BusinessVALUE24                         zeigt in einer neuen                     Serie, was 3D-Techno-                logi...
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InhaltAller Guten DimensionenSind dreiFrüher war 3D-Technik nur für Film und Fernsehenein Thema. Doch seit zehn Jahren gew...
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Die rasanten Entwicklungen machen auch vor dem                                                         Internet nicht Halt...
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In der Tiefe können wir bis zu zwei Meter scharf ab-           Fläche so groß wie acht Zeichenblöcke. Auf die-bilden. Dana...
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© visenso   3D Simulationen helfen komplexe Produkte zu   veranschaulichen. Das macht die Technologie so   wertvoll für un...
© norman blue - Fotolia.comGeschäftsreise adé:Das 3D Telefon holt Businesspartner ins ZimmerEs soll der größte Durchbruch ...
die den Eindruck der physischen Präsenz stärker       „Es gibt noch andere Anwendungen, die wir unsvermitteln.“           ...
Gross baut die Prototypen für die 3D-Konferenzenzusammen mit Forschern aus Singapur und denUSA im Rahmen des Projekts „Bei...
© tarakosDie Digitale Fabrik:"Sie erkennen schon im Vorfeld Fehler"Herbert Beesten reißt Wände ein, bevor sie gebaut sind....
Digitale Fabrik beispielsweise für die Erstellungneuer Lager- und Produktionsstätten oder neu-er Logistikzentren genutzt. ...
genau geschaut. Nicht nur darauf, was die Soft-                                                         ware kostet, sonde...
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Die Zukunft ist jetzt: 3D und Virtuelle Welten im Mittelstand Themenspecial vom Online-Wirtschaftsmagazin BusinessVALUE24

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Aus der Fernsehserie „Star-Trek“ und dem Kino-Hit „Star Wars“ kennen wir sie schon lange: Holo-decks; Hologramme, die Nachrichten überbringen oder Replikatoren, die auf Knopfdruck Essen undandere Dinge des täglichen Bedarfs erzeugen. Nach und nach werden diese Visionen Wirklichkeit.Mit 3D-Druckern lassen sich Autos oder Geigen herstellen, über Tele-Presence werden in Telefon-konferenzen die Gesprächspartner bald in 3D erscheinen und in sogenannten immersiven Weltenkann man in eine virtuelle Realität eintauchen und mit der Umgebung interagieren. FaszinierendeMöglichkeiten ergeben sich daraus. Grund genug, diese Technologie einmal genau unter die Lupezu nehmen. In unserem aktuellen Themenspecial widmen wir uns deshalb 3D-Technologien und Vir-tuellen Welten.
BusinessVALUE24 wird in den nächsten Wochen wichtige Hotspots der Entwicklungenvorstellen und das Thema von allen Seiten beleuchten.
Lesen Sie mehr auf www.businessvalue24.de!

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Die Zukunft ist jetzt: 3D und Virtuelle Welten im Mittelstand Themenspecial vom Online-Wirtschaftsmagazin BusinessVALUE24

  1. 1. BusinessVALUE24 zeigt in einer neuen Serie, was 3D-Techno- logie und virtuelle Welten im Mittelstand leisten können, beschäftigt sich aber auch mit den Grenzen und Risiken der Technologie.Lesen Sie jede Woche mehr auf BusinessVALUE24: www.businessvalue24.de
  2. 2. © sellingpix - Fotolia.comVORWORTAus der Fernsehserie „Star-Trek“ und dem Kino-Hit „Star Wars“ kennen wir sie schon lange: Holo-decks; Hologramme, die Nachrichten überbringen oder Replikatoren, die auf Knopfdruck Essen undandere Dinge des täglichen Bedarfs erzeugen. Nach und nach werden diese Visionen Wirklichkeit.Mit 3D-Druckern lassen sich Autos oder Geigen herstellen, über Tele-Presence werden in Telefon-konferenzen die Gesprächspartner bald in 3D erscheinen und in sogenannten immersiven Weltenkann man in eine virtuelle Realität eintauchen und mit der Umgebung interagieren. FaszinierendeMöglichkeiten ergeben sich daraus. Grund genug, diese Technologie einmal genau unter die Lupezu nehmen. In unserem aktuellen Themenspecial widmen wir uns deshalb 3D-Technologien und Vir-tuellen Welten. BusinessVALUE24 wird in den nächsten Wochen wichtige Hotspots der Entwicklungenvorstellen und das Thema von allen Seiten beleuchten.Über uns: BusinessVALUE24 ist ein Online-Wirtschaftsmagazin für den Mittelstand. Wir berichtenschwerpunktmäßig über Social Media-Trends, Marketing im Web 2.0 und neue Technologien.
  3. 3. InhaltAller Guten DimensionenSind dreiFrüher war 3D-Technik nur für Film und Fernsehenein Thema. Doch seit zehn Jahren gewinnt 3Dimmer mehr Freunde im Wirtschaftsleben.Einfach herausragend:3D in der PlakatwerbungEin deutsches Startup-Unternehmen wird denWerbemarkt revolutionieren, mit Plakaten, dieeinem wortwörtlich entgegen springen.3D kann sich heute auchein Mittelständler leistenWer seinen Kunden komplizierte Dinge zu ver-kaufen hat, kommt an 3D bald nicht mehr vorbei.Visenso macht virtuelle Welten kommerziell nutzbar.GEschäftsreise Adé: Das 3D Telefonholt Businesspartner ins ZimmerHochschulforscher entwickeln in der SchweizInstrumente, die Normalsterbliche nur aus sehrkostspieligen Science-Fiction-Filmen kennen.Die Digitale Fabrik"Sie erkennen schon im Vorfeld Fehler"Herbert Beesten reißt Wände ein, bevor sie gebautsind. Seine 3D-Animationen können InvestorenMillionen sparen.
  4. 4. © Konovalov Pavel - Fotolia.comAller guten Dimensionensind dreiBesser verkaufen, besser planen, besser verstehen: 3D-Technik und virtuelle Welten sind der letzteSchrei unter den Business Trends. Was bis vor kurzem nur große Konzerne bezahlen konnten, ist jetztauch für Mittelständler erschwinglich. BusinessVALUE24 zeigt in einer neuen Serie, was 3D leistenkann, beschäftigt sich aber auch mit den Grenzen und Risiken der Technologie.Früher war 3D-Technik nur für Film und Fernsehen heute noch viel Körpersprache verloren geht,ein Thema. Doch seit zehn Jahren gewinnt die drit- kann wohl schon bald eine 3D-Projektion wichtigete Dimension immer mehr Freunde im Wirtschafts- Information des Gesprächspartners liefern.leben. Denn plastische Darstellungen machenviele Dinge einfacher. Man kann falsch geplante Die Automobilindustrie nutzt seit Jahren die Vor-Regale in Lagerhallen umgestalten, die noch gar züge von 3D-Animationen, um Crashs zu simulie-nicht gebaut sind. Man kann Messebesucher und ren oder ihre Produktionsabläufe zu verbessern.Kunden mit Anblicken beeindrucken, die sie nicht Andere Großkonzerne wie IBM oder Cisco habenerwartet hätten. Und wo bei Videokonferenzen virtuelle Welten wie Second Life für sich entdeckt
  5. 5. Die rasanten Entwicklungen machen auch vor dem Internet nicht Halt: Das Web wird dreidimensio- nal. Bisher waren verschiedene Zusatzprogram- me nötig, um 3D-Grafiken im eigenen Browser darzustellen. Seit einigen Monaten gibt es nun ei- nen lizenzfreien Standard, auf den sich viele Soft- warehersteller und Internetunternehmen geeinigt haben. Dieser Standard, das sogenannte Web GL, ermöglicht es, 3D-Grafiken direkt im Browserund nutzen diese für Web-Konferenzen oder für die darzustellen. Beliebte Webbrowser wie GoogleAusbildung ihrer Mitarbeiter. Viele dieser Vorzüge Chrome oder Mozilla Firefox unterstützen Web GLwaren bisher nur den ganz Großen vorbehalten, bereits. Für Programmierer und Entwickler ist dasdenn die Technologie war lange Zeit unerschwing- ein großer Vorteil: Sie können sich sicher sein, dasslich. Mitte der 1990er Jahre kostete eine sogenann- fast jeder Internetnutzer sich ihre Animationen undte Virtual Reality Anlage noch rund eine Million Darstellungen auch ansehen kann, ohne erst nochMark. komplizierte Software zu installieren.Doch seit dem hat sich viel getan. DieTechnik kommt Die Branche schätzt 3D im Internet inzwischen alsüber die Unterhaltungselektronik in die Haushalte. Megatrend ein. Internetunternehmer Mervyn Le-Jeder will die 3D-Filme aus dem Kino auch zuhause vin zum Beispiel prophezeit: „Die wachsende Zahlsehen. Das Engineering verdankt den Preisverfall von 3D-Anwendungen ist die nächste Phase derbei den Grafikkarten der Vielzahl an Gamern. Sie Internet-Revolution und wird wahrscheinlich diehaben eine hohe Nachfrage geschaffen. Deshalb gleichen Auswirkungen haben wie die erste Web-werden Grafikkarten jetzt für einen Millionenmarkt Explosion.“ Die Verschmelzung von Spieletechno-produziert und sind dadurch viel günstiger. Auch logie, Virtuellen Welten und Social Web reizt vordie Entwicklung und weite Verbreitung von Spiele- allem die Elite von morgen, die nichts anderes alskonsolen wie die Nintendo-Wii oder die Microsoft das Onlinezeitalter kennt und langsam in die Be-Xbox haben für einen Inno-vationsschub gesorgt. rufe strebt. So hat sich die dreidimensionale Welt „Second Life“ von einem Tagträumer-Spiel zu ei-3D wird damit auch für den Mittelstand interessant. nem virtuellen Treffpunkt der realen Welt entwickelt.Die Vorteile, die dreidimensionale Inhalte bieten, Fortbildungen, Konferenzen und Weiterbildungensind vielfältig und helfen in jedem Unternehmens- finden hier statt.bereich: Produkte werden mit 3D-Technologienentworfen, 3D ist gut für die Markenbildung, da Die Universität Heilbronn hält dort beispielsweiseman Produkte und Leistungen einfacher demonst- virtuelle Seminare ab für Fach- und Führungskräf-rieren kann. 3D unterstützt auch den Verkauf, es hilft te des Mittelstands. Die Referenten aus der Praxisbei der Rekrutierung und es erhöht die Produktivi- schickten ebenso ihre liebevoll gestalten Online-tät. Und es kann eine Menge Dienstreisen erspa- Alter Egos (Avatare) wie die Zuhörer. Währendren. der abendlichen Seminare konnten sich die 32 Teilnehmer untereinander austauschen, diskutierenAuch Verbraucher lieben die dritte Dimension. Kon- und als „Avatare“ im Raum bewegen sowie inter-sumenten entwickeln eine neue Produkterfahrung, agieren. „Das Konzept der virtuellen Veranstaltungdie emotionaler ist als bei herkömmlicher Werbung. kann als voller Erfolg gewertet werden“ resümiert ,Das zeigt auch eine Studie des Marktforschungsin- Prof. Sonja Salmen. Der Online-Treffpunkt spartestituts Skopos. Das Institut zeigte Testpersonen ei- 200 Stunden Fahrzeit, etwa 1600 Kilometer Fahrt-nen Werbespot über ein erfundenes Fruchteis ent- weg und rund 5900 Euro Spritkosten.weder in 3D oder in herkömmlichem 2D. Nach der3D-Ausstrahlung verspürten die Zuschauer mehr 3D ist eine Technik, die viele Chancen, aber auchLust, das Eis zu probieren und auch die Kaufwahr- Tücken in sich birgt. BusinessVALUE24 wird in denscheinlichkeit war deutlich größer. Allerdings muss nächsten Wochen wichtige Hotspots der Entwick-man im Hinterkopf behalten, dass der Effekt auch lungen vorstellen und das Thema von allen Seitenvon Qualität der Bildschirmauflösung und Digitali- beleuchten.sierung abhängt.
  6. 6. ©realeyesEinfach herausragend:3D in der PlakatwerbungWeg mit der Brille! Das ist für 3D-Forscher der Knackpunkt schlechthin.Ein deutsches Startup-Unternehmen hat einevielversprechende Technik entwickelt. Das System könnte den Werbemarkt revolutionieren: Plakate, auf denen dieProdukte dem Betrachter wortwörtlich entgegen springen.Die 3D-Branche ist auf das Thema Brille nicht gut die Werbewelt aufrollen: Ein 3D-Plakat. „Es ist einzu sprechen. Ihre Experten arbeiten momentan vor echtes 3D-Bild“ erklärt Realeyes-Geschäftsführer ,allem an einem Ziel: Die Brille muss weg. Denn Philipp von Trotha.kein Normalbürger oder Messebesucher läuft fürgewöhnlich mit einer Spezialbrille durch die Ge- Es sind beeindruckende Anblicke: Ein Astronaut,gend. Wer diese Leute mit einer dreidimensionalen dessen Arm weit aus dem Bild herausragt. Er bietetWerbung oder Präsentation überraschen und ein- Passanten scheinbar eine Getränkedose an. Oderfangen will, muss ihnen den tollen Effekt auf dem ein Motorcross-Fahrer, der mit seinem Bike ausSilbertablett servieren. Ohne Hilfsmittel. Eine junge dem Plakat springt. „Unsere Objekte können bisFirma aus Kiel ist schon am Ziel. Ihr Patent könnte zu einem Meter aus dem Bild herauskommen.
  7. 7. In der Tiefe können wir bis zu zwei Meter scharf ab- Fläche so groß wie acht Zeichenblöcke. Auf die-bilden. Danach geht es ins Unendliche und wird ser Fläche sind 250.000 Mikrolinsen untergebracht,unscharf.“ Dabei muss der Betrachter nicht einmal keine größer als ein Streichholzkopf. Diese Linsengenau vor dem Bild stehen, um den 3D-Effekt zu sind kleine Kameras. Sie dienen dazu, das Motiverkennen. „Man kann sich auch vor dem 3D-Bild aufzunehmen, erzeugen später aber auch den 3D-bewegen und hat immer ein räumliches Bild“ be- , Effekt. Dahinter ist der Film, der die Informationschreibt von Trotha. „Man kann in die Hocke ge- speichert. Er verfügt über eine riesige Speicherka-hen, kann das Bild von unten betrachten, von links pazität.von rechts oder von oben, ohne dass es Sprüngegibt.“Gängige 3D-Systeme funktionieren anders. Spezi-elle Fernseher oder -Kinofilme nutzen sogenanntestereoskopische Bilder, die dem Zuschauer zweiBilder vor das Auge spielen. Damit im Gehirn ein3D-Eindruck entsteht, braucht man eine spezielleBrille, die die zwei Bilder nebeneinandersetzt. DieKieler Erfinder wählten einen ganz anderen Wegbei den Displays und bauen mit modernster Tech-nik auf erprobter Grundlage auf: „Eigentlich istdas ein ‚Schritt zurück‘, weil wir einen analogen ©realeyesFilm nutzen, wie man es von früher kennt, als esnoch keine Digitalkameras gegeben hat“ sagt von , Der Motorcross-Fahrer springt förmlich aus dem Bild.Trotha. „Da hat man eine Filmrolle in die Kame- Der Effekt ist ohne 3D-Brille zu erkennen. Möglich machen das rund 250.000 Streichholzkopfra gesteckt, hat seine Fotos geschossen, den Film große Linsen.wieder rausgenommen und entwickelt. Im Grundegenommen machen wir genau das Gleiche.“So unkompliziert das klingt, so anspruchsvoll ist die „Im Grunde ist das, was wir machen, die High-Gesamtkonstruktion: Gerade einmal acht Millime- tech-Version von Wackelpostkarten“ veranschau- ,ter tief ist das Display, jedoch in der licht von Trotha. „Da haben Sie eine sogenannte Lentikular-Schicht und dahinter ist ein Bild.“ Jedoch ist die Bildauflösung bei dem beliebten Souvenir Produktion und Kosten gering. Zudem sitzen die Bildpunkte nicht ganz ex- akt hinter der Linse. „Deshalb sind die 3D-Effekte einer Wackelpostkarte auch gering.“ Der Clou der neuen Methode ist, dass der Film und die Linsen erst zusammengeklebt und dann belichtet werden. Das Bild, das nachher auf dem Film zu sehen ist, wird zuvor im Computer erzeugt. In einem Belichter werden die Informationen aus © milos - Fotolia.com dem Computer mit Hilfe von LEDS auf das Filmma- terial belichtet. „Hinter jeder Linse sitzt das kom- In der Produktionshalle in Kiel stellt Realeyes die plette Bild“ sagt von Trotha. „Das sind im Grunde , Displays her. Rund 14 Tage dauert die Lieferung für genommen auf 250.000 Bilder auf einem Quad- ein Display, wenn das Motiv vorliegt. Das Bild lässt ratmeter. Wir legen 232 Gigabyte auf dem Film ab. sich auch auswechseln. Parallel zum Kauf vermie- Das ist eine unglaubliche Datenmenge.“ tet Realeyes das Display auch.. Das lohnt sich zum Beispiel, wenn man es auf einer Messe einsetzen will. Ein einzelnes Display kann maximal in Größe DIN A0 Dass sich nachher ein dreidimensionales Bild formt, hergestellt werden. Dieses kann man aber beliebig liegt daran, dass die Linsen nach dem Prinzip eines mit weiteren Displays zusammensetzen und damit die Schlüssellochs funktionieren. „Wenn ich durch ein Anzeigefläche vergrößern. Wie bei einem großen Wer- Schlüsselloch hindurchschaue, sehe ich nur einen beplakat, das aus mehreren Teilen besteht, entsteht dann ein einzelnes großes Bild. bestimmten Ausschnitt des Raumes hinter der Tür“ , erklärt von Trotha. „Wenn ich nun in eine Tür ganz viele Schlüssellöcher hineinbohre,
  8. 8. einen Nachteil: Sie braucht einen dunklen Raum, weil das Bild von vorne beleuchtet werden muss. In lichtdurchfluteten Gebäude kann man so etwas nicht aufstellen.“ Von Laffert habe sich gefragt, „ob man das nicht auch anders machen kann und hat sich intensiv mit der Materie beschäftigt“ Dank sei- . ner Forschung ist für das 3D-Plakat ein heller Raum kein Problem mehr. Wo das dreidimensionale Plakat schließlich seine Nische finden wird, können die Unternehmer noch nicht genau sagen. „Das ist ein ganz neues Pro- © realeyes dukt“ sagt von Trotha. Vorwiegend werde es wohl , in der Werbung eingesetzt. Deshalb sprechen die Als könnte man es anfassen Kieler verschiedene Zielgruppen an: Werbeagen- 3D-Werbung wirkt sich laut Studien positiv auf die turen, Werbeabteilungen in Unternehmen, Messe- Markenwahrnehmung aus. bauer und Shopdesigner. „Wir können uns auch vorstellen, dass das Ganze in der Kunst oder Kunst am Bau eingesetzt wird oder auch in Hotelhallen“ ,dann kann ich irgendwann den kompletten Raum sagt von Trotha. „Wir wünschen uns, dass das Pro-sehen.“ Genauso funktioniere auch das Realeyes- dukt auch einen Platz im Medienmix findet; dass esSystem. „Hinter jedem Schlüsselloch ist das kom- für die Werbewirtschaft einplette Bild. Aber ich sehe nur einen bestimmten Standardbaustein wird.“Ausschnitt. Wenn ich viele Schlüssellöcher neben-einander packe mit einem ganz leicht versetztenBlickwinkel, dann bekomme ich den ganzen Raumzu sehen. Dadurch schaffe ich auch dieses 3D-Bild.“Für die Anwender sei das Aufstellen des Plakatsallerdings „total simpel“ verspricht von Trotha. „Sie ,legen die Platte in einen Leuchtkasten, schließenden an die Steckdose an und dann erscheint das3D-Bild. Sie können den Kasten rund um die Uhran sieben Tagen die Wochen brennen lassen. Daist keine Software dahinter.“Fünf Jahre lang haben Philipp von Trotha und seinGeschäftspartner Felix von Laffert das System ent-wickelt und zur Marktreife geführt. Zusammen mitverschiedenen Spezialfirmen, namhaften Einrich-tungen wie dem Fraunhofer Institut und oder demInformatik-Institut der Universität Kiel haben sieden Belichter entwickelt, die Entwicklungsmaschinegebaut und eine spezielle Software programmiert, Kontakt zu REALEYESdie es erlaubt, aus einem 3D-Modell im Computer250.000 Bilder zu generieren. REALEYES GmbHDamit ist eine Idee realisiert worden, die den heute Am Kiel-Kanal 238 Jahre alte Physiker von Laffert bereits während D - 24106 Kielseines Studiums verfolgt hatte. Damals hatte ereine Holographie-Ausstellung in London besucht, Tel.: +49 (0)431 / 530 221 - 30in der dreidimensionale Bilder ausgestellt wur- E-Mail: info@real-eyes.euden. „Das hat ihn begeistert“ sagt der gleichalt- ,rige von Trotha. „Die Holographie hat allerdings www.real-eyes.eu
  9. 9. © visenso"3D kann sich heute auchein Mittelständler leisten"Wer seinen Kunden komplizierte Dinge zu verkaufen hat, kommt an 3D bald nicht mehr vorbei, sagen die Marke-tingspezialisten Martin Zimmermann und Andreas Wierse. Die Gründer der Firma Visenso aus Stuttgart wollen virtuel-le Welten kommerziell nutzbar machen. Sie sind seit 20 Jahren im Geschäft. Ihre Botschaft: „3D ergreift die Menschenviel stärker.“ Die gute Nachricht ist: „Gerade im Bereich Marketing sind Dinge, die sich früher nur die Großen leistenkonnten, auch für den Mittelstand bezahlbar.“ Doch die Experten warnen. Eine Firma sollte nicht „mal eben“ konzept-los auf den 3D-Zug aufspringen. „Das geht mit hoher Wahrscheinlichkeit in die Hose.“BusinessVALUE24: Herr Wierse, wo steht die 3D- schon ein gutes Niveau erreicht. Viele Leute kön-Technologie heute? nen sich einen 3D-Film problemlos zwei StundenWierse: In den Kinderschuhen steckt sie sicherlich im Kino ansehen. Was die weiteren Entwicklungennicht mehr, das kann man schon daran sehen, wie angeht, sind wir aber noch nicht am Ende. Dasdas Thema 3D sowohl in Kinos als auch in Richtung fängt beim Thema Brille an. Der ElektronikherstellerPrivatnutzer gepusht wird. Auch die Qualität hat LG hat jetzt einen Monitor vorgestellt,
  10. 10. der für eine Person 3D-Darstellungen ohne Brilleerlaubt. Gerade in der Richtung wird sich noch ei-niges tun, damit man mittelfristig dieses Hilfsmittelloswird. Ich würde sagen, das erste Drittel des Ent-wicklungsweges haben wir hinter uns.BusinessVALUE24: Wo sehen die Trends?Wierse: Gerade im Bereich Marketing sind Din-ge, die sich früher nur die Großen leisten konn-ten, auch für den Mittelstand bezahlbar. Mit einemgroßen 3D-Fernseher auf eine Messe zu gehen, istim Hinblick auf die Kosten für die Hardware heutekein Problem mehr. Wo es interessanter wird und © visensowas gleichzeitig auch ein wenig anspruchsvoller ist,das sind interaktive 3D-Präsentationen. Das ist für Abtauchen in virtuelle WeltenMittelständler, die aus der Menge herausstechen Häufig ist dazu noch eine 3D-Brille nötig. Aberwollen, bei einem guten Preis-Leistungsverhältnis Experten sind sich sicher, dass die Brille bald dermachbar. Vergangenheit angehört.BusinessVALUE24: Was kommt auf den Mittelstandzu? Wird 3D zukünftig Pflicht sein? BusinessVALUE24: Welche Branchen sprechen SieWierse: Es kommt darauf an, was man tut. Wer an?komplexe Produkte hat, die er seinen Kunden ver- Zimmermann: Viele. Bei Medien und Entertainment,mitteln möchte, der wird feststellen, dass 3D Dar- Versicherungen und Banken werden zukünftig 3D-stellungen den zweidimensionalen Visualisierun- Technologien eine ganz andere Rolle spielen. Dergen überlegen sind. Auch der emotionale Aspekt Konsument erwartet, dass ihm möglichst plastischist wichtig: 3D ergreift die Menschen viel stärker. dargestellt wird, was mit seinem Geld bei der BankDa muss man dann auch aufpassen, dass es nicht passiert; wie die Wirtschaftskreisläufe aussehen,einen 3D-Hype gibt und alle nur 3D machen, um welche Abhängigkeiten es gibt. Der Trend ist bei-3D zu machen. Da ist die Technik schon noch an- spielsweise bei Wissenschaftssendungen im Fern-spruchsvoll. ‚Mal eben so etwas machen zu lassen, sehen von „ Terra X“ bis „Planetopia“ zu beobach-von jemandem, der sich nicht so auskennt, das ten, die vermehrt 3D-Simulationen einsetzen. Diegeht mit hoher Wahrscheinlichkeit in die Hose. Gesellschaft ist sehr daran interessiert, Dinge zu verstehen.BusinessVALUE24: Herr Zimmermann, wer nutzt 3D?Zimmermann: 3D-Technlogie und virtuelle Wel- BusinessVALUE24: Woher kommt eigentlich die Fas-ten sind nicht mehr begrenzt auf Auto- oder Ma- zination für 3D und virtuelle Welten?schinenbauer. Wir adressieren jetzt auch neue Zimmermann: Zum einen ist es immer wieder fas-Branchen. Vor zehn Jahren mussten wir noch die zinierend, wenn Sie eine 3D-Brille aufsetzen undsogenannten First Mover finden, die mutig ge- vor Ihnen dann ein Gebilde schwebt. Und diesenug waren, in diese Bereiche zu gehen. Heute Faszination lässt nicht nach. Der Mensch ist ein Au-kooperieren wir beispielsweise mit dem französi- gentier. Diese Reize sprechen ihn einfach an. Zumschen Softwarekonzern Dassault Systèmes. Er hat anderen hat schon Konfuzius völlig richtig gesagt:eine neue Produktreihe auf den Markt gebracht: „Wenn ich etwas höre, vergesse ich es, wenn ich3DVIA. Sie zielt unter anderem darauf ab, kleinen es sehe, kann ich mich daran erinnern, und wennund mittleren Unternehmen eine 3D-Virtual Reality ich es selber gemacht habe, dann habe ich es ver-Umgebung an die Hand zu geben, so dass diese standen.“ Es wird spannend, wenn Sie selbst einTechnologie auch für den breiten Einsatz nutzbar Beteiligter sind, etwa ein Fahrzeug aufschneiden,wird. Wir bringen unsere Erfahrung ein, um diese skalieren, durch Ventile hindurch fliegen. Dadurcheiner breiten Anzahl von Unternehmen zur Verfü- werden Welten zugänglich, die sonst verschlossengung zu stellen. sind.
  11. 11. © visenso 3D Simulationen helfen komplexe Produkte zu veranschaulichen. Das macht die Technologie so wertvoll für unterschiedlichste Unternehmens- bereiche – von der Produktion bis zum Marketing.BusinessVALUE24: Sie beschäftigen sich auch mitWerbung. Wie hilft 3D, ein Produkt zu verkaufen?Zimmermann: Zum einen ist es im Marketing-Um-feld wichtig, die Leute zu faszinieren und zu verblüf-fen. Ein weiterer Aspekt, der unserer Meinung nachnoch wichtiger ist: Sie können komplexe Zusam-menhänge teilweise spielerisch erläutern oder er-fahrbar machen. Wenn Sie die Technisierung unse-rer Welt betrachten, dann sind viele Dinge einfachnicht mehr nachvollziehbar. Wenn Sie da Wegefinden, über Animation und 3D-Technologien ei-nen komplexen Zusammenhang einfach versteh-bar und nachvollziehbar zu machen, dann hilft es,die Kompetenz der Unternehmen darzulegen; undman kann Menschen etwas an die Hand geben,mit dem sie sich verorten können.BusinessVALUE24: Nennen Sie mal ein Beispiel.Zimmermann: Fukushima ist ein Beispiel. Jederwusste: Das ist ein dramatischer Atomunfall. Aberviele fragten sich: Was ist denn eine Kernschmelzegenau? Was heißt es, wenn Radioaktivität austritt?Das sind Dinge, für die 3D hervorragend geeignetist, Verständlichkeit zu schaffen. Kontakt zu VisensoBusinessVALUE24: Was treibt die Entwicklung voran?Zimmermann: Die Technik kommt über die Un-terhaltungselektronik in die Haushalte, über dieFilmindustrie und natürlich auch über die Spielein- VISENSO GmbHdustrie. Das Engineering verdankt den Preisverfall Nobelstraße 15bei den Grafikkarten der Vielzahl an Gamern. Sie D - 70569 Stuttgarthaben eine hohe Nachfrage geschaffen. Deshalbwerden Grafikkarten jetzt für einen Millionenmarkt Tel.: +49 (0)711 / 849 700 - 0produziert und sind dadurch viel günstiger. Fax: +49 (0)711 / 849 700 - 79 E-Mail: info@visenso.de www.visenso.de
  12. 12. © norman blue - Fotolia.comGeschäftsreise adé:Das 3D Telefon holt Businesspartner ins ZimmerEs soll der größte Durchbruch seit er Erfindung des Telefons werden: Hochschulforscher entwickeln in der SchweizInstrumente, die Normalsterbliche nur aus sehr kostspieligen Science-Fiction-Filmen kennen. Wer je „Star Wars“ ge-sehen, hat nie mehr den eindrucksvollen 3D-Effekt vergessen, als ein kleiner Roboter den Hilferuf von Prinzessin Leiaholographisch ausstrahlt. Etwas Vergleichbares will Prof. Markus Gross konstruieren. In drei Jahren soll die Technikmarktreif sein.Gross ist an der Eidgenössischen Technischen hen, denn es gibt non-verbale Kommunikation undHochschule in Zürich als Leiter des Labors Compu- viele Meta-Ebenen, auf denen man kommuniziert.“tergrafik und -animation tätig. Die neue 3D-Über- Über einen so begrenzten Kanal wie einem Telefontragung soll die Kommunikation ähnlich revolutio- oder einer Videokamera gehe ein Großteil diesernieren wie vor fast 150 Jahren die Erfindung des wichtigen Informationen verloren, erläutert der For-Telefons. „Die physische Präsenz ist sehr wichtig, scher. „Unser Ziel ist es, die „nächste Generation“deshalb trifft man sich, deshalb finden viele Ge- dieser Systeme zu entwickeln, in die man dann ein-schäftsreisen statt. Man muss sein Gegenüber se- tauchen kann,
  13. 13. die den Eindruck der physischen Präsenz stärker „Es gibt noch andere Anwendungen, die wir unsvermitteln.“ sehr gut vorstellen können“ erläutert Gross. „Etwa , technische wissenschaftliche Anwendungen. WirGeplant ist ein mannshohes 3D-Display, das es sehen Potenzial für diese Technik bei der Auswer-erlaubt, einen Menschen in voller Größe dreidi- tung von Experimenten oder auch in der Telemedi-mensional darzustellen. Jedes Zwinkern, Lächeln zin. Für diagnostische Zwecke oder Operationenund jede Geste wird dann für Konferenzteilnehmer können Experten aus aller Welt zugeschaltet wer-zu sehen sein - auch wenn der Gesprächspartner den.“ Doch nicht nur von Seiten der Forschung undgar nicht persönlich anwesend ist. „Das Display ist Wirtschaft rechnet der Experte mit großer Nach-durchsichtig“ sagt Professor Gross. „So dass man , frage. „Auch die Unterhaltungsindustrie darf mandas Gefühl hat, die Person steht im Raum“. nicht unterschätzen. Das ist ein Milliardenmarkt. Solche beweglichen 3D-Displays kann man sichFür ein solches 3D-Gespräch braucht man mindes- wirklich überall vorstellen, beispielsweise für Spieletens zwei dieser Apparate. Ähnlich wie beim Tele- oder interaktive Unterhaltungen.“fon kann man niemanden anrufen, der nicht auchein Gerät besitzt. Das Modell ermöglicht abermehr als nur die Abbildung eines Menschen: Auchdie Bewegung im Raum wird nachgeahmt. Dafürist das Display auf einen fahrbaren Untersatz mon-tiert. Geht der eine Gesprächspartner in seinemBüro während der 3D-Konferenz auf und ab, tutdas sein weit entferntes virtuelles Abbild auch.Übertragen werden die Bilder über Kameras, dieoben an dem Display befestigt sind. Diese Ka-meras übertragen nicht nur das Bild einer Person.„Man braucht, um eine solche Vision zu betreiben,ein Gerät, das die Tiefe im Raum ermittelt - unddas in Realzeit“ sagt der 3D-Experte Gross. „Zu- ,mindest sollte es den Abstand von der aktuellenPerson ermitteln und diesen Menschen auch erfas-sen. Dazu braucht es neben Kamerasensoren auchTiefensensoren.“Die Forscher gehen davon aus, dass die Tele-Pre-sence, so das Fachwort für diese Art 3D-Übertra-gung, der Schlüssel zu einem Multi-Milliarden-Dol-lar-Markt ist. Von diesem Vermögen möchten dieWissenschaftler ein Stück sichern.Einsatzmöglichkeiten für die neue Technik gebe esviele, so Gross. „Das eine sind selbstverständlichVideokonferenzen, gemeinsame Projekte und tech-nische Meetings“ sagt der Forscher. „ , Vor allem fürFirmen, die weltweit operieren.“ Um sich die Fort-schritte bei der Produktentwicklung anzusehen,müssen Ingenieure und Management eines Unter-nehmens sich dann nicht mehr am selben Ort tref-fen. Sie sehen alles in ihren 3D-Videokonferenzen.Das spart den Firmen Geld und macht sie flexibler. @ Markus Gross, ETH ZürichAuch müssen, wenn Züge und Flüge einmal nichteinsatzfähig sind, keine Konferenzen mehr abge- So sieht eine Telefonkonferenz der Zukunft aus: Von dem durchsichtigen Display hebt sich das Bildsagt werden. Gleich ob es einen starken Winter- dreidimensional ab. Dank seines fahrbaren Unter-einbruch in Europa, Wirbelstürme in den USA oder satzes reagiert das virtuelle Abbild auch auf Bewe-einen Vulkanausbruch auf Island gibt. gungen im Raum.
  14. 14. Gross baut die Prototypen für die 3D-Konferenzenzusammen mit Forschern aus Singapur und denUSA im Rahmen des Projekts „BeingThere“ Insge- .samt arbeiten mehr als 30 Spezialisten daran, denTraum der 3D-Projektion für jedermann zu realisie-ren. Dazu müssen sie viele der Komponenten abererst noch entwickeln. Die durchsichtigen Displayssind dabei eine ganz besondere Herausforderung.Bisher gibt es nur wenige Firmen, die erste Proto-typen solcher Displays herstellen. Da am Ende eindreidimensionales Bild erscheinen soll, das auchohne spezielle Brille erkennbar ist, „braucht manvor dem eigentlichen Display ein optisches Ele-ment.“ Dieses Element darf aber die Durchsichtig-keit des Displays nicht beeinflussen.Massenmarkttauglich soll die Tele-Presence trotz-dem schon in wenigen Jahren sein. „Die einzelnenBestandteile sind nicht sehr teuer. Ich denke, dassman unsere Technik preislich in einen Bereich brin-gen kann, wo sie vergleichbar mit Unterhaltungs-elektronik ist. Das sehe ich durchaus realistisch.“ Werden Sie Gastautor Kontakt Prof. Dr. Markus Gross Sie sind 3D-Profi oder kennen sich mit virtu- Department of Computer Science ellen Welten aus? Dann werden Sie Gast- Universitätstrasse 6 autor! Für unser aktuelles Themenspecial ETH Zentrum „3D und Virtuelle Welten für den Mittel- CH - 8092 Zürich stand“ suchen wir noch spannende Texte. Tel.: +41 (0)44 / 632 71 14 Schicken Sie Ihren Artikel bis zum 15.10.2011 Fax: +41 (0)44 / 632 15 96 einfach an: E-Mail: grossm@inf.ethz.ch redaktion@businessvalue24.de
  15. 15. © tarakosDie Digitale Fabrik:"Sie erkennen schon im Vorfeld Fehler"Herbert Beesten reißt Wände ein, bevor sie gebaut sind. Seine 3D-Animationen von geplanten Fabriken und Lager-hallen können Investoren Millionen sparen. Denn in der virtuellen Welt tritt möglicher Verbesserungsbedarf viel klarerzu Tage als in der klassischen Blaupause des Architekten. „Je später der Fehler auffällt, umso teurer wird er“, sagt derDiplomingenieur. Lange war diese Technologie nur für Großkonzerne erschwinglich. Jetzt gibt es auch Konzepte fürMittelständler.BusinessVALUE24: Herr Beesten, was ist eine Digitale den vor allem die Automobilindustrie vor einigenFabrik? Jahren geprägt hat.Beesten: Unter dem Begriff „Digitale Fabrik“ sindalle computergestützten Techniken zusammenge- BusinessVALUE24: Wo nutzt man eine Digitalefasst, die sich mit Planung, Simulation, Betrieb und Fabrik?auch dem Optimieren von Produktionsanlagen be- Beesten: Der Klassiker ist die Automobilindustrie,schäftigen. Dabei werden 3D-Welten und neue Vir- die die Digitale Fabrik sehr systematisch umsetzttual-Reality-Techniken miteinander verbunden. Es - von der Konstruktion über Produktion und Mon-ist ein weiter und manchmal schwammiger Begriff, tage bis zur Logistik. In anderen Branchen wird die
  16. 16. Digitale Fabrik beispielsweise für die Erstellungneuer Lager- und Produktionsstätten oder neu-er Logistikzentren genutzt. Auch mittelständischeUnternehmen setzen diese Technik gern ein, wennsie eine neue Fabrik planen. Die dreidimensionaleDarstellung ist in der internen Kommunikation sehrsinnvoll.BusinessVALUE24: Warum?Beesten: An solchen Prozessen sind viele betei- © tarakosligt: Vom einfachen Arbeiter, der an der Werkbanksteht, über den Sicherheitsingenieur bis zum Pro-duktionschef und dem Logistikleiter. Da ist die Di-gitale Fabrik, in der man sich bewegt, ein bisschenwie das Computerspiel für den Ingenieur. Die Ab-läufe kann man durch die virtuelle Darstellung vielbesser nachvollziehen. Auch Betriebswirte oderFinanzexperten können sich so die zukünftige Fa-brik besser vorstellen, um dann Entscheidungenzu treffen. In vielen Fällen ist es also ein Medium,das Entscheidungsprozesse begleitet. In der Re- © tarakosgel versucht man, eine geplante Fabrik möglichstrealistisch virtuell aufzubauen. Dabei sollen alleAspekte berücksichtigt werden, die auch nachherin der wirklichen Produktions- oder Logistikstättestattfinden könnten. So erkennen Sie schon im Vor-feld Fehler.BusinessVALUE24: Und die können teuer werden…Beesten: Es gibt die typischen Kostenanalysen, dieberechnen, wie teuer es ist, wenn bei einem neu- © tarakosen Werk, das gebaut wird, zu einem bestimmtenZeitpunkt ein Fehler entdeckt wird. Das heißt, je Die digitale Fabrikspäter der Fehler auffällt umso teurer wird er. Im In der digitalen Fabrik werden Planungsfehler schnellschlimmsten Fall kann eine Fabrik ein halbes Jahr entdeckt. Auch Produktionsabläufe lassen sich mitstillstehen, weil eine bestimmte Maschine nicht Software optimieren.durch die zu kleine Tür passt oder die Fundamen-te nicht stimmen. Solche Fehler können mit einerDigitalen Fabrik früh erkannt werden. Wenn unter-schiedliche Leute aus verschiedenen Bereichen vir- hende Anlagen zu optimieren oder auszubauen.tuell durch die geplante Fabrik gehen, dann fallen Einige Kunden setzen unsere Produkte auch in derihnen Fehler sofort ins Auge. Ein einfaches Beispiel: Produktion oder Logistik ein. Da geht es dann da-Der Angestellte, der irgendwelche Kartons packt, rum, eine tatsächliche Anlage als virtuelles Modellsagt „Da brauche ich mehr Platz, um die Kartons nachzubauen. Dabei werden alle Parameter, diezu stapeln“ Oder der Sicherheitsingenieur sieht, . im Betrieb vorhanden sind, berücksichtigt. So kanndass ein Sicherheitsabstand nicht gewährleistet derjenige, der seine Anlage verbessern will, etwaist und der Konstrukteur sieht, dass die Decke zu die Produktionstakte und den Durchsatz einstellen,niedrig sind. Das sind die Möglichkeiten, die immer die er in der realen Fabrik vorfindet. In der virtu-wieder auftauchen. ellen Anlage lassen sich diese Werte dann verän- dern. Das Programm berechnet, wie sich daraufhinBusinessVALUE24: Wird die Digitale Fabrik einge- die Produktion entwickelt. So kann man prüfen, wosetzt, bevor die wirkliche Fabrik gebaut wird? Unterschiede liegen und kann so die Anlage opt-Beesten: Genau, das ist der klassische Ansatz, mieren.wenn man also einen Änderungs- oder Baubedarfhat. Natürlich gibt es auch die Möglichkeit, beste-
  17. 17. genau geschaut. Nicht nur darauf, was die Soft- ware kostet, sondern auch, welche Projekte damit umsetzbar sind oder welche Qualifikation die Mit- arbeiter brauchen. Das sind die drei wichtigen Fra- gen, die immer dahinter stehen. BusinessVALUE24: Was kann man mit einer Digitalen Fabrik alles simulieren? Beesten: Von der Crashsimulation über Konstrukti- on bis hin zum Schwingungsverhalten der Maschi- nen eigentlich alles. Meist will man aber wissen, welchen Raumbedarf man hat, wenn man eine Produktion plant. Oder man möchte die Produk- tionskapazitäten bestimmen und diese dann op- © tarakos timieren. Auch logistische Aspekte, Produktions- Die Geschäftsführer Christian Höpner und Herbert abläufe, Materialfluss lassen sich darstellen: Wie Beesten entwickeln Virtual Reality-Anwendungen für kommt ein Material zur Maschine? Mit dem Stap- die mittelständische Industrie. ler? Wo habe ich den Warenausgang? Was mache ich mit Abfall, Spänen und Verpackungsmaterial. Diesen Betrieb kann man mit der Software vorherBusinessVALUE24: Wie schafft man es eigentlich, simulieren.eine ganze Fabrik zu digitalisieren?Beesten: Dazu gibt es viele Softwareprogramme. BusinessVALUE24: Gibt es Grenzen in Komplexität?Ein zentraler Gedanke bei der Digitalen Fabrik ist Beesten: Es gibt starke Grenzen von der Komple-die Vereinheitlichung. Also dass die Systeme unter- xität und vom Aufwand her. Es lohnt sich nicht,einander kompatibel sind, dass möglichst wenige alles bis ins kleinste Detail virtuell nachzubauen,Arbeiten doppelt gemacht werden müssen. Auch sondern es gibt eine Mischung von verschiedenendie sogenannte Datenkonsistenz ist wichtig. Das Tools und Methoden, die man anwendet. Unserheißt, wenn an irgendeinem dieser Tools etwas Tool ist im unteren und mittleren Leistungsbereich.geändert wird, sei das in der Konstruktion, in derProduktionsstatistik oder beim Architekten, dann BusinessVALUE24: Was ist Ihr Rat, wenn man nocherhalten alle anderen Systeme automatisch diese keine Erfahrung hat mit solcher Software?Information. Beesten: Fangen Sie mit überschaubaren Projekten an und versuchen nicht gleich eine gesamte kom-BusinessVALUE24: Bei all diesen Vorteilen entstehen plexe Fabrik digital nachzubilden.auch durch die Digitale Fabrik Kosten für das Unter-nehmen. Beispielsweise muss das Personal geschultwerden. Wann lohnt sich der Einsatz einer 3D-Soft-ware?Beesten: Die wirtschaftliche Bewertung ist natürlichimmer schwierig. Bei KMUs ist es immer eine Fra-ge des Einsatzes und Aufwandes. Wenn ein Mittel-ständler eine Digitale Fabrik mit aller Konsequenz Kontakt zu tarakosumsetzen will, also mit dem nötigen Equipmentund der Qualifikation der Mitarbeiter, ist das fastso aufwendig, wie bei einem großen Unterneh- tarakos GmbHmen. Deshalb wird bei kleineren und mittleren Un- Werner-Heisenberg-Str. 1ternehmen die Schwelle der Wirtschaftlichkeit erst 39106 Magdeburgspäter erreicht als bei großen Unternehmen – oderaber gar nicht. Tel.: +49 (0)391 / 597 495 - 0 Fax: +49 (0)391 / 597 495 - 33BusinessVALUE24: KMUs müssen eher rechnen? E-Mail: info@tarakos.comBeesten: Das ist richtig. Das ist ein wichtiger Punkt.Die meisten unserer Kunden sind KMUs, da wird www.tarakos.com
  18. 18. Impressum Herausgeber: VALUE24 Businessportale Deutschland GmbH Jarrestraße 80 22303 Hamburg Tel: +49 (0)40 / 807 93 807 Fax: +49 (0)40 / 807 93 812 Internet: www.businessvalue24.de Email: info@businessvalue24.de Geschäftsführer: Steffen Kneist Fotos: Fotolia.de, Realeyes GmbH, Visenso GmbH, Markus Gross - ETH Zürich, tarakos GmbH Redaktion und Text: Julia Räsch Layout und Illustration: Daniela RichardonUnser nächstes Themenspecial Besuchen Sie uns auch auf Facebook:erscheint im Dezember. Das Thema facebook.com/businessVALUE24lautet: „Mobile Commerce imMittelstand“. Feedback: Sie haben Fragen oder Anregun- gen zu unserem Special?Sie wollen als Gastautor dabei sein? Dann mailen Sie uns:Dann schicken Sie uns Ihren Artikel bis redaktion@businessvalue24.dezum 15.11.2011 an oder besuchen Sie unsere Webseite undredaktion@businessvalue24.de diskutieren mit: www.businessvalue24.de!

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