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ImpressumJörg SteinfeldtDie Burn-out-ModeMediziner. Manager. Mythen.Der Hype und die Realität1. Auflage 2013© BusinessVill...
InhaltÜber den Autor............................................................... 71. Ein kurzes Bekenntnis vorweg ........
Über den AutorDer Jurist Jörg Steinfeldt ist Führungskraft im Personalbereichbei einem internationalen Spezialversicherer,...
1.Ein kurzes Bekenntnis vorweg
Haben Sie den neuesten SAT.1-Spielfilm Die Trümmerfrau mitVeronica Ferres in der Hauptrolle gesehen? Darin gibt es fol-gen...
Ich bejahe, dass es physische und psychische Beschwerdengibt, auch solche, die im Zusammenhang mit Burn-out genanntwerden....
Weshalb melde ich mich dann mit diesem Buch zu Wort? Weilmich das Thema Burn-out nervt! Dass ein solches Thema einsolches ...
ten“ hören, denen allen nur eines am Herzen liegt: das eigeneInteresse.Die Menschen werden geknechtet, da können nur wir h...
haften Auseinandersetzung mit der eigenen Person bedarf. Soviel sollten Sie sich wert sein.Burn-out ist kein Flächenbrand,...
2.Burn-in – Gibt es Burn-out?
Ausmaße, Ursachen, Symptome,Gefährdete, Definitionen2.1	Ausmaße: Eine Epidemie?„Burn-out nimmt stark zu und ist wie eine p...
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Im Verhalten wären Änderungen zu nennen wie: keine Lustmehr an Freunden, Sport, Hobbys, keine Erholung mehr amWochenende o...
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Ich hab dann mal Burn-out ….

Burn-out ist en vogue und jeder hat die freie Wahl: gestresst, genervt, dauererschöpft, bocklos … Eins davon reicht aus. Die Bescheinigung dafür gibt es beim Arzt kostenlos – eine Krankenversicherung vorausgesetzt.

Wie erklärt sich der Siegeszug dieses Phänomens in unserem Land? Gibt es Nutznießer, die ein Interesse daran haben, dass eine Nation ausbrennt? Was ist Burn-out tatsächlich? Warum sind so viele Menschen dafür empfänglich? Was kann jeder von uns und was können wir alle gemeinsam gegen diese „Volkskrankheit“ tun?

Antworten darauf liefert der Jurist Jörg Steinfeldt in seinem neuen Buch. Schonungslos legt er die Macken der Deutschen offen und befeuert den inneren Dialog. Klar und heiter bis ätzend formuliert liefert dieses Buch Argumente für die Burn-out-Diskussion. Eine unverzichtbare Lektüre für alle, die über den Burn-out mitreden wollen.

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  2. 2. Expertenwissen auf einen Klick … Gratis Download: MiniBooks – Wissen in Rekordzeit MiniBooks sind Zusammenfassungen ausgewählter BusinessVillage Bücher aus der Edition PRAXIS.WISSEN. Komprimiertes Know-how renommierter Experten – für das kleine Wissens-Update zwischendurch. Wählen Sie aus mehr als zehn MiniBooks aus den Bereichen: Erfolg & Karriere, Vertrieb & Verkaufen, Marketing und PR.  www.BusinessVillage.de/Gratis BusinessVillage Update your Knowledge! Verlag für die Wirtschaft
  3. 3. DieBurn-out-Mode Mediziner. Manager. Mythen. Der Hype und die RealitätJörg Steinfeldt BusinessVillage
  4. 4. ImpressumJörg SteinfeldtDie Burn-out-ModeMediziner. Manager. Mythen.Der Hype und die Realität1. Auflage 2013© BusinessVillage GmbH, GöttingenBestellnummernISBN 978-3-86980-217-6 (Druckausgabe)ISBN 978-3-86980-218-3 (E-Book, PDF)Direktbezug unter www.businessvillage.de/bl/922Bezugs– und VerlagsanschriftBusinessVillage GmbHReinhäuser Landstraße 2237083 GöttingenTelefon: +49 (0)5 51 20 99–1 00Fax: +49 (0)5 51 20 99–1 05E–Mail: info@businessvillage.deWeb: www.businessvillage.deLayout und SatzSabine KempkeDruck und Bindungwww.booksfactory.deCopyrightvermerkDas Werk einschließlich aller seiner Teile ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertungaußerhalb der engen Grenzen des Urheberrechtsgesetzes ist ohne Zustimmung des Verlagesunzulässig und strafbar. Das gilt insbesondere für Vervielfältigung, Übersetzung, Mikrover-filmung und die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen. Alle in diesemBuch enthaltenen Angaben, Ergebnisse usw. wurden von dem Autor nach bestem Wissenerstellt. Sie erfolgen ohne jegliche Verpflichtung oder Garantie des Verlages. Er übernimmtdeshalb keinerlei Verantwortung und Haftung für etwa vorhandene Unrichtigkeiten. DieWiedergabe von Gebrauchsnamen, Handelsnamen, Warenbezeichnungen usw. in diesem Werkberechtigt auch ohne besondere Kennzeichnung nicht zu der Annahme, dass solche Namenim Sinne der Warenzeichen- und Markenschutz-Gesetzgebung als frei zu betrachten wärenund daher von jedermann benutzt werden dürfen.
  5. 5. InhaltÜber den Autor............................................................... 71. Ein kurzes Bekenntnis vorweg ...................................... 92. Burn-in – Gibt es Burn-out? ...................................... 15 2.1 Ausmaße: Eine Epidemie?...................................... 16 2.2 Ursachen: Wenig konkret....................................... 18 2.3 Symptome: Höchst individuell................................ 19 2.4 Gefährdete: Wir alle?............................................ 21 2.5 Definitionen: Zu abstrakt...................................... 233. Burn-up – Was macht krank? ..................................... 29 3.1 Arbeitsdruck: Tendenz steigend?............................. 30 3.2 Globalisierung: Unser Feind?.................................. 48 3.3 Internet: Das böse Medium?.................................. 56 3.4 Wattepackungen: Schuld haben immer die anderen.... 58 3.5 Unsere Gesellschaft: Von Irrwegen und Irrtümern...... 754. Burn down – was kann ich tun? ................................. 97 4.1 Generelle Präventionen......................................... 99 4.2 Das eigene Leben bewusst führen .........................101 4.3 Die Arbeitswelt gestalten ....................................1335. Eine kurze Bemerkung zum Schluss ...........................1596. Anhang ...................................................................163 6.1 Anmerkungen.....................................................164 6.2 Literaturverzeichnis.............................................167 5
  6. 6. Über den AutorDer Jurist Jörg Steinfeldt ist Führungskraft im Personalbereichbei einem internationalen Spezialversicherer, Buchautor undAutor zahlreicher Fachartikel. Er ist bekannt dafür, den Fingerin offene Wunden zu legen und über den Tellerrand zu den-ken. Schon in seinem Debüt-Buch Was Sie schon immer überFührung wissen wollten … räumte er schonungslos mit denManagement-Mythen auf. 7
  7. 7. 1.Ein kurzes Bekenntnis vorweg
  8. 8. Haben Sie den neuesten SAT.1-Spielfilm Die Trümmerfrau mitVeronica Ferres in der Hauptrolle gesehen? Darin gibt es fol-gende Szene: Eine Trümmerlandschaft nach 1945, Berlin. DieKamera zeigt mehrere ausgemergelte Frauen in Kitteln undKopftüchern, die Steine klopfen. Wir sehen in Nahaufnahmedas hübsche, aber dreckverschmierte Gesicht der Ferres, vonder wir wissen, dass sie ausgebombt, ihr Mann in Russlandverschollen und eines der beiden Kinder bettlägerig ist. Siehebt langsam den Kopf, Tränen rollen ihr über die Wangen, sieblickt uns an und sagt mit schlaffer Stimme: „Ich kann nichtmehr, ich bin outgeburnt.“Können Sie sich diese Szene – den Film hat es natürlich niegegeben – vorstellen? Oder, vorausgesetzt Sie sind schon übervierzig Jahre alt, etwas Ähnliches mit Inge Meysel, Heide Ka-bel, Uschi Glas oder, zurück in die Realität, haben Sie IhreMutter jemals so erlebt?Es hat kollektiv oder für einzelne immer schwere Schicksaleund Situationen gegeben, die aussichtslos schienen oder fürviele auch waren. Krieg, Verfolgung durch Diktaturen, Sturm-fluten, Arbeitslosigkeit, Schulden, Tod eines Kindes – der Hor-ror hat viele Gesichter.Ich bin der Letzte, der Leid infrage stellt oder nicht ernstnimmt. Ich nehme es so ernst, dass ich angesichts wirklicharger Situationen anderer nicht Mitleid empfinden kann, son-dern selbst leide.10
  9. 9. Ich bejahe, dass es physische und psychische Beschwerdengibt, auch solche, die im Zusammenhang mit Burn-out genanntwerden. Das sind Krankheiten, zum Beispiel Depressionen oderPhobien, die es zu behandeln gilt und über deren Ursachen ichmir keine Anmerkung anmaße. Um diese konkreten Krank-heiten geht es mir nicht. Auch bin ich von wechselseitigenEinflüssen und Abhängigkeiten physischer und psychischerZustände überzeugt.Ich bin sicher, dass das Leben in einem Jugendheim der DDR,der sexuelle Missbrauch durch einen katholischen Priesteroder die physische Gewalt eines alkoholkranken Vaters an Kin-dern bei diesen zu Traumata führen, die ihnen ein Leben langein zentrales Thema bleiben.Ich wünsche niemandem, dass er leidet (sollte ich dies ein-schränken wollen, so beträfe das nur sehr wenige Menschenund es wäre so privat, dass es hier nichts zur Sache täte).Ich selbst hatte und habe, nach bestem Wissen und Gewissen,keine Beschwerden oder Lebensumstände, die auf so etwas wieein Burn-out hinweisen.Ich bin weder Mediziner noch Psychologe noch habe ich eineandere Ausbildung, die mich befähigt, eine Diagnose über ein-zelne Menschen oder Ursachen und Auswirkungen von Krank-heiten als solche abzugeben. 11
  10. 10. Weshalb melde ich mich dann mit diesem Buch zu Wort? Weilmich das Thema Burn-out nervt! Dass ein solches Thema einsolches Ausmaß in unserer Gesellschaft und in der öffentli-chen Diskussion einnehmen kann. Die Richtung, die dasThema nimmt. Die Oberflächlichkeit, mit der diskutiert undgeschrieben wird.Die Medien haben einen Hype geschaffen, als läge die ganzeRepublik darnieder. Hat Burn-out wirklich eine so hohe Rele-vanz in unserer Gesellschaft, die seine Platzierung weit obenauf der Agenda „Wichtige Probleme der Deutschen“ rechtfer-tigt? Offensichtlich, denn Burn-out ist in aller Munde. Unteruns wimmelt es nur so vor wichtigen und beschäftigten Men-schen, die für sich zumindest ein kleines Burn-out reklamie-ren möchten. Eine schicke Krankheit, das gab es schließlichnoch nie. Bei dieser Mode muss man dabei sein.Burn-out kennt nur eine Richtung: Schuld haben immer dieanderen. Das sind die üblichen Feindbilder wie Chefs undArbeit, die Globalisierung und der ganze Kapitalismus. Endlichgibt es einen Beweis, mit dem sie für meine eigene Misereschuldig gesprochen werden können. Ist das so einfach?Die Oberflächlichkeit, mit der diskutiert und geschriebenwird, ist nicht zu überbieten. Ein Thema, das nach Wissen-schaftlern, vor allem Medizinern und Psychologen, aber auchSozialwissenschaftlern schreit. Wie dankbar wäre ich für de-ren seriösen Beiträge. Stattdessen müssen wir Gewerkschafterund andere Bedenkenträger, aber auch medizinische „Exper-12
  11. 11. ten“ hören, denen allen nur eines am Herzen liegt: das eigeneInteresse.Die Menschen werden geknechtet, da können nur wir helfen,geben uns die Gewerkschafter zu verstehen. Bei allem Wandelin der Arbeitswelt, sind unsere Arbeitsplätze wirklich in weni-gen Jahren zu Folterkammern und Psychohöllen verkommen?Die Leute sind krank und müssen sich in Behandlung bege-ben, da können nur wir helfen, raten uns die medizinischenExperten. Bei aller gesellschaftlichen Entwicklung, sind wirDeutschen in wenigen Jahren alle zu lebensuntüchtigen Psy-chowracks mutiert?Die versprühte Betroffenheit empfinde ich als reine Heuchelei.In keiner Diskussion wird genau definiert, was Burn-out seinsoll, aber die Protagonisten haben populäre Begründungen,beliebte Feindbilder und die passenden Pillen parat, mit denensie sich des Applauses des Publikums sicher sein können. An-dere Erklärungen, die wir zum Beispiel bei Erwartungen vomund Einstellungen zum Leben vieler Menschen finden könn-ten, lassen sie nicht zu. Die wären auch nicht so medienwirk-sam und den eigenen – finanziellen – Interessen nützlich.Und weshalb sollten Sie das Buch lesen? Weil Sie sich nichtblenden lassen sollten von den vielen „Experten“. Sich nichtverunsichern lassen sollten mit dem neuen SchreckgespenstBurn-out. Das ist weder eine Krankheit unserer Gesellschaftnoch ein Geschwür von Arbeit, dem wir hilflos ausgeliefertsind. Es ist vor allem ein individuelles Thema, das einer ernst- 13
  12. 12. haften Auseinandersetzung mit der eigenen Person bedarf. Soviel sollten Sie sich wert sein.Burn-out ist kein Flächenbrand, sondern ein mediales Stroh-feuer. Das interessante, das Dauerfeuer brennt wo ganz anders– in uns selbst. Haben Sie Angst, dass es brennt – dann rufenSie die Feuerwehr, sprich Arzt. Sind Sie neugierig – dann se-hen Sie Ihr Feuer als Energiequelle Ihres Lebens.14
  13. 13. 2.Burn-in – Gibt es Burn-out?
  14. 14. Ausmaße, Ursachen, Symptome,Gefährdete, Definitionen2.1 Ausmaße: Eine Epidemie?„Burn-out nimmt stark zu und ist wie eine psychosoziale Epi-demie“ zitiert das Hamburger Abendblatt Stephan Ahrens,Leiter des Psychosomatischen Fachzentrums Falkenried inHamburg. 1„Psychische Erkrankungen entwickeln sich zu der Epidemie inder modernen Arbeitswelt.“ Es gebe eine „explosive Zunahme“der Fälle, es „tickt eine Zeitbombe für Arbeitgeber, Wirtschaftund Gesellschaft“ lässt sich Hans-Jürgen Urban, IG-Metall-Vor-stand, ebenfalls im Hamburger Abendblatt zitieren.  Presse 2und Talkshows haben das Thema in die erste Reihe gehoben.Bei jedem neuen Fall eines halbwegs Prominenten wird dernächste Hype inszeniert, gemäß den ungeschriebenen Geset-zen der Medien immer ein bisschen höher als der letzte.Wenn Sie den Begriff „Burn-out“ googeln, landen Sie mehr als270 Millionen Treffer, bei Amazon sind es immerhin noch mehrals 70.000. Und es werden täglich mehr.Die Zahlenangaben zu den Betroffenen, aber auch die Begriff-lichkeiten zu den Ursachen der Betroffenheit schwanken. Malheißt es, ein Drittel aller Arbeitnehmer leide unter starkenpsychischen Belastungen, mal seien 20 Prozent aller Erwerbs-tätigen gefährdet, wegen beruflicher oder privater Belastun-16
  15. 15. gen Burn-out zu bekommen.  Jede zehnte Erkrankung soll 3nach Erkenntnissen der Krankenkassen psychisch bedingtsein. 4 Die Fehlzeiten von Arbeitnehmern wegen psychischerErkrankungen seien in 2011 auf 59 Millionen Arbeitsunfähig-keitstage und damit um 80 Prozent seit 1998 gestiegen.  Sie 5verursachten jeden achten Krankheitstag und seien in einemJahrzehnt um fast 60 Prozent gestiegen.  Frühverrentungen 6wegen psychischer Erkrankungen seien mit 41 Prozent derwichtigste Grund, eine Erwerbsminderungsrente zu beantra-gen. 7 Depressionen nähmen rasant zu. Die Behandlung psy-chischer Erkrankungen koste die Krankenkassen mittlerweileknapp 30 Milliarden Euro pro Jahr.  Sie merken, meist geht 8es bei diesen Angaben nicht direkt um Burn-out, sondern umpsychische Erkrankungen im Allgemeinen oder um spezielleErkrankungen wie Depressionen im Besonderen. Diese Intrans-parenz führt beim Leser bei jeder neuen Meldung zu einemimmer diffuserem Bild, worum es denn bei Burn-out geht.Fest steht also offensichtlich nur eines – es sind viele betrof-fen, und es werden immer mehr. Zählen Sie mal in der Kantinedurch: 1, 2, 3, 4, 5, psychisch krank, 1, 2, 3, 4, psychischkrank, 1, 2, 3, psychisch krank, 1, 2, psychisch krank. 1 – sindwir am Ende alle psychisch krank? 17
  16. 16. 2.2 Ursachen: Wenig konkretWoher Burn-out kommt? Das weiß man nicht so genau. Allge-mein werden offensichtlich deutlich gewachsene, zu hohe He-rausforderungen oder Leistungsansprüche genannt, an denensich Betroffene zu stark verausgaben, ohne individuellenRückzug und Ausgleich zu finden. 9Die nicht gemeisterte Herausforderung und die zu hohen Leis-tungsansprüche werden regelmäßig, aber nicht ausschließ-lich in der Arbeitswelt gefunden. Co-Ursachen sind fehlendeAnerkennung der Leistungen und Wertschätzung der Persondurch die Vorgesetzten sowie die vom Arbeitgeber verlangteständige Erreichbarkeit, begünstigt durch die neuen Tech-nologien wie E-Mails, Notebooks und Handys. Rückzug undAusgleich werden im Privaten, vor allem in funktionierendenPartnerschaften vermisst. Eher nicht erwähnt wird die frei-willige Reizüberflutung zu Hause durch TV, Radio, PC, Smart-phone und Spielekonsole.Dann gibt es noch eine schlechte und eine gute Nachricht. Dieschlechte ist, unsere Kindheit und dort prägende Erlebnissekönnten eine Rolle spielen.  Das überrascht wenig, nachdem 10die Tiefenpsychologie, die die Bedeutung des Unbewusstenfür das Seelenleben und Verhalten von Menschen zu erkennensucht, uns die Zusammenhänge zwischen unserem Gestern undHeute aufgezeigt hat. Die Aufarbeitung dieser Abhängigkei-ten bedeutet Auseinandersetzung mit uns selbst. Das ist meistkein angenehmer Spaziergang. Die gute ist, es gibt – nach18
  17. 17. heutigem Stand der Wissenschaft – kein Burn-out-Gen. Wirmüssen also nicht fürchten, die ganze Zeit eine Zeitbombe inuns zu tragen, gegen die wir uns nicht wehren können und diefrüher oder später explodiert.Denkbar sind auch ganz andere, in der allgemeinen Diskussionnicht genannte Ursachen. Zum Beispiel Selbstüberschätzungund daraus resultierender Stress. Damit geht es plötzlich nichtum äußere Anforderungen und deren Bewältigung, sondernum unsere eigene Bewertung unserer eigenen Fähigkeiten.Was traue ich mir zu? Welche Inhalte kann ich bearbeiten? Wieviele Dinge kann ich – gleichzeitig – bewältigen? Was kannich tatsächlich leisten? Es geht zum Beispiel um die innereEinstellung, zur Arbeit, zu anderen Menschen. Wie möchte ichmich einbringen? Was möchte ich leisten? Welche Ziele habeich, als Arbeitnehmer, aber auch sonst im Leben? Aspekte, diewir im Weiteren im Blick behalten sollten.2.3 Symptome: Höchst individuellEs gibt kein einheitliches Symptom für Burn-out. Die Entwick-lung der Krankheit wird als „höchst individuell“ bezeichnet. 11Erste körperliche Anzeichen wären: Gefühl der Anspannung,Gefühl der Erschöpfung, Schlafstörungen, Schwindel, körper-liche Anfälligkeit für Infektionen, Rückenschmerzen. 19
  18. 18. Im Verhalten wären Änderungen zu nennen wie: keine Lustmehr an Freunden, Sport, Hobbys, keine Erholung mehr amWochenende oder im Urlaub, keine Entscheidungen mehr tref-fen, allgemeiner Rückzug.Im Verlauf eines Burn-out kämen Versuche hinzu, durch immermehr Anstrengungen die immer mehr nachlassende Leistungs-fähigkeit auszugleichen, gepaart mit der Selbsttäuschung überdie Situation und den eigenen Zustand und das Verbergen die-ser vor anderen.Schließlich wäre die Situation so: ausgeprägte Fehleinschät-zung des Betroffenen, er schafft es nicht mehr, totaler Rück-zug, totale Erschöpfung, Apathie.Burn-out soll sich in folgenden Krankheiten ausdrücken:Schlafstörungen, Panikzustände, Kontrollverluste, Phobien,Depressionen, Sucht, Infekte, Entzündungen, Magen-, Rü-cken-, Kopfschmerzen, Potenz-, Fruchtbarkeitsprobleme, Blut-hochdruck, Tinnitus, Zucker, Herzinfarkt. Am Ende lauert, daswar zu befürchten, der Krebs oder Suizid. 12Es gibt wahrscheinlich kaum einen Menschen, der nicht we-nigstens einmal unter einem der genannten Symptome gelit-ten hat. Dieser große Strauß an Erscheinungsformen ist idealgeeignet, die Furcht vor Burn-out bei uns allen zu schüren unddas Thema wenig konkret zu halten. Beides hilft nur denen,die daran ein Interesse haben, das regelmäßig finanzieller Na-tur sein dürfte.20

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