Deutsche Vereinigung für
Finanzanalyse und Asset Management e.V.
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Von Martin Hock
Der Berichtssaison zittern immer viele Menschen entgegen, Anle-
ger wie Finanzvorstände. Dabei hoffen beid...
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Der Artikel erschien in der Börsen-Zeitung,
Zeitung für die Finanzmärkte, Ausgabe 213, 03.11.2012
SCHWERPUNKTTHEMEN
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allein sichert nicht den
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Finanz- und Nachhaltigkeitsberichte. Wie Experimente der D...
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tersucht wurde, unter welchen Umständen Investoren ESG-Dat...
Das Finanzjahr 2012 war geprägt durch Herausforderungen im
Management von Pensionsvermögen. Neben der Diskussion um
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aufgaben gemacht sein, um in der Folge die Systematik der...
Emittenten sollten ein Interesse daran haben, dass möglichst
viele Investoren eigene Bonitätsanalysen durchführen. Investo...
Beschreibung der Risikofaktoren bei diesen eher kleineren Un-
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Bericht zur Lage
Die derzeitigen Umstrukturierungen in der Finanzbranche bringen ver-
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Die DVFA-Finanzakademie –
seit 1987 Qualifizierungen für den Finanzmarkt
Am 30.10.2012 feierte die Deutsche Vereinigung fü...
Diplomverleihung, von links: Dr. Raimond Maurer,
Johann-Wolfgang-Goethe-Universität, Thomas Gerner, Fery Family Trust GmbH...
EF FAS
ACIIA – The Association of Certified
International Investment Analysts
Since its foundation in the year 2000, the Associat...
E VENTS
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Die Mitgliederversammlung fand unter der Leitung
von Fritz H. Rau statt.
Die DVFA-Mitgliederversammlung wählte am 22. Mai ...
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Februar März APril Mai Juni
2. DVFA-Symposium Risikomanagement
DVFA SYMPOSIEN
9. Mai 2012
2. DVFA-Asset Manage...
One-on-one-Management
DVFA Finanzkommunikation
12.–14. November 2012
10th SCC_  Small Cap Conference
DVFA Finanzkommunikat...
F IN A N Zkommunikation 10th SCC _ Small Cap
Conference
27.–29. August 2012
Mit über 30 Emittenten und ca. 250 Investment ...
One- on - One- M anagement
12.–14.N ovember 2012
Bereits zum siebten Mal organisierte die DVFA das One-on-One-
Management ...
René Karsenti,
International Market Association
Chris Golden, EFFAS
John Nuggée, State Street
Eine zweitägige EFFAS-EBC Ko...
Paneldiskussion zu »Mittelstand und Anleihen – eine kritische Würdigung des
wohl derzeit wichtigsten Trends im Bereich Cor...
Am 27. November 2012 trafen sich auf der 4. DVFA Investment-Con-
sultant-Konferenz über 120 Investment Consultants, instit...
institutionelles A sset
M anagement und D ie F rage
nach W ert, W ertschöpfung
und W ertschätzung
BERICHT
ÜBER DIE
GREMIEN
Gremien
Mitgliedschaften
UND Kooperationen
Projekte
Equities
Steering Committee
Fixed Income
Steering Committee
Asset Mana...
Kommission Life Science:
Healthcare Services	
and Healthcare Supplier
Im Mai 2012 fand die 5. DVFA Life Science
Conference...
SCRS, ein Instrumentarium für kleinere und
mittelständische Unternehmen, mit dessen
Hilfe die Kommunikation am Kapitalmark...
Kommission Rating Standards:
Methoden der Ratingagenturen
Die Arbeitsgruppe Länderrating erarbeitete
unter der Leitung von...
Der Vertreter der Anleihegläubiger:
DVFA und BVI veröffentlichen Standards für
Unternehmensanleihen unter dem Schuld-
vers...
DVFA und CRUF: Optimierung von
Rechnungslegungsstandards
CRUF, »The Corporate Reporting Users' Fo-
rum«, wurde 2005 gegrün...
Unternehmen rechnen sich schön
Statements von Investment Professionals
aus der Umfrage zur Relevanz des DVFA/
PwC-Standard...
Mitglieder deR G REMIEN
Aufnahmekommission
Nikolaus Brandl
Dr. Hans-Peter Rathjens	 Allianz Global Investors Europe GmbH
A...
DVFA Jahresbericht 2012
DVFA Jahresbericht 2012
DVFA Jahresbericht 2012
DVFA Jahresbericht 2012
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DVFA Jahresbericht 2012

  1. 1. Deutsche Vereinigung für Finanzanalyse und Asset Management e.V. JAHRES BERICHT 2012
  2. 2. JAHRES BERICHT 2012
  3. 3. INHALT
  4. 4. 05 07 17 21 23 3 3 4 3 BERICHT DES VORSTANDS 2012 SCHWERPUNK T THEMEN F IN ANZ AK ADEMIE EF FAS E VEN TS und AK TIVITÄTEN bERICHT ÜBER DIe GREMIEN Mitglieder und BIL ANZ
  5. 5. » W ir wollen neben unserem zweifellos inhaltlich breit aufgestellten F ächer in Z ukunft gezielt T hemenschwerpunkte setzen und verfolgen .« S T E F A N B I E L M E I E R
  6. 6. Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Mitglieder, mit diesem Geschäftsbericht haben wir uns inhaltlich und konzep- tionell erneuert. Wir sind auf einen modernen Magazinstil umgestie- gen und möchten Sie mit einem echten Mehrwert überzeugen, der Sie dazu anregt, unseren Jahresbericht interessiert zu lesen. Diese Veränderungen sind gleichzeitig der Spiegel einer Neuausrichtung innerhalb der DVFA, die sich an verschiedenen Pfeilern festmacht. Im Mai hat nicht nur ein Wechsel an der Spitze der DVFA stattge- funden. Ich habe mit Freude die umfangreiche und anspruchsvolle Führungsaufgabe, die Fritz Rau seit 1998 mit Umsicht, Geschick und Lebenserfahrung auszufüllen wusste, übernommen. Fritz Rau wurde für sein Wirken mit der Ehrenmedaille der DVFA ausgezeichnet und ist fortan Ehrenvorsitzender unseres Vorstandsgremiums. Mit Dr. Ulrich Neugebauer, Deka Investment GmbH, haben wir eine neue Stimme für das Ressort Asset Management hinzugewonnen. Wir wollen neben unserem zweifellos inhaltlich breit aufgestell- ten Fächer in Zukunft gezielt Themenschwerpunkte setzen und ver- folgen. Dazu zählen »Ethik und Finanzwirtschaft«, »Konzerne und Pensionslasten«, »Non-GAAP-Earnings« und »Mittelständische An- leihen«. Zum Ethikkomplex hat sich ein Arbeitskreis gegründet, den Kulturstaatsminister a.D. Prof. Dr.Julian  Nida-Rümelin leitet. Diese Aktivitäten stehen im Zeichen des neu gegründeten Gemeinnützigen DVFA Instituts für Finanzstudien GmbH. Unsere Arbeitsschwerpunkte fanden 2012 auch Ausdruck im 2. DVFA-Symposium Corporate Bond Forum, bei dem Anleihen als Instrument der Unternehmensfinanzierung im Fokus standen. Wir haben mit der EFFAS-EBC Konferenz unseren Horizont auch interna- tional aufgespannt und über die Zukunft der Eurobonds diskutiert. Und dies sind nur zwei Beispiele aus dem vielfältigen Veranstaltungs- fächer der DVFA. Die Gremien der DVFA sind federführend in der Herausbildung von Standards. So formulierte die DVFA eine Richtlinie Non-GAAP- Earnings-Adjustments, in Zusammenarbeit mit Pricewaterhouse- Coopers AG (PwC) Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, und der Univer- sität Hamburg. Die Standards für Bondkommunikation unter dem Schuldverschreibungsgesetz in Zusammenarbeit mit dem BVI, Bun- desverband Investment- und Asset Management e.V.,  haben  in der Öffentlichkeit ebenfalls eine große Resonanz gefunden. Im Bereich der Kapitalmarktkonferenzen stand und steht der Fokus auf dem Small- und Midcap-Sektor. Die traditionelle Small Cap Conference SCC_ feierte ihr 10-jähriges Jubiläum – die Konfer- enz ist am Kapitalmarkt zweifellos fest etabliert. Das Konferenz- team der DVFA leistet im Bereich »One-on-One-Management« seit Jahren solides Prozessmanagement – zuletzt beim Eigenkapitalfor- um der Deutschen Börse AG. Ein sehr bedeutender Ankerpunkt 2012 war die Würdigung des 25-jährigen Bestehens der DVFA-Finanzakademie, das im Oktober im Frankfurter Westhafenpier in schönem Rahmen gefeiert wurde. Mit dem CRERM, Certified Real Estate Risk Manager, wurde ein neues Immobilien-Programm aufgelegt. Die Finanzakademie begegnet damit innovativ den Herausforder- ungen des Ausbildungsmarktes. Weiter ist das britische Chartered Institute for Securities & Investment (CISI) mit über 40.000 Mitglie- dern dem internationalen Verband der Investment Professionals ACIIA beigetreten. Wir gedenken in Ehren Prof. Dr. Norbert Walter, Ehrenmitglied der DVFA, der im Herbst letzten Jahres verstorben ist. Die DVFA hat jetzt 1391 persönliche Mitglieder. Ich danke ganz herzlich allen, die sich im Team für Ziele und Wahrnehmung der DVFA engagiert haben – im Vorstand, in Kommissionen, Arbeits- kreisen und in der DVFA-Geschäftsstelle. Frankfurt, im März 2013 Stefan Bielmeier im Namen des Vorstands DVFA e.V. 2 0 1 2 5DVFA JAHRESBERICHT 2012
  7. 7. Schwer punkt themen
  8. 8. Von Martin Hock Der Berichtssaison zittern immer viele Menschen entgegen, Anle- ger wie Finanzvorstände. Dabei hoffen beide dasselbe: dass die Zahlen ein gutes Bild abgeben. Unterschiede gibt es im Verhältnis zur Wahrheit: Während erstere hoffen, dass die Zahlen der Wahr- heit entsprechen, auch wenn diese schmerzlich ist, sind letztere eher darauf bedacht, die Wahrheit so darzustellen, dass sie ein gutes Bild abgibt. Das Mittel der Wahl ist die Bereinigung von Ergebniss- en: Restrukturierungskoten raus, Wechselkursbelastungen raus, Einmalbelastungen jedweder Couleur raus – Gewinn vor Kosten nennen das Spötter bisweilen. Reinigungsmilch für Ergebnisrechnungen Erheblich ernsthafter ist da die Kritik, die jetzt laut einer Umfrage der Deutsche Vereinigung für Finanzanalyse (DVFA) und der Unter- nehmensberatung PwC von Finanzanalysten und Fondsmanager laut wird. Dabei geht es vor allem über den Ausweis und die Bericht- erstattung hinsichtlich zweier beliebter Gewinngrößen, die nicht über Rechnungslegungsstandards (GAAP) geregelt werden: das Ebit und das Ebitda. Ersteres wird auch als Betriebsergebnis bezeichnet und beziff- ert den Gewinn vor Zinsen und Steuern, letzteres den Gewinn vor Zinsen, Steuern, Ab- und Zuschreibungen und wird auch als operati- ver Gewinn bezeichnet. Indes ist schon diese Unterscheidung wenig trennscharf, denn oft genug wird auch das Ebit als operativer Ge- winn bezeichnet. Für diese Größen fehlen verbindliche Rechnungslegungsstand- ards und so bemängeln die befragten Experten, dass Unternehmen die Bereinigung von Ergebnisgrößen taktisch für »bilanzkosmetische Zwecke« einsetzen. Das mache die Praxis der Ergebnisbereinigung weitgehend beliebig gestaltbar. Kreativ gestaltete Gewinne »Die Ergebnisse der Umfrage zeigen deutlich, wie wichtig es für In- vestoren ist, dass die Praxis im Umgang mit nicht wiederkehrenden und nicht-betrieblichen Unternehmensergebnissen im Interesse von Transparenz und Glaubwürdigkeit geregelt werden muss. Wir benötigen hier klare Standards«, sagt DVFA Vorstandsvorsitzender Stefan Bielmeier. Überwältigende Einigkeit herrschte bei den Befragten, dass die Unternehmen Einmaleffekte grundsätzlich ausweisen und eine de- taillierte, übersichtliche und transparente Überleitungsrechnung vor- legen sollten. Das scheint nicht immer der Fall zu sein, lautet die Kritik doch dass die Gewinnausweise auf keinen Fall einer »kreati- ven Gestaltung« unterliegen sollten. Hausputz bei Kosten, Schlamperei beim Erlös Aber damit nicht genug. Gefordert werden auch öffentliche, konzern- interne Richtlinien, wie einmalige Effekte behandelt werden. Beson- dere Aufmerksamkeit gilt den Restrukturierungs-Aufwendungen, die möglichst granular und detailliert dargestellt werden sollten. Kritik gibt es auch auf der Ertragsseite. Denn offenbar waren viele Unternehmen rasch dabei, einmalige Aufwendungen zu bereinigen, aber erheblich zurückhaltender, wenn es um einmalige Erträge ging. Doch neben Schelte und zwölf Empfehlungen für die Berichterstatt- ung gibt es auch Lob für manches heute berichtende Unternehmen. Unter anderem wird die Überleitungsrechnung der Deutschen Post, die Zuordnung der Restrukturierungsaufwendungen bei Continental oder die Darlegung der internen Verwendung der Kenngrößen bei Demag Cranes positiv erwähnt. Wie hältst Du's mit der Wahrheit? Allein aber die Postulierung einer Richtline zeigt deutlich das Prob- lem der Berichterstattung, das man bisweilen auch mit der philo- sophischen Frage »Was ist Wahrheit?« umschreiben könnte. Aller- dings ist dies nur ein Teil des Problems. Denn dazu gehört auch der Umgang mit der Wahrheit. Wenn etwa der mittlerweile insolvente Handelskonzern Arcandor in seinen letzten Jahren von Quartal zu Quartal den Ausweis von Kenngrößen und Unternehmensteilen so handhabte, dass die Berichte kaum noch vergleichbar waren, mögen diese trotzdem wahrheitsgemäß gewesen sein – das Bild verschlei- erten sie trotzdem. Die Forderung nach Standards und Richtlinien ist also durchaus sinnvoll. Indes beginnt dann das Problem von neuem, dass allgemeingültige Standards nie allen Unternehmen gerecht werden. Insofern ist die Forderung nach einer Offenlegung von Überleitungen und der Behandlung von Einflussgrößen zentral  –  und dagegen spricht eigentlich nichts. Wer Kenngrößen sinnvoll ableitet und nicht willkürlich kreiert, kann auch sagen, wie er dazu gekommen ist. N ON - G A A P - E arnings Wider kreative G ewinne Der Artikel erschien in der © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main © GBI-Genios Deutsche Wirtschaftsdatenbank GmbH Alle Rechte vorbehalten. 7DVFA JAHRESBERICHT 2012 7
  9. 9. 8 Der Artikel erschien in der Börsen-Zeitung, Zeitung für die Finanzmärkte, Ausgabe 213, 03.11.2012 SCHWERPUNKTTHEMEN E thik in der F inanzwirtschaft – geht das? Von Claus DÖring Tiefe Verunsicherung oder gar schlechtes Gewissen? Vermutlich beides, wenn nun auch noch der Berufsverband der Finanzana- lysten und Asset Manager in Gestalt der DVFA sich mit der Frage der Ethik in der Finanzwirtschaft auseinandersetzt und dafür eine Arbeitsgruppe mit renommierten Persönlichkeiten aus Wissen- schaft, Gesellschaft und finanzwirtschaftlicher Praxis ins Leben ruft. Es ist ja nicht so, dass dieses Thema seit Ausbruch der Finanz- krise vor fünf Jahren nicht in unzähligen Sonntagsreden von Ver- bandsvertretern, in Vorlesungsreihen an den Hochschulen und in Mea-culpa-Interviews diverser Banker adressiert worden wäre. Homo oeconomicus am Ende Die Finanzkrise hat dafür gesorgt, dass der Homo oeconomicus, diese nützliche Chimäre der Wirtschaftswissenschaften, in einem Maße entzaubert wurde, wie es zuvor keine Denkschule oder Ideo- logie vermochte. Insofern ist auch die These des Leiters des DVFA- Projektes »Ethik und Finanzwirtschaft«, Julian Nida-Rümelin, nicht gerade bahnbrechend, wonach eine ökonomische Praxis ohne Moral nicht funktionieren könne. Die Frage allerdings, warum wirt- schaftlicher Erfolg auf Dauer nicht ohne »Tugenden« möglich ist, auf welche Tugenden es dabei ankommt und wie man diesen Tugen- den im Banker- und Unternehmeralltag zum Durchbruch verhelfen könnte, ist nicht nur eine Arbeitsgruppe wert, sondern wäre vor allem auch ein größeres Engagement der nachweislich Untugendhaften wert. Doch aus den Reihen der Investmentbanker oder der zu ihrer Zähmung berufenen Vorstände, Aufsichtsräte oder Finanzaufseher verirrte sich kaum einer in die Auftaktveranstaltung der Ethik-Arbeits- gruppe mit dem Philosophieprofessor. Und selbst Nida-Rümelins elf- köpfigem Arbeitskreis gehört gerade mal ein einziger Banker an, des- sen Kapitalmarkterfahrung zudem aus den neunziger Jahren datiert. Wo der Markt versagt Dabei geht es in der neuen Initiative der DVFA nicht um eine ge- mäßigtere Spielart des BankerBashings, sondern um Grundsätz- liches: Wo liegen die Grenzen des Marktes, in welchen Bereichen kommt es zu systemischem Marktversagen? Laut Nida-Rümelin versagt der Markt unter anderem im Bereich der kollektiven Güter, zu denen beispielsweise Infrastruktur oder öffentliche Sicherheit zählen. Nicht lösen kann der »ideale« Markt auch die Fragen von Gerechtigkeit und Fairness, und schlichtweg überfordert ist der Markt beim Kriterium der Nachhaltigkeit, weil die künftig Betroffe- nen aktuell ja noch gar nicht am Markt als Nachfrager in Erschei- nung treten (können) und insofern keine Berücksichtigung finden. Doch was soll an die Stelle von Utilitarismus, Marktradikalis- mus und Profitmaximierung treten? Wohl weder gesellschaftliche Regulierung noch individuelles Gutmenschentum, auch wenn ge- genwärtig mitunter dieser Eindruck entstehen könnte beim Blick auf die Regulierungswut mancher europäischer Institution und auf die Aktionen von Blockupy & Co. Man darf nicht vergessen, dass der Wohlstand, der seit Mitte des 19. Jahrhunderts nach und nach immer mehr Länder dieser Welt erreicht hat, getrieben wurde vom Prinzip der ökonomischen Rationalität und der Öffnung der Gren- zen für den Warenaustausch, heute Globalisierung genannt Wer die erfolgreichen und die weniger erfolgreichen Länder und Unter- nehmen analysiert und vergleicht, wird Erfolgsfaktoren entdecken, die nicht in den Marktmodellen der Ökonomen vorkommen. Im Volks- mund sind sie als die Tugenden des »ehrbaren Kaufmanns« bekannt, der Philosoph Nida-Rümelin spricht von Vertrauenskultur, von lang- fristig orientierter Entscheidungsstärke und von Besonnenheit im Sinne von Kooperationsfähigkeit. Von der Tugend Das Vertrauen in die Verlässlichkeit von Aussagen – dass beispiels- weise das Wort eines Kaufmanns gilt, dass die Handzeichen des Börsenhändlers auf dem Parkett zählen –, dieses Vertrauen hat zusammen mit einer staatlichen Rechtsordnung einst gewaltige Effizienzgewinne ermöglicht und die wirtschaftliche Entwicklung vorangetrieben. Doch Begriffe wie Tugend oder Anstand scheinen auch heute noch manche Manager aus ihrem Vokabular gestrichen zu haben, sofern sie sie jemals kannten. Welches Menschenbild spricht beispielsweise aus dem Verhalten der UBS-Verantwort- lichen in London vor wenigen Tagen, als am Tag des angekündigten Stellenabbaus der Schweizer Großbank im Investment Banking Hunderten Mitarbeitern in der Londoner City Knall auf Fall der Zu- gang zu ihrem Arbeitsplatz verwehrt wurde? Unternehmen, in den- en solche »Kulturen« gepflegt werden, müssen nach den Gründen ihres offensichtlichen Misserfolgs nicht lange suchen und sich über Adoboli-Ereignisse nicht wundern. Der Missbrauch von Vertrauen vor und in der Finanzkrise, zum Beispiel durch Verkauf »toxischer« Anlageprodukte an ahnungs- und arglose Kunden, hat die Finanzkrise zur Vertrauenskrise eska- lieren lassen. Die richtigen Konsequenzen wie Besinnung auf die Tugenden bzw. ethische Grundsätze sind bis heute nicht gezogen worden. Die intrinsische Motivation von Menschen ist im Modell des Homo oeconomicus ebenso wenig vorgesehen wie bei den Ver- haltens- und Bonus-Regeln der Banker. Karotte vor der Nase Immer noch glauben beispielsweise viele Verantwortliche in Auf- sichtsräten und Vorständen, dass nur die Karotte vor der Nase den Esel antreibt, und messen der erfolgsabhängigen Vergütung ei- nen viel zu großen und damit gefährlichen Stellenwert bei – auch deshalb, weil sie oft selbst Teil dieser Selbstbedienungswirtschaft sind. Der Spruch »Erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral« möge in Bertolt Brechts Dreigroschenoper fortleben und die Arro- ganz der gut situierten Bourgeoisie geißeln, als Leitmotiv in der Finanzindustrie muss er ausgedient haben.
  10. 10. » D as M arktprinzip allein sichert nicht den wirtschaftlichen E rfolg . E s braucht ein M indestma S S an T ugend .« C L A U S D Ö R I N G
  11. 11. Unternehmen stecken viel Energie in die Erstellung integrierter Finanz- und Nachhaltigkeitsberichte. Wie Experimente der DVFA zeigen, honorieren Investoren gute ESG-Arbeit von Unternehmen, wenn diese integriert im Finanzbericht reportet wird. Integrated Reportings sollten jedoch nicht nur für Aktien, sondern auch andere Anlageklassen erfolgen. Es gibt kaum ein Thema, das das Spielfeld der Unternehmens- berichterstattung derzeit so bewegt wie Integrated Reporting. Seit etlichen Jahren stellen sich Investoren und zunehmend auch Unternehmen die Frage, wie sich die noch weitgehend getrennten Berichtsregime Finanzberichterstattung und Nachhaltigkeitsbe- richterstattung sinnvoll miteinander verbinden lassen. Für Inves- toren wurde in den vergangenen Jahren die Einbeziehung von ESG-Aspekten (Environmental, Social und Governance) in Anlage- entscheidungen zunehmend wichtiger. Zwar fehlen vielfach bei In- vestoren noch Wissen und Erfahrung, wie sich Nachhaltigkeit auf Investments oder Underlyings auswirken kann. Auch ist die Ab- lehnung von ESG durch Investoren häufig eine Reaktion darauf, dass eine Vielzahl von Initiativen und Organisationen Investment Professionals mit ihren normativen Vorstellungen darüber, wel- ches die gesellschaftliche Aufgabe von Investoren ist, konfron- tiert statt zu überzeugen versucht. Dabei ist den meisten Investo- ren jedoch ein intuitives und solides Verständnis von guter Corpo- rate Governance – dem Einfallstor für ESG – zu eigen. Die derzeitige Berichtspraxis von Unternehmen steht zumeist einer effektiven ESG-Nutzung durch Investoren im Wege. Zwar stellt die Anforderung, Nachhaltigkeitsberichte zu veröffentlichen, Unternehmen vor einen nicht unwesentlichen Aufwand, da Daten- sammlung und -messung zunächst Investitionen in Ressourcen, Systeme und Abläufe erfordern. Wenn sich nicht erschließt, ob sich für Nachhaltigkeitsberichte, abgesehen von Nicht-Regierungsorga- nisationen (NGOs), überhaupt Abnehmer identifizieren lassen, liegt es nahe, den Aufwand von Unternehmensseite grundsätz- lich auf den Prüfstand zu stellen. Intuitiv scheint die Integration von Finanz- mit Nachhaltigkeitsberichten sinnvoll. Allerdings ist damit noch lange nicht geklärt, wie die verschiedenen Datenbe- stände unter Aspekten der Materialität und Relevanz integriert werden können. Eine naive Forderung könnte zum Beispiel sein, Finanz- und Nachhaltigkeitsberichte schlichtweg in einem Bericht zu veröffentlichen. Dagegen spricht, dass heute bereits Geschäfts- berichte viel zu umfangreich sind und sich wenig an Investoren- bedürfnissen orientieren und deshalb einer gründlichen Lektüre entziehen. Finanz- und Nachhaltigkeitsberichte »zusammen zuhef- ten«, verbietet sich von allein. Damit stellt sich die Frage, in welchen Formaten und Darstellungsformen integrierte Berichte überhaupt vorstellbar sind, um der bereits heute vielfach bemängelten Infor- mationsflut in Unternehmensberichten Herr zu werden? Integrierte Berichte sollten grundsätzlich weniger, dafür aber relevante Infor- mationen enthalten, in der für Investitionsentscheidungen not- wendigen Kürze, Knappheit, Granularität und Zugänglichkeit. Mithin: Kann ein integrierter Bericht überhaupt noch in Papierform vor- gestellt werden, oder ist es nicht an der Zeit, ein intelligentes Zusam- menspiel von Papierformaten und digitalen Medien zu konzipieren? Im Kern treten bei der Auseinandersetzung mit dem Integrated Reporting noch ganz andere essenzielle Aspekte zutage: Welchen Aufschluss geben unter »Nachhaltigkeit« subsumierte und berich- tete Aspekte für ein Verständnis des Risiko-Chancen-Profils eines Investments? Vielen Themen, die heute von Unternehmen in CSR- oder Nachhaltigkeitsberichten Erwähnung finden, fehlt es an Rele- vanz für Investoren. Aber selbst wenn Themen wie Umweltmanage- ment, Umgang mit Menschenrechten, Risiken der Lieferkette oder die Prävention von Korruption oder Bestechung für Investment Professionals wichtig sind, erschließen sich direkte Zusammen- hänge häufig nicht aus den veröffentlichten Daten. Ein Beispiel mag das illustrieren: Wenn ein Maschinenbauunternehmen sich dem Ziel der Steigerung von Energieeffizienz widmet und darüber hinaus den Rohstoffverbrauch reduzieren will, werden Investoren erwarten, dass sich dies an a) konkreten Zielen festmachen lässt, die b) entsprechend quantifiziert sind, und c) finanziell bemerkbar macht. Findet sich aber in den Sachinvestitionen (CapEx) keinerlei Hinweis auf Investionen, die dem Ziel der Energie- und Rohstoff- effizienz dienen, dann hinterlässt dies beim Investor eine kognitive Dissonanz. Ziele und Maßnahmen zur Erreichung dieser Ziele schei- nen nicht zueinander zu passen. Seit 2010 arbeitet das International Integrated Reporting Committee (IIRC) an einem Rahmenwerk für integrierte Unterneh- mensberichte. Als gemeinnützige Organisation mit Sitz in London wird das IIRC praktisch von allen wichtigen Stakeholder-Gruppen der Unternehmensberichterstattung getragen. Die Liste der Unter- zeichner und Unterstützer liest sich wie das Who is who des Corpo- rate Reportings: Neben den großen Accounting-Standardsettern IASB, FASB, IFAC und FEE sind Investorenverbände, wie ICGN, UNPRI oder EFFAS, vertreten sowie globale Konzerne. Im September veröffentlichte das IIRC ein erstes Diskussionspapier und begann innerhalb eines Pilotprojektes, Unternehmen bei der Arbeit an integrierten Berichten zu unterstützen. Seit März existiert dazu ein Investorennetzwerk, das die Anforderungen von Kapitalmarktteil- nehmern gegenüber dem Integrated Reporting definieren wird. Experimente zu ESG und integriertem Reporting Bereits im vergangenen Jahr hat die DVFA damit begonnen, verhal- tensökononomische Experimente zu ESG und integrierter Bericht- erstattung durchzuführen. Motivation der Experimente war eine zunehmende Skepsis gegenüber der häufig aus dem Kreise von NGOs und internationalen Initiativen verlautenten Theorie, dass mehr Druck ausgeübt werden müsse, damit Fondsmanager und Finanzanalysten ESG-Aspekte in ihre Bewertungen oder Anlage- entscheidungen einbeziehen. Insbesondere sind in den vergan- genen Jahren mehr und mehr Stimmen laut geworden, die eine gesetzlich verordnete ESG-Einbeziehung fordern. Dies erschien von Ralf Frank und Frank Klein Integrated Reporting – wächst nun endlich zusammen, was zusammengehört? 10 SCHWERPUNKTTHEMEN
  12. 12. der DVFA nicht schlüssig, da bislang noch nicht ausreichend un- tersucht wurde, unter welchen Umständen Investoren ESG-Daten überhaupt nutzen können. Anders als bei klassischen Erhebungsverfahren, wie zum Bei- spiel Umfragen, hat die DVFA Teilnehmer aus dem Umfeld konven- tioneller Investments (Mainstream-Investoren) dazu eingeladen, sich an einem Experiment zu beteiligen. In diesem ging es darum, ein Unternehmen auf Basis von Finanz- und Nachhaltigkeitsberich- ten zu bewerten. Dazu wurden zwei verschiedene Fälle konstruiert; zum einen ein Unternehmen mit guter finanzieller, aber schlechter ESG-Performance, zum anderen ein Unternehmen mit schlechter finanziellen, aber guter ESG-Performance. Die Teilnehmer wurden in vier Gruppen aufgeteilt, von denen je zwei sich mit den »guten« und je zwei sich mit dem »schlechten« Testcase beschäftigten. Zusätzlich wurde je einer dieser beiden Gruppen Finanz- und Nach- haltigkeitsberichte separat zur Verfügung gestellt, der anderen Gruppe integriert, das heißt in einem Zug. Die Ergebnisse zeigen sehr deutlich, dass Investoren ESG-Daten nutzen, wenn sie in einem den Finanzberichten adäquaten Format verfügbar gemacht werden. Das heißt tabellarisch, quantifiziert, monetisiert, mit Ratios verseh- en. Darüber hinaus zeigt sich, dass Investoren bei der Nutzung von integrierten Berichten, besonders dann, wenn das Unternehmen eine schlechte finanzielle Performance zeigt, zu einer anderen – besseren – Beurteilung des Unternehmens kommen als die Gruppe, die separate Berichte nutzt. Investoren honorieren also gute ESG- Arbeit, wenn sie integriert mit der Finanzberichterstattung verfüg- bar gemacht wird und sich an der Darstellung und den Präsentations- formaten von Finanzberichten orientiert. Die Befunde der DVFA-Experimente zeigen die Vorteile von Inte- grated Reporting. Allerdings müssen für eine nachhaltige Wirkung von integrierten Berichten noch zwei wesentliche Aspekte berück- sichtigt werden: Zum Ersten müssen integrierte Berichte auch in anderen Asset-Klassen greifen; zum Zweiten muss sich das Hand- werkszeug von Investoren noch weiterentwickeln. Hat sich Integ- rated Reporting bislang am Untersuchungsgegenstand Aktie orien- tiert, müssen integrierte Berichtselemente auch für andere Asset- Klassen, in denen Unternehmen Underlyings darstellen, verfügbar sein, zum Beispiel für Unternehmensanleihen, aber auch passive Investments. Im deutschen Kapitalmarkt sind nur circa 750 Unter- nehmen börsennotiert, von denen je nach Marktlage circa 450 bis 500 bei einer Marktkapitalisierung von 100 Millionen Euro oder weniger rangieren. Das spiegelt sich in der vergleichsweise gerin- gen Aktienquote institutioneller Portfeuilles. Um in Deutschland Visibilität bei institutionellen Anlegern zu erzielen, muss sich die IIRC zunehmend Bondemittenten zuwenden. Dass dies ein lang- fristiges und zähes Unterfangen ist, zeigen die Bemühungen der DVFA, Bondemittenten Mindeststandards für die Bondkommunika- tion »anzuerziehen«. Darüber hinaus setzt Integrated Reporting In- vestoren unter Zugzwang, sich kritisch mit Bewertungsmodellen auseinanderzusetzen. Es stellt sich die Frage, ob der »Werkzeug- koffer« der Investmentanalyse (DCF, WACC, EVA) überhaupt dazu ge- eignet ist, die teilweise hoch komplexen ESG-Aspekte adäquat abzubilden. Forschungsarbeiten der vergangenen Jahre zeigen ein- drücklich, dass ESG-Aspekte häufig nur sehr geringe Auswirkungen in klassischen Bewertungsmodellen zeigen. Dies wird von ESG- Skeptikern gern als Beweis dafür gesehen, dass ESG-Aspekte in aller Regel kaum relevant für die Unternehmensbewertung sind Eine reflektierte Haltung kennt aber schon in der konventionellen Investmentanalyse die Grenzen des Bewertungsinstrumentariums – Stichwort Parametrisierung – und wird zugestehen, dass die Kom- plexität von ESG zwangsläufig dazu führen wird, dass sich Bewer- tungsmodelle verändern müssen. Im Prinzip erfordert Integrated Reporting, dass bei Investoren »Integrated Analysis« Einzug hält. Es ist wünschenswert, dass die Investmentbranche hier möglichst schnell tätig wird, da Unterneh- men bereits heute viel Energie in Integrated Reporting stecken und sich abzeichnet, dass binnen der kommenden Jahre erste »echte« integrierte Berichte verfügbar sein werden. Der Artikel erschien in der Portfolio Instituionell, 4/2012, S.12 ff. Ralf Frank ist Geschäftsführer der DVFA – Deutsche Vereinigung für Finanz- analyse und Asset Management. Frank Klein ist Managing Director bei DB Advisors in Frankfurt und im Vorstand der DVFA. Mehr unter www.theiirc.org 11DVFA JAHRESBERICHT 2012
  13. 13. Das Finanzjahr 2012 war geprägt durch Herausforderungen im Management von Pensionsvermögen. Neben der Diskussion um Investitionen in die Peripherie, Diversifikation aus dem Euro und der anhaltenden Erosion der Portfoliorenditen, führte die Volati- lität der IAS19 Diskontrate zu einer deutlichen Reduktion des Aus- finanzierungsgrades der IFRS-bilanzierenden Unternehmen. Durch den endgültigen Wegfall des Korridor-Accountings in 2013 schlägt sich diese zusätzliche Volatilität nun sofort im Eigenkapital nieder. Pensionsrisiken werden für IFRS-bilanzierende Unternehmen aber auch Investoren immer transparenter. Haben sich in der Ver- gangenheit insbesondere eigenkapitalstarke Unternehmen gegen eine explizite Berücksichtigung der Pensionsverbindlichkeiten im Gesamtrisikomanagement ausgesprochen, so hat der Wegfall von glättenden Bilanzierungsvorschriften (Änderung des IAS19 – Employee Benefits zum 1. Januar 2013) zu einem Umdenken geführt. Nicht nur die erhöhte Volatilität der fremdkapitalabhängigen Unterneh- menskennzahlen, sondern auch das wachsende Interesse von Investoren an mangelnder Ausfinanzierung und erhöhter Volatilität der Pensionsrückstellungen hat Risiken aus Leistungszusagen an Mitarbeiter wieder in den Fokus gerückt. Investoren sehen mit Sorge potentielle Nachschussverpflichtungen, die das operative Ergebnis und somit den Ertrag ihres Investments belasten. In den vergangen Jahren war allerdings nur die nicht ausreichen- de Gegenfinanzierung von Pensionszusagen Anlass kritischer Nach- fragen von Analysten. Spätestens seit 2012 hängt zusätzlich das Damoklesschwert einer völlig erratisch springenden IAS19-Diskont- rate über den Finanzvorständen der europäischen Unternehmen. IAS19-Diskontrate als »neuer« Risikofaktor Die IAS19-Diskontrate wird im Rahmen der Berechnung der Rück- stellungshöhe von Leistungszusagen zur Abzinsung der zukünftigen Rentenzahlungen verwendet. Der langfristige Charakter von Pensi- onszusagen führt zu einer enormen Abhängigkeit der Rückstellung von signifikanten Änderungen im Abzinsungsfaktor. Der Bilanzier- ungsstandard schreibt vor, dass der Abzinsungsfaktor der Rendite hochwertiger Unternehmensanleihen entsprechen soll, ohne dass »hochwertig« näher spezifiziert wird. Seit mehr als 20 Jahren hat sich allerdings die Interpretation eines Bonitätsratings von zwei- fach A oder höher als »best practice« etabliert. Seit dieser Zeit hat sich auf dem Markt der Unternehmensanleihen eine deutliche Ver- schiebung des Durchschnittsratings von AA auf A eingestellt. Das Ergebnis ist eine schleichende Aushöhlung des zweifach A-gerate- ten Universums der Unternehmensanleihen. Die Folge sind enorme Konzentrationsrisiken. Anfang 2012 weisen im Segment der Lauf- zeiten größer 10 Jahre Emittenten Indexgewichte von bis zu 30% (Rabobank) auf. Herabstufungen der Bonität einzelner Emittenten führen somit zu einer erratischen Veränderung der IAS19-Diskont- rate, die eine Planbarkeit der Pensionsrückstellungen für Unter- nehmen unmöglich macht. Beispielsweise alleine der Downgrade der Electricité de France (EDF) im Januar 2012 führt zu einer 15 Basispunkte Veränderung der IAS19 Diskontrate vom Monatsultimo Januar auf den 1. Februar 2012. Einem Informationsblatt von Mercer zur Folge haben sich bedingt durch fallende Rendite und die konstruk- tionsbedingten Sprünge der IAS19 Diskontrate die Pensionsrück- stellungen der DAX30 Unternehmen um 40 Mrd. EUR erhöht. Dies entspricht einer Erhöhung um mehr als 15 Prozent in nur einem halben Jahr. Die erratischen Sprünge sind für mehr als 2/3 dieser Entwicklung verantwortlich. Es ist daher leicht verständlich, dass die Finanzvorstände diese enorme Unsicherheit in einer wichtigen Bilanzposition nicht tolerieren wollen. Aus diesem Missstand heraus entstand im Laufe des 2. Quartals 2012 eine europäische Initiative von französischen, belgischen, holländischen und deutschen Unternehmen unter der aktiven Gestal- tung von Deutsche Asset & Wealth Management, die an einer erneu- ten Stabilisierung der IAS19 Diskontrate arbeiten. Die Initiative, ein- zelne Unternehmen, nationale Standardsetter, Aktuare, Wirtschafts- prüfer und das IASB selbst haben in verschiedenen Stellungnahmen auf die Problematik hingewiesen und konstruktive Vorschläge zur Lö- sung vorgelegt. Eine erste Erörterung im IFRS Interpretation Com- mittee (IFRS IC) im November 2012 bestätigte die globale Relevanz und die Notwendigkeit einer Klarstellung, vertagte sich allerdings auf den Januar 2013, so dass es für den Jahresabschluss 2012 kei- ne Änderungen der Interpretation und somit keine ausreichende Stabilisierung der IAS19 Diskontrate geben konnte. DieDiskussionimJanuar2013wurdesehrkontrovers,aberauch leider viel zu grundsätzlich geführt. Diskussionspunkte vom prinzi- pien basierten Ansatz auf einen eher regelbasierten überzugehen wurden genauso diskutiert wie die Berücksichtigung eines »6A-An- satzes« (Berücksichtigung von AAA, AA und A gerateten Anleihen im Diskontratenuniversum). Das IFRS IC konnte aber zu keiner be- schlussfähigen Lösung kommen und hat das Thema zur grundsätz- lichen Diskussion an das IAS Board zurückdelegiert. Das IASB wur- de gebeten, die Intention der IAS19 Diskontrate klarzustellen und insbesondere zur Berücksichtigung von Risikoprämien (z.B. Boni- tätsaufschläge) in der Festlegung Stellung zu nehmen. Eine Grund- satzdiskussion und Klarstellung ist für alle Marktteilnehmer sinnvoll, verschiebt allerdings die Möglichkeit einer kurzfristigen pragma- tischen Lösung auf die lange Bank. Generelle Lösungswege aus dem Dilemma Wie kann man der Problematik aus Konstruktion der Diskontrate und dem weiter schrumpfenden Universum begegnen? Erstens ist eine stringente Ausrichtung der Kapitalanlage auf die Verbindlichkeiten – Liability Driven Investment (LDI) – eine notwen- dige Voraussetzung für das Management von Pensionsverbindlich- keiten. Sind die dominierenden Risiken (Zinsänderung, Spreadän- derung und Inflation) nicht im Rahmen einer Asset Liability Studie analysiert und auf Basis der Ergebnisse einer Strategischen Asset Allokation festgelegt, die darauf abzielt den Tracking Error zu den Verbindlichkeiten zu minimieren, kann man sich schwerlich zur Kon- von Martin Thiesen Pensionen: Ein nicht planbares Risiko? 12 SCHWERPUNKTTHEMEN
  14. 14. struktion der Diskontrate Gedanken machen. Erst müssen die Haus- aufgaben gemacht sein, um in der Folge die Systematik der Diskont- ratenentwicklung zu analysieren. Die Kür ist dann die Analyse der Diskontratenmethode. Ziel ist es durch die Veränderung der Methode, Stabilität und mehr Markt- nähe zu erreichen. Die Analyse zeigt recht schnell die zentrale Be- deutung des Spreads (idiosynkratisches Risiko des Universums) bei der Festlegung der Diskontrate. Alle Hedgingmaßnahmen in der Kapitalanlage oder Schönheits- anpassungen an der Diskontratenmethode können allerdings nicht über das grundsätzliche Problem der abnehmenden Basis für die Ermittlung der Diskontrate hinwegtäuschen. Das IAS Board sollte sich generell Gedanken zur Interpretation von »high quality corporate bonds« machen. Wenn vor zwei Jahrzehn- ten hohe Qualität bei Unternehmensanleihen auf die zwei höchsten Ratingkategorien eingegrenzt wurde, müsste die Kategorisierung den Marktbedingungen (Schrumpfen des AA-Universums, höhere Vorsicht bei Ratingeinstufungen, Verlagerung des Unternehmens- anleihenmarktes hin zu BBB) angepasst werden. Wenn man »hohe Qualität« in »investierbare Qualität« übersetzen würde, könnte man die Kategorisierung in »Investment Grade« und »Non-Investment Grade« bei Investitionen in Anleihen übernehmen. Eine Berücksich- tigung von Unternehmensanleihen bis BBB würde die Basis entschei- dend verbreitern und das Universum gegen Downgrades unempfind- licher machen. Diese sinnvolle Anpassung der Interpretation des IAS19 würde nicht nur den Gleichlauf mit der Kapitalanlage verbes- sern und das Universum deutlich stabilisieren, sondern auch der Entwicklung des Kreditmarktes folgen, der sich in den letzten Jahren sukzessive in Richtung Durchschnittsrating BBB bewegt. Ein Standard, der das Prinzip der »mark-to-market«-Bewertung ver- folgt und die Diskontrate indirekt als die durchschnittliche Refinanzier- ungsrate eines Corporate Plansponsors interpretiert, kann nicht auf Dauer ignorieren, dass sich die Welt um den Standard verändert hat. Martin Thiesen ist Global Head of Liability Driven Solutions, DB Advisors 13DVFA JAHRESBERICHT 2012
  15. 15. Emittenten sollten ein Interesse daran haben, dass möglichst viele Investoren eigene Bonitätsanalysen durchführen. Investoren, die sich mit möglichen Risiken auseinandergesetzt haben, werden bei eventuellen negativen Nachrichten seltener aus Unsicherheit zu Panikverkäufern. Eine verminderte Volatilität der Spreads und An- leihepreise erleichtert Emittenten den permanenten Zugang zum Kapitalmarkt und sichert so die Refinanzierung. Da längerfristig zu erwarten ist, dass die Finanzierung über Unternehmensanleihen relativ zu Bankkrediten an Bedeutung gewinnt, sollten sich Emitten- ten frühzeitig um eine proaktive und investorenfreundliche Bond- kommunikation bemühen. Ratingagenturen als wichtige Lieferanten von Bonitätsanalysen sind insbesondere seit Ausbruch der Finanzkrise Kritik ausgesetzt. Dabei werden die potenziell mangelnde Unabhängigkeit und Objekti- vität auf Grund der Kundenbeziehung zu den von den Ratingagen- turen bewerteten Emittenten kritisiert, aber auch tendenziell pro- zyklische und gelegentlich langsame Ratingänderungen sowie nicht völlig transparente Bewertungsmethoden, wodurch die Nachvoll- ziehbarkeit für Investoren, Analysten und Portfoliomanager er- schwert wird. Mehrere Investmentgesellschaften sind dazu übergegangen, selbst interne Bonitätsanalysen durchzuführen. Eigene Ratingpro- zesse basieren oft auf relevanten Kennzahlen, die wichtige Berei- che wie beispielsweise Ertragskraft, Stabilität der Cash Flows, Ver- schuldungsgrad, Fristigkeit der Verschuldung berücksichtigen. Vor- aussetzung für die Durchführung interner Bonitätsanalysen sind Unternehmensdaten in hoher Qualität und Aktualität. Selbster- stellte Bonitätsprognosen als Erweiterung der Bonitätsanalyse ermöglichen zudem Simulationen und Szenarioanalysen. So können Annahmen getroffen werden, wie sich z.B. eine mögliche schulden- finanzierte Akquisition auf die Bonität auswirken könnte. Auch makro- ökonomische Erwartungen sollten in Bonitätsprognosen eingear- beitet werden. Für die Beurteilung der einzelnen Anleihe ist zudem wichtig zu fragen: Ist sie strukturell nachrangig und/oder besichert? An welcher Stelle stehen andere Gläubiger in der Kapitalstruktur? Aber auch interessierten Privatkunden soll eine transparente Kommunikation dienen, sich selbstständig ein Bild über die Boni- tät des Emittenten zu erarbeiten. Es ist weder angemessen noch fair zu erwarten, dass Privatanleger Anleihen unkritisch erwerben und bis zur Endfälligkeit halten. Privatkunden sollten zudem über die Bedeutung von Gläubigerschutzklauseln informiert werden, damit diese auch vermehrt eingefordert werden können. Gläubigerschutzklauseln sind Regeln, die Vermögensschäden abmildern können, z.B. ein sog. »change of control put«. Dieser kann Folgendes bewirken: Sinkt die Bonität des Emittenten, weil ein Pri- vate Equity Investor das Unternehmen schuldenfinanziert kauft, hat der Gläubiger das Recht, die Anleihe bei 100 oder einem vorher festgelegten (niedrigeren) Spread zurückzugeben. Eine weitere Schutzklausel sind »coupon step ups«. Hier steigt der Kupon, wenn die Bonität des Emittenten sinkt. Der höhere Kupon kann höhere Spreadforderungen des Marktes ausgleichen, so dass Kursverluste der Anleihen zumindest abgemildert werden. Insge- samt können Gläubigerschutzklauseln effektiv helfen, Volatilitäten von Risikoprämien und Anleihepreisen zu reduzieren. Ein Investor sollte im Rahmen des Neuemissionsprozesses frühzeitig danach fragen. Je mehr Investoren – Institutionelle als auch Privatanleger – nachdrücklich für Mindeststandards in der Kommunikation und für die Gewährung von Schutzklauseln aktiv eintreten, desto eher wer- den Emittenten und Syndikate auf ihre Forderungen eingehen müs- sen. Das kann das Ertrags- /Risikoprofil der Anlageklasse Unterneh- mensanleihen generell verbessern. Einige Investoren haben ihre Bonitätsanalysen um ESG-Fakto- ren erweitert, um weitere mögliche Risiken rechtzeitig zu erkennen, bevor ein Schadensereignis oder ein Reputationsverlust eintritt. Dabei steht ESG für die Bereiche Environmental, Social und Gover- nance, die jeweils wiederum mit sogenannten Key-Performance-In- dikatoren bewertet werden. Neben der Risikoreduktion sind weitere Motive für die ESG-Analyse eine verantwortungsbewusste Vermö- gensstrategie basierend auf einer ethisch, moralisch und sozial orientierte Grundeinstellung von Investoren wie Kirchen oder Stif- tungen, aber auch immer mehr Pensionsfonds und Versicherungs- unternehmen. Neben der Vermeidung von Verlustrisiken wird von en- gagierten Investoren ein positiver Einfluss auf die Entscheider der Emittenten und damit indirekt auf die Realwirtschaft angestrebt. Daraus können für den engagierten Anleger längerfristig Ertrags- und Reputationsgewinne resultieren. Die DVFA-Mindeststandards, die durch den DVFA-Kommission Bondkommunikation entwickelt wurden, fassen die spezifischen In- formationsbedürfnisse von Fixed Income Investoren zusammen und sollen Emittenten helfen, möglichst effizient die Bedürfnisse vieler Bondinvestoren zu erfüllen. Ein besonderes Augenmerk wird in den Mindeststandards auf die Verbesserung sowie Standardisierung des Emissionsprozesses gelegt, um vor der Anlageentscheidung zumindest die wichtigsten Daten, wie beispielsweise Markt und Branchenumfeld, Stabilität der Cash Flows, Eigentümerstruktur und bondspezifischer Kenn- zahlen einzubeziehen. Eine im Zuge des Neuemissionsprozesses spätestens drei Stunden vor »book closing« publizierte »Executive Summary« des Emissionsprospektes sollte maximal 4–6 Seiten umfassen und ökonomisch besonders relevante Kennzahlen und Beschreibung der Risikofaktoren enthalten. Diese Zusammenfass- ung ist für institutionelle Investoren wie auch für Privatkunden in der Entscheidungsfindung sehr hilfreich. Diese Mindeststandards sollten von allen Emittenten eingehal- ten werden. Das gilt auch für sogenannte »Mittelstandsanleihen«. Dieses relativ neue Marktsegment ist prinzpiell zu begrüßen, da einem wichtigen Segment der Volkswirtschaft mit der Unternehmens- anleihe ein effizientes Finanzierungsinstrument zur Verfügung steht. In diesem Zusammenhang muss jedoch darauf verwiesen werden, dass die Datenverfügbarkeit und Transparenz insbesondere der von Christoph Klein Ein sorgfältiger und transparenter Emissionsprozess und eine proaktive, permanente Bondkommunikation hilft Investoren nachhaltig 14 SCHWERPUNKTTHEMEN
  16. 16. Beschreibung der Risikofaktoren bei diesen eher kleineren Un- ternehmen ganz besonders wichtig ist und eng von der konkreten Umsetzung und entsprechenden Überwachung geeigneter Vor- schriften sowie der Qualität der Kapitalmarktkommunikation durch die jeweiligen Emittenten abhängig ist. Ein sorgfältiger und transparenter Emissionsprozess, der die DVFA-Mindeststandards berücksichtigt, ein vermehrter Gebrauch sinnvoller Gläubigerschutzklauseln und eine proaktive, permanente Bondkommunikation hilft Investoren nachhaltig. Investoren sollten diese Bestandteile aktiv einfordern und Emittenten im eigenen Inter- esse liefern. Mindeststandards für Bondkommunikation der DVFA 1. Gleichbehandlung Bondinvestoren und -analysten erwarten von Bondemittenten, dass sie gleichwertig mit Aktieninvestoren und -analysten behandelt wer- den und ihnen gleichwertiger Zugang zu Informationen und zum Mana- gement gewährt wird. 2. Berücksichtigung von spezifischen AnforderuNgen Bondinvestoren erwarten von Emittenten, dass ihre spezifischen Infor- mationsbedürfnisse nicht nur zur Kenntnis genommen werden, son- dern auch adäquat, d.h. durch Ressourcen, Instrumente und Reports bedient werden. 3. Dialog mit Bondinvestoren Investoren erwarten von Bondemittenten, dass sie sich nicht nur zum Zeitpunkt der Emission eines Bonds, sondern regelmäßig dem Dialog mit Bondinvestoren stellen und das Management des Emittenten für Gespräche mit Bondinvestoren zur Verfügung steht. 4. Gestaltung des Emissionsprozesses Investoren erwarten von Bondemittenten, dass sich der Prozess der Emission bei der Gestaltung des zeitlichen Ablaufs sowie der Bereit- stellung von Informationen auch an ihren Bedürfnissen orientiert. 5. Emissionsprospekte und Auszug Bondprospekte müssen Investoren frühzeitiger verfügbar gemacht und um einen Auszug ergänzt werden, der wesentliche Aspekte der Emission enthält. Der Artikel erschien in der corporate Finance, biz heft 3-2013. Weitere Infos zu den Mindeststandards für Bondkommunikation der DVFA finden Sie unter www.dvfa.de/standards_bondkommunikation 15DVFA JAHRESBERICHT 2012
  17. 17. FINANZ AK ADEMIE
  18. 18. Bericht zur Lage Die derzeitigen Umstrukturierungen in der Finanzbranche bringen ver- änderte Anforderungen an den Qualifizierungsbedarf der Fach- und Führungskräfte mit sich. Im Rahmen von Einsparungsmaßnahmen re- duzieren viele Finanzdienstleister ihre Aufwendungen für die arbeit- geberfinanzierte Weiterbildung, wobei hier wohl in vielen Fälle gel- ten wird »aufgeschoben ist nicht aufgehoben«. Gleichzeitig bilden sich aktuell zwei Themenschwerpunkte mit hoher Nachfrage heraus: Von allen Unternehmen unterliegen Banken den größten strukturellen Veränderungen, und dabei gewinnt der Bereich Risikomanagement deutlich an Bedeutung. Das Thema steht auch im Fokus des Gesetzgebers und der Regulierung. Durch die geänder- ten und auch gestiegenen Anforderungen entsteht ein großer Bedarf an besonderen Qualifizierungen für Fach- und Führungskräfte. Ein zweites Thema mit steigender Nachfrage nach Qualifizierung ist der Bereich der Anlageberatung. Hier werden neuerdings vom Gesetzgeber von Finanzanlagenvermittlern im Bereich der Gewerbe- ordnung externe Prüfungen der Sachkunde gefordert. Eine solche ge- setzliche Regelung bezüglich der fachlichen Qualifikation ist ein Novum in der gesamten Finanzbranche in Deutschland. Wie sich diese neuartigen Vorgaben an die Sachkunde auf andere Bereiche der Fin- anzbranche auswirken wird, bleibt allerdings noch abzuwarten. Diplomverleihung Am 15. Juni fand die Diplomverleihung der DVFA-Postgraduierten- programme im Haus der Deutschen Bundesbank statt. Ingo Mainert, Allianz Global Investors Europe GmbH, und Dr. Peter König, Geschäfts- führer der DVFA GmbH, begrüßten die Absolventen und die Gäste. Das Grußwort hielt Hans-Joachim Kohse, Deutsche Bundesbank. Für die festliche Ansprache (»Warum man manchmal verhindern sollte, was nie passieren wird. Einige Bemerkungen zum rationalen Umgang mit Risiken.«) konnte Dr. Ralf Kauther gewonnen werden. Er gab den Anwesenden interessante Einblicke in Risikomanage- ment-Strategien vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklungen am Finanzmarkt. Dr. Kauther betonte in diesem Zusammenhang den Stellenwert einer guten Ausbildung. Anschließend erfolgte die feierliche Verleihung der Diplome des Jahrgangs CIIA 18 und CRM 3. Dr. Raimond Maurer, Johann- Wolfgang-Goethe-Universität, überreichte die Diplome des CIIA 18. Thomas Gerner, Feri Family Trust GmbH, schnitt hier als Bester ab, Matthias Eble, Deutsche Bank AG, als Zweitbester, Daniel Borg- wardt, Warburg-Henderson KAG für Immobilien mbH, als Drittbester. Mandy Lehmann legte das beste CRM-Postgraduiertendiplom ab. Ihr folgten Barbara Gerhard, Bayerische Landesbank, und Theresa Volk, Commerzbank AG. Die Verleihung endete mit einem Get-Together. CRERM Seit November 2012 bietet die DVFA-Finanzakademie die Möglich- keit der berufsbegleitenden Fortbildung zum zertifizierten Immo- bilienrisikomanager an: Certified Real Estate Risk Manager Immo- bilien bilden die größte reale Anlageklasse der Volkswirtschaft. Wie bei allen Kapitalanlagen haben Veränderungen der zugrunde- liegenden Geschäftsmodelle oder auch der für Immobilien spezifi- schen Regulierung starke Auswirkungen auf die Wertentwicklung. Besondere Eigenschaften von Immobilien erfordern einen ganz speziell darauf ausgerichteten Umgang mit den Risiken. Aus die- sem Grund hat die DVFA, in Kooperation mit der IREBS Immobilien- akademie ein neues Postgraduierten-Programm entwickelt mit dem Abschluss zum  Certified Real Estate Risk Manager (CRERM ). In fünf Monaten studieren die zukünftigen Certified Real Estate Risk Manager in einer kompakten Struktur, die insbesondere Be- rufstätigen entgegenkommt. Die Teilnehmer werden in vier Modu- len auf die Messung, Bewertung und Steuerung von Risiken an inter- nationalen Immobilien- und Kapitalmärkten ausgebildet. Hochkarä- tige Dozenten aus Wirtschaft und Wissenschaft lehren im Präsenz- unterricht an insgesamt 19 Tagen unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr. Tobias Jobst von der IREBS International Real Estate Business School an der Universität Regensburg. Start des Programms war der 08. November 2012. DVFA Alumni-Treffen Am 25. Juni 2012 trafen sich Mitglieder von DVFA-Alumni zu einer Plenums-Sitzung mit anschließender Podiumsdiskussion und Grill- abend. Tagesordnungspunkt der Plenums-Sitzung war die Wahl des neuen Vorsitzenden und seines Stellvertreters. Olaf Liebeskind, Vor- sitzender seit 2009, hat sein Amt aus beruflichen Gründen nieder- gelegt. Für den Vorsitz kandidierte Andreas Deeng, bisher stellver- tretender Vorsitzender, und als Stellvertreter Gerald Hespelt. Beide wurden einstimmig gewählt. Im Anschluss wurde über zukünftige Aktionen und Veranstaltungen von DVFA-Alumni diskutiert. In der darauf folgenden Podiumsdiskussion sprachen Dr. Karin Schambach, Indigo Headhunters, und Peter Hannemann, Stephan Unternehmens- und Personalberatung, über Karriereperspektiven im Asset & Wealth Management. Quintessenz der Diskussion war die Erkenntnis, dass derzeit in schwierigem Marktumfeld einige Bewegung im Personalkarussell stattfindet, der Einstieg für Nach- wuchskräfte jedoch schwierig ist. Eine Zusatzqualifikation wirke sich in der Regel positiv auf den persönlichen Marktwert aus, waren sich die Headhunter einig und werde vor allem auch im Vertrieb noch weiter an Bedeutung gewinnen. Neben der Qualifikation spielen auch Kontakte und Netzwerke eine große Rolle – was den Übergang zum geselligen Teil des Abends einläutete. 17DVFA JAHRESBERICHT 2012
  19. 19. Die DVFA-Finanzakademie – seit 1987 Qualifizierungen für den Finanzmarkt Am 30.10.2012 feierte die Deutsche Vereinigung für Finanzanalyse und Asset Management (DVFA) im Frankfurter Westhafen mit über 200 Gästen ein ganz besonderes Jubiläum: das 25-jährige Bestehen der DVFA-Finanzakademie. »ImJahr 1987begann die Ausbildung in Zusammenarbeit mitder Uni Darmstadt und dem Abschluss zum ›DVFA-Investmentanalyst‹. Das Nachfolgeprogramm mit dem Abschluss als ›Certified Interna- tional Investment Analyst (CIIA)‹ wird heute von 35 Berufsverbän- den weltweit angeboten, und diese Verbände repräsentieren über 100.000 Mitglieder«, resümiert Dr. Peter König, Geschäftsführer der DVFA-Finanzakademie. Die Ausbildung zum CIIA wird überwiegend von Asset Managern, Investment Bankern und Analysten absolviert. Darüber hinaus bietet die DVFA heute fünf weitere Qualifizierungspro- gramme an, so für Anlageberater, Private Banker oder auch für Bank- risikomanager. In den 25 Jahren haben über 4.000 Absolventen einen dieser etablierten DVFA-Abschlüsse erlangt. Ein Alumni-Netzwerk sorgt für den kontinuierlichen Austausch zwischen den Absolventen. Bei der Jubiläumsfeier berichtete der langjährige DVFA-Referent und ehemalige CEO der DWS, Axel-Günter Benkner, über »die ersten Jahre DVFA aus der Sicht der Referenten – Lernen und Arbeiten in der Prae-Blackberry Zeit«. Hätte er seinen Vortrag zu einem späteren Zeitpunkt zugesagt, hätte dieser womöglich »Leben und Arbeiten ohne Zinsen« gelautet, begann Herr Benkner. Er fuhr fort und sagte, er käme aus einer Zeit als Bondrenditen bei 15% lagen und Staats- anleihen ein sicheres Investment waren. Heute sei eben vieles anders. Er erlebe auch die derzeitige Jugend, also alle von 50 Jahren und jünger, als Personen, die eine andere Technik beherrschten, er tue dies aber nicht. Er empfahl, dass sich die heutige Jugend die Auto- matisierung in ihrer Karriereplanung zunutze machen solle. Gleich- wohl solle man sich von der Automatisierung nicht treiben lassen. Ulrike Loistl, ehemalige Geschäftsführerin der DVFA, gab Einbli- cke in »die Anfänge der DVFA-Ausbildung: Geschichte und Geschich- ten«. Frau Loistl betonte, dass die Dozenten der ersten Stunde insbe- sondere den fairen Wettbewerb am Kapitalmarkt im Auge gehabt hätten. Dies müsse heute auch noch das Ziel sein, und sie empfahl einen Dialog mit den Regulierern und der Zentralbank, um über adäquate Qualifizierungsanforderungen in der heutigen Zeit zu sprechen. Als Vertreter der aktuellen Referenten legte Hans-Jörg Frantzmann, Geschäftsführer von Fidelity Deutschland, dar, was gute Analysten, Anleger und Asset Manager auszeichnet und »was die Guten richtig und die Schlechten falsch machen«. Die Feier des 25-jährigen Jubiläums am Westhafen Pier in Frank- furt gab auch den feierlichen Rahmen für die Verleihung der Ehren- medaille der DVFA an Fritz H. Rau ab. Die Verleihung würdigt sein Lebenswerk und das große Engagement am Kapitalmarkt sowie seine langjährigen und hoch geschätzten Verdienste um die DVFA. Die Laudatio hielt Ingo Mainert, Geschäftsführer von Allianz Global Investors Europe GmbH, der die besondere Bedeutung Raus für die Entwicklung des Berufsverbandes und die Finanzakademie hervor- hob. Fritz Rau wurde in gleichem Atemzug zum Ehrenvorsitzenden des Vorstandes des DVFA e.V. ernannt. Fritz H. Rau war rund 35 Jahre bei der Commerzbank als Leiter des Wertpapier-Research tätig. Er wurde 1986 das erste Mal in den DVFA-Vorstand gewählt, dessen Vorsitzender er von 1998 bis 2012 war. Fritz Rau war von 2000 bis 2008 auch Chairman des europäi- schen Dachverbands EFFAS – European Federation of Financial Ana- lystsSocieties.Außerdemfungierteervon2000bis2004 und wieder seit 2008 als Chairman des Weltverbands ACIIA–Association of Certfied International Investment Analysts. GroSSbritannien neues Mitglied in der Association of Certified International Investment Analysts (ACIIA) Das britische Chartered Institute for Securities & Investment (CISI) ist im Februar 2012 dem internationalen Verband der Investment Pro- fessionals ACIIA beigetreten. CISI ist mit über 40.000 Mitgliedern der größte Berufsverband in der Finanzindustrie in Großbritannien. Der von der ACIIA getragene Berufsabschluss zum »CIIA – Certi- fied International Investment Analyst« ist eine professionelle Qualifi- zierung für Asset Manager, Banker und Analysten. Der CIIA ist ne- ben dem CFA das führende Postgraduierten-Programm für inter- nationale Kapitalmarktexperten. In der ACIIA sind mittlerweile 36 internationale Verbände von Investment Professionals zusammen- geschlossen, u.a. die Berufsverbände von Japan, der VR China, Hong- kong, Argentinien, Brasilien, Frankreich, Spanien, Italien, Österreich und der Schweiz. Deutschland wird in diesem Netzwerk von der DVFA Deutsche Vereinigung für Finanzanalyse und Asset Management vertreten. In den letzten 25 Jahren hat die DVFA über 3.000 Kapital- marktexperten in dem CIIA-Programm und seinen Vorläufern ausge- bildet, sie ist damit das führende Ausbildungsinstitut auf diesem Gebiet in der Finanzbranche auf nationaler Ebene. In Großbritannien hat die Fachausbildung in der Finanzbranche eine lange Tradition, und London ist das wichtigste Finanzzentrum der Welt. Deshalb stellt der Beitritt des britischen Verbands CISI einen Meilenstein in der Zusammenarbeit der Berufsverbände auf internationaler Ebene dar. »Mit dem Beitritt von CISI wächst unser Netzwerk auf über 100.000 Investment Professionals welt- weit. Noch wichtiger ist aber auch, dass wir nun in der angelsächs- ischen Finanzwelt fest vertreten sind« sagt Fritz H. Rau, Chairman der ACIIA und ehemaliger Vorsitzender des Vorstands der DVFA. 18 FINANZAKADEMIE
  20. 20. Diplomverleihung, von links: Dr. Raimond Maurer, Johann-Wolfgang-Goethe-Universität, Thomas Gerner, Fery Family Trust GmbH, Ingo Mainert, Allianz Global Investors Europe GmbH und Mitglied des Vorstandes der DVFA 19DVFA JAHRESBERICHT 2012
  21. 21. EF FAS
  22. 22. ACIIA – The Association of Certified International Investment Analysts Since its foundation in the year 2000, the Association of Certified International Investment Analysts, ACIIA, has established itself as a valuable forum for the exchange of knowledge, ideas and educa- tion in the international investment field. Its main role is to provide a flexible internationally-recognised qualification – the Certified Inter- national Investment Analyst (CIIA) –  which examines candidates at a high level and in a practical fashion in the global areas necessary for pursuing a career in the investment profession, and also in the local national specific topics of their respective home markets. Thirty-six member societies of ACIIA represent over 100,000 in- vestment professionals worldwide. At the end of 2012, ACIIA counted some 7,000 CIIA designation-holders and over 14,000 registered candidates. The chairman of ACIIA is Fritz H. Rau, and Professor Dr Raimond Maurer, from the Goethe University in Frankfurt, is a member of the ACIIA International Examination Committee (IEC), responsible for the high and sustainable quality of the CIIA examinations. The DVFA has been offering the CIIA exclusively within its training programme for investment professionals in Germany for over ten years and is also one of the main partners of ACIIA. EFFAS – The European Federation of Financial Analysts Societies EFFAS is the European umbrella organisation of 26 national associ- ations representing more than 17,000 investment professionals. EFFAS e.V. is a non-profit organisation registered and located in Frank- furt am Main, where it also has its office. The main tasks of EFFAS, as stated in the Charter, are: • Promoting exchanges of information between the national investment professional associations • Establishing a European network/communication and co-ordination platform for the national analyst associations • Representing the interests of investment professionals at EU level • Developing and promoting international professional standards and an international code of professional conduct • Promoting the European public’s understanding of the significance and function of financial analysis and asset management and playing a role in informing investors. The two executive bodies of EFFAS are the General Meeting of mem- bers and the Executive Management Committee (EMC). The General Meeting is composed of the authorised representatives of the Nati- onal Member Societies. The EMC is responsible for the day-to-day management of the association and consists of the Chairman, the Deputy Chairman and four other members. The present EMC members are: Chairman: Jesús López Zaballos (IEAF, Spain), Deputy Chair: Friedrich Mostböck (ÖVFA, Austria), EMC members Frank Klein (DVFA, Germany), Hans Buysse (ABAF, Belgium) Vincent Bazi (SFAF, France) and Chris Golden (SFAA, Switzerland). In 2012 EFFAS celebrated its 50th Anniversary, hosted by a number of member societies with the main celebrations in Brussels. The Annual General Meeting took place in Madrid. In July, the EFFAS Summer School sponsored by the Santander Group was held for the fifth time and was attended by over 200 participants. Regular Conferences on topics like Financial Accounting, Fixed Income and ESG, took place throughout the year combined with sem- inars for the CIIA designation holders. EFFAS’ six commissions in collaboration with other international organisations (such as EFRAG, ECMI, GIPS, ICGN, XBRL, etc) cons- titute EFFAS’ voice in the professional environment with regulators, standard setters and the EU in Brussels. 21DVFA JAHRESBERICHT 2012
  23. 23. E VENTS unD AK TIVITÄTEN
  24. 24. Die Mitgliederversammlung fand unter der Leitung von Fritz H. Rau statt. Die DVFA-Mitgliederversammlung wählte am 22. Mai 2012 Stefan Bielmeier, Bereichsleiter Research und Chefvolkswirt der DZ BANK AG, zum neuen Vorsitzenden des DVFA e.V.. Er löst Fritz H. Rau ab, der das Amt seit 1998 inne hatte und für eine Wiederwahl nicht mehr zur Verfügung stand. Für das internationale Ausbildungsinstitut ACIIA bleibt Herr Rau als Chairman und Vertreter der DVFA weiter tätig. Dr. Peter Merk, Landesbank Baden-Württemberg, führt den stellvertretenden Vorsitz fort. Die Ämter von Andreas Heinrichs, Bank Vontobel Europe AG, Schriftführer, Frank Klein, DB Advisors, Schatzmeister, Guido Hoy- mann, B. Metzler seel. Sohn & Co. KGaA, Ressort Equities, sowie Ingo Mainert, Allianz Global Investors Europe GmbH, und Michael Schmidt, Union Investment Privatfonds GmbH, beide Ressort Asset Management, wurden erneut für zwei weitere Jahre bestätigt. Dr. Ulrich Neugebauer, Deka Investment GmbH, wurde neu in den Vor- stand gewählt und verstärkt dort zukünftig das Ressort Asset Mana- gement. Ralf Frank wurde neuer Generalsekretär des DVFA. e.V.. Fritz Rau wurde durch Ingo Mainert feierlich auf der anschließen- den Gartenparty verabschiedet. Ralf Frank, Peter König und Ingo Mainert dankten Fritz Rau für die langjährige Tätigkeit bei der DVFA. Fritz Rau erhielt die Ehrenmedaille der DVFA. Der Gewinner des AktienAnalystenAward der Börsen Zeitung hieß 2012 equinet AG. Der Preis wurde im Rahmen der Gartenparty durch Claus Döring, Chefredakteur der Börsen Zeitung, vergeben. Mitgliederversammlung und G A RTEn PA RT Y 22. M A I 2012 F E ATURES Über 200 Gäste feierten am 22. Mai 2012 bei schönstem Wetter im Garten der DVFA. Die Gartenparty der DVFA ist in die 9. Runde ge- gangen. Sie ist ein etabliertes Meinungsaustausch- und Networking- Event bei Frankfurter Investment Professionals und fester Bestand- teil der Finanzcommunity. Die Geschäftsführer der DVFA dankten Fritz Rau herzlich für das jahrzehntelange Engagement bei der DVFA. Ingo Mainert betonte in seiner Fritz Rau gewidmeten Ansprache das diplomatische und ausgleichende Geschick des scheidenden Vorstandsvorsitzenden. Sein Wirken habe die DVFA entscheidend vorangebracht. Die DVFA sei für die Zukunft bestens aufgestellt. Currywurst mit Pommes Frites ist der kulinarische Klassiker der Gartenparty. 23DVFA JAHRESBERICHT 2012
  25. 25. januar 2012 Februar März APril Mai Juni 2. DVFA-Symposium Risikomanagement DVFA SYMPOSIEN 9. Mai 2012 2. DVFA-Asset Management Forum DVFA SYMPOSIEN 19. Juni 2012 2. DVFA-Banken Forum DVFA SYMPOSIEN 20. Juni 2012 IIRC Council Meeting bei DVFA inkl. Empfang Deutsche Bank DVFA SYMPOSIEN 25. April 2012 EFFAS EBC-KonferenZ DVFA SYMPOSIEN 6./7. Februar 2012 2. DVFA Corporate Bond Forum DVFA SYMPOSIEN 11./12. Juni 2012 Alumni hauptversammlung samt Panel und Grillen DVFA Finanzakademie 25. Juni 2012 Diplomverleihung Bundesbank DVFA Finanzakademie 15. Juni 2012 7. DVFA-Immobilienkonferenz DVFA Finanzkommunikation 27./28. FEBRUAR 2012 5th DVFA Life Science Conference DVFA Finanzkommunikation 8. Mai 2012 K A LENDER 2012 10th Small Cap Forum DVFA Finanzkommunikation 16./18. April 2012 24 EVENTS UND AKTIVITÄTEN
  26. 26. One-on-one-Management DVFA Finanzkommunikation 12.–14. November 2012 10th SCC_  Small Cap Conference DVFA Finanzkommunikation 27./28. August 2012 Juli August September Oktober November Dezember 1. EFPA Jahreskonferenz DVFA SYMPOSIEN 7. November 2012 4. DVFA Investment-Consultant-Konferenz DVFA SYMPOSIEN 27. November 2012 JUBILÄUM FINANZAKADEMIE DVFA Finanzakademie 30. Oktober 2012 25DVFA JAHRESBERICHT 2012
  27. 27. F IN A N Zkommunikation 10th SCC _ Small Cap Conference 27.–29. August 2012 Mit über 30 Emittenten und ca. 250 Investment Professionals in Prä- sentationen und Einzelgesprächen ging die DVFA-Small-Cap-Kon- ferenz ins zehnte Jahr. Die letzte Augustwoche steht bei der DVFA traditionell im Zei- chen der mittelständischen Unternehmen. Die größte Kapitalmarkt- konferenz der DVFA, die SCC_ Small Cap Conference bietet eine Platt- form, um mit Investoren und Finanzanalysten aus Buy- und Sellside ins Gespräch zu kommen. Die Kapitalmarktkonferenz SCC_ macht Strategien und Finanzdaten vor Investment-Entscheidern transpa- rent und verhilft aktiennotierten Unternehmen im kleineren und mitt- leren Segment zu mehr Sichtbarkeit. EVENTS UND AKTIVITÄTEN26
  28. 28. One- on - One- M anagement 12.–14.N ovember 2012 Bereits zum siebten Mal organisierte die DVFA das One-on-One- Management auf dem Deutschen Eigekapitalforum der Deutschen Börse AG. One-on-One-Gespräche ermöglichen den professionellen Informationsaustausch zwischen interessierten institutionellen Investoren und den präsentierenden Unternehmen in einem abge- schlossenen Rahmen. Unternehmensvertreter können auf diese Weise in rund 3.000 Einzelinvestorengesprächen gezielt Kapitalanleger ansprechen und ihr Netzwerk pflegen. Investoren treffen an drei Veranstaltungstagen kosten- und zeiteffizient die wichtigsten Entscheidungsträger von über 250 privaten und an der Börse gelisteten Unternehmen. DVFA JAHRESBERICHT 2012 27
  29. 29. René Karsenti, International Market Association Chris Golden, EFFAS John Nuggée, State Street Eine zweitägige EFFAS-EBC Konferenz in Zusammenarbeit mit der DVFA beleuchtete Fragen zur Krise der Staatsanleihen und möglichen zukünftigen Optionen wie Eurobonds. Zu der hochkarätig besetzten Veranstaltung waren unter anderem René Karsenti, International Market Association, und John Nugée, State Street, angereist. Chris Golden, EFFAS, führte an beiden Tagen durch die Veranstaltung. Die Konferenz hatte insgesamt über 100 nationale und inter- nationale Besucher. European Bonds 6./7. F EBRUA R 2012 EVENTS UND AKTIVITÄTEN SY M P OSIEN 28
  30. 30. Paneldiskussion zu »Mittelstand und Anleihen – eine kritische Würdigung des wohl derzeit wichtigsten Trends im Bereich Corporate Bonds«Y Das 2. DVFA-Corporate Bond Forum versammelte am 11. und 12. Juni über 150 Gäste im DVFA Center. Den Einführungsvortrag hielt Dr. Martin Steinbach, Ernst & young, zu »Anleihen als Instrument der Unternehmensfinanzierung.« Mit Sabine Traub, Börse Stuttgart, und Alexander von Preysing, Deutsche Börse AG, folgten zwei Vertreter von Handelsplätzen mit- telständischer Anleihen. Prof. Jens Leker, Universität Münster, Lei- ter der Ratingkommission, fragte nach Sinn und Nutzen von Ratings und definierte die »Qualitätssicherung als ein Instrument der Kritik«. Rudolf Siebel, BVI Bundesverband Investment- und Asset Mana- gement e.V., und Dr. Peter Veranneman, DG|VA Deutsche Gesell- schaft zur Vertretung von Anleihegläubigern mbH, stellten den Anfang 2012 von DVFA und BVI heraus gegebenen Standard für Anleiheemittenten unter dem Schuldverschreibungsgesetz vor. An der Podiumsdiskussion »Einsatz und Nutzen von externen Ratings in der Anlageentscheidung« nahmen Uwe Burkert, LBBW Landesbank Baden-Württemberg, Prof. Jens Leker, und Elmar Zurek, DB Advisors, unter der Leitung von Ralf Frank teil.     Die letzte Paneldiskussion des Tages hatte »Mittelstand und Anleihen – ein kritische Würdigung des wohl derzeit wichtigsten Trends im Bereich Corporate Bonds« zum Thema. Auf dem Podium saßen René Parmentier, Close Brothers Seydler Bank AG, Peter Thilo Hasler, Blättchen & Partner, Prof. Dr. Wolfgang Blättchen, Blättchen Financial Advisory. Der zweite Veranstaltungstag war der Präsentation der Bond- emittenten gewidmet. COR P OR ATE BONDS 11./12. JUNI 2012 DVFA JAHRESBERICHT 2012 29
  31. 31. Am 27. November 2012 trafen sich auf der 4. DVFA Investment-Con- sultant-Konferenz über 120 Investment Consultants, institution- elle Investoren und Asset Manager um sich über das Thema »Wert, Wertschöpfung und Wertschätzung im institutionellen Asset Mana- gement« auszutauschen. Kontrovers diskutiert wurde die Frage, mit welchen Leistungen sich Asset Manager und auch Consultants an- gesichts schwieriger Märkte bei institutionellen Kunden aufstellen sollten. Als wesentlich wurde die Fähigkeit zur »Problemlösung« er- kannt. Allerdings herrschte Unklarheit, wie vor allem Asset Manager dies in der Breite darstellen könnten, da reine Produkt- und Markt- kenntnisse hier nicht ausreichen. 4. DV FA Investment- Consultant- Konferenz 27. N ovember 2012 »Wert und Bewertung im Asset Management – Was ist (institutionelles) Asset Management noch Wert?« mit Ulrich Koall (Moderator), Quoniam Asset Management, Herwig Kinzler, Mercer Deutschland, Dr. h.c. Felix Kottmann, Kottmann Advisory, Matthias Hübner, Roland Berger Strategy Consultants »War for talent im Asset Management – Welche Ausbildungs- und Erfahrungsprofile sucht die Branche?« mit Peter Hannemann, Stephan Unternehmens- und Personalberatung, Claudia Rathgeb, Beraterin Financial Services, Russell Reynolds Associates, und Andreas Jäger, Korn/Fery International EVENTS UND AKTIVITÄTEN SY M P OSIEN 30
  32. 32. institutionelles A sset M anagement und D ie F rage nach W ert, W ertschöpfung und W ertschätzung
  33. 33. BERICHT ÜBER DIE GREMIEN
  34. 34. Gremien Mitgliedschaften UND Kooperationen Projekte Equities Steering Committee Fixed Income Steering Committee Asset Management Steering Committee Kommission Banken Kommission Corporate Governance Arbeitskreis Corporate Transaction & Valuation Kommission Life Science Arbeitskreis Small Caps Arbeitskreis Immobilien CRUF Corporate Users' Forum IIRC International Integrated Reporting Committee Deutscher Nachhaltigkeitskodex Non-GAAP-Earnings-Adjustments mit PwC & Universität Hamburg Kommission Bondkommunikation Kommission Rating Standards Arbeitskreis Länderrating Schuldverschreibungsgesetz mit BVI (Bundesverband Investment und Asset Management) Kommission Responsible Investing Asset Allocation GAMSC German Asset Management Standards Committee Project Delphi mit State Street Global Advisors 33DVFA JAHRESBERICHT 2012
  35. 35. Kommission Life Science: Healthcare Services and Healthcare Supplier Im Mai 2012 fand die 5. DVFA Life Science Conference »Healthcare Services & Health- care Suppliers – Essentials for affordable Healthcare« statt. Im Fokus des Symposiums stand die Frage, wie die steigende Nachfrage nach Gesundheitsleistungen und – produkten vor dem Hintergrund der zunehmenden Alter- ung der Bevölkerung und der Staatsschulden- krise nachhaltig finanziert werden kann. Dazu wurden ökonomisch notwendige, struktu- relle Anpassungsprozesse im Gesundheits- wesen und insbesondere bei den Unterneh- mensstrategien von Krankenhausbetreibern sowie Health-IT und Diagnostik-Unternehmen näher beleuchtet. Das Symposium wurde unterstützt von den Sponsoren BIO Deutsch- land, Deutsche Börse Group, DZ BANK AG, Mayer Brown LLP, PricewaterhouseCoopers sowie transkript und Going Public. Derzeit laufen die Planungen für die 6. DVFA Life Science Conference »Innovative Strate- gies in the Life Science Sector: Pharma & Medtech« am 18. Juni 2013 im DVFA Center Frankfurt. Die Finanzierbarkeit der weltweit steigenden Nachfrage nach Gesundheits- dienstleistungen und medizinischen Pro- dukten steht nicht zuletzt wegen der an- haltenden Staatsschuldenkrise weiterhin im Fokus. Die zunehmende Finanzierungs- lücke wirkt als Katalysator für strukturelle Anpassungsprozesse im Gesundheitswesen und bei den Unternehmensstrategien. Bei Pharma- und Medtech-Unternehmen, die im Mittelpunkt der 6. DVFA Life Science Con- ference stehen, sind insbesondere innova- tive Strategien in der Forschung & Entwick- lung, bei Marketing und Preisgestaltung, in der Auswahl der Geschäftsfelder sowie bei M&A wichtige Erfolgstreiber. Arbeitskreis Small Caps: Small Cap Reporting Standards Im Mittelpunkt der Aktivitäten des Arbeits- kreises Small Caps stand 2012 die Weiterent- wicklung der Small Cap Reporting Standards men analysiert und die Empfehlungen dort, wo es angemessen war, angepasst. Im November wurden sie in der leicht überarbeiteten, fina- len Fassung verabschiedet und auf der DVFA Website zum Download bereitgestellt. In die Empfehlungen sind Repliken u.a. des Instituts der Wirtschaftsprüfer in Deutsch- land e.V. (IDW), der Ernst & Young GmbH Wirt- schaftsprüfungsgesellschaft und Pricewater- houseCoopers AG Wirtschaftsprüfungsge- sellschaft eingegangen, die sich intensiv mit der erstmals im Oktober 2012 vorgestellten Fassung des Dokumentes beschäftigt hatten. Neben der langen Verfahrensdauer wird auch die im Verfahren bevorzugt verwendete Be- wertungsmethode, das sog. Ertragswertver- fahren nach den Grundsätzen des IDW S1 kritisiert: es weist einige nationale Sonderre- gelungen auf, die die internationale Vergleich- barkeit der Bewertung beeinträchtigen und somit für zusätzliche Unsicherheit sorgen. Adressaten der Empfehlungen sind alle am Prozess eines »Squeeze Out« Beteiligten. Die Empfehlungen haben »Best Practice« Charak- ter; sie verstehen sich nicht als Gegensatz, sondern als Ergänzung zu den Grundsätzen des Institutes der Wirtschaftsprüfer IDW S1. Die Kommentierungen zusammen mit der je- weiligen Stellungnahme des Arbeitskreises zum Download zur Verfügung. Die Empfeh- lungen haben in Fachkreisen eine lebhafte Diskussion hervorgerufen. Dies wird durch mehrere Beiträge und Stellungnahmen in Fachzeitschriften dokumentiert. Der Arbeitskreis hat sich früher bereits ein- gehend mit Fairness Opinions beschäftigt und entsprechende Standards definiert. Hierzu wurden Grundsätze zur Urteilsbildung und Grundsätze zum Umgang mit Interes- senkonflikten ausgearbeitet, die in der DVFA- Finanzschrift »Fairness Opinions« mündeten. Mehr unter: www.dvfa.de/unternehmensbewertung Equities KomMission Banken: Geschäftsmodelle von Banken im Wandel Technologische Innovationen haben einen weitreichenden Einfluss auf die Geschäfts- modelle und die Industrialisierung der Ban- ken. Das 2. DVFA Banken Forum »Geschäfts- modelle von Banken begreifbarer machen» im Juni 2012 fragte unter anderem nach den Möglichkeiten des Online-Banking, diskutier- te das High-Frequency-Trading und die Aus- sichten des Retailbanking. Das Symposium fand große Beachtung. Der Arbeitskreis Banken möchte einen Beitrag leisten zur Verbesserung des Verständnis- ses für das Bankgeschäft und die entsprech- enden Geschäftsmodelle. Ziel ist es, Kennt- nisse der unterschiedlichen Geschäftsmo- delle über den Adressatenkreis der Bank- und Bilanzspezialisten hinaus zu vergrößern. Regulatorische Aspekte wie Basel III, aber auch gesellschaftliche, demografische Verän- derungen und technologische Innovationen führen dazu, dass sich bei Bankkunden andere Konsumgewohnheiten breit machen und neue Wettbewerber auf den Markt drängen. Grundsätzlich müsen sich Banken die Frage stellen,»wieviel Bank«zukünftigeGenerationen überhaupt noch erwarten und welche Allein- stellungsmerkmale sich in herkömmlichen Banking-Geschäftsmodellen darstellen lassen. Arbeitskreis Corporate Transaction & Valuation: Best-Practice- EmpfehluNgen für die Ermittlung von angemessenen Abfindungen Zu Beginn des Jahres 2012 hatten mehrere Wirtschaftsprüfergesellschaften und das IDW, Institut der Wirtschaftsprüfer in Deutsch- land e.V., die Einladung zur Kommentierung der vom Arbeitskreis erarbeiteten DVFA »Best Practice Empfehlungen Unternehmensbewer- tung« angenommen. Über den Sommer des Jahres hat der Arbeitskreis die Stellungnah- 34 BERICHT ÜBER DIE GREMIEN
  36. 36. SCRS, ein Instrumentarium für kleinere und mittelständische Unternehmen, mit dessen Hilfe die Kommunikation am Kapitalmarkt und damit der Dialog zwischen Emittent und Investor verbessert werden soll. Nach den positiven Erfahrungen mit den SCRS in 2011 folgten in 2012 die ersten Vermarktungsakti- vitäten. Um ein stärkeres Ausrollen zu ermög- lichen, wurden die SCRS zunächst auf einem Entry Level Niveau, einer gekürzten aussage- kräftigen Basis publiziert. Auf der 10th SCC_ Small Cap Conference Ende August wurden die SCRS veröffentlicht. Arbeitskreis Immobilien: Indirekte Immobilienanlagen Im Februar 2012 fand die 7. DVFA-Immobilien- konferenz »Indirekte Immobilienanlage Markt- vision 2015» statt. Auf zwei Panels wurde zu »Indirekte Immobilienanlage – Marktvision 2015» und »Fonds oder Aktie: Politik im Zug- zwang» diskutiert. Inhaltlich beschäftigte sich der Arbeitskreis Immobilien weiterhin mit der Fortentwick- lung des »Deutschen» REIT-Gesetzes und den Chancen börsennotierter Immobilienunter- nehmen im Zuge der Krise der Offenen Fonds. Der Arbeitskreis Immobilien der DVFA hat zur geplanten regulatorischen Neuordnung der Branche für Offene und Geschlossene Immo- bilienfonds in Deutschland entsprechenddes deutschen Umsetzungsgesetzes der AIFM- Richtlinie vom Juli 2012 erneut Stellung ge- nommen. Der deutsche Gesetzgeber hat im Jahr 2007 legislativ den Weg frei gemacht für die Schaffung einer international bereits in sehr vielen Ländern wohl etablierten liquiden Immobilienanlageform – den Real Estate In- vestment Trusts. Die entsprechenden Regel- ungen finden sich im »Gesetz über deutsche Immobilien-Aktiengesellschaften mit börsen- notierten Anteilen (REIT-Gesetz – REITG)« vom Mai 2007. Der Erfolg dieser liquiden Immobi- lienanlageform – Real Estate Investment Trust – in der börsennotierten Variante war in Deutschland bisher nur moderat, obwohl in den USA, im Vereinigten Königreich und in Asien diese Anlageform sehr erfolgreich seit Jahrzehnten eingeführt ist. Daher hat der Arbeitskreis Immobilien der DVFA wieder- holt und öffentlichkeitswirksam Nachbesser- ungen am deutschen REIT-Gesetz vorgeschla- gen, die bisher noch nicht vom deutschen Ge- setzgeber inhaltlich umgesetzt worden sind. Nach wie vor stehen Fragen transparenter Unternehmensbericherstattung, erfolgreiche Geschäftsmodelle und Nachhaltigkeit auf der Agenda.DerOffeneImmobilienfondsgaltüber viele Jahrzehnte als Schlüsselmodul der priva- ten Altersvorsorge. In der jüngsten AIFM-Dis- kussion fand dieser Aspekt nicht mehr hin- reichend Berücksichtigung. Der Arbeitskreis sieht sich auch hier in der Pflicht, die Politik bei Gesetzesinitiativen zu unterstützen. Mehr unter: www.dvfa.de/immobilien-konferenz Fixed Income Fixed Income Forum: Zur Zukunft des Euro Das Fixed Income Forum im Juli 2012 drehte sich um die »Zukunft des Euro«. Aufbauend auf zwei Impulsreferaten von Stefan Bielmeier, DZBANKAG,und Dr.Peter Merk,Chefvolkswirt der LBBW Landesbank Baden-Württemberg bis Ende März 2013, diskutierten die Teilneh- mer aktuelle und grundlegende Fragen zur Europäischen Währungsunion. Es bestand Ein- vernehmen darüber, dass sich zu den drei Ursprungskomponenten der komplexen Ma- terie – Staatsschuldenkrise, Zahlungsbilanz- krise sowie Krise des Banken- und Finanzsys- tems – inzwischen eine Ernst zu nehmende Ver- trauenskrise gesellt hat, die eine Lösung der Probleme zusätzlich erschwert. Von entschei- dender Bedeutung ist, dass das Vertrauen in die Währungsunion wiederhergestellt wird. Es ist in erster Linie die Aufgabe der europä- ischen Politik, hier endlich an einem Strang und in die gleiche Richtung zu ziehen. Ohne glaubhafte Verpflichtung auf ein gemeinsames Ziel und ohne das Aufzeigen eines überzeugen- den Weges zum Ziel kann dieses Grundver- trauen nicht wieder gewonnen werden. Eine Währung, deren Existenz in Zweifel gezogen wird, kann nicht stabil sein. Kommission Bondkommunikaton: Implementierung von Standards für Unternehmensanleihen DVFA und BVI, Bundesverband Investment- und Asset Management e.V., haben im Mai 2012 neue Standards für Unternehmensan- leihen vorgestellt, die das Rollenbild, die Auf- gaben sowie Rechte und Pflichten eines ge- meinsamen Vertreters der Anleihegläubiger spezifizieren. (Siehe auch unter »Kooperati- onen«: DVFA und BVI.) Die Kommission Bondkommunikation der DVFA hat bereits 2011 mit der Veröffent- lichung der DVFA-Mindeststandards für Bond- kommunikation zur Verbesserung des informa- tionellen Austausches zwischen Bondemitt- enten und Bondinvestoren beigetragen. Die Mindeststandards berücksichtigen die An- sprüche und Erwartungen von Kreditanaly- sten und Fixed Income-Investoren an Bond- emittenten hinsichtlich der Frequenz, der Inhalte und der Anlässe von Reporting. Sie definieren spezifische Reporting-Anforder- ungen (im Vergleich und in Abgrenzung zu Equity-Adressaten) und stellen Best Practice Guides (»Spielregeln«) für Emittenten vor. Diese sollen insbesondere die Transparenz und Qualität der Informationen vor Neuemis- sionen verbessern. Im Juni 2012 griff das 2. DVFA-Corporate Bond Forum aktuelle Entwicklungen auf und betonte die zunehmende Bedeutung von Unternehmensanleihen als Instrument der Kapitalbeschaffung. Um die Standards im Hinblick auf die Anwendung zu erleichtern, entwickelt die Kommission zurzeit mit der Rat- ingkommission Berechnungsmethoden für aus Gläubigersicht besonders wichtige Kennzahlen. 35DVFA JAHRESBERICHT 2012
  37. 37. Kommission Rating Standards: Methoden der Ratingagenturen Die Arbeitsgruppe Länderrating erarbeitete unter der Leitung von Prof. Dr. Rommelfanger, Johann Wolfgang Goethe-Universität, einen Überblick über das Vorgehen der Ratingagen- turen bei der Erstellung ihrer Länderratings. Dazu stellte Fitch Ratings seinen Länderrating- prozess im Kreise der Kommission vor. Auf der Basis der Tätigkeit der Arbeitsgruppe erschien in Zusammenarbeit mit Feri EuroRating Ser- vices, Moody's und Standard & Poor's im September 2012 der Artikel »Länderratings– Sind die Methoden der Ratingagenturen dazu geeignet, die Zahlungsfähigkeit von Ländern zu bestimmen?« (in Ausgabe 6 der Zeitschrift CORPORATE FINANCE biz.) Die Arbeitsgruppe Europäische Rating- agentur unter der Leitung von Dr. Templin, Helaba Invest Kapitalanlagegesellschaft mbH, befasste sich mit der Diskussion um die Pla- nungen der Gründung einer europäischen Ratingagentur. Dabei präsentierte das Bera- tungsunternehmen Roland Berger den aktuel- len Stand der Planungen. Die Arbeitsgruppe wird auch im kommenden Jahr die Weiter- entwicklungen dieser Konzepte verfolgen. Asset Management Asset Management Forum: Bärenmärkte Im Rahmen des geschlossenen Teilnehmer- kreises diskutierte das Asset Management Forum wie geplant zweimal. Im April wurden die beiden Themen »Anlagestrategien für Bären- märkte im Bondbereich«, Rainer Back, MEAG Munich ERGO Assetmanagement GmbH, und »Harvesting Risk Premia with Strategy Indices«, Dimitris Melas, MSCI, vorgestellt. Im Oktober gab es Vorträge zu »Konzerne und Pensions- lasten«, Michael Schmidt und Robin Gerth, Union Investment Privatfonds GmbH, sowie Michael Thiesen, DB Advisors, und »Risk Parity Ansätze«, Carsten Zimmer, Deka Investment. Der (geschlossene) Gesprächskreis, besteh- end aus 20 Vertretern von inländischen und ausländischen Kapitalanlagegesellschaften verschiedener Größen, Kreditinstituten und Family Offices, hat sich im Jahr 4 seit der Gründ- ung fest etabliert. Er dient auch als Ideenwerk- statt für den einmal im Jahr stattfindenden großen Asset Management Gipfel. Das für alle Teilnehmer offene 2. DVFA Asset Management Forum im Juni mit mehr als 130 Gästen stand unter der Leitlinie »Jahr 5 der Kri- se«. Die Veranstaltung war – darunter Presse- vertreter – sehr gut besucht. Tobias Pross bezeichnete die kommende Her- ausforderung als »Asset Management 2.0«, so auch die Formulierung im Titel seiner Keynote. Kunden und ihre Asset Manager müssten sich neuen Herausforderungen zwischen demStre- ben nach relativer Sicherheit und einer aus- kömmlichen Rendite stellen, so Tobias Pross. Georg Schuh, Deutsche Bank, sprach über »Implikationen der Schuldenkrise auf die zu- künftige Investmentstrategie«. Die Spirale der Eurokrise drehe sich weiter, so Schuh, und die Handlungsmöglichkeiten seien begrenzt. Auf den Steuerzahler würden mit dem Aufbruch in die Eurozone ein Kostenvolumen von geschätz- ten 1,1 Bio Euro zukommen, bei der Deutschen Einheit im Vergleich dazu waren es 1,6 Bio Euro netto. Nach Schuh zeichnet sich klar ab, dass bestimmte Kandidaten in der Eurozone nicht werden mithalten könnten. Es gab weiter Vorträge zu den Themenblöcken, »Bärenmarktstrategien im Bondbereich«, »In- vesting in Africa«, »Investments in Emerging Markets als Alternative zu Staatsanleihen«, »Today‘s Alpha is Tomorrow’s Beta« und »Redi- fining Asset Management in New Realities«. Abschließend fand eine Podiumsdiskussion »Asset Management: Perspektiven, Zukunfts- szenarien und regulatorische Handicaps« statt. Das 2. DVFA Asset Management Forum endete mit einem Wrap-up und Get-together. Kommission Responsible Investing: Standard für Nachhaltigkeits- berichterstattung In 2012 haben die Mitglieder der Kommission Responsible Investing ihren Schwerpunkt auf die Mitarbeit in spezifische Projekte gelegt, um die Ergebnisse und Erkenntnisse aus der Arbeit an den KPIs for ESG (Key Performance Indicators for Environmental, Social and Gover- nanceIssues),demDVFAStandardfürdieNach- haltigkeitsberichterstattung und -analyse, Gewinn bringend und reputationsfördernd einzubringen. Die DVFA ist personell im IIRC (Internatio- nal Integrated Reporting Council) vertreten, und trägt in der Technical Task Force zu der Abfassung des Rahmenwerks für integrier- te Berichterstattung bei. Mehrere Mitglieder der Kommission sind im Beirat des Stoxx ESG Global Leaders Index, der auf den DVFA KPIs for ESG basiert, vertreten und haben im vergangenen Jahr an der Weiterentwicklung der Index-Familie mitgewirkt. Ein weiterer Schwerpunkt lag in der Mitarbeit im Project Delphi, einem globalen Konsortium von Asset Management Firmen und Pensionskassen, in dem unter der Leitung von State Street Global Investors an einer Verdichtung von Nachhal- tigkeitskriterien für Anlageentscheidungen gearbeitet wird. Im Juni wurde Ralf Frank in den Beirat des US-amerikanischen Sustain- ability Accounting Standards Board (SASB) berufen. SASB wurde von der SEC (Securities and Exchange Commission) mandatiert, ei- nen Rechnungslegungsstandard für Nachhal- tigkeitsberichte zu definieren, nach dem in den USA notierten Unternehmen verpflich- tend berichten werden müssen. Darüber hinaus traten die Mitglieder der Kom- mission auf nationalen und internationalen Konferenzen und Symposien auf. Die DVFA hat sich über die Kommission ebenfalls in die finalisierte Fassung des Deutschen Nachhal- tigkeitskodex eingebracht und ist seit dem ver- gangenen Jahr Mitglied in der UNPRI (United Nations Principles for Responsible Investing). 36 BERICHT ÜBER DIE GREMIEN
  38. 38. Der Vertreter der Anleihegläubiger: DVFA und BVI veröffentlichen Standards für Unternehmensanleihen unter dem Schuld- verschreibungsgesetz (SchVG) Die Standards für Unternehmensanleihen fordern: • Mehrheitsbeschlüsse der Bondinvestoren Bondinvestoren und -analysten erwarten von den Emittenten, dass die Gläubiger in den Anleihebedingungen ermächtigt werden, durch Mehrheitsbeschluss Änderungen der Anleihebedingungen zuzu- stimmen und zur Wahrnehmung ihrer Rechte einen gemeinsamen Vertreter zu bestellen. • den gemeinsamen Vertreter Bondinvestoren und -analysten erwarten von den Emittenten, dass sie bereits in den Anleihebedingungen einen gemeinsamen Ver- treter der Gläubiger bestellen und diesen Vertreter zur Verbesserung des Dialogs mit den Bondinvestoren im Sinne der DVFA-Standards für Bondkommunikation nutzen. Ziel ist es, das Rollenbild, die Aufgaben sowie Rechte und Pflichten des gemeinsamen Vertreters zu konkretisieren. Die Standards werden zum Vorteil von Bondinvestoren und Bondemittenten maß- geblich dazu beitragen, professionelle Bond-Investor-Relations zu etablieren. Durch den gemeinsamen Vertreter erhalten Bondinves- toren die auf ihre Bedürfnisse zugeschnittenen Informationen und die Emittenten verbessern ihren Zugang zum Kapitalmarkt. Zudem profitieren Investoren und Emittenten bei einer Refinanzierung von einem kompetenten Ansprechpartner. Mehr unter: www.dvfa.de/DVFA_BVI_Standards_Unternehmensanleihen www.bvi.de/branchenstandards www.dvfa.de/standards_bondkommunikation/ Zum Ende des Jahres wurde ein Kreis von Mitgliedern der Kommission von EFFAS beauftragt, ein Seminar für die Messung, Be- wertung und Integration von ESG in Anlage- entscheidungen zu konzipieren Prof. Dr. Alex- ander Bassen wurde die Rolle des akade- mischen Leiters übertragen. Koopera- tionen DVFA/BVI-Standards für Unter- nehmensanleihen unter dem SchVG Viele Unternehmen wählen zur Finanzierung verstärkt die Anleihemärkte. Den spezifischen Bedürfnissen von Bondinvestoren wird den- nochnicht Rechnung getragen. Auch der koor- dinierten Wahrnemung von Investorenrech- ten wird seitens der Bondemittenten nicht der Weg geebnet. Angesichts des hohen Anteils von Unternehmensanleihen in institutionel- len Portfolios fordern Bondinvestoren eine zur Aktien-Investor Relations vergleichbare Kapitalmarktkommunikation von Bondemit- tenten. Zudem sollten den Bondinvestoren effektive Instrumente zur Ausübung ihrer Rechte zur Verfügung gestellt werden. 2012 haben BVI, Bundesverband Invest- ment und Asset Management, und DVFA, vor dem Hintergrund des neuen Schuldverschrei- bungsgesetzes (»SchVG«), die neuen DVFA-/ BVI-Standards für Unternehmensanleihen unter dem SchVG verfasst, um eine flächen- deckende Umsetzung der DVFA-Standards für Bondkommunikation sicherzustellen. Der DVFA-Arbeitskreis Bondkommunikation hat bereits mit den im Jahr 2011 publizierten »Mindeststandards für Bondkommunikation« ein klares Signal an den Markt gegeben, um die Kommunikation von Bondemittenten mit Bondinvestoren und -analysten zu verbessern. Diese Standards fanden Eingang in den Ge- neral Standard der Deutschen Börse. 37DVFA JAHRESBERICHT 2012
  39. 39. DVFA und CRUF: Optimierung von Rechnungslegungsstandards CRUF, »The Corporate Reporting Users' Fo- rum«, wurde 2005 gegründet und nimmt Stellung zu Rechnungslegungsthemen. CRUF setzt sich aus international agierenden In- vestment Professionals in Buy- und Sellside- Positionen sowohl im Aktien- wie auch im Kreditbereich zusammen. Die Arbeitsgruppe konzentriert sich auf die kritische Begleitung der Entwicklung und Festlegung von neuen Rechnungslegungsstandards. CRUF befindet sich in Austausch mit allen wichtigen Rechnungslegungsstellen wie IASB (International Accounting Standards Board), IIRC (International Integrated Reporting Com- mittee) und EFRAG (European Financial Re- porting Advisory Group) und hat gemeinsam mit der DVFA Interessensvertreter in den Gremien platziert. DVFA und IIRC: DVFA/EFFAS und die KPIs for ESG Das IIRC (International Integrated Reporting Council) ist führend in der Entwicklung eines globalen Rahmens für Integriertes Reporting. Integrierte Unternehmensberichterstattung (»Integrated Reporting«) hat zum Ziel, die klass- ische Finanzberichterstattung um Berichte zu nicht-finanziellen Aspekten z.B. Corporate Social Responsibility CSR, Environmental, Social and Corporate Governance ESG und Humankapital miteinander zu erweitern. Die DVFA unterstützt die Integrated Reporting Initiative,um den überfälligen Paradigmen- wechsel im Corporate Reporting – von einer Vielzahl disparater Berichte hin zu einem inte- grierten Bericht aller wesentlichen Leistungs- indikatoren, von papierbasierter Kommuni- kation hin zu einem konvergenten und nutzer- orientierten Berichtsansatz – voranzutreiben. Im April 2012 führte das IIRC Council Meet- ing führende Vertreter der Initiative im Frank- furter DVFA Center und bei der Deutschen Bank zu einem Empfang zusammen. DVFA und RNE Rat für nachaltige Ent- wicklung: DVFA/EFFASKPIs for ESG im Deutschen Nachhaltigkeitskodex Der Deutsche Nachhaltigkeitskodex wurde von Prof. Dr. Alexander Bassen, Universität Hamburg, im Auftrag des Rates für Nachhalti- ge Entwicklung RNE konzipiert und enthält 20 Berichtselemente, zu denen von Unterneh- men Leistungs­indikatoren berichtet werden müssen, darunter auch die von DVFA/EFFAS KPIs for ESG. Der Rat für Nachhaltige Entwicklung hat den Deutschen Nachhaltigkeitskodex in seiner Sitzung im Oktober 2011 einstimmig be- schlossen. Das Instrument wurde mit einer Empfehlung zur Implementierung an die Bun- desregierung überstellt. Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel würdigte am 25.06.2012 bei der Jahreskonferenz des Rates für Nachhaltige Entwicklung den Deut- schen Nachhaltigkeitskodex. Er sei eine gute Orientierung für nachhaltiges Wirtschaf- ten: »Die Bundesregierung unterstützt die- sen Kodex. Wir werben dafür, dass ihn auch noch mehr Unternehmen anwenden.» Projekte DVFA und State Street Global Advisors: Projekt Delphi »Delphi« ist ein Projekt auf dem Gebiet des ESG Mainstreaming (Environmental, Social and Governance). Delphi wird von State Street Global Advisors moderiert. Ziel ist die Defini- tion und Validierung so genannter auf Lang- fristigkeit angelegter ESG-»Superfactors« auf Basis von Marktgegebenheiten und Anforder- ungen von Investment Professionals. Über drei Phasen hinweg sollen nicht-finanzielle Faktoren mit Hilfe metrischer Verfahren für die Unternehmenkultur identifiziert und darin implementiert werden. In einem ersten Schritt wurde die sogenannte »Strohman»-Hypothese formuliert. Sie basiert auf Erkenntnissen aus der ersten Phase einer Zusammenarbeit zwischen Entwicklungen am Kapitalmarkt begleitende Organisationen sowie Asset Managern diverser Unternehmen. Diese Hypothese wurde in der Gruppe der Asset Manager präsentiert. Nach einer kritischen Validierung durch die Asset Manager soll der Arbeitskreis »Metrik« auf eine Präzisierung der Methodik zur Messung und Quantifi- zierung der Superfaktoren hinarbeiten. Ralf Frank ist für die DVFA und EFFAS Mitglied des Steuerungskomitees und leitet die Ar- beitsgruppe zum Thema Metrik. Technische Grundlage sind unter anderem die 2010 in der finalen Version erschienenen KPIs for ESG (Key Performance Indicators for Environ- mental, Social and Governance). Die Vali- dierungsphase des Projektes Delphi endete 2012 und mündet nun in einem Report: Projekt Delphi – ESG »Super Factors». DVFA und PricerwaterhouseCoopers AG: Non-GAAP-Earnings-Adjustments Non-GAAP-Earnings-Adjustments sind frei- willig publizierte Anpassungen von Erfolgs- größen, die an reglementierten Jahresüber- schussgrößen ansetzen und diese modifi- zieren. Für diese Anpassungen gibt es keinen akzeptierten Berichtsstandard, so dass die Er- gebnisse für Investment Professionals häufig schwer, wenn nicht gar nicht zu vergleichen sind. Um eine Einschätzung erfahrener Finanz- analysten und Fondsmanager hinsichtlich der Wichtigkeit der Empfehlungen zu bekommen, hat die DVFA 2012 eine Befragung durch- geführt. »Die Ergebnisse der Umfrage zeigen deutlich, wie wichtig es für Investoren ist, dass die Praxis im Umgang mit nicht-wiederkehr- enden und nicht-betrieblichen Unternehmens- ergebnissen im Interesse von Transparenz und Glaubwürdigkeit geregelt werden muss. Wir benötigen hier klare Standards«,sagt DVFA-Vorstandsvorsitzender Stefan Bielmeier. Die DVFA, PricewaterhouseCoopers AG Wirt- schaftsprüfungsgesellschaft und die Universi- tät Hamburg haben nun Empfehlungen zu Non-GAAP-Earnings-Adjustments erarbeitet. Die Forderungen umfassen zwölf Punkte für eine investorenorientierte Non-GAAP-Bericht- erstattung. Ein Großteil der Empfehlungen be- fassen sich mit dem Umgang mit Non-Recur- BERICHT ÜBER DIE GREMIEN38
  40. 40. Unternehmen rechnen sich schön Statements von Investment Professionals aus der Umfrage zur Relevanz des DVFA/ PwC-Standards zu Non-GAAP Earnings: »Es gibt eine inflationäre Entwicklung von Ergebnisbereinigungen. Unternehmen sollten grundsätzlich wieder zur normalen Rech- nungslegung zurückfinden. Die Definition Ergebnisbereinigung sollte sehr restriktiv gehandhabt werden. Es kann nicht sein, dass zum Beispiel Kosten bei der Übernahme von Unternehmen als bereinigungswürdig dargestellt werden.« »Jeder beeinflusst die Werte so wie es opportun erscheint – oft sind diese Kennzahlen für Gehaltsbestandsteile relevant – das ist als Eigentümer unbefriedigend. Wir können dann auch EBE ein- führen (Earnings before Everything) [...]« »Dass diese Praxis überhaupt angewandt wird! Der primäre Hin- tergrund für die ›Als Ob‹-Darstellung ist die Entlohnung des Mana- gements, die sich sich nach den virtuellen Zahlen und nicht nach dem tatsächlichen Ergebnis richtet. Die Dividende für die Aktio- näre wird aber wieder nach dem realen Ergebnis berechnet [...]« »EBITDA ist aus Aktionärssicht völlig unbrauchbar und sollte nicht mehr ausgewiesen werden. Vielmehr sollte eine Non-GAAP-Ergeb- nisgröße berichtet werden, die die nachhaltige Ertragskraft des operativen Geschäfts anzeigt und für Wachstumsinvestitionen, Dividenden und Aktienrückkäufe zur Verfügung steht. Gleichzeitig sollten die operativen Non-GAAP-Nettovermögenswerte beziffert werden, mit dem diese Ertragskraft erwirtschaftet wird [...].« ring Items, in geringerem Maße mit der ange- passten Ergebnisgröße per se. Zu jeder Em- pfehlung wird der Zustimmungsgrad aus der Umfrage mit Investoren und Analysten mitge- liefert. Die Richtlinie enthält zudem Praxis- beispiele aus den Geschäftsberichten euro- päischer Emittenten. Die DVFA setzt sich seit Jahrzehnten für die Standardisierung der Unternehmensbericht- erstattung ein. Zu den Vorschlägen der DVFA zählen u.a. die Standardisierung von ESG- Zahlen (Environmental Social Governance) durch die international anerkannten und von der DVFA in Zusammenarbeit mit EFFAS entwickelten Key Performance Indicators for ESG, die Standards für die Bondkommuni- kation und die Grundsätze effektiver Finanz- kommunikation. DVFA JAHRESBERICHT 2012 39
  41. 41. Mitglieder deR G REMIEN Aufnahmekommission Nikolaus Brandl Dr. Hans-Peter Rathjens Allianz Global Investors Europe GmbH Alice Kytka KfW IPEX-Bank GmbH CRUF Norbert Barth BAADER Bank AG Winfried Becker Independent Research GmbH Ingbert Faust equinet Bank AG Guido Fladt PricewaterhouseCoopers AG Ralf Frank, MBA DVFA e.V. Andreas Heinrichs Bank Vontobel Europe AG Guido Hoymann B. Metzler seel. Sohn & Co. KGaA Christian Krause The Blue Arrow Company Jochen Mathée BNP Paribas Investment Partners Belgium S.A. (Vorsitzender) Samantha McKevitt PricewaterhouseCoopers AG Gunnar Miller Allianz Global Investors Europe GmbH (Vorsitzender) Uwe Otten Vontobel Securities AG Marion Scherzinger IKB Deutsche Industriebank AG Michael Schmidt Union Investment Privatfonds GmbH Dr. Peter Noel Schömig Schömig & Gschrei Alison Thomas PricewaterhouseCoopers AG Kommission Banken Ralf Böckel Union Investment Privatfond GmbH Sabine Bohn DZ BANK AG Prof. Dr. Anne d'Arcy WU Wirtschaftsuniversität Wien Thomas Dörr B. Metzler seel. Sohn & Co. KGaA Ingo Frommen Landesbank Baden-Württemberg Thomas Höfer DB Advisors Guido Hoymann B. Metzler seel. Sohn & Co. KGaA (Vorsitzender) Dr. Georg Kanders Bankhaus Lampe Prof. Dr. Edgar Löw Ernst & Young AG Jörg-Alexander Paul Bird & Bird Manfred Piontke FPM Frankfurter Performance Management AG Sebastian Reuter KfW Bankengruppe Klaus-Dieter Schallmayer Commerzbank AG Felix Thierfelder Deutsche Bundesbank Volker v. Krüchten Commerzbank AG Wolfgang Weigel PricewaterhouseCoopers AG Arbeitskreis Immobilien Martin Beck BDO Deutsche Warentreuhand AG Michael Beck Bankhaus Ellwanger & Geiger Dr. Wilhelm Breuer Dr. Breuer Capital Market Advisory Dr. Alan Cadmus POLIS Immobilien AG Mag. Wolfhard Fromwald CA Immobilien Anlagen GmbH Prof. Dr. Bernhard Funk Universität HAWK Hildesheim (Vorsitzender) Stefan Goronczy, CEFA HSH Nordbank AG Thomas Gütle Cordea Savills GmbH Dr. Ilga Haubelt Union Investment Privatfonds GmbH Dr. Sven Helmer Jones Lang Lasalle Corporate Finance GmbH Sven-Erik Hintz Berenberg Bank Dr. Georg Kanders Bankhaus Lampe KG Kai Malte Klose, CIIA Berenberg Bank Dr. Ulrich Nack LaSalle Investment Management KAG mbh Florian Nowotny CA Immobilien Anlagen AG Dr. Daniel Piazolo IPD Investment Property Databank GmbH Clemens Schäfer RREEF Spezial Invest GmbH Prof. Dr. Ramon Sotelo Bauhaus-Universität Weimar Marcus Stahlhacke, CFA Allianz Global Investors Europe GmbH Prof. Dr. Matthias Thomas INREV Dieter Thomaschowski, CEFA Thomaschowski Research & Advisory Christian Schulz-Wulkow Ernst & Young Real Estate GmbH Arbeitskreis Corporate Transaction & Valuation Prof. Dr. Christian Aders Duff & Phelps GmbH und Value Trust Advisors GmbH Dr. Johannes Adolff Hengeler Mueller Dr. Sven Arnold Center for Corporate Transactions, Handelshochschule Leipzig Dr. Ulrike Binder Mayer Brown LLP Henryk Ciesielski American Appraisal Germany GmbH Andreas Creutzmann IVA VALUATION & ADVISORY AG Dr. Mark-Ken Erdmann Rickmers Holding Dr. Thomas Gasteyer Clifford Chance Dr. Martin Hebertinger Dr. Karsten Heider CMS Hasche Sigle Guido Kerkhoff ThyssenKrupp AG Dr. Julia Kersjes White & Case LLP Dr. Gerhard Killat Lazard & Co. GmbH Christian Krause, CEFA Blue Arrow Company Dr. Thomas Krecek Clifford Chance Dr. Hanns Ostmeier Prof. Dr. Bernhard Schwetzler Center for Corporate Transactions, Handelshochschule Leipzig (Vorsitzender) Christian Strenger DWS Investment GmbH und Center for Corporate Governance, Handelshochschule Leipzig Michael Wabnitz Alix Partners GmbH Dr. Robert Weber White & Case LLP 40 BERICHT ÜBER DIE GREMIEN

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