LEBEN UND ARBEITEN IM 
AUSLAND SEPTEMBER 2014 
WELTWEIT 
MOSAMBIK: DAS UNBEKANNTE 
TAUCHERPARADIES 
Wie die GIZ am Indisch...
3 BDAE erneut auf der 
„Personal Austria“ 
3 Zahl des Monats 
3 BDAE wieder auf der Leucht-turmmesse 
der Versicherungs-wi...
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INTERN 
BDAE ERNEUT AUF DER „PERSONAL AUSTRIA“ 
Am 5. und 6. November 2014 findet in Wien die 13. 
Fachmesse für Person...
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Der BDAE hat am 18. September erstmals einen Praxis- 
Workshop zum Thema „Einsatz ausländischer Mitarbei-ter 
in Deutsc...
INTERVIEW 
„AB UND ZU KOLLIDIERT MAN 
MIT DEN INTERESSEN DER STEU-ERBERATER“ 
Das Zuwanderungsrecht ist sehr 
komplex und ...
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BDAE: Gelten diese Voraussetzungen auch für Geschäftsrei-sende 
oder unterscheidet der Gesetzgeber hierbei? Und 
wenn j...
INTERVIEW 
BDAE: Gibt es gesetzliche Vorschriften, die dabei helfen, 
Fehleinschätzungen zu vermeiden? 
Dr. Wrage: Es gibt...
INTERVIEW 
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Dr. Wrage: Das heißt also, dass wir bei einer anwaltli-chen 
Beratung ebenso über den Ehepartner 
nachdenken...
RECHTLICHES 
AUSLÄNDISCHE FACHKRÄFTE IN DEUTSCHLAND: DIE STEUERRECHTLICHEN FALLSTRICKE 
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Ist die erste Hürde genommen un...
RECHTLICHES 
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Steuerrecht, Zivilrecht und Sozialversicherungs-recht 
beachten 
Das Steuerrecht wiederum definiert den A...
RECHTLICHES 
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Weitere steuerrechtliche Stolpersteine 
Wer rechnet schon damit, dass allein aus der Art der Tätig-keit, ...
RECHTLICHES 
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Lohnsteuer bei beschränkt steuerpflichtigen 
Personen 
Der reguläre Lohnsteuer-Abzug nach § 38 EStG setzt...
RECHTLICHES 
TRAUMBERUF PILOT: WAS BEI DER AUSBILDUNG ABSETZBAR IST 
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Es ist der Traumberuf vieler kleiner Jungen: Pilo...
RECHTLICHES 
URLAUBSSOUVENIRS: WAS VERZOLLT WERDEN MUSS 
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Mitbringseln und Urlaubsschnäppchen setzt nicht nur 
der Koff...
EXPATRIATES 
WARUM EXPAT-PARTNER ES IM AUSLAND BESONDERS SCHWER HABEN, SICH EINZULEBEN 
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Neueste Zahlen zeigen: Immer w...
EXPATRIATES 
Das Fazit 
1. Expat Partner brau-chen 
einen ganzheitli-chen 
Support. 
Das Leben im Ausland bringt 
vor alle...
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AIRLINES 
WO ES SICH AM GÜNSTIGSTEN REISEN LÄSST 
UNITED AIRLINES 
BRITISH MIDLAND AIRWAYS (BMI) 
GoEuro, eine Online-...
18 
AIRASIA BERHAD 
Die malaysische Billig-fluggesellschaft 
AirA-sia 
Berhad testet für einen 
Zeitraum von zwei Mona-ten...
VERMISCHTES 
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BUCHTIPP: MIT DEN KINDERN NACH NEW YORK 
REISEN 
SHOPPEN IST BELIEBTESTE URLAUBSBESCHÄFTI-GUNG 
Shopping ...
GESUNDHEIT 
20 
AMERIKANER WERDEN IMMER DICKER 
Die Taillen der US-Amerikaner werden immer breiter - 
und dass, obwohl die...
GESUNDHEIT 
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NOTFALLAUSWEIS FÜR KINDER 
Schnell ist der Unfall passiert, doch 
die Retter können keinen Angehö-rigen 
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WELTWEIT 
MOSAMBIK: DAS UNBEKANNTE TAUCHERPARADIES 
Riesige Walhaie und mächtige Mantarochen gleiten nahe 
22 
der Oberflä...
WELTWEIT 
NIEDERLANDE: OV-CHIPKAART ERSETZT PAPIERTICKETS 
In den Niederlanden bezahlt man seit Kurzem für die Nut-zung 
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Newsletter "Leben und Arbeiten im Ausland" September 2014

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Die Septeber-Ausgabe des Newsletters „Leben und Arbeiten im Ausland“ enthält unter anderem, warum insbesondere die Partner von Expats unter den Eigenheiten des Gastlandes leiden und es oftmals schwerer haben sich einzuleben. Außerdem können Interessiete lesen, welche Urlaubsmitbringsel verzollt werden müssen, was die Ausbildung zum Flugzeugpiloten kostet und warum ein Notfallausweis für Kinder sehr hilfreich sein kann.

Sehr interessant ist außerdem das Interview mit zwei Anwälten für Zuwanderungsrecht über die juristischen Hürden, die Personaler überspringen müssen, wenn sie ausländische Fachkräfte in Deutschland beschäftigen wollen.

Darüber enthält diese Ausgabe des Newsletters Informationen, warum Mosambik als neues Taucherparadies gilt, weshalb die Russen besonders häufig an einem Herzleiden sterben und was Touristen während ihres Urlaubs am liebsten tun.

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Newsletter "Leben und Arbeiten im Ausland" September 2014

  1. 1. LEBEN UND ARBEITEN IM AUSLAND SEPTEMBER 2014 WELTWEIT MOSAMBIK: DAS UNBEKANNTE TAUCHERPARADIES Wie die GIZ am Indischen Ozean nachhaltigen Tourismus eta-blieren will. EXPATRIATES WARUM EXPAT-PARTNER ES IM AUSLAND SCHWER HABEN Partner von Auslandsentsandten gewöhnen sich oft nur schwer in der neuen Heimat ein. RECHTLICHES STEUERRECHTLICHE FALLSTRICKE BEI IMPATS Für ausländische Fachkräfte in Deutschland gelten besondere steuerliche Regeln. MIT NACH © Aleksey Stemmer - Fotolia.com
  2. 2. 3 BDAE erneut auf der „Personal Austria“ 3 Zahl des Monats 3 BDAE wieder auf der Leucht-turmmesse der Versicherungs-wirtschaft 4 Erfolgreiches Seminar zum Impat-Management 5 „Ab und zu kollidiert man mit den Interessen der Steuerberater“ 9 Ausländische Fachkräfte in Deutschland: Die steuerrecht-lichen Fallstricke 13 Offene Flugzeugtür bestimmt tatsächliche Ankunftszeit 13 Traumberuf Pilot: Was bei der Ausbildung absetzbar ist 14 Urlaubssouvenirs: Was verzollt werden muss 2 INTERN INTERVIEW RECHTLICHES EXPATRIATES AIRLINES 17 Wo es sich am günstigsten Reisen lässt 17 British Midland Airways (bmi) 17 United Airlines 18 LOT Polish Airlines 18 Lufthansa 18 Air France-KLM 18 AirAsia Berhad VERMISCHTES WELTWEIT 15 Warum Expat-Partner es im Ausland besonders schwer haben, sich einzuleben 22 Mosambik: Das unbekannte Tauchparadies 23 Niederlande: OV-Chipkaart ersetzt Papiertickets 23 Chinesische Mitarbeiter immer zufriedener 23 Impressum 19 Buchtipp: Mit den Kindern nach New York reisen 19 Shoppen ist beliebteste Urlaubs-beschäftigung GESUNDHEIT EDITORIAL Liebe Leserin, Lieber Leser, wer unter Ihnen Personalverantwortlichen einmal mit der Aufgabe betraut war, einen ausländischen Mitarbeiter im deutschen Headquarter einzustellen, wird sich bestimmt noch an den immensen Aufwand erinnern - sofern Sie versucht haben, alle Regeln zu befolgen. Trotz des viel beklagten Fachkräftemangels hat der Ge-setzgeber unfassbare hohe Hürden geschaffen, die manches Mal den Eindruck erwecken, als seien ausländische Spezialisten doch nicht so sehr gewünscht, wie es die Appelle der Bundesregie-rung glauben machen. Warum insbesondere das deutsche Aufenthaltsrecht die Beschäftigung aus-ländischer Mitarbeiter zu einem außergewöhnli-chen Kraftakt werden lassen, erklären die renommierten Anwälte für Zuwanderungsrecht Dr. Michael Wrage und Holger Guse ab der Seite 5. Es gibt sie tatsächlich noch: Die weitgehend unentdeckten Taucherparadiese dieser Welt. Dazu gehört auch die Küste von Mosambik, wo die GIZ derzeit versucht, einen nachhaltigen Tourismus aufzubauen, der nicht nur die Einwohner und Tou-ris- ten erfreut, sondern das Naturpardies vor dauerhaften Schäden schützt. Einzel-heiten darüber lesen Sie auf der Seite 22. Ich wünsche Ihnen viel Spaß bei der Lektüre und denken Sie immer daran: Der BDAE begleitet Sie mit Sicherheit ins Ausland! Herzlichst, Ihr Andreas Opitz 20 Russen sterben häufiger an Herzleiden 20 Amerikaner werden dicker 21 Notfallausweis für Kinder 21 Andere Länder, anderes Erbrecht
  3. 3. 3 INTERN BDAE ERNEUT AUF DER „PERSONAL AUSTRIA“ Am 5. und 6. November 2014 findet in Wien die 13. Fachmesse für Personalwesen statt. Das Event lockt Ge-schäftsführer und Personaler mit einem umfangreichen Auf-gebot an Inhalten und Akteuren in die Halle C der Messe Wien. Zu den Schwerpunkten im dies-jährigen Programm zäh-len ein Ausblick auf das „New World of Work“- Forschungszentrum und das aktuelle Thema Be-triebliches Gesundheits-management. Dazu widmet die Messe dem Thema gesunde Arbeit erstmals ein eigenes Pra-xisforum. Der BDAE ist nach seiner erfolgreichen Premiere in 2013 er-neut dabei und präsentiert sich wieder mit einem eigenen Stand in der Halle H (Standnummer: D.15-4). Zudem haben interessierte Personaler die Gelegenheit, einen Fachvortrag des BDAE zu hören. Dieser befasst sich mit dem Thema Risi-kofaktoren bei Auslandsentsendungen. Die Entsendepraxis bewegt sich immer mehr im Spannungsfeld von ökonomischen Interessen und sich stetig ändernden rechtlichen Er-fordernissen. Diese stellen Verantwortliche bei der Ab-wicklung von erfolgreichen Entsendungen vor unzäh-lige Herausforderungen. Die Risikofaktoren sind oft unbekannt oder werden unterschätzt. Der Vortrag erläutert Stolpersteine und die Fürsorgepflicht von Un-ternehmen. Der von den BDAE-Mitarbeitern Anne- Katrin Schulz und Omer Dotou gehaltene Fachvortrag findet am ersten Messetag (Dienstag, 5. November 2014) von 15:15 Uhr bis 15:45 Uhr im Praxisforum 1 in der Halle C statt. Weitere Informationen zur Messe: http://www.personal-au-stria. at Am 29. bis 30. Oktober 2014 öffnet die 18. DKM – die Fachmesse der Finanz- und Versicherungs-branche – ihre Pforten für alle Branchenteilnehmer. Traditionell wird auch der BDAE wieder vor Ort mit einem eigenen Stand prä-sent sein (Stand 3B-A04). BDAE-Partner und Besucher haben somit die Möglich-keit, sich an zwei Messeta-gen einen umfassenden Überblick über alle Neuig-keiten beim BDAE zu ver-schaffen. Das Team um Dennis Perlmann steht allen gerne für Gespräche zur Verfügung. Zahlreiche Kongresse mit verschiedenen Schwerpunk-ten begleiten das Messege-schehen. Themengebiete 2014 sind unter anderem Recht und Steuern, Alters-vorsorge, Pflege etc. Des Weiteren finden rund 70 Workshops der ausstellen-den Gesellschaften statt. Bei vielen Kongressen und Workshops können Weiter-bildungspunkte der Initiative „gut beraten“ gesammelt werde. In der Speaker’s Cor-ner sind unter anderem die Linken-Politikerin Sahra Wa-genknecht und der CDU-Po-litiker Wolfgang Bosbach anzutreffen. Die Speaker’s Corner endet am Donnerstag um 16:00 Uhr mit einem Talk zwischen dem kicker-Herausgeber Rainer Holzschuh und dem Geschäftsführer von Borus-sia Dortmund, Hans-Joa-chim Watzke. Wer vorab einen Termin mit dem BDAE-Team vereinba-ren möchte, kann gerne Anna Münkwitz (amuenk-witz@ bdae.com) kontaktie-ren. Wir freuen uns auf Sie! ZAHL DES MONATS 2,5 KINDER bekommt eine Frau heute im weltweiten Durchschnitt. (Quelle: Stiftung Weltbevöl-kerung) BDAE WIEDER AUF LEUCHTTURMMESSE DER VERSICHERUNGSWIRTSCHAFT
  4. 4. 4 Der BDAE hat am 18. September erstmals einen Praxis- Workshop zum Thema „Einsatz ausländischer Mitarbei-ter in Deutschland“ veranstaltet, der von den elf Teilnehmern äußerst positiv aufgenommen wurde. Erörtert wurden bei-spielsweise Fälle wie dieser: Ein deutscher Personaldienstleister soll im Jahr 2012 das Da-tenbanksystem der US-amerikanischen Muttergesellschaft übernehmen. Zu diesem Zweck reisen zwei Software- und Controlling-Experten zur deutschen Tochter, um die Mitarbei-ter für das neue Datenerfassungssystem zu schulen. Zwei Monate dauert der Einsatz in Deutschland, der dort als ganz normale Dienstreise deklariert wird. Eine weitere Schulung erfolgt zwei Monate später, zu der erneut die beiden ameri-kanischen Kollegen sowie noch ein IT-Spezialist anreisen. Letzterer soll ein paar Fehler in der Datenbank korrigieren. Weitere drei Monate später kommt dasselbe Team ein letztes Mal für zwei Wochen zur deutschen Tochtergesellschaft, um eine Endabnahme zu machen. Das Projekt gilt endlich als ab-geschlossen – zumindest für Mutter- und Tochtergesellschaft. Als nicht abgeschlossen betrachtet jedoch der deutsche Zoll den Fall, der diesen Anfang 2014 im Rahmen einer Stich-probe prüft. Wie bei einem solchen Verfahren üblich, lässt der Zoll sich die Anwesenheitslisten von Personen im Unter-nehmen vorlegen. Dabei stellen die Beamten fest, dass im Jahr 2012 mehrmals US-amerikanische Personen auf dem Unternehmensgelände waren, die nicht als Mitarbeiter ge-führt wurden. Auf Nachfrage in der Personalabteilung des deutschen Dienstleisters bestätigen die Personaler, dass jene Mitarbeiter zu Schulungszwecken da waren. Das Problem: Mitarbeiterschulungen stellen eine Erwerbstätigkeit im Sinne des Zuwanderungsrechts dar, für die ein Arbeitsvisum bean-tragt werden muss. Der Aufenthalt der US-Mitarbeiter fiel somit nicht unter eine Dienstreise. Damit hat das deutsche Unternehmen streng genommen, Ausländer illegal in Deutschland beschäftigt. Wie konnte das passieren? „Diese Angelegenheit beschreibt eine der Hauptfehlerquel-len im deutschen Zuwanderungsrecht“, sagt Dr. Michael Wrage, Rechtsanwalt für Zuwanderungsrecht und einer der Fachreferenten auf dem BDAE-Seminar. „Viele Unternehmen sind sich über die Grenzen einer Dienstreise und der Auf-nahme einer Erwerbstätigkeit nicht hinreichend klar und ris-kieren damit hohe Geldstrafen und das Einreiseverbot ausländischer Mitarbeiter in Deutschland“, so der Experte weiter. Das genannte Beispiel ist nur eine von vielen Tücken, die sich stellen, wenn sich ausländische Fach- und Führungskräfte für eine gewisse Dauer in deutschen Unternehmen aufhalten. Neben aufenthaltsrechtlichen Aspekten gilt es außerdem, die steuer- und sozialversicherungsrechtliche Gesetzgebung zu kennen und anzuwenden – ein komplexes Feld, auf dem sich die Personaler bewegen müssen. Auch diese Fachgebiete wurden von Experten wie Omer Dotou, BDAE GRUPPE, Jür-gen Bächle, Steuerkanzlei Artax und Guntram Maschmeyer, RSB Deutschland, anhand von Beispielen aus der Praxis an-schaulich dargestellt. Aufgrund des Erfolges bietet der BDAE das Seminar erneut an. Es wird am 18. März 2015 stattfinden. Mehr Infos dazu hier. INTERN ERFOLGREICHES SEMINAR ZUM IMPAT-MANAGEMENT
  5. 5. INTERVIEW „AB UND ZU KOLLIDIERT MAN MIT DEN INTERESSEN DER STEU-ERBERATER“ Das Zuwanderungsrecht ist sehr komplex und manchmal auch konträr zu anderen Rechtsgebieten. Das stellt Personalabteilungen immer wieder vor unzählige Herausforderun-gen. Fehleinschätzungen haben häufig große Konsequenzen nicht nur für die Unternehmen, sondern auch für die ausländischen Mitarbeiter. Wir spra-chen mit Dr. Michael Wrage und Hol-ger Guse, Rechtsanwälte für Zuwanderungsrecht, über die Tücken beim Einsatz ausländischer Mitarbeiter. 5 BDAE: Worauf müssen Personalver-antwortliche in deutschen Unterneh-men in punkto Aufenthaltsrecht achten, wenn ausländische Mitarbeiter in Deutschland eingesetzt werden? Was ist aus Ihrer Sicht das A und O? Dr. Wrage: Grundsätzlich muss be-dacht werden, dass ausländische Mitar-beiter eine Aufenthalts- und eine Arbeitsgenehmigung besitzen müssen. Guse: Und diese müssen bereits am ersten Arbeitstag vorliegen. Das be-deutet, dass sich Personalverant-wortliche bereits im Vorwege um die entsprechenden Genehmigungen kümmern sollten. Außerdem sollten sie sicherstellen, dass die Genehmigun-gen gültig sind und rechtzeitig ein Ver-längerungsverfahren eröffnen, falls not-wendig. Ebenso wichtig ist, dass da-rauf geachtet wird, bei jeder Änderung in Bezug auf den ausländischen Mitar-beiter – sei es, dass sich die Position ändert oder dass der Mitarbeiter von einer Gesellschaft in eine andere versetzt wird – die Behörden zu involvieren. Das sind die wesentlichen Aufgaben, die Perso-nalverantwortliche in diesem Kontext bewerkstelligen soll-ten. BDAE: In Bezug auf die Steuerpflicht spielt es unter ande-rem eine wichtige Rolle, aus welchem Grund sich der Mitar-beiter in Deutschland aufhält und oft finden Ausnahmen wie beispielsweise die 183-Tage-Regelung Anwendung. Gibt es im Aufenthalts- und Arbeitsrecht vergleichbare Besonderhei-ten oder Unterschiede? Dr. Wrage: Es gibt in der Tat auch im Aufenthaltsrecht unterschiedliche Auf-enthaltszwecke. Für uns und für die Personalabteilungen ist der wesentliche Aufenthaltszweck die Erwerbstätigkeit. Daneben gibt es noch den Familien-zweck, aus dem die Angehörigen des ausländischen Mitarbeiters nach Deutschland kommen. Eine weitere für die Personalabteilungen wichtige Auf-enthaltsgenehmigung ist jene zu Studi-enzwecken, weil die Studenten oft auch als Werkstudenten tätig sind, ihre Masterarbeiten in Unternehmen schrei-ben oder aber nach Abschluss ihres Studiums eine reguläre Tätigkeit auf-nehmen wollen. Dann gehört es zu den Aufgaben der Personalabteilung, einen Übergang von einer Aufenthalts-genehmigung zu Studienzwecken zu einer Aufenthaltsge-nehmigung zu Arbeitszwecken zu schaffen. Daneben gibt es in der Tat auch zu der 183-Tage-Regelung eine Entsprechung im Aufenthaltsrecht. Grundsätzlich ist es so, dass jeder, der eine deutsche Aufenthaltsgenehmigung hat, sich auch in Deutschland aufhalten muss. Eine Aufent-haltsgenehmigung wird ungültig, wenn man sich länger als sechs Monate oder 183 Tage in einem Zwölfmonatszeitraum im Ausland aufhält. Das ist ein ganz wesentlicher Aspekt, zu dem wir häufig Anfragen erhalten. Guse: In diesem Punkt kollidiert man auch ab und zu mit den Interessen der Steuerberater. Da unter bestimmten Vo-raussetzungen keine Steuerpflicht besteht, wenn der auslän-dische Mitarbeiter unter diesen 183 Tagen in Deutschland bleibt, wird versucht, den Einsatz des Mitarbeiters auf einen kürzeren Einsatzzeitraum zu beschränken. Um aber einen langfristigen Aufenthalt in Deutschland haben zu können, der notwendig ist, damit der Mitarbeiter in Deutschland ar-beiten darf, müssen sich die ausländischen Mitarbeiter je-doch über 183 Tage im Jahr in Deutschland aufhalten. © moonrun - Fotolia.com
  6. 6. 6 BDAE: Gelten diese Voraussetzungen auch für Geschäftsrei-sende oder unterscheidet der Gesetzgeber hierbei? Und wenn ja, nach welchen Merkmalen wird abgegrenzt? Dr. Wrage: Geschäftsreisen werden von einer Erwerbstä-tigkeit abgegrenzt. Die Abgrenzung erfolgt in Bezug auf die Aufenthaltszeit und die Tätigkeit. Eine Geschäftsreise dauert immer maximal drei Monate. Wesentlicher für die Abgren-zung ist jedoch die Frage nach der Art der Tätigkeit. Das ist besonders wichtig für Personalabteilungen, denn das stellt eine Hauptfehlerquelle im Zuwanderungs-recht dar. Wenn ein ausländischer Geschäfts-mann oder eine ausländische Geschäftsfrau nach Deutschland kommt und mit einem Geschäftspartner in Deutschland in ein Geschäft eintritt, Verhandlungen oder Besprechungen führt, Verträge ab-schließt oder vielleicht die Durchfüh-rung dieser Verträge überwachen möchte, handelt es sich um eine Ge-schäftsreise. Aber das sind dann bereits alle möglichen Tätigkeiten einer Ge-schäftsreise. Alle anderen Tätigkeiten und zwar unabhängig davon, wie lange sie dauern, sind eine Erwerbstätigkeit und damit arbeitsge-nehmigungspflichtig. Dass bedeutet auch, dass bei-spielsweise Trainings, insbesondere „Trainings on the Job“, Beratungen, Installationen von Software, Accounting, Con-trolling eine Erwerbstätigkeit sind. Für all diese Tätigkeiten muss folglich ein Arbeits- und kein Geschäftsreisevisum be-antragt werden. BDAE: Welche Konsequenzen hat beispielsweise so eine Fehleinschätzung für das Unternehmen in Deutschland? Dr. Wrage: Es gibt einen Unterschied zwischen Vorsatz und Fahrlässigkeit. Wenn ein Unternehmen vorsätzlich, je-manden ohne gültige Arbeitsgenehmigung beschäftigt ist das eine Straftat, die auch im Gesetzbuch entsprechend be-straft wird. Wenn ein Unternehmen jemanden fahrlässig ille-gal beschäftigt hat, stellt das eine Ordnungswidrigkeit dar und die ist mit einem Bußgeld in Höhe von bis zu 500.000 Euro pro Einzelfall und pro Mitarbeiter belegt. Handelt es sich um mehrere Mitarbeiter, können da schnell mal größere Summen zusammenkommen. Dazu verspielt sich das Unter-nehmen auch den „Good will“ der Behörden, die zukünftig weitere Arbeitsgenehmigungen erteilen sollen. BDAE: Wie kommt es überhaupt heraus, dass Unterneh-men Mitarbeiter illegal beschäftigen? Dr. Wrage: Das ist eine ganz wesentliche Frage, die sich auch die Personaler häufig stellen. Wenn beispielsweise ein ausländischer Mitarbeiter für drei Monate nach Deutschland in ein Unternehmen kommt, wird dieser dort nicht als Mitar-beiter geführt, wenn das Unternehmen von einer Geschäfts-reise ausgeht. In der Regel dauert es immer erst zwei bis drei Jahre bis eine illegale Beschäftigung herauskommt. Der Zoll, der illegale Beschäftigung bekämpft, überprüft in diesem Zu-sammenhang die Firmen stichprobenartig und lässt sich von den Unternehmen nicht die Mitarbeiterlisten sondern die Anwesenheitslisten vorlegen. Sollte der Zoll dann feststellen, dass in einem bestimmten Zeitraum verschiedene ausländi-sche Staatsbürger beispielsweise auf dem Werksgelände eines Unternehmens waren, verlangt er die entsprechenden Arbeits- und Aufenthaltsgenehmigung. Sollten diese Geneh-migungen nicht existieren, wird es schwierig den Zoll davon zu überzeugen, dass es sich bei die-sem Aufenthalt nur um eine Geschäftsreise gehandelt hat. Denn der Zoll könnte ar-gumentieren, dass es unwahrscheinlich ist, dass auf einem Werksgelände über mehrere Wochen Geschäftsverhand-lungen stattfinden. Um nicht in eine solche Situation zu kommen, ist es wichtig, dass Personaler solche Dinge bereits im Vorwege klären. Guse: Man muss dahingehend auch immer wieder als Berater auf die Personal-verantwortlichen einwirken und auf die Not-wendigkeit zur genauen Unterscheidung © ferkelraggae - Fotolia.com zwischen Erwerbstätigkeit und Geschäftsreise hinwei-sen. Wir haben für die Personalverantwortlichen unserer Mandaten schon oft zu diesem Thema E-Mails aufgesetzt. Diese wurden in die entsprechenden Fachbereiche verteilt, um sie auf dieses Thema zu sensibilisieren. Eine große Schwierigkeit hierbei ist, dass der Personalbereich nicht zwin-gend mitbekommt, wer sich zu welchem Zweck auf dem Ge-lände beziehungsweise in dem Unternehmen aufhält, wenn diejenigen nicht eingestellt sind. Daher ist eine Sensibilisie-rung hier umso wichtiger. BDAE: Muss auch der Mitarbeiter mit rechtlichen Konse-quenzen rechnen? Dr. Wrage: Wenn aktenkundig wird, dass ein Mitarbeiter in Deutschland illegal beschäftigt wurde, dann hat er mit Si-cherheit Schwierigkeiten, in der Zukunft wieder ein Arbeitsvi-sum zu bekommen. Außerdem wird auch der Mitarbeiter mit Bußgeld belegt. Das sind bis zu 5.000 Euro. Relevanter in der Praxis ist aber das Verfahren für den Arbeit-geber. Die Staatsanwaltschaft wird versuchen, die Personal-abteilung zu belangen und wenn sie da nicht habhaft werden kann, wird sie an die Geschäftsführung gehen. Das heißt also, das Thema stellt sich für jeden, der Ausländer be-schäftigt. Hier muss zwingend gehandelt werden, um Konse-quenzen für das Unternehmen zu vermeiden. INTERVIEW
  7. 7. INTERVIEW BDAE: Gibt es gesetzliche Vorschriften, die dabei helfen, Fehleinschätzungen zu vermeiden? Dr. Wrage: Es gibt bei den Botschaften Merkblätter. Da wird einem genau gesagt, was man vorlegen muss. Das ist aber äußerst komplex. Guse: Eigentlich ist es ja auch so gedacht: Der ausländische Arbeitnehmer soll selbst zur Botschaft gehen, dort eigen-ständig seinen Visumsantrag stellen und alles Weitere veran-lassen. Allerdings dauert so ein Verfahren mindestens drei bis vier Monate. So lange der Antrag bei der Botschaft liegt, kennt der ausländische Antragssteller jedoch nicht den aktu-ellen Bearbeitungsstand, was natürlich häufig zu großen Un-sicherheiten bei dem Antragssteller führt. BDAE: Gibt es Möglichkeiten, diese lange Bearbeitungszeit zu verkürzen? Dr. Wrage: Durch Nachhaken an den entsprechenden Stel-len, kann man das Verfahren auf vier bis sechs Wochen redu-zieren und erhält Planbarkeit und kann einschätzen, ob das Verfahren gut ausgeht. Wir würden für unsere Mandanten nur einen Antrag stellen, wenn wir genau wissen, dass dieser genehmigungsfähig ist. Guse: Von uns bekommt ein Unternehmen, das uns kon-taktiert und uns die konkreten Rahmenbedingungen nennt, oft schon direkt eine genaue Einschätzung inwieweit der An-trag bewilligt wird. Und in Fällen, in denen es zu Schwierig-keiten kommen könnte, verhandeln wir auch schon einmal mit der Ausländerbehörde oder der Agentur für Arbeit vor. So erfahren wir, was eventuell leicht verändert werden müsste, damit es zu einer positiven Ent-scheidung kommt. Spätestens dann erhal-ten unsere Klienten eine endgültige Ein-schätzung. Wir sagen unseren Mandanten auch, wenn ein Fall aussichtslos ist und sich eine Antragsstellung nicht lohnt. BDAE: Wie schätzen Sie Ihren Erfahrungen nach den Bedarf an Weiterbildung bei Personalverantwortlichen auf dem Ge-biet Zuwanderungsrecht ein? Ist Weiterbildung notwendig? Dr. Wrage: Ja unbedingt, denn das kann man alles gar nicht wissen. Wir beschäftigen uns mit diesem Thema seit 15 Jahren und es ist wirklich sehr komplex. Es ändert sich per-manent etwas. So werden beispielsweise neue Rechtsverord-nungen erlassen oder Verfahren ändern sich. Ohne genaue Kenntnisse kann man so ein Verfahren kaum betreiben. Guse: Es gibt natürlich auch in Personalabteilungen Leute, die auf diesem Gebiet versiert sind, das Verfahren genau kennen und sich über Jahre damit befassen. Aber da muss man immer auf dem neusten Stand sein und sich weiterbil-den. BDAE: Was sind die Besonderheiten, wenn der Mitarbeiter für den Zeitraum des Aufenthaltes in Deutschland seine Fa-milie mitnehmen möchte? Worauf muss hier speziell geach-tet werden? Dr. Wrage: Das ist ein ganz besonderes Problem. Mit einem Touristenvisum könnte sich die Familie des arbeitneh-menden Ehepartners nur für drei Monate in Deutschland aufhalten. Das ist aber in der Regel nicht gewollt. Vielmehr möchten die Familien den gesamten Zeitraum gemeinsam in Deutschland verbringen. Das ist nur mit einem Familienvisum möglich. Eine besondere Schwierigkeit bei der Beantragung dieses Visums ist, dass der Gesetzgeber verlangt, dass der Ehepartner Deutschkenntnisse nach dem so genannten Level A1 haben muss. Bei den türkischen Staatsbürgern hat der EuGH dies allerdings gerade aufgehoben. Aber grundsätzlich gilt, dass die Ehepartner vor Einreise in Deutschland zumin-destens Grundkenntnisse der deutschen Sprache haben sol-len. Und das haben unseren Erfahrungen nach die wenigsten. Guse: Der Hintergrund dieser Regelung ist, dass vorhan-dene Sprachkenntnisse dabei helfen, sich leichter in Deutsch-land zu integrieren. Neben diesem Integrationsgedanken sollen aber auch Schein- und Zwangsehen erschwert wer-den. Eine Ausländerbehörde hat es einmal auf den Punkt ge-bracht und gesagt, dass die ausländi-schen Frauen we-nigstens sagen können sollen, dass sie nicht freiwillig in Deutschland sind und dass sie zwangsverheiratet wurden. Weil viele Ehepartner aufgrund des kurzfristigen Einsatzes ihrer Lebenspartner keine Deutschkenntnisse vor Einreise haben, führt das häufig dazu, dass diese Partner nachreisen müssen. In einigen Fällen gibt es jedoch Ausnahmen von die-ser Regelung. Das sind solche Fälle, in denen der Ehepartner selber einen Hochschulabschluss hat. Hier wird unterstellt, dass ein Interesse besteht, die Sprache des Landes zu lernen, in dem man lebt. Ebenso wird eine Ausnahme gemacht, wenn der Arbeitsvertrag des arbeitnehmenden Ehepartners befristet ist, denn durch die Befristung ist eine Integration nicht notwendig. Und seit Kurzem müssen auch Ehepartner von Inhabern der EU-Blue-Card ebenso keine Deutschkennt-nisse vorweisen. 7 © chrisdorney - Fotolia.com
  8. 8. INTERVIEW 8 Dr. Wrage: Das heißt also, dass wir bei einer anwaltli-chen Beratung ebenso über den Ehepartner nachdenken müssen, wie über den eigentli-chen Arbeitnehmer. Wir müssen also abklären, ob der Ehepartner ein Hochschuldiplom hat oder ob für den Arbeitnehmer eventuell eine Blue Card in Betracht kommt. Und wenn nichts davon zu-trifft, muss vielleicht das Arbeitsverhältnis befristet werden, damit der Ehepartner und die Familie ein Familienvisum be-willigt bekommen. Denn ohne Familie kommt kaum ein aus-ländischer Arbeitnehmer nach Deutschland. Werden diese Punkte außer Acht gelassen, kann es passieren, dass der Ar-beitnehmer ein Arbeitsvisum erhält und die Familie dann nachreisen darf, wenn diese das Deutschdiplom Level A1 in der Botschaft vorlegt. Das ist ein großes Problem, denn die Familien befinden sich ja ohnehin in einem Ausnahmezu-stand, weil ein Jobwechsel und ein Umzug in ein anderes Land anstehen. Wenn dann auch noch gesagt wird, dass der Ehepartner auch noch Deutsch sprechen muss bevor er für Deutschland eine Aufenthaltsgenehmigung erhält, steht der Auslandeinsatz unter Umständen auf der Kippe und es kann zum Scheitern der Auslandsentsendung kommen. BDAE: Können Sie mir weitere Beispiele aus Ihrer Praxis nennen, die Ihnen besonders stark im Gedächtnis geblieben sind? Guse: Das mit den Ehepartnern ist schon ein Thema, was sehr gegenwärtig ist. Das ist in den letzten Jahren aufge-kommen und wurde immer problematischer, weil da natür-lich Schicksale dranhängen. Das ist ein sehr emotionales Thema. Dr. Wrage: Wir hatten sogar gerade erst einen Fall, da hat die Botschaft gesagt, sie würde die Anträge von Ehefrau und Kindern erst akzeptieren, wenn der Ehemann von der Aus-länderbehörde in Deutschland eine Meldebestätigung in der Botschaft in Islamabad vorlegt. Das Problem liegt in diesem Fall teilweise darin begründet, dass ganze Verfahren in dem Bestreben sie zu vereinfachen immer wieder geändert wer-den. Dadurch wird es jedoch immer komplizierter, denn diese neuen Verfahren sind noch nicht richtig in den Bot-schaften verankert. In diesem Fall mussten wir sogar über das Auswärtige Amt gehen, damit die Botschaft die Anträge der Familie gemeinsam annimmt. Guse: Was daneben noch auffällig ist, ist die Genehmigung für IT-Fachkräfte. Das ist ein Thema, das seit zehn bis 15 Jah-ren relevant ist. Damals gab es in diesem Kontext zwei unter-schiedliche Green Cards. Für die eine mussten die IT-Fachkräfte einen Hochschulabschluss vorweisen. Für die andere Greencard mussten die IT-Fachkräfte keinen Hoch-schulabschluss jedoch ein höheres Gehalt vorweisen. Damals war man sehr großzügig mit der Genehmigung, weil man in diesem Bereich sehr großen personellen Bedarf gesehen hat. Jetzt wurde vor zwei Jahren die Blue- Card-EU einge-führt, © bluedesign - Fotolia.com in der die IT-Fachkräfte auch einbezogen wurden. Vo-raussetzung ist neben einem Hochschulstudium ein Gehalt von mindestens 47.600 Euro brutto im Jahr. Bei so genann-ten Mangelberufen, zu denen beispielsweise Mathematiker, Physiker, Ingenieure und auch IT-Fachkräfte zählen, reicht schon ein jährliches Brutto-Gehalt von 37.128 Euro. Mit die-ser Einführung wurde gleichzeitig die normale Norm für IT-Fachkräfte aus der letzten Beschäftigungsverordnung rausgenommen. Wer kein Hochschulstudium hat, muss min-destens einen Berufsabschluss vorweisen. Damit fallen viele IT-Fachkräfte durch das Raster. Wer beispielsweise sein Hoch-schulstudium abgebrochen hat und dann viele tolle Projekte gemacht hat, jedoch kein Berufsabschluss vorweisen kann, bekommt in Deutschland keine Arbeitserlaubnis mehr. Das war vor der EU-Blue-Card jedoch noch möglich. Dr. Wrage: Hinzu kommt in dem Zusammenhang mit der Blue-Card, dass diese nur erteilt wird, wenn das ausländische Diplom in Deutschland anerkannt ist. Guse: Dafür gibt es die so genannte Anabin-Datenbank, die dazu dient, zu überprüfen ob ein ausländisches Hochschuldi-plom vom Niveau her einem deutschem entspricht. Nur wenn das der Fall ist, wird die Blue-Card-EU erteilt. Das Pro-blem ist, dass diese Datenbank absolut unvollständig ist. Ich habe beispielsweise ein Diplom von einer US-amerikanischen Elite-Universität in dieser Datenbank nicht gefunden. Das ist schon bezeichnend. Die Alternative zu dieser Datenbank ist eine offizielle Anerkennungsstelle, die überprüft, ob das aus-ländische Diplom einem deutschen Diplom entspricht. Diese Prüfung kann manchmal Monate dauern. Durch diesen um-ständlichen und langwierigen Prozess wird es qualifizierten Ausländern erschwert, in Deutschland eine Arbeitsgenehmi-gung zu bekommen. Bis vor einem Jahr wurde das noch an-ders geregelt. Damals hatten die Ausländerbehörden die Freiheit, wenn sie die gesuchten Abschlüsse in dem System nicht gefunden hatten, eigenständig einzuschätzen, ob eine Vergleichbarkeit zu einem deutschen Abschluss besteht. Heute sind die Ausländerbehörden dazu angehalten, nichts zu genehmigen, was nicht in der Anabin-Datenbank steht oder was nicht durch die offizielle Stelle anerkannt wurde. Das erschwert viele Verfahren erheblich.
  9. 9. RECHTLICHES AUSLÄNDISCHE FACHKRÄFTE IN DEUTSCHLAND: DIE STEUERRECHTLICHEN FALLSTRICKE 9 Ist die erste Hürde genommen und ein deutsches Unter-nehmen stellt die lange gesuchte ausländische Fachkraft in Deutschland ein, sehen sich Personaler und Firmeninhaber vor rechtliche Herausforderungen gestellt, die ihresgleichen suchen. Dieser Fachbeitrag widmet sich insbesondere den steuerrechtlichen Aspekten beim Arbeitsverhältnis von aus-ländischen Angestellten. Nebenbei erfahren Sie auch noch, welchen Einfluss das Wetter auf die Besteuerung haben kann. Die Beschäftigung aus-ländischer Arbeitneh-mer in Deutschland erfordert nicht zwangsläufig, dass diese Personen bei einem inländischen Ar-beitgeber angestellt werden. Eine steuer-lich relevante Beschäf-tigung ist auch dann gegeben, wenn ein ausländischer Arbeitgeber, sei es ein verbundenes Unternehmen, sei es ein Lieferant, Arbeitnehmer in das Inland entsendet und diese hierzulande tätig werden. Das aufnehmende Unternehmen beziehungsweise der Empfänger von Leistungen kann dann als fiktiver Arbeitgeber in die Rolle des Steuereintreibers ge-drängt werden. Arbeitgeberpflichten entstehen somit auch ohne direktes Vertragsverhältnis zum „Arbeitnehmer“. Die-ser wiederum wird steuerlich je nach der steuerlichen Be-handlung seines zivilrechtlichen Arbeitgebers entweder als in Deutschland steuerpflichtig oder auch nicht steuerpflichtig behandelt – wobei er darauf nicht den geringsten Einfluss hat. Wenn schließlich sogar das Wetter noch eine Rolle dabei spielt, ob ein Projekt früher oder später fertig wird, und davon die Besteuerung ausländischer Arbeitnehmer in Deutschland abhängig ist, dann sollte eines klar sein: Die Per-sonalabteilung muss bei Tätigkeiten ausländischer Personen im Unternehmen in weit breiterem Rahmen in das Gesche-hen eingebunden sein als bei „herkömmlichen“ Personalpro-jekten. Um etwas Übersicht in die Fragen zu bringen, beschreiben wir in drei Fachbeiträgen zunächst zwei Fallgruppen: Fall A: Ein Arbeitsverhältnis mit einem inländischen Arbeitge-ber existiert nicht und in der Folge gehen die Arbeitge-berpflichten auf den Ort der Tätigkeit über. Fall B: Es liegt ein inländisches Arbeitsverhältnis vor. Damit stellen sich Fragen zur Steuerklasse, Ansässigkeit, Be-sonderheiten im deutschen Einkommensteuergesetz (EStG) für beschränkt Steuerpflichtige, Regelungen in-nerhalb eines Doppelbesteuerungsabkommens (DBA). Schließlich gehen wir noch auf Steuerfragen außerhalb der Einkommensbesteuerung ein. Denn jeder, der in Deutschland einen Wohnsitz oder gewöhnlichen Auf-enthalt hat, unterliegt der deutschen Erbschafts- und Schenkungsteuer. Diese Steuer ist wiederum abhängig vom Zivilstand und vom Güterstand, der bei Ehegatten und eingetragenen Lebenspartnerschaften eine hohe Bedeutung bei der Entstehung und Vermeidung von Steuern hat. Fall A: Es liegt gar kein zivilrechtliches Arbeits-verhältnis vor Weshalb wird diese Frage überhaupt behandelt, wenn es doch hier um Impatriates gehen soll, also die Beschäftigung ausländischer Arbeitnehmer in Deutschland? Sie stellt sich deshalb, weil das deutsche Steuerrecht den Übergang von Arbeitgeberpflichten vorsieht, wenn das Beschäftigungsver-hältnis mit einem ausländischen Arbeitgeber besteht, der Ar-beitnehmer jedoch zumindest partiell in Deutschland eingesetzt wird. Dies wäre der typische Fall einer Entsen-dung. Doch wer ist in diesem Fall Arbeitgeber und wer Ar-beitnehmer? Man sollte denken, dass sich diese Frage einfach beantwor-tet. Was zivilrechtlich als Arbeitsvertrag (§ 611 ff. BGB) gilt, muss im Sinne des Sozialversicherungsrechts allerdings lange nicht als abhängiges Beschäftigungsverhältnis gelten. So wird beispielsweise ein Gesellschafter-Geschäftsführer einer GmbH hinsichtlich der Sozialversicherung wie ein Unterneh-mer behandelt, obwohl zivil- als auch steuerrechtlich zwei-felsfrei ein Arbeitnehmerverhältnis vorliegt. © eyewave - Fotolia.com
  10. 10. RECHTLICHES 10 Steuerrecht, Zivilrecht und Sozialversicherungs-recht beachten Das Steuerrecht wiederum definiert den Arbeitnehmerbegriff in anderen Konstellationen völlig unabhängig vom Zivilrecht. Der Arbeitnehmerbegriff wird im Steuerrecht über die Zuord-nung zur Einkunftsart „nichtselbständige Arbeit“ im Sinne des Paragrafen 19 EStG definiert. Allerdings kennt das Steu-errecht sieben Einkunftsarten, die zueinander in Über- und Unterordnungsverhältnissen stehen (so genannte Subsidiari-tät). So kommt es, dass ein auch nur gering beteiligter Kom-manditist, der bei der KG angestellt ist, steuerrechtlich kein Arbeitnehmer, sondern Mitunternehmer ist. Zivil- und sozial-versicherungsrechtlich handelt es sich jedoch um einen Ar-beitnehmer. Dennoch ist keine Lohnsteuer einzubehalten und abzuführen. Der Grund: Die Lohnbezüge unter-liegen einschließlich der Arbeitgeberanteile zur Sozialversicherung der Einkommen- und Ge-werbesteuer. Während in den genannten Fällen im-merhin ein mündlicher oder schriftlicher Vertrag zwischen den Beteiligten be-steht, dehnt das Steuerrecht zur Siche-rung der Fiskalansprüche die Arbeitgeberpflichten auch auf die Emp-fänger von Nutzungen aus, die mit dem Beschäftigten gar kein Vertragsverhältnis haben, wohl aber mit dessen Dienstherrn. Eine solche Fiktion der Arbeitgeberstellung enthält § 38 Abs. 1 S. 2 EStG. Kurzerhand wird zum Arbeitgeber erklärt, wer in Fällen von Arbeitnehmer-Entsendung eines ausländischen Arbeitge-bers an ein inländisches Unternehmen den Arbeitslohn für die ihm geleistete Arbeit „wirtschaftlich trägt“. Vorausset-zung hierfür ist nicht, dass das Unternehmen dem Arbeit-nehmer den Arbeitslohn im eigenen Namen und für eigene Rechnung auszahlt. Der Lohnsteuer unterliegt auch der im Rahmen des Dienstverhältnisses von einem Dritten gewährte Arbeitslohn – und zwar grundsätzlich dann, wenn der Ar-beitgeber weiß oder erkennen kann, dass derartige Vergü-tungen erbracht werden; dies ist insbesondere anzunehmen, wenn Arbeitgeber und Dritte verbundene Unternehmen im Sinne von § 15 des Aktiengesetzes (AktG) sind. Dass in die-sen Fällen neben der Frage der Lohnsteuer eine unerkannte Lohnsteuer-Betriebsstätte und außerdem je nach Sachlage auch eine ertragsteuerliche Betriebsstätte des ausländischen Unternehmens entsteht, macht die Sache noch spannender. Dazu später mehr. Lohnsteuerpflicht ohne Arbeitsvertrag und ohne inländischen Wohnsitz? Es ist somit nicht erforderlich, überhaupt ein Vertragsverhält-nis zwischen den Beteiligten zu haben, trotzdem entstehen rein steuerrechtlich Arbeitgeberpflichten, wenn Arbeitneh-mer aus dem Ausland in Deutschland eingesetzt werden. So-lange der „Arbeitnehmer“ in Deutschland einen Wohnsitz (§ 8 der Abgabenordnung (AO)) oder gewöhnlichen Aufent-halt (§ 9 AO) hat, ist er über § 1 EStG ohnehin unbeschränkt steuerpflichtig. Wer dagegen in Deutschland keine Bleibe hat, hier aber Ar-beitseinkommen bezieht, wird mit diesem Teil des Einkom-mens in Deutschland beschränkt steuerpflichtig. Paragraf 49 (1) Nr. 4 des Einkommensteuergesetzes (EStG) bezieht Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit (§ 19) in die Steuerpflicht ein, wenn die Arbeit im In-land ausgeübt oder verwertet wird oder worden ist. Also auch hier wird wieder der wirtschaftliche Zusammenhang ge-sucht und Einkommen als inländischer, dem Lohnsteuerabzug unterliegender Bezug besteuert, wenn eine Verwer-tung der Arbeitsleistung in Deutsch-land erfolgt (§ 34 d EStG). Der Ort der Arbeitsausübung ist gegenüber dem Ort der Verwertung vorranging. Wird die Ar-beit im Inland ausgeübt, aber im Ausland verwertet, so liegen keine ausländischen, son-dern inländische Einkünfte vor. Der beschränkten Steuerpflicht unterliegen alle Einkünfte, die durch § 19 EStG erfasst werden. Von einem Dritten ge-zahlte Vergütungen sind einzubeziehen, wenn sie für die Be-schäftigung gewährt werden und daher als Frucht der Dienstleistung des Arbeitnehmers für den Arbeitgeber be-trachtet werden können. Dazu gehören auch Vergütungen für Arbeitnehmer-Erfindungen. Durch die Vergütung wird zwar nicht die geleistete Arbeit des Arbeitnehmers honoriert, sondern das Recht des Arbeitgebers abgegolten, die Erfin-dung für sich in Anspruch zu nehmen. Nun könnte man sich fragen, was das inhaltlich zu bedeuten hat, wenn der „Arbeitnehmer“ in Deutschland weder einen Wohnsitz noch einen gewöhnlichen Aufenthalt hat und er seinen Arbeitslohn im Ausland von seinem dortigen Arbeit-geber auf ein Konto im Heimatland erhält. Wenn überdies mit dem Land ein Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) be-steht, wonach der Ansässigkeitsstaat das volle Besteuerungs-recht behält und wenn sich der Arbeitnehmer in Deutschland nicht an mehr als 183 Tagen aufhält, dann sollte doch alles klar sein, oder doch nicht? © eyewave - Fotolia.com © DOC RABE Media - Fotolia.com
  11. 11. RECHTLICHES 11 Weitere steuerrechtliche Stolpersteine Wer rechnet schon damit, dass allein aus der Art der Tätig-keit, die der ausländische Mitarbeiter in Deutschland ausübt oder aus den ihm erteilten Vollmachten beziehungsweise aufgrund der Dauer von Projekten, in denen er eingesetzt ist, steuerliche Pflichten des deutschen aufnehmenden Unter-nehmens entstehen? Die Rede ist von ungewollten steuerli-chen Betriebsstätten im Sinne des Art. 5 OECD-Musterab-kommen beziehungsweise aus den bilateralen Abkommen zur Vermeidung von Doppelbesteuerung (DBA). Ganz vorne auf der Liste stehen die • ungewollte Vertreter-Betriebsstätte • ungewollte Bau- und Montage-Betriebsstätte Ein Beispiel: Ein deutsches Unternehmen bestellt in Italien eine Presse, es handelt sich um eine Spezialanfertigung. Der Lieferant plant die Maschine, baut und installiert sie am Ende in Deutschland. Vom Beginn der Planung bis zur Abnahme vergehen mehr als 12 Monate. Dieses Projekt qualifiziert als Bau – und Montagebetriebsstätte mit der Folge, dass der Lieferant sein Projektergebnis in Deutschland versteuern muss. In anderen DBA sind auch weit kürzere Fristen als die besagten 12 Monate vereinbart. Jeder Arbeitnehmer des italienischen Lieferanten wird nun, da er im Rahmen einer Bau- und Montagebetriebsstätte seines Arbeitge-bers tätig ist, mit den in Deutschland geleisteten Ar-beitstagen steuerpflichtig – und sei es nur für einen Tag. Das inländische Unternehmen hat insoweit jedoch keine Arbeitgeberpflichten zu erfüllen und muss damit keine Lohnsteuer berechnen und abführen. Die Steuer ist vom Arbeitnehmer selbst zu deklarieren. Ein Beispiel zur Veranschaulichung: Ein Ingenieur aus Taiwan wird von seinem lokalen Ar-beitgeber zu einem deutschen Automobilbauer ent-sandt, um im Rahmen der Entwicklung eines Nachfolgemodells das von ihm erfundene neue Brems-system einzubringen. Diese Entwicklung wurde vom Tai-wanesischen Unternehmen an sein Mutterhaus in Japan übertragen. Von dort erhält der Ingenieur regelmäßig eine Arbeitnehmererfinder-Vergütung. Für den Einsatz des Ingenieurs schreibt das Unternehmen in Taiwan eine Rechnung an das deutsche Unternehmen. Die Lösung: Der Ort der Arbeitsausübung ist in Deutschland. Der In-genieur hat weder Wohnsitz noch gewöhnlichen Auf-enthalt in Deutschland und ist somit hier beschränkt steuerpflichtig mit seinen anteiligen Bezügen aus Tai-wan und der Erfindervergütung aus Japan. Er hat kei-nen inländischen Arbeitgeber. Da das deutsche Unternehmen den Arbeitslohn wirtschaftlich trägt, wird es im Sinne des Steuerrechts zum Arbeitgeber des Inge-nieurs erklärt und hat entsprechende Arbeitgeberpflich-ten zu erfüllen. © Schlierner - Fotolia.com
  12. 12. RECHTLICHES 12 Lohnsteuer bei beschränkt steuerpflichtigen Personen Der reguläre Lohnsteuer-Abzug nach § 38 EStG setzt voraus, dass ein inländischer Arbeitgeber oder ein ausländischer Ver-leiher von Arbeitnehmern an einen Arbeitnehmer Arbeits-lohn zahlt. Richtig „heiß“ sind damit Leiharbeiter, die man von einem ausländischen Verleiher bezieht. Ebenfalls vom Lohnsteuer-Abzug erfasst, sind die Fälle von Arbeitnehmer- Entsendung vom Ausland in das Inland. Alle anderen Fälle beschränkt steuerpflichtiger Arbeitnehmer unterliegen nicht dem Lohnsteuer-Abzug, sondern werden im Wege der Steu-erveranlagung/ Erklärung besteuert. Für beschränkt einkommensteuerpflichtige Arbeitnehmer werden keine ELStAM-Daten bereitgestellt (ELStAM bedeutet elektronische Lohnsteuerabzugs-Merkmale). Damit der Ar-beitgeber den Lohnsteuerabzug durchführen kann, erteilt das Betriebsstätten-Finanzamt eine besondere Bescheinigung über die Steuerklasse und die ggf. beim Abzug des Solidari-tätszuschlags zu berücksichtigenden Freibeträge für Kinder sowie über Freibeträge oder Hinzurechnungsbeträge. So-lange eine Bescheinigung nicht vorliegt, ist § 39d EStG nach Steuerklasse I abzurechnen. Soweit eine Arbeitgeberstellung nach § 38 EStG angenommen wird (auch fiktiv), hat dieser auch die Aufzeichnungspflichten nach § 41 EStG zu erfüllen. Beschränkt Steuerpflichtige stellen sich unter Umständen schlechter als unbeschränkt Steuerpflichtige. Das liegt daran, dass keine Zusammenveranlagung erfolgen kann, Werbungskosten nur eingeschränkt abziehbar sind und auch andere Freibeträge nicht im gleichen Maße zur Verfügung stehen. EU-Angehörige und Bürger aus EWR-Staaten werden über § 1a EStG zwar noch etwas besser behandelt als Ange-hörige von Drittstaaten, Sie können Zusammenveranlagung wählen und dürfen einige Ausgaben steuerlich geltend ma-chen. Wer aber den wesentlichen Teil seiner Einkünfte, gefordert sind 90 Prozent, in Deutschland verdient oder die nicht der deutschen Einkommensteuer unterliegenden Einkünfte den Grundfreibetrag nicht übersteigen, der kann auf Antrag so behandelt werden, als sei er unbeschränkt steuerpflichtig (§ 1 (3) EStG). Ein weiterer wichtiger Unterfall beschränkter Arbeitnehmer- Besteuerung nach § 49 EStG sind die Vergütungen der Vor-stände, Geschäftsführer und Prokuristen von ausländischen Gesellschaften. Deren anteiliges Gehalt wird in Deutschland steuerpflichtig, wenn und soweit sie im Inland tätig sind. Denn ein Geschäftsführer oder Vorstandsmitglied übt seine Tätigkeit regelmäßig dort aus, wo er sich tatsächlich aufhält. Das gilt auch für die Tätigkeit auf einer Geschäftsreise. In ei-nigen DBA steht das Besteuerungsrecht für diese Fälle trotz Ausübung im Ausland dem Land zu, in dem die Gesellschaft ihren Sitz hat. Es bleibt dann trotzdem bei der grundsätzli-chen Steuerpflicht in Deutschland, allerdings darf Deutsch-land die Steuer nicht erheben. Dies ist im Einzelfall anhand der DBA zu prüfen. Soweit Deutschland aufgrund eines DBA auf die ggf. antei-lige Besteuerung verzichten muss, verlangt der Fiskus einen Nachweis darüber, dass das entsprechende Einkommen im Ausland auch besteuert wurde. § 50d Abs. 8 und 9 EStG. Wird der Nachweis nicht geführt, dann besteuert Deutsch-land trotz DBA. Diese lange umstrittene Handhabung ist zwi-schenzeitlich durch den Europäischen Gerichtshof (EUGH) abgesegnet. DER AUTOR: Jürgen Bächle ist Steuer-berater, Fachberater für Internationales Steuer-recht bei der Steuerbera-tungsgesellschaft artax. Kontakt: +49 07741 9290-0, E-Mail: juergen.baechle@artax. com © Marco2811 - Fotolia.com
  13. 13. RECHTLICHES TRAUMBERUF PILOT: WAS BEI DER AUSBILDUNG ABSETZBAR IST 13 Es ist der Traumberuf vieler kleiner Jungen: Pilot. Doch der Erwerb der Berufspilotenlizenz ist so ziemlich die teuer-ste Berufsausbildung überhaupt. Nun gibt es endlich gute Nachrichten für Piloten-Anwärter. Wer sich den Traum des beruflichen Fliegens verwirklichen möchte, muss mit himmelhohen Ausgaben rechnen: Bis zu 100.000 Euro müssen für Flugschule und weitere Ausgaben wie Fahrten, Auslandsaufenthalt und so weiter geleistet wer-den. Alle Kosten muss der Schüler aus eigener Tasche bezah-len. Da wäre es doch nur gerecht, wenn man die Ausgaben auch als vorweggenommene Werbungskosten abzie-hen könnte, oder? Nun entschied das Finanzge-richt Münster im Sinne der Flugschüler: Die Ausbildung zum Berufspiloten kann zu vorweggenommenen Wer-bungskosten führen (Aktenzei-chen 14 K 4281/11 F). Der Kläger absolvierte eine zweijährige Ausbil-dung zum Berufspiloten. Ein Gehalt er-hielt er währenddessen nicht. Als Ausbildungskosten machte er seinen Eigenanteil von 40.000 Euro in der Steuer-erklärung geltend. Das Finanzamt lehnte den Ansatz jedoch ab. Es ließ stattdes-sen nur den Abzug als Sonderausgaben zu. Daraufhin klagte der Pilot – und das Gericht gab ihm nun Recht. Begründung: Die Ausgaben standen im Zusammenhang mit seinen zu-künftigen Einnahmen als Pilot. Da auch die Ausbildung wäh-rend eines Dienstverhältnisses stattgefunden habe, stehe dies dem Abzugsverbot für Erstausbildungskosten nicht ent-gegen. Aufgrund des Schulungsvertrags ergebe sich, dass der Flugschüler zur Teilnahme an Schulungen und Prüfungen verpflichtet war. Auch wurde er dadurch auf eine spätere Tä-tigkeit bei der ausbildenden Fluggesellschaft vorbereitet. Doch warum klagte der Flugschüler gegen den Ansatz als Sonderausgaben? Ist doch besser als gar kein Ansatz, möchte man meinen – leider falsch. Denn das Manko bei der Deklarierung als Sonderausgaben: Zum einen ist der Abzug auf 4.000 Euro im Jahr be-schränkt. Zum anderen müssen auch Einnahmen vorliegen, sonst verpufft der Abzug als Sonderausgaben wirkungslos. Denn wer keine Einnahmen hat, kann auch keine Ausgaben steuermindernd ansetzen – da keine Lohnsteuer ge-zahlt wurde. Ein Vortrag von Son-derausgaben auf folgende Jahre ist nach Gesetzeslage nicht mög-lich. Bei Werbungskosten sieht die Sache gänzlich anders aus: Die Ausgaben können in voller Höhe bei den Einkünften aus nichtselbständiger Arbeit abgezogen werden. Bei fehlenden Einnahmen führen sie zu einem Verlust, der auf kommende Jahre vorgetragen wird. So können die Ausbildungskosten im ersten und gegebenenfalls im zweiten Jahr der Pilotentä-tigkeit zu einer außerordentlich erfreulichen Steuererstattung führen, mit der wenigstens ein Teil der hohen Ausgaben zu-rückfließt. Quelle: http://www.steuernsparen.de/ Mit dem jetzt gefällten Urteil zur Frage, wann ein Flugzeug tat-sächlich am Flughafen ankommt, stärkt der Europäische Gerichtshof (EuGH vom 04.09.2014, Az.: C-452/13) die Fluggastrechte. Im konkreten Fall ging es darum, dass ein Passagier von der Lufthansa-Toch-tergesellschaft Germanwings eine Ent-schädigung haben wollte, weil er der Ansicht war, dass sein Flug zum Flug-hafen Köln/Bonn mehr als drei Stunden zu spät ankam. In dem Fall stünde ihm nach EuGH-Rechtsprechung eine Ent-schädigung zu. Laut Germanwings kam die Maschine aber nur zwei Stun-den und 58 Minuten später als vorge-sehen zur Landung. Geöffnet wurden die Türen jedoch erst mehr als fünf Mi-nuten später. Der EuGH hatte nun zu entscheiden, welcher Zeitpunkt für die Berechnung einer Verspätung maßgeblich ist: die Landung, das Erreichen der endgülti-gen Parkposition oder das Öffnen der Türen. Nach Ansicht der Richter ist die tatsächliche Ankunftszeit die, zu der mindestens eine der Flugzeugtüren ge-öffnet wird. Denn vor dem Öffnen der Türen könne der Reisende aus techni-schen und Sicherheitsgründen nur sehr eingeschränkt mit der Außenwelt kom-munizieren. Diese Zeit, in der sich der Reisende nicht um seine persönlichen oder beruflichen Affären kümmern könne, sei außerhalb der regulären Flugzeit für ihn eine verlorene Zeit. Erst danach könne er sich wieder wie ge-wohnt betätigen. Im zu entscheiden-den Fall geschah dies nach der Drei-Stunden-Grenze. Die Airline muss deshalb dem Kläger 250 Euro bezah-len. Quellen: www.cibt.de und www.tip.de OFFENE FLUGZEUGTÜR BESTIMMT TATSÄCHLICHE ANKUNFTSZEIT © lucato - Fotolia.com
  14. 14. RECHTLICHES URLAUBSSOUVENIRS: WAS VERZOLLT WERDEN MUSS 14 Mitbringseln und Urlaubsschnäppchen setzt nicht nur der Koffer grenzen, sondern manchmal auch der Zoll. Wie viel Sie woher mitbringen dürfen und was Sie bei der Einreise beachten sollten, erklären unsere Experten. 1. Rückreise aus einem EU-Mitgliedstaat Das Recht auf Freizügigkeit ermöglicht es jedem Bürger der Europäischen Union, sich innerhalb der EU frei zu bewegen und behandelt zu werden, wie die Bürgerinnen und Bürger des betreffenden Mitgliedstaates. Dazu gehört auch das grenzenlose Reisen mit den damit verbundenen Vorteilen. Für bestimmte Waren kann es aber Einschränkungen geben. Das gilt für Arzneimittel, Kulturgüter, Feuerwerkskörper und natürlich Waffen und Munition. Auch wer Bargeld und gleichgestellte Zahlungsmittel im Gesamtwert von 10.000 Euro oder mehr beim Grenzübergang innerhalb der EU mit sich führt, muss diesen Betrag beim Zoll auf Befragen anzei-gen. Genussmittel können für den persönlichen Bedarf abga-benfrei und ohne Zollformalitäten nach Deutschland mitgebracht werden. ARAG Experten warnen aber: Wer Waren in so großen Mengen mitführt, dass eine rein private Verwendung zweifelhaft erscheint, muss unter Umständen gehörig nachzahlen. Für Genussmittel wurden deshalb Richt-mengen festgelegt, bis zu denen eine Verwendung zu priva-ten Zwecken angenommen wird. 2. Gebiete mit Sonderregelungen Auch innerhalb der EU gibt es einige Gebiete und Regionen, die zwar zum Staatsgebiet einzelner EU-Mitgliedstaaten ge-hören, jedoch nicht zum Zollgebiet der EU. Daher gelten für sie die Bestimmungen für Einreisen aus Nicht-EU-Staaten. Reisemitbringsel aus diesen Gebieten sind daher nur abga-benfrei, wenn sie innerhalb der Reisefreigrenzen für Waren aus Nicht-EU-Staaten eingeführt werden. Ist dies nicht der Fall, werden Zollgebühren fällig – und die können es in sich haben, warnen ARAG Experten. Gebiete mit Sonderrege-lungen sind Büsingen, Helgoland, die Insel-gruppe Färöer, Grönland, Saint Pierre und Mi-quelon, Neukaledo-nien, Französisch-Polyne-sien, Wallis und Fu-tuna, Französische Süd- und Antarktis-gebiete, Livigno und Campione d`Italia sowie der zu Italien gehörende Teil des Luganer Sees zwi-schen Ponte Tresa und Porto Ceresio, Aruba, Bonaire, Curaçao, Saba, Sint Eustatius, Sint Maarten, Ceuta und Melilla und der nördliche (türkische) Teil Zyperns, in dem die Regierung Zyperns keine tatsächliche Kontrolle ausübt, sowie Gibraltar. 3. Mitbringsel aus Übersee Wer seinen Urlaub außerhalb der EU verbracht hat, sollte bei der Rückkehr genau darauf achten, ob beim heimatlichen Zoll der rote oder der grüne Durchgang der richtige ist. Sou-venirs aus Drittländern müssen nämlich unter Umständen verzollt werden. Das gilt zwar nicht für die bunten Mokka-tassen aus der Türkei oder die obligatorische Mickey Maus aus Disney-World. Für Mitbringsel, die den Wert von 430 Euro (bei Flugreisen) und damit die Freigrenze übersteigen, müssen allerdings Einfuhrabgaben entrichtet werden, erin-nern die ARAG Experten. Wird mit teuren Andenken aus dem Urlaubsland im Koffer der grüne Durchgang für anmel-defreie Waren durchschritten, liegt nach einem Urteil des Fi-nanzgerichts Düsseldorf zumindest leichtfertige Steuerverkürzung vor; und das zieht unweigerlich Sanktio-nen nach sich. Die Richter gingen bei dem Urteil davon aus, dass Reisenden die Gepflogenheiten an internationalen Flug-häfen geläufig sind (FG Düsseldorf, Az.: 4 K 120/11 Z). Quelle: ARAG – Rund ums Recht RICHTMENGEN INNERHALB DER EU Zigaretten Zigarillos Zigarren Rauchtabak Spirituosen (z.B. Weinbrand, Whisky, Rum, Wodka) Alkoholhaltige Süßgetränke (Alkopops) Zwischenerzeugnisse (z.B. Sherry) Schaumwein Bier Kaffee 800 Stück 400 Stück 200 Stück 1 Kilogramm 10 Liter 10 Liter 20 Liter 60 Liter 110 Liter 10 Kilogramm Kaffeehaltige Waren 10 Kilogramm © Stuart Miles - Fotolia.com
  15. 15. EXPATRIATES WARUM EXPAT-PARTNER ES IM AUSLAND BESONDERS SCHWER HABEN, SICH EINZULEBEN 15 Neueste Zahlen zeigen: Immer weniger Mit-arbeiter internationaler Unternehmen sind bereit, für den Job mit der kompletten Familie ins Ausland zu gehen. Da mag man sich als Mobility Manager oder Personalverant-wortlicher vielleicht fragen, wie das sein kann – werden die zukünftigen Expatriates doch mit lukrativen Packages meist ganz ordentlich gepampert. Sprachunterricht und interkultu-relle Vorbereitung für die ganze Familie gehören mittlerweile für viele Unternehmen schon zur Standardunterstützung, ei-nige Konzerne locken darüber hinaus mit üppigen Spousal Budgets zur freien Verfügung der mitausreisenden Partner. Doch gerade die sind für viele internationale Firmen zu einem der kritischsten Erfolgsfaktoren ihres Entsendungsma-nagements geworden. Denn nicht selten sorgt das Veto des Lebenspartners dafür, dass längere Auslandsaufenthalte ent-weder schon von vornherein abgelehnt oder aber frühzeitig abgebrochen werden. Laut einer Studie des Beratungsunternehmens Mercer LLC scheitern über 60% aller Auslands-entsendungen daran, dass der mitausreisende Partner im Einsatzland unzufrieden ist. Wie ist das möglich? Grund Nr. 1 Laut der Permits Foundation, die sich seit 2001 um die Ver-besserung der Arbeitsmöglichkeiten für Expat Partner küm-mert, sind circa 90% der mitausreisenden Partner vor ihrer Entsendung berufstätig. Im Gastland sind es dann aber ge-rade mal 35%. Dass der Rest ohne Job dann nicht immer ganz glücklich ist, dürfte auf der Hand liegen. Grund Nr. 2 Während sich berufstätige Expats problemlos im Arbeitsall-tag und neuen Kollegenkreis integrieren, fühlen sich viele Expat Partner im Gastland ohne einen strukturierten Tagesab-lauf, ein stabiles soziales Netzwerk oder gar eine berufliche Perspektive häufig ziemlich fehl am Platz. Entsprechend liegt der Anteil der unzufriedenen Expat Partner im Gastland laut Simpson Wiles & Associates bei knapp 50%. Grund Nr. 3 Anders als berufstätige Expats – die mehrheitlich in einem in-ternationalen Businessumfeld tätig sind – müssen sich mit-ausreisende Partner in ihrem Alltag meist viel stärker mit den kulturellen und gesellschaftlichen Besonderheiten ihres Gast-landes auseinandersetzen. Laut Brookfield GRTS 2014 gehö-ren Anpassungsschwierigkeiten der Angehörigen noch immer zu den häufigsten Gründen für eine frühzeitige Rück-kehr. Für einen gelungenen Auslandsaufenthalt brauchen mitaus-reisende Partner mehr als Sprachkurs und Interkulturelles Training. Auch die Tatsache, dass mittlerweile viele internationale Un-ternehmen ihre Expats samt Familien vor der Ausreise sprachlich und kulturell zum Teil sehr gut auf die bevorste-hende Zeit im Ausland vorbereiten, macht die Statistik leider nicht besser. Zitat einer Expat Partnerin: „Ein eintägiges interkulturelles Training, was du vor Monaten bekommen hast, hilft dir lei-der nicht, wenn du später bei gefühlten 50° Celsius nicht weißt, wie du den Handwerker dazu bewegen sollst, deine Klimaanlage doch noch vor dem nächsten Winter zu reparie-ren. Ein Sprachkurs an der VHS bringt dir auch herzlich wenig, wenn du in Hintertimbuktu mitten im Kulturschock steckst und vor dich hin deprimierst. Und eine vom Unter-nehmen gesponserte Arbeitserlaubnis ist mehr als überflüs-sig, wenn du als Ausländer ohnehin praktisch keine Chance am lokalen Jobmarkt hast.“ Die größten Herausforderungen eines Auslandsaufenthaltes stehen eigentlich erst dann an, wenn die Familie mit der Rea-lität im Gastland konfrontiert ist. Um die Zufriedenheit aller Beteiligten und damit den Erfolg einer Auslandsentsendung positiv zu beeinflussen, brauchen also auch und gerade die Mitausreisenden eine Unterstützung, die ihnen in der neuen Lebenssituation vor Ort ganz konkret weiterhilft. © ictum - Fotolia.com
  16. 16. EXPATRIATES Das Fazit 1. Expat Partner brau-chen einen ganzheitli-chen Support. Das Leben im Ausland bringt vor allem für mitausreisende Partner einschneidende Ver-änderungen mit sich. Einer-seits was die berufliche Entwicklung angeht, aber auch im sozialen Umfeld und im Partnerschaftsge-füge und Familienstruktur. Unternehmen, die ihren Expat-Familien eine wert-volle Unterstützung bieten möchten, sollten sich deshalb für einen Support entscheiden, der alle Lebensbereiche umfasst. 2. Expat Partner brauchen einen maßgeschnei-derten Support. Unternehmen, die ihre Expats während eines Entsendung optimal unterstützen möchten, sollten auf einen Support achten, der auf die individuellen Bedürfnisse der Mitausrei-senden zugeschnitten ist. Denn die persönliche Lebenssitua-tion entscheidet darüber, welche Unterstützungsmaßnahmen für die Angehörigen überhaupt sinnvoll sind. 3. Expat Partner brauchen einen praxistaugli-chen Support. Interkulturelle Trainings, die Expats überwiegend auf die Kul-tur des Gastland vorbereiten, machen nur bedingt Sinn, denn den Betroffenen fehlt zu diesem Zeitpunkt häufig ein-fach noch der Bezug zur Realität. Damit die Trainingsinhalte nicht in den Umzugskisten verstauben, sollten entsendende Unternehmen lieber eine begleitende Maßnahme wählen, die ihre Expat-Familien nicht nur vor, sondern auch während der Auslandsentsendung unterstützt. Das erste E-Coachingprogramm für Expat Partner Das Beratungsunternehmen ABROAD [relocation. intercul-ture. language] hat genau für diesen Bedarf ein Coaching- Produkt entwickelt: Mit seinem einzigartigen E-Coachingprogramm www.How-To-Create-My-Life-Ab-road. com – das als Einzel- oder GruppenCoaching angebo-ten wird – unterstützt es Expat Partner vor und während ihrer Auslandsentsendung in allen Lebensbereichen. Ganzheitlich. Maßgeschneidert. Praxisnah. Das Programm besteht aus drei Online-Modulen, die die mit-ausreisenden Partner in der jeweiligen Entsendungsphase (Vorbereitung, Eingewöhnung, Lebensgestaltung im Gast-land) eigenverantwortlich absolvieren können. In jedem Modul erhalten die Coachees zwei 90-minütige Online-Coa-chings, die entweder als Gruppenworkshops oder als Einzel-coachings angeboten werden. Darüber hinaus stehen den Expat Partnern für die kleinen und großen Herausforderun-gen des Alltags ein Forum aus erfahrenen Entsendungsexper-ten und eine weltweite Community aus Gleichgesinnten zur Seite. Die Vorteile für mitausreisende Partner, wie zum Beispiel eine individuelle Vorbereitung auf die zukünftige Lebenssituation im Entsendungsland, eine schnellere Eingewöhnung der gan-zen Familie vor Ort und eine nachhaltige Karriereplanung dürften nicht nur die Zufriedenheit der Expat Partner selbst steigern, sondern auch dem entsendenden Unternehmen zu-gutekommen. Constance Grunewald-Petschke, Inhaberin des Unterneh-mens und selbst Expat Partnerin: „Mit unserem Programm reduzieren Sie als Unternehmen das Abbruchrisiko Ihrer Aus-landsentsendungen und verhindern mögliche Folgekosten. Und weil wir für das Wohlbefinden der Familienangehörigen im Gastland sorgen, stellen Sie außerdem sicher, dass Ihre Mitarbeiter von Anfang an hochmotiviert und leistungsfähig sind. Und das steigert nicht nur umgehend die Produktivität, sondern wirkt sich langfristig auch sehr positiv auf die Mobi-lität im Unternehmen aus.“ Als Kooperationspartner der BDAE Gruppe gewährt ABROAD unseren Mitgliedern einen Nachlass von 10% auf alle E-Coa-chingprogramme. Bei Interesse wenden Sie sich einfach di-rekt an c.grunewald@xpat-abroad.com. Alle weiteren Informationen über das E-Coachingprogramm für ExpatPart-ner finden Sie unter www.How-To-Create-My-Life- Abroad.com.  DIE AUTORIN: 16 Constance Grunewald-Petschke betreibt den Blog www.what-about-my-pencilskirt.com, auf dem sie re-gelmäßig über ihr neues Leben als Expat-Frau in Istan-bul berichtet. Sie ist außerdem Inhaberin der Agentur „Abroad [relocation.interculture.language]“, die Expats und ihre Familien berät und hat das erste deutschspra-chige E-Coachingprogramm speziell für ExpatPartner entwickelt. E-Mail: c.grunewald@xpat-abroad.com
  17. 17. 17 AIRLINES WO ES SICH AM GÜNSTIGSTEN REISEN LÄSST UNITED AIRLINES BRITISH MIDLAND AIRWAYS (BMI) GoEuro, eine Online-Plattform für Reiseplanung, hat kürzlich einen weltweiten Transportpreisvergleich veröffentlicht. Dieser zeigt die durch-schnittlichen Kosten für 100 Kilometer Reiseroute in 51 Ländern weltweit. Dafür wurden die günstigsten inter-kontinentalen Bus-, Bahn- und Flugver-bindungen ermittelt und miteinander verglichen. Heraus kam ein Ranking. Platz 1 belegte Südafrika. Über alle Transportmittel betrachtet lässt es sich dort am günstigsten reisen. Fahrgäste zahlen durchschnittlich 8,77 Euro für eine Flugstrecke von 100 Kilometer, 2,83 Euro für eine Busfahrt von 100 Ki-lometern und 1,45 Euro für 100 Kilo-meter mit der Bahn. Am teuersten sind Reisen innerhalb der Schweiz, die damit den letzten Rang belegte. Hier kostet die Flugstrecke 96,57 Euro, mit dem Bus kommt man für 14,41 Euro ans Ziel und Bahnrei-sende zahlen 29,55 Euro. Deutschland schaffte es im Gesamtver-gleich mit dem Platz 17 ins obere Mit-telfeld. 18,49 Euro pro 100 Kilometer Flugstrecke, 3,93 Euro für Busfahrten und 12,24 Euro für Bahnfahrten von 100 Kilometer müssen Reisende inner-halb von Deutschland zahlen. Laut Aussage von GoEuro soll der Preisvergleich von Bus-, Bahn- und Flugreisen Transparenz für die Ver-braucher schaffen und als Kalku-lationsgrundlage bei der nächsten Urlaubsplanung dienen. Das vollständige Ergebnis finden Inter-essierte unter www.goeuro.de/trans-portpreis- index. Die britische Regional-fluglinie bmi regional hat erstmals Berlin in den Flugplan aufgenommen. Seit dem 1. September die-ses Jahres fliegt die Airline sechsmal wöchentlich non-stop von Berlin-Tegel ins schwedische Kalmar. Die Flüge ab Berlin in die südwestliche Küstenstadt finden täglich außer sams-tags statt. Die Flugzeit be-trägt etwa 70 Minuten. Eingesetzt wird auf dieser Strecke eine Embraer 135, die 37 Passagieren Platz bie-tet. Einfache Flüge sind ab 79 Euro pro Person unter www.flymbi.de buchbar. Die amerikanische Lini-enfluggesellschaft Uni-ted Airlines ermöglicht ihren Gästen als erste amerikani-sche Airline, auch bei inter-nationalen Flügen online einzuchecken. Dazu hat die Fluggesell-schaft mit der Software-firma Jumio Inc. eine App entwickelt, die kostenlos für iOS- und Androide-Smart-phones zur Verfügung steht. Über die eingebaute Ka-mera des Telefons werden das biometrische Ausweis-foto und die maschinenles-baren Zeilen im Ausweis erkannt. Eine spezielle Soft-ware „Netverify“, ebenfalls von Jumio Inc., überprüft daraufhin die Gültigkeit des Passes und ein bis zwei Mi-nuten später erhält der Pas-sagier die Bordkarte per E-Mail. „Netverify“ kann fast 400 unterschiedliche Ausweise überprüfen. Bei Unsicherhei-ten gibt es im Hintergrund Dokumentenexperten, die in diesen Fällen die Ausweise manuell prüfen. Nur bei Flügen, für die noch weitere Prüfungen notwen-dig sind, wie etwa die eines gültigen Visums, müssen die Reisenden wie bisher weiter-hin am Schalter abgefertigt werden. © Trezvuy - Fotolia.com © Sashkin - Fotolia.com
  18. 18. 18 AIRASIA BERHAD Die malaysische Billig-fluggesellschaft AirA-sia Berhad testet für einen Zeitraum von zwei Mona-ten Wi-Fi an Bord ihrer Maschinen und wird in diesem Zuge den Service kostenfrei für ihre Fluggä-ste anbieten. Bis zu 60 Pas-sagiere können pro Flug auf ausgewählten Flügen der Airline den Zugang aktivieren. Dieser Service ist jedoch zunächst nur bis Ende Oktober kostenfrei. Die neue Dienstleistung funktioniert in der Test-phase nach dem „first come, first served“-Prinzip. Angemeldete Fluggäste er-halten ein Datenkontin-gent von 1 MB sowie ein Paket zur Nutzung und Anwendung von LINE, WhatsApp oder WeChat. Ob auf einem Flug der Wi- Fi-Service angeboten wird, erfahren Reisende über die In-Flight-Ankündigung. Nach der Testphase ent-scheidet die Airline über das Weiterbestehen und über die preisliche Gestal-tung des Wi-Fi-Services. Die französisch-nieder-ländische Fluggesell-schaft Air France-KLM möchte nach Angaben von französischen Medien eine europaweite Billigfluglinie – Transavia Europe – schaffen und Basen in mehreren Län-dern aufbauen. Auch in Deutschland soll ein Stand-ort errichtet werden. Dazu verlagert die Air France-KLM mehrere Flüge auf die Billig-tochter Transavia. Das Pro-jekt soll bereits im Sommer 2015 umgesetzt werden. Neben dem Aufbau von Transavia Europe sollen auch die bereits bestehenden Transavia France und Trans-avia Airlines in der Nieder-landen weiter wachsen. Für die neue Transavia Europe solle daher Personal vor Ort zu lokalen Verträgen arbei-ten. Auch Lufthansa erwägt der-zeit eine weitere europäi-sche Billigfluglinie unter dem Arbeitstitel „WINGS“ zu etablieren, die zusam-men mit Germanwings unter einem Dach operieren soll. Daneben soll es ab Winter 2015 eine zusätzli-che Billigfluglinie für den in-terkontinentalen Verkehr geben. AIRLINES Die größte polnische Fluggesellschaft LOT Polish Airlines erweitert ihr Flugangebot ab Frankfurt. Mit Beginn des Winterflug-plans 2014/2015 startet täglich ein Flieger um 7.30 Uhr auf dem Rhein-Main- Flughafen und erreicht um 9.15 Uhr die polnische Hauptstadt Warschau. Für den Rückflug können Rei-sende künftig aus zwei Abendverbindungen wäh-len: Um 17.10 Uhr sowie um 20.15 Uhr verlassen die Maschinen die Metropole an der Weichsel mit An-kunft um 19.05 Uhr bezie-hungsweise um 22.10 Uhr in der deutschen Banken-metropole. Die neue Abendverbindung kann besonders für Ge-schäftsreisende interessant sein, die sich durch den neuen Flugplan künftig zwei Stunden länger in der neunt-größten Stadt der Europäi-schen Union aufhalten kön-nen. Bislang erfolge der letzte Flug in die größte Stadt Hessens um 18.15 Uhr. LOT POLISH AIRLINES AIR FRANCE-KLM Pünktlich zum Herbst bietet Lufthansa ihren Kunden eine neue Destina-tion in wärmere Gefilde an. Mit Beginn der Herbstferien am 26. Oktober dieses Jah-res startet die größte deut-sche Airline die neue Verbindung zwischen Mün-chen und Gran Canaria. Bis zum 12. April 2015 hebt der Airbus A321 mit 200 Sitzen sonntags ab. Zu ein-zelnen Terminen, insbeson-dere in der Ferienzeit, gibt es einen zusätzlichen Abflug am Samstag. Tickets kön-nen ab sofort online über www.lh.com oder telefo-nisch unter +49 69 86 799 799 sowie über Lufthansa Reisebüropartner gebucht werden. AIRASIA BERHAD © Cherkas - Fotolia.com © boygostockphoto - Fotolia.com
  19. 19. VERMISCHTES 19 BUCHTIPP: MIT DEN KINDERN NACH NEW YORK REISEN SHOPPEN IST BELIEBTESTE URLAUBSBESCHÄFTI-GUNG Shopping spielt bei jedem dritten Urlaub im Ausland eine wichtige Rolle. Dabei gehören nicht nur Reisende aus Asien zu den Einkaufsweltmeistern, sondern auch Südameri-kaner genießen überdurchschnittlich häufig die Shopping- Möglichkeiten am Urlaubsort. Zu diesem Ergebnis kommt eine Sonderauswertung des World Travel Monitors® von IPK International, die im Auftrag der ITB Berlin aktuell durchge-führt wurde. Angeführt wird die Rangliste der Länder mit den meisten Shop-ping- Touren international von Reisenden aus China, gefolgt von den Malaien und Indern – für mehr als 50 Prozent der Aus-landsreisenden dieser Länder ist der Bummel durch die Ge-schäfte ein wichtiger Teil des Ur-laubs. Einen überdurchschnittlichen Stellenwert hat Shopping aber auch unter den Lateinamerikanern und hier vor allem bei den Mexikanern, Argentiniern und Chilenen. US-Amerikaner weisen dagegen mit 30 Prozent eine eher unterdurchschnittliche Shoppingaffinität im Urlaub auf. Unter den Europäern sind es die Finnen, bei denen der La-denbesuch im Urlaub am beliebtesten ist, gefolgt von den Deutschen, Franzosen, Schweden und Russen. Im Gegensatz dazu ist zum Beispiel für die Briten und Italiener das Einkau-fen während eines Auslandsurlaubs weniger wichtig. Der Stellenwert, den der Ladenbummel bei den Reisenden einnimmt, variiert je nach Urlaubsart. Erwartungsgemäß hat Shopping die größte Bedeutung bei den Städtereisenden. Für jeden Zweiten spielt weltweit gesehen Shopping bei Rei-sen in Metropolen eine wichtige Rolle. Neben den Sehens-würdigkeiten und dem Flair einer Stadt zählt Einkaufen damit zu den drei Hauptmotiven bei Städtereisen. Abgese-hen von den Städtereisenden ist der Ladenbesuch aber auch für etwa jeden dritten Rundreisenden und Strandurlauber häufig ein wichtiger Bestandteil des Urlaubs. Die beliebtesten Shopping-Destinationen sind West-Europa, Asien, aber auch die USA. In West-Europa zählen Großbri-tannien, Frankreich, Deutschland, Italien, Spanien und die Türkei zu den beliebtesten Shopping-Zielen. In Asien gehö-ren China, Thailand, aber auch Singapur und Süd-Korea zu den begehrtesten Zielen für Shopping-Begeisterte. Die Freude am Ladenbummel zieht sich dabei durch alle Al-tersklassen und ist bei Menschen aller Bildungs- und Einkom-mensschichten ähnlich beliebt. Auch unter jenen mit hohen Reiseausgaben ist der Anteil der Shopper nicht höher als bei jenen, die eher preiswert reisen. Der einzige Unterschied, den die Daten des World Travel Monitors® zutage förderten: Frauen shoppen im Urlaub etwas häufiger als Männer. Städtereisen können auch für Kinder interes-sant sein. Um ihnen einen (längeren) Städtebesuch schmackhaft zu machen, empfiehlt es sich, bereits vorher – aber auch während der Reise – den Kindern In-halte auf spannende, leb-hafte und vor allem kind-gerechte Art zu vermitteln. Die üblichen, oft sehr trok-kenen Reiseführer sind dafür jedoch eher ungeeig-net. „Globetrotter Kids New York – Reisen, Raten & Ent-decken für KIDS“ versteht sich als Reiseführer und Rei-setagebuch für Kinder im Alter von 6-12 Jahren und liefert wichtige Informatio-nen über New York einmal anders aufbereitet. In kur-zen Sätzen erfahren Kinder etwas zur Geschichte, zu all-gemeinen Daten wie bei-spielweise Währung, Transportmittel und Sehens-würdigkeiten bis hin zu Mu-seen und werden von den Erzählkindern Max und Lilly durch das Buch geführt. Übersichtliche und nicht zu umfangreiche Texte werden durch Rätsel verschiedener Art (zum Beispiel Denksport-aufgaben) ergänzt. Fragen zu den Inhalten beziehungs-weise ergänzende Fragen beleben die Textabschnitte und fordern die Leser dazu auf, selbst Antworten auf-zuschreiben und so aktiv in das Buch miteinzuwirken. Bereiche für die eigene Ge-staltung (für das Einkleben von Bildern und Platz für Notizen) personalisieren den Reiseführer zusätzlich, so dass auch kleine Entdek-ker altersgerecht an eine Städtetour herangeführt werden. Erhältlich aus der Reihe „Globetrotter KIDS“ sind auch die Ausgaben für Wien, Paris, London und Berlin.  BUCHINFORMATIONEN: • Nicole Ehrlich-Adám und Caroline Salzer • Globetrotter KIDS New York – Reisen, Raten & Ent-decken für KIDS • Nele Verlag • ISBN 978-3-9503258-5-0 • 9,90 Euro • 64 Seiten © revoc9 - Fotolia.com © haru_natsu_kobo - Fotolia.com
  20. 20. GESUNDHEIT 20 AMERIKANER WERDEN IMMER DICKER Die Taillen der US-Amerikaner werden immer breiter - und dass, obwohl die Fettleibigkeit zum Stehen gekom-men zu sein scheint. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Centers for Disease Con-trol and Prevention. Wie pressetext.com berichtet, hat der Taillenumfang der US-Bürger laut dem Team um Earl Ford zwi-schen 1999 und 2012 um rund 2,5 Zenti-meter zugenommen. Im gleichen Zeitraum haben sich jedoch die Daten zur Fettleibig-keit, wie sie durch den BMI definiert wird, nur wenig verändert. Faktoren wie Schlafmangel sollen laut den in JAMA http://bit.ly/1c9i5E4 veröffentlichten Ergebnissen für diese Entwicklung verant-wortlich sein. Die Wissenschaftler analysier-ten nationale Daten zu Ernährung und Gesundheit für den Zeitraum 1999 bis 2000 und 2011 bis 2012. An der Studie nahmen mehr als 32.000 Frauen und Männer über 20 Jahren teil. Der durchschnittliche Taillenumfang erhöhte sich von 95,5 auf 98,5 Zentimeter. Bei Männern liegt der Wert derzeit bei rund 101 Zentimetern, bei Frauen bei 96 Zentimetern. Die Steigerung betrug bei Männern im Schnitt zwei und bei Frauen 3,8 Zentimeter. Über Fettablagerungen am Bauch ver-fügten bei der ersten Überprüfung 46,4 Prozent der Bevölkerung. Nach zehn Jahren war es ein Anstieg auf 54,2 Prozent. Die Wissenschaftler verglichen diese Er-gebnisse mit den Daten zu Fettsucht. Es zeigte sich, dass die mittels BMI ermittelte Fettleibigkeit zwischen 2003 und 2012 nicht deutlich zugenommen hat. Gleichzei-tig kam es jedoch zu einer Erhöhung des Taillenumfangs. Über die Ursachen können laut den Wissenschaftlern derzeit nur Vermu-tungen angestellt werden. Schlafmangel, Störungen des Hormonsys-tems und bestimmte Medikamente könnten jedoch eine wichtige Rolle spielen. Die Er-gebnisse bestätigen Empfehlungen, wonach die regelmäßige Messung des Taillenumfanges für den Kampf gegen Übergewicht von entscheidender Bedeutung ist. Zu viel Gewicht um die Körpermitte kann das Risiko von Krankheiten wie Herzleiden, Typ-2-Diabetes und Krebs erhö-hen. RUSSEN STERBEN HÄUFIGER AN HERZLEIDEN Laut einer neuen Studie der Univer-sity of Oxford sterben in Russland im Vergleich zu Europa sechs Mal mehr Menschen an Herzerkrankungen. Das berichtet das Portal pressetext.com. Demnach hat das Team um Mike Ray-ner die verfügbaren Daten zu Sterbe-fällen aufgrund von Herzerkrankungen und Schlaganfällen aus 52 Ländern sowie aus den Großregionen Europa sowie Nordasien analysiert. Die Sterbezahlen sinken in der gesam-ten untersuchten Region beständig. Insgesamt bleiben jedoch Herzerkran-kungen die häufigste Todesursache. In Russland, Weißrussland und der Ukraine zum Beispiel sterben Männer wahrscheinlicher Anfang 50 an einer Herzerkrankung als Männer in Frank-reich mit Ende 70. Rayner zufolge geht die traditionelle Argumentation davon aus, dass die Zahl der Todesfälle nach dem Fall der Sowjetunion gestiegen ist. Die Folge waren hohe Arbeitslosenzahlen, eine starke Zunahme des Alkoholkonsums und verstärkt auch eine fettreiche Er-nährung. Die Lage verbessert sich größtenteils jedoch nur langsam. Laut den neuesten verfügbaren Daten für die untersuchten Länder sank die An-zahl der Todesfälle durch Herzerkran-kungen bei russischen und ukrainischen Männern um 13 respek-tive 16 Prozent. In Litauen und Tadschikistan war je-doch nur ein Rückgang von einem Pro-zent zu verzeichnen. Georgien hingegen gilt laut einem "NewScien-tist"- Bericht als Musterschüler. Hier sind die Todesfälle durch Herzerkran-kungen binnen zehn Jahren um 62 Prozent zurückgegangen. Die For-schungsergebnisse wurden im Fachma-gazin "European Heart Journal" http://eurheartj.oxfordjournals.org ver-öffentlicht. © piai - Fotolia.com © SZ-Designs - Fotolia.com
  21. 21. GESUNDHEIT 21 NOTFALLAUSWEIS FÜR KINDER Schnell ist der Unfall passiert, doch die Retter können keinen Angehö-rigen erreichen – es fehlt jeder Hinweis in den Papieren des Verunfallten. Ärzte empfehlen deshalb seit langem, stets ein entsprechendes Schriftstück mitzuführen. Im Prinzip reicht ein form-loser Zettel. Sinnvoller allerdings ist ein richtiger Notfallausweis, wie ihn der Vorsorgeexperte und Buchautor Hans Walter Schäfer aus Niederkassel ent-wickelt hat: „Das Kärtchen passt in jedes Portemonnaie und die kleinste Tasche“. Schnell mit Kugelschreiber ausfüllen, einstecken, fertig. Damit er-halten die Retter alle wichtigen Infor-mationen – bis hin zur Angabe, ob eine Vorsorgevollmacht, Betreuungs-oder Patientenverfügung existiert. Die Idee dafür kam Schäfer im dichten Straßenverkehr vor einer Schule: „Kaum ein Kind hat einen amtli-chen Ausweis dabei – wen sollen die Retter anrufen, wenn auf dem Schulweg ein Unglück pas-siert?“ Der unverbindliche Not-fallausweis helfe insbesondere, falls der Verunfallte nicht mehr ansprechbar sei oder so-fort in Narkose ver-setzt werden müsse. „Wenn das Kind wieder auf-wacht, sollte die Mama da sein“, so Schäfer. Die neuen Notfallausweise sind aus Karton gefer-tigt, was sie preiswert macht: Als „gute Tat“ werden sie kostenlos abgegeben. Erhältlich über die Webseite www.wenn-traenen-trocknen.de, die noch weitere Tipps zur Absicherung gibt. Eine Übersetzung ins Englische für Auslandsaufenthalte ist geplant. Margarete B. und ihr Mann Gunther B. lebten mit Sohn und Tochter bereits einige Jahre in Dubai, wo ihr Mann ein erfolgreiches deutsches Consulting-Unternehmen gegründet hatte, als Gunther B. an einem Samstag-Morgen plötzlich einen Schlaganfall erlitt. Der Krankenwagen war schnell alarmiert und Gunter B. wurde in eine staatliche Kli-nik eingeliefert. Dort erkennt das Ärzteteam den Befund als solchen nicht sofort und beschließt, Gunther B. ins künstli-che Koma zu verlegen. Die Lage ist so ernst, dass seine Frau bereits an schlimmste Konsequenzen denkt und bereut, dass sie und ihr Gatte nie über einen solchen Ernstfall gesprochen hatten. Es existierten weder Vollmachten noch Verfügungen – selbst auf das Gehaltskonto ihres Mannes hatte Marga-rete B. keinen Zugriff. Was könnte etwa geschehen, wenn ihr Mann im emiratischen Krankenhaus versterben sollte? Wie sah die Rechtslage vor Ort aus? Herrschte in Dubai nicht das Gesetz der Scharia, wonach sie als Ehefrau kaum Rechte hatte? Margarete B. hatte in Expat-Kreisen einmal ge-hört, dass der älteste Sohn Vermögen und Besitz des Vaters erben würde, wenn der Ehemann nichts anderes verfügt hatte. Und was würde mit der Firma passieren, sollte ihr Mann nicht mehr aus dem Koma erwachen oder ein schwe-rer Pflegefall werden? Da die Familie für einen hochwertigen Auslandskranken-schutz gesorgt hatte, konnte Margarete B. ihren Mann nach Deutschland ausfliegen lassen – geregelt wurde dies durch den Assisteur der Versicherung. Alles endete gut, denn we-nige Tage nach dem Krankenrücktransport nach Deutschland holten die Ärzte Gunther B. aus dem Koma und er genas wenige Monate später wieder fast vollständig. Für die Fami-lie war dieser Vorfall ein Lehrbeispiel, das sie nie wieder ver-gessen würde. Ihnen wurde bewusst, dass sie sich vor jedem Auslandsaufenthalt über das dortige Erbrecht informieren und vorab entsprechende Maßnahmen treffen würden. ANDERE LÄNDER, ANDERES ERBRECHT  BUCHTIPP: Damit Angehörige in einer Situation wie dieser nicht überfordert sind, hilft ein Notfallplan weiter. In dem Buch“ Wenn Tränen trocknen“ beschreibt der Autor Hans Walter Schäfer detailliert, praxisnah und mit Hilfe von Checklisten, wie Deutsche im Ausland sich in diesen Fragen absichern. Leseprobe und Bestellung unter www.wenn-traenen-trocknen. de © kwarner - Fotolia.com © gavran333 - Fotolia.com
  22. 22. WELTWEIT MOSAMBIK: DAS UNBEKANNTE TAUCHERPARADIES Riesige Walhaie und mächtige Mantarochen gleiten nahe 22 der Oberfläche durch blaugrünes Wasser. Aufgeregt zie-hen Touristen auf einem Ausflugsboot ihre Flossen an, set-zten die Masken auf. Der Himmel strahlt in hellblau, durch-wirkt von weißen Tupfern der Lämmerwölkchen. Fischer wie-gen ihren Fang aus dem Indischen Ozean. Palmenblätter ra-scheln in leichter Brise. Jung und Alt, Schwarz und Weiß vergnügen sich am Sandstrand, über und unter Wasser. Es könnte so paradiesisch sein am Praia do Tofo und anderen Stränden in Mosambik. Wenn da nicht die Konflikte wären, die es überall auf der Welt gibt, die in dem südostafrikani-schen Land aber besonders ausgeprägt sind. Schnellboote und Jet-Ski-Fahrer düsen übers Wasser. Das ärgert Umwelt-schützer und viele Einheimische. Fischer, die die Tiere nur töten, um deren Flossen abzuschneiden und teuer an Chine-sen zu verkaufen, schüren Wut und Vorurteile. Behördenmitarbeiter sind oft korrupt, kümmern sich zu wenig um Umweltschutz. Frank Weetjens und sein kleines Team sollen das unter einen Hut und alle Betroffenen an einen Tisch brin-gen sowie helfen, die Umwelt zu be-wahren und eine nachhaltige Tourismuswirtschaft aufzubauen. Der 51-Jährige ist Mitbegründer des sechs Jahre alten nationalen Tau-cherverbandes AMAR, der sich vor allem Meeres- und Küstenschutz auf die Fahne geschrieben hat. Das Centrum für internationale Mi-gration und Entwicklung (CIM) hat den Belgier an den Ver-band vermittelt. CIM ist eine Arbeitsgemeinschaft Bundesagentur für Arbeit und der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH und im Auf-trag der Bundesregierung tätig. „Wir versuchen, die Interessen der Fischer und der Tauch-branche in Einklang zu bringen“, sagt Weetjens, der über 15 Jahre Afrika-Erfahrung hat. „Das ist ein langer Prozess, aber es gibt Fortschritte. Unser Wort hat immer mehr Gewicht. Tauchschulen, Kommunen, Meeresschutzbehörde und Fi-scher arbeiten mit uns enger zusammen“, berichtet der Bel-gier. AMAR sei nun von der Regierung als offizieller Vermittler anerkannt. Zerstörter Lebensraum und wegbleibende Tiere vertreiben auch die Touristen. „Das ist heute auch den meisten Küsten-bewohnern und Fischern klar“, sagt Claudio Zunguze. Der 31-Jährige ist technischer Assistent bei AMAR, hier an der Küste aufgewachsen und kennt die Region um die Provinz-hauptstadt Inhambane, die gleichnamige Bucht sowie nahe Strand- und Tauchreviere so gut wie kaum ein anderer. Der junge Mann aus Mosambik, aber auch Frank Weetjens, hatten unvergessliche Erlebnisse unter Wasser. Der Belgier schildert: „Es war vor wenigen Wochen. Ein Walhai und ich schwammen wohl zehn Minuten einträchtig zusammen, meist nur einen Meter voneinander entfernt. Das Tier schaute mich immer wieder neugierig an. Seine Augen waren wie bei allen Walhaien winzig. Er blieb total relaxt, wog vielleicht sechs Tonnen, war schätzungsweise acht Meter lang. Wenn ich tiefer tauchte, verdeckte der massige Körper das Licht der Sonne. Es war ein sehr bewegender Moment in meinem Leben.“ Doch solche Begegnungen wer-den in Mosambik seltener. In der internationalen Taucherszene gilt das Land als eine der besten Des-tinationen, aber nicht mehr als Ge-heimtipp. Es gibt kaum einen Platz auf der Welt, wo Walhaie, Mantas und auch Buckelwale öfter zu beob-achten sind. Doch im Vergleich zu 2003 und 2006 sehen Einheimische und Touristen an diesem Küstenab-schnitt inzwischen deutlich weniger Walhaie und große Mantas. Diese Rochen haben eine Flügelweite von bis zu sechs Metern und sind ebenso sanfte Riesen, die Plankton einsau-gen und sich von Kleinstgetier er-nähren. Das AMAR-Team hat schon schwere Konflikte gelöst: Zwei Gruppen rivalisierender Fischer stritten erbittert um Fangge-biete. Dabei kappten sie auch Bojen, mit denen Tauchanbie-ter Riffe markierten. Weetjens betont: „Alle haben sich an einen Tisch gesetzt und geredet. Eine gemeinsame schriftli-che Vereinbarung wird nun von allen akzeptiert.“ Umweltbewusstsein und Naturschutz wird auch in den Schu-len von Mosambik mehr zum Thema. Die GIZ unterstützt AMAR mit ihrem Know-how. Dazu zählen auch Alternativen zum Fischfang. Auf den Philippinen zum Beispiel werden Fi-scher zu Meeresgärtnern und produzieren spezielle Algen, die in der Kosmetikbranche gefragt sind. Doch so weit ist es in Mosambik noch nicht. „Wir sind aber auf dem richtigen Weg“, sagt Experte Weetjens. Quelle: Themenservice GIZ © Maksim Samasiuk - Fotolia.com
  23. 23. WELTWEIT NIEDERLANDE: OV-CHIPKAART ERSETZT PAPIERTICKETS In den Niederlanden bezahlt man seit Kurzem für die Nut-zung aller öffentlichen Verkehrsmittel mit der sogenannten OV-Chipkaart, einer Art Kreditkarte, die für Bus, Straßenbahn, Bahn und U-Bahn gültig ist. Die Karte ist an Bahnhöfen, Kiosken und bei zahlrei-chen Supermärkten erhältlich. Da es keine spezielle Karte für Touristen gibt, wird die Verwendung einer nicht personalisierten OV-Chipkaart empfoh-len. Die Karte kostet ohne Guthaben 7,50 Euro und kann an vielen Bahnhöfen am Schalter oder am Automaten aufge-laden werden. Bei der Rückgabe wird eine Verwaltungsgebühr von 2,50 Euro einbehalten. Beim Einsteigen in Bus, Stra-ßenbahn oder Zug hält man die Chip-karte gegen den Leser der Chipkarten-Säule. Dieser zeigt mit einem grünen Licht und einem akustischen Signal an, dass die Karte gelesen wurde. Nach dem Auschecken an der Chipkar-ten- Säule beim Aussteigen sieht man so-fort, wie viel Guthaben verbraucht wurde. Für Einzelfahrten ist auch eine „single-use chipkaart“ erhältlich, bei der ein Zuschlag in Höhe von 1 Euro auf den jeweiligen Fahrpreis erhoben wird. Weitere Informationen zur OV-Chipkaart siehe www.holland.com/de/tourist.htm > Anreise & Reisen > Öffentliche Verkehrs-mittel in Holland > OV-Chipkaart und www.ov-chipkaart.nl. Quellen: www.cibt.de und www.tip.de Mit einem Engage-ment- Wert von 66 Prozent liegen chinesische Mitarbeiter dieses Jahr auf dem zweiten Platz im welt-weiten Zufriedenheitsran-king zum Thema Arbeits-platz. Das hat eine Studie der Managementberatung Kienbaum-Panel zusammen mit ORC International erge-ben. China liegt damit nur noch hinter Indien, dass die Rang-liste mit 74 Prozent bereits zum vierten Mal anführt. „Diese Studie kann ein wichtiger Hinweis für viele westliche Unternehmen sein, die in China tätig sind“ sagt Dirk Mussenbrock, Be-treiber des auf chinesische und europäische Fach- und Führungskräfte spezialisier-ten Stellenportals SinoJobs. © Unclesam - Fotolia.com „Auch im Land der Mitte gewinnt das Thema Work- Life Balance immer mehr an Bedeutung. Insbesondere gut ausgebildete Fach- und Führungskräfte sind nicht mehr bereit, lange Arbeits-zeiten, Überstunden, stun-denlanges Pendeln zum Arbeitsplatz und damit eine teilweise große Einschrän-kung des Privatlebens hinzu-nehmen. Innovative Arbeit-geber können hier punkten und die teilweise hohe Mit-arbeiterfluktuation eindäm-men“, so Mussenbrock weiter. Im Vergleich zu Deutschland steht China dabei sehr gut da. Nachdem der globale Engagement-Index im Ver-gleich zum Vorjahr um einen Punkt auf 59 Prozent gestie-gen war, liegt Deutschland mit einem Wert von 58 die-ses Jahr sogar noch unter dem weltweiten Durch-schnitt. 23 IMPRESSUM HERAUSGEBER: Bund der Auslands- Erwerbstätigen (BDAE) e.V. Kühnehöfe 3 22761 Hamburg Tel. +49-40-306874-0 WWW.BDAE.COM REDAKTION: Anne-Katrin Schulz (verantwortlich) akschulz@bdae.de Sanja Zivkovic LAYOUT: Esther Rudat LEKTORAT: Andrea Kraus COPYRIGHT: Die Beiträge im BDAE-Newsletter sind urheber-rechtlich geschützt und dürfen nicht ohne schrift-liche Genehmigung durch den Herausgeber repro-duziert werden. Die Beiträge des BDAE-Newsletters spiegeln die Meinung der Redaktion und nicht unbedingt die des BDAE wider. CHINESISCHE MITARBEITER IMMER ZUFRIEDENER FOLGEN SIE UNS AUCH AUF © Maksim Samasiuk - Fotolia.com

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