Venture-Capital-Broschüre. Wenn Ideen groß werden

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Venture Capital stärken heißt Gründer fördern!
Am Anfang stehen die Idee und ein Team von Gründern, das den Erfolg fest im Blick hat. Mit einer Venture-Capital-Gesellschaft als Sparringspartner bekommen die Unternehmer Know-how und Kapital, um ihren Ideen Taten folgen zu lassen. Viele erfolgreiche Start-ups hat die deutsche Gründerszene in den letzten Jahren hervorgebracht – einige davon finden Sie in dieser Broschüre.

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Venture-Capital-Broschüre. Wenn Ideen groß werden

  1. 1. Wenn Ideen groß werdeN WAGNISKAPITAL IN DEUTSCHLAND
  2. 2. INHALT 3 Danke 5 Gründer fördern heißt Venture Capital stärken Editorial | Ulrike Hinrichs, Geschäftsführerin, BVK 6 „Die Champions der Zukunft brauchen Venture Capital” Interview | Christophe Maire, Gründer, Serial Entrepreneur und Business Angel 8 IKT-Start-ups in Deutschland: Die Gründung funktioniert, das Wachstum weniger Grußwort | Prof. Dr. Tobias Kollmann, Inhaber Lehrstuhl E-Business und E-Entrepreneurship an der Universität Duisburg-Essen, Inhaber und Geschäftsführer netSTART Venture GmbH, Vorsitzender des Beirats „Junge Digitale Wirtschaft“ beim Bundesministerium für Wirtschaft und Energie 10 Neue Impulse für den Standort Deutschland Grußwort | Dr. Michael Liecke, Leiter, Referat Industrie und Forschung, Deutscher Industrie- und Handelskammertag e.V. 11 Business Angels: Auf gute Partnerschaft in der Finanzierungskette Grußwort | Dr. Ute Günther | Dr. Roland Kirchhof Vorstand, Business Angels Netzwerk Deutschland e.V. (BAND) 13 Wagniskapitalgeber und Start-ups sind wichtige Partner für ein funktionierendes Ökosystem Grußwort | Florian Nöll, Vorstandsvorsitzender, Bundesverband Deutsche Start-ups e.V. 15 Übersichtskarte 16 NEXT KRAFTWERKE GMBH Smarte Energie bündeln und vernetzen 18 MERCATEO AG Europas führende Beschaffungsplattform für Geschäftskunden 20 TAUSENDKIND GMBH Alles, was das Kind braucht 22 VOXELJET AG Drucken in 3D – Mit Beteiligungskapital zur Produktionstechnologie des 21. Jahrhunderts 24 ENOCEAN GMBH Batterielose Funktechnologie für energieeffiziente Gebäude und intelligente Systeme 26 AUPEO GMBH Musik für jeden Geschmack 28 JOULEX INC. Der Letzte macht das Licht aus 30 CEGAT GMBH Schnelle Gen-Diagnose zur individuellen Behandlung von Krankheiten
  3. 3. 32 SUBITEC GMBH 23 Algen: Mikroskopisch kleine Multitalente 34 MISTER SPEX GMBH Vom Start-up zu Deutschlands größtem Online-Optiker 36 IMMATICS BIOTECHNOLOGIES GMBH Aktiv gegen Krebs 38 NOVOMIND AG Vorbild Chamäleon: Durch Anpassungsfähigkeit zum Technologieführer Europas 40 B2X CARE SOLUTIONS GMBH Vom Projektauftrag zur globalen Erfolgsstory 42 TURTLE ENTERTAINMENT GMBH Über sich hinauswachsen 44 C-LECTA GMBH Mit den Schätzen der Natur Premiumpartner der Industrie 46 FASHIONETTE (LUXURY FASHION TRADE GMBH) Vom Pionier zum Handtaschenchampion im E-Commerce 48 CRYOTHERAPEUTICS GMBH Neues System öffnet die Arterien 50 KLASTECH GMBH Nachhaltigkeit und Effizienzsteigerung in der Lasertechnologie 52 KNOWIS AG Schnelle, sichere und effiziente Arbeitsabläufe für Banken und Finanzdienstleister 54 NOVALED AG Erfolgreichster deutscher Venture Capital Trade Sale seit 2008 56 NOXXON PHARMA AG Mit Beteiligungskapital zu Arzneimitteln von morgen 58 MOVIEPILOT GMBH Filmbegeisterten eine Plattform geben 60 UNTERSTÜTZER 64 Impressum
  4. 4. Der Bundesverband Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften bedankt sich herzlich bei den Verbandsmitgliedern, die diese Broschüre unterstützen: D
  5. 5. 45
  6. 6. Ulrike Hinrichs Venture Capital stärken heißt Gründer fördern Am Anfang stehen die Idee und ein Team von Gründern, das den Erfolg fest im Blick hat. Mit einer Venture-Capital-Gesell-schaft als Sparringspartner bekommen die Unternehmer Know-how und Kapital, um ihren Ideen Taten folgen zu lassen. Viele erfolgreiche Start-ups hat die deutsche Gründerszene in den letzten Jahren hervorgebracht – einige davon finden Sie in dieser Broschüre. Berlin gilt als Hauptstadt der Gründer, doch im ganzen Land entstehen neue Jungunternehmen, die Innovationen her-vorbringen, neue Technologien entwickeln und den Fortschritt vorantreiben. Gerade im Bereich Medizintechnik und Life Science sind in Bayern und Baden-Württemberg regionale Zentren entstanden, Berlin hingegen ist der Hotspot für die digitale Wirtschaft. Auch viele Universitätsausgründungen sorgen hierzulande dafür, die Ergebnisse vielver-sprechender Forschungen in Produkte umzuwandeln, von denen jeder profitieren kann. B Die Politik hat den Gründerboom erkannt und sich im Koalitionsvertrag deutlich zu Venture Capital bekannt. Erste Bundesländer starten Finanzierungsinitiativen, um die Start-ups finanziell zu fördern. Es bleibt zu hoffen, dass noch weitere folgen, denn: Wer Gründer stärken will, muss auch Venture Capital stärken! Im internationalen Vergleich hat Deutschland bei den Gründungsinvestitionen noch viel Potenzial. Bessere Rahmenbedin-gungen würden dazu beitragen, mehr Investoren für deutsches Venture Capital zu gewinnen. Im Bereich der Anschluss-finanzierungen nach der erfolgreichen Gründung benötigen die Jungunternehmer oft hohe finanzielle Mittel ab einer Mio. Euro, um weiter wachsen zu können. Eine steuerlich attraktivere Anlageklasse Venture Capital würde mehr Investoren mobilisieren, in Venture-Capital-Fonds zu investieren, und damit die Gründer in Deutschland stärken. Richtige regulatorische Vor gaben sind hierfür die Voraussetzung. Dass sich die Investitionen lohnen und dadurch viele neue junge Unternehmen entstehen, die sich mit ihren Produkten zu Marktführern entwickeln können, zeigen Beispiele wie das führende Kinofilm-Bewertungsportal Moviepilot.de, der Energiemanager JouleX und die 3-D-Druck-Experten Voxeljet. Die Förderung der Ideen ist schließlich auch langfristig von Nutzen, denn die Start-ups von heute sind der Mittelstand von morgen. D Ich wünsche Ihnen viel Spaß bei der Lektüre! Ihre Ulrike Hinrichs Geschäftsführerin des BVK
  7. 7. „Die Champions der Zukunft brauchen Venture Capital“ Interview mit Christophe Maire, Gründer, Serial Entrepreneur und Business Angel 67 CHRISTOPHE MAIRE STUDIERTE BUSINESS & ADMINISTRATION AN DER UNIVERSITÄT ST. GALLEN UND BESUCHTE MANAGEMENT TRAINING PROGRAMME AN DER NYU STERN UND DER STANDFORD GRADUATE SCHOOL OF BUSINESS. MAIRE IST DURCH SEINE JAHRELANGEN ERFAHRUNGEN ALS ENTREPRENEUR, GRÜNDER UND CEO EXPERTE IM BEREICH KOMMUNIKATIONSTECHNOLOGIE MIT DEM FOKUS AUF DIGITALE MEDIEN UND MOBILES INTERNET. ZUR ZEIT IST ER FOUNDER AND CHAIR-MAN VON TXTR, DEM GLOBALEN E-BOOKS-DISTRIBUTOR. ZUDEM IST ER GRÜNDER VON GATE5 AG, EIN UNTERNEHMEN, DASS NAVIGATIONSSYSTEME FÜR HANDYS ENTWICKELTE UND DAS ER IM SOMMER 2006 AN NOKIA VERKAUFTE. CHRISTOPHE MAIRE WAR AUSSERDEM MITBEGRÜNDER DER PLAZES.COM, DAS 2008 EBENFALLS VON NOKIA GEKAUFT WURDE, SOWIE VON PHONEDECK, EYEEM UND MONOQI. AKTIV IN DER BERLINER TECH-SZENE BETEILIGT, WIRKTE ER ALS EARLY STAGE INVESTOR BZW. BOARD MEMBER BEI BRANDS4FRIENDS, STUDIVZ, PLISTA, BARCOO, READMILL, APPAWARE, TOOSTEP UND SOUNDCLOUD MIT. C 1. WAS WAR IHRE MOTIVATION, IHR ERSTES EIGENES UNTERNEHMEN ZU GRÜNDEN? Die Lust am Gestalten hat mich schon früh dazu gebracht, ein eigenes Unternehmen zu gründen. Außerdem motiviert mich der Gedanke, Innovation voranzutreiben. 2. IHRE UNTERNEHMEN WAREN ODER SIND AUCH MIT WAGNISKAPITAL FINANZIERT. WARUM HABEN SIE SICH DAFÜR ENTSCHIEDEN UND WELCHEN BEITRAG LEISTETEN VCS FÜR DEN ERFOLG DER UNTERNEHMEN? Venture Capital ist als einziges Finanzinstrument in der Lage, Durchbruch-Innovationen (also nicht rein Incremental Inno-vation) umzusetzen. Dank Venture Capital kann sich ein Unternehmen zwei bis drei Jahre auf die Produktinnovation konzentrieren. Auch deshalb ist es so dramatisch, dass es so wenig Venture Capital in Europa gibt. 3. WIE ANDERE ERFAHRENE GRÜNDER SIND SIE INZWISCHEN ALS VENTURE-CAPITAL-GEBER UNTERWEGS. WAS HAT SIE ZU DIESEM SCHRITT BEWOGEN? Das geschah mehr aus Berufung als aus Kalkül. Alle Zeichen sprechen dafür, dass die nächsten 15 Jahre besonders fruchtbar werden. Das wollte ich einfach mitgestalten. Die „Champions” der Zukunft entstehen heute. Wir befinden uns in einer beson-deren Phase des Umbruchs, wo viele Industrien, die wertschöpfen, neu erfunden werden. 4. WO SEHEN SIE DEUTSCHLAND IM INTERNATIONALEN VERGLEICH IM HINBLICK AUF DAS GRÜNDUNGSGESCHEHEN? Es gibt eine enorme Kluft zwischen dem unternehmerischen Potential in diesem Land und den vorhandenen Supportstruk-turen. Gleichzeitig gibt es eine neue Generation von deutschen Unternehmern, die vergleichbar mit der in den USA ist. 5. WAS KANN DIE DEUTSCHE START-UP-SZENE MACHEN, UM AUFZUHOLEN? Vielleicht braucht es in Deutschland eine Venture-Capital- und Innovationsinitiative wie in Israel in den 90ern oder derzeit in Großbritannien. Es ist auf jeden Fall erstaunlich, wie wenig die strategische und gesellschaftliche Bedeutung der Digita-lisierung ernst genommen wird. Die Supportstrukturen, also Venture Capital und Venture-Capital-Know-how sind um den Faktor 10 schwächer als in den USA.
  8. 8. Christophe Maire 6. IN WELCHEN TECHNOLOGIEFELDERN SEHEN SIE DEUTSCHLAND FÜHREND BZW. BESONDERS WETTBEWERBSFÄHIG? Es gibt kaum Felder, wo Deutschland nicht global wettbewerbsfähig sein könnte. Talent und unternehmerische Kraft sind vorhanden. Was fehlt, sind die Supportsysteme bis hin zur IPO-Infrastruktur, die ein erfolgreiches Ökosystem ausmachen. 7. WELCHE ANSATZPUNKTE SEHEN SIE, UM DER GRÜNDERSZENE IN DEUTSCHLAND IMPULSE ZU VERLEIHEN? Mehr Anerkennung für die positive Kraft von Unter nehmertum muss her. 8. WENN SIE WÜNSCHE AN DIE POLITIK HÄTTEN, WELCHE WÄREN DAS? Mehr Umsetzungswillen. Alle bisherigen Anstrengungen erscheinen mir sehr halbherzig, wenn man betrachtet, was auf dem Spiel steht. 9. WO SEHEN SIE DEUTSCHLAND IN BEZUG AUF DIE START-UP-SZENE UND DEN VENTURE-CAPITAL-MARKT IN EINIGEN JAHREN? Das Entstehen einer kritischen Masse an Gründungen mit globalen Ambitionen gibt Anlass zur Hoffnung. Wir spielen heute international betrachtet leider noch in der Kreisliga. Aber die Spieler sind hungrig, und jedes Jahr werden wir besser.
  9. 9. PROF. DR. TOBIAS KOLLMANN IST INHABER DES LEHRSTUHLS FÜR E-BUSINESS UND E-ENTREPRENEURSHIP AN DER UNIVERSITÄT DUISBURG-ESSEN, VENTURE GMBH SOWIE VORSITZENDER DES BEIRATS JUNGE DIGITALE WIRTSCHAFT IM BUNDESWIRTSCHAFTS - MINISTERIUM. IKT-Start-ups in Deutschland: Die Gründung funktioniert, das Wachstum weniger INHABER UND GESCHÄFTSFÜHRER DER NETSTART Auf die Frage, wie denn nach der Bundestagswahl so die aktuelle Stimmung unter den jungen IKT-Gründern in Deutschland ist, habe ich unlängst in einem Interview für deutschland.de ohne Zögern geantwortet: „Die Stimmung ist allgemein gut!“ Und das aus gutem Grund, denn Junge Gründer auch und insbesondere in der IKT-Branche sind zu einem zentralen Thema in der Wirtschaft, der Gesellschaft und in der Politik geworden. Sie sind ein wesentlicher Innovationstreiber und sichern die Wettbewerbsfähigkeit von Deutschland in der Zukunft. Schon heute lassen sich zahlreiche Impulse für den Arbeitsmarkt nachweisen und junge Unternehmen bieten viel Potenzial für den aufstrebenden Nachwuchs, aber auch den dynamischen Manager mit Berufserfahrung. 89 Der Standort Deutschland zeichnet sich vor diesem Hintergrund durch eine sehr gute Infrastruktur, qualifizierte Arbeitskräfte, eine hohe Binnennachfrage mit zugehöriger Kaufkraft sowie geregelte rechtliche Rahmenbedingungen für Unternehmen und Geschäftsprozesse aus. Das alles bildet ein gutes Umfeld, um auch junge IKT-Unternehmen wachsen zu lassen. Ein wesentliches Problem ist jedoch die Tatsache, dass unser Ausbildungssystem immer noch zu sehr auf das Angestelltenwesen ausgerichtet ist. (E-)Entrepreneurship muss zu einem Kernfach in Schule und Hochschule werden, damit aus dem Land der Dichter und Denker auch ein Land der Unternehmer wird. Und wir brauchen Unternehmer und eben keine Unterlasser in Deutschland, wenn wir in Zukunft weiter im internationalen Wettbewerb mitspielen wollen! Ein weiteres Problem ergibt sich im Bereich der Finanzierung, wenn insbesondere in der späteren Wachstumsphase ein höherer Kapitalbedarf adressiert wird. Während wir am Anfang in der Seedphase inzwischen über Business Angels und Inkubatoren relativ gut ausgestattet sind, kann man große Venture-Capital-Runden in der Wachstumsphase in Deutschland kaum beobachten. Hier gilt es, neue Impulse zu setzen. Denn nur, wenn wir mit passenden Finanzierungsinstrumenten und großen VC-Fonds auch aus Deutschland heraus dieses Wachstum für junge Unternehmen stemmen können, wird es uns gelingen, auch weiterhin die Weltmarktführer von morgen zu entwickeln. Diese sucht man bislang im IKT-Bereich allerdings vergeblich. Die fünf größten US-Internet- bzw. IT-Firmen (Apple, Facebook, Google, Amazon, eBay) haben einen nahezu gleichen Börsenwert, wie die meisten deutschen DAX30-Unternehmen zusammen. Entsprechend muss es uns auch in Deutschland einmal gelingen, ein IKT-Unternehmen richtig groß zu finanzieren. Die Alternative wäre für IKT-Gründer ein zu früher Verkauf des Unternehmens oder der eigenen Anteile an ausländische Investoren oder Konkurrenten, womit die eigene Selbstständigkeit oftmals aufgegeben wird. Vor diesem Hintergrund hat der Beirat Junge Digitale Wirtschaft (BJDW 2013) im Bundeswirtschaftsministerium fest-gestellt, dass es dem deutschen Start-up-Ecosystem erheblich an Wachstumskapital mangelt. Gemeint ist damit die Finanzierung von erwachsenen Start-up-Unternehmen, die ihr Geschäftsmodell mindestens in Deutschland bereits erfolgreich bewiesen haben und nun international expandieren möchten. Dabei handelt es sich um jene vorbörsliche Finanzierungsstufe, die darüber entscheidet, ob aus einem Start-up ein großes mittelständisches Unternehmen oder D V P
  10. 10. sogar mehr entsteht. Der BJDW regt entsprechend die Etablierung von drei Spätphasenfonds mit einem Volumen von 250 bis 500 Mio. Euro mit dem Bund in einer Vorreiterrolle an, um das mögliche fehlende Vertrauen privater Investoren bereits in der Anfangsphase zu reduzieren, indem er zum einen selbst investiert und zum anderen um Investoren wirbt. Der Bund soll hierzu jeweils die Hälfte einer Fondseinlage leisten (150 - 250 Mio. Euro pro Fonds) und in der Privatwirtschaft für das Bereitstellen der zweiten Hälfte werben. Auch die Gewinnung von Fachkräften als Humankapital stellt immer noch ein Problem sowohl für die Gründungs- als auch die Wachstumsphase dar, denn die Ausbildungssysteme an Schulen und Hochschulen produzieren gerade in den MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) zu wenig Absolventen für den heimischen Arbeits-markt. Hier gilt es, die Qualifikation der Fachkräfte in Aus- und Weiterbildung in den benötigten Bereichen zu stärken, mit klaren und einheitlichen Abschlüssen zu versehen und gleichzeitig den Talenten aus dem Ausland einen einfachen Weg nach Deutschland zu bereiten, um deren Wertschöpfung für heimische Unternehmen zu nutzen. Deutschland hat das Poten-zial, nicht nur dem eigenen Nachwuchs eine Zukunft in jungen Wachstumsbranchen zu bieten, sondern auch weltweit eine Heimat für (E-)Entrepreneure und qualifizierte Fachkräfte zu werden. Der BJDW empfiehlt für diesen Bereich beispielsweise Maßnahmen im Spektrum der Durchführung von IT -Roadshows in Schulen, der Förderung eines positiven Rollenbildes des Unternehmers im Sozial- und Politikunterricht, der besseren Ausstattung und Förderung von Programmier- und Informatik-Unterricht, der Ausweitung einer Vermittlung von BWL-Grundkenntnissen im Lehrplan sowie der Förderung von Schülerfirmen bzw. Grundlagen für spätere Unternehmens - gründungen. Sicherlich können diese Empfehlungen ein Ansatzpunkt sein. Unabhängig davon, welche Maßnahmen konkret ergriffen werden, muss ein Zusammenspiel zwischen den Faktoren Start-up- Gesellschaft, Start-up-Infrastruktur, Start-up-Unterstützung, Start-up-Finanzierung und Start-up-Wachstum gewährleistet sein. Venture Capital ist dabei ein zentrales Element und solange IKT-Start-ups in den USA in der Hälfte der Zeit mit dem x-fachen mehr an Start- und später mit Wachstumskapital ausgestattet werden als in Deutschland, laufen wir als Standort hinterher. Warum? Weil Venture Capital das Hauptinstrument für die Schaffung von disruptiven IKT-Unternehmen ist. Davon gibt es in Deutschland insgesamt jedoch zehnmal weniger als in den USA. Das muss sich in Zukunft ändern, wenn Deutsch-land wirklich ein (IKT-)Gründerland werden will! QUELLEN: BJDW – Beirat Junge Digitale Wirtschaft (2013): BJDW Ergebnisbericht 01/13, Berlin. Abrufbar unter: http://www.bmwi.de/BMWi/Redaktion/PDF/B/beirat-jubge-digitale- wirtschaft-handlungsempfehlungen,property=pdf,bereich=bmwi2012,sprache=de,rwb=true.pdf. D Prof. dr . Tobias Kollmann
  11. 11. Neue Impulse für den Standort Deutschland T S 10 11 DR. MICHAEL LIECKE IST LEITER DES REFERATS INDUSTRIE UND FORSCHUNG DIHK | DEUTSCHER INDUSTRIE-UND HANDELSKAMMERTAG E. V. D Traditionsreiche Unternehmen sind die Stützpfeiler der deutschen Wirtschaft. Gerade Mittelständler avancieren mit ihren Spezialprodukten oftmals zu Weltmarktführern und machen „Made in Germany“ zu einem Qualitätsgarant. Und auch junge Unternehmer beweisen mit ihrer Kreati vität und ihrem Innovationsgeist, dass der Wirtschaftsstandort Deutschland spannende Perspektiven eröffnet. Deutsche Gründer entwickeln innovative Technologien und Dienstleis-tungen, die weltweit vermarktet werden. Die erfolgreiche Arbeit der Start-ups zieht nicht nur das Interesse deutscher, sondern auch internationaler Wagniskapitalgeber auf sich. Dennoch: Es gibt viel ungenutztes Potenzial, denn Global Player wie Google, Facebook, eBay oder Amgen hat Deutschland bisher noch nicht hervorbringen können. Schnell wachsende und international agierende Unternehmen in neuen Technologiefeldern, z. B. IKT und Biotechno-logie, kommen noch zu selten aus Deutschland – das sollte uns eine deutliche Warnung sein. Gerade vor dem Hinter-grund des sich verstärkenden Wettbewerbsdrucks in etablierten Industrien wächst die Bedeutung solcher Unternehmen für die Zukunft des Standortes. Ein zentraler Grund für das schlechte Abschneiden beim Blick auf international erfolg-reiche junge Unternehmen ist der Mangel an Wagniskapital in Deutschland. So wurden im Jahr 2013 673 Mio. Euro Wagnis - kapital in Start-ups investiert (ca. 0,02 Prozent des BIP). In den USA hingegen konnten junge innovative Unternehmen ca. 27 Mrd. Dollar (ca. 0,17 Prozent des BIP) Venture Capital aufnehmen. Das liegt auch am mangelnden Rechtsrahmen und an zu restriktiven Regelungen im Steuerrecht. Es gibt in Deutschland immer noch keine Rechtssicherheit hinsichtlich der Einstufung von Venture-Capital-Fonds als „vermögenverwaltend“. Damit kann das Risiko einer Doppelbesteuerung – des Investors und des Fonds – nicht ausgeschlossen werden. Das wirkt abschreckend auf insbesondere internationale Investoren. Daneben macht die Einschränkung des Verlustvortrags (§ 8c KStG, sog. Mantelkaufverbot) Investitionen gerade in junge innovative Unternehmen unattraktiver, weil Verluste aus der Startphase bei Eigentümerwechseln nicht ausreichend steuer-lich berücksichtigt werden. Eine Verbesserung dieser beiden Rahmenbedingungen hat aus Sicht des DIHK daher große Bedeu-tung für die Zukunftssicherung des Innovationsstandortes Deutschland und würde der Gründerszene und dem Wagnis - kapitalmarkt neue Impulse verleihen. Dr . Michael Liecke
  12. 12. DDR. UTE GÜNTHER UND DR. ROLAND KIRCHHOF SIND VORSTANDSMITGLIEDER DES BUSINESS ANGELS NETZWERKES DEUTSCHLAND E.V. (BAND) DR . Ute Günther DR . Roland kirchhof Business Angels: Auf gute Partnerschaft in der Finanzierungskette Business Angels sind aus der Finanzierung junger innovativer Unternehmen nicht mehr wegzudenken. Traditionell investieren sie eher am Anfang der Finanzierungskette der Unternehmen. Damit ist es meist die risikoreichste, ganz frühe Phase, in der Business Angels den Gründern Beteiligungskapital zur Verfügung stellen. Mit ihrem unternehmerischen Know-how stehen sie zusätzlich den Gründern hilfreich zur Seite (zwei Flügel!). Der vom Bund gewährte „INVEST-Zuschuss für Wagniskapital“ von 20 Prozent bis zu einer Investitionssumme von 250.000 Euro stabilisiert und verstärkt das Engagement von Business Angels gerade in der Seed-Phase. Wachstum beginnt mit Mut, Vertrauen – und mit Kapital. In einer perfekten Welt hört Unternehmens-wachstum niemals auf. Wir sind dabei: ob beim Erschließen von Finanzierungsquellen und Märk-ten, bei der Stärkung der Wett bewerbsfähigkeit, beim Ausbau nachhaltiger Strukturen sowie der Schaffung von Transparenz durch verlässliche Unternehmens informationen und belastbare Zahlen. Mehr über EY unter www.de.ey.com „EY“ und „wir“ beziehen sich auf alle deutschen Mitgliedsunternehmen von Ernst & Young Global Limited, einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung nach englischem Recht. ED 1015.
  13. 13. V 12 13 Neuere Zahlen des High-Tech Gründerfonds, aber auch des ERP Startfonds der KfW, belegen, dass sich der Investi-tionsfokus von Business Angels, zumindest des vermögenderen Teils von ihnen, erweitert. Als Partner dieser Fonds sind Business Angels bis zu einem Drittel der Beteiligungsfälle auch an A-, B- und sogar C-Runden beteiligt. Venture-Capital-Gesellschaften können somit auf zweierlei Weise gemeinsam mit Business Angels in Unternehmen inves-tieren: entweder indem sie fondsgestützt parallel zu diesen junge Unternehmen finanzieren (sowohl in der Seed-Phase als auch in späteren Runden) oder Anschlussfinanzierungen übernehmen. Neben der Kapitalbereitstellung unterstützen auch sie die Gründer mit unternehmerischer Expertise und Erfahrung. Venture-Capital-Gesellschaften und Business Angels sind keine Konkurrenten, sondern echte Partner, weil ihre Interessen grundsätzlich ähnlich gelagert sind. Ihre Aktivitäten ergänzen sich. Auch in der Finanzierungskette, in der die Finanzierung eines Investors auf den Leistungen und Unterstützungsmaßnahmen des jeweils anderen für das Start-up aufbaut, sind sie aufeinander angewiesen. Eine Erstfinanzierung durch den Business Angel führt nicht weiter, wenn die notwendige Folgerunde ausbleibt. Umgekehrt setzt eine Folgerunde voraus, dass das Gründungsunternehmen mit Hilfe der Erstfinanzie-rung erste Meilensteine erreicht hat. Der kooperative und faire Umgang aller Beteiligten ist daher ein entscheidender Faktor für den gemeinsamen Erfolg. Diese Erkenntnis setzt sich erfreulicherweise immer mehr durch. Weil in der oft komplexen Finanzierungskette die Glieder in der Zeitabfolge ineinandergreifen, haben alle ‒ und vor allem das Gründungsunternehmen ‒ ein Interesse daran, dass die Kette nicht reißt. Deswegen müssen aber auch alle Investitionsformen Rahmenbedingungen vorfinden, die im internationalen Vergleich standhalten können. Das gilt für Venture-Capital-Fonds gleichermaßen wie für Business Angels. weitnauer Rechtsanwälte | Wirtschaftsprüfer | Steuerberater Transactions Technology Finance www.weitnauer.net Wir beraten Investoren und Gründer wachstumsstarker, innovativer Unternehmen beim Einstieg in die Beteiligung (Due Diligence, Beteiligungs - verträge, Buy Outs) Management der Beteiligung (Schutz und Verwertung geistigen Eigentums) Ausstieg aus der Beteiligung (MA-Transaktionen) München | Berlin | Heidelberg | Hamburg | Düsseldorf N
  14. 14. F FLORIAN NÖLL IST VORSTANDS-VORSITZENDER DES BUNDESVERBANDES DEUTSCHE START-UPS E. V. Wagniskapitalgeber und Start-ups sind wichtige Partner für ein funktionierendes Ökosystem Start-ups sind junge, wachstumsorientierte Unternehmen auf der Suche nach einem nachhaltigen und skalierbaren Geschäftsmodell. Um Ideen schnell umzusetzen und die dazu notwendigen logistischen, personellen und technischen Herausforderungen erfolgreich zu bewältigen, brauchen Start-ups Kapital. Fremdkapital scheidet in einer frühen Unterneh-mensphase für die Gründer oft aus. Regelmäßig erfolgt diese Finanzierung dann über Business Angel und Venture-Capital- Investoren. Ohne Venture Capital gibt es keine Start-ups. Diesen Aspekt muss man sich bei allen Handlungen und Regulierungen vor Augen führen. Wer die jungen innovativen Unternehmen in Deutschland unterstützen will, muss sich für einen funktionierenden Wagniskapitalmarkt einsetzen. O Die Antworten der im Bundestag vertretenen Fraktionen auf unsere Wahlprüfsteine zeigen uns, dass der Zusammenhang zwischen erfolgreichen Start-ups und Wagniskapital der Politik durchaus bewusst ist: „Für Existenzgründer wollen wir den Zugang zu Wagniskapital erleichtern, mit dem sich Investoren an jungen Unternehmen beteiligen“ (CDU/CSU). „Der Zugang zu Finanzierungsmitteln ist ein Schlüsselfaktor für die Wettbewerbsfähigkeit und das Wachstum junger inno-vativer Unternehmen“ (SPD). „Start-ups verfügen meist nicht über genügend Eigenmittel und haben keinen ausreichenden Zugang zu Kreditlinien und anderen klassischen Finanzierungsformen“ (LINKE). „Damit mehr Innovationen tatsächlich umgesetzt werden, sind international attraktive Bedingungen für Wagniskapital notwendig und die rechtlichen Rahmenbedingungen für Wagniskapital neu zu ordnen“ (Bündnis 90 / Grüne). D „Neben der Kreditvergabe ist der Einsatz von privatem Kapital einschließlich Wagniskapital Kerntreiber von Innovation und Wirtschaftswachstum“ (FDP). Start-ups brauchen starke Partner für die Finanzierung ihrer innovativen Geschäftsideen. Als Bundesverband Deutsche Start-ups e.V. setzen wir uns daher gemeinsam mit dem Bundesverband der Kapitalbeteiligungsgesellschaften dafür ein, in Deutschland ein exzellentes Start-up-Ökosystem zu schaffen. Florian Nöll
  15. 15. The IPO exit door – your chance to increase added value When time has come to disinvest, an IPO at Deutsche Börse offers investors an opportunity to participate in the portfolio company’s growth perspectives: being flexible with regard to the perfect timing, an exit in tranches can lead to higher returns. A stock market flotation not only improves reputation and international visibility but can also secure the future, in particular, of younger companies. Moreover it allows you to implement a management participation model. At Deutsche Börse, you fi nd a long-term source of fi nancing as well as one of the most liquid capital markets with a fast listing process. For more information please contact our IPO experts: Phone +49-(0) 69-211-188 88 www.xetra.com/listing_e Finance your Future. Made in Germany
  16. 16. BERLIN Hamburg Leipzig Friedberg Dresden Oberhaching Tübingen Duisburg Kassel b Düsseldorf Köln Regensburg Stuttgart München N dberg tt t f nchen Übersicht ... ... der Standorte der Unternehmen, die in dieser Broschüre vorgestellt sind.
  17. 17. 16 17 Es ist die zentrale Herausforderung der Energiewende: Wie können die sehr volatilen Erneuerbaren Energien wie Wind- und Solarenergie erfolgreich mit herkömm-lichen Stromproduzenten im freien Markt konkurrieren und gleichzeitig die Stromnetze stabil gehalten werden? Next Kraftwerke GmbH aus Köln hat die Antwort auf diese Frage. Das 2009 gegründete Unter nehmen hat durch den Aufbau eines der größten virtuellen Kraftwerke Deutsch-lands – genannt Next Pool – Regelenergiekapazitäten geschaffen, ohne dafür in teure Anlagen zu investieren. In diesen virtuellen Kraftwerken sind Biogas-, Biomasse-, Kraft-Wärme-Kopplungs-, Wasserkraft-, Windkraft- und Solaranlagen zusammengeschlossen. „Wir sind davon überzeugt, dass der Strombedarf in Deutschland zu 100 Prozent aus Erneuerbaren Energien gedeckt werden kann. Unser flexibler, bedarfsorientierter Einsatz von Erneuerbaren Energien verbunden mit ent-sprechendem technischen Know-how und professionellem Stromhandel ist der Schlüssel”, erläutert Hendrik Sämisch, Geschäftsführer und Gründer der Next Kraftwerke GmbH. Das Start-up ist eine Ausgründung aus dem Energiewirt-schaftlichen Institut an der Universität zu Köln (EWI). Die bei-den Gründer und Geschäftsführer Hendrik Sämisch und Jochen Schwill überzeugten 2010 den High-Tech Gründer-fonds (HTGF) und gewannen ihn als Leadinvestor. „Next Kraftwerke vernetzt, steuert und vermarktet Erneuerbare Energien aus kleinen Stromerzeugungs anlagen. Zusätzlich agiert Next Kraftwerke als spezialisierter Stromhändler für Erneuerbare Energien am Spotmarkt der Strombörse EEX. Es konnten bereits mehrere Groß kunden gewonnen werden und wir sehen hier absoluten Bedarf und großes Potenzial“, so Klaus Lehmann, Senior Investment Manager beim HTGF zur Investmententscheidung. Mitgründer Schwill sieht im Engagement des HTGF einen wichtigen Beitrag zum Gelingen des Unternehmens: „Der HTGF brachte einen großen Vertrauensvorschuss in den ersten Finanzierungsrunden mit, der uns sehr geholfen hat. Sein langfristig ausgelegtes Denken passt sehr gut in unsere Strategie, da der Aufbau eines virtuellen Kraftwerks aus vielen kleinen dezentra-len Erzeugern eine Aufgabe ist, die nicht in wenigen Monaten zu bewältigen ist. Außerdem war der HTGF als Public-Private-Partner-ship eine gute Ergänzung zu unseren privaten Investoren.“ Neben dem HTGF sind auch Neuhaus Partners und einige Business Angels mit an Bord. ERSTKLASSIGE IT FÜR STROM DIREKT-VERMARKTUNG UND STROMNETZBETREIBER Next Kraftwerke ist auf mehreren Märkten unterwegs – ein großer Vorteil des Geschäftsmodells. Im Bereich der Direktvermarktung von Strom aus Erneuerbaren Energien E NEXT KRAFTWERKE GMBH: SMARTE ENERGIE BÜNDELN UND VERNETZEN
  18. 18. ermöglicht das Unternehmen kleinen, dezentralen Strom - erzeugern am Markt teilzunehmen. Das gelingt über eine individualisierte Leittechnik, die Erzeuger und Verbraucher miteinander verbindet. Die gebündelte Erzeugungs- und Reservekapazität der vernetzten dezentralen Anlagen wird dann auf den Strommärkten gehandelt. Durch das von Next Kraftwerke umgesetzte Marktprämienmodell kann ein Preis-aufschlag gegenüber der fixen EEG-Vergütung erzielt werden, was für den einzelnen, kleinen Stromanbieter von großem Vorteil ist. Durch die Vernetzung der Anlagen im virtuellen Kraftwerk kann außerdem der produzierte bzw. zurückgehal-tene Strom als Flexibilitätsreserve auf dem Regelenergiemarkt zu attraktiven Preisen angeboten werden. Das entwickelte Preisprognosemodell ermöglicht höchste Kundenerlöse im Wettbewerb. Für seine bisherige Entwicklung erhielt das Unter-nehmen bereits mehrere Preise, darunter zuletzt den Innova-tionspreis- IT der Initiative Mittelstand in der Kategorie Storage/Netzwerke. Inzwischen sind über 1.000 Kundenanlagen im virtuellen Kraftwerk Next Pool integriert – vom Biogas bauern bis zu Windprojektierern. Zukünftig zielt Next Kraftwerke auch auf neue Märkte, etwa auf die Integration großer Strom-verbraucher aus Gewerbe und Industrie (Demand Side I Management) und den Aufbau eines virtuellen Kraftwerks in Österreich. Jochen Schwill Hendrik Sämisch ÜBERSICHT STANDORT = KÖLN GRÜNDUNGSJAHR = 2009 MITARBEITERZAHL = 60 UMSATZ = 35,6 MIO. EURO (2012) INVESTOREN = HIGH-TECH GRÜNDERFONDS, NEUHAUS PARTNERS, BUSINESS ANGELS BETEILIGUNGSZEITRAUM = SEIT 2009
  19. 19. Über 3.000 Bestellungen an einem Tag. Durchschnittlich 8.000 neue Kunden in einem Monat! Wo es das gibt? Im Internet. Bei Mercateo, Europas führender Beschaffungs-plattform 18 19 für Geschäftskunden, die täglich hunderttausend-mal besucht wird. Dort finden sie in verschiedenen Produkt-kategorien ein umfangreiches Angebot, z. B. Büro material, IT- sowie Laborbedarf oder Betriebs- und Lagerausstattung. Das Sortiment ist nicht nur breit gefächert und deckt den allgemei-nen Geschäftsbedarf und spezialisierten Fachbedarf ab, sondern bietet auch in exoti-schen Kategorien eine erhebliche Produkt-vielfalt. Kopierpapier gehört genauso zum MERCATEO AG: EUROPAS FÜHRENDE BESCHAFFUNGSPLATTFORM GESCHÄFTSKUNDEN Warenkatalog wie Schweißer-Schutzbrillen, Kleiderbügel, Wundkompressen oder Kekse für den Konferenzraum. Ein gewinnbringendes Geschäft: Durchschnittlich 150 Mrd. Euro geben deutsche Unterneh-men jährlich für diese sogenannten B- und C-Teile aus. Das sind Güter, von denen Unternehmen mittlere bis hohe Stück-zahlen benötigen, die aber vom Einkaufswert vergleichs-weise niedrig sind. In diesem Markt hat sich Mercateo auf die Beschaffung von C-Teilen spezialisiert. Das sind Artikel, die nur selten oder einmalig bestellt werden, wie zum Bei-spiel eine Parkplatzabsperrung für den Vorstand. E-Commerce-Anbieter gibt es wie Sand am Meer. Viele davon sind nach kurzer Zeit wieder von der Bildfläche ver-schwunden. Was macht Mercateo so erfolgreich? Primäre Zielgruppe von Mercateo ist der Mittelstand. Kleine und mit-telgroße Unternehmen können mit Hilfe des virtuellen Marktplatzes ihr Einkaufsmanagement professionalisieren. Mit Mercateo werden das Wälzen dicker Produktkataloge und der langwierige Vergleich von Preisen und Lieferbedin-gungen von verschiedenen Anbietern überflüssig. Das erleichtert den Einkauf enorm. Insbesondere bei Selbststän-digen und kleineren Unternehmen ohne Einkaufsverantwort-lichen wird das Bestellen damit von der Last zur Lust. HOCHPROFESSIONELLE TOOLS ERLEICHTERN BESTELLUNG Mercateo schafft dieses Wunder mittels eines hochprofes-sionellen und komfortablen Such- und Optimierungstools. Auch unkundige Besteller sind nicht mehr hilflos. Vorbei ist mit Mercateo die Zeit, in der vor der Bestellung erst die genaue Produktbezeichnung und die Bezugsquellen recher-chiert werden mussten. Jetzt kann jeder Mitarbeiter nicht nur Kopierpapier und Kaffeefilter, sondern auch Schrauben und Schlösser, Rohrzangen oder Rostschutz bestellen, ohne ins Schwimmen zu geraten. Auch High-End-Produkte wie Notebooks und Flatscreens oder Spezialsortimente wie Labor- und Krankenhausbedarf sind kinderleicht zu finden. Der Geschäftskunde loggt sich als Besteller ein. Danach gibt er seine Wünsche mit konkreter Produktbezeichnung oder über die Suchfunktion ein oder er stöbert in den verschiede-nen Sortimenten. Nun sucht die Plattform das passende Angebot bei den gelisteten Handelspartnern. Blitzschnell bekommt der Kunde eine Auswahl vorgestellt. Jetzt muss er sich nur noch ent-scheiden, ob er die Ware zum günstigs-ten Preis oder mit dem schnellstmög-lichen Liefertermin möchte. Über 600 Handelspartner bie-ten ihre Waren von FÜR über 15.000 Herstellern bei Mercateo feil. So kommt ein unglaubliches Angebot von über acht Millionen Artikeln zustande, das täglich weiter wächst. Der Clou für Mercateo-Besteller: Sie haben eine Bestelladresse und einen Ansprechpartner für die kom-plette Abwicklung der Bestellung. Neben Markenarti-keln wie Büromaterial von Sigel oder Süßwaren von D Haribo sind auch jede Menge Whitelabel-, Regional- und Spezialanbieter vertreten. Die Sortimentstiefe lässt sich gut am Beispiel des Suchworts „Schraube“ illustrieren: Von A wie Augen- über M wie Maden- bis zu Z wie Zylinder-schraube gibt es unzählige Varianten, die unter dem Stich-wort lieferbar sind. MERCATEO LIEFERT ALLES, WAS DAS HERZ BEGEHRT Auch „exotische“ Wünsche werden bei Mercateo erfüllt. Der Kunde findet so beispielsweise Druckerkartuschen, die im Handel sonst nicht mehr erhältlich sind. Die Mercateo-Idee scheint auf den ersten Blick einfach und deshalb leicht kopierbar. Angst vor Nachahmern haben die Vorstände Peter Ledermann und Dr. Sebastian Wieser trotzdem nicht. Nach ihrer Erfahrung sind die Einstiegsbarrieren für neue Wettbe-werber sehr hoch. Mercateo wurde nach der Gründung im Jahr 2000 auf dem Weg zum virtuellen Großanbieter durch einen strategischen Investor finanziert. Die damals entwi-ckelten Tools sind heute das Herzstück der Mercateo-Plattform. Ein Glücksfall für die heutigen Gesellschafter Wieser und Ledermann war der Ausstieg des Investors. Das Manage-ment bekam so Ende 2003 die Chance, Mercateo zu über-nehmen. Es gab noch viel zu tun: mit Köthen in Sachsen- Anhalt einen weiteren geeigneten Standort finden, motivierte Mitarbeiter auswählen und schulen, neue Handelspartner gewinnen und potenzielle Kunden werben.
  20. 20. Gemeinsam mit der Venture-Capital-Gesellschaft Target Partners, die dem Unternehmen mit finanziellen Mitteln und nützlichem Managementwissen unter die Arme griff, konnten die Projekte in Angriff genommen und G erfolgreich umgesetzt werden. Target Partners weiß, wie wichtig ein überzeugendes Unternehmensportfolio und ein gut organisiertes Team für das Funktionieren eines Start-ups sind. 2007 holte man schließlich die BayBG Bayerische Betei - ligungsgesellschaft mit ins Boot, um weiter zu expandieren. Seit der Gründung verzeichnet Mercateo Jahr für Jahr ein überdurchschnittliches Wachstum. Allein 2011 stieg der Umsatz gegenüber dem Vorjahr um 40 Prozent und erhöhte sich auf 110 Mio. Euro. Circa 2,8 Millionen Nutzer besuchen monatlich die Website www.mercateo.com. Inzwischen arbei-ten 250 Mitarbeiter, darunter 22 Auszubildende, an den drei Standorten München, Köthen und Leipzig. Mit eigenen Landes-gesellschaften in Österreich, Frankreich, Niederlande, Polen, Tschechien, Slowakei und Ungarn organisiert das Unterneh-men die Beschaffung in zwölf europäischen Ländern. Mittler-weile ist Mercateo mit über acht Millionen Artikeln die füh-rende europä ische Beschaffungsplattform für Geschäfts-kunden im Internet geworden. Zu den über eine Million Kunden und monatlich ca. 8.000 Neukunden zählen vor allem kleine und mittelständische Unternehmen sowie große Mittelständ-ler, Großunternehmen, wie zum Beispiel OSRAM und RWE, aber auch öffentliche Einrichtungen. Neben dem Mittelstand findet Mercateo auch bei Kon-zernen immer mehr Anhänger. Seit 2008 arbeitet die RWE AG mit Mercateo zusammen. Gemeinsam wurde das Beschaffungswesen des DAX-Konzerns optimiert N und eine komfortable webbasierte E-Procurement-Lösung in Verbindung mit einem breit gefächerten Produktportfolio und einem ausgedehnten Lieferantennetz geschaffen. Neben dem Standardsortiment von Mercateo haben RWE-Mitarbeiter zu - sätzlich Zugriff auf ihre gewohnten „Haus- und Hoflieferanten“. Dr . Sebastian Wieser Peter Ledermann ÜBERSICHT STANDORT = MÜNCHEN, LEIPZIG, KÖTHEN GRÜNDUNGSJAHR = 2000 MITARBEITERZAHL = 250 UMSATZ = 110 MIO. EURO (2011) INVESTOREN = TARGET PARTNERS, BAYBG BAYERISCHE BETEILIGUNGSGESELLSCHAFT BETEILIGUNGSZEITRAUM = SEIT 2004
  21. 21. 20 21 Marktlücken finden – wenn das einem Gründer gelingt, ist der Grundstein zum Erfolg gelegt. Davon können die Gründerinnen und Geschäftsführerinnen von tau-sendkind, Dr. Anike von Gagern und Dr. Kathrin Weiß, berichten: Mit ihren hochwertigen Baby- und Kinderartikeln füllen sie eine solche Marktlücke im E-Commerce und ent-wickeln sich mit Venture Capital und einem strategischen Partner an ihrer Seite zu einem erfolgreichen Business. Während ihrer Tätigkeit als Unternehmensbera-terin stieß Dr. Kathrin Weiß 2009 erstmals auf qualitativ hochwertige und gut designte Kinderartikel – damit war die Idee gebo-ren. „Ich konnte mir schon immer vorstellen, ein Unterneh-men zu gründen. Als dann der E-Commerce-Riese Zalando gelauncht wurde, hat mir das Mut gemacht“, erinnert sich Weiß. Sie über-zeugte Dr. Anike von Gagern, und in der IBB Beteiligungs-gesellschaft fanden die Gründerinnen den passenden Part-ner für ihr Start-up. Auch Business Angels und der Investor Gatcombe Park Ventures waren bei der Seed-Finanzierung mit an Bord. Das Start-up bietet inzwischen Mode, Spielzeug und Accessoires für 0 – 10-Jährige an. Das Sortiment umfasst über 20.000 Produkte von 300 Marken. tausendkind ist nicht das einzige Unternehmen auf dem hart umkämpften Baby- und Kindermarkt, hat aber zwei klare Vorteile: tausendkind bietet eine in Deutschland einmalige Bandbreite von Marken – von preiswert bis Premium, von bekannt bis klein und handgemacht. Das Unternehmen hat auch eine eigene Marke: Unter dem Label zoo-laboo verkauft tausendkind Mode für Kinder im Alter von 0 bis 8 Jahren. Zudem hat es einen starken Fokus auf usability und optimiert den Shop – von der opti-schen Erscheinung bis hin zur Nutzer-führung – genau auf die Bedürfnisse der Zielgruppe. Außer-dem geben fünf Experten, von Hebamme bis Kinderärztin, Tipps rund um Geburt und Erziehung. Das Konzept hat die IBB Beteiligungs gesellschaft von Anfang an überzeugt: „Mit dem Mehrwert aus persönlicher Bindung, hochwertigen Marken und professionellem Service ist es tausendkind durchaus möglich, in drei bis fünf Jahren zum Marktführer aufzusteigen“, blickt Roger Bendisch, Ge - schäftsführer der IBB Beteiligungsgesellschaft, in die Zukunft. TAUSENDKIND: ALLES, WAS DAS KIND BRAUCHT M
  22. 22. tausendkind hat sich gut entwickelt: Strukturen für den Einkauf und das Personal wurden geschaffen und standardisierte Pro-zesse für den Online-Handel aufgebaut. Bei tausendkind ist vom Marketing bis zur Entwicklung alles unter einem Dach an-gesiedelt. Das Jungunternehmen wuchs so schnell, dass vor dem Outsourcing des Lagers an einen Logistikdienstleister 80 Prozent der Büroflächen von Lager und Versand eingenom-men wurden. Auch in punkto Umsatz und Mitarbeiterwachstum wird bei tausendkind die positive Entwicklung deutlich: Bereits im dritten Jahr erwirtschaftete tausendkind einen Umsatz im hohen einstelligen Millionenbereich und hat aktuell 45 Mitar-beiter. Dafür sind zwei Finanzierungsrunden erfolgreich ab-geschlossen worden. Mit dem strategischen Partner Gruner + Jahr, den tausendkind gewinnen konnte, kann sich das Unter-nehmen auf die Erweiterung des Sortiments konzentrieren, das nicht auf Baby- und Kindermode beschränkt bleiben soll. „Wir möchten ein One-Stop-Shop werden, der alles bietet, was ein Kind zwischen 0 und 10 Jahren braucht“, so von Gagern. Dr . Anike v. Gagern Dr . Kathrin Weiß ÜBERSICHT STANDORT = BERLIN GRÜNDUNGSJAHR = 2010 MITARBEITERZAHL = 45 INVESTOREN = IBB BETEILIGUNGSGESELLSCHAFT, GRUNER + JAHR, PDV INTER-MEDIA VENTURE, COMPE-TENCE MEDIA SYSTEMS, GATCOMBE PARK VENTURES, U. A. BETEILIGUNGSZEITRAUM = SEIT 2010
  23. 23. Wenn ein bayerisches Technologieunternehmen zur Vorab- Premiere des James Bond-Films „Skyfall“ einlädt, mag dies erst einmal verwunderlich erscheinen. Doch, wenn im Film der legendäre Aston Martin in Flammen aufgeht, erklärt sich der Zusammenhang: Das 3D-Drucktechnologieunternehmen voxeljet hatte das Kultauto für den Film originalgetreu nach-gedruckt, 22 23 damit das millionenteure Original die Action-szenen unversehrt überstehen konnte. voxeljet ist als global tätiges Unternehmen mit Sitz in Friedberg einer der führenden Hersteller von industrietaug - lichen Drucksystemen und betreibt Dienstleistungscenter für die Produktion von Formen und Modellen nach Kunden-wunsch. Die Drucker stellen computer gesteuert dreidimen-sionale Gegenstände mit Hilfe VOXELJET: DRUCKEN IN 3D – MIT BETEILIGUNGSKAPITAL ZUR PRODUKTIONSTECHNOLOGIE chemischer und physika lischer Schmelz- und Härtungs - prozesse her. Bei der Produktion aus Werkstoffen wie zum Beispiel Kunststoff, Sand und Keramik wird Schicht für Schicht ein neues Werkstück gefertigt – dem Innovationsgeist sind dabei keine Grenzen gesetzt. Während heute vieles dafür spricht, dass sich der 3D-Druck zur führenden Produktionstechnologie des 21. Jahrhunderts entwickeln kann, war diese Prognose bis vor wenigen Jahren noch nicht vorherzusehen. Die Gründer um Dr. Ingo Ederer, heutiger Vorstand von voxeljet, kann man zu Recht als Pio-niere bezeichnen. Sie gründeten das Unternehmen schon 1999 aus der TU München heraus. Bayern Kapital ist als stiller Gesellschafter Finanzinvestor der ersten Stunde, um die Produktentwicklung und das Wachstum des Unternehmens zu unterstützen. Im Verlauf der Halteperiode wurde die stille Beteiligung in Gesell-schaftsanteile getauscht und Bayern Kapital ist seither Aktionärin der voxeljet AG. Roman Huber, Geschäftsführer bei Bayern Kapital, resümiert: „Junge, innovative Techno - logie unternehmen in Bayern sind die Zielgruppe unserer Finanzierungen. Bei voxeljet waren damals alle erfolgskritischen Voraussetzungen für eine Beteiligung gegeben: Der Firmengründer Dr. Ederer verfügte über ausgezeichnetes technisches Know-how im Bereich des Rapid-Prototyping. Die verfah-rens- und anlagebedingten Gegebenheiten der voxeljet- Geräte ließen marktentscheidende Kosten- und Perfor-mance- Vorteile gegenüber dem Wettbewerb bei erfolg - reicher Produktentwicklung erkennen.“ Heute konzentriert sich die Geschäftssparte voxeljet SYSTEMS auf die Weiterentwicklung der Drucktechnik und vertreibt seine 3D-Drucker weltweit. Im Sortiment DES 21. JAHRHUNDERTS V H
  24. 24. sind Drucker in einer breiten Produktspanne zwischen Ein-stiegsmodellen und Großformatmaschinen mit einem Bau-raum von bis zu acht Kubikmetern enthalten. Die Käufer der innovativen Drucker kommen aus verschiedenen Industrie-zweigen und der Forschung. 2003 fiel dann der Startschuss für den zweiten Geschäfts - bereich: die Dienstleistungssparte, mit der sich der Kunden-kreis schlagartig erweiterte. Auf Anfrage fertigt voxeljet SERVICES 3D-Modelle an. Wie vielseitig der 3D-Druck ein-setzbar ist, zeigt die Bandbreite der Kunden. Während ein Großteil Automobilhersteller und -zulieferer oder Gießereien sind, erhält voxeljet auch Anfragen aus Branchen wie der Medizintechnik (z. B. Beinprothesen, nachgestellte Wirbelsäu-len). Auch für Design- und Kunstprojekte werden einzelne Prototypen und Kleinserien gedruckt. Die von der Bayern Kapital begleitete Entwicklung des Unternehmens zahlte sich aus. Das 100 Mitarbeiter starke Unternehmen feierte im Oktober 2013 seinen erfolgreichen Börsen gang an der New York Stock Exchange. D Dr . Ingo Ederer ÜBERSICHT STANDORT = FRIEDBERG (BAYERN) GRÜNDUNGSJAHR = 1999 MITARBEITERZAHL = 100 INVESTOREN = BAYERN KAPITAL, FRANZ INDUSTRIE-BETEILIGUNGEN AG UND STARTKAPITAL FONDS AUGSBURG BETEILIGUNGSZEITRAUM = SEIT 1999
  25. 25. Wenn in einem Gebäude herkömmliche Lichtschalter montiert werden, dann werden oft kilometerweise Kabel und Drähte verwendet. Alternativ kommt es zum Einsatz von batteriebetriebenen Funklichtschal-tern. Hier wird allerdings im Laufe der Zeit eine große Menge an teils giftigem Chemieabfall produziert. Doch es gibt noch eine weitere Mög-lichkeit: die batterielose Funk-technologie von EnOcean, einem Unternehmen mit Hauptsitz in Oberhaching. Wie innovativ und zweckmäßig diese Technologie ist, illustriert das Beispiel des „Torre Espa-cio“ in Madrid, eines Hochhau-ses von 236 Metern und 57 Stockwerken. Durch den Ein-satz ENOCEAN: BATTERIELOSE FUNKTECHNOLOGIE FÜR ENERGIE-EFFIZIENTE GEBÄUDE UND INTELLIGENTE SYSTEME von 4.200 batterielosen Funkschaltern konnten rund 31,5 km Kabel gespart werden. Hätte man batteriebetrie-bene Schalter eingesetzt, wären in einem Zeitraum von 25 Jahren 21.000 Batterien verbraucht worden. KABELLOS, BATTERIELOS, GRÜN Die grüne Technologie funktioniert nach dem Energy- Harvesting-Prinzip, übersetzt: dem „Ernten“ von Energie. Aus geringsten Veränderungen in der Umwelt – beispiels-weise wenn Licht in einem Raum angeschaltet wird oder sich die Temperatur ändert – wird genug Energie erzeugt, um Funksignale für eine intelligente Steuerung zu übertra-gen. So kann beispielsweise eingestellt werden, dass das Licht in Gängen und Räumen nur dann angeschaltet ist, wenn es auch tatsächlich notwendig ist. Auf diese Weise las-sen sich 30 – 50 Prozent Energie einsparen. „Unser Gründungszeitpunkt war denkbar ungünstig. Nur vier Wochen nach dem Terroranschlag vom 11. September gestaltete sich jede Art der Kapitalbeschaffung äußerst schwierig – an Fremdkapital war gar nicht zu denken“, berichtet EnOcean-Mitgrün-der Andreas Schneider, der zuvor bei Siemens tätig gewesen war. Dort wurde auch die Firmengründung beschlossen – mit vier wei-teren Mitarbeitern von Sie-mens. Zwar stieg das Gründungsteam mit eigenem Kapital in das Spin-off-Unternehmen ein und auch Siemens war als Minderheitsgesellschafter dabei. Dies reichte jedoch nicht, um eine stabile Finanzierung auf die Beine zu stellen. Umso besser, dass unter den erschwerten Bedingungen im Feb-ruar 2002 die Venture-Capital-Gesellschaften Wellington Partners und Enjoy Ventures bereit waren, in die innovative Idee zu investieren; in den folgenden Jahren kamen Siemens Venture Capital, Baytech Venture, Emerald Ventures, SET Venture Partners, Kathrein Group, Atmos und Siemens Technology Accelerator dazu. Mit dem verfügbaren Kapital, in Höhe von insgesamt rund 35 Mio. Euro, wurden neue Mit - arbeiter ein gestellt und die Produkte weiterentwickelt. W 24 25
  26. 26. Bereits ein Jahr nach der Unternehmensgründung brachte EnOcean die ersten batterielosen Funkmodule auf den Markt, mit viel positiver Resonanz. Bis heute wurden diese weltweit in mehr als 250.000 Gebäuden eingesetzt. MARKTFÜHRER IM ENERGY-HARVESTING-SEGMENT H Laurent Giai-Miniet Heute ist EnOcean Marktführer im Segment Energy Harvesting und hat insgesamt 50 Mitarbeiter in Deutschland, Frankreich, England, Nordamerika, China und Japan. Im Frühjahr 2012 hat die International Electrotechnical Commission den EnOcean-Funk als interna-tionalen Standard (ISO/IEC 1454 3-3-10) verabschiedet. Es ist der erste und einzige Funkstandard, der für Anwendungen mit besonders niedrigem Energieverbrauch und Energy Har-vesting optimiert ist. Die Standardisierung war auch ein Mei-lenstein für die EnOcean Alliance. Dieser Zusammenschluss von Unternehmen hat das Ziel, innovative Automatisierungslö-sungen für nachhaltige Gebäudeprojekte zu etablieren. Inzwi-schen hat die Alliance mehr als 350 Mitglieder, die über 1.200 interoperable Produkte und Lösungen auf Basis der batterielosen Funktechnologie anbieten. Die Investoren ste-hen dabei fest hinter dem innovativen Unternehmen. Ein beruhigendes Gefühl? „Ein klares Ja!“, so Laurent Giai-Miniet, CEO von EnOcean: „Ohne Venture Capital würde es EnOcean heute nicht geben.“ ÜBERSICHT STANDORT = OBERHACHING, BAYERN GRÜNDUNGSJAHR = 2001 MITARBEITERZAHL = 50 INVESTOREN = WELLINGTON PARTNERS, ATMOS, BAYTECH VENTURE CAPITAL, EMERALD TECHNOLOGY VENTURES, KATHREIN GROUP, SET VENTURE PARTNERS, SIEMENS TECHNOLOGY ACCELERATOR, SIEMENS VENTURE CAPITAL BETEILIGUNGSZEITRAUM = SEIT 2002
  27. 27. Inhalte, Technik und Service – diese Kombination ist das Erfolgsgeheimnis von AUPEO! Das Internetradio bietet per-sonalisiertes Online-Radio auf allen internetfähigen Geräten. Auch für Fahr-zeuge hat das Unternehmen Streaming-Lösungen entwi-ckelt und erobert damit die Automobilindustrie. Im Jahr 2008 bot Apple mit dem iPhone und dem schnellen Internet 3G erstmals einen mobilen Internetzu-gang an, der mobile Websites zur Verfügung stellt. Zeit-gleich kamen die ersten Flatverträge für Smartphones auf den Markt. Beides lieferte die perfekte Grundlage für AUPEO! Mit personalisierten Audiostreams können sich die Hörer von AUPEO! ein individuelles Programm zusammen-stellen und kostenlos online Musik hören. Zudem konzen-triert sich das Start-up auf die Hardware. Ein Jahr nach dem Start fuhr das erste Fahrzeug mit einer von AUPEO! entwi-ckelten Streaming-Lösung. Seither kümmert sich der Dienst-leister um Lösungen für die Netzabdeckung, wenn man im Auto unterwegs ist. Störungen im Tunnel oder in ländlichen Gegenden sollen bald der Vergangenheit angehören. PARADEBEISPIEL FÜR SCHNELLES WACHSTUM MIT VENTURE CAPITAL Zu Zeiten der Gründung von AUPEO! war der heutige Geschäftsführer Holger Weiss noch als Business Angels mit an Bord. Seit 12 Jahren ist er im Tech-Start-up-Bereich als Gründer und Finanzierer unterwegs, hat die Seed-Finanzie-rung bei AUPEO! mit anderen Business Angels, dem Hamburger Family-Office J.C.M.B. und der Venture-Capital-Gesell-schaft IBB Beteiligungsgesellschaft zusam-men gestemmt. 2010 kam der französische Investor IPSA hinzu, 2011 beteiligte sich die KfW mit ihrem ERP-Startfonds. „Es gibt für jede Phase die rich tigen Partner. Mit der IBB Beteiligungsgesellschaft hatten wir von Anfang an erfahrene Investoren mit am Tisch sitzen, die das Produkt verstehen und über langjährige Erfahrungen im Tech-Start-up-Bereich in Berlin verfügen. Damit konnte uns die Beteiligungsgesellschaft sowohl mit finanziellen Mitteln, als auch Know-how hervorragend zur Seite stehen“, so Geschäftsführer Weiss. Und auch Mischa Wetzel, für AUPEO! verantwortlicher Investmentmanager bei der IBB Beteiligungsgesellschaft, weiß: „Die Seed- Finanzierung hat AUPEO! in die Lage versetzt, die technolo-gischen Grundlagen für das Geschäftsmodell zu schaffen und die Produkte am Markt zu testen. AUPEO! ist ein Para-debeispiel für schnelles Wachstum mit Beteiligungskapital von der Seed- über die Growth-Phase bis hin zum Exit.“ Während seiner zwei Wachstumsschübe 2011 und 2013 konnte das Start-up sein Team von anfangs 5 auf heute 30 Mitarbeiter aufstocken. Weiss merkte schnell: Um sich von der Konkurrenz abzugrenzen, muss AUPEO! auf drei Komponenten setzen: der richtige 26 27 AUPEO: MUSIK FÜR JEDEN GESCHMACK W
  28. 28. Inhalt für jeden Nutzer, die entsprechende Technik für jedes internetfähige Gerät und einen umfangreichen Service für die Kunden. Zu diesen zählen PC-Hersteller wie Acer und Asus, Multimedia-Lieferanten wie Loewe, Philips und das in der Unterhaltungselektronik weltweit führende Unternehmen Panasonic. Mit der amerikanischen Einheit des Konzerns arbeitet AUPEO! seit 2011 eng zusammen. 2013 übernahm Panasonic das Berliner Start-up. AUPEO! ist seither hundert-prozentige Tochtergesellschaft von Panasonic Automotive Systems, bleibt aber eigenständig. Damit eröffnen sich dem Berliner Start-up neue Türen, denn die sehr erfolgreiche Automotive-Einheit von Panasonic liefert nicht nur die Media-technik für Fahrzeughersteller, sondern ist auch für die Mul-timediaelektronik in Flugzeugen zuständig – und hier Welt-marktführer. PERSONALISIERTE INHALTE AUS ALLEN SPARTEN FÜR JEDERMANN Das Start-up will künftig auch Informationen und Enter-tainment personalisiert anbieten. Wetter, Nachrichten und Unterhaltung sollen nach den Wünschen der User ausgerichtet sein. Mit dem Mix aus Content-Anbieter und Zulieferer für Fahrzeuge kann das Unternehmen einem hohen technischen Anspruch gerecht werden und ebenso hohe Qualität des Streams bieten. Als Schnittstelle zwischen Consumer und Business ist das Start-up mittlerweile zum Vor-reiter geworden. D ÜBERSICHT Holger G. Weiss STANDORT = BERLIN GRÜNDUNGSJAHR = 2008 MITARBEITERZAHL = 30 INVESTOREN = IBB BETEILIGUNGSGESELLSCHAFT, FAMILY-OFFICE J.C.M.B, IPSA, KFW, VENTEGIS CAPITAL AG BETEILIGUNGSZEITRAUM = 2008 - 2013
  29. 29. Stetig steigende Energiekosten stellen nicht nur für private Haushalte ein Problem dar. Energieintensive Unternehmen machen sich Gedanken über Einspa-rungen. Das Technologieunternehmen JouleX bietet S Unternehmen ein Energiemanagement an, das seinen Kun-den hilft, Energie präzise und effizienter zu nutzen. Bei glei-cher Leistung können bis zu 60 Prozent Strom eingespart werden. Neben finanziellen Ersparnissen bei den Kunden schafft JouleX damit auch ganz nebenbei positive Effekte für den Klimawandel. JouleX ist welt-weit Vorreiter auf dem Gebiet nach-haltiger Energie-managementsysteme für Unternehmen. Die Pro-dukte ermöglichen den Kunden – in der Regel sehr große Unternehmen – ihren Energieverbrauch genau-estens unter die Lupe zu nehmen. Das Prinzip ist einfach: Der Kunde kauft bei JouleX die Software, die zunächst fest-stellt, wo wann und wie viel Strom verbraucht wird. Im nächsten Schritt erkennt sie Möglichkeiten, unnötigen Ver-brauch zu reduzieren. Im letzten, und vielleicht wichtigsten Schritt, wird das vorher identifizierte Einsparungspotential durch aktive Steuerung der Stromverbraucher erfolgreich eingespart. Für den Kunden ergeben sich dadurch Kosten-ersparnisse zwischen 30 und 60 Prozent. Die Idee für sein Unternehmen hatte Gründer Josef Brunner im Jahr 2009. Zu dem Zeitpunkt hatte der Entwickler schon zwei Unternehmen erfolgreich gegründet und veräußert – immer im Bereich der IT-Sicherheit. Ganz zufällig sei er dabei auf den Markt der Energieeinsparungen gekommen. Brunner stellte sein Konzept für JouleX Olaf Jacobi, Partner bei der Venture-Capital-Gesellschaft Target Partners, vor und konnte die Beteiligungs gesellschaft als Hauptinvestor für seine Idee gewinnen: „JouleX hat uns durch den klaren Kundennutzen, die stabile und skalierbare Technologie und das erst-klassige Gründer- und Management-Team über-zeugt. Erste Kunden wie Intel, Deloitte und Enterasys haben diese Entscheidung bestärkt“, fasst Jacobi zusammen. Target Partners unterstützte das Team um Brunner nicht nur mit Kapital, sondern auch mit Know-how und Marktexpertise. So konnte mit Hilfe der Beteiligungsge-sellschaft auch der erfahrene Unternehmer René Seeber als Mitgründer und CTO bei JouleX an Bord geholt werden. Er leitet bis heute das JouleX-Entwicklungsteam. Während der Zusammenarbeit mit Target Partners stieg die Zahl der Mitarbeiter auf 50 an. 2013 übernahm das amerikanische Technologieunternehmen Cisco die Anteile: ein Erfolg für alle Beteiligten. 28 29 JOULEX: DER LETZTE MACHT DAS LICHT AUS – WIE ENERGIEKOSTEN MIT AUTOMATISIERTEN ENERGIE-MANAGEMENTSYSTEMEN RUNTERGEFAHREN WERDEN KÖNNEN J
  30. 30. Die Erfahrungen, die Brunner im Bereich IT-Sicherheit in JouleX einfließen lassen konnte, sind maßgeblich für den Erfolg des jungen Unternehmens. Denn insbeson-dere die Tatsache, dass die Kunden an ihren Geräten D keine Agenten oder Messgeräte einsetzen, und somit nichts im unternehmensinternen Sicherheitsnetzwerk verändert werden muss, macht die JouleX-Software für die Unterneh-men so attraktiv. Das Alleinstellungsmerkmal ergibt sich daraus, dass die Energiemanagementsysteme über Netz-werke auf eine Vielzahl von Geräten zugreifen können. Denn, während sich in dem schnell wachsenden Energiemarkt zwar viele Firmen als Dienstleister für Kosteneinsparungen präsen-tieren, laufen diese Prozesse meist über eine Hardware, die am Computer installiert wird. Dies kommt nicht nur Sicher-heitsvorkehrungen in die Quere, sondern verursacht zudem häufig hohe Kosten für regelmäßige Reparatur- und War-tungsarbeiten. Heute hat JouleX Niederlassungen auf drei Kontinen-ten. Während der Bereich Forschung und Entwicklung in Kassel betrieben wird, ist der Hauptsitz des Unter-nehmens in Atlanta, USA. Dazu kommen weitere Büros H in München, Paris und Tokio. Wenn es um die Zukunft des Unternehmens geht, zeigt sich JouleX-Gründer Brunner opti-mistisch. „Wir sind sehr stolz darauf, dass wir unsere Kunden meist als langfristige Partner gewinnen und freuen uns, die von uns bislang bedienten Märkte zukünftig weiter auszu-bauen.“ JOSEF BRUNNER ÜBERSICHT STANDORT = KASSEL GRÜNDUNGSJAHR = 2009 MITARBEITERZAHL = 50 INVESTOREN = TARGET PARTNERS BETEILIGUNGSZEITRAUM = 2009-2013
  31. 31. E 30 31 Erbinformationen können Aufschluss über den Gesundheitszustand eines Menschen geben und damit zur Aufklärung und zur Diagnostik von Krank-heiten beitragen. Als erstes Bio-Tech-Unternehmen weltweit ist es dem Tübin-ger Start-up CeGaT gelungen, bei der Unter-suchung von Erbinfo r-mationen sämtliche für eine Krankheit in Betracht kommenden Gene gleich-zeitig zu entschlüsseln und auf bestimmte Krank-heitsbilder hin zu unter-suchen. Das Team aus Medizinern, Naturwissen-schaftlern und Bioinfor-ma CEGAT TÜBINGEN: SCHNELLE GEN-DIAGNOSE ZUR INDIVIDUELLEN BEHANDLUNG VON KRANKHEITEN tikern liefert eine umfassende Gen- Diagnostik innerhalb weniger Wochen. Schon früh war der promovierten Ärztin und Natur-wissenschaftlerin Saskia Biskup klar, dass rund um Genuntersuchungen und der damit zusammenhän-genden Diagnostik von Krankheiten ein attraktiver Geschäftszweig entstehen wird. Einziger Hemmschuh: „Es dauerte zu lange, bis es ein Ergebnis gab“, sagt Biskup. Deshalb gründete sie 2009 zusammen mit ihrem Mann das „Center for Genomics and Transcriptomics – CeGaT“. Bereits im Gründungsjahr investierte sie in den damals schnellsten verfügbaren Hochdurchsatz-Sequen zierer und in einen klas-sischen Kapillar-Sequenzierer – die besten Geräte, um Gene zu entschlüsseln. „Jahre wären ins Land gegangen, hätten wir bei der Finanzierung auf öffentliche Forschungsgelder gesetzt“, sagt Biskup, die Geschäftsführerin der CeGaT ist. „Die einzige Chance, unseren Vorsprung zu nutzen, war die private Finanzierung.“ Mit ihrem Team schaffte sie es, Hoch-durchsatz- Sequenzierung und her-kömmliche DNA-Diagnostik zu verbin-den. So erreichte sie eine neue Qualität bei der Gen-Analyse: Die Dauer einer umfassenden Gen-Diagnostik hat das heute 62-köpfige Team dank des zusätz-lich entwickelten Diagnostik-Panels von bis zu mehreren Jahren auf wenige Wochen verkürzt. Das verbessert die Therapie von Krankheiten. Auftrag-geber des Tübinger Start-ups sind Ärzte, Kliniken und Forschungsreinrichtungen. Finanziert haben Saskia und Dirk Biskup ihr Unternehmen unter anderem mit einer stillen Beteiligung der MBG Mittel-ständische Beteiligungsgesellschaft Baden-Württemberg und einer Bürgschaft der Bürgschaftsbank Baden-Württem-berg. Bereits im ersten vollen Geschäftsjahr nach der Grün-dung erreichte das Biotech-Unternehmen den Break-Even. 2012 beteiligte sich die B. Braun Melsungen AG mit 20 Pro-zent an CeGaT. Für das Unternehmen ist diese strategische Partnerschaft Grundlage für schnelles Wachstum. „Für Braun ist die Beteiligung ein Türöffner in Richtung des Zukunftsmarkts Diagnostik. Wir können somit schnell S
  32. 32. weitere Panels für genetische Erkrankungen entwickeln und die Untersuchungen günstiger machen“, sagt Saskia Biskup. Mit zusätzlichen Mitarbeitern will Biskup weiter in die personalisierte Tumordiagnostik und Tumortherapie investieren. CeGaT baut hierfür ein neues Labor- und Bürogebäude gleich neben dem derzeitigen Firmensitz. Für Juli 2014 ist der Umzug geplant. Die Zukunft von Diagnostik und Therapie sieht die Ärztin und Naturwissen-schaftlerin darin, dass sich Krankheiten aufgrund der indivi-duellen genetischen Ausstattung eines Patienten auch individuell behandeln lassen. Im März 2014 war Biskup in Brüssel, wo sie den EU-Innova-tionspreis für Frauen 2014 der Kommission für Forschung, Innovation und Wissenschaft vom Präsidenten der Europä - ischen Kommission, José Manuel Barroso, überreicht bekom-men hat. Inzwischen hat sie zahlreiche Preise bekommen. Der wichtigste für sie? „Rückblickend auf jeden Fall der Deutsche Gründerpreis 2011. Er hat erheblich zu der weiteren Entwick-lung der CeGaT beigetragen und zwar auf ganz unterschied-lichen Ebenen. Es war das Beste, was uns passieren konnte.“ M ÜBERSICHT SASKIA BISKUP STANDORT = TÜBINGEN, MÜNCHEN GRÜNDUNGSJAHR = 2009 MITARBEITERZAHL = 62 INVESTOREN =MBG MITTELSTÄNDISCHE BETEILIGUNGSGESELLSCHAFT BADEN-WÜRTTEMBERG, STILLE GESELLSCHAFTER BETEILIGUNGSZEITRAUM = SEIT 2009
  33. 33. 32 33 Erstaunlich, was Mikroalgen – mikroskopisch kleine, photosynthesebetreibende Mikroorganismen – leisten: Die wertvollen Inhaltsstoffe der Mikroalgen werden als Nahrungsergänzungsmittel oder Futter-mittel verwendet und liefern hochpreisige Wertstoffe wie beispielsweise Fettsäuren, Proteine, Vitamine, Carotinoide und Farbstoffe für die Kosmetik- und Pharma-industrie. Zudem kann die durch Algen produ-zierte Biomasse ener-getisch in Form von Biokraftstoff genutzt werden. Die im Sep-tember 2000 gegrün-dete Subitec GmbH aus Stuttgart ermöglicht SUBITEC GMBH: ALGEN: MIKROSKOPISCH KLEINE MULTITALENTE mit ihrer Technologie erstmals die industrielle Nutzung von Algenbiomasse. Mittels eines weltweit patentierten Flat-Panel-Airlift (FPA) Photobioreaktors können Mikroalgen unter Nutzung von industriellen CO2-Quellen und Sonnen-energie kultiviert werden. Positiver Nebeneffekt: pro Tonne Algenbiomasse werden bis zu 2 Tonnen CO2 gebun-den. Das von Subitec entwickelte Flat-Panel-Airlift-Verfah-ren ermöglicht den vollautomatisierten Betrieb von Algen- Produktionsanlagen. Die Erzeugung von Biomasse steht dabei nicht im Wettbewerb mit der Nahrungsmittelerzeu-gung. Die Reaktoren von Subitec können an Standorten betrieben werden, an denen sonst keine Landwirtschaft möglich ist. Nach der Ausgründung aus dem Fraunhofer-Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik (IGB) entwickelte die Subitec zunächst in enger Koopera-tion mit dem IGB die FPA-Reaktortech-nologie weiter. 2007 überzeugte das Unternehmen den High-Tech Gründer-fonds (HTGF) mit der innovativen Tech-nologie, in das Unternehmen zu inves-tieren. Durch diese Seedinvestition wurde es möglich, Pilotanlagen für namhafte Kunden wie E.ON Hanse, EnBW, GMB/Vattenfall oder FairEnergie GmbH zu errichten. Um die Technologieführerschaft weiter auszubauen, folgte 2012 eine weitere Finanzierungsrunde mit dem Cleantech Fonds der eCAPITAL entrepreneurial Part-ners AG, Fraunhofer Venture, dem HTGF und den ERP-Startfonds der KfW Bankengruppe in Höhe von 4,5 Mio. Euro. „Das Kapital wird zur Entwicklung der vierten Generation des Flat-Panel-Airlift-Reaktors (FPA) eingesetzt. Die Zusammenarbeit mit unseren neuen Investoren ermög-licht es uns, internationale Märkte anzugehen“, erklärt Dr. Peter Ripplinger, Geschäftsführer der Subitec GmbH. E M U
  34. 34. UMWELTGERECHTE ERZEUGUNG MIT POSITIVER ENERGIEBILANZ Die traditionelle Algenkultivierung erfolgt, insbesondere in Asien, überwiegend in offener Beckenhaltung. Der Photobio-reaktor der Subitec GmbH hingegen ermöglicht die landge-stützte Kultivierung in geschlossenen Systemen ohne Wasserverlust durch Verdunstung. Diese können auch steril, also unter Bedingungen, die für die Pharma- und Kosmetik-industrie von essentieller Bedeutung sind, betrieben werden. Die Algenbiomasse kann unter diesen kontrollierten Bedin-gungen umweltgerecht, kontinuierlich und kostengünstig mit positiver Energiebilanz hergestellt werden. „Subitec vermarktet Kultivierungssysteme, ist Techno-logielieferant für den Bau von Mikroalgen- Produk-tionsanlagen und Forschungs- und Entwicklungspartner für die stofflich-energetische Nutzung von Algenbio-masse. Mit diesen verschiedenen Standbeinen ist Subitec her-vorragend für die internationale Expansion aufgestellt“, S erklärt Marco Winzer, Investment Director vom HTGF das Geschäftsmodell. Im Sommer 2013 bezog Subitec einen neuen Standort, inter-nationale Projekte befinden sich in der Konzeptionsphase und die erste Produktionsanlage für Wertstoffe, die für einen euro-päischen Kunden geplant und geliefert wird, kann 2014 den Betrieb aufnehmen. Für das weitere Wachstum plant Subitec eine Aufstockung des Mitarbeiterstamms am Standort in Stuttgart-Degerloch. ÜBERSICHT Dr . Peter Ripplinger STANDORT = STUTTGART GRÜNDUNGSJAHR = 2000 MITARBEITERZAHL = 10 UMSATZ = 1,9 MIO. EURO INVESTOREN = HIGH-TECH GRÜNDERFONDS, ECAPITAL, KFW, FRAUNHOFER GESELLSCHAFT BETEILIGUNGSZEITRAUM = SEIT 2007
  35. 35. Mittlerweile kann man fast alles übers Internet bestel-len: Kleidung, Elektronik, Lebensmittel, Dienstleistun-gen und vieles mehr. Aber an Produkte wie Brillen mit Sehstärke, die Beratung erfordern, wagte sich lange Zeit niemand. Doch der Online-Optiker Mister Spex beweist, dass die Geschäftsidee ein Erfolgskonzept ist. Nach fünf Jahren gehört der Online- Brillenshop zu den Top-Ten der umsatzstärksten Augen-optiker in Deutschland und erzielte 2013 einen Umsatz von 47 Mio. Euro. Im Dezember 2007 startete das Gründungsteam von Mister Spex den Brillen- Onlinehandel. Mit finanziel-ler Hilfe von Business Angels wagte sich das Berliner Start-up auf den Markt. Bereits Ende 2008 erhielt das Unterneh-men erstes Venture Capital. Das Sortiment umfasst rund 7.000 Brillen und Sonnenbrillen bekannter Marken sowie Kontaktlinsen und Pflegemittel. Bei den Kontakten zu den Lieferanten profitierten Graber und sein Team unter ande-rem vom Netzwerk der Investoren. Um den internationalen Markt zu erobern, holte sich Mister Spex 2010 die Beteili-gungsgesellschaft XAnge mit an Bord. „Der Online-Kauf von Brillen und Kontaktlinsen bietet eine Reihe von erheblichen Vorteilen für die Kunden. Diese Marktchancen gepaart mit der Qualität des Teams bei Mister Spex ergaben eine sehr spannende Investmentmöglichkeit. Die Entwicklung des Unternehmens seitdem hat uns in unseren Annahmen mehr als bestätigt“, ist Bernhard Schmid, Partner und General Manager Deutschland bei XAnge, von der Beteiligung über-zeugt. Die Beteiligungsgesellschaft steht Graber und seinem Team bei strategischen und operativen Fragestellun-gen mit Rat und Tat zur Seite und unterstützt durch Ideen, die Herstellung wertvoller Kontakte und die internationalen Erfahrungen. Durch die Beteiligung von XAnge hat Mister Spex die Möglichkeit, seine Kunden mit kreativen Lösungen vom Online-Kauf zu überzeugen: So ent-stand mit Hilfe des Beteiligungskapitals die 3D-Online- Brillenanprobe. Per Webcam oder Passfoto kann der Kunde am heimischen PC die neue Brille testen. Auch schickt Mister Spex bis zu vier Brillen zur Anprobe nach Hause und kooperiert mittlerweile mit rund 400 lokalen Partner-optikern, die für Mister Spex-Kunden kostenlos Dienstleis-tungen wie Sehtests und Brillenanpassungen übernehmen. Mit der Hilfe der Beteiligungsgesellschaft konnten zudem Online-Shops in Frankreich und Spanien eingeführt sowie die schwedischen Online-Eyewear-Shops Lensstore und Loveyewear übernommen werden. Unter anderem aufgrund der seit 2009 durch Investoren ermöglichten TV-Werbung wurde Deutschlands größtem Online-Optiker in einer Studie von TNS Infratest im Juli 2013 bei den 14- bis 49-jährigen Internetnutzern eine Markenbe-kanntheit von 55 Prozent be - scheinigt. Am Standort Berlin konnten durch die positive Ent-wicklung seit 2007 über 250 Arbeitsplätze geschaffen wer-den. Allein seit der Beteiligung von XAnge wurde die Mitarbei-terzahl verdoppelt. Die Erfolgsgeschichte von Mister Spex geht kontinuierlich weiter. 2013 wuchs der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr erneut um rund 80 Prozent. Und das Wachstum soll sich fortsetzen, sowohl in Deutschland als auch im europäischen Ausland. Mister Spex hat sich zum Ziel gesetzt, Bewegung in die Optikbranche zu bringen und langfristig die Online-Optik als festen Bestandteil im Markt zu stär-ken. „Wir sind stolz darauf, dass wir es mit unserem Geschäftsmodell geschafft haben, eine neue Art und Weise des Brillenkaufs zu etablieren“, sagt Gründer und Geschäfts-führer Dirk Graber. „Mit einem riesigen Sortiment zu erschwinglichen Preisen und mit einem hervorragenden 34 35 MISTER SPEX: VOM START-UP ZU DEUTSCHLANDS GRÖSSTEM ONLINE-OPTIKER D M M
  36. 36. Service treffen wir den Nerv vieler Kunden. Brillenkauf soll heute einfach und bequem sein und vor allem Spaß machen. Dass wir dieses Konzept erfolgreich umsetzen konnten, gelang uns vor allem mit Venture Capital. In regelmäßigen Treffen besprechen wir mit unseren Investoren wie XAnge unsere nächsten Schritte und stehen in regem Austausch. Damit bringt uns Venture Capital nicht nur die nötigen finan-ziellen Mittel, sondern auch Know-how, um unsere Pläne in die Tat umzusetzen“, freut sich Graber. Dirk Graber Mirko Caspar ÜBERSICHT STANDORT = BERLIN GRÜNDUNGSJAHR = 2007 GO-LIVE ONLINE-SHOP = APRIL 2008 MITARBEITERZAHL = MEHR ALS 250 UMSATZ (2013) = 47 MIO. EURO ANZAHL KUNDEN = ÜBER 1.000.000 INVESTOREN = XANGE, DN CAPITAL, HIGH-TECH GRÜNDERFONDS, GRAZIA EQUITY, SCOTTISH EQUITY PARTNERS BETEILIGUNGSZEITRAUM = SEIT 2008
  37. 37. Der Kampf gegen Krebs ist eine der größten Herausforde-rungen 36 37 an die moderne Medizin. Allein in Deutschland erkranken jedes Jahr eine halbe Million Menschen neu. Daher ist es essenziell, Synergien zwischen Forschung und Wirtschaft zu finden. Ein Paradebeispiel für die Zusammenarbeit von medizinischem Pioniergeist und Unternehmertum ist die immatics biotechnologies GmbH. In der Entwicklung von Impfstoffen zur Behand-lung von Krebs gehört immatics zu den inno-vativen Kräften in der heutigen Medizin. IMMATICS BIOTECHNOLOGIES GMBH: AKTIV GEGEN KREBS Mit Hilfe seiner Technologieplattform XPRESIDENT® erforscht immatics neuartige Krebs-antigene mit dem Ziel, die molekulare Zusammenset-zung der Tumore zu verstehen und so die bestmög-liche Behandlungsmethode für Krebspatienten zu finden. Diese Antigene bilden die Basis für die Entwicklung thera-peutischer Krebsimpfstoffe und anderer Immuntherapien, die den körpereigenen Immunzellen dabei helfen können, Herr über den Tumor zu werden. Seit 2005 wird der am wei-testen entwickelte Impfstoff von immatics, IMA901 gegen Nierenkrebs, in den USA und Europa an circa 340 Patienten getestet und befindet sich in der finalen Zulassungsphase. Weitere Bestandteile der Produktpalette von immatics sind Impfstoffe, die u.a. zur Behandlung von Darmkrebs und Hirntumoren eingesetzt werden und die sich ebenfalls durch ihre sehr geringen Nebenwirkungen auszeichnen. immatics wurde im Jahr 2000 mit der Unterstützung von Wagniskapital gegründet. Zu den investierenden Venture- Capital-Gebern zählen die KfW, dievini Hopp Biotech hol-ding, Wellington Partners, MIG AG, AT Impf GmbH und Gra-zia Equity. Die KfW gehört mit ihrem ERP-Startfonds zu den ersten Investoren von immatics. „Uns haben die Forschungsergeb-nisse und die Aus-sicht auf die Fort-schritte für die Be-handlung von Krebs durch immatics- Produkte überzeugt. Auch haben das Geschäftsmodell und die Management- Qualitäten dafür gesprochen, in immatics zu investieren. Das Potenzial, das immatics bietet, ist sehr groß und zeigt, wie wichtig es ist, in den Forschungsstandort Deutschland zu investieren, um die Forschungsergebnisse auch in greif-bare Produkte mit kommerziellem Erfolg umsetzen zu kön-nen“, so Esko Stahl, der bei der KfW für immatics verant-wortliche Investmentmanager. immatics hat bei vier Finanzierungsrunden über 140 Mio. Euro eingesammelt. Mit diesem Kapital wird weiter geforscht und das Unternehmen Stück für Stück vergrößert. Seit Januar 2008 unterhält immatics neben seinem Hauptsitz in Tübingen eine weitere Geschäftsstelle in München. Die Zahl der Mitarbeiter ist bis heute auf 80 festangestellte Kräfte gestiegen. Paul Higham, Vorstandsvorsitzender der M
  38. 38. immatics biotechnologies GmbH, freut sich über das nachhaltige Vertrauen der Investoren und blickt optimistisch in die Zukunft: „Das neue Kapital ermöglicht es uns, wichtige Studien durchzuführen und die nötigen Anträge für eine Marktzulassung in Europa und den USA auszuarbeiten. Es gibt einen sehr hohen Bedarf an neuen Therapien, die den Erkrankten ein längeres Überleben ohne Verlust der Lebens-qualität ermöglichen. Wir hoffen, dass unsere Produkte der Behandlung von Krebspatienten zu einem echten Fortschritt verhelfen werden.“ Ein weiterer Meilenstein in der positiven Entwicklung von immatics war der Abschluss eines strategischen Kooperationsabkommen mit dem weltweit größten Bio- Tech-Unternehmen Roche im November 2013. immatics E und Roche, das mehr als 82.000 Angestellte beschäftigt und 2012 einen Jahresumsatz von 45,4 Mrd. Schweizer Franken erwirtschaftete, planen vor allem in den Bereichen der Krebs-impfstoff- und Krebsimmuntherapieentwicklung zusammen zu arbeiten. „Wir freuen uns sehr, dass Roche uns als Strate-giepartner unterstützt. Mit den finanziellen Mitteln, den Kon-takten und dem Wissen, das wir dadurch erhalten, eröffnen sich uns völlig neue Möglichkeiten, unsere Projekte weiterzu-entwickeln. Unsere Impfstoffe könnten weltweit vermarktet werden und damit viele Menschen erreichen.“ Paul Higham ÜBERSICHT STANDORT = TÜBINGEN UND MÜNCHEN GRÜNDUNGSJAHR = 2000 MITARBEITERZAHL = 80 INVESTOREN = AT IMPF GMBH, DIEVINI HOPP BIO-TECH HOLDING GMBH CO.KG, EMBL VENTURES, GRAZIA EQUITY, KFW, L-EA, MIG AG, MERIFIN CAPITAL, NATIONAL TECHNOLOGY ENTERPRISES COMPANY, VINCI CAPITAL/RENAISSANCE, WELLINGTON PARTNERS BETEILIGUNGSZEITRAUM = SEIT 2004
  39. 39. Bequem von der Couch einkaufen – das ist dank Lap-top, Tablet oder Smartphone für viele eine willkom-mene Alternative zur Suche in überfüllten Geschäften geworden. Die Wege des Einzelhandels haben sich in den letzen Jahren stark verändert. Für Online-Shops stellt die adäquate Systemausstattung bei einer immer größer werden-den Nachfrage eine Herausforde-rung dar. Als Dienstleister im Bereich E-Communication und E-Commerce stellt sich das Unternehmen novomind diesen Herausforderungen und deckt dabei die gesamte digitale Wert-schöpfungskette des Handels und der elektronischen Kundenkom-munikation ab. Die Sparte E-Communication richtet sich an Unternehmen und Organisationen, die mit einer hohen Anzahl an Kunden-anfragen konfrontiert sind und auf diese schnell und zuver-lässig reagieren müssen. Novomind hat eine Software ent-wickelt, die es Contact- und Servicecentern erlaubt, in einer einzigen Anwendung schriftliche Korrespondenz, Telefonan-rufe, E-Mails, Social-Media-Anfragen und Live-Chats zu bündeln. Im Bereich E-Commerce hat novomind mit seiner Tochtergesellschaft novomind iSHOP GmbH eine Online- Shop-Technologie entwickelt, die stark personalisierte Shop- Systeme zu geringen Betriebskosten ermöglicht. Zudem ermöglicht die Software novomind iPOEM seinen Kunden, sich auf großen Online-Marktplätzen wie zum Beispiel Ama-zon oder eBay zu präsentieren. Mit seinem breiten Leis-tungsspektrum gehört novomind heute zu den Technologie-führern in Europa und betreut mehr als 80 namenhafte Kunden, wie beispielsweise Der Club Bertelsmann, die Deutsche Rentenversicherung, Sixt oder auch den Versand-handel Otto. Die verschiedenen Bereiche hat sich das 1999 gegründete Unternehmen sukzessive erschlossen. Von Beginn an wurden die Gründer Peter Samuelsen und Peter Wiedekamm durch die Beteiligungsgesell-schaft Neuhaus Partners begleitet. Neuhaus Partners unter-stützte das Vorhaben der Gründer mit Kapital, aber auch mit seinem Branchennetzwerk und seiner Businessexpertise. „Der Online-Handel wächst immer mehr und, dass in die-sem Bereich auch Service-Leistungen nötig werden, hat novomind schnell erkannt. Wir waren von den Gründerper-sönlichkeiten und ihren Ideen überzeugt und konnten das Unternehmen bei seinem Wandel kontinuierlich begleiten“, erinnert sich Matthias Grychta, Managing Partner bei Neuhaus Partners. Ursprünglich arbeiteten die beiden Gründer auf ein Produkt-portfolio hin, dass sie an den Markt bringen wollten. Doch kurz vor der Marktreife kam ihnen die Dotcom-Blase und der Zusammenbruch des Neuen Marktes Anfang der 2000er Jahre in die Quere. Gemeinsam mit der Beteiligungsgesell-schaft konnte sich novomind neu aus-richten und die bis dahin gesammelten Kenntnisse in seine Dienstleistungsange-bote einfließen lassen. Die Idee ging auf: Fünf Jahre nach der Gründung waren für novomind schon 40 Mitarbeiter tätig. Durch die erfolgreiche Entwicklung war es novomind nach 2005 schließlich möglich, seine Anteile zurück-zukaufen. Dennoch trennten sich die Wege von Neu-haus Partners und novomind nicht vollständig. Auf-grund der guten Zusammenarbeit engagiert sich Grychta auch heute noch im Aufsichtsrat von novomind. Die Eigen-tümerverhältnisse bei novomind änderten sich zuletzt 2012, als Gründer Wiedekamm beschloss, sich aus der Firma zurückzuziehen. Nach kurzer Zeit konnte mit Hilfe der Haspa BGM Beteiligungsgesellschaft für den Mittelstand mbH eine interne Nachfolgeregelung gefunden werden, die sicherstellte, dass die Mehrheit der Unternehmensanteile beim Management und den Mitarbeitern bleiben konnte. 38 39 NOVOMIND: VORBILD CHAMÄLEON: DURCH ANPASSUNGSFÄHIGKEIT ZUM TECHNOLOGIE-FÜHRER EUROPAS B D D
  40. 40. Heute arbeiten bei novomind mehr als 170 Mitarbeiter. Als Arbeitgeber wurde das Unternehmen mehrfach aus-gezeichnet: Den Platz als „Hamburgs Bester Arbeitgeber“ hat novomind sechs Mal in Folge bekommen. Zudem H wurde das Unternehmen bei einem Wettbewerb der Beratungs-gesellschaft EY (Ernst Young GmbH) zum Entrepreneur des Jahres 2013 gewählt. Mit seinen einfach zu bedienenden Systemen gehört novomind zu den Outperformern der Branche und möchte dies auch bleiben. Die gleichmäßige Stärkung seiner vier Leistungssegmente sowie stetiges nachhaltiges Wachstum bleiben die Unternehmensziele für die nächsten Jahre. Thomas Köhler Peter Samuelsen Stefan Grieben ÜBERSICHT STANDORT = HAMBURG GRÜNDUNGSJAHR = 1999 MITARBEITERZAHL = MEHR ALS 170 INVESTOREN = NEUHAUS PARTNERS, HASPA BGM - BETEILIGUNGSGESELLSCHAFT FÜR DEN MITTELSTAND BETEILIGUNGSZEITRAUM = NEUHAUS PARTNERS 1999 - 2005, HASPA BGM SEIT 2012
  41. 41. Beim Kundendienst für elektronische Geräte geht es vor allem darum, die Kunden nach dem Kauf einer Ware zu betreuen, defekte Geräte zu reparieren, das Ersatzteilsor - timent zu verwalten und eine effiziente Logistik zu gewähr-leisten. Das Management dieser Prozesse ist sehr komplex, viele der größten Hersteller haben mit dieser Herausforde-rung weltweit zu kämpfen. Der Customer-Care-Spezialist B2X übernimmt den kompletten Kundenserviceprozess für Global Player aus der Unterhaltungselektronik-Branche. Was als Projektauftrag für den ehemaligen Handyhersteller BenQ Mobile begann, entwickelte sich zur preisgekrönten Service-Plattform. B2X: VOM PROJEKTAUFTRAG Branchenexperten zufolge werden bis 2017 rund 19 Milliarden elektronischer Geräte in Gebrauch sein – mit einem potentiellen Reparaturvolumen von etwa 1,9 Milliarden Geräten jährlich. Die umfangreichen logistischen Teilprozesse des Kundendienstes lagern Her-steller daher mehr und mehr an spezialisierte Customer- Care-Dienstleister aus. Vor einigen Jahren unterstützte B2X das Unternehmen BenQ Mobile dabei, ein Customer- Service-Programm für mobile Geräte zu etablieren. Nach-dem BenQ das Handygeschäft einstellte, verlagerte sich der Schwerpunkt auf die Kundenbetreuung von über 50 Millionen Geräten, die noch unter Garantie waren. B2X-Gründer Karim Barkawi erkannte das große Potenzial einer OEM-Multi-Vendor-Plattform zur Kundenbetreuung und gründete B2X im Jahr 2007. Im darauffolgenden Jahr fand B2X erstmals seine Nische im Backend-Reparaturma-nagement. Mit der Entwicklung einer entsprechenden Technologieplattform gelang es dem Unternehmen auf effiziente Weise eine erstklassige Kundenbetreuung bereitzustellen – und das weltweit. Die Technologieplatt-form schaffte erstmals Transparenz hinsichtlich Reparatu-ren, Ersatzteilen und Logistik im Falle von defekten Gerä-ten. Damit avancierte B2X rasch zum One-Stop-Shop für OEMs. Volumenkonsolidierung und Skaleneffekte trugen ihren Teil dazu bei, dass die Kunden Millionen einsparen konnten. Doch um die neuen Blue-Chip-Kunden auf globaler Ebene umfassend unterstützen zu können, waren zunächst zusätzliche finanzielle Mittel nötig. Karim Barkawi wandte sich an Grazia Equity und Earlybird, die B2X sowohl mit der Finanzierung als auch mit der stra-tegischen Beratung zur Seite standen. B2X hat seitdem sein Portfolio um innovative Frontend-Lösungen erweitert. Es wurde ein ganzheitliches Serviceangebot geschaffen, das Benutzern bereits hilft, bevor eine kostspielige Reparatur erforderlich ist. „Nach einem ersten Gespräch mit Grazia Equity und Earlybird war uns klar, dass wir die gleichen Ziele 40 41 ZUR GLOBALEN ERFOLGSSTORY B D
  42. 42. verfolgten, und wir die richtigen strategischen Partner gefun-den hatten“, so Barkawi. „Mit unserer Finanzierungsbasis waren wir in der Lage, neue Lösungen zu entwickeln, zu wach-sen und unsere Technologieplattform schnell zu erweitern. Heute bieten wir Kundenbetreuung in 110 Ländern, für mehrere der Top-10-Hersteller von Mobilgeräten weltweit.“ Die B2X Smart-Service-Plattform deckt die Kundenbetreuung für alle Beteiligten im Markt für Mobilgeräte ab, also Hersteller, Versicherungsanbieter, Mobilfunkbetreiber und Händler für Unterhaltungselektronik. Seit der Gründung ist das Unternehmen auf mehr als 300 Mitarbeiter in 32 Ländern gewachsen. Zum Ende des Geschäftsjahres 2013 rechnet B2X mit mehr als 250 Mio. Euro Umsatz und mehr als zehn Millionen Customer-Care-Transaktionen. „B2X verfügt über ein starkes Management-Team mit einer nachweislichen Erfolgsbilanz. Die dynamische Herangehensweise hat das Unternehmen zum Marktführer gemacht“, erklärt Hendrik Brandis, Partner bei Earlybird. Mit Blick auf die Zukunft hat sich B2X zum Ziel gesetzt, zwei-stellige Wachstumsraten aufrechtzuerhalten und die Kunden-basis weiter auszudehnen. Produktinnovationen wie In-Shop- Konzepte, mobile Anwendungen und webbasierte Lösungen werden dem Unternehmen helfen, weiter zu wachsen und seine Führungsposition zu behaupten. Ultimatives Ziel ist es, die erste Adresse für die Kundenbetreuung im Bereich Elek-tronikgeräte weltweit zu werden. S Karim Barkawi ÜBERSICHT STANDORT = MÜNCHEN GRÜNDUNGSJAHR = 2007 MITARBEITERZAHL = MEHR ALS 300 INVESTOREN = GRAZIA EQUITY GMBH, EARLYBIRD VENTURE CAPITAL BETEILIGUNGSZEITRAUM = SEIT 2009
  43. 43. Am Anfang der Turtle Entertainment GmbH (Turtle) stand die Idee: der Leidenschaft für kompetitives Spielen von Video-Games eine Plattform zu geben, den elektronischen Sport (eSport) zu professionalisieren und damit weltweiter Marktführer in der Vermarktung und Ausrichtung von eSport zu werden. Zugegeben, im Jahr 2001 benötigte man ein gewisses Maß an Vorstellungskraft, um das Potenzial hinter der Idee zu erahnen. Vom Glauben an eine solche ganz zu schweigen! Einzelne Personen und ganze Teams spielten damals bereits einige wenige, aber dafür umso beliebtere Video-Games online gegeneinander. Die Plattform bot Turtle mit der eSport-Liga „Electronic Sports League“ (ESL). „Turtle war das erste Unternehmen Europas, das sich ganz auf die Vermarktung von eSport fokussierte. Wir haben seit Ende der 90er Jahre bereits Wettbewerbe und Turniere für unterschiedliche Computerspiele im Internet und auf lokalen Events veran-staltet”, so Ralf Reichert, Gründer und Geschäftsführer bei Turtle. Im damaligen Businessplan hieß es, jeder 1.000 Bür-ger in Deutschland spiele bereits in einer Online-Liga von Turtle. Heute ist es jeder 50ste. „Turtle war bei der Gründung ein sogenannter ,first mover‘ – es gab kein vergleichbares Vorhaben zu dieser Zeit und ent-sprechend keine Benchmarks”, so Heinrich Zetlmayer, Geschäftsführer bei Turtle. Die Industrie erfand sich neu und bewegte sich in einem hochdynamischen, aber zugleich unsicheren Marktumfeld. Turtle entwickelte sich nach der Gründung in kleinteilige Einheiten, die untereinander nicht die Organisation und geordneten Prozesse vorweisen konn-ten, die ein stark wachsendes Unternehmen benötigt. Dr. Tobias Engelhardt von Dr. Engelhardt, Kaupp, Kiefer Unternehmensbeteiligungen (EKKUB), erinnert sich, wie er um die Jahrtausendwende vom Gründerteam angesprochen wurde: „Damals fielen Begriffe wie ,Cyberathletes‘ oder ,Pro Gamer‘, die eine neue Ära des Sports prägen würden – den Sport des 21sten Jahrhunderts. Wir waren bereit, das Risiko einzugehen, und den Gründern eine Chance zu geben, den eSport voranzutreiben.“ Seitdem sich die EKKUB im Jahr 2001 an Turtle beteiligt hat, ist viel passiert. Das Spielen von Video-Games ist heute so beliebt wie nie zuvor. Die benötigte Hardware erhält immer bereitwilliger Einzug in die weltweiten Wohn- und Kinder-zimmer und die Kommunikation mit Freunden über das Headset ist für viele heute Alltag. Mit der EKKUB gewann man einen Partner, der Wachstums-unternehmen mit seinem „hands-on“-Ansatz in allen Kern-bereichen des Unternehmensaufbaus eng begleitet. Schnell wurde dank des Know-hows der Beteiligungsgesellschaft 42 43 TURTLE ENTERTAINMENT: ÜBER SICH HINAUSWACHSEN E
  44. 44. allen klar: Wenn Turtle zu einem marktführenden Player in der Vermarktung von eSport werden wolle, musste das Geschäftsmodell klar strukturiert werden. Gemeinsam wurde beschlossen, sich von Nicht-Kern-Geschäftsfeldern zu lösen und neue, ergänzende Unternehmensbereiche zu schaffen, um ein in sich selbst verstärkendes „Ecosystem“ zu bekom-men. Hierzu gehörte auch der Fokus auf bestimmte Kernländer und die Professionalisierung der Personalstruktur – heute zählt Turtle das beste Senior-Team in der eSport-Industrie weltweit. Turtle beschäftigt rund 150 Mitarbeiter und erwirt-schaftet einen Umsatz von rund 20 Mio. Euro. Im Jahr 2009 entschied man sich, zwei weitere Investoren an Bord zu holen, um die Internationalisierung weiter voranzutreiben. Mit Omnes Capital (vormals Crédit Agri-cole Private Equity) und venturecapital.de VC (vormals I Corporate Finance Partners) konnten sehr gut vernetzte Investoren gewonnen werden. Sie ermöglichten Turtle in ganz Europa, Asien und Südamerika Fuß zu fassen. Zuletzt wurden Büros in Los Angeles, USA, und Russland eröffnet. In der ESL sind heute über 5 Millionen aktive Spieler regis-triert, die in über 600.000 Matches pro Monat ihre Wett-kämpfe austragen. Über den eigenen IPTV-Kanal ESL TV, ESL’s Webportale und Social Media-Aktivitäten verfolgen rund 71.500.000 Menschen aus 181 Ländern die zahlreichen Wettkämpfe – im Jahr 2013 wurden über 203 Millionen Sessions an den Bildschirmen verfolgt. Damit rückt die Vision des Welt-Marktführers in greifbare Nähe. Ralf Reichert ÜBERSICHT STANDORT = KÖLN GRÜNDUNGSJAHR = 2001 MITARBEITERZAHL = 150 INVESTOREN = DR. ENGELHARDT, KAUPP, KIEFER UNTERNEHMENSBETEILIGUNGEN GMBH, OMNES CAPITAL (VORMALS CRÉDIT AGRICOLE PRIVATE EQUITY); VENTURECAPITAL.DE VC (VORMALS CORPORATE FINANCE PARTNERS); MANAGEMENT BETEILIGUNGSZEITRAUM = SEIT 2001
  45. 45. Was haben Pharma-Produkte, Corn Flakes und Waschmittel gemeinsam? Aus all diesen Produkten ist die industrielle Biotechnologie nicht mehr weg zu denken. Von Enzymen in Waschmitteln zur Entfer-nung von Schmutzflecken über Biokatalysatoren in der Her-stellung von Lebensmitteln wie Corn Flakes bis zu Mikroor-ganismen für die Produktion von Vitaminen, Antibiotika und W Wirkstoffen – überall spielt sie eine wesentliche Rolle. In die-sem spannenden Umfeld ist die c-LEcta GmbH aktiv und nutzt als Basis die Schätze der Natur. c-LEcta entwickelt und produziert Enzyme und Mikroorganismen für die Industrie, wobei die von c-LEcta maßgeschneider-ten Werkzeuge dazu bei-tragen, Herstellungspro-zesse zu beschleunigen, Kosten zu senken und gleichzeitig die Umwelt zu schonen – ein wichtiger Vorteil, sowohl öko-nomisch als auch ökologisch. Das Leipziger Unternehmen hat sich in weniger als zehn Jahren vom Universitäts-Start-up mit zwei Mit-arbeitern zum Premium-Partner der Industrie gemau-sert. Heute arbeiten etwa 50 Mitarbeiter für c-LEcta. 2008 wurde das erste Produkt in den Markt eingeführt, seit-her sind zahlreiche weitere gefolgt und die Produkt-Pipeline wurde in den letzten Jahren weiter ausgebaut. 2014 hat das Unternehmen Partnerschaften mit namhaften Firmen wie Henkel, dem Deutschen Milchkontor und Novozymes, dem weltweit führenden Enzym-Unternehmen, bekannt gegeben. Basis für das damalige Start-up war eine an der Universität entwickelte Screening-Technologie, mit der es möglich ist, mit höchster Geschwindigkeit Enzyme auf die gewünschten Eigenschaften hin zu analysieren. Die Idee war, dieses Ver-fahren für die Entwicklung neuer Produkte einzusetzen bzw. bestehende Produkte res-sourcen- und umweltschonen-der bei gleichzeitig geringeren Kosten herzustellen. Doch dafür sind Labore notwendig und teure Messgeräte müssen angeschafft werden. „Nur mit Hilfe von Venture Capital war es uns möglich, die technischen Ideen zu realisieren. SHS ist ein hervorragender Partner, der uns sowohl mit Kapital, als auch mit seinem Wissen zur Seite steht“, so der Gründer Dr. Marc Struhalla. Mit der SHS Gesellschaft für Beteiligungsmanagement, die sich an wachstumsstarken Unternehmen in den Bereichen Med-tech/ Life Sciences als Lead-Investor beteiligt, konnten dem Unternehmen Finanzmittel in signifikanter Größenordnung zur Verfügung gestellt werden. Diese Mittel wurden auch dafür eingesetzt, um eigene Produkt-Entwicklungen wie das Acrylaway HighT zu finanzieren, die dem Unternehmen 44 45 C-LECTA: MIT DENSCHÄTZEN DER NATUR PREMIUMPARTNER DER INDUSTRIE D
  46. 46. heute ein nachhaltiges und schnelles Wachstum ermöglichen, berichtet Dr. André Zimmermann, Partner bei SHS. „SHS agiert dabei nicht nur als reiner Kapitalgeber, sondern steuert auch 20 Jahre Business-Erfahrung bei, von der Anbahnung von Geschäftskontakten, über die Positionierung im Markt bis hin zu neuen Produktansätzen.“ Der Schritt hin zur Entwicklung und Markteinführung eigener Produkte ist enorm wichtig für ein Unterneh-men, um langfristig zu wachsen und damit auch nachhaltig Arbeitsplätze zu schaffen. Das Risiko in dieser Unterneh-mensphase ist jedoch aus Sicht klassischer Finanzierungs-partner wie Banken zu hoch, weshalb ein branchenerfahrener D Venture-Capital-Investor häufig der Partner der Wahl ist. Heutzutage bietet die c-LEcta ihren Partnern deutlich mehr als den Zugang zu einer wichtigen Technologie. Zudem ist das Unternehmen zu einem gefragten Ansprechpartner in der gesamten Breite der Wertschöpfung – von der Patentanmel-dung bis zur Zulassung – für die Industrie geworden. Gerade diese fundierten Kompetenzen werden von Partnern geschätzt. Auch die auf Nachhaltigkeit achtenden Investoren der SHS Fonds, z. B. Pensionskassen und Family Offices, sind von der Entwicklung des Portfolio-Unternehmens angetan. Dr . Marc Struhalla ÜBERSICHT STANDORT = LEIPZIG GRÜNDUNGSJAHR = 2004 MITARBEITERZAHL = 50 INVESTOREN = SHS GESELLSCHAFT FÜR BETEILIGUNGSMANAGEMENT BETEILIGUNGSZEITRAUM = SEIT 2008
  47. 47. Klassisches Shoppen gehen war gestern, Smartphones und Tablet-PCs ersetzen heutzutage oftmals den Stadtbummel, wie auch das Blättern in 1000 Seiten dicken Versandhauskatalogen. Fashionette.de hat den Markt für sich entdeckt und gründete Europas erstes Online-portal, bei dem sich jeder originale Designer-Handtaschen, Schmuck und Sonnenbrillen bequem in Raten kaufen kann. Fashionette.de lässt damit Luxusträume wahr werden. Dr. Fabio Labriola und Dr. Sebastian Siebert gründeten Ende 2008 „fashionette.de” mit dem Ziel, Luxus- und Premium-handtaschen auf wöchentlicher Basis zu vermieten. „Wir fan-den die Idee, Luxusartikel für jedermann möglich zu machen, von Anfang an spannend. Aus unserem Umfeld konnten wir dafür schnell Business Angels gewinnen”, so Labriola. Bereits im Sommer 2009 stiegen Sirius Venture Partners und Astutia Ventures als erste Ven-ture- Capital-Gesellschaften ein. Gemeinsam wurde das Geschäftsmodell weiter entwickelt. Heute kann man bei Fashionette.de die beliebtesten und größten Designerlabels wie Gucci, Prada, Hugo Boss und DKNY finden und sich schicke Accessoires leisten. Die Ware kostet dabei nicht mehr als im Laden, vielfach sind die Designerprodukte sogar günstiger. Die Einkäufer des Onlineshops reisen durch Europa und knüpfen direkte Einkaufsbeziehungen zu Desig-nern sowie autorisierten Händlern. Über 100 Designer sind auf Fashionette.de zu finden. Mit dem ersten B2C-Factorer konnten Sirius Venture Part-ners und das Fashionette-Management Ende 2010 die NRW.BANK als neuen Investor überzeugen. Die letzte Finanzierungsrunde erfolgte Mitte 2012. „Mit den neuen finanziellen Mitteln haben wir mit unseren bestehenden und einigen neuen Investoren nochmal richtig Fahrt auf-genommen und die Pro-zesse, Systeme und unsere Infrastruktur ver-bessert”, führt Labriola fort. Tatsächlich ist fashio-nette. de um 150 Prozent zum Vorjahr gewachsen und hat dieses Jahr bereits einen zweistelli-gen Millionenumsatz netto nach Retouren erwirtschaftet, so dass man auf EBIT-Basis ausgeglichen ist. „Wir haben damals in ein junges Team mit einer „hip-pen” Idee investiert, als der E-Commerce noch in den Kinderschuhen steckte und sind mit der Entwicklung von Fashionette sehr zufrieden”, so David Jetel, ver-antwortlicher Managing Partner bei Sirius Venture. „Weite-res Wachstumspotential im europäischen Ausland sehen wir 46 47 FASHIONETTE: VOM PIONIER ZUM HANDTASCHEN-CHAMPION IM E-COMMERCE K W
  48. 48. ebenfalls, da Fashionette bisher nur in Deutschland und Österreich aktiv sind”, ergänzt Tanja Rosendahl von der NRW.BANK. Nach vier Jahren beschäftigt das Unternehmen heute neben den beiden Gründern zwei weitere Geschäftsfüh-rer und mehr als 60 Mitarbeiter. Das Zusammenspiel aus Ein-kauf, Operations, Marketing und IT hat das Team weiter opti-miert, um auch im Jahr 2014 ein deutliches Wachstum anstre-ben zu können. KNOW-HOW UND GUTE KONTAKTE „Unsere Investoren haben ihr Vertrauen in das Management und Fashionette dadurch bewiesen, dass sie unsere Kapital-basis gestärkt, uns Zugang zu ihrem Online-Know-how gege-ben und ihr wertvolles Investoren- und Industrie-Netzwerk für uns geöffnet haben. Auch die operative und strategische Unterstützung ist für uns sehr hilfreich”, so Sebastian Siebert. Dr . Sebastian Siebert Ronald Reschke Dr . Fabio Labriola Frank Bütefür ÜBERSICHT STANDORT = DÜSSELDORF GRÜNDUNGSJAHR = 2009 MITARBEITERZAHL = 60 UMSATZ = ZWEISTELLIGER MIO. EURO BETRAG INVESTOREN = SIRIUS VENTURE PARTNERS, NRW.BANK, ASTUTIA VENTURE BETEILIGUNGSZEITRAUM = SEIT 2009

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