünfe gerade sein lassen“ – nur dass es nicht „ganz so einfach geht“. Das ist die gute und die schlechte Nach- richt gleichzeitig, denn ja, manchen hel- fen diese Strategien, andere können sich mit ihrem Betrieblichen Gesundheits-Ma- nagement rühmen, die Gewerkschaften können deutlich machen, dass sie das schon lange thematisiert haben, die Un- ternehmer werden seufzen, dass die wirt- schaftliche Lage das nicht erlaubt. Und was hilft all das den Betroffenen? Den Menschen selbst, deren Familie, den Kollegen, den Chefs, die oft selbst hilf- 4 Das Gesundheitsmagazin für den Mittelstand | www.business-health-impulse.com b Körper | Psyche
  5. 5. los sind, weil sie helfen wollen und nicht durch kommen, die die Ausfälle wirt- schaftlich, emotional und arbeitsmäßig ausgleichen müssen, dem Gesundheits- System, das keine wirkliche Lösung hat, die Kosten verkraften muss und nach neuen Wegen sucht? Wie es auf Ebene der körperlichen Ge- sundheit immer komplexere Betrach- tungsweisen über „Ursache-Wirkung“ und Zusammenhänge gibt und Schul- medizin genau so ihren Platz hat, wie alternative Methoden, empfiehlt sich der Übertrag dieser Betrachtungsweise auf das „System gesunde Unternehmen“ und „gesunde Inter-Aktion“ mit sich und mit anderen. Die Stärkung der natürlichen Ressourcen des Menschen, wie Abschalten, Schla- fen und die eigenen Bedürfnisse Wahr- nehmen können sind eine wesentliche Säule. Dies lässt sich mit alternativen und innovativen Trainings- und Selbst- Management Methoden erlernen, indem natürliche Ressourcen des Körpers und des Gehirns gezielt genutzt werden. Dies ist eine völlig neue Art des Lernens und macht den Menschen „freier“ von äuße- ren Einflüssen und Sicherheiten. Daraus wächst und entwickelt sich ein breiteres Handlungs- und Kommunikations-Spekt- rum, das Los-lösen von „äußeren Sicher- heiten“ und die gezieltere Nutzung von „Empathie und emotionaler Intelligenz“ – beides Fähigkeiten, die „im Tunnelblick und der Bio-Chemie“ von Stress verloren gehen. Gleichzeitig ist es die ganz feine Wahr- nehmung und das Verhaltens-Spektrum in der Inter-Aktion der Beteiligten mit sich und der Aufgabe, die beachtet wer- den müssen. Maßnahmen und Aktionen gehen oft „haarscharf“ aneinander vor- bei und führen zu Konflikt-Potenzial und krank machenden Umständen. Hier kann die Hilfe eines „neutralen“ Be- trachters hilfreich sein – jemand, der nicht emotional verstrickt ist. Aktuell unterstützt der Europäische Sozialfonds Unterneh- men bis 250 Mitarbeitern genau hierbei. Wie bei der ganzheitlichen Körperbetrach- tung gibt es auch im System „Betrieb“ manchmal eine „Erstverschlimmerung“, weil alles auf den Tisch kommt, doch das baldige Finden, Heben und Leben von eigenen und vorhandenen Ressourcen ermöglicht ein weiteres positives Agieren, gibt Hilfestellung und ermöglich das, was nach burn-out-Forschungen ein wichtiger Faktor für Gesund-Sein und bleiben ist – dem Gefühl agieren und mitgestalten zu können – eigentlich genau das, was sich jeder Unternehmer wünscht und was un- sere Gesellschaft zukunftsfähig machen wird. Das folgende Bild kann helfen, den Weg zur Lösung zu beschreiben: Wir haben alle gemeinsam die Aufgabe ein Flugzeug umzubauen, das bereits fliegt. Und es ist die permanente Grat-Wanderung zwi- schen „genug umbauen und die Mann- schaft fit machen“ dass es zukunftsfähig wird und bleibt und so wenig machen, das es noch sicher weiter fliegen kann. Die Herausforderung an den Piloten ist es, dies permanent im Blick zu haben, auf die eigene Fitness und Gesundheit zu achten und bestmöglich dafür trainiert zu sein. Denn einen Führungs-Simulator gibt es nicht in der Trainings-Frequenz, die wir benötigen. So ist es wichtig, alle vorhandenen Hilfe-Systeme zu nutzen und die eigene Intuition und Er- fahrung intelligent zu nutzen. Und sich dabei die Fachleute, das Training und die Hilfe zu holen, die es gibt und die aktuelle Wetterlage stets vorausschauend im Blick zu haben. AUTORIN Claudia Effertz weist mehr als 25 Jahre Erfahrung im Umgang und der Begleitung von Men- schen und Teams, im Vertrieb, als Coach und mit dem Fokus auf gesundes und balanciertes Leben und Arbeiten auch und ge- rade im Veränderungsprozess vor. www.business-health-impulse.com | Das Gesundheitsmagazin für den Mittelstand Körper | Psyche PT-Room® auf der A+A Düsseldorf 5. - 8. November Halle 10, B42 Mehr Infos unter: www.ptroom.de Bringen Sie Bewegung ins Büro! Das innerbetriebliche Bewegungsangebot Optimale Flächennutzung für ein funktionelles, präventives und rehabilitatives Training Geringe Investition, die sich schnell bezahlt macht Sporttherapeutisch basiertes Übungsprogramm A+A Düsseld A
  6. 6. Wir machen uns Gedanken über art- gerechte Haltung von Nutztieren. Neben ethischen Aspekten stellt sich die Frage, ob bei der Haltung von Lebewesen in Fabriken ein gesundes Produkt heraus- kommen kann. Haben wir uns beim Ver- gleich der Arbeitsbedingungen von Men- schen in Relation zu ihrer genetischen Grundlage schon mal die Frage der „art- gerechten Menschenhaltung“ gestellt? Selbst wenn wir hier ethische Betrachtun- gen außen vor lassen dürften, sollte sich ein Arbeitgeber die Frage stellen, ob das Betriebsergebnis des einzelnen Mitarbei- ters unter den gängigen Arbeitsbedin- gungen tatsächlich seinem potenziellen Leistungsvermögen entspricht. Sprich, wir reden über Verluste! Auto, ICE, Flugzeug, Aufzug, gestern spät ins Bett, heute ganz früh raus, neue Kol- legen, Sitzen im Büro, auf dem Arbeits- weg und zu Hause, immer alles ganz schnell… So sieht das aus, was wir Fort- schritt nennen. Ist das aber wirklich Fort- schritt für Homo sapiens, seit 150.000 Jahren evolutionär angepasst an aktive Nahrungssuche, Wasser aus dem Brun- nen holen, Flucht vor dem Bären, Suche nach Beeren, Jagd, Felder bestellen …? In 100 Jahren haben wir die Lebensbe- dingungen auf den Kopf gestellt, aber so schnell findet keine evolutionäre Anpas- sung statt – nicht an Bewegungsmangel undnichtanstereotypeBelastungsmuster. Wir müssen das Kunststück vollbringen, den ursprünglich nahezu perfekten Or- ganismus Homo sapiens durch die neu- en Lebenswelten zu navigieren. Auf die Arbeitswelt bezogen bedeutet das auch, über ergonomische Arbeitsbedingungen nachzudenken. Die Tipps dazu finden Sie sehr gut aufbereitet bei Berufsgenossen- schaften, Krankenkassen und zuletzt in der letzten Ausgabe von Business Health Impulse. 15 Jahre Erfahrung im betrieblichen Gesundheitsgeschehen verschiedener Unternehmen haben mich aber gelehrt, dass es mit Mobiliar und Hilfsmitteln nicht getan ist. Wir Menschen sind nun mal Bewegungstiere. 20 km Gehen pro Tag waren im Jahre 1900 noch an der Ta- gesordnung – kombiniert mit schleppen, buddeln, heben und klettern. Gut, dass wir unser Wasser heute nicht mehr aus dem Brunnen holen müssen, aber deut- lich mehr Bewegung ist eine unausweich- liche Forderung, wenn wir u. a. orthopädi- sche Probleme nachhaltig in den Griff be- kommen möchten. Dabei ist zu beachten, dass hoher Arbeitsdruck (Stress) über normale biologische Anpassungsprozesse automatisch zu hoher Muskelspannnung (Kampfbereitschaft) führt. Dauerhaft hohe Muskelspannung führt zu Verspan- nungen und Verkürzungen. Und so wird nach erfolgreichen zigtausend Jahren aus dem vielbewegten Zweibeiner Mensch in einem evolutionärem Wimpernschlag ein zusammengeklappter, verspannter Viel- sitzer. Da helfen auch der beste Stuhl, das Stehpult und die neuesten Arbeitsschuhe nur wenig. Aus meiner Erfahrung muss es eine Be- wegungslösung mit dem kleinstmöglichen Schweinewachhund geben. Das kann auch ein kleines mobiles Angebot für zwi- schendurch sein. Die „bewegte Pause“ ist schon zigfach angeregt worden, scheitert aber immer daran, dass nach der kurzen Einführung im Alltag niemand mehr die Initiative ergreift. Es sei denn – und das habe ich in einigen Unternehmensprojek- ten gelernt – sie wird mit Ausdauer instal- liert. Die wichtigsten Faktoren sind dabei: Mit breiter Brust von der Chefetage pro- tegiertes Programm Die Maßnahmen über einen langen Zeitraum mit qualifizierten Trainern eta- blieren Auch einfache Bewegungs- und Stret- chingmöglichkeiten schaffen, die ohne Umziehen und Schweißausbruch zum Ziel führen Die Bewegungsfreude ansprechen – stupide sind die Bewegungsmuster des Alltags schon genug Ein positives Beispiel aus der Praxis ist die Installation von sogenannten „Reset- Points“, die mit minimalem finanziellen und räumlichen Aufwand in verschiede- nen Abteilungen installiert werden kön- nen und z. B. als Fünf-Minuten-Break den arbeitsmüden Geist aufpeppen, kurz- zeitig die volle Konzentration erfordern und damit den Weg für Kreativität frei machen, ein Lachen ins Gesicht zaubern und fast nebenbei sinnvolle Bewegungs- muster trainieren. Diese Idee lässt sich z. B. mit funktionellem Trainingsequip- ment wie Bosu, HandyTrim, Softweights, Gymsticks u. ä. umsetzen. Ergonomisch arbeiten „Artgerechte“ Arbeitsbedingungen für Homo sapiens Arnd Storkebaum, Biologe und Sportwissenschaftler, arbeitet seit 1998 als selbständiger Gesundheitsberater und Personal Trainer für diverse Unternehmen und entwickelt in Kooperati- on mit Herstellern wie Artzt, vitaliberty u.a. maßgeschneider- te Lösungskonzepte für individuelle Problemstellungen. info@m-l-q.de, www.m-l-q.de 6 Das Gesundheitsmagazin für den Mittelstand | www.business-health-impulse.com b Ergonomie
  7. 7. Harmony Swing ist laut Herstel- ler eine wertvolle Ergänzung zu herkömmlichen Trainingsange- boten in Sport- und Gesundheits- studios und insbesondere für Men- schen mit chronischen Erkrankun- gen geeignet. Regelmäßige Bewegung ist ein wichtiger Faktor in der Präven- tion von Zivilisationskrankheiten wie Bluthochdruck, Adipositas, oder Arteriosklerose. Die Bedeu- tung zeitgemäßer Trainingsthe- rapeutischer Angebote wird von zukunftsorientierten Einrichtungen nunmehr erkannt. Diesem Trend entsprechend hält Harmony Swing im- mer häufiger Einzug in Sport- und Ge- sundheitseinrichtungen aber auch in Pri- vathaushalte. Das Produkt „bewegt“ auf vielfältige Weise sowohl junge als auch ältere Menschen. Es stimuliert mit unter- schiedlichen fein abgestimmten Schwin- gungsimpulsen verschiedene Bereiche im Körper positiv. Viele Probleme und Krank- heiten beginnen mit fehlerhaften, unhar- monischen Schwingungen, die im Körper zu Fehlsteuerungen des Stoffwechsels führen können. Genau hier setzt Harmo- ny Swing an: Es aktiviert auf schnelle und effiziente Art und Weise den Stoffwechsel und fördert die Tiefensensibilität der Be- wegungs- und Haltemuskulatur. Harmony Swing Medizinisch und sportlich überzeugend Harmony Swing stimuliert mit unterschiedlichen fein abgestimmten Schwingungs- impulsen verschiedene Bereiche im Körper positiv. bPromotion Mehr darüber unter www.wilkhahn.de/on So viel Sitzzeit wird dem Körper im Laufe eines Büroarbeitslebens zugemutet. Setzen Sie deshalb auf mehr und natürliche Beweglichkeit. – Setzen Sie (sich) auf den ON.® Von führenden Experten weltweit als bester Bürostuhl empfohlen. Für mehr Gesundheit, mehr Lebensfreude, mehr Leistung. ON.® Made for motion. 78.000 Stunden still sitzen? Sie haben Besseres verdient. ON.®
  8. 8. Die Förderung der Gesundheit der Mit- arbeiter hat bei Infineon Technologies einen hohen Stellenwert. Im Rahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung hat der Infineon-Standort Regensburg Ende 2010 das interdisziplinäre Team Gesund- heit gegründet. Mit neuen Ideen und kon- sequent am Menschen ausgerichteten Entscheidungsprinzipien hat das Team in kurzer Zeit viel erreicht. Infineon Technologies zählt in seinen Ziel- märkten zum Weltmarktführer für Halblei- ter- und Systemlösungen. Der Erfolg, zu dem das Werk Regensburg mit der Ent- wicklung und Fertigung von Halbleiter- Arbeitswelten für Menschen Ein Bericht von Kristian Knoell, Betriebsarzt, und Peter Danner, Arbeitssicherheits- kraft, beide Infineon Technologies AG, Standort Regensburg produkten maßgeblich beiträgt, fußt auf der Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter. Da- her gehört es zum Selbstverständnis des Unternehmens, Gesundheit als integralen Bestandteil in den Unternehmenswerten zu verankern. Einen wesentlichen Eck- pfeiler stellt dabei die aktive Präventions- arbeit dar, die im Werk Regensburg 2010 auf neue Beine gestellt wurde. Um die Belegschaft nachhaltig für gesundheits- orientiertes Verhalten zu sensibilisieren, wurde auf Initiative des Betriebsarztes das Team Gesundheit gegründet. Zu den ersten Aktionen des Teams gehör- ten zwei Arbeitsplatzbegehungen, um die ergonomischen Bedingungen im Werk zu erheben. Dabei zeigte sich, dass mehr als die Hälfte der eingesetzten Bürostüh- le nicht den Mindestanforderungen für körpergerechtes Arbeiten entsprachen. Arbeitsmedizin und Arbeitssicherheit forderten, dass ein Bürostuhl höhenver- stellbar sein muss, gleichermaßen für große und kleine sowie für schwere und leichte Personen geeignet ist, eine Sitz- tiefenverstellung bietet und Armlehnen sowie eine Lordosestütze hat. Der genaue Investitionsumfang belief sich auf rund 900 Bürodrehstühle, die ersetzt werden mussten. Das Team analysierte alle infrage kom- menden Produkte und orderte eine Aus- wahl an Bürostühlen, die alle Kriterien erfüllen, zur Bemusterung. Klar war, dass es nur ein einziges Stuhlmodell in einer Konfiguration für alle neu auszustattenden Arbeitsplätze geben sollte. Außerdem prüfte die Arbeitssicherheit, welche ergonomischen Konzepte die Hersteller zusätzlich anbo- Rund900BüroarbeitsplätzewurdendurchdenAustauschderStühleoptimiert. Stuhlmodell, das mit seiner Synchro-Activ- Balance-Sitzmechanik überzeugt 8 Das Gesundheitsmagazin für den Mittelstand | www.business-health-impulse.com b Ergonomie
  9. 9. ten. Dabei fiel die Wahl auf den Shape XT des Herstellers Dauphin. Der Stuhl erfüll- te alle Anforderungen und zeichnet sich durch die Sitzmechanik Synchro-Activ- Balance aus. Diese bietet eine nach vorne geneigte Sitzfläche mit einem Neigewin- kel von bis zu minus 12° mit synchroni- sierter Rückenlehnen-Unterstützung, was nach neuesten Erkenntnissen der Sitzfor- schung ein körpergerechtes Sitzen rund ums Lot fördert. Körpergerechtes Sitzen Die Wahl eines geeigneten Bürostuhls war eine Voraussetzung für mehr Ergo- nomie am Arbeitsplatz. Doch bietet ein noch so ausgereifter Stuhl keinen präven- tiven Nutzen, wenn dieser nicht richtig eingesetzt wird. Daher galt es, im Zuge der Beschaffung neuer Bürostühle die Mitarbeiter im Werk für die Relevanz des körpergerechten Sitzens am Arbeitsplatz zu sensibilisieren. Noch vor Auslieferung der neuen Bürodrehstühle wurde unter dem Motto „Deinem Rücken zuliebe“ ein Gesundheitstag organisiert, auf dem inte- ressierte Mitarbeiter Wissenswertes rund um Rückenprävention erfahren konnten. Vor Ort war auch ein Experte der Dauphin HumanDesign Group, der den Shape XT präsentierte und wissenschaftliche Messverfahren aus dem ErgoLab vorstell- te. Das Verfahren ErgoMouse zeigte die biomechanische Be- und Entlastung der Wirbelsäule. Dazu wurden bei jedem Frei- willigen drei Messungen durchgeführt: Zunächst dokumentierte der Experte die spezifische Form der Wirbelsäule des Teilnehmers im Stehen. Dann wurde ein Bürostuhl so eingestellt, wie der Proband es kannte. Auch in dieser Position wurde die Haltung der Wirbelsäule dokumen- tiert. Abschließend erfolgte eine Messung der Wirbelsäule auf einem Bürostuhl mit Synchro-Activ-Balance-Mechanik. Im Vergleich der Ergebnisse war zu erken- nen, dass in der zuletzt gemessenen Sitz- position die Wirbelsäule ihrer natürlichen Haltung im Stehen nahe kam und so ent- lastet wurde. Diese anschauliche Präsen- tation hat auch viele Zuschauer überzeugt und trug dazu bei, dass der neue Stuhl im Werk schnell zum Gesprächsthema wurde. Kurz danach wurden die Arbeits- plätze mit neuen Stühlen ausgestattet. Die Auslieferung wurde vom Facility Ma- nagement professionell organisiert und in nur zweieinhalb Tagen durchgeführt. Dabei erhielt jeder Mitarbeiter nach dem Prinzip der Key-User-Schulung an sei- nem Arbeitsplatz eine Einweisung in den Umgang mit dem Bürostuhl und dessen Funktionen. Zudem prüften viele Nutzer Infineon-Gebäude in Regensburg Unter dem Motto „Deinem Rücken zuliebe“ veranstaltete das Team Gesundheit einen Gesundheitstag Fotos:Infineon Dauphin HumanDesign Group Espanstr. 36, 91238 Offenhausen Ihre Ansprechpartnerin: Lena Winter Telefon 09158/17-950 Telefax 09158/17-790 E-Mail lena.winter@dauphin.de www.dauphin-group.com ihr Sitzverhalten im 60-Sekunden-Check auf der Homepage von Dauphin. Das Team Gesundheit hat sich bereits dem nächsten Projekt verschrieben: Ge- meinsam mit einem Architekturbüro wur- de ein Konzept für die Ausstattung opti- mierungsbedürftiger Büros erarbeitet. Im Zentrum steht dabei stets das Wohlbefin- den von Menschen in einer produktiven Arbeitsumgebung. Denn nur mit einem ganzheitlichen Ansatz wird Infineon der hoch priorisierten Aufgabe gerecht, die Gesundheit der Mitarbeiter dauerhaft zu fördern. Auf dem Weg zu diesem Ziel hat das interdisziplinäre Team schon eine Menge verändert und viel erreicht. 9www.business-health-impulse.com | Das Gesundheitsmagazin für den Mittelstand bErgonomie
  10. 10. Wir verbringen täglich mehrere Stun- den am Schreibtisch und auf unse- rem Bürostuhl. Dies kann auf die Dauer zu Rückenschmerzen führen oder bereits vor- handene Rückenprobleme verschlimmern. Denn: Bürostühle sind häufig falsch einge- stellt. Ein richtig eingestellter Bürostuhl ver- ringert die Belastung für Wirbelsäule, Band- Gesund sitzen Wie stelle ich meinen Bürostuhl richtig ein? scheiben und Muskeln. Es lohnt sich die Einstellungen des Bürostuhles zu prüfen. Stellen Sie Ihren Stuhl richtig ein Sitzhöhe: Abhängig von Unterschenkel- länge und Fuß sollte sich die Sitzhöhe im Maßbereich von mindestens 40 bis 53 Zentimetern einstellen lassen. Die Füße sollten fest auf dem Boden stehen, Ober- und Unterschenkel einen Winkel von 90 Grad oder mehr ergeben. Sitztiefe: Die Sitztiefe sollte sich im Maß- bereich zwischen 37 und 47 Zentimetern verstellen lassen. Große Benutzer benö- tigen eine ausreichend große Auflageflä- che für die Oberschenkel. Bei kleinen Be- schäftigten ist auf den Beckenhalt durch die Rückenlehne zu achten. Für sie muss die Sitztiefe entsprechend verringert wer- den. Zwischen Kniekehle und Vorderkan- te der Sitzfläche sollten mindestens zwei bis drei Finger breit Platz sein. Sitzflächenneigung: Die richtige Sitzflä- chenneigung entlastet die Rückenmus- kulatur. Für die vordere Sitzposition sollte die Sitzfläche leicht nach vorne geneigt werden können. Rückenlehne: Die Lehne muss flexibel, leicht zu bedienen und in der Höhe ver- stellbar sein. Sie unterstützt im Idealfall die natürliche Form der Wirbelsäule in allen Sitzhaltungen und reicht bis un- terhalb der Schulterblätter. Die Rücken- lehnenwölbung, Lumbal- oder Lordo- senstütze genannt, gibt der Wirbelsäule halt und sollte sich etwas oberhalb der Gürtellinie befinden. Die Höhe des Ab- stützpunktes sollten sich zwischen 17 und 23 Zentimeter einstellen lassen. In der mittleren Sitzposition sollte die Rü- ckenlehne einen Winkel von etwa 100 Grad, beim Relaxen 120 Grad bilden. AUTORIN Annette Chrometz, Dipl.-Ing. Hochbau (FH) und Dipl.-Wirtsch-Ing. (FH), gepr. Arbeitsplatzexperte (MBA), arbeitet seit 1990 im Vertrieb, seit 2001 ist sie Mitinhaberin vom Bürocenter Butzbach. Seit drei Jahren beschäftigt sie sich intensiv mit dem Thema Ergonomie am Arbeitsplatz und hat zahlreiche Weiterbildungen zu diesem Thema erfolgreich absolviert. startet in der Pilotregion gemeinsam mit Partnern eine der größten Gesundheits- initiativen für den Mittelstand. Ziel der Initiative ist es, Inhaber und Geschäfts- führer von mittelständischen Betrieben für Gesundheitsmaßnahmen im eigenen Unternehmen zu sensibilisieren, Impulse zu geben und mit guten Beispielen auf- zeigen, wie Gesundheitsmaßnahmen für Mitarbeiter umgesetzt werden können. Im Eine Initiative für mehr Gesundheits- maßnahmen im Mittelstand soll Mit- arbeitern und Unternehmen in Hessen zugute kommen. Ihr Name: Gesunde Un- ternehmen Hessen Unter der Schirmherrschaft des Hessi- schen Innenministers Boris Rhein hat Katja Weigand die Initiative „Gesunde Unternehmen Hessen“ gegründet und Initiative für mehr Gesundheitsmaßnahmen im Mittelstand online-Branchenbuch auf der Homepage www.gesunde-unternehmen-hessen.de können sich Gesundheitsanbieter regis- trieren lassen und das Mitgliedslogo der „Gesunde Unternehmen Hessen“ erwer- ben.Im Rahmen der Auftaktveranstaltung am 16. April begrüßte der Botschafter der Initiative Joey Kelly 140 geladene Gäste. Weitere Informationen unter: www.gesunde-unternehmen-hessen.de Wer richtig sitzt, entlastet seinen Rücken. 10 Das Gesundheitsmagazin für den Mittelstand | www.business-health-impulse.com b Ergonomie
  11. 11. 10 Tipps zur Steigerung der Mitarbeitermotivation Gesundheitsbewusstsein steigern U AUTORIN Christiane Schwager, M.A./Dipl., hat sich als Journalistin und Trainerin auf den demografischen Wandel spezialisiert. Sie bietet Work- shops zum Employer Branding, Mitarbeiter-Motivation und Selbstmanagement 40+. www.aufbruch-und-wandel.de 11 b
  12. 12. Beim Essen E-Mails checken, beim Einkauf nur auf den Preis schielen und täglich eine Curry-Wurst? Um he- rauszufinden, wie sich die Menschen hierzulande tatsächlich ernähren, hat die Techniker Krankenkasse (TK) einen re- präsentativen Querschnitt der deutschen Bevölkerung vom Meinungsforschungs- institut Forsa befragen lassen. Die Studie gibt Aufschluss darüber, wie wichtig den Menschen ihre Ernährung ist, ob sie auf ihre Gesundheit achten und ob sich eine gesunde Ernährung mit ihrer Arbeit ver- einen lässt. Daraus ergeben sich auch mögliche Ansatzpunkte und Stellschrau- ben für das betriebliche Gesundheitsma- nagement. Die gute Nachricht: Für fast die Hälfte al- ler Befragten hat das Essen einen hohen Stellenwert, sie sind bereit, Zeit und Geld zu investieren. Immer mehr Menschen legen Wert darauf, sich nicht nur gut, sondern auch gesund zu ernähren. Die Ergebnisse bedeuten allerdings gleichzei- tig, dass das Essen im Leben der anderen Hälfte keine große Rolle spielt. Frauen ist ihre Ernährung dabei deutlich wichti- ger als Männern – und sie ernähren sich auch wesentlich gesünder. Beim starken Geschlecht steht das Motto „Hauptsache lecker“ klar im Vordergrund. Nur 44 Pro- zent aller Männer sagen, dass Essen ih- nen wichtig ist. Und nur 17 Prozent, dass sie sich immer gesund ernähren. Bei den meisten überwiegen die Phasen, in denen sie sich gar keine Gedanken darüber ma- chen, was sie da gerade zu sich nehmen. 43 Prozent ist es in dieser Zeit herzlich egal, ob ihr Essen aus der Imbissbude kommt oder vom Herd in der eigenen Kü- che und ob sie es im Sitzen essen oder im Laufen, auf dem Weg zum nächsten Termin. Es soll schmecken und wenn es dann noch schnell geht – umso besser. Arbeitspensum diktiert Speiseplan Ungefähr jeder fünfte Berufstätige kommt nur am Wochenende dazu, sich so zu er- nähren, wie er gerne möchte. Unter der Gesunde Ernährung: am Arbeitsplatz besonders schwierig Versorgung lässt oft zu wünschen übrig – guter Wille ist gefragt Kantinenessen gehört für viele zum Berufsalltag. 12 Das Gesundheitsmagazin für den Mittelstand | www.business-health-impulse.com b Lebensstil
  13. 13. AUTORIN Ulrike Grohmann ist seit 1995 mit einem eigenem Redaktionsbüro selbst- ständig. Ernährung und Verpflegung sind ihre Spezi- algebiete als Fachjournalistin und Dipl.-Oecotrophologin. Woche wird der Speiseplan vor allem vom Arbeitspensum und von den Be- dingungen am Arbeitsplatz diktiert. Ein Drittel aller befragten Erwerbstätigen sagt, dass ihm ein bessere Ernährung bei der Arbeit einfach nicht möglich ist. Viele Berufstätige sind unzufrieden mit ihren Möglichkeiten, sich am Arbeits- platz angemessen zu ernähren. Obwohl betriebliches Gesundheitsmanagement in vielen Branchen ein großes Thema ist, beklagt ein Drittel aller Berufstätigen, dass eine gesunde Ernährung bei der Arbeit schlichtweg nicht möglich ist. Das Problem liegt in erster Linie in einer be- grenzten Essensauswahl. Vier von zehn Befragten sagen, dass das Angebot in der Kantine oder der näheren Umgebung des Unternehmens eine gesunde Ernährung schwierig macht. Dazu gibt jeder zweite der Befragten an, in den Arbeitspausen nicht die Zeit zu haben, in Ruhe zu es- sen. Während sonst die Frauen durchweg diejenigen sind, die ihrer Ernährung mehr Bedeutung beimessen, findet dies im Be- rufsalltag seine Grenzen. Frauen nehmen sich bei der Arbeit genauso wenig Zeit zum Essen wie Männer. Dabei lässt sich bei der Befragung auch feststellen, dass eine gesunde Ernährung bei der Arbeit auch eine Frage des guten Willens ist – egal ob das Essenangebot rundherum nun üppig oder bescheiden ist. Diejenigen, für die Essen einen hohen Stellenwert hat, beklagen sich am wenigs- ten, bei der Arbeit zu einem ungesunden Lebensstil gezwungen zu sein. Wer sich wenig Gedanken über seine Ernährung macht, der isst bei der Arbeit oft ohne- hin nicht viel – sondern dann abends zu Hause reichlich. Aber auch insgesamt geben noch vier von zehn Berufstätigen an, dass sie bei der Arbeit nicht viel es- sen, dafür aber dann ordentlich zuschla- gen, wenn sie abends nach Hause ge- kommen sind. Quelle: Iss was, Deutschland? TK-Studie zum Ernährungsverhalten der Menschen in Deutschland. bLebensstil Ein ergonomischer Arbeitsplatz kann Fehlzeiten reduzieren 1 von 3 Mitarbeitern fällt in Deutschland als Folge von Beschwerden aufgrund schlechter Arbeitsgewohnheiten aus. Und zwar im Schnitt 14 Tage pro Jahr pro Betroffenem.* *Quelle: Studie von Dynamic Markets, 2012 Wie Ihr Unternehmen Geld sparen und die Produktivität erhöhen kann zeigt Ihnen der Professor unter www.ergo.fellowes.com Ihr persönlicher Ergonomie Experte Es braucht nicht viel! Mit meinem ergonomischen Arbeitsplatzzubehör arbeiten Ihre Mitarbeiter sicherer und smarter.
  14. 14. Betriebliches Gesundheitsmanage- ment muss sorgfältig geplant wer- den. Wir stellen die ersten Schritte zu einem nachhaltigen Konzept vor. Weitere Überlegungen folgen in der kommenden Ausgabe. „Konzerne haben betriebliche Gesund- heitsvorsorge als Wettbewerbsvorteil er- kannt. Mittelständler tun sich immer noch schwer. Doch das ändert sich.“ So die Einleitung von Anja Steinbuch in der Wirt- schaftswoche vom 30.3.2013. Man schätzt für dieses Jahr mindestens 20 Milliarden Kosten für vermeidbare Krankheiten in deutschen Unternehmen. So das Ergeb- nis einer Meta-Studie der Bertelsmann- Stiftung und der Strategieberatung Booz & Company. Entscheidend für den Erfolg bei der Einführung von Gesundheitsprojekten ist natürlich die Chefetage. Betriebliches Gesundheitsmanagement ist ein innovatives nachhaltiges Manage- mentkonzept. Eine professionelle Auf- tragsklärung steht an erster Stelle. Dann folgen Interventionsplanung mit kon- kreten Zielsetzungen und Umgang mit möglichen Akzeptanzproblemen der Be- troffenen. Vielleicht wollen Sie die Fehl- zeiten innerhalb der nächsten 12 Monate um mindestens 10%-Punkte senken. Ein weiteres Ziel wäre die Erhöhung der Pro- duktivität um 3%-Punkte innerhalb der nächsten 12 Monate. Die Erhöhung der Mitarbeiterbindung um 25% könnte ein weiteres Ziel im betrieblichen Gesund- heitsmanagement darstellen. Vielleicht wollen Sie sich damit auch als attraktiver Arbeitgeber auf einer Skala von 1 bis 10 Punkten um 1,5 Punkte insgesamt ver- bessern? Mögliche Ergebnisse einer Mit- arbeiterbefragung wurden ja in der letzten Ausgabe 3/2013 exemplarisch darge- stellt. Ebenso müssen in Verbindung mit den Zielvorgaben konkrete Kosteneinspa- rungen bzw. Umsatzzuwächse ermittelt werden. Nur was sich messen lässt, kann in der Regel auch gemanaged werden. Die Op- timierungs-Potenziale in Form von Euros sind dann auch eine sinnvolle Basis für die Interventionsplanung. Im Rahmen der Interventionsplanung macht man sich dann Gedanken für mög- liche Maßnahmen innerhalb der nächsten 12 Monate wie beispielsweise: Gesundheitstage – (k)eine Frage? Sich und andere besser verstehen – Kommunikation ist alles! Impulsvortrag: „Krisen = Chancen > Es gibt immer eine Alternative!“ Gesundheitszirkel-Team (Tolle Entfal- tung aller Möglichkeiten) Arbeitslust oder Arbeitsfrust? Brainfood statt Fastfood – Infoserie Gesunde Streitkultur – Konflikte als Mo- tor der Weiterentwicklung Workshop: Ergonomisches dynami- sches Sitzen Wichtige Regenerationsquelle „Der ge- Es gibt nichts Gutes, außer man tut es 14 Das Gesundheitsmagazin für den Mittelstand | www.business-health-impulse.com b Führung
  15. 15. BETRIEBLICHE GESUNDHEITSFÖRDERUNG – WORK AND MOVE wove – work and move Das effektivste Rückentraining mit minimalem Zeiteinsatz für modernes betriebliches Gesundheitsmanagement. Fordern Sie sich gleich Ihr Infopaket an oder besuchen Sie uns unter www.tz-eggenfelden.de TZ Therapie und Trainingszentrum (oHG) Helmut Speckmaier/Gerhard Vilsmeier/Hans Stummer Karl-Rolle-Straße 54 · 84307 Eggenfelden · Fon 08721 4545 www.tz-eggenfelden.de BETRIEBLICHE GESUNDHEITSVORSORGE - FIT4BUSINESS www.cellinfomed.de - Tel. 08706 9477 115 Schwingungstrainer mit System Entspannungs- und Leistungssteigerung Mobilisiert die Gelenke und aktiviert den Stoffwechsel Harmony Swing sunde Schlaf“ als Impulsvortrag „Es würde sich mehr bewegen, wenn man sich mehr bewegen würde!“ als Event Resilienz-Training für Führungskräfte und Mitarbeiter Welche Umsetzungsmodule tragen we- sentlich zur Lösung von Problemen bei? Welche Aktivitäten Gelöscht unterstützen die konkreten Zielsetzungen? Welche Prioritäten werden abgeleitet? Aus dem „Was soll es konkret bringen?“ kann man durchaus ein „Was darf es kosten?“ ab- leiten. Da wären wir wieder beim Thema Return-On-Investment (ROI). Die Samen der Vergangenheit sind die Früchte der Zukunft. Damit mögliche Investitions-Maßnahmen auch von vielen Mitarbeitenden auch „an- genommen“ werden, muss der richtige Umgang mit Widerstand ins Auge gefasst werden. Für eine erfolgreiche Umsetzung ist auch eine aktive Beteiligung der Mit- arbeiter erforderlich. Die Betroffenen müssen zu Beteiligten gemacht werden. Diese Aussagen treffen uneingeschränkt für die Führungs-Mitarbeiter zu. Veränderungen werden nach Kostka/ Mönch (Change Management 2009) als sachliche und persönliche Risiken und weniger als Chancen wahrgenom- men. Nur rund 5 % im Unternehmen sind proaktive Befürworter der Verän- derungen. In Anlehnung an Kostka/ Mönch sind leider immer wieder fol- gende Fehler bei Veränderungsprozes- sen zu sehen: Keine starke Führung(skoalition) für die geplante Veränderung Kein klares Aufzeigen der Dringlich- keit einer Veränderung Kurzfristige Etappenerfolge zu wenig aufgezeigt und nicht gefeiert Veränderungen werden nicht in der Unternehmenskultur, im Leitbild ver- ankert Nötige Kompetenzen für Verände- rungen werden nicht (ausreichend) analysiert und trainiert Vorteile/Nutzen für die „Betroffenen“ werden nicht oder nicht ausreichend aufgezeigt BGM-Projektleiter sollten bestens mit Change-Management vertraut sein. Erst, wenn die oberste Führungsetage „über- zeugt“ ist und nicht nur „überredet“ wurde, ergeben weitere Aktivitäten (Top- Down-Strategie) Sinn. Manchmal sind es aber auch im Vorfeld durchgeführte einzel- ne Maßnahmen, die „spürbar“ den Sinn, Nutzen von weiteren „ganzheitlich(er)en“ Gesundheitsmanagementaktivitäten auf- zeigen. Sozusagen vom Sinn zum Ge- winn. Wer’s spürt, weiß es besser! AUTOR Karl Drack ist als Magister der Wirtschafts- und Sozial- wissenschaft seit 1998 auch als Dozent und Prüfer an der BSA-Akademie und Deutschen Hochschule für Gesundheit und Prävention (DHfPG) tätig. GESUNDHEITSBERATERIN • Ausbilderin für Autogenes TrainingAusbilderin für Autogenes Training • Trainerin Ausdauersportarten und GesundheitssportTrainerin Ausdauersportarten und Gesundheitssport • Rückentraining, Pilates u.v.mRückentraining, Pilates u.v.m Seminare – auch in Englisch Outdoor-Events Tailormade events for companies Cornelia Nehls Am Weißen Stein 33, 63225 Langen Telefon: 06103 - 7 44 93 ERGONOMISCHE OFFICEPRODUKTE Ergonomiebewusstsein schaffen Praxisimpulse – Motivationstipps Arbeitsplatz in Motion Kostenfreie Veranstaltung am 05.09.2013. Melden Sie sich jetzt an, Teilnehmerzahl begrenzt. www.buerocenter-butzbach.de Bürocenter Butzbach Andreas Chrometz & Annette Klaus GbR 35510 Butzbach · Zum Bahnhof 12 · Telefon (0 60 33) 160 17 Telefax (0 60 33) 160 10 · info@buerocenter-butzbach.de fresh ergonomics Unternehmen unternehmen Gesundheit 15www.business-health-impulse.com | Das Gesundheitsmagazin für den Mittelstand bFührung Green Page
  16. 16. ÜBER 1.600 ARTIKEL PUNKTE SAMMELN DER NEUE FACILITY-KATALOG IST DA! Besuchen Sie uns jetzt auf www.calipage.de Gute Laune fürs Büro CALIPAGE bietet Ihnen: Ihren gesamten Facility- und Bürobedarf aus einer Hand einen qualitativ hohen Service und eine stets kompetente Beratung vielfältige Aktionsangebote und Promotions den 24 Stunden CALIPAGE-Lieferservice ein vielfältiges Produktsortiment u. v. m. DIE IHREN ALLTAG BEREICHERN & ERLEICHTERN IHRE TREUE WIRD MIT EXKLUSIVEN PRÄMIEN BELOHNT TOPPRÄMIE iPad

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