LEBEN UND ARBEITEN IM
AMIS
AUSLANDSEPTEMBER 2015
AUSLÄNDISCHE
SEMINAR:
© zhangyang135769 - Fotolia.com
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RECHTLICHES
EXPATRIATES
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Personalverantwortliche, die sich um die Organisation von
Entsendungen ins Ausland kümmern, stehen in der
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BDAE: Sie absolvieren derzeit ein
Praktikum bei einem Marktforschungs-
unternehmen in Shanghai. Wie sind
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Terhaar: Daxue Consulting ist ein junges und internationa-
les Unternehmen und sein Gründer kommt aus Frankreich.
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„Ich hatte noch nie so viele Menschen
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BDAE: Was war Ihr erster Eindruck, was waren Ihre ersten
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Wie schon zuvor für Touristen, ist es nun auch Ge-
schäftsreisenden möglich, vor ihrer Reise ein ETA/E-
Visum über CIBTvis...
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Ein Sturz von einem Kamel begründet keine Schadenser-
satz- oder Schmerzensgeldansprüche. Dies hat das Amts-
gericht Mün...
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RECHTLICHES
Sie sind die unbeliebtesten Souvenirs aus den Ferien:
Knöllchen für Verkehrssünden wie falsches Parken oder...
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Folgendes Szenario hat sich vor ein paar Jahren in einem
großen deutschen Unternehmen der Konsumgüterindu-
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Impat-Management sollte zentral in mindestens einer
Hand liegen
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für den Impat eine Wohnung mietet und demzufolge als Ver...
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Deutschland gehört nicht zu den beliebtesten Ländern
für Expats – exotischere Ziele wie Neuseeland, Thailand,
Panama un...
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EXPATRIATESDeutschland bietet Expats Chance auf
Karrieresprünge
Deutschland ist nicht gerade für sonniges Wetter, warmh...
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Bereits mit Wirkung zum 22. April 2015 sind Änderungen
im Hinblick auf den Beginn der Versicherungspflicht auf
Antrag z...
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com
Die belgische Fluggesellschaft Brussels Airlines hat seit
dem 14. September dieses Jahres eine ne...
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AIRBERLIN
AIRLINES
Die zweitgrößte deut-
sche Fluggesellschaft –
Airberlin – bietet ihren Pas-
sagieren mehr Beinfreihe...
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VERMISCHTES
ÜBERALL AUF DER WELT GUT ANGEZOGEN
Kleider machen Leute. Das gilt nicht nur in Deutschland,
auch bei Aufent...
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VERMISCHTES
MIT KINDERN INS AUSLAND: WAS ZU BEHERZIGEN IST
Oft kommt die Nachricht unverhofft, manchmal besteht
schon l...
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VERMISCHTES
Ängste vor der neuen Zukunft sollten ernst genommen und
rechtzeitig besprochen werden. Die Neugierde sollte...
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GESUNDHEIT
MIT DIABETIS INS AUSLAND
Auf der Wunschliste der Länder, in denen Jugendliche ein
Auslandsjahr verbringen wo...
Wer kennt sie nicht, die vielen deutschen Glücksritter,
die versuchen, ihren Traum von der eigenen Bar oder
dem Restaurant...
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WELTWEIT
Die Weltbevölkerung wird immer
älter. Aktuell beträgt die Zahl der
Über-60-jährigen bereits rund 901 Mil-
lion...
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Newsletter "Leben und Arbeiten im Ausland" September 2015

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Die September-Ausgabe des BDAE-Newsletters "Leben und Arbeiten im Ausland" ist erschienen und steht unter https://www.bdae.com/de/downloads/Leben_und_Arbeiten_im_Ausland_September_2015.pdf zum kostenlosen Download bereit.

Darin erfahren Sie beispielsweise, weshalb Schuleschwänzen wegen eines früheren Urlaubsantritts teuer werden kann und welche Dresscodes in welchen Ländern gelten.

Außerdem haben wir mit einer Studentin gesprochen, die zurzeit in Shanghai lebt und von ihren Eindrücken in dieser Megacity berichtet. Weitere Beiträge widmen sich der Frage, wie man ein Gastronomiegewerbe in Spanien gründet, was Familien mit Kindern, die ins Ausland ziehen wollen, bei der Vorbereitung beachten sollten und warum Rentner insbesondere in der Schweiz ein angenehmes Leben haben.

Außerdem finden Sie einen Beitrag über das Thema Integration ausländischer Mitarbeiter in Deutschland – ein Thema, das auch beim nächsten BDAE-Seminar (https://www.bdae.com/de/auslandsberatung/seminar_einsatz_auslaendischer_mitarbeiter.htm) im November eine Rolle spielt.

Aktuelle und ältere Newsletter-Ausgaben sowie das kostenlose Newsletter-Abo finden Interessierte unter www.bdae-ev.de/news/newsletter/.

Der BDAE e.V. wünscht eine gute Unterhaltung.

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  1. 1. LEBEN UND ARBEITEN IM AMIS AUSLANDSEPTEMBER 2015 AUSLÄNDISCHE SEMINAR: © zhangyang135769 - Fotolia.com INTERN INTERVIEW EXPATRIATE ARBEITSLOS NACH AUSLANDS- ENTSENDUNG Gratis-Dossier beschreibt Rechtslage und Lösungen. DEUTSCHE EXPATS IM AUS- LAND ZUFRIEDENER ALS EX- PATS IN DEUTSCHLAND In welchen Ländern Expats am lieb- sten leben und arbeiten. „SHANGHAI IST NICHT SO IN- TERNATIONAL, WIE MAN ES SICH VORSTELLT Wie es sich anfühlt, in der Mega- city Shangai zu leben. 1 DEUTSCHLAND
  2. 2. 2 INTERN INTERVIEW RECHTLICHES EXPATRIATES AIRLINES VERMISCHTES WELTWEIT 11 Weshalb mangelnde Integration von Impats zu bösen Überraschungen führen kann 13 Webseite für Expat-Mütter im Ausland 14 Deutsche Expats im Ausland zu- friedener als Expats in Deutschland 16 Erhebliche Nachteile für marokka- nische Expats in den Niederlanden 16 Auslandsentsendung: Änderung bei Versicherungspflicht auf Antrag in der Rentenversicherung 19 Überall auf der Welt gut angezogen 20 Mit Kindern ins Ausland: Was zu beherzigen ist 21 Von welchen Inseln die Deutschen träumen 21 Geldtransfers ins Ausland: Die Möglichkeiten 22 Mit Diabetes ins Ausland 22 Müttersterblichkeit weltweit immer noch hoch 22 Afrika: Brettspiel verbessert Hebammen-Ausbildung 23 Gastronomiegewerbe in Spanien gründen 24 In der Schweiz leben Rentner am besten 24 Saudi-Arabien: Immer mehr Frauen arbeiten GESUNDHEIT 17 Brussels Airlines 17 Cathay Pacific 17 Lufthansa 18 Airberlin 18 Swiss International Air Lines 4 „Shanghai ist nicht so internatio- nal, wie man es sich vorstellt“ 3 Arbeitslos nach Auslandsentsen- dung: Gratis-Dossier beschreibt Rechtslage und Lösungen 3 Seminar: Ausländische Mitarbeiter in Deutschland EDITORIAL 8 E-Visum für Geschäftsreisende nach Myanmar möglich 8 Schuleschwänzen wegen Urlaubsreise kann teuer werden 9 Sturz vom Kamel: Betroffener muss Schaden selbst zahlen 10Knöllchen im Ausland werden auch in Deutschland vollstreckt Liebe Leserin, lieber Leser, macnhmal sorgt ein Überraschungsei für eine Überraschung ganz anderer Art, wie ein deutsches Unternehmen, das zahlreiche ausländische Mitarbeiter beschäftigt, feststellen musste. Eine gut gemeinte Geste offenbarte erhebliche Schwachstellen bei der Integration der Fachkräfte aus dem Ausland. Welche das waren und wie eine professionelle Eingliederung von Expats in Deutschland gelingt, erläutert unser Beitrag ab der Seite 11. Viele Deutsche träumen davon, unter der Sonne Spaniens ein Gastgewerbe zu gründen und damit ihre Auswanderung mit Erfolg zu krönen. Welche Schritte dabei zu beachten sind, verraten wir auf der Seite 23. Die Schweiz gilt seit Jahren als eines der beliebtes- ten Länder, wenn es darum geht, eine neue Hei- mat zu finden. Eine aktuelle Studie hat nun herausgefunden, dass insbesondere Rentner in der Schweiz von einer hohen Lebensqualität profitieren. Mehr darüber erfahren Sie auf der Seite 24. Doch nicht nur Rentner zieht es immer wieder ins Ausland, auch Fami- lien mit Kindern schätzen es, zumindest für eine begrenzte Zeit in einer fremden Kul- tur zu leben. Unser Beitrag auf der Seite 20 beschreibt, was Eltern unter keinen Umständen vernachlässigen sollten und wie der Umzug ins Ausland gelingt. Ich wünsche Ihnen viel Spaß bei der Lektüre und denken Sie immer daran: Der BDAE begleitet Sie mit Sicherheit ins Ausland! Herzlichst, Ihr Andreas Opitz ZAHL DES der deutschen Autofahrer sind im Ausland vom Fahr- stil der Einheimischen ver- unsichert. (Quelle: CosmosDirekt) 73 MONATS PROZENT
  3. 3. Personalverantwortliche, die sich um die Organisation von Entsendungen ins Ausland kümmern, stehen in der Regel nicht nur unter Zeit- und Kostendruck, sondern haben auch die Aufgabe, Haftungsrisiken für das Unternehmen zu vermeiden oder zumindest zu minimieren. Gleichzeitig haben sie den arbeitgeberseitigen Auftrag, die zu entsen- denden Mitarbeiter vor dem Hintergrund ihrer Fürsorge- und Aufklärungspflichten nicht schlechter zu stellen als bei einer gleichwertigen Beschäftigung im Inland. Mit einer besonders großen Herausforderung sehen sich Personaler konfrontiert, sobald bei einer Mitarbeiterentsendung ins Ausland die Vo- raussetzung der Ausstrahlung der deutschen Sozialversiche- rung (SV) nicht erfüllt ist und Mitarbeiter somit nicht im deutschen Sozialsystem verbleiben können. Ein kostenfreies Dossier der BDAE GRUPPE beschreibt die Möglichkeiten, die Unternehmen und Auslandsentsandten offen stehen. Um Nachteile des berufsbedingten Auslandseinsatzes auszu- gleichen, hat die Bundesrepublik Deutschland mit einigen Staaten Sozialversicherungsabkommen (SVA) abgeschlossen, die auch die Arbeitslosenversicherung (ALV) erfassen. In Bezug auf die Versicherungsleistungen der einzelnen SVA- Länder ist jedoch Vorsicht geboten: Fallen diese Leistungen bei Arbeitslosigkeit geringer aus als es in Deutschland der Fall gewesen wäre, muss die entstandene Versorgungslücke geschlossen werden. Besonders kompliziert wird es, wenn der Mitarbeitereinsatz in einem Land stattfinden soll, mit dem Deutschland kein Sozialversicherungsabkommen hat. Auch hier bietet der deutsche Gesetzgeber eine Lösung: Das Arbeitslosenrisiko von Mitarbeitern, die aufgrund der Aus- landstätigkeit nicht in der Absicherung der deutschen Ar- beitslosenversicherung verbleiben können, soll durch das Versicherungspflichtverhältnis auf Antrag nach § 28 Drittes Sozialgesetzbuch (SGB III) abgefedert werden. Das Dossier erläutert anhand des Beispiels des fiktiven Mitar- beiters Markus Schreiber, welche Möglichkeiten der Absiche- rung im Bereich der Arbeitslosenversicherung von Mitar- beitern im Ausland bestehen. So stellt es die Absicherung des Versicherungspflichtverhältnisses auf Antrag der Bundes- agentur für Arbeit (BfA) vor und vergleicht im Ergebnis die gesetzliche mit der privaten Lösung der BDAE Gruppe bezie- hungsweise mit dessen Produkt Expat Job. 3 INTERN ARBEITSLOS NACH AUSLANDSENTSENDUNG: GRATIS-DOSSIER BESCHREIBT RECHTSLAGE UND LÖSUNGEN Das erfolgreiche BDAE-Seminar „Einsatz ausländischer Mitarbeiter in Deutschland – Impatriates erfolgreich ab- sichern und integrieren“ findet am 18. November 2015 nun zum dritten Mal in Folge unter Leitung von Omer Dotou statt. Ziel dieser eintägigen Veranstaltung ist es, Fach- und Führungskräf- ten international tätiger Unternehmen sowie Global Mobility Mana- gern die Rahmenbedin- gungen für ein erfolg- reiches Impatriate-Ma- nagement aufzuzeigen. Beim Einsatz ausländi- scher Mitarbeiter in Deutschland bestehen immer wieder Unklar- heiten hinsichtlich der korrekten Abwicklung. Welche sozial- versicherungsrechtlichen Vorgaben sind bei der Eingliede- rung des Impats zu beachten? Wann unterliegt der neue Mitarbeiter der Sozialversicherungspflicht in Deutschland? Welchen Aufenthaltstitel beziehungsweise welche Visakate- gorie benötigt der ausländische Mitarbeiter? Wann ist eine Dienstreise eine Erwerbstätigkeit und erfordert ein gültiges Arbeitsvisum? Ist der neue Mitarbeiter in Deutschland ein- kommensteuerpflichtig? Liegt ein Doppelbesteuerungsab- kommen vor? Diese und weitere Fragen will die BDAE GRUPPE gemeinsam mit Experten aus den Bereichen Zuwanderungs-, Sozialversi- cherungs-, internationales Steuerrecht und Relocation klären. Ziel ist es, den Teilnehmern ausreichend Fakten an die Hand zu geben, um Haftungsrisiken und Entsendeabbrüche zu ver- meiden. Details zur Veranstaltung (Anmeldeunterlagen und Seminar- programm) finden Interessierte hier. SEMINAR: AUSLÄNDISCHE MITARBEITER IN DEUTSCHLAND
  4. 4. 4 BDAE: Sie absolvieren derzeit ein Praktikum bei einem Marktforschungs- unternehmen in Shanghai. Wie sind Sie dazu gekommen? War es Ihr expli- ziter Wunsch, nach Shanghai zu gehen? Terhaar: Es war nicht mein explizier- ter Plan, nach Shanghai zu gehen. Die Gelegenheit, mein Praktikum dort zu absolvieren, hat sich für mich relativ spontan ergeben. Während meines Auslandsstudiums in Frankreich im Master „Entrepreneur- ship“ hat der Gründer des Unternehmens Daxue Consulting, in dem ich jetzt mein Praktikum absolviere, einen Vortrag über die Unternehmensgründung in China gehalten. Da ich sehr an der Arbeit in einer Unternehmensberatung interes- siert bin, hat mein französischer Professor mich für eine Prak- tikantestelle bei Daxue Consulting weiterempfohlen. BDAE: Sie haben zwei Auslandssemester in Frankreich ver- bracht. Warum haben Sie sich nicht für ein Praktikum in Deutschlands Nachbarland entschieden? Terhaar: Tatsächlich hatte ich auch ein Prak- tikumsangebot aus Marseille, ich habe mich dann aber für Shanghai entschieden. Obwohl ich während meines Auslandsauf- enthalts in Frankreich mehr kulturelle Unter- schiede zwischen Deutschland und Frankreich festgestellt habe als erwartet, konnte ich der „Versuchung“ China nicht widerstehen. Mit dem Praktikum in China wollte ich die Gelegenheit nutzen, über den Tellerrand von Europa herauszuschauen. Als Interna- tional-Business-Studentin bin ich an verschiedenen Kulturen interessiert. Der Wunsch mein Englisch zu verbessern, hat auch eine große Rolle gespielt. Ich fand es einfach komisch, dass mein Französisch um Längen besser als mein Englisch ist. Darüber hinaus ist China wirtschaftlich ein sehr interessanter Standort. Seit 2010 ist China nach den Vereinigten Staaten von Amerika die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt. Be- trachtet man die Wirtschaftsleitung nach Kaufkraft ist China seit 2014 sogar die größte Volkswirtschaft der Welt. Durch die Übernahme der politischen Macht der 5. Führungsgeneration im Jahre 2013 wurde ein neuer Weg eingeschlagen: China will mithilfe von Reformen eine nachhaltige Wirtschaft er- schaffen. Mir diesen Umschwung live anzuschauen, hat mich sehr gereizt – und das in der Stadt Shanghai, die das wirt- schaftliche Zentrum Chinas darstellt. BDAE: Erleben Sie etwas von diesem Umbruch? Terhaar: Natürlich ist dies ein Prozess und ich sehe allenfalls einen Ausschnitt davon. Positiv ist, dass sich die Infra- struktur deutlich verbessert. Dies hat zur Folge, dass weniger Zweiräder auf den Straßen sind. In einigen Stadtteilen sind inzwischen Motorräder verboten und stattdessen findet man nun eine Viel- zahl von umweltschonenderen E-Rollern auf den Straßen. Außerdem findet in China gerade ein Trend zu einem bewussterem Leben statt. Durchschnittlich sind 84 Prozent der Verbraucher dazu bereit, 27 Prozent mehr Geld für grüne Produkte zu zahlen. Im Vordergrund steht hier aller- dings der Schutz der eigenen Gesundheit und Sicherheit, weil Skandale häufig in der Nahrungs- und Medizinindustrie auf- treten sind. Das Kriterium der Umweltverträglichkeit eines Pro- dukts erhält von den Chinesen nur Platz drei, davor kommen Gesundheit und Sicherheit. Auffällig ist auch der Einfluss des Westens im Alltag, beispiels- weise ersichtlich an Modetrends. Was ich außerdem wahr- nehme – und das ist sicherlich symptomatisch für eine Wirt- schaft im Wandel – ist die starke Kluft zwischen Arm und Reich. BDAE: Noch einmal zurück zu Ihrem Frankreichaufenthalt: Welche interkulturellen Unterschiede haben Sie zwischen Franzosen und Deutschen wahrgenommen? Terhaar: Das waren eher Kleinigkeiten des Alltags. Zum Bei- spiel ist es in Frankreich nichts Ungewöhnliches, zu Verabre- dungen oder Terminen zu spät zu kommen. Deadlines werden im Arbeitsalltag nicht so ernst genommen, wie etwa in deut- schen Unternehmen, und nach meinem Empfinden herrscht weniger Struktur. Auch in Sachen Essgewohnheiten ticken die Franzosen anders als wir. Während bei uns die letzte Mahlzeit normalerweise gegen 19 Uhr eingenommen wird, ist es in Frankreich völlig normal, sich noch um 21 oder 23 Uhr ein Ge- richt zu kochen. BDAE: Das Unternehmen ist chinesisch; sind Sie die einzige Ausländerin dort oder gibt es international gemischte Teams? INTERVIEW „SHANGHAI IST NICHT SO IN- TERNATIONAL, WIE MAN ES SICH VORSTELLT“ Die 23-Jährige Marieke Terhaar ab- solviert zurzeit ein Praktikum in Shanghai. Im Interview erzählt sie, wie ihr erster Eindruck von der Megacity war, was sie an den Chinesen beson- ders schätzt und wie fremd ihr die Kul- tur manchmal ist.
  5. 5. 5 Terhaar: Daxue Consulting ist ein junges und internationa- les Unternehmen und sein Gründer kommt aus Frankreich. Folglich kommen viele Mitarbeiter aus Frankreich, aber auch aus Italien, England, Israel, Norwegen und natürlich China. Zurzeit arbeite ich in zwei verschiedenen Teams: Ein rein in- ternationales und ein Team mit relativ vielen Chinesen. Da die Unternehmenssprache aber immer Englisch ist, kann ich mich in beiden Teams mit allen Teammitgliedern prima ver- ständigen und die Zusammenarbeit klappt sehr gut. Was mir am Arbeiten in diesem Unternehmen äußerst gut gefällt ist, dass ich nicht nur eine neue Kultur kennen lerne. Wir diskutieren und erklären uns gegenseitig gerne die kul- turellen Unterschiede und Gewohnheiten der verschiedenen Herkunftsländer. Oft lachen wir, wenn wir ein Stereotyp oder Vorurteil einer Nation bestätigen oder entkräfteten können. BDAE: Zum Beispiel? Terhaar: Interessant ist, dass es dabei fast immer ums Essen beziehungsweise um Essgewohnheiten geht. Fast bei allen Europäern kursiert ja das Gerücht, dass Chinesen Hunde und Katzen essen. Dies ist allerdings nur in gewissen Regionen der Fall. Man darf nicht vergessen, China hat in etwa die Größe von ganz Europa! Allein in Deutschland gibt es ein riesiges Nord-Süd-Gefälle, wenn es ums Essen geht. Es ist wirklich erstaunlich, wie sehr das Kulinarische die Expats in China beschäftigt. Ein Freund von mir lebt in einem Vorort von Shanghai und vermisst die westliche Küche manchmal wahnsinnig. Um internationales Essen zu bekommen, fährt er eine Stunde mit der Metro ins Zentrum. Hier in Shanghai gibt es für chinesische Verhältnisse eine große Auswahl an internationaler Küche. So kann man beispielsweise auch mal in ein französisches Restaurant gehen oder findet einen deutschen Bäcker. Auch was das Englisch angeht, sind wir in Shanghai besser dran als in irgendeiner anderen Region Chi- nas. Die allermeisten Chinesen sprechen bislang kein Eng- lisch als Fremdsprache. „Deutsche sind in Shanghai sehr beliebt“ BDAE: Wie werden Sie als Deutsche in Shanghai wahrge- nommen? Terhaar: Sehr positiv – das hätte ich so nicht erwartet. Deutsche sind hier aufgrund ihrer Eigenschaften wie Pünkt- lichkeit, Gewissenhaftigkeit und Genauigkeit sehr beliebt. Tatsächlich habe ich hier einen gewissen Stolz auf mein Hei- matland entwickelt. Ansonsten sind die deutschen in punkto Nationalstolz im Vergleich zu anderen Kulturen eher zurück- haltend. BDAE: Inwieweit unterscheidet sich das Arbeitsleben in Shanghai von dem in Deutschland? Terhaar: Da das Marktforschungsunternehmen Daxue Consulting ein sehr internationales Unternehmen ist, unter- scheidet sich das Arbeitsleben nicht sonderlich von dem in Deutschland. Ein wichtiger Punkt im Umgang mit den chine- sischen Kollegen ist auf jeden Fall die Höflichkeit: Arbeitsauf- träge, Erklärungen, Mails etc. werden immer äußerst höflich und entschuldigend formuliert. Diesbezüglich habe ich mich schnell angepasst und stelle oft meine „deutsche direkte“ Art hinten an, auch wenn dann eventuell ein paar mehr Fra- gen gestellt werden müssen, um an die gewünschte Ant- wort zu kommen. Außerdem läuft alles etwas weniger strukturiert ab. Oft wird erst einmal „drauf losgearbeitet“ und die aktuelle Strategie nochmal neu aufgestellt oder Ter- mine sehr kurzfristig verschoben. Von Freunden, die in ihrem Praktikum oder bei der Arbeit deutlich mehr Zeit mit Chine- sen verbringen, weiß ich, dass das Arbeitsleben sich aber deutlich mehr unterscheiden kann: Eine halbe Stunde Gym- nastik statt Kaffeepause gehören dort zum Alltag. Außer- dem schlafen Chinesen gern überall – so auch in der Pause auf der Arbeit. Noch eine Besonderheit: In der Businesswelt ist es nicht un- üblich, das Thema des Meetings zu ändern: War ein Ange- bot zu einer Dienstleistung zu besprechen, bekundete der chinesische Geschäftspartner bei einem Geschäftstermin eines Freundes sein Interesse an einem Joint-Venture. INTERVIEW
  6. 6. 6 „Ich hatte noch nie so viele Menschen auf engem Raum gesehen“ BDAE: Was war Ihr erster Eindruck, was waren Ihre ersten Gedanken, als Sie in Shanghai gelandet sind und die Mega- city zum ersten Mal sahen und erlebten? Terhaar: Der Unterschied zu meiner französischen „Hei- mat“ in der naturbelassenen Provence war sehr deutlich zu spüren: Shanghai ist keine normale Stadt, sie ist wirklich eine Megastadt! Über 23 Milliarden Menschen leben hier – allein das Viertel, in dem ich wohne, hat mehr Einwohner als ganz Köln. So viele Menschen auf so engem Raum hatte ich zuvor noch nie gesehen. Als ich die Metro vom Flughafen zu mir nach Hause nahm, habe ich bei der anderthalb Stunden langen Fahrt keinen einzigen Europäer/Westler/Nicht-Asiaten gesehen. Erst im Stadtzentrum angekommen, habe ich welche getroffen. Shanghai ist eine sehr internationale Stadt, aber dennoch nicht so international wie es sich so mancher Europäer wahr- scheinlich vorstellt: Man wird ständig bestaunt und beobach- tet, aber daran habe ich mich schon total gewöhnt. Chinesen, die Shanghai besuchen und nicht aus einer der internationa- len Städte Chinas kommen, machen auch gerne Fotos von den exotischen Westlern oder möchten sie anfassen. Mein erster Eindruck war wirklich von der Menschenmasse geprägt: Durch diese Masse an Individuen kommt es nämlich dazu, dass Chinesen einen sehr groben Umgang pflegen. Sei es beim Umsteigen in der U-Bahn, beim Einkauf oder im Res-taurant – unter so vielen Menschen zu sein, heißt auch viel drängeln zu müssen und oft ist hier Durchsetzungskraft gefragt. Aber auch daran gewöhnt man sich, obwohl ich immer noch Tage habe, an denen ich den einen oder ande- ren Chinesen wegen seiner groben Art „verfluchen“ könnte. Jedoch habe ich auch die Erfahrung gemacht, dass Chinesen sehr freundlich und höflich sind: Steht man mit ihnen in einem direkten Bezug (freundschaftlich, auf der Arbeit oder es reicht auch aus, im gleichen Haus zu wohnen, seine Ein- käufe im gleichen Supermarkt um die Ecke zu machen), übertreffen sie jeden Europäer an Freundlichkeit: Da wird einem Wechselgeld aus dem Supermarkt nachgetragen, weil man mit einem größeren Schein bezahlt hat als gedacht, Auf- züge aufgehalten oder man bekommt ein Gratisgetränk, weil im Restaurant um die Ecke keiner Englisch spricht und die Karte auf Chinesisch ist, das heißt, man bestellt mal wieder ein „Überraschungsmenü“ (man weiß schlichtweg einfach nicht, was man bekommt). Außerdem darf das nette asiati- sche Lächeln auf den Lippen der Chinesen nicht vergessen werden, wovon wir uns definitiv etwas abgucken können. BDAE: Haben Sie aufgrund der Mentalität der Chinesen schon gewisse Schwierigkeiten im Alltag gehabt? Terhaar: Am meisten Schwierigkeiten bereitet mir die Sprache. Ich spreche kein Chinesisch und war mir vor der Abreise nicht darüber im Klaren, wie wenig Menschen in einer internationalen Stadt wie Shanghai Englisch sprechen. In Frankreich habe ich es sehr genossen, mich mit jedem Menschen unterhalten zu können. Meiner Meinung nach taucht man nur so richtig in eine Kultur ein. Mein Praktikum in Shanghai hat eine Dauer von drei Monaten, in denen das Erlernen einer so komplexen und andersartigen Sprache wie Chinesisch unmöglich ist. Ich versuche, so viele Wörter auf- zunehmen wie es geht, aber mein Umfeld ist durch die Sprachbarriere sehr westlich geprägt. INTERVIEW
  7. 7. 7 „Als Europäer gehört man direkt zu den Reichen – egal wie viel Geld man hat“ Eine andere Sache, die mir persönlich schwer fällt, ist die Zweiklassengesellschaft in China: Auch wenn die Mittel- schicht in China wächst, hat man als Europäer hier das Ge- fühl, dass Chinesen in Shanghai entweder reich oder arm sind. In unserem Hof vor dem Haus stehen Maseratis und auch der eine oder andere Porsche. 20 Meter weiter wird Gemüse auf dem Boden auf der Straße verkauft, weil man sich keinen Stand leisten kann. Als Europäer gehört man di- rekt zur reichen Schicht – egal wie viel Geld man im Endef- fekt wirklich hat. Dies ist natürlich ein Glück, was Gesund- heit und Lebensstandard angeht, aber ich fühle mich den- noch manchmal schlecht, wenn man diese bizarre Einkom- mensverteilung sieht. Jedoch gehört das zum wirtschaft- lichen Aufschwung in China nun mal leider dazu. Ein anderer Aspekt stellt die chinesische Ess- und Hygiene- “kultur“ dar. Das Vorurteil, Chinesen könnten sich beim Essen – der westlichen Meinung nach – nicht benehmen, kann ich definitiv bestätigen. Allerdings sind kulturelle Aspekte immer nur Ansichtssache, denn genauso komisch finden es Chinesen, wenn wir mit einem Messer – ein Werk- zeug, das IN die Küche gehört – essen. Außerdem gewöhnt man sich nach einiger Zeit an Dinge wie diese. BDAE: Sie gehören der so genannten Generation Y an, der man nachsagt, dass für Sie internationale Mobilität und Ar- beiten im Ausland völlig selbstverständlich sind. Inwieweit stimmen Sie dem zu? Wie lässt sich diese doch recht kost- spielige Mobilität (Auslandsreisen, Auslandspraktika etc.) finanzieren? Terhaar: Ich habe meinen Studiengang „International Business French“ genau aus dem Grund der internationalen Mobilität ausgewählt. Das Lernen von Sprachen, von ande- ren Kulturen und vor allem der Umgang mit Menschen an- derer Nationen macht mir Spaß. Für mich ist die inter- nationale Mobilität ein persönliches Hobby. Ich habe aber auch genügend Freunde, die keinen internationalen Studien- gang studieren und von Auslandsreisen, Auslandsstudien und Auslandspraktika begeistert sind. Ich denke, dass – vor allem, wenn man in der Wirtschaft tätig ist – ein internatio- nales Interesse schon fast Pflicht ist, da unsere Märkte heut- zutage global funktionieren. Natürlich ist diese Mobilität kostspielig. Jedoch gibt es auch viele fördernde Programme: Während meines Auslandsauf- enthalts in Frankreich habe ich zum Beispiel das Erasmus- Stipendium bekommen. Ansonsten habe ich mir viel durch Nebenjobs (wie zum Beispiel Kellnern) während des Studi- ums finanziert. Dennoch: Ohne die Unterstützung meiner Eltern wären Studium und derartige Auslandsaufenthalte undenkbar und ich bin ihnen sehr dankbar dafür. BDAE: Was hat Ihnen der Auslandsaufenthalt bislang für Ihre persönliche Entwicklung gebracht? Terhaar: Ich verstehe noch besser, wie andere Menschen ticken und warum sie sind, wie sie sind. Dadurch empfinde ich mich auch als toleranter als vor meinen Auslandsaufent- halten. Auch bin ich wesentlich gelassener geworden durch die Erfahrung, dass man nicht immer alles bekommt, wie man es sich vorgestellt hat. Durch meine vielfältigen Erfah- rungen bin ich außerdem wesentlich spontaner und auch angstfreier geworden. So war ich kürzlich das erste Mal al- lein im Urlaub – das hätte ich mich vor wenigen Jahren noch nicht getraut. All das verschafft mir zudem eine größere Un- abhängigkeit als je zuvor. INTERVIEW
  8. 8. Wie schon zuvor für Touristen, ist es nun auch Ge- schäftsreisenden möglich, vor ihrer Reise ein ETA/E- Visum über CIBTvisas zu beantragen. Voraussetzung für die elektronische Beantragung ist die Einreise über die interna- tionalen Flughäfen von Yangon, Mandalay oder Nay Pyi Taw und eine bereits abgeschlossene Hotelbuchung. Findet die Einreise über den See- oder Landweg statt, empfiehlt CIBTvi- sas ein herkömmliches Business Visum. Das Business-ETA/E-Visum ist für 90 Tage gültig und berech- tigt zu einem Aufenthalt von maximal 70 Tagen. Zusätzlich zu den touristischen Bestimmungen werden für Business-Rei- sende ein Einladungsschreiben und eine Registrierungsbe- scheinigung der Firma in Myanmar benötigt. Gegenüber dem sogenannten „visa on arrival“/„Visum bei Ankunft“ bietet die Einholung eines ETA/E-Visums über CIBT- visas vor Reiseantritt folgende Vorteile: • Reisende haben die Sicherheit, ihr Einreisedokument schon vor Reiseantritt in den Händen zu halten. • Touristen sparen sich die Zeit, am Zielflughafen ihr gültiges Einreisedokument ausfindig zu machen und in Empfang zu nehmen. • CIBTvisas-Kunden brauchen zur Beantragung lediglich eine Reisepasskopie zur Verfügung stellen. Damit bleibt der Reisepass verbleibt in ihren Händen. Über diesen Link kann das Business-Visum für Myanmar be- quem beantragt werden. Einfach das Reiseland “Myanmar” und die Visumkategorie “Business (Electronic)” auf der CIBT- visas-Website wählen. E-VISUM FÜR GESCHÄFTSREISENDE NACH MYANMAR MÖGLICH Zu Beginn der Schulferien werden in der Regel die Flug- tickets und Urlaubsunterkünfte wesentlich teurer. Einige Familien fliegen deshalb schon etwas früher in den Urlaub und melden ihre schulpflichtigen Kinder vor dem eigentli- chen Ferienbeginn krank, um sie aus der Schule zu nehmen. Diese Praxis kann jedoch ein Bußgeld nach sich ziehen. Einem Focus-Online-Bericht zufolge ahnden beispielsweise im Bundesland Hessen Schulämter das Schuleschwänzen mit 100 Euro, ab sechs Fehltagen mit 150 Euro. In Nordrhein- Westfalen kann das Kurzzeitschwänzen bis zu 1.000 Euro kosten. Berlin verlange sogar mehr als 2.000 Euro Strafe. In Bayern wiederum liegt das Bußgeld zwischen fünf und 1.000 Euro. In Bremen, Hamburg, Hessen und Mecklenburg-Vor- pommern können Geldstrafen zwischen 50 und 300 Euro pro geschwänztem Schultag verhängt werden. Im extremen Fällen erlaubt das Gesetz sogar eine Geldstrafe bis zu 180 Tagessätzen beziehungsweise von bis zu 6 Monaten Frei- heitsstrafe, heißt es auf der Seite www.schulferien.eu. Ob und in welcher Höhe das Schulamt ein Bußgeld verhängt, wird von den Schulämtern stets im Einzelfall entschieden. Für gewöhnlich fliegt das Schuleschwänzen bei der Passkon- trolle am Flughafen auf, wenn etwa dem Zollbeamten auf- fällt, dass ein Kind eigentlich noch die Schulbank drücken müsste. Immer wieder kommt es auch vor, dass sich Schüler Klassenkameraden oder dem Lehrer gegenüber verplappern und dieser den Verstoß an die Behörde meldet. Zwar gibt es die Möglichkeit, Kinder vom Unterricht zu be- freien, allerdings gelte das Argument, ein billigeres Flugticket zu erstehen in der Regel nicht. Hinzu kommt, dass es keinen Rechtsanspruch auf das Befreien vom Unterricht gibt. SCHULESCHWÄNZEN WEGEN URLAUBSREISE KANN TEUER WERDEN RECHTLICHES 8 © charles taylor - Fotolia.com © Trueffelpix - Fotolia.com
  9. 9. 9 Ein Sturz von einem Kamel begründet keine Schadenser- satz- oder Schmerzensgeldansprüche. Dies hat das Amts- gericht München in einem Urteil vom 24.06.2015 (Az.: 111 C 30051/14) entschieden. Wie die Kölner Kanzlei Jansen & Kollegen mitteilt, stellt das Abwerfen vom Rücken des Ka- mels stellt ein allgemeines Lebensrisiko dar, welches keine haftungsrechtlichen Ansprüche nach sich zieht. Im betreffenden Fall stürzte der Kläger während einer zwei- wöchigen Kreuzfahrt auf dem Nil im Rahmen eines Ausflugs von einem Kamel und zog sich Frakturen an den Rippen und Prellungen am Thorax zu. Der Kläger musste für umgerech- net 13 Euro im Krankenhaus behandelt werden. Die restliche Urlaubszeit musste er sich schonen und konnte nicht den Aktivitäten nachgehen, die er für den Urlaub vorgesehen hatte. Zudem wurde durch den Sturz seine Kamera beschä- digt. Für die Schmerzen, die Krankenhausrechnung, die Be- schädigung an der Kamera und für die nutzlos aufgewandte Urlaubszeit verlangt der Kläger vom zuständigen beklagten Reiseunternehmen 3.378 Euro. Das Gericht wies den Schadens- und Schmerzensgeldan- spruch jedoch ab. Begründung: Der Kamelführer hatte kei- nerlei Einfluss auf das Tier. Dieses warf den Kläger ab, nachdem es stolperte und daraufhin scheute. Es ist keine Verhaltensweise des Kamelführers ersichtlich, die diesen Sturz hätte verhindern können. Das Stolpern des Kamels war für den Kamelführer nicht vorherzusehen. Generell sei ein solches Verhalten ein Risiko, welches man im Umgang mit Tieren hinnehmen müsse. Somit hat das Gericht entschie- den, dass weder dem Kamelführer noch dem Reiseveranstal- ter das Verhalten des Tieres zuzurechnen sei. Einen Anspruch auf Schadensersatz und/oder Schmerzensgeld hat der Urlau- ber daher nicht. STURZ VOM KAMEL: BETROFFENER MUSS SCHADEN SELBST ZAHLEN RECHTLICHES © Lukas Gojda - Fotolia.com
  10. 10. 10 RECHTLICHES Sie sind die unbeliebtesten Souvenirs aus den Ferien: Knöllchen für Verkehrssünden wie falsches Parken oder zu schnelles Fahren im Urlaubsland. Der ADAC empfiehlt, diese Bußgeldbescheide nicht zu ignorieren, auf Plausibilität zu prüfen und danach zügig zu bezahlen. Die Bescheide – wie früher üblich – einfach auszusitzen, ist keine gute Idee: Seit dem Jahr 2010 können Strafen aus EU-Staaten auch in Deutschland vollstreckt werden. Bei fehlerhaften Bußgeldbe- scheiden oder Missverständnissen rät der Automobilclub, ju- ristische Hilfe in Anspruch zu nehmen. Vollstreckt werden Strafen aus dem EU-Ausland ab einer Ba- gatellgrenze von 70 Euro. Diese Grenze gilt für das Bußgeld zuzüglich der anfallenden Verwaltungskosten, so dass auch Strafen deutlich unter 70 Euro geahndet werden können. Ein Beispiel: Ein Bußgeld von 35 Euro, das mit einer Verwal- tungsgebühr von 35 Euro aufgeblasen wird, kann in Deutschland ebenfalls zur Vollstreckung kommen. Eingetrie- ben werden grundsätzlich nur Geldbeträge: Ein im Ausland fälliges Fahrverbot ist ausschließlich im jeweiligen Land durchsetzbar. Auch Punkte in Flensburg gibt es für Verkehrs- verstöße im Ausland nicht. Die EU-Staaten sind unterschiedlich konsequent, wenn es um die Vollstreckung der Bußgelder geht. Während zum Bei- spiel die Niederlande Bußgelder grundsätzlich in Deutschland durch das zuständige Bundesamt für Justiz eintreiben lassen, haben Griechenland, Italien und Irland den entsprechenden “EU-Rahmenbeschluss zur Geldsanktionenvollstreckung” noch nicht umgesetzt. Eine Vollstreckung von Bußgeldern aus diesen Ländern findet daher noch nicht statt. Dennoch lohnt es sich, freiwillig zu bezahlen: Reisende, die Bußgeldbescheide aus dem Ausland offen haben, droht beim nächsten Urlaub im selben Land möglicherweise eine böse Überraschung. Rechtskräftige Bußen für Knöllchen blei- ben weiterhin vollstreckbar und verjähren in Italien zum Bei- spiel erst nach fünf Jahren, in Spanien nach vier Jahren. Zu einer späteren Vollstreckung der Buße im Ausland kann es beispielsweise kommen, wenn Urlauber bei einer Verkehrs- kontrolle überprüft werden. Auch bei der Passkontrolle am Flughafen des Ziellandes fallen säumige Zahler häufig auf. Grundsätzlich skeptisch sollten Autofahrer gegenüber Forde- rungen von Inkassobüros sein. Diese Unternehmen verwei- sen in ihren Schreiben zwar häufig auf den EU-Rahmen- beschluss, der für sie jedoch nicht gültig ist. Dass die Behör- den im Ausland selbst Bußgelder von Urlaubern an Ort und Stelle eintreiben oder Sicherheitsleistungen verlangen, ist hingegen rechtlich möglich. Bei fehlerhaften oder offenkundig zu hohen Bußgeldbeschei- den rät der ADAC, unverzüglich Einspruch einzulegen und juristischen Beistand zu suchen. Das gilt beispielsweise für saftige Forderungen für Parkverstöße in Kroatien, die in die- sem Sommer von einem Notar in Pula verschickt werden. Bei ausstehenden Parkgebühren von 10 bis 40 Euro sind Urlau- ber angeblich bis zu 350 Euro unter anderem für Rechtsver- folgungskosten schuldig. Urlaubern, die nicht unverzüglich reagieren und Einspruch einlegen, droht eine Vollstreckung. Bei der Höhe der Bußgelder liegt Deutschland im europäi- schen Mittelfeld. Viele Verkehrsverstöße im Ausland werden teils deutlich härter bestraft als hierzulande. Ein Beispiel: Wer 20 km/h schneller als erlaubt unterwegs ist, kommt in Deutsch- land mit bis zu 35 Euro Verwarnungsgeld davon. In Italien werden hingegen mindestens 170 Euro fällig, in Norwegen sogar mindestens 420 Euro. Bei zügiger Bezahlung der Geldbuße für Knöllchen gewäh- ren viele Länder teils stattliche Rabatte. Je nach Land und der Art des Verkehrsverstoßes sind bis zu 50 Prozent Nachlass möglich, falls innerhalb bestimmter Fristen bezahlt wird. Be- sonders großzügige Rabatte gewähren Frankreich, Großbri- tannien, Griechenland, Italien, Slowenien und Spanien. KNÖLLCHEN IM AUSLAND WERDEN AUCH IN DEUTSCHLAND VOLLSTRECKT © corbis_infinite - Fotolia.com
  11. 11. 11 Folgendes Szenario hat sich vor ein paar Jahren in einem großen deutschen Unternehmen der Konsumgüterindu- strie tatsächlich so zugetragen: Um allen Mitarbeitern zu Ostern eine Freude zu machen, beschließt die Firmenleitung zusammen mit der Personalabteilung, jedem einzelnen Mit- arbeiter ein Überraschungsei zu schenken. Das Personalcon- trolling eruiert also, wie viele Mitarbeiter das Unternehmen monatlich auf der Payroll hat und bestellt im Ergebnis rund 1.500 Überraschungseier im Handel. Am Dienstag nach Ostermontag werden die Eier an sämtliche Mitarbeiter ver- teilt – die Überraschung scheint gelungen, denn einige Ab- teilungsleiter bedanken sich bereits im Laufe des Vormittags telefonisch bei der Personalabteilung im Namen ihrer Mitar- beiter für die nette Geste. Gegen 12 Uhr sind es allerdings die Personaler und die Chef- etage, die eine Überraschung der unangenehmen Sorte erle- ben. Warum denn die 150 ausländischen Mitarbeiter diverser ausländischer Konzerngesellschaften des Unternehmens, die es von der Produktion über den Vertrieb bis ins Marketing gibt, nicht mit einem Schoko-Ei bedacht worden sind? Es sei der Eindruck einer Zwei-Klassen-Gesellschaft im Unterneh- men entstanden und die so genannten Impats fühlten sich einmal mehr unwillkommen im Unternehmen. Für zwei is- raelische Vertriebsmitarbeiter der ausländischen Tochterge- sellschaft, die zur Unterstützung der deutschen Belegschaft eingesetzt worden waren, sei dieser Vorfall sogar der Tropfen gewesen, der das Fass zum Überlaufen gebracht hat. Nach- dem es bereits Schwierigkeiten bei der Beschaffung der Ar- beitserlaubnis gegeben hatte und ihre Familien einen holperigen Start in Deutschland hatten, wollten sie ihren Ar- beitseinsatz vorzeitig kündigen und wieder zurück in ihre Heimat gehen. Grundlagen der Mitarbeiterintegration oft nicht vor- handen Das Beispiel verdeutlich, was in vielen Firmen in punkto Inte- gration ausländischer Mitarbeiter schiefläuft: Es mangelt oft schon an Basics wie der bloßen (administrativen) Erfassung des Personals aus anderen Ländern – selbst von jenen aus Tochter- oder Muttergesellschaften. Oft bekommen die aus- ländischen Mitarbeiter lediglich einen Besucherausweis, ob- wohl sie eigentlich fester – wenn auch nur temporärer – Bestandteil der Personalstruktur eines Betriebes sind. Bei einem Incentive vergessen zu werden, ist dabei noch das ge- ringste Übel, das diesen Personen widerfahren kann. Was ist jedoch, wenn der Zoll vor der Tür steht und wissen möchte, wie viel ausländisches Personal derzeit beschäftigt ist? Nur allzu schnell kann etwa der Verdacht der illegalen Beschäfti- gung erweckt werden – und in der Regel haben zunächst jene Mitarbeiter das Nachsehen, die als Gast und zur Unter- stützung da sind. Während die einheimischen Mitarbeiter einem klaren admini- strativen Regelwerk unterliegen, gibt es für die Erfassung der ausländischen Kollegen bestenfalls nur Excel-Listen, auf die wiederum nur wenige Personen Zugriff haben, geschweige denn von der überhaupt Kenntnis besteht. Dies ist umso be- dauerlicher, als dass sich die Anwerbung und Einstellung ausländischer Fachkräfte sowie die Beschäftigung von Kolle- gen aus dem Ausland aufgrund der komplexen gesetzlichen Bestimmungen (nicht zuletzt kämpfen Unternehmen mit ver- alteten Einwanderungsbestimmungen) äußerst schwierig, langwierig und oftmals kostspielig gestaltet. Umso wichtiger sollte eine reibungslose Integration und unternehmensin- terne Willkommenskultur sein. Tatsächlich mangelt es jedoch in den meisten Unternehmen an Einarbeitungsplänen für neue ausländische Arbeitnehmer, an der Dokumentation von Arbeitsabläufen und vor allem an klar strukturierten und dokumentierten Prozessen, die die Eingliederung von Impats betreffen. Erfolgreiche Integration bedeutet weit mehr als die Suche nach einer geeigneten Wohnung für den Impat und seine Familie. Sie betrifft vor allem einen reibungslosen Ablauf bei allen personaltechni- schen Angelegenheiten. So wie die deutschen Mitarbeiter eines Unternehmens vom Arbeitgeber erwarten, dass ihr Ge- halt pünktlich auf das dafür vorgesehene Konto überwiesen wird, Urlaubsansprüche genauso wie familiäre Konstellatio- nen berücksichtigt werden, an Geburtstage oder andere Ju- biläen gedacht wird, erwarten auch Impats, dass man sie einerseits als Teil des Ganzen betrachtet und andererseits jeg- liche Nebenschauplätze ihrer Tätigkeit in Profihänden liegen. EXPATRIATES WESHALB MANGELNDE INTEGRATION VON IMPATS ZU BÖSEN ÜBERRASCHUNGEN FÜHREN KANN
  12. 12. 12 Impat-Management sollte zentral in mindestens einer Hand liegen Es ist wichtig, dass sich mindestens ein Personalverantwortli- cher um die Belange eines Impats und dessen eventuell mit eingereister Familie kümmert. Dieser muss neben der Woh- nungsfindung in der Regel Sprachkurse organisieren, sich neben der Beschaffung des Aufenthaltstitels gegebenenfalls auch um die Verlängerung desselben kümmern (hierzu ist eine entsprechende Wiedervorlage beispielsweise in der un- ternehmensinternen Datenbank unerlässlich). Er sollte zu- dem für eine interkulturelle Schulung sorgen, die steuer- und sozialversicherungsrechtliche Situation klären (auch wenn keine vertragliche Bindung des temporär beschäftigten Mit- arbeiters an das Unternehmen besteht) und auch die Bedürf- nisse des mitreisenden Partners im Blick haben. Idealerweise wird der Personalverantwortliche von einem als Mentor aus- gewählten Mitarbeiter bei seinen Aufgaben unterstützt. Ins Unternehmen zurückgekehrte Expats, die die Erfahrungen der ausländischen Mitarbeiter naturgemäß am besten nach- vollziehen können, bieten sich besonders gut als Unterstüt- zung an. Wie wichtig inzwischen die Berücksichtigung des Partners ist, verdeutlich das Beispiel eines so genannten dual-career- couples: Ein internationales deutsches Beratungsunterneh- men in Hamburg stellt nach mehr als einem Jahr intensiver Rekrutierung einen jungen männlichen Niederländer bei sich ein, der über Spezialkenntnisse im Bereich der regenerativen Energien verfügt. Dieser hat eine US-amerikanische Partne- rin, die ihm nach Hamburg folgen möchte. Allerdings findet sie keinen adäquaten Job und scheitert überdies an den Be- hördengängen, als sie eine Aufenthaltsgenehmigung bean- tragen möchte. Mehrfach schildert der niederländische Impat in seiner deutschen Firma die Probleme seiner Freundin. Al- lerdings findet er keinerlei Gehör. Nach gut einem Jahr be- schließt er, seinen auf fünf Jahre ausgerichteten Arbeitsver- trag vorzeitig zu beenden, um seine Beziehung zu retten und nimmt ein Jobangebot in Shanghai an. Dort hat seine Part- nerin mittlerweile eine gut bezahlte Stelle gefunden. Ein weiteres Beispiel zeigt, wie schnell der Einsatz eines Im- pats an scheinbar lapidaren Formalitäten scheitern kann: Ein deutsches und australisches Unternehmen fusionieren unter anderem am Standort Berlin. Der australische Konzern ent- sendet hierfür einen Interimsmanager nach Deutschland, der von seiner mit dem dritten Kind schwangeren Freundin und den zwei Kindern im Vorschulalter begleitet wird. Weil alles ganz schnell gehen muss, zieht die Familie ohne die erforder- liche Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis nach Berlin. Für den Manager organisiert die Firma nach dessen Ankunft schnell den notwendigen Aufenthaltstitel – um die schwangere Part- nerin kümmert sich niemand. Die Ausländerbehörde weiß je- doch vom fehlenden Visum der Freundin und besteht auf deren Ausreise. Weil das Paar nicht verheiratet ist, habe die Partnerin kein Recht, länger als für einen Urlaub in Deutsch- land zu bleiben. Für die Familie gleicht dies einer Katastrophe und der Interimsmanager droht mit sofortiger Kündigung. Die Personalabteilung erwirkt zumindest kurzfristig, dass die Partnerin in Deutschland geduldet wird (dafür stellt die Aus- länderbehörde eine so genannte Fiktionsbescheinigung aus) und muss nun an einer Lösung arbeiten. Das Problem: Wer in Deutschland nur geduldet ist und keinen Aufenthaltstitel hat, darf hierzulande auch keine Ehe schließen. Schlussend- lich gibt sich das australische Paar, das bereits seit 15 Jahren zusammen ist, in Dänemark das Ja-Wort und kann in Berlin bleiben. Diese Beispiele sind nur zwei von zahlreichen unterschied- lichsten Konstellationen, mit denen Personaler im Rahmen des Impat-Managements konfrontiert werden können. Sie zeigen, dass nach der erfolgreichen Integration die eigentli- che Arbeit erst beginnt: Es den ausländischen Mitarbeitern nicht nur zu ermöglichen, einen guten Job zu machen, son- dern auch dafür zu sorgen, dass sie diesen ungestört aus- üben können – ohne um ihren bloßen Aufenthalt und den ihrer Familie bangen zu müssen. Integration muss ernstgenommen werden Tatsächlich beginnt die richtige Integration erst, wenn die aufenthalts-, sozialversicherungs- sowie steuer- und arbeits- rechtliche Situation des ausländischen Mitarbeiters geklärt ist. Selbst scheinbar einfache Schritte, wie die Wohnungssu- che für den Gast, können rechtliche Konsequenzen haben. EXPATRIATES
  13. 13. 13 So ist es beispielsweise üblich, dass der deutsche Arbeitgeber für den Impat eine Wohnung mietet und demzufolge als Ver- mieter auftritt. Dies muss jedoch der Steuerberater der Firma wissen, um diesen Umstand in seinen Monatsabschlüssen zu berücksichtigen. Hinzu kommt, dass bei Mietschäden das Unternehmen haftet und für etwaige Unkosten aufkommen muss. Hier zeigt sich einmal mehr, wie wichtig die Kommuni- kation zwischen den einzelnen Abteilungen ist. Wird etwa die Beschäftigungsdauer eines Mitarbeiters von ursprünglich geplanten sechs auf acht Monaten erhöht, so sollte die Per- sonalabteilung dies zwingend wissen, um rechtzeitig eine Ausweitung der Aufenthaltsgenehmigung zu erwirken. An- dernfalls droht auch dort wieder die Gefahr einer illegalen Beschäftigung. Integration sollte also von allen Beteiligten eines Unternehmens ernstgenommen werden. Neben diesen „harten Fakten“ gilt es aber auch, den Impats schnell das Gefühl zu geben, im Unternehmen Willkommen zu sein. Dies wiederum gelingt nur, wenn Führungsebene wie Kollegen und natürlich die Impats selbst interkulturell sensibilisiert sind, also die Besonderheiten des Gastes und des Gastgeberlandes hinreichend kennen und respektieren. Wer als Unternehmen in Fragen der Integration reüssieren will und somit auch den wirtschaftlichen Erfolg sichert, sollte analog zum Entsendmanagement ein Konzept zum Impat- Management entwickeln, in dem administrative Schritte ebenso wie soziale und psychologische Faktoren der Mitar- beitereingliederung dokumentiert sind, so dass diese Leitli- nien auf die jeweiligen Einzelfälle angepasst und erfolgreich angewandt werden können. EXPATRIATES WEBSEITE FÜR EXPAT-MÜTTER IM AUSLAND Mit der Familie eine Zeit lang im Ausland leben kann vieles sein: ein Traum, eine berufliche Notwendigkeit und vor allem eine große Herausforderung. Während Famili- enväter von der Firma oft mit dem Rundum-Sorglos-Paket ausgestattet werden, bekommen die mitreisenden Partnerin- nen und Expat-Mütter meist nur ein Budget für einen Sprachkurs. Seit etwas mehr als einem Jahr gibt es mit expat- mamas.de ein Webangebot, das sich insbesondere mit den Bedürfnissen von Expat-Frauen und Müttern auseinander- setzt. Expatmamas.de ist die erste deutschsprachige Seite für Frauen, die mit ihren Familien im Ausland leben oder bald dorthin umziehen werden. Ihr Ziel ist es, Expat-Müttern mit vielen praktischen Tipps zu helfen und ihnen eine Plattform geben, um voneinander zu profitieren – egal wo auf der Welt. Die Webseite umfasst viele Lebensbereiche: von Kin- dergarten über Berufstätigkeit im Gastland bis hin zu Ge- sundheitsfragen – kein mühsames Zusammensuchen mehr im Internet, sondern alles auf einen Blick. Jedes Thema bietet außerdem über die Kommentar-Funktion die Chance, landestypische Informationen zu ergänzen oder Fragen zu stellen. Expatmamas nennt Blogs, gibt Buchtipps und listet viele weitere nützliche Websites. Darüber hinaus informiert der Newsletter monatlich über Neuigkeiten: von nützlichen Apps bis hin zu Zollfragen. Die Betreiber der Seite sind überzeugt: Je besser die Mamas die Auslandsjahre meistern, desto erfolgreicher ist diese Zeit für die ganze Familie.
  14. 14. 14 Deutschland gehört nicht zu den beliebtesten Ländern für Expats – exotischere Ziele wie Neuseeland, Thailand, Panama und Australien finden sich weiter oben auf der Rangliste als das bodenständige Deutschland. Das hat die InterNations Expat Insider 2015 Studie ergeben. Mit mehr als 14.000 Teilnehmern handelt es sich bei der Erhebung um eine der weltweit umfangreichsten Umfragen zur Lebenssi- tuation von so genannten Expatriates. Die Rangliste der beliebtesten Expat-Länder bewertet die darin verglichenen Staaten anhand von unterschiedlichen Faktoren wie Lebensqualität, finanzielle Situation der Befrag- ten, Karriere und Freundschaften im Ausland. In den meisten Kategorien nimmt Ecuador eine Spitzenposition ein: Bei- spielsweise sind 94 Prozent der dort wohnhaften Ausländer mit ihrer Freizeitgestaltung zufrieden und 91 Prozent bewer- ten ihre Lebenshaltungskosten positiv. Mit einer freundlichen Bevölkerung, schönen Stränden und schmackhafter Küche hat Mexiko das Herz vieler Expats im Sturm erobert. Mehr als vier von fünf Befragten haben sich leicht an die Kultur des Gastlandes gewöhnen können, und über 90 Prozent schätzen die Freundlichkeit der mexikani- schen Bevölkerung. Auch das hiesige Wetter schneidet bei fast allen Zuzüglern gut ab. Tatsächlich ist es einer der vier häufigsten Faktoren, die vor dem Umzug ins Ausland erwo- gen werden. Bemerkenswert: Geht es um die Frage, in welchem Land es sich am besten arbeitet, so steht Malta an erster Stelle. Dort ist die allgemeine Zufriedenheit mit dem Job sehr hoch: Mehr als zwei Drittel der Studienteilnehmer bewerten Karrie- rechancen, Arbeitszeit und das Verhältnis von Freizeit und Beruf als ideal. Nicht zuletzt fiel es den Ausländern leicht, sich in Malta einzugewöhnen: 73 Prozent hatten keine Pro- bleme dabei, neue Freunde zu finden. EXPATRIATES DEUTSCHE EXPATS IM AUSLAND ZUFRIEDENER ALS EXPATS IN DEUTSCHLAND
  15. 15. 15 EXPATRIATESDeutschland bietet Expats Chance auf Karrieresprünge Deutschland ist nicht gerade für sonniges Wetter, warmher- zige Bewohner oder eine einfache Landessprache bekannt. Aber es gilt der Umfrage zufolge als hervorragendes Zielland, um Karriere zu machen. Dieses Jahr findet man Deutschland im dementsprechenden Index auf Platz Vier. Sichere Arbeits- plätze und gute Karrierechancen machen die Bundesrepublik attraktiv – obwohl mittelmäßige Bewertungen im Bereich der Work-Life-Balance das Ergebnis etwas verschlechtern. Trotz- dem sind fast sieben von zehn Expats mit ihrer 40-Stunden- Woche zufrieden – und arbeiten damit rund zwei Stunden weniger als der globale Durchschnitt. Wenn es um sichere Arbeitsplätze geht, hat Deutschland nach Luxemburg die zweitbeste Bewertung weltweit: 96 Pro- zent der befragten Ausländer in Deutschland äußern sich po- sitiv über das Wirtschaftsklima, und 73 Prozent halten den eigenen Arbeitsplatz für sicher. Außerdem sind fast zwei Drittel optimistisch in Bezug auf die eigene Karriere. Obwohl die in Deutschland lebenden Ausländer karrieretech- nisch oft von ihrem Aufenthalt profitieren, fällt ihnen die Ein- gewöhnung schwer. In der entsprechenden Kategorie ist Deutschland auf Platz 54 von insgesamt 64 Ländern. Für mehr als die Hälfte der Befragten ist es alles andere als ein- fach, mit den Einheimischen Freundschaft zu schließen. Unter allen Umfrageteilnehmern weltweit sind knapp 40 Prozent derselben Meinung. Nur einer von neun Expats in Deutschland würde seine neuen Nachbarn als sehr freund- lich gegenüber ausländischen Mitbürgern beschreiben: die- ser Anteil ist nicht einmal halb so hoch wie der globale Durchschnitt. Zudem halten nur 12 Prozent die Deutschen im Allgemeinen für sehr freundlich; bei diesem Faktor ist der weltweite Durchschnitt sogar drei- mal so hoch. Deutsche im Ausland sind rundum zufrieden Unter den im Ausland lebenden Bundesbürgern geben 82 Prozent an, mit ihrem neuen Leben zufrieden zu sein – etwas mehr als der weltweite Durchschnitt von 77 Prozent. Viel- leicht hat ja genau diese Zufriedenheit 28 Prozent der be- fragten Deutschen dazu bewegt, anzugeben, dass sie eventuell dauerhaft im Gastland bleiben wollen. Unter allen Nationaltäten in der Umfrage ist dies der größte Anteil. Sollte sich das Leben im Zielland wider Erwarten als Flop er- weisen, können die deutschen Expats auf ihre nomadischen Verhaltensmuster zurückgreifen: 61 Prozent der im Ausland wohnhaften Deutschen haben bereits in mindestens zwei weiteren Ländern gelebt. Der weltweite Durchschnitt beträgt hingegen weniger als 50 Prozent.
  16. 16. 16 Bereits mit Wirkung zum 22. April 2015 sind Änderungen im Hinblick auf den Beginn der Versicherungspflicht auf Antrag zur gesetzlichen Rentenversicherung nach §4 SGB VI erfolgt. Die Versicherungspflicht auf Antrag zur gesetzlichen Rentenversicherung nach § 4 SGB VI ist grundsätzlich in den Fällen ratsam, in denen Arbeitnehmer bei einer Auslandsbe- schäftigung aus der gesetzlichen Rentenversicherung aus- scheiden. Eine solche Antragspflichtversicherung ist insbe- sondere denkbar, um • den Erwerbsminderungsschutz zu erhalten oder • die Anrechnung von Kindererziehungszeiten im Ausland zu ermöglichen. Dabei setzt die Antragspflichtversicherung nicht voraus, dass sich der Arbeitnehmer aus dem Inland in das Ausland begibt. Sie kommt daher auch dann in Betracht, wenn sich ein Ar- beitnehmer bereits im Ausland befindet beziehungsweise das Beschäftigungsverhältnis im Ausland bereits besteht. Rechtslage bis zum 21. April 2015 Bisher begann die Versicherungspflicht auf Antrag zur ge- setzlichen Rentenversicherung mit dem Tag, der dem Ein- gang des Antrags folgte und frühestens mit dem Tag, an dem die Voraussetzungen eingetreten waren. Rechtslage ab dem 22. April 2015 Nun beginnt die Versicherungspflicht mit dem Tag, an dem erstmals die Voraussetzungen vorliegen, wenn sie innerhalb von drei Monaten danach beantragt wird, sonst mit dem Tag, der dem Eingang des Antrags folgt (§ 4 Abs. 4 Nr. 1 SGB VI NF). Kommentar vom Rentenberater Omer Dotou (BDAE GRUPPE): „In unserer Beratungspraxis haben Unternehmen und Arbeitnehmer erst nach unseren Empfehlungen die Ver- sicherungspflicht beantragt, so dass fast jede zweite An- tragsstellung zu spät kam. Dies führte dazu, dass die Zeit zwischen dem Entsendebeginn und der Antragstellung vom Rentenversicherungsträger nicht berücksichtigt wurde. Folg- lich war der Rentenversicherungsverlauf des Arbeitnehmers lückenhaft. Die Änderung ermöglicht nun auch nach Beginn einer Auslandstätigkeit lückenlos in der Rentenversicherung zu verbleiben. Dafür dürfte die eingeräumte Dreimonatsfrist ausreichen.“ EXPATRIATES AUSLANDSENTSENDUNG: ÄNDERUNG BEI VERSICHERUNGSPFLICHT AUF ANTRAG IN DER RENTENVERSICHERUNG Seit vier Jahren verhandeln die Niederlande und Marokko die Anpassung des seit 1972 bestehenden Sozial- versicherungsabkommens bezüglich der Behand- lung von Niederländisch-Marokkanern nach ihrer Rückkehr ins Heimatland. Minister Lo- dewijk Asscher möchte die in Marokko ge- zahlten holländischen Leistungen dem Lebensstandard vor Ort anpassen. Dies würde allerdings eine Reduzierung der holländischen Benefits vor Ort bedeuten, da das Leben in Marokko deutlich günsti- ger ist als das des nordischen Abkommen- partners. Betroffen wären Niederländisch- Marokkaner, die nach einigen Jahren wieder in ihr Heimatland zurückkehren und etwa Anspruch auf eine holländische Rente haben. Die Regierungspar- tei VVD (Volkspartij voor Vrijheid en Democratie) möchte das Sozialversicherungsabkommen nun komplett abschaf- fen. Auch in Deutschland wurden in der Vergan- genheit Nicht-Unionsbürgern die Renten- zahlungen, die im Ausland bezogen wurden, um 30 Prozent gekürzt. Auf- grund des am 1. Oktober 2013 in Kraft getretenen „Gesetzes zur Verbesserung der Rechte von international Schutzbe- rechtigten und ausländischen Arbeitneh- mern“ werden aber seither Renten aus in Deutschland zurückgelegten Beitragszeiten ungekürzt in alle Länder ausgezahlt. ERHEBLICHE NACHTEILE FÜR MAROKKANISCHE EXPATS IN DEN NIEDERLANDEN © ferkelraggae - Fotolia.c om © kikkerdirk - Fotolia.com
  17. 17. © goritza - Fotolia. com Die belgische Fluggesellschaft Brussels Airlines hat seit dem 14. September dieses Jahres eine neue Direktverbin- dung zwischen Bremen und Brüssel auf dem Flugplan. Bisher dauerte die Flugreise auf dieser Verbindung mindestens dreieinhalb Stunden und die Reisenden mussten wenigstens einmal umsteigen. Die neue Nonstop-Verbindung verbindet in nur 70 Minuten die europäische Hauptstadt mit der Hanse- stadt fünf Mal die Woche. Abflug in Bremen ist mon- tags bis freitags um 19.00 Uhr mit Ankunft in Brüssel um 20.10 Uhr. Nach einem kurzen Aufent- halt startet der Embraer Regional Jet um 21.00 Uhr für den Rückflug und erreicht die Stadt an der Weser um 22.10 Uhr. Flugreisende haben in der belgischen Hauptstadt gute Anschlussmöglichkeiten zu vielen anderen Brussels Airlines Destinationen. 17 CATHAY PACIFIC Die asiatische Cathay Pa- cific erhöht ab sofort die Freigepäckgrenze auf Flügen von Frankfurt und Düsseldorf nach Australien und Neuseeland in den Rei- seklassen Premium Economy und Business Class. Statt der bisherigen 30 Kilo- gramm können Reisende der Premium Economy Class jetzt 35 Kilogramm und Fluggäste der Business Class 40 Kilogramm Freigepäck aufgeben. Dieses Angebot gilt auf allen von Cathay Pa- cific durchgeführten Flügen ab Frankfurt und Düsseldorf nach Adelaide, Brisbane, Cairns, Melbourne, Perth, Sydney und Auckland. Die Flüge können unter www.cathaypacific.com, im Reisebüro oder telefonisch unter 069 7108-777 ge- bucht werden. AIRLINES BRUSSELS AIRLINES Die größte deutsche Fluggesellschaft fliegt ab dem 27. Oktober dieses Jahres wieder nach Nairobi. Die Flugroute wird im Win- terflugplan viermal und ab dem 11. Dezember 2015 sogar fünfmal die Woche bedient. Der Airbus vom Typ A340- 300 startet jeweils diens- tags, donnerstags, samstags und sonntags (ab 11. De- zember 2015 bis Ende Ja- nuar 2016 zusätzlich auch freitags) jeweils um 11.10 Uhr in Frankfurt und er- reicht die Hauptstadt Kenias nach etwas mehr als acht Stunden Flugzeit. Der Rückflug startet am Jomo Kenyatta International Airport als Nachtflug am späten Abend und landet am Morgen des drauffol- genden Tages in der Main- metropole. Ein Hin- und Rückflug nach Nairobi kann bereits ab 649 Euro gebucht werden. LUFTHANSA © Alexandr Mitiuc - Fotolia.com © Arcady - Fotolia.com
  18. 18. 18 AIRBERLIN AIRLINES Die zweitgrößte deut- sche Fluggesellschaft – Airberlin – bietet ihren Pas- sagieren mehr Beinfreiheit auf der gesamten Lang- streckenflotte (Typ-A330) an. Insgesamt wurden fünf Reihen mit 40 zusätzlichen XL-Seats in der Economy- Class ausgestattet. Reisende erhalten damit 15 Zentime- ter mehr Beinfreiheit. Da- rüber hinaus befinden sich die neuen Sitze in den vor- deren Reihen der Flugzeug- kabine und ermöglichen so ein schnelleres Ein- und Aussteigen. Die Sitze mit mehr Beinfrei- heit können ab sofort für Flüge ab dem 1. Dezember dieses Jahres gebucht wer- den. Wer sein Ticket schon vorher gebucht hat, kann unter https://www.airber- lin.com/de-DE/cockpit einen XL-Sitz nachbuchen. Der Aufpreis für die Bu- chung eines Sitzes mit mehr Beinfreiheit gilt pro Strecke und beträgt 79,99 Euro. Kunden mit einem FlyFlex Tarif zahlen keinen Aufpreis. Teilnehmer des Vielflieger- programms topbonus kön- nen ihre gesammelten Prämienmeilen für die Reser- vierung eines XL-Seats auf der Langstrecke nutzen. Zum Start kann so ein Sitz- platz bereits für 10.000 Meilen pro Strecke gebucht werden. Diese Aktion gilt je- doch nur bis Ende des Jah- res. Für topbonus Gold und Platinum Teilnehmer ist der Sitz mit mehr Beinfreiheit sogar inklusive. © peshkov - Fotolia.com © newb1 - Fotolia.com SWISS INTERNATIONAL AIR LINES Nachdem die schweizer Lufthansatochter Swiss International Air Lines be- reits seit dem 18. August dieses Jahres für alle Flüge ab und ausgewählte Flüge nach Genf das Ausdrucken der Gepäcketiketten bereits zu Hause ermöglichte, ist dieses seit dem 1. Septem- ber auch für Flüge ab Zürich inklusive Weiterflüge (ohne Codeshare) möglich. Dieser neue Service kann die War- tezeit bis zum Boarding für Reisende verkürzen. Die Durchführung ist ganz einfach: Während des On- line-Check-ins kann der Kunde bis zu vier Gepäcketi- ketten drucken. Gleichzeitig erhält er eine zusätzliche Be- stätigung und im Anschluss auch die Bordkarte. Die Eti- ketten können regulär in DIN A4-Fomat ausgedruckt werden und werden an- schließend gefaltet mittels einer transparenten Plastik- hülle am Reisegepäck befe- stigt. Diese kann kostenlos am Swiss-Schalter am Flug- hafen bezogen und zukünf- tig für alle weiteren Reisen wiederverwendet werden. Das Check-in für das Ge- päck findet bei Ankunft am Flughafen direkt an den Self Bag Drop Schaltern oder an den herkömmlichen Schal- tern statt. Zukünftig wird dieser Ser- vice auch auf Swiss-Flüge aus dem Ausland nach Zü- rich ausgeweitet. Als erstes folgen alle Flüge aus den USA sowie von weiteren Zielen, die außerhalb der EU liegen. Auf den Swiss-Ver- bindungen ab New York (JFK) und Moskau nach Zü- rich ist das Selberdrucken der Gepäcketiketten bereits möglich. Für Abflüge aus den EU-Mitgliedsstaaten werden derzeit in enger Zu- sammenarbeit von der Inter- national Air Transport Association (IATA) und den zuständigen Behörden die rechtlichen Grundlagen ge- schaffen.
  19. 19. 19 VERMISCHTES ÜBERALL AUF DER WELT GUT ANGEZOGEN Kleider machen Leute. Das gilt nicht nur in Deutschland, auch bei Aufenthalten im Ausland heißt es, sich durch korrekte Kleidung in die entsprechende Kultur zu integrieren und Fettnäpfchen zu vermeiden. Generell gilt die Unterteilung in Dresscodes für tagsüber und für abends. Tagsüber gibt es Casual wear (legere Freizeit- kleidung), Smart casual (gehobene Freizeitkleidung), Busi- ness Casual (zwar legere Kleidung, die jedoch dem Büroalltag entsprechend sein muss) und Business Attire (formell und repräsentativ). Bei Einladungen mit dem Hin- weis „Come as you are“ darf die Bürokleidung anbehalten werden, und am Casual Friday kann man etwas entspannter angezogen im Büro erscheinen. In einigen Ländern bezie- hungsweise auch nur in einzelnen Regionen darf man bei dem Stil Casual auch in Jeans und T-Shirt arbeiten. Abends gilt die Unterscheidung in Cocktail, Black Tie (cravate noire) – bei der festliche, elegante Abendgarderobe Pflicht ist – und die gehobene Variante White Tie (cravate blanche), wobei das Tragen von Frack und langem Abendkleid obligatorisch ist. Wann Mann oder Frau was tragen darf, ist jedoch auch von Land zu Land unterschiedlich – der Dresscode, der eigentlich als Standard gilt, kann in anderen Ländern einen ganz ande- ren Stellenwert haben. In den USA beispielsweise gilt im Büro meistens “Business Standard”, also ein dunkler Anzug mit weißem oder blauem Hemd und Krawatte. Wichtig hierbei sind saubere und hochwertige Schuhe. Die Damen sollten einen Hosen- anzug oder ein Kostüm tragen, wobei die Röcke unter- halb des Knies enden müssen. Auch bei sommerlichen Temperaturen ist das Tragen von Feinstrumpfhosen Pflicht. Da beispielsweise in New York die Büroschuhe geschont werden sol- len, sieht man auf den Straßen häufig be- queme Schuhe oder auch Gummistiefel zum Business Outfit. Die passenden Schuhe werden separat mit sich geführt und kommen erst im Büro zum Einsatz. Am Casual Friday gilt auch dort: Etwas lockerer als sonst ist erlaubt, jedoch keine Jeans und T-Shirt. An den Universitäten gelten entspann- tere Regeln, dort gilt Campus Casual. Aber auch dort sollte nicht zu viel Haut gezeigt werden und auf zu provo- kante Kleidung verzichtet werden. An den Schulen gehören Uniformen zum Alltag, genauso wie beispielsweise in Dubai, Japan und Großbritannien. Krawatten meist wichtiges Detail In Kanada ist saubere und frische Kleidung besonders wich- tig. Schmutzige Schuhe sind verpönt, Hemden müssen or- dentlich gebügelt sein. Ebenso unpassend sind unrasierte Beine bei Frauen oder weiße Socken zur dunklen Hose. Die Damen sollten sich eher konservativ kleiden und bei den Her- ren besteht Krawattenzwang. Bei den Krawatten ist ebenso Vorsicht geboten. In Großbri- tannien beispielweise kann man bei der Wahl einer farblich falsch gewählten Krawatte gleich in das nächste Fettnäpf- chen treten, da fast jede Farbkombination eine Bedeutung hat. Wussten Sie, dass in Europa die Streifen der Krawatten immer von links unten nach rechts oben verlaufen? In den USA dagegen verlaufen die Streifen von rechts unten nach links oben. In Indien wird Ihr Gegenüber des Öfteren kurzärmelige Hem- den tragen, ohne Krawatte. Von Ihnen als Europäer dagegen wird korrekte Businesskleidung erwartet. Im Sommer darf zwar auf das Sakko verzichtet werden, allerdings empfiehlt sich das Tragen trotzdem, da die Büros stark klimatisiert sind. Die Damen sollten darauf achten, sich bedeckt zu halten. In Japan Pflicht: Socken ohne Löcher Bei einer Geschäftsreise nach Japan sollten im Koffer unbe- dingt Socken ohne Löcher vorhanden sein. Dort achtet man sehr auf ein gepflegtes Äußeres. Sehr häufig werden die Schuhe ausgezogen, beispielsweise in traditionellen Restaurants, Arztpraxen und Tempeln, teilweise auch in Umkleidekabinen in Modegeschäften. Auch in Japan ist die Krawatte ein absolutes Muss und unverzicht- bar, um im Business ernst genommen zu werden. Aber nicht nur die Dresscodes bestimmen, wie man sich kleidet. Auch verschiedene Religio- nen haben großen Einfluss darauf und lie- fern Vorgaben, die die komplette Garderobe oder auch nur einzelne Elemente betreffen. Auch innerhalb einzelner Länder kann es zu regionalen Unterschieden kommen, so ist bei- spielsweise in Bayern auch das Tragen der Tracht im Büro teilweise erlaubt. © WoGi - Fotolia.com
  20. 20. 20 VERMISCHTES MIT KINDERN INS AUSLAND: WAS ZU BEHERZIGEN IST Oft kommt die Nachricht unverhofft, manchmal besteht schon lange der Wunsch danach: Wir wollen oder sol- len ins Ausland. Wer alleine reist, muss viel bedenken. Wer seinen Partner mitnimmt, steht vor weiteren Hürden, aber wer dann noch mit Kindern ins Ausland umzieht, der hat ei- nige Herausforderungen mehr zu bewältigen. Das Alter spielt eine Rolle Zuerst einmal ist das Alter der Kinder entscheidend. Bis drei Jahre ist ein Umzug meist unproblematisch, solange im Aus- land eine ähnliche Betreuung des Kindes gewährleistet ist wie im Heimatland. Ab drei Jahren haben die Kinder zwar bereits erste Freundschaften geschlossen, diese sind aber nach einer Trennung schnell vergessen und neue Bande sind rasch geknüpft. Ein Kulturschock kann aber auch bereits in jungen Jahren die Kinder betreffen, so dass es zu kurzfristi- gen Rückschritten in der Entwicklung kommen kann, die sich jedoch meist schnell normalisieren. Ab dem Schulalter begin- nen die Kinder jedoch bereits, feste Freundschaften zu schlie- ßen. Daher gibt es ab diesem Alter immer mehr zu berücksichtigen. Nicht jedes Land ist geeignet Vor der Entscheidung, ob man mit Kindern den Schritt ins Ausland wagt, sollte das jeweilige Land genauer unter die Lupe genommen werden. Jede Familie ist anders und nicht jedes Land ist für jeden Typ geeignet. Eine internationale Umfrage unter im Ausland wohnhaften Eltern des Expa- triate-Netzwerkes InterNations ergab: Skandinavien und Frankreich sind die besten Auslandsdestinationen für Fami- lien mit Kindern. Der Mittlere Osten, China, Brasilien und In- dien schneiden hingegen am schlechtesten ab. Manchmal lebt man als Expat isoliert von den Einheimischen mit vielen Sicherheitsparametern um sich herum. Nicht jeder fühlt sich damit wohl. An heißen Orten ist es in manchen Monaten kaum möglich, sich tagsüber draußen aufzuhalten. Mancherorts wird nur mit dem Auto gefahren. Zu Fuß unter- wegs zu sein, ist dann kaum möglich. Manche Länder kön- nen nur mit aufwändigen Impfungen bereist werden. Nicht alle Kinder vertragen diese. Gesundheit, Sicherheit und Bil- dungsmöglichkeiten beeinflussen ebenfalls die Wahl des Aufenthaltslandes. Kindergarten und Schule Verschiedene Aspekte sind bei einem Auslandsaufenthalt mit Kind wichtig. Zum einen sind es die äußeren Einflüsse wie Kindergarten oder Schule, die genauer betrachtet werden müssen. Die Kinder deutscher Auslandserwerbstätiger wer- den offenbar in deutschsprachigen Kindergärten im europäi- schen Ausland besser betreut als hierzulande. Dies legt eine Studie des Verzeichnisses Deutscher Kindergärten im Aus- land (VDKA) nahe. Bei der Überlegung, in welche Schule das Kind gehen soll, zählen nicht nur die Gegebenheiten im neuen Aufenthalts- land, sondern auch an eine Rückkehr muss gedacht werden. Das Wissen muss so vermittelt werden, dass auch bei einer Rückkehr eine problemlose Wiedereingliederung ins deut- sche Schul- und später Universitätssystem gewährleistet ist, beispielsweise darf dazu der Deutschunterricht nicht ver- nachlässigt werden. Man hat die Auswahl aus deutschen Auslandsschulen, internationalen Schulen, lokalen Schulen und der Option des Fernunterrichtes. Verschiedene Schulen bieten Vor- und Nachteile, die es abzuwägen gilt. Bei inter- nationalen Schulen sind beispielsweise die hohe Kosten zu nennen und der ständige Wechsel der Mitschüler, was das Schließen von dauerhaften Freundschaften erschwert. An manchen Schulen in einigen Ländern soll das Tragen von Schuluniformen zur Gleichstellung von Schülern und damit zu einer besseren Verständigung beitragen, an anderen Schulen ist das Markenbewusstsein und ein bestimmter Klei- dungsstil extrem ausgeprägt. Auch dies sollte bei der Pla- nung mit einbezogen werden und bereits früh ent- sprechende Kleidung für die Kinder besorgt werden. Eine gute Vorbereitung ist wichtig Andere Faktoren für eine angenehme Zeit mit der Familie im Ausland sind eher auf der emotionalen Seite zu finden. Die Trennung vom Gewohnten und die Unsicherheit vor dem Neuen sind bei etwas älteren Kindern besonders ausgeprägt. Der erste Abnabelungsprozess von der Familie ist erfolgt und Freundschaften nehmen einen hohen Stellenwert bei den Kids ein. Nun aus dem Altgewohnten herausgerissen zu wer- den, stößt nicht selten auf Ablehnung. Eine gute Vorberei- tung auf den Umzug ist unerlässlich. Kinder sollten in die Planung miteinbezogen werden. Bilder- bücher bei den Kleinen und informative Lektüre für die Gro- ßen helfen dabei. Internetseiten und Bilder der neuen Umgebung lassen das Neue lebhafter werden und nebulöse Vorstellungen werden realer. Die Kinder sollten am Umzug beteiligt werden. Je nach Alter können sie Umzugskartons mitpacken und können dadurch beeinflussen, welche Dinge sie am neuen Wohnort sofort benötigen und was beispiels- weise verschifft wird und damit später ankommt. Dank neuer Medien ist es inzwischen recht leicht, sich über Mög- lichkeiten am neuen Wohnort zu informieren. So kann bei- spielsweise bereits von Zuhause aus nach der Option gesucht werden, ein altes, gern ausgeübtes Hobby weiter zu betrei- ben oder ein neues einmal auszuprobieren © olly - Fotolia.com
  21. 21. 21 VERMISCHTES Ängste vor der neuen Zukunft sollten ernst genommen und rechtzeitig besprochen werden. Die Neugierde sollte ge- weckt werden und gemeinsame Pläne helfen bei der Einge- wöhnung. Soweit es die Zeit vor dem Umzug zulässt, kann eine vorzeitige Reise in die neue Umgebung helfen, Unsi- cherheiten schneller zu überwinden. Aber nicht nur die Vorbereitung auf das neue Leben ist wich- tig, auch den Abschied vom Alten sollte man bewusst erle- ben, beispielsweise durch Abschiedsparties mit Freunden und Familie. Wichtig ist, dass die Eltern sich Ihrer Vorbild-Rolle bewusst sind und daher den Umzug positiv erscheinen lassen. Aber Achtung: Ein überzogen positives Bild kann zu Enttäuschun- gen führen, daher ist auch das Benennen von eventuell auf die Kinder zukommenden Nachteilen wichtig. Gewusst wie, kann auch dies mit schönen Gedanken verknüpft werden. Überschätzt werden im Allgemeinen die Sprachprobleme. Gerade Kinder lernen schnell, sich mit Gleichaltrigen zu ver- ständigen und eine neue Sprache wird viel schneller erlernt als dies bei Erwachsenen der Fall ist. GELDTRANSFERS INS AUSLAND: DIE MÖGLICHKEITEN Die internationale Mobilität hat stark zugenommen und immer mehr Menschen wandern aus. Auch viele Deut- sche haben in den letzten Jahren das Land verlassen, um im Ausland zu leben und zu arbeiten oder zu studieren. Gleich- zeitig sind aber auch viele Menschen nach Deutschland ein- gewandert. Laut dem aktuellen Migrationsbericht des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge im Auftrag der Bundesregierung sind 2013 mehr als 1,23 Millionen Perso- nen aus dem Ausland zugezogen. Davon waren etwa 118.000 deutsche Rückkehrer, rund 708.000 Bewohner der Europäischen Union (EU) und zirka 400.000 kamen aus Dritt- staaten. Viele Einwanderer erhoffen sich in Deutschland einen besseren Lebensstandard und ein höheres Einkommen. Zurückgebliebene Familienmitglieder und Freunde werden dann oftmals durch Geldüberweisungen unterstützt. Aber nicht nur Migranten schicken regelmäßig Geld ins Aus- land. Ebenso häufig überweisen auch Eltern, deren Kinder beispielsweise ein Austauschjahr oder Semester im Ausland verbringen, Geld in andere Länder sowie Saisonarbeiter, die häufig ihr gesamtes Einkommen in die Heimat überweisen. Und auch Expatriates, die etwa ihren Wohnsitz im Heimat- land während ihres Auslandseinsatzes beibehalten, müssen ebenfalls Geld ins Ausland transferieren. Überweisungen innerhalb der EU sind relativ unkompliziert möglich, und es dürfen keine höheren Gebühren anfallen als bei einer Überweisung innerhalb Deutschlands. Teuer wird es jedoch bei Überweisungen außerhalb der EU. Dort kann, ab- hängig vom Geldinstitut und von der Höhe des zu überwei- senden Betrages, schnell eine Gesamtgebühr von zehn bis 50 Euro anfallen. Daher ergänzen mittlerweile auch unzäh- lige Dienstleister den Markt. Die Kosten fallen im Vergleich zur klassischen Banküberweisung sehr gering aus und liegen in der Regel weit unter den Gebühren der Geldinstitute. Im Einzelnen ist die Höhe von Anbieter zu Anbieter unter- schiedlich. Auch bei der Dauer des Transfers sowie bei den Wechselkursen gibt es Abweichungen. Um ein wenig Trans- parenz zu schaffen hat das Centrum für internationale Mi- gration und Entwicklung (CIM) im Auftrag des Bundes- ministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Ent- wicklung (BMZ) die Online-Vergleichsseite www.geldtrans- fair.de eingerichtet. Auf dieser Webpage werden Angebote für Geldtransfer hinsichtlich Gebühren, Dauer und Wechsel- kurse verglichen. Die Seite birgt jedoch auch einige Nachteile: Die Daten wer- den nur alle zwei Monate aktualisiert, was zur Folge hat, dass die angegebenen Gebühren zwischenzeitlich bereits höher sein könnten. Daneben erfassen die angegebenen Preise nur die Kosten für die reine Überweisung. Nicht erfasst sind Kosten, die der Empfänger unter Umständen zusätzlich zahlen muss. Außerdem ist der Vergleich auf nur 20 Ziellän- der begrenzt. VON WELCHEN INSELN DIE DEUTSCHEN TRÄUMEN Mallorca ist seit jeher die unangefochtene Königin der Inseln für der Deutschen. Wovon Urlauber hierzulande jedoch tatsächlich träumen, sind die Malediven. Die Insel- gruppe im Indischen Ozean führt die Top 10 der schönsten Inseln 2015 an. Es folgen Hawaii und thailändische Inseln wie Koh Samui. Auf Platz vier dann schließlich der Balearen- Liebling Mallorca – übrigens noch vor den Seychellen. Das hat eine aktuelle Umfrage von lastminute.de ergeben. Mit Kreta auf Platz Acht und Gran Canaria als Schlusslicht schaf- fen noch zwei weitere europäische Inseln den Sprung in die internationalen Top 10. 1. Malediven 2. Hawaii 3. Thailändische Inselgruppen 4. Mallorca 5. Seychellen 6. Dominikanische Republik 7. Mauritius 8. Kreta und Bali 9. Barbados und Kuba 10. Gran Canaria
  22. 22. 22 GESUNDHEIT MIT DIABETIS INS AUSLAND Auf der Wunschliste der Länder, in denen Jugendliche ein Auslandsjahr verbringen wollen, stehen die USA und Kanada ganz oben. Chronische Krankheiten wie Diabetes können dabei allerdings ein Hindernis sein – denn für die Reise in Nicht-EU-Länder ist eine Auslands-Krankenversiche- rungen nötig. Und die zahlt in der Regel nicht für die Be- handlung von Krankheiten, die schon vor Beginn des Auslandsaufenthaltes bestanden. Darauf weist das Apothe- kenmagazin "Diabetes Ratgeber" hin. Die Behandlung akuter Komplikationen wird allerdings übernommen. Um das Aus- landsjahr dennoch zu ermöglichen, legen Jugendliche mit Diabetes häufig Vorräte für Insulin und Blutzucker-Teststrei- fen an. Ob die Krankenkasse sich an den Kosten beteiligt, muss im Einzelfall verhandelt werden. MÜTTERSTERBLICHKEIT WELTWEIT IMMER NOCH HOCH In den ärmsten Ländern stirbt jede 260. Frau an den Folgen einer Schwangerschaft oder Geburt. Das sind etwa 25-mal so viele wie in Industriestaaten, in denen jede 6.600 Frau stirbt. Das Sterberisiko von Säuglingen ist 13-mal so hoch: Während in den ärmsten Ländern jeder 16. Säugling seinen ersten Geburtstag nicht erlebt, ist es in Industrieländern jeder zweihundertste. Das geht aus dem Datenreport 2015 hervor, den die Stiftung Weltbevölkerung heute veröffentlicht. Zu den ärmsten Ländern der Welt zählen 48 Staaten in Afrika südlich der Sahara, Asien und der Karibik. "In vielen Ländern bedeutet eine Schwangerschaft noch immer den Tod von Mutter und Kind", sagt Renate Bähr, Ge- schäftsführerin der Stiftung Weltbevölkerung. "Gerade in armen Ländern brauchen Frauen dringend eine bessere Be- treuung vor, während und nach der Geburt – und die Mög- lichkeit, ungewollte Schwangerschaften zu vermeiden." Erfreulich sei, dass die Müttersterblichkeit weltweit seit 1990 um etwa die Hälfte gesunken ist. Starben 1990 noch 523.000 Frauen an Komplikationen während der Schwan- gerschaft und Geburt, waren es 2013 nur noch 289.000. Das ist aber noch weit vom Ziel der internationalen Gemein- schaft entfernt, die Müttersterblichkeit bis 2015 um drei Viertel zu senken. AFRIKA: BRETTSPIEL VERBESSERT HEBAMMEN-AUSBILDUNG Forscher der University of Manchester haben mit "Pro- gression" ein Brettspiel entwickelt, dass afrikanische Hebammen dabei unterstützen soll, den Tod von Frauen während der Geburt zu verhindern. Den Geburtshelferinnen soll der Umgang mit einer Tabelle erleichtert werden, deren Vervollständigung vielen Betroffenen immer wieder schwer fällt. Herzschlag, Blutdruck und die Körpertemperatur wer- den registriert. Den Wissenschaftlern war aufgefallen, dass es den Hebam- men allgemein schwer fällt, diese Tabelle als Hilfe zur Ent- scheidungsfindung einzusetzen. Damit wird aber verhindert, dass es richtig eingesetzt wird, um Todesfälle und Erkrankun- gen während der Geburt zu verhindern. Genau das ist gerade in Entwicklungsländern ein großes Pro- blem. Daher enthält das Brettspiel eine Reihe von Ergebnis- sen einer Frau, die gerade ein Kind auf die Welt bringt. Bewegen sich die Spieler über das Spielfeld, erscheint eine nach dem Zufallsprinzip ausgewählte Frage, die beantwortet werden muss, um weiterzukommen. Ein Pilotprojekt mit 165 Hebammen in Ostafrika wurde abge- schlossen. Erste Ergebnisse legen nahe, dass “Progression” sehr gut angenommen wird. Laut Forschungsleiterin Tina La- vender liegt der entscheidende Vorteil des Einsatzes dieses Spiels darin, dass die Hebammen Fehler machen können, ohne das Leben von Menschen zu gefährden. "Das Spiel ermöglicht die Aneignung neuen Wissens, die Überprüfung des Bekannten und die Diskussion mit den Mit- spielerinnen, wie die Frauen am besten unterstützt werden können. Das Feedback der teilnehmenden Hebammen war ausgesprochen positiv", unterstreicht Lavender. Quelle: www.pressetext.com
  23. 23. Wer kennt sie nicht, die vielen deutschen Glücksritter, die versuchen, ihren Traum von der eigenen Bar oder dem Restaurant in Spaniens Ferienorten zu verwirklichen und dabei fast immer scheitern – oft vor der Kamera diverser Fernsehsender, die mit Auswandererformaten Quotenerfolge feiern. Wenn der Traum von der eigenen Existenz Wirklich- keit werden soll, sollten potenzielle Auswanderer sich einiger unumstößlicher Fakten bewusst sein. Welche das sind, ist hier zu lesen. Bürger der Europäischen Union benötigen zwar keine Auf- enthaltsgenehmigung, wenn sie sich in Spanien niederlassen wollen und es bedarf aufgrund des Freizügigkeitsabkom- mens auch keiner Arbeitserlaubnis, allerdings geht ohne die so genannte Ausländernummer in Spanien gar nichts. Dabei handelt es sich um die numéro de identificación extranjero, kurz NIE. Der Antrag ist bei der ortsansässigen Ausländerbe- hörde auch online abrufbar. Ohne Ausländernummer NIE geht gar nichts Diese Nummer fungiert gleichzeitig auch als Steuernummer (numéro de identifica- ción fiscal, kurz NIF). Zudem müssen Deutsche und andere EU-Bürger, die sich länger als drei Monate in Spanien aufhalten, in das Auslän- derregister eintragen lassen. Das entsprechende Antragsformular sowie alle für den Spanien-be- dingten Aufenthalt erforderlichen Anträge sind hier online verfügbar. Voraussetzung für alle Formulare ist der aktuelle PDF-Reader. Zur Aufnahme einer gewerblichen Tätigkeit in Spa- nien benötigt man außerdem für gewöhnlich eine Genehmi- gung der Stadtverwaltung (licencia de funcionamiento). Diese gibt es im Rathaus (ayuntamiento). Die deutsche Han- delskammer in Spanien rät, frühzeitig Kontakt aufzunehmen, da dort auch Auskünfte über weitere Ansprechpartner und Erfordernisse erteilt werden können. Insbesondere beim Er- öffnen einer Bar oder eines Restaurants ist eine städtische Er- öffnungsgenehmigung (Licencia de Apertura) erforderlich. Gastwirte und Bäcker brauchen keinen Berufsabschluss Tatsächlich sind nicht alle Berufe in Spanien anerkannt und umgekehrt gibt es dort Professionen, die wir hierzulande nicht kennen. Es gibt eine Datenbank der EU, in der alle eu- ropaweit anerkannten und reglementierten Ausbildungsbe- rufe aufgelistet sind, wo sich Spanienauswanderer über ihre Qualifikation informieren können. Gastwirte und Bäcker be- nötigen allerdings keinen Berufsabschluss in Spanien. Ähnlich wie in Deutschland müssen sich Gewerbetreibende auch in Spanien bei der zuständigen Kammer anmelden be- ziehungsweise einschreiben. Die Seite auswandern- handbuch weist außerdem darauf hin, dass Existenzgründer in der Gastronomie in Spanien nicht nur mit administrativen Herausforderungen zu kämpfen haben, sondern sich auch dem Konkurrenzkampf der Branche stellen müssen. Insbe- sondere in Touristenhochburgen werde oft mit harten Ban- dagen gekämpft. So würden Neugründer oft monatelang auf die erforderlichen Genehmigungen warten oder keine Lieferanten finden, weil die Konkurrenz dies zu verhindern weiß. Es ist also ratsam, vor Ort einen Einheimischen zu ken- nen, der notfalls seinen Einfluss gelten machen kann. Wer ein Restaurant oder eine Bar gründen möchte, wählt als Gesellschaftsform üblicherweise die GmbH (Sociedad Limi- tada, S.L). Das dafür erforderliche Mindestkapital beträgt nur 3.000 Euro. Das spanische GmbH-Gesetz des Jahres 1995 er- laubt auch die Einmanngesellschaft, also die Gesellschaft mit lediglich einem einzigen Gesellschafter. Da allerdings bei der Einmann-GmbH etliche Besonderheiten bestehen, empfiehlt es sich, eine GmbH mit mindestens zwei Gesellschaftern zu gründen, wobei ein Gesellschafter lediglich eine sym- bolische Beteiligung zu halten braucht. Das Verwaltungsministerium und die Handelskammern haben eine virtuelle Anlaufstelle eingerichtet, um Existenzgründungen zu er- leichtern. Auf den spanischen Webseiten VUE und Camaras können künftige Unternehmer kosten- frei und mit Anleitung den gesamten Papier- kram erledigen, sich über etwaige Subventionen informieren und Tipps zur steuerlich günstigsten Ge- sellschaftsform für den angestrebten Betrieb einholen. Miete oft ein Jahr im Voraus zu zahlen Wichtig: Insbesondere Gewerbeimmobilien für die Gastrono- mie sind teuer. Neben der innerhalb von 14 Tagen fälligen Gewerbesteuer müssen die Mieten oft ein Jahr im Voraus be- glichen werden – bevor überhaupt Umsatz gemacht wurde. Auch für die Übernahme des Inventars verlangen die Vorbe- sitzer oft hohe Summen. Wer beispielsweise den Küchen- und Barbereich neu und professionell ausstatten möchte, sollte auch hierfür eine gewisse Summe eingeplant haben. Zu guter Letzt werden auch in Spaniens Gewerbeimmobi- liensektor in der Regel kostspielige Kautionssummen fällig. Einen Aspekt, den viele Spanien-Fans kolossal unterschätzen, ist die Sprache. Wenngleich Reisende im Spanienurlaub pro- blemlos mit Deutsch auskommen, so sind zumindest Grund- kenntnisse in Spanisch oder Katalanisch (wird auf den Balearen gesprochen) notwendig, um mit den zuständigen Behörden und Diensteistern zu kommunizieren. Viele der Großhändler und Lieferanten der Gastronomie verfügen oft weder über Deutsch- noch Englischkenntnisse. Um auch Ein- heimische als Kunden zu gewinnen, sollte das Spanisch über kurz oder lang deutlich ausgeweitet werden. 23 WELTWEIT GASTRONOMIEGEWERBE IN SPANIEN GRÜNDEN © Gesina Ottner - Fotolia.com
  24. 24. 24 WELTWEIT Die Weltbevölkerung wird immer älter. Aktuell beträgt die Zahl der Über-60-jährigen bereits rund 901 Mil- lionen Menschen und hat damit einen Anteil von 12,3 Prozent an der Weltbe- völkerung erreicht. Bis 2030 wird es weltweit sogar mehr Menschen geben, die über 60 Jahre alt sind als Unter-10- jährige. Wo diese Altersgruppe am besten lebt, wurde kürzlich im „Global AgeWatch Index 2015“ von HelpAge International veröffentlicht, der die soziale und öko- nomische Lage der Über-60-jähirgen in 96 Ländern untersucht hat. Demnach leben ältere Menschen am besten in der Schweiz, dicht gefolgt von Norwe- gen (Rang zwei) und Schweden (Rang drei) sowie Deutschland (Rang vier). Abgesehen von Japan (Rang acht) sind alle Top 10-Länder westeuropäisch. Schlusslichter sind Mosambik (Rang 94) und Malawi (Rang 95) in Afrika und Afghanistan (Rang 96). Der Index beleuchtet unter anderem die wirtschaftliche Sicherheit, den ge- sundheitlichen Status, die Beschäfti- gungs- und Bildungsfähigkeit sowie die Rahmenbedingungen für ältere Men- schen. 98 Länder wurden nicht in den Index mit einbezogen, weil nicht aus- reichend Informationen zur Verfügung standen. Insbesondere was die Armuts- raten im hohen Alter angehen, fehlen Datensätze aus mindestens 93 Län- dern. Insbesondere in Afrika standen nur in elf von 54 Ländern entspre- chende Datensätze zur Verfügung. In Saudi-Arabien drängen immer mehr Frau- en auf den Arbeitsmarkt. Seit 2010 ist die Zahl um 48 Prozent gewachsen, berichtet “Bloomberg Business” unter Berufung auf die zentrale Statistikbehörde des saudischen Königreichs http://cdsi.gov.sa/English. Grund ist die politische Liberalisierung des im ver- gangenen Januar verstorbenen Königs Ab- dullah. Dieser setzte Schritte, die den saudi- schen Frauen die Teilhabe am gesellschaftli- chen, beruflichen sowie politischen Leben erleichterten. Nichtsdestotrotz wird im beruflichen Alltag auf die traditionelle Geschlechtertrennung Wert gelegt. Daher sind es ausgerechnet der Gesundheitsbereich und das Bildungswesen, wo Frauen vergleichsweise stark repräsen- tiert sind. In Letzerem arbeiten sogar fast so viele Frauen wie Männer. Im öffentlichen Dienst und im Einzelhandel ist der Frauen- Anteil hingegen weitaus geringer – wenn- gleich auch an Supermarkt-Kassen und in Einkaufszentren immer mehr verschleierte Frauen zu sehen sind, die dort ihrer Arbeit nachgehen. Seit 1980 hat sich die saudische Bevölkerung auf rund 30 Mio. verdreifacht. Der niedrige Ölpreis in Kombination mit den zunehmen- den Lebenserhaltungskosten sowie den stei- genden Preisen im Immobiliensektor machen das Aufrechterhalten des gewohnten Lebens- standards für viele Haushalte schwierig. Die Integration der Frau in den Arbeitsmarkt gilt deshalb nun vielerorts als probate Gegenstra- tegie, um das Familieneinkommen zu steigern. Die lockernden Maßnahmen haben die fun- damentale und strukturelle Ungleichbehand- lung der Frauen nicht beseitigt. Im interna- tionalen Vergleich gehört das streng isla- misch-konservative Königreich zu den Schlusslichtern in Sachen Geschlechterge- rechtigkeit. So dürfen Frauen keine Kraft- fahrzeuge lenken und auch das Land ohne Zustimmung ihres Vormundes nicht verlas- sen. Auch kann der Anstieg an erwerbstäti- gen Frauen nicht darüber hinwegtäuschen, dass nach wie vor nur 16,4 Prozent aller lan- desweit Beschäftigten Frauen sind. Quelle: www.pressetext.com IN DER SCHWEIZ LEBEN RENTNER AM BESTEN SAUDI-ARABIEN: IMMER MEHR FRAUEN ARBEITEN IMPRESSUM HERAUSGEBER: Bund der Auslands- Erwerbstätigen (BDAE) e.V. Kühnehöfe 3 22761 Hamburg Tel. +49-40-306874-0 WWW.BDAE.COM REDAKTION: Anne-Katrin Schulz akschulz@bdae.com (verantwortlich) Sanja Zivkovic LAYOUT: Esther Rudat LEKTORAT: Andrea Kraus COPYRIGHT: Die Beiträge im BDAE- Newsletter sind urheber- rechtlich geschützt und dürfen nicht ohne schrift- liche Genehmigung durch den Herausgeber repro- duziert werden. Die Beiträge des BDAE- Newsletters spiegeln die Meinung der Redaktion und nicht unbedingt die des BDAE wider. AUCH AUF FOLGEN SIE UNS © lantapix - Fotolia.com

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