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Die Mitglieder des BDAE e.V. sind Men-
schen, die rund um den Globus verteilt
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BDAE: Statistiken zufolge hat sich die
Zahl der Entführungen von Expats und
Geschäftsreisenden zwischen 1998 und
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Beutekamp: Es ist nicht die Frage, ob
man tatsächlich bedroht ist, sondern ob
man sich bedroht fühlt. Empfundene
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BDAE: Wie kann man sich auf eine sol-
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Beutekamp: Durch Kenntnisse und
Übungen. In unseren Sem...
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REGLEMENTIERTE BERUFE
Am 1. September ist in der Schweiz das
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KÜNDIGUNG BEI POTENZIELLER
WEITERBESCHÄFTIGUNG IM
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Die gesetzliche Verpflichtung des Ar-
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BUSINESSKNIGGE MALAYSIA:
HAUPTSACHE HARMONISCH
Aufgrund seiner ethnischen Vielfalt ist
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FLUGHAFEN HANNOVER
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mer 2014 finden im Terminal A des Flug-
hafens Hannover Umbaum...
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ZEITEN AN FLUGHÄFEN
Wer hat es nicht schon einmal selber er-
lebt: Der Flug hat Verspätung und ...
DIE GRÖSSTEN
ÄRGERNISSE IM URLAUB
Haare im Waschbecken oder unfreund-
liches Hotelpersonal – Urlauber können
viele böse Üb...
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VERMISCHTES
DEUTSCHE
URLAUBEN GERNE ZUHAUSE
Ihren bisher besten Urlaub haben die
Deutschen im eigenen Land verbracht.
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WARUM VIELE TOURISTEN
IN SPANIEN PROBLEME MIT
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Immer mehr Urlauber und sogar Arbeit-
nehmer auf Diens...
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HEALTH MAP: WO DIE
GESUNDHEIT VON EXPATS AM
MEISTEN IN GEFAHR IST
Immer mehr Unternehmen entsenden
ihre Mitarbeiter in ...
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WIE ES IN
ÄGYPTEN WEITERGEHT
Wie geht es für die deutsche Wirtschaft
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AUSTRALIENS
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Der Bergbau dürfte in Australien auf
lange Sicht weite...
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Die beliebteste Destination für Städteur-
laub ist in diesem Jahr Lissabon. Die por-
tugiesisch...
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Newsletter "Leben und Arbeiten im Ausland" September 2013

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In der September-Ausgabe des BDAE-Newsletters "Leben und Arbeiten im Ausland" erfahren Interessierte unter anderem alles zum Fotowettbewerb des BDAE e.V. bei dem es natürlich auch etwas zu gewinnen gibt. Die bereits eingereichten Bilder können unter www.bdae-ev.de/fotowettbewerb/galerie/?wppa-album=1&wppa-... angeschaut werden.

In der neuen Ausgabe kann außerdem nachgelesen werden, wieso die Akzeptanz der Krankenversichertenkarte vieler deutscher Touristen diesen Sommer für Schwierigkeiten sorgte, welches die liebsten Reiseziele der Deutschen sind und über was sich deutsche Urlabuer am meisten ärgern. Zudem enthält der Newsletter wieder einen Businessknigge – dieses Mal geht es um die Gewohnheiten und Verhaltensweisen in der malaiischen Geschäftswelt.

In einem sehr spannenden Interview berichtet ein Sicherheitsexperte und Berufssoldat über die zunehmenden Gefahren bei Entsendungen in Krisenregionen und erläutert, wie Unternehmen ihre Mitarbeiter schützen können.

Wann man einen Schadensersatz bei einem verschobenen Flug bekommt, ob und wie die deutsche Rente in Spanien zu verstuern ist und weitere aktuelle Urteile in Sachen Recht & Steuern erfahren Interessierte in der Rubrik "Rechtliches".

Aktuelle und ältere Newsletter-Ausgaben sowie das kostenlose Newsletter-Abo finden Interessierte unter www.bdae.com/de/presseundaktuelles/newsletter.htm.

Wir wünschen wie immer viel Spaß bei der Lektüre.

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Newsletter "Leben und Arbeiten im Ausland" September 2013

  1. 1. 1 EDITORIAL Liebe Leserin, lieber Leser, schon oft haben wir über Entsendungen von Mitarbeitern in Regionen mit einem bestimmten Gefahrenpotenzial berich- tet. Der Statistik zufolge hat sich allein die Zahl der Entführungen – um nur eine potenzielle Gefahr zu nennen – zwi- schen 1998 und 2008 verdoppelt. Wa- rum dies so ist und wie Unternehmen ihre Mitarbeiter beispielsweise in Ägyp- ten, Tunesien oder Syrien schützen kön- nen, erläutert Sicherheitsexperte und Berufssoldat Benjamin Beutekamp in einem sehr spannenden Interview ab der Seite 3. In diesem Sommer war in etlichen Me- dien viel über Probleme von deutschen Touristen in Bezug auf die Anerkennung ihrer Krankenversicherungskarte zu lesen. Warum es vermehrt zu Schwierigkeiten insbesondere in beliebten Reiseländern wie Spanien kam, beschreiben wir in einem Beitrag auf der Seite 13. Interkulturell interessierte Leser wird es freuen, dass wir wieder einen kurzen Business-Knigge verfasst haben. Diesmal geht es um die Geschäftsgepflogenhei- ten in Malaysia. Den entsprechenden Beitrag finden Sie auf der Seite 8. Auch in Sachen Recht & Steuern im Aus- land hat sich wieder viel getan. Die ak- tuellen und für Sie relevanten Gerichts- urteile haben wir für Sie ab der Seite 6 zusammengefasst. Neben vielen anderen spannenden The- men erfahren Sie zudem Neuigkeiten über den BDAE, lesen, was die größten Ärgernisse der Deutschen im Urlaub sind, wohin diese am liebsten verreisen und wie Sie Stress beim Umsteigen an den Flughäfen dieser Welt vorbeugen können. Ich wünsche Ihnen viel Spaß bei der Lek- türe und denken Sie daran: Der BDAE begleitet Sie mit Sicherheit ins Ausland! Herzlichst, Ihre Silvia Opitz NEWSLETTER SEP13 INHALT BDAE INTERN BDAE auf der Haupt- stadtmesse.........................2 Die schönsten Fotos aus aller Welt ...........................2 BDAE an Bord der DKM......2 Zahl des Monats..................2 DAS INTERVIEW “Unternehmen brauchen dringend ein Notfallkon- zept für Mitarbeiter in Krisenregionen“ ..................3 RECHTLICHES Visumfreie Einreise in die Mongolei ...........................6 Schweiz: Gesetz reglemen- tierte Berufe......................6 Schadensersatz bei verscho- benem Flug........................6 Kündigung bei poten- zieller Weiterbeschäfti- gung im Ausland...............7 Steuern auf Auslands- rente in Spanien................7 EXPATRIATES Businessknigge Malaysia: Hauptsache harmonisch.......8 AIRLINE NEWS Neues von den Airlines .......9 Stressfaktor: Umsteige- zeiten an Flughäfen........10 VERMISCHTES Ratgeber: Auswandern nach Peru.........................11 Die größten Ärgernisse im Urlaub.........................11 Deutsche urlauben gerne zuhause............................12 Apple ist wertvollste Marke der Welt ...............12 ... FORTSETZUNG AUF SEITE 2 ...
  2. 2. DIE SCHÖNSTEN FOTOS AUS ALLER WELT Die Mitglieder des BDAE e.V. sind Men- schen, die rund um den Globus verteilt leben und arbeiten. Dort erleben Sie nicht nur fremde Länder und Kulturen, sondern auch einzigartige Momente, atemberaubende Landschaften, extra- vagante Gebäude und vieles mehr. Denn die einzelnen Länder, in denen unsere Mitglieder leben, sind facettenreich, ge- heimnisvoll und besonders. All diese Facetten, Geheimnisse und Be- sonderheiten suchen wir mit unserem Fotowettbewerb. Machen Sie mit und reichen Sie Ihre Fotos ein! Eine Auswahl der eingereichten Werke fassen wir in einem inspirierenden Fotokalender zu- sammen, der uns zu dem Gedanken be- wegen soll »Da muss ich hin«. Alle Finalisten erhalten einen aus den Gewinnerbilden zusammengestellten Fotokalender für das Jahr 2015. Unter den Teilnehmern, deren Bilder im Foto- kalender erscheinen, wird ein iPad ver- lost. Zusätzlich werden wir die 12 ausgewählten Bilder unter Angabe des Fo- tografen in einer Pressemitteilung erwäh- nen und Interviews mit den Fotografen in unserem Newsletter veröffentlichen. Hier sehen Sie die bereits eingereichten Bilder in der Galerie: http://www.bdae- ev.de/fotowettbewerb/galerie BDAE AUF DER HAUPTSTADTMESSE Am 24. September findet zum vierten Mal in Folge die Hauptstadtmesse für Versicherungsvermittler in Berlin statt. Der BDAE war von Anfang an dabei und ist auch dieses Jahr wieder mit von der Partie, wenn das Who is Who der Versi- cherungsbranche sich im Convention Center des Estrel Hotels trifft. Starredner in diesem Jahr ist übrigens Bert Rürup, ehemaliger Wirtschaftswei- ser und Erfinder der Rürup-Rente. Sein Vortrag handelt entsprechend von der Zukunft der Altersvorsorge. Dennis Perl- mann, Vertriebsdirektor für Makler & Multiplikatoren, freut sich auf den Be- such von potenziellen und bestehenden Vertriebspartnern. Gerne können Interessenten per E-Mail vorab einen Termin vereinbaren: dperlmann@bdae.de 2 BDAE INTERN ... GESUNDHEIT INTERNATIONAL Warum viele Touristen in Spanien Probleme mit Artzbesuch haben...........13 Fachliteratur zum Thema Alzheimer ........................13 Health Map: Wo die Ge- sundheit von Expats am meisten in Gefahr ist.......14 Zahl der gefälschten Medikamente steigt euro- paweit..............................14 AUS ALLER WELT Emirat Ajman wirbt um deutsche Unternehmen..15 Wie es in Ägypten weitergeht.......................15 Indonesien mit Besucher- rekord ..............................16 Australiens Bergbau boomt ..............................16 Lissabon beliebteste Stadt17 Deutsche Unternehmen in Tunesien weiter präsent .17 ZAHL DES MONATS 97% DER KINDER IN DEUTSCHLAND lachen mehrmals am Tag und sind damit Spitzenreiter im europäischen Vergleich. (Quelle: Viacom International Media Networks) © JiSIGN - Fotolia.com © Cobalt - Fotolia.com BDAE AN BORD DER DKM Am 23. Oktober 2013 öffnet die 17. DKM – die Fachmesse der Finanz- und Versicherungsbranche – ihre Messetore für alle Branchenteilnehmer. Wie jedes Jahr präsentieren zahlreiche Aussteller ihre Produkte und Dienstleistungen – darunter auch der BDAE (Stand 3B- A04). BDAE-Partner und Besucher ha- ben somit die Möglichkeit, sich an zwei Messetagen einen umfassenden Über- blick über alle Neuigkeiten beim BDAE zu verschaffen. Das Team um Dennis Perlmann steht allen gerne für Gesprä- che zur Verfügung. Auch dieses Jahr warten die Veranstal- ter mit spannenden und prominenten Gastrednern auf: Eingeladen sind der FDP-Politiker Christian Lindner, die ehe- malige Spitzensportlerin Anni Friesinger, der Autor Prof. Dr. Lothar Seiwert (u.a. Simplify your life), der ehemalige Bun- desaußenminister Joschka Fischer, der Börsenmakler und Buchautor Dirk Mül- ler sowie der Unternehmer und Mäzen des Profifußballvereins TSG 1899 Hof- fenheim Dietmar Hopp. Wer vorab einen Termin mit dem BDAE- Team vereinbaren möchte, kann gerne Stefanie Weidt (sweidt@bdae.de) kon- taktieren. Wir freuen uns auf Sie!
  3. 3. 3 BDAE: Statistiken zufolge hat sich die Zahl der Entführungen von Expats und Geschäftsreisenden zwischen 1998 und 2008 verdoppelt. Ist diese Zahl realis- tisch aus Ihrer Sicht? Beutekamp: Es ist schwer, zu- verlässige Statis- tiken über Ent- führungsfälle zu erheben. Es gibt zu viele verschie- dene Definitio- nen und Varian- ten von Entfüh- rungen. Fakt ist aber, dass die Globali- sierung im genannten Zeitraum dazu geführt hat, dass die Engagements west- licher Unternehmen sich auch auf sicher- heitskritische Regionen ausdehnten. Inso- fern könnte der erhobene Anstieg der Gewalt gegen Expats und Geschäftsrei- sende eine logische Konsequenz dieser Entwicklung sein. BDAE: Warum kommt es vermehrt zu Entführungsfällen? Beutekamp: Einfach ausgedrückt: Die Zahl der instabilen Regionen, in denen sich westliche Unternehmen engagie- ren, ist gestiegen. Gleichzeitig sind aber die Protagonisten nicht besser auf die veränderte Sicherheitslage eingegan- gen. In Deutschland verlässt man sich immer noch zu sehr auf sein Glück. Um Ihre Frage am besten zu beantworten, begrenze ich mich auf drei Kernbereiche und auf internationale Entführungsop- fer. Erstens: Weltweites Arbeiten, Leben oder Reisen sind in der heutigen Zeit – insbesondere für westliche Staatsbürger – keine Ausnahme mehr. Menschen zieht es aus den verschiedensten Grün- den in die Ferne. In den Zielländern spricht sich die regelmäßige Anwesen- heit von Ausländern sehr schnell herum. Denken Sie etwa an die Reisegruppen, die in wiederkehrenden Abständen oft auch weit abgelegene Sehenswürdig- keiten besuchen oder Unternehmen, die ihre Mitarbeiter für längere Zeiträume ins Ausland entsenden. Die Präsenz al- leine ist da nicht das Problem. Wir Men- schen sind es, weil wir oft dazu neigen, uns Gewohnheiten hinzugeben. Das nette, gemütliche Restaurant um die Ecke, in dem wir uns jeden Mittwoch- abend mit den Anderen treffen oder der immer gleiche Weg zur Arbeit sind nur zwei Beispiele, die zeigen, wie wir häu- fig ticken. In der Heimat wäre es nicht der Rede wert, aber im Ausland machen uns diese Gewohnheiten berechenbar und somit auch anfälliger für Entfüh- rungen beispielsweise. Zweitens: Lösegeldzahlungen der Ver- gangenheit zeigen darüber hinaus, wie wichtig unseren Unternehmen, aber auch unseren Regierungen, das Leben eines jeden einzelnen Entführungsopfers ist. Nicht selten geht es beiden darum, das mediale Interesse an solchen Ereignissen möglichst klein zu halten. Somit fließt Lösegeld verhältnismäßig schnell. Lassen Sie es mich etwas salopp ausdrücken: Auch so etwas spricht sich schnell rum. Aber es wäre zu einfach, zu behaupten, dass es immer nur um Lösegeld geht. Manchmal stecken auch ideologisch motivierte Täter dahinter. Dann kann es darum gehen, Gesinnungsgenossen frei- zupressen oder auf »Ungerechtigkeiten« aufmerksam zu machen. Man muss dazu erwähnen, dass es sich bei Entführungen um logistische Meis- terleistungen handelt. Der Moment des Zugriffs, der Transport an den Aufent- haltsort und die Versorgung der Ent- führten bedürfen einer guten Vorbe- reitung. Deshalb gilt für uns umso mehr, Täter sind gut vorbereitet, Opfer sollten es auch sein. Drittens: Ärmliche Lebensverhältnisse vor Ort, fehlende, ineffektive oder kor- rupte Sicherheitskräfte aber auch eine zunehmende Ablehnung des westlichen Einflusses führen dazu, dass kriminell oder ideologisch motivierte Täter keine Probleme haben, geeignetes »Personal« für ihre Entführungspläne zu finden. BDAE: Die aktuellen Unruhen – insbe- sondere in Ägypten, das ein wichtiger Handelspartner für Deutschland ist – er- wecken den Eindruck, dass es für Expats und Geschäftsreisende immer gefährli- cher wird. Inwieweit können Sie dies aus Ihrer Erfahrung bestätigen? Beutekamp: Ägypten ist ein gutes Bei- spiel dafür, wie aus Nachbarn erbitterte Feinde werden können. Ich kenne die- ses Phänomen aus meinen Einsätzen in Bosnien Herzegowina und im Kosovo. Auch dort ging es um ideologische Un- terschiede. Die Gefahr für deutsche Ex- pats beziehungsweise für Geschäftsrei- sende in unruhigen Ländern besteht darin, dass man dort den Westen oft für die Einflussnahme auf innere Angele- genheiten verantwortlich macht. Das kann im schlimmsten Fall dazu führen, dass die Entsandten tatsächlich stark be- droht sind. Ich sehe ein großes Problem für den nordafrikanischen Raum. Dort haben sich über Jahre terroristische Strukturen gebildet, die mit dem Arabi- schen Frühling neuen Zulauf und fast grenzenlose Bewegungsfreiheiten erhal- ten haben. Beispielsweise sorgt ein Al Kaida Ableger auf dem Sinai für große Unruhe. BDAE: Was können Expats angesichts dieser Bedrohungen tun? DAS INTERVIEW »UNTERNEHMEN BRAUCHEN DRINGEND EIN NOTFALLKONZEPT FÜR MITARBEITER IN KRISENREGIONEN« Wie Unternehmen ihre Mitarbeiter auf Regionen mit Gefahrenpotenzial sinnvoll vorbereiten können und was Expats in Ägypten und Syrien jetzt dringend tun sollten, erläutert Berufssoldat und Geschäftsführer von Human Ressource Protection Benjamin Beutekamp im Interview. BUCHTIPP: • Samuel P. Huntington: Kampf der Kulturen. Die Neugestal- tung der Weltpolitik im 21. Jahrhundert. • Goldmann Verlag • ISBN: 3-442-15190-2 • ab ca. 13 Euro bei amazon.de
  4. 4. 4 Beutekamp: Es ist nicht die Frage, ob man tatsächlich bedroht ist, sondern ob man sich bedroht fühlt. Empfundene Bedrohungen lösen Ängste oder Unbe- hagen aus, die zur Handlungsunfähig- keit führen können. Aus diesem Grunde rate ich den entsendenden Unterneh- men, im Vorfeld zu handeln und die Sor- gen ihrer Expats ernstzunehmen. Ge- nerell glaube ich, dass sich deutsche Un- ternehmen zu wenig mit der Frage des Notfallmanagements beschäftigen. Da- bei steht so viel auf dem Spiel! Aus mei- ner Sicht liegt das daran, dass es sich bei der Notfallvorsorge um einen Kosten- faktor handelt, der nur schwer zu grei- fen ist. Wenn ich Geld für eine Maschine investiere, sehe ich das Ergebnis vor mir stehen. Wende ich aber Geld für die Notfallvorsorge auf, bekomme ich zu- nächst kein Ergebnis präsentiert. Ich bin aber inzwischen der Überzeugung, dass Unternehmen ein Notfallkonzept benö- tigen. Denn: In Zeiten des sich ankündi- genden Fachkräftemangels und der Ausweitung von Engagements in insta- bile Regionen werden jene, die entsandt werden sollen, die Frage nach einem Notfallkonzept des Unternehmens stel- len. Dann gilt es, die Fachkräfte an das Unternehmen zu binden beziehungs- weise neue Fachkräfte zu gewinnen. BDAE: Warum entsenden Unternehmen überhaupt in Krisenregionen wie bei- spielsweise Syrien oder Nigeria? Beutekamp: Man muss fairerweise sagen, dass beide Länder erst seit eini- gen Jahren wieder in der deutschen Be- richterstattung Erwähnung finden. 2007 begann die Umwandlung des sozialisti- schen Staats Syrien in einen Sozialstaat nach deutschem Vorbild. Deutschland engagierte sich mit Investitionen und der Entsendung eines Sachverständigenrats. Es ging um den Aufbau eines modernen Wirtschafts- und Gesellschaftssystems. Eine gute Gelegenheit für deutsche Un- ternehmen. In Nigeria wurde im Mai 1999 ein bila- terales Abkommen zwischen Deutsch- land und Nigeria geschlossen. Die Be- ziehungen, die unter der Militärregie- rung abgekühlt waren, sollten intensi- viert werden. Für Deutschland war Nige- ria in den Folgejahren ein Garant für De- mokratie und Stabilität auf dem afrika- nischen Kontinent. Es galt als ein Land mit großem wirtschaftlichen Potenzial. Heute sieht das anders aus. Entwicklun- gen wie der Bürgerkrieg in Syrien oder die drohende Spaltung in einen islami- schen und einen christlichen Teil Nige- rias waren bei der damaligen Aufnahme der Zusammenarbeit deutscher Unter- nehmen mit beiden Ländern noch nicht absehbar. Zumindest nicht aus der Ferne. Meiner beruflichen Erfahrung nach soll- ten Unternehmen bei lokalen Entwick- lungen, die die Sicherheitslage betreffen, immer aktiv ein Ohr an der Bevölkerung haben. Die Bevölkerung fühlt als erstes das Unheil heraufziehen und kennt sich vor Ort am besten aus. BDAE: Können Sie dazu ein Beispiel nennen? Beutekamp: Ein Kollege von mir war kurz vor der blutigen Demonstration am 30. Juni dieses Jahres in Ägypten. Er wohnte in der Nähe des Tahir Platzes, wo später mehr als hundert Demon- stranten getötet wurden. Durch seine freundliche Art und die daraus resultie- renden Kontakte in die ägyptische Be- völkerung hörte er schon Tage vorher, dass für den 30. Juni eine große De- monstration geplant war. Die Medien meldeten dies nicht und auch Sicher- heitsdienste im Ausland hätten dies ohne Präsenz vor Ort nicht erahnen kön- nen. Mein Kollege aber wusste zumin- dest, dass er an jenem 30. Juni besser den Tahir Platz meiden sollte. BDAE: Bei Ihren Auslandseinsätzen als Berufssoldat tragen Sie dazu bei, für die Verständigung zwischen Bevölkerung und Militär zu sorgen. Wie kann man sich das vorstellen? Beutekamp: Diese Frage möchte ich am Beispiel Afghanistan beantworten. In Afghanistan, wie auch in vielen ande- ren, nicht entwickelten Ländern werden Informationen und Neuigkeiten über Er- zählungen weitergegeben. Ich war in Teilen Afghanistans, in denen die Men- schen bis zu unserem Erscheinen nicht wussten, dass internationale Soldaten im Land sind. Es hatte sich schlichtweg nicht bis zu ihnen herumgesprochen. Ein Großteil meiner Arbeit besteht darin, den Einwohnern zu zeigen, dass wir in guter Absicht kommen. Darüber hinaus ist es für die internationalen Sicherheits- kräfte wichtig, am Puls der Entwick- lungsprozesse innerhalb der Gesellschaft zu bleiben, diese zu beobachten und zu analysieren. Es geht darum, im Blick zu behalten, wie die Maßnahmen zur Sta- bilisierung bei den Menschen vor Ort an- kommen. Um dieser Aufgabe gerecht zu werden, habe ich verschiedene sprachli- che und kulturelle Fähigkeiten erwor- ben. BDAE: Sie bereiten Unternehmen und deren Mitarbeiter sowie deren Angehö- rige auf Auslandseinsätze in Regionen mit Gefahrenpotenzial vor. Inwieweit ist eine Vorbereitung beispielsweise auf einen Einsatz in Ägypten überhaupt möglich? Beutekamp: Eine landeskundliche Vor- bereitung für Ägypten ist selbstver- ständlich immer möglich. Dennoch kann sie die Eindrücke, die vor Ort gemacht werden, nur ansprechen. Hier ist es aus meiner Sicht wichtig, dass entsandte Ex- pats mit den deutschen Vertretungen wie Botschaften und Konsulate in enger Verbindung stehen. Einige Unterneh- men informieren ihre Mitarbeiter per SMS über regionale Entwicklungen der Sicherheitslage. Wichtig dabei ist, dass der Expat auch weiß, wie er sich im Falle von Unruhen oder anderen Bedrohun- gen verhalten soll. Insbesondere bei der momentanen Medienpräsenz Ägyptens beschäftigt dieses Thema viele Unter- nehmen, Geschäftsreisende und Expats. Grundsätzlich sollte die persönliche Vor- bereitung nicht vom Zielland abhängig gemacht werden. Ob man in Ägypten überfallen wird oder in Syrien macht auf den ersten Blick keinen Unterschied, beide Täter stecken voller Adrenalin und das Fehlverhalten des Opfers könnte tödlich sein. DAS INTERVIEW © Kovalenko Inna - Fotolia.com
  5. 5. 5 BDAE: Wie kann man sich auf eine sol- che Situation vorbereiten? Beutekamp: Durch Kenntnisse und Übungen. In unseren Seminaren geht es vorrangig um die Vermittlung von Prä- ventionsmaßnahmen, die man zum gro- ßen Teil schon in Deutschland erledigen sollte. Weiterhin zeigen wir an anschau- lichen Beispielen wie man persönliche Notfallplanungen durchführt. Wir ver- mitteln eine Vorstellung für die Entste- hung gefährlicher Situationen und ver- deutlichen, wie man das eigene Verhal- ten am Grad der Bedrohung ausrichtet. Dabei gehen wir auf das Täter-Opfer- Verhältnis in Extremsituationen wie zum Beispiel bei Überfällen, Geiselnahmen und Entführungen ein und geben Tipps zum eigenen Verhalten. Durch simulieren, involvieren und analy- sieren dieser Situationen erreichen wir, dass die Teilnehmer zukünftig unter er- höhtem Stress handlungsfähig bleiben. Wer weiß, wie eine Entführung abläuft, ist emotional besser vorbereitet. Man darf auch nicht vergessen: Rund 90 Pro- zent aller Entführungsopfer kommen wieder frei. Wir setzten dabei auf tief- gründiges Begreifen statt auf oberfläch- liches Verstehen. Durch Verbindungen zu renommierten Forschungsinstituten für Politik und Sicherheit sind wir in der Lage, auf ziellandspezifische Fachrefe- renten zuzugreifen. Dennoch ist eine Einschätzung der lokalen Sicherheitslage am besten vor Ort möglich. Wir setzen dabei auf interkulturelle Synergien. BDAE: Kommt es Ihrer Erfahrung nach vor, dass sich potenzielle Expats auf- grund des Trainings und einer starken Sensibilisierung gegen den Auslandsein- satz entscheiden? Beutekamp: Nein, bisher kam das noch nicht vor. Das Gegenteil ist der Fall. Ex- pats fühlen sich besser vorbereitet, weil sie durch Erfahrungslernen einen Kom- petenzzuwachs erfahren haben. Im Üb- rigen sind sie den entsendenden Un- ternehmen für deren Fürsorgebereit- schaft dankbar. Das schafft Vertrauen. Allerdings ist bei Interessenten, die sich per E-Mail oder telefonisch an uns wen- den, eine leichte Tendenz zur Unsicher- heit hinsichtlich eines Auslandsen- gagements erkennbar. Die oft medial aufgebauschten Berichte über Unruhen, Überfälle, Entführungen oder die auf- grund von Anschlagswarnungen tempo- rären Schließungen zahlreicher westlicher Botschaften erwecken den Eindruck, dass die Bedrohung für westliche Staatsange- hörige im Ausland steigt. Dieses Gefühl verunsichert viele. BDAE: Sie sagen, Zielland und Men- schen, die entsandt werden, müssen zu- einander passen. Was bedeutet dies? Und was ist, wenn ein Unternehmen gar keine Wahl hat und nur einen Speziali- sten xy für den Auslandseinsatz zur Ver- fügung hat? Beutekamp: An einen Expat werden viele Anforderungen gestellt. Fachkom- petenz ist ja vorhanden, sonst wäre er nicht ausgewählt worden, aber wie ist es mit den sozialen und interkulturellen Anforderungen, ist die Belastung durch klimatische Bedingungen bekannt? Ist dem Expat klar, dass das Unternehmen in Regionen arbeitet, die nicht ganz un- gefährlich sind? Kennt er das Notfall- management? Weiß er, wie man ihm zur Seite steht, für den Fall das etwas passiert? All diese Fragen sollten im Vorfeld der Entsendung geklärt werden, damit so- wohl Unternehmen als auch Expats die Möglichkeit haben, die Entsendung ab- zulehnen. Dabei macht es keinen Unter- schied, ob eine Auswahl aus mehreren Bewerbern besteht oder nicht. Nichts ist schlimmer für ein Unternehmen als ein vorzeitiger Abbruch, weil im Zielland Fragen oder Probleme auftauchen, die den Entsandten so verunsichern, dass er lieber vorzeitig nach Hause zurückkeh- ren möchte. Das vergeudet die perso- nellen, strukturellen und finanziellen Ressourcen des entsendenden Unter- nehmens und obendrein führt ein Ab- bruch zu Reputationsverlust. BDAE: Sie werden in Ihrer Arbeit von einer Trauma-Psychologin unterstützt. Was sind die wichtigsten Säulen der Traumaverarbeitung? Beutekamp: Belastende Situationen, wie zum Beispiel Zeuge extremer Gewalt zu werden oder sogar selbst Opfer zu sein, können zu Wesensveränderungen führen. Diese Veränderungen können zu völlig unterschiedlichen Zeitpunkten auf- tauchen und erkannt werden. Und das gilt es, erst einmal zu akzeptieren, was für viele schon schwer genug ist. Aber mit der Annahme, dass etwas mit einem nicht mehr so ist, wie es einmal war, be- ginnt der Prozess der Verarbeitung. Lei- der wissen Angehörige oder Freunde oft nicht, wie sie mit diesen Entwicklungen umgehen sollen. Umso wichtiger ist dann das Aufsuchen eines Experten. Dennoch kann es Situationen geben, in denen Menschen das Erlebte nie verar- beiten werden. Hierbei kann die Hilfe der Fachleute dafür sorgen, dass man lernt, mit diesem Umstand zu leben. Zu- sammenfassend lässt sich sagen, es geht darum, die Lebensqualität belasteter Menschen zu verbessern. Das braucht Zeit, Geduld und Unterstützung, nicht zuletzt auch die des Arbeitgebers. Wir empfehlen, diese Gefahr vor der Entsendung zu thematisieren. DAS INTERVIEW DIENSTLEISTUNGEN HUMAN RESSOURCE PROTECTION • Gefahrenbewältigungstrai- ning • Panikabwehrschulungen • Fähigkeitsanalysen und Eig- nungsüberprüfung von zu entsendenden Mitarbeitern • Notfallmanagement • Seminare und Trainings • Tel.: +49-4321-539-902-9 • E-Mail: kontakt@hr-protection. com • Web: www.hr-protection.com © bluedesign - Fotolia.com
  6. 6. SCHWEIZ: GESETZ REGLEMENTIERTE BERUFE Am 1. September ist in der Schweiz das Bundesgesetz über die Meldepflicht und die Nachprüfung der Berufsqualifikati- onen von Dienstleistungserbringern in reglementierten Berufen (BGMD) in Kraft getreten. Es soll eine schnellere und effizientere Kontrolle der Berufs- qualifikationen von EU-Bürgern ermög- lichen. So wird unter anderem dadurch Zeit gespart, dass die Dienstleistungs- qualifikation von EU-Bürgern im Vorfeld zentralisiert und nur noch beim Staats- sekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) zu melden ist (Online- Meldesystem). Reglementierte Berufe in der Schweiz betreffen Personen, die ihre Qualifika- tionen für einen in der Schweiz regle- mentierten Beruf im Ausland erworben haben, in diesem reglementierten Beruf während höchstens 90 Arbeitstagen pro Kalenderjahr in der Schweiz Dienstleis- tungen erbringen wollen und sich nach Anhang III des Freizügigkeitsabkommens oder nach Anhang K des Übereinkom- mens vom 4. Januar 1960 zur Errichtung der Europäischen Freihandelsassoziation (EFTA) auf die Richtlinie 2005/36/EG be- rufen können. Im Baubereich gehören zu den regle- mentierten Berufen unter anderem Ar- beiter am hängenden Seil, Architekten, Bauingenieure, Elektriker, Ingenieure (all- gemein), Kaminfeger, Kranführer, Stadt- planer und Staplerfahrer. Darüber hinaus fallen Berufe aus den Bereichen Ge- sundheitswesen, Handel und Gewerbe, Ernährungswesen, Forstwirtschaft, Tier- versuch, Tierschutz und Landwirtschaft, Verkehr, Bildung, Arbeit, Finanzen und Wirtschaft, Sportaktivitäten und juristi- sche Berufe unter das BGMD. Weitere Infos über reglementierte Be- rufe in der Schweiz finden Interes- sierte hier. RECHTLICHES 6 VISUMFREIE EINREISE IN DIE MONGOLEI Seit dem 1. September 2013 brauchen Deutsche kein Visum mehr für einen kurz- fristigen Urlaub oder eine Geschäftsreise von maximal 30 Tagen in die Mongolei. Das Auswärtige Amt rät allerdings, vor- sichtshalber für die erste Zeit nach Auf- hebung der Visumpflicht noch ein Visum zu beantragen. Laut der CIBT VisumCentrale zeigen erste Erfahrungen, dass Deutsche ohne Visum von manchen Fluggesellschaften nicht befördert wurden. Daher sollten sich Reisende von ihrer Fluggesellschaft vor Reiseantritt die visumfreie Einreise bestätigen lassen oder mit einem vorab besorgten Visum die Reise antreten. Für längerfristige Aufenthalte in der Mongolei oder bei anderen Reisegrün- den ist weiterhin ein Visum erforderlich, das bei jeder mongolischen Botschaft beantragt werden kann. Für Reisende aus Ländern ohne mongo- lische Botschaft oder bei vorheriger Ab- stimmung mit dem Ansprechpartner vor Ort können Visa auch am Flughafen ausgestellt werden. Dies ist aber vorab durch den Einlader/Geschäftspartner in der Mongolei mit der Ausländerbehörde (Immigration) abzuklären, die darüber eine schriftliche Bestätigung ausstellt, die der Reisende mitführen sollte, um von den Fluggesellschaften befördert zu werden. Dem Auswärtigen Amt liegen keine Informationen darüber vor, ob die Ausstellung am Flughafen jederzeit und unkompliziert erfolgt. Es rät deshalb zu einer Einholung des Visums vor Reiseantritt. © Wolfgang Zwanzger - Fotolia.com © roxcon - Fotolia.com SCHADENSERSATZ BEI VERSCHOBENEM FLUG In der Tourismusbranche kommt es oft vor, dass früh gebuchte Reisen verscho- ben werden oder nachträglich Zwi- schenhalte eingeplant werden, was die Reisezeit verlängert. In einem konkreten Fall war der Rückflug vom Vormittag um mehr als sieben Stunden nach hinten verschoben worden. Weil die Eltern des mitreisenden Jungen dies für unzumutbar hielten, hatten sie für sich und den Sprössling Tickets für einen anderen Flug gekauft. Der Teen- ager hätte nämlich nach den Ferien sonst nicht rechtzeitig zum Unterricht erscheinen können, wenn er den vom Unternehmen verschobenen Flug ge- nommen hätte. Die Eltern hatten daher einen früheren Ersatzflug gebucht – und forderten diese Kosten vom Reiseveranstalter zu- rück. Das Amtsgericht Hannover billigte dieses Vorgehen nun. Laut den ARAG- Rechtsexperten muss der Anbieter tat- sächlich die Mehrkosten für die Um- buchung der ganzen Familie überneh- men (AG Hannover, Az.: 523 C 14236/12). © beermedia - Fotolia.com
  7. 7. KÜNDIGUNG BEI POTENZIELLER WEITERBESCHÄFTIGUNG IM AUSLAND Die gesetzliche Verpflichtung des Ar- beitgebers, Mitarbeitern eine Weiterbe- schäftigung anzubieten, um eine Kün- digung wegen Schließung zu vermei- den, bezieht sich grundsätzlich nicht auf freie Arbeitsplätze im Ausland. In einem konkreten Fall betrieb ein Un- ternehmen der Textilindustrie mit Sitz in Nordrhein-Westfalen (NRW) auch eine Betriebsstätte in der Tschechischen Re- publik. Im Juni 2011 beschloss die Firma, ihre gesamte Produktion in die tschechische Betriebsstätte zu verlegen. In Deutsch- land sollte lediglich die Verwaltung be- stehen bleiben. Mit Blick hierauf erklärte das Unternehmen gegenüber den in NRW beschäftigten Produktionsmitar- beitern eine ordentliche Beendigungs- kündigung. Die Klägerin wehrte sich dagegen und meinte, die Firma hätte ihr durch den Ausspruch einer Änderungskündigung die Möglichkeit geben müssen, über einen Umzug zumindest nachzudenken. Die Klage blieb in allen Instanzen er- folglos. Die beklagte Firma hatte keine Möglichkeit mehr, die Klägerin in einem inländischen Betrieb weiter zu beschäf- tigen. Umstände, unter denen ausnahms- weise eine Verpflichtung des Arbeitgebers zu erwägen wäre, Arbeitnehmer im Aus- land weiter zu beschäftigen, lagen nicht vor, erklären ARAG-Rechts-Experten (BAG, AZ.: 2 AZR 809/12). RECHTLICHES 7 STEUERN AUF AUSLANDSRENTE IN SPANIEN Etliche deutsche Rentner verbringen ihren Ruhestand im sonnigen Süden – häufig in Südspanien, auf Mallorca oder auf Teneriffa. Dorthin überweist die Deutsche Rentenversicherung ihre Ren- te. Die Frage ist, ob und wie diese Rente zu versteuern ist. Das Portal www.steu- ernsparen.de erläutert die Details: Laut bisherigem Doppelbesteuerungs- abkommen (DBA) mussten deutsche Rentner, die in Spanien »Residente« sind, ihre deutsche Rente auch dort ver- steuern. Jeder, der sich insgesamt länger als 183 Tage im Jahr in Spanien aufhält, muss nämlich die so genannte Reciden- cia beantragen. Residenten sind in Spa- nien voll steuerpflichtig und müssen dieselbe Steuer wie spanische Bürger bezahlen. Einzige Ausnahme: deutsche Pensionäre. Ihre Renteneinkünfte wer- den im Kassenstaat besteuert. Betriebs- renten und private Renten sind im Wohnsitzstaat zu versteuern. Deutschland hat nun mit Spanien ein neues Doppelbesteuerungsabkommen abgeschlossen, das seit Anfang 2013 an- gewandt wird. Danach erhält Deutsch- land als Kassenstaat für deutsche Renten ein begrenztes Besteuerungsrecht. Das bedeutet, dass Personen, die ab 2015 erstmals Rente beziehen, in Deutschland fünf Prozent Steuern auf ihre gesetzliche Rente bezahlen müssen. Für Neurentner ab 2030 beträgt der Quellensteuersatz zehn Prozent. Diese Regelung gilt ebenfalls für Betriebs- , Riester- und Rürup-Renten, deren Auf- bau über einen Zeitraum von mehr als 12 Jahren in Deutschland staatlich gefördert worden ist. Für andere Renten bleibt es dabei, dass das alleinige Besteuerungs- recht dem Wohnsitzstaat (Spanien) zu- steht. Das Besteuerungsrecht für staatlich ge- förderte Renten fällt an den Wohnsitz- staat zurück, wenn die Förderung wegen Wegzugs aus Deutschland zu- rückgefordert wurde. Das heißt: Ab 2015 müssen deutsche Rentner, die in Spanien leben, auch in Deutschland eine Einkommensteuererklärung abgeben. Die in Deutschland gezahlte Steuer wird auf etwaige in Spanien zu entrichtende Steuern angerechnet. Für Personen, die vor 2015 in Rente gehen, ändert sich nichts. Sie brauchen ihre Rente auch künftig nur in Spanien zu versteuern und deswegen in Deutsch- land keine Steuererklärung abzugeben. Deutschland hat nun mit Spanien eine »Absprache über gegenseitige Amtshilfe in Steuersachen« unterzeichnet. Das heißt konkret: Ab 2015 versenden Deutschland und Spanien automatische Kontrollmitteilungen über gezahlte So- zialversicherungsrenten sowie über Be- triebs-, Riester- und Rürup-Renten, deren Aufbau über einen Zeitraum von mehr als 12 Jahren in Deutschland staat- lich gefördert worden ist. So kann der jeweils andere Staat die Renten besser besteuern beziehungsweise die Versteuerung besser kontrollieren. © WONG SZE FEI - Fotolia.com © mickey hoo - Fotolia.com
  8. 8. 8 BUSINESSKNIGGE MALAYSIA: HAUPTSACHE HARMONISCH Aufgrund seiner ethnischen Vielfalt ist Malaysia für ausländische Geschäfts- leute eine besondere Herausforderung. Malaysia ist multikulturell, aber kein so genannter melting pot, also ein Schmelz- tiegel der Kulturen, der eine eigene ma- laiische Identität erschaffen hat. Die vielen Parallelgesellschaften machen es ausländischen Geschäftspartner schwer, sich korrekt zu verhalten und vor allem erfolgreich zu sein. Etwa die Hälfte der Bevölkerung besteht aus gebürtigen Malaien, fast ein Viertel aus chinesisch- stämmigen Malaysiern und etwa jeder zehnte Einwohner hat indische Wurzeln; der Rest gehört unterschiedlichen Na- tionalitäten an. Staatsreligion ist trotz der gemischten ethnischen Gruppen der Islam. Der noch junge Staat (Gründung 1963), der lange Teil des British Empire war, galt lange als Tigerstaat und scheint den gro- ßen wirtschaftlichen Sprung geschafft zu haben. Mittlerweile ist das Land hoch technologisiert und fördert ausländische Investitionen. Erst kürzlich hat die Re- gierung den Dienstleistungssektor für Ausländer geöffnet. Gesucht werden insbesondere Ingenieure und IT-Fach- kräfte sowie Juristen. MALAIER DOMINIEREN ÖFFENT- LICHEN SEKTOR Deutschland hat noch immer einen guten Ruf in der mailaiischen Ge- schäftswelt; man schätzt deutsche Autos (die Malaien lieben Autorennen) und die deutsche Ingenieurskunst. Mitt- lerweile genießt sogar Bier eine zuneh- mende Popularität. Dieser Vorschuss- bonus reicht allerdings nicht, um als Expat oder Geschäftsreisender in Malay- sia seine Ziele zu erreichen. Wer reüssie- ren will, muss sich vor allem der jeweiligen Bevölkerungsgruppe anpas- sen. Traditionell dominieren die chine- sisch-stämmigen Malaysier die Privat- wirtschaft; die Vertreter der öffentlichen Institutionen und der Politik sind für ge- wöhnlich Malaien (auch Bumiputera = »Söhne des Bodens«). Im mittleren Ma- nagement sowie im Rechtswesen haben es Geschäftsleute häufig mit Indern zu tun. Bei Verhandlungen mit Malaien sind Netzwerkqualitäten gefragt. Man trifft sich zum Essen oder zum Golfen und betreibt viel Small-Talk, ehe es zu einem Vertragsabschluss kommt. Malaiische Geschäftsleute wollen ihr Gegenüber kennenlernen, der persönliche Aus- tausch dient dem Respekt voreinander und der wiederum ist die Basis jeglicher Business-Beziehung. Eine Erklärung dafür liefert die Tatsache, dass bis vor wenigen Jahrzehnten Geschäftsabschlüsse ohne Papier, also lediglich mit Handschlag be- schlossen wurden. Tatsächlich kennen Malaier keine Dialog-Kultur und sind überfordert mit offener Kritik. Harmonie in der Geschäftswelt hat eine ungleich höhere Priorität als etwa in Europa. Wer bei Verhandlungen die Contenance ver- liert, verliert auch sein Gesicht und kann direkt nach Hause fahren. Auch eine – in Deutschland nicht untypische – her- ablassende oder belehrende Haltung ist unangemessen, da dies als respektlos gilt. VÄTERLICHER FÜHRUNGSSTIL IN MALAYSIA Mitarbeiter der malaiischen Bevölkerung sind einen patriarchalischen Führungsstil gewöhnt und erwarten, dass Vorge- setzte sich – zumindest oberflächlich – auch für deren Familien interessieren. Es wird erwartet, dass selbst weniger kom- plexe Entscheidungen und sogar un- wichtige Dinge von Führungskräften getroffen werden. Der Malaysia-Kenner und Buchautor Volker Friedrich hat in einem Interview mit dem Manager Ma- gazin mal gesagt, dass der idealtypische ausländische Manager zwei Gesichter haben muss: Er müsse einerseits die lo- kale Tochtergesellschaft, für die er ent- sandt wurde, beim Mutterhaus repräsen- tieren und andererseits fähig sein, zu in- tegrieren, um das Unternehmen lokal erfolgreich zu leiten. Etwas anders verhält es sich bei Ge- schäften mit Chinesen in Malaysia: Diese erwarten eine Kommunikation auf Au- genhöhe; in Sachen Konfliktkultur und indirekter Kommunikation ticken sie aber ähnlich wie ihre malaiischen Kolle- gen. Tabu sind außerdem politische oder religiöse Themen. Wer erfolgreich mit seinen malaysischen Geschäftspartnern verhandelt hat, sollte zudem am Ball bleiben, denn die Pflege der Partnerschaft ist sehr wichtig für eine kontinuierliche Business-Beziehung. KURZER BUSINESS-KNIGGE • Malaysias Staatsreligion ist der Islam; bei Verstößen gegen dessen Regeln gelten strenge Strafen; Verboten sind u.a. freizügige Kleidung, Kaugummi- kauen oder Rauchen sowie das Zeigen von Zärtlichkeiten in der Öffentlichkeit. • Bei Malaien spielen Mimik und Gestik eine große Rolle, um Missverständ- nisse zu vermeiden, sollten Ausländer diese besonders kontrollieren und neutral agieren. • Frauen wird aus Respekt vor dem Ge- schlecht grundsätzlich nicht die Hand gereicht, es empfiehlt sich, bei der Be- grüßung freundlich zu nicken. • Titel (Doktor- oder Adelstitel) haben bei den Malaien einen hohen Stellen- wert und sollten deshalb immer ge- nannt werden. • Essen wird bei den Malaien selten mit Stäbchen zu sich genommen, son- dern mit Besteck oder der rechten Hand (Achtung: die linke gilt als un- rein). • Als Gastgeschenk sollte man keinen Alkohol mitbringen, sondern z.B. deutsche Schokolade. EXPATRIATES © Flavijus Piliponis - Fotolia.com
  9. 9. 9 FLUGHAFEN HANNOVER Vom 22. Oktober dieses Jahres bis Som- mer 2014 finden im Terminal A des Flug- hafens Hannover Umbaumaßnahmen statt. Nach Abschluss der Arbeiten wird das 1973 erbaute Terminal künftig statt sechs einzelnen Durchgängen über eine zentrale Sicherheitsschleuse auf der Ab- flugebene verfügen. Außerdem wird der neue Kontrollbereich nach Angaben des Flughafenbetreibers so umgebaut, dass auch Anforderungen an die Sicherheits- technik der nächsten Jahre abgedeckt werden können. Die Abflugebene wird während des Um- baus komplett gesperrt und der ge- samte Flugverkehr auf die Terminals B und C verlegt. Der Ankunftsbereich bleibt hingegen zugänglich. Das Park- haus 1 vor dem Terminal A/B steht Rei- senden weiterhin zur Verfügung. Nur der obere Parkbereich vor dem Terminal A wird für die Dauer der Arbeiten abge- sperrt. ++++++++++++++++++++++++++++ DARWIN AIRLINES Seit dem 2. September dieses Jahres bie- tet die Schweizer Regionalfluggesell- schaft Darwin Airline insgesamt 24 wöchentliche Flüge vom Flughafen Leip- zig/Halle nach Amsterdam Schiphol und Paris Charles de Gaulle an. Reisende können ab sofort über die in- ternationalen Drehkreuze Paris Charles de Gaulle und Amsterdam das welt- weite Streckennetz der Air France und KLM nutzen. Der Flughafen Leipzig/ Halle ist damit noch besser in das glo- bale Luftverkehrsnetz eingebunden. Die Ziele Paris und Amsterdam werden montags bis freitags zweimal täglich an- geflogen, was vor allem für Geschäfts- reisende interessant sein kann. Am Samstag und Sonntag wird diese Route jeweils einmal am Tag bedient. Zum Ein- satz kommen Flugzeuge vom Typ Saab 2000, die 50 Flugreisenden Platz bietet. ++++++++++++++++++++++++++++ GERMANIA Die deutsche Airline Germania erweitert ihren Flugplan und bietet ab dem 27. Oktober dieses Jahres auf den Strecken Berlin/Tegel nach Köln/Bonn und nach Stuttgart jeweils eine zusätzliche Ver- bindung pro Tag an. Damit erhöht sich die Zahl der täglichen Flüge zwischen Spree und Rhein an den meisten Wochentagen von derzeit zehn auf dann elf. Die Frequenz auf der Ver- bindung an den Neckar erhöht sich montags bis freitags von sieben auf acht Flüge. ++++++++++++++++++++++++++++ BRITISH AIRWAYS (BA) CITY- FLYER BA Cityflyer, eine Tochter der British Air- ways, hat seit dem 1. September dieses Jahres eine neue Verbindung in ihren Flugplan aufgenommen. Die Airline fliegt ab sofort 17 Mal wöchentlich von Düsseldorf zum London City Airport und zurück. Diese Strecke kann insbesondere für Ge- schäftsreisende attraktiv sein, da der Flughafen in London günstig zu den Docklands – einem Wohn- und Ge- schäftsviertel – sowie der Innenstadt ge- legen ist. Zudem bietet der Flughafen eine Vielzahl an Möglichkeiten für eine Weiterreise über den Nordatlantik. Bedient wird die neue Route mit Ma- schinen des Typs Saab 2000 mit 50 Plät- zen für Passagiere. ++++++++++++++++++++++++++++ AIRBERLIN Airberlin hat kurzzeitig die Verbindung ab Deutschland nach Antalya aufgrund der derzeitigen Situation in Ägypten ausgeweitet. Bereits seit dem 1. Sep- tember dieses Jahres haben Urlauber eine weitere Möglichkeit, zu dem Reise- ziel am Roten Meer zu gelangen. Zusätzliche Flieger starten ab Berlin, Frankfurt, Köln/Bonn, Leipzig, München und Nürnberg in die türkische Riviera. Diese Extra-Flüge sind nach Angaben der Airline bis 3. November dieses Jahres vorgesehen, wobei das Enddatum je nach Abflugsort variieren kann. Ab Berlin, Frankfurt, Leipzig und Mün- chen können Reisende nun auch jeden Sonntag, ab Nürnberg jeden Donners- tag und ab Köln/Bonn sogar donners- tags und sonntags zusätzlich in die be- liebte türkische Urlaubsregion fliegen. Zu buchen sind die Flüge online unter www.airberlin.com, telefonisch zum Ortstarif unter 030 34343434 sowie im Reisebüro. Bezahlt werden können die Flugtickets ab sofort auch mit PayPal. Dieses neue Zahlungsmittel wurde nach Angabe der Airline eingeführt, um den Fluggästen der Airline das Reisen bequem zu ge- stalten. PayPal funktioniert wie ein vir- tuelles Portemonnaie. Dadurch entfällt das umständliche Eingeben der Bank- verbindung. Es genügt die Eingabe von Nutzernamen und Passwort und das Flugticket wird über ein im PayPal-Konto eingereichtes Zahlungsmittel beglichen. Fluggäste, die ihre Airberlin-Visa Card bei PayPal als Zahlungsmittel hinterlegt haben und am Vielfliegerprogramm top- bonus teilnehmen, erhalten bei jeder PayPal-Zahlung die entsprechenden Prä- mienmeilen gutgeschrieben. Und noch einen weiteren neuen Service bietet Airberlin ihren Passagieren bei Online-Buchungen: eine Best Price Gua- rantee. Ab sofort können Reisende Geld erstatten bekommen, wenn der gleiche Flug in einem anderen Online-Portal am gleichen Buchungstag mehr als zehn Euro günstiger angeboten wird. Und das funktioniert so: Die Differenz kann der Fluggesellschaft bis 24 Uhr am Buchungstag gemeldet werden. Airber- lin prüft den Garantieanspruch inner- halb von drei Tagen und veranlasst die Überweisung des Differenzbetrags, so- fern die Buchung des von Airberlin unter der AB-Flugnummer durchgeführten Fluges über www.airberlin.com erfolgte und bereits vollständig bezahlt wurde. Nähere Informationen erhalten Interes- sierte unter www.airberlin.com/best- preisgarantie. ++++++++++++++++++++++++++++ AIRLINE NEWS © bluedesign - Fotolia.com
  10. 10. 10 STRESSFAKTOR: UMSTEIGE- ZEITEN AN FLUGHÄFEN Wer hat es nicht schon einmal selber er- lebt: Der Flug hat Verspätung und bis zum Anschlussflug sind es nur noch we- nige Minuten – knappe Umsteigezeiten bedeuten für viele Reisende Stress. Als Faustformel gilt in der Regel eine Stunde als ausreichend, um den An- schlussflug zu erreichen. Jedoch kann dieses Zeitfenster je nach Flughafen va- riieren und im schlimmsten Fall dazu führen, dass der nächste Flug verpasst wird. Dieses Problem erkannte Wayne Chen, ein Entwickler für mobile Anwendun- gen, und erstellte eine Liste mit den Flughäfen mit den kürzesten Umsteige- zeiten. Dabei wurden nur die Zeiten be- rücksichtigt, die Reisende aufbringen müssen, um von dem Gate, an dem sie ankommen zu dem Gate, von dem sie weiterfliegen zu gelangen, unabhängig davon, wie weit diese beiden auseinan- derliegen. Pass- und Sicherheitskontrol- len wurden in diese Berechnung nicht einbezogen. Bei dieser Top Ten der Flughäfen mit den kürzesten Umsteigezeiten reicht eine Stunde zum Umsteigen aus: 1. Flughafen Zürich (ZRH), zehn Minu- ten 2. Salt Lake City International (SLC), elf Minuten 3. Tampa International (TPA), zwölf Mi- nuten 4. Orlando International (MCO), 15 Minuten 5. Charlotte Douglas International (CLT), 16 Minuten 6. Denver International (DEN), 18 Mi- nuten 7. London Stansted (STN), 19 Minuten 8. Fort Lauderdale-Hollywood Interna- tional (FLL), 20 Minuten 9. Dubai International (DXB), 22 Minu- ten 10. Hong Kong International (HKG), 22 Minuten An diesen zehn Flughäfen mit den längs- ten Umsteigezeiten müssen Reisende ein größeres Zeitfenster zum Umsteigen ein- planen: 1. Beijing Capital International (PEK), eine Stunde und 27 Minuten 2. London Heathrow (LHR), eine Stunde und 25 Minuten 3. Paris Charles de Gaulle (CDG), eine Stunde und 23 Minuten 4. Shanghai Pudong International (PVG), eine Stunde und 18 Minuten 5. Los Angeles International (LAX), eine Stunde und zehn Minuten 6. Sydney Kingsford Smith (SYD), eine Stunde und neun Minuten 7. Tokyo Narita International (NRT), eine Stunde und drei Minuten 8. Boston Logan International (BOS), eine Stunde und zwei Minuten 9. Frankfurt International (FRA), eine Stunde und eine Minute 10. Chicago O’Hare International (ORD), 59 Minuten Beim Buchen von Anschlussflügen sollte man demnach je nach Flughafen eine Umsteigezeit von einer bis zu drei Stunden berücksichtigen. ++++++++++++++++++++++++++++ AIRLINE NEWS © Jean Kobben - Fotolia.com
  11. 11. DIE GRÖSSTEN ÄRGERNISSE IM URLAUB Haare im Waschbecken oder unfreund- liches Hotelpersonal – Urlauber können viele böse Überraschungen erleben. Im Schnitt gehen die Deutschen zweimal pro Jahr auf Reisen und haben dabei nicht immer eine unbeschwerte Zeit. Aufreger Nummer Eins ist ein schmutzi- ges Badezimmer – das ist das Ergebnis einer repräsentativen forsa-Umfrage im Auftrag der Advocard Rechtsschutzver- sicherung AG unter 2.001 Personen. So haben in den vergangenen zwölf Mo- naten zwei Drittel (64 Prozent) der Bun- desbürger eine Reise unternommen und immerhin neun Prozent von ihnen sind gar viermal oder öfter unterwegs gewe- sen. Die Erwartungen an einen Traum- urlaub wurden häufig nicht erfüllt: Jeder achte Deutsche (13 Prozent) hatte auf seinen Reisen Mängel zu beklagen. Und das sind die zehn häufigsten Be- schwerden der Deutschen: 1. Schmutziges Badezimmer (31 Pro- zent) 2. Nicht genug Auswahl beim Früh- stück bzw. bei den Mahlzeiten im Hotel (29 Prozent) 3. Schmuddelige Bettwäsche (24 Pro- zent) 4. Unfreundliches Hotel-Personal (21 Prozent) 5. Kein schöner Blick aus dem Fenster (20 Prozent) 6. Bau- und Straßenlärm (19 Prozent) 7. Lärmbelästigung durch andere Gäste (19 Prozent) 8. Überfüllte Erholungsbereiche, zum Beispiel am Pool oder Strand (14 Prozent) 9. Verspätung bei gebuchter Anreise mit Bus, Bahn oder Flugzeug (13 Prozent) 10. Ungeziefer im Zimmer (10 Prozent) RATGEBER: AUSWANDERN NACH PERU Mit zunehmender Internationalisierung und dem damit verbundenen erweiter- ten interkulturellen Know-how kommen uns viele Länder immer näher. Wir glau- ben, dass wir bereits viel über die USA, China und die europäischen Länder wis- sen. Aber wie sieht es aus mit »Exoten« wie Peru? Beim Gedanken an eine Aus- wanderung dorthin kann man jegliche Hilfe gut gebrauchen. Der Autor von »Auswandern nach Peru – Ein Kaffeehaus, alltägliches Chaos und viel Liebenswertes« hat diesen Schritt gewagt und berichtet von seinem Leben dort. Seit einem Jahr baut er sich in Peru eine neue Existenz auf und erzählt von seinen Erlebnissen und Erfahrungen während dieser Zeit. Diese werden sehr anschaulich und vielschichtig beschrie- ben. Der Autor beginnt mit seinem Auf- bruch in sein neues Leben und den damit verbundenen Situationen wie Visum und Kontoeröffnung. Danach schildert er die Wohnungssuche und die Planung der Eröffnung eines Cafés. Im Alltag geschehen immer wieder komi- sche und spannende Situationen, die den Leser in die Welt Perus abtauchen lassen. Auf sehr kurzweilige Art erhält man nicht nur einen Einblick in die Si- tuation des Auswanderns, sondern auch die Kultur wird durch Verhaltensweisen der Peruaner dem Leser näher gebracht. Alltagsgeschichten, Reisen und Aus- flüge, Episoden rund ums Einkaufen, die Themen Wetter und Erdbeben runden die Erzählungen ab und geben ein in- teressantes Bild vom Umfeld und dem Leben des Autors. »Auswandern nach Peru« hebt sich damit von einem üblichen Ratgeber ab. Es werden keine Tipps oder Adressen gegeben, aber die Schilderung eines ganzen Jahres in einer neuen Heimat er- öffnet eine ganz andere Sichtweise und stellt eine gute Ergänzung zu üblichen Handbüchern dar. Durch die alltäglichen Situationen ist dieses Buch nicht nur für Expats geeignet, sondern vermittelt auch Personen, die »nur« eine Reise nach Peru planen oder die einfach ein Interesse an fremden Kulturen haben, einen interessanten Einblick. 11 VERMISCHTES © schwabenblitz - Fotolia.com © Aleksey Stemmer - Fotolia.com BUCHINFORMATIONEN: • Denis Freybote • Auswandern nach Peru – Ein Kaffeehaus, alltägliches Chaos und viel Liebenswertes – Ein neues Leben zwischen Igno- ranz, Stempelwahn, General- streiks und anderen Erd- beben • Verlag interconnections • ISBN 978-3-86040-140-8 • 16,90 Euro
  12. 12. 12 VERMISCHTES DEUTSCHE URLAUBEN GERNE ZUHAUSE Ihren bisher besten Urlaub haben die Deutschen im eigenen Land verbracht. Dies gaben 16 Prozent der Teilnehmer einer repräsentativen Umfrage des Rei- seportals www.lastminute.de an. Es fol- gen Spanien (12 Prozent), die USA (9 Prozent), Italien (8 Prozent), die Türkei (5 Prozent), Frankreich (5 Prozent), Öster- reich (4 Prozent), Kroatien (3 Prozent), Griechenland (3 Prozent) und Großbri- tannien (2 Prozent). Bei Hotels und Städtereisen sind seit Jah- ren Berlin, München und Hamburg am gefragtesten. Bei Flügen sind die USA angesagt und bei kurzfristigen Urlaubs- reisen Mallorca, Antalya und die Kanari- schen Inseln. Was einen Urlaub zum be- sten Urlaub gemacht hat Als Hauptgrund, was den Urlaub so be- sonders schön gemacht hat, gaben die Umfrageteilnehmer die Landschaft und Natur im Reiseziel an (55 Prozent). Wei- tere wichtige Kriterien waren, dass sie gut entspannen konnten (47 Prozent), dass das Wetter gut war (39 Prozent), Gastfreundschaft herrschte (37 Prozent), schöne Sehenswürdigkeiten (30 Pro- zent), ein toller Strand (29 Prozent), gutes Essen (29 Prozent), Menschen, die sie kennengelernt haben (27 Prozent), das Hotel (24 Prozent) und schließlich Kultur und Ruhe (jeweils 20 Pro- zent). APPLE IST WERTVOLLSTE MARKE DER WELT Die wertvollste Marke der Welt ist Apple, mit einem Markenwert von über 110 Milliarden Euro. Gefolgt wird das Unternehmen aus dem Silicon Valley von der Erfolgsmarke Coca Cola mit einem Wert von mehr als 67 Milliarden sowie vom Internetgiganten Google mit einem Markenwert von 55 Milliarden Euro. Dies hat eine Umfrage von eurobrand – ein Unternehmen für Marken-, Patent- & IP Bewertung & Strategie unter mehr als 3.000 Markenunternehmen in 16 In- dustrien mit Vergleichen zwischen Europa, Amerika und Asien ergeben. In Europa ist der Luxusgüterkonzern LVMH wertvollstes Markenunternehmen mit einem Markenwert von über 39 Mil- liarden (global Platz 12), gefolgt vom Schweizer Nahrungsmittelgiganten Nestlé mit mehr als 34 Milliarden Euro Markenwert sowie Vodafone (rund 29 Milliarden Euro). Asiens wertvollstes Markenunterneh- men bleibt China Mobile mit einem Portfolio-Markenwert von etwa 45 Mil- liarden Euro (global Platz 10) und rückt somit als einziges nicht US-Markenun- ternehmen in die globalen Top 10 vor. Bemerkenswert: Die US Markenland- schaft, dominiert von IT & Technologie sowie Konsumgüter Marken repräsen- tiert 41 Prozent der weltweiten Top-100 Markenunternehmen. Europa ist mit satten 43 Prozent vertreten, wobei deut- sche Markenunternehmen den größten Anteil (13 Prozent) verzeichnen. © Grasko - Fotolia.com© Grasko - Fotolia.com © Atlantis - Fotolia.com Jeder zweite Spanier hält sich für spon- tan, gleiches gilt für fast jeden zweiten Deutschen, allerdings gaben nur knapp 30 Prozent der Engländer an, spontan zu sein. Dies hat eine Umfrage des Reiseportals www.justbook.de ergeben.
  13. 13. 13 WARUM VIELE TOURISTEN IN SPANIEN PROBLEME MIT ARZTBESUCHEN HABEN Immer mehr Urlauber und sogar Arbeit- nehmer auf Dienstreise beschweren sich, dass speziell in Südeuropa – besonders oft in Spanien – die EU-Gesundheitskarte (auch EHIC) nicht akzeptiert wird. Ein simpler Grund dafür ist beispielsweise, dass viele Deutsche die Europäische Ge- sundheitskarte gar nicht kennen. Sie zei- gen beim Arzt dann die Karte ihrer Krankenkasse, die alle möglichen Farben hat, müssten aber eigentlich die Karte umdrehen, denn dort befindet sich die blaue EU-Karte. Ausländische Kassen- ärzte sehen dann nur eine bunte Karte, mit der sie nichts anfangen können, brauchen aber die blaue. Tatsächlich kommt es vor, dass sich staat- liche Gesundheitseinrichtungen weigern, die europäische Gesundheitskarte zu ak- zeptieren und privat abrechnen. Das liegt daran, dass es bis zu zwei Jahre dauern kann, bis die Krankenhäuser und Kas- senärzte ihr Honorar erhalten, weil das Abrechnungsprozedere über die Gren- zen hinaus sehr, sehr langwierig ist. Das erklärte Ziel der EU ist es, dass jeder EU-Bürger im europäischen Raum eine medizinische Behandlung zu denselben Bedingungen und gleichen Kosten wie die Einheimischen erhalten sollen. Aller- dings – und das ist ursächlich für die Missverständnisse – weisen die Gesund- heitssysteme in den einzelnen europäi- schen Ländern gravierende Unterschiede auf. Während ein spanischer Tourist in Deutschland bei einem medizinischen Notfall den Allgemeinarzt oder das Krankenhaus problemlos konsultieren kann, muss sich ein deutscher Patient in Griechenland, Italien oder Spanien an die staatlichen Gesundheitseinrichtun- gen wenden. Das Problem: Vielen ist nicht bekannt, dass das Recht auf freie Arztwahl, das wir hier in Deutschland haben, in etli- chen Ländern nicht existiert. In Spanien beispielsweise muss man im Krankheits- fall zu einem Gesundheitszentrum ge- hen, das dann den behandelnden Arzt zuweist. Wenn ein Tourist also Wert darauf legt, schnell und von einem deutschsprachi- gen Arzt behandelt zu werden, der ihm empfohlen wurde, muss er in der Regel die Behandlung privat bezahlen, schon deshalb, weil aus Deutschland kom- mende Ärzte meist nicht zur Kassenbe- handlung zugelassen sind. Es ist haupt- sächlich die Unwissenheit der Ärzte – auch hierzulande – über die Abrech- nungsmodalitäten mit der EU-Karte, die zu ihrer häufigen Ablehnung führt. Mit diesen Problemen sehen sich oft auch die Briten konfrontiert, weshalb die Regierung kürzlich eine Kampagne ge- startet hat, um ihre Bürger zum richti- gen Umgang mit der Gesundheitskarte zu erziehen. Unterstützt wird das Kö- nigreich von der Gesundheitsaufsichts- behörde im spanischen Valencia. Die barocke Stadt am Meer ist bei britischen Touristen besonders beliebt. Schät- zungsweise 300.000 Briten leben dort, was etwa 40 Prozent des Anteils in Spa- nien lebender Briten ausmacht. In der 15-monatigen Kampagne erklären die Macher, wer die Europäische Gesund- heitskarte wofür genau nutzen kann und erläutern den Zugang zum staatlichen Gesundheitssystem. © beermedia - Fotolia.com © Orlando Florin Rosu - Fotolia.com GESUNDHEIT INTERNATIONAL FACHLITERATUR ZUM THEMA ALZHEIMER Der 21. September ist offizieller Welt- alzheimer-Tag, mit dem auf die Krank- heiten Alzheimer und Demenz auf- merksam gemacht werden soll. Im Mit- telpunkt stehen dabei die Situationen der Erkrankten, der ausgebildeten Pfle- gekräfte und vor allem auch die der pflegenden Angehörigen. In Deutsch- land sind 1,4 Millionen Menschen an Demenz erkrankt – und die Zahl steigt fortlaufend. Weltweit leiden Schätzun- gen zufolge rund 35 Millionen Men- schen unter der Krankheit, die bis zum völligen Gedächtnisverlust führt. Inzwischen sind zahlreiche Bücher zum Thema Alzheimer/Demenz erschienen. Neben reinen Fachinformationen gibt es auch Erfahrungsberichte pflegender Fa- milienmitglieder. Beides zusammen för- dert das Verständnis für die Erkrankten und dient als Quelle, auch in schwieri- gen Situationen nicht den Mut zu ver- lieren. Im Themenshop Pflege bei fachbuch- schaper.de (www.fachbuch-schaper. de/pflege/altenpflege/demenz-alz- heim...) können Interessierte sich einen Überblick der lieferbaren Bücher zum Thema Demenz verschaffen. In der Ka- tegorie »Demenz/Alzheimer« sind über 500 Bücher gelistet – vom Fachbuch bis zum Ratgeber für Angehörige. So auch das Buch »Demenz« der Stiftung Warentest.
  14. 14. 14 HEALTH MAP: WO DIE GESUNDHEIT VON EXPATS AM MEISTEN IN GEFAHR IST Immer mehr Unternehmen entsenden ihre Mitarbeiter in Risikogebiete. 23 Pro- zent aller Geschäftsreisen im Jahr 2012 führten in Länder mit einem mittelho- hen bis extremen medizinischen Risiko. Dies geht aus der HealthMap 2013 von International SOS hervor. Die Gesundheitslandkarte teilt alle Län- der weltweit in fünf medizinische Risi- kostufen ein: »niedrig«, »mittel«, »mittelhoch«, »hoch« und »extrem«. Anhand der Weltkarte können Unter- nehmen die Risiken für ihre Mitarbeiter im Ausland frühzeitig identifizieren und dementsprechend vorbeugen. Kriterien für die medizinische Bewertung sind bei- spielsweise Qualität und Zugang zum lo- kalen Gesundheitswesen sowie Bedro- hungen durch Infektionskrankheiten oder Verkehrsunfälle. 61 Prozent aller entsandten Mitarbeiter reisen beruflich in Länder mit niedrigem medizinischen Risiko, so International SOS. Dazu zählen die USA, Kanada, Au- stralien und die meisten europäischen Staaten. Weitere 16 Prozent werden in Länder mit mittlerem Risiko entsendet, zum Beispiel Mexiko, Saudi Arabien, Japan oder Rumänien. Die medizinische Versorgung in diesen Ländern sei zwar gut, allerdings sind Vorfälle bei Aus- landsaufenthalten nicht auszuschließen. Zwei Prozent aller Geschäftsreisen füh- ren in Regionen mit hohem medizini- schem Risiko, weitere drei Prozent in extreme Risikogebiete. Darunter zahlrei- che Länder, in denen internationale Un- ternehmen tätig sind, etwa Nigeria oder Post-Konfliktstaaten wie der Irak und Afghanistan. Wer als Mitarbeiter dauer- haft in einem Land mit höherem medizi- nischem Risiko arbeitet, läuft sechsmal häufiger Gefahr ins Krankenhaus einge- wiesen zu werden als in anderen Staa- ten. Trotz stationärer Behandlung vor Ort muss fast die Hälfte aller Mitarbeiter in diesen Risikoländern letztlich evaku- iert werden. Die Gefahr ist damit 23-mal höher. In extremen Risikoländern erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, evakuiert zu werden auf 79 Prozent. Landestypische Krankheiten (zum Beispiel Durchfall, Malaria, Dengue-Fieber etc.), gefährli- che Rahmenbedingungen und Schwä- chen im lokalen Gesundheitswesen erhöhen das Risiko. GESUNDHEIT INTERNATIONAL ZAHL DER GEFÄLSCHTEN MEDI- KAMENTE STEIGT EUROPAWEIT Jedes zweite im Internet erworbene Me- dikament ist laut Schätzungen der Welt- gesundheitsorganisation WHO eine Fälschung. Deutsche Zollbehörden haben alleine im ersten Halbjahr 2013 1,4 Millionen gefälschter Tabletten, Pul- ver und Ampullen sichergestellt (plus 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahr). Das meldet die Bundesvereinigung Deut- scher Apothekerverbände (ABDA). Sie weist darauf hin, dass Fälschungen lebensgefährlich sein können und von Verbrauchern kaum von originalen Arz- neimitteln unterschieden werden. Ge- fälscht werden nicht nur Medikamente gegen Erektionsstörungen, sondern auch Mittel zur Behandlung von Krebs, HIV, Magengeschwüren, hohem Chole- sterin, Alzheimer, Bluthochdruck, De- pression, Rheuma, Malaria oder auch Verhütungsmittel. Arzneimittelfälschungen können gar keinen, den falschen, zu wenig oder zu viel Wirkstoff enthalten. Sie werden häufig in Hinterhöfen und Garagen unter unhygienischen Bedingungen her- gestellt und enthalten oftmals bedenkli- che oder giftige Substanzen. „Patienten wissen oft nicht, welchen hohen ge- sundheitlichen Risiken sie sich in Folge einer Bestellung von Medikamenten aus unsicheren Internetquellen aussetzen“, sagt Professor Dr. Martin Schulz, Vorsit- zender der Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker (AMK). Arzneimittelhersteller, Apotheker und Großhändler setzen derzeit ihr Wissen in ein neues Sicherheitssystem ein, mit dem ab 2017 Arzneimittel europaweit vor Abgabe an den Patienten in der Apotheke auf Echtheit geprüft werden können. In Deutschland wird das System securPharm bereits seit Anfang 2013 getestet. Dabei wird auf jeder Medika- mentenpackung ein zweidimensionaler sogenannter „Data Matrix Code“ auf- gedruckt, mit der die Packung eindeutig zurückverfolgt werden kann. © ktotakoy - Fotolia.com © nikesidoroff - Fotolia.com
  15. 15. 15 AUS ALLER WELT © Alex White - Fotolia.com WIE ES IN ÄGYPTEN WEITERGEHT Wie geht es für die deutsche Wirtschaft weiter in Ägypten? Unter der Über- schrift »Frisst die Revolution ihre Kin- der?« analysiert der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) die Lage in einer neuen Ausgabe seines Newslet- ters »International Aktuell«. Hohe Infla- tion und Jugendarbeitslosigkeit, Büro- kratie, Korruption und fehlende Rechts- sicherheit: Die ägyptische Wirtschaft steht vor großen Herausforderungen; Reformen sind dringend erforderlich. Doch dafür fehlten dem Staat die politi- sche Stabilität und die finanziellen Mit- tel, bilanziert der DIHK die Situation. Für den herbeigesehnten wirtschaftlichen Aufschwung seien Investitionen erfor- derlich, doch potenzielle Investoren sei- en verunsichert. Das gelte ebenso für ausländische Gäste – entsprechend stark leide der Touris- mus, einer der wichtigsten Wirtschafts- zweige des Landes. Wie die deutschen Unternehmen vor Ort reagieren, ob der Welthandel bezie- hungsweise die deutsch-ägyptischen Wirtschaftsbeziehungen beeinträchtigt sind, lesen Interessierte in der neuen Ausgabe von »International Aktu- ell«. © schwabenblitz - Fotolia.com EMIRAT AJMAN WIRBT UM DEUTSCHE UNTERNEHMEN Die Ajman Free Zone Authority (AFZA) möchte aktuell verstärkt Investoren und Unternehmen aus Deutschland für das kleinste der sieben Emirate in den VAE gewinnen. Mit mehr als 7.000 Unter- nehmen unterschiedlicher Größe zählt die AFZA zu den größten und am schnellsten wachsenden Freizonen in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE). Deutsche Unternehmen profitie- ren derzeit vom Wachstum in den VAE in den Branchen Maschinenbau, Auto- mobil, Chemie, Bau, Elektro/Elektronik, IT und Telekommunikation sowie Im- port- und Exporthandel. Der Warenaustausch zwischen den VAE und Deutschland hat sich bereits in den vergangenen zehn Jahren mehr als ver- doppelt. Allein in den letzten drei Jahren ist die Ajman Free Zone bei den Be- triebsansiedlungen um jährlich rund 40 Prozent gewachsen. Der Anteil europäi- scher Unternehmen in der Freizone be- trägt rund 35 Prozent, davon sind wiederum sieben Prozent aus Deutsch- land. Als Vorteile bietet die Ajman Free Zone Investoren diverse kommerzielle Lizenz- optionen für Handel, Dienstleistungen und Industrie. Zudem stehen Investoren Gebäude, Büros – darunter Smart und Executive Offices – Warenlager, aber auch Industriegelände zur Verfügung. Bereits mit 5.500 US-Dollar kann ein Un- ternehmen in der Freizone gegründet werden. Geboten werden des Weiteren 100 Prozent ausländische Inhaberschaft, 100 Prozent Steuerfreiheit verbunden mit einer guten Infrastruktur und strate- gisch günstiger Lage. Ajmans Nähe zu Dubai und Sharjah ermöglicht leichten Zugang zu zwei internationalen Flughä- fen und vier Häfen. Bei den Mietpreisen sei Ajman wesentlich günstiger als Frei- zonen in Dubai oder Abu Dhabi.
  16. 16. 16 AUS ALLER WELT © seiko64 - Fotolia.com AUSTRALIENS BERGBAU BOOMT Der Bergbau dürfte in Australien auf lange Sicht weiterhin der wichtigste In- dustriesektor des Landes bleiben. Dies wirkte sich bisher auch für deutsche Ma- schinenbauer positiv aus, die für diesen Sektor relevante Produkte herstellen. Insgesamt konnte Deutschland seine Ex- porte nach Australien 2012 um 11,8 Prozent auf einen Gesamtwert von 9,3 Milliarden Euro steigern. Dieses Jahr könnte es zu einem erneuten Anstieg um weitere zehn Prozent kommen. Das berichtet Germany Trade & Invest (gtai). Generell läuft es aus wirtschaftlicher Sicht im rohstoffreichen Australien bis- her gut: 2012 konnte das Bruttoin- landsprodukt (BIP) um 3,1 Prozent zulegen. Für 2013 liegen die Wachs- tumsprognosen derzeit bei 2,7 Prozent. Auch die Inflation und Arbeitslosigkeit waren stabil auf niedrigem Niveau. Le- diglich der verarbeitende Sektor leidet unter dem starken australischen Dollar. Bergbauerzeugnisse gehören zu den wichtigsten Exportgütern Australiens: Kohle, Eisenerz und Gold sind den gtai- Experten zufolge die am stärksten ge- förderten Rohstoffe. Bei den Steinkohle- ausfuhren liegt man weltweit auf Platz eins, bei der Goldfördermenge an zwei- ter Stelle hinter China. Insgesamt verei- nen Flüssigerdgas, Erdgas und Erd- öl-Projekte mehr als 70 Prozent der ge- samten gesicherten Investitionen im Rohstoffsektor auf sich. Australien könnte bald auch zum weltweit größten Exporteur von Flüssigerdgas wer- den. INDONESIEN MIT BESUCHERREKORD So viele Touristen wie noch nie hat es diesen Sommer nach Indonesien gezo- gen. Laut der offiziellen Statistik stieg die Anzahl ausländischer Touristen im In- selstaat im Juni 2013 um 13,52 Prozent gegenüber dem Vormonat auf 789.594 Besucher – die höchste Monatsquote, die je erreicht wurde. Grund dafür sei die steigende Anzahl der Reisenden aus dem Mittleren Osten. Auch Bali zieht nach dem ersten Halbjahr 2013 positive Bilanz: Die Insel der Götter freut sich über neun Prozent mehr ausländische Besucher als in den ersten sechs Mona- ten im Jahr 2012. Allein im Juni dieses Jahres reisten rund 276.000 Gäste ein – im Vorjahr waren es noch 238.000. Es waren vor allem mehr Besucher aus China, Japan, Indien und Malaysia zu Besuch. Aus Europa kamen verstärkt Touristen aus Deutschland. Entsprechend reagiert die Regierung: Die Pläne für den neuen Flughafen in Yogyakarta, dessen Bau noch in diesem Jahr starten soll, nehmen Gestalt an. Bis 2016 sollen eine 3.600 mal 45 Meter große Start- und Lande- bahn, Vorfeld, sieben Rollbahnen, vier Vorfeldsysteme, Terminalgebäude, Wirtschaftsgebäude, Technikgebäude und Flugsicherung entstehen. Der Flug- hafen soll bis zu 30 Millionen Pas- sagiere pro Jahr bedienen können. © Aqnus - Fotolia.com
  17. 17. LISSABON BELIEBTESTE STADT Die beliebteste Destination für Städteur- laub ist in diesem Jahr Lissabon. Die por- tugiesische Hauptstadt hat dafür den Reise-Oscar der Tourismusbranche – die World Travel Awards – verliehen be- kommen. Die Stadt am Tejo hat sich dabei im Finale in Antalya (Türkei) gegen andere europäische Metropolen durch- gesetzt und erhielt die begehrte Aus- zeichnung als »Europas bestes Reiseziel für Städtereisen«. Der Jury zufolge hat Lissabon den Preis verdient, weil die Stadt sich besonders bemüht hat, das touristische Angebot zu verbessern. Seit 1993 zeichnen die World Travel Awards herausragende Gastfreundlich- keit und besondere Leistungen im Tou- rismus aus. Gewählt werden die Preisträger weltweit durch Reise- und Tourismus-Experten. Lissabon erhielt diese Prämierung, die auch als »Oscar der Reisewelt« bezeichnet wird, bereits zum dritten Mal innerhalb der ver- gangenen fünf Jahre. DEUTSCHE UNTERNEHMEN IN TUNESIEN WEITER PRÄSENT Zwar spüren deutsche Unternehmen in Tunesien die Auswirkungen der aktuel- len politischen Krise; die Wettbewerbs- fähigkeit des Produktionsstandortes hat aus Sicht der Exportunternehmen vor Ort jedoch nicht gelitten. Das hat eine Blitzumfrage der Deutschen Auslands- handelskammer (AHK) Tunesien Ende August dieses Jahres ergeben. An der Erhebung beteiligten sich 30 Un- ternehmen, die insgesamt mehr als 20.000 Mitarbeiter beschäftigen. Demnach hat die derzeitige politische Lage hat für 63 Prozent der Befragten Einfluss auf ihre Geschäftstätigkeit. Dabei sehen 37 Prozent die größte Her- ausforderung in der Zurückhaltung der Kunden und Partner aufgrund der aktu- ellen Unsicherheit. Der Eindruck fehlender Stabilität in Tu- nesien veranlasst elf Prozent der Be- triebe, andere Produktionsstandorte im Ausland auszubauen. 21 Prozent der Unternehmen sind aufgrund der mo- mentanen Situation durch Streiks beein- trächtigt – elf Prozent durch Arbeits- kräftemangel. Entsprechend fordern 43 Prozent der Unternehmen von den poli- tisch Verantwortlichen stabile politische und soziale Verhältnisse; 39 Prozent möchten mehr Planungs- und Rechtssi- cherheit für die Wirtschaft, und auch baldige Neuwahlen stehen auf den Wunschlisten der Betriebe. Bei aller Kritik verzeichneten im Zeitraum Januar bis August 76 Prozent der Be- fragten steigende bis gleichbleibende Exporterlöse. 50 Prozent der Umfrage- teilnehmer rechnen bis zum Jahresende mit stabilen, 33 Prozent sogar mit stei- genden Einnahmen. Damit bleibe das Land weiterhin ein Standort, der sich durch seine Nähe zu Europa und seine wettbewerbsfähigen Produktionskosten auszeichne, fasst die AHK Tunesien zusammen. 17 AUS ALLER WELT © serkat - Fotolia.com © mdesignstudio - Fotolia.com IMPRESSUM HERAUSGEBER: BUND DER AUSLANDS- ERWERBSTÄTIGEN E.V. KÜHNEHÖFE 3 22761 HAMBURG TEL. +49-40-306874-0 WWW.BDAE.COM REDAKTION: ANNE-KATRIN SCHULZ (verantwortlich) akschulz@bdae.de SANJA ZIVKOVIC GESTALTUNG / LAYOUT: PRADEEP DHARMAPALAN LEKTORAT: ANDREA KRAUS COPYRIGHT: DIE BEITRÄGE IM BDAE- NEWSLETTER SIND URHE- BERRECHTLICH GESCHÜTZT UND DÜRFEN NICHT OHNE SCHRIFTLICHE GENEHMI- GUNG DURCH DEN HERAUS- GEBER REPRODUZIERT WERDEN. DIE BEITRÄGE DES BDAE- NEWSLETTERS SPIEGELN DIE MEINUNG DER REDAKTION UND NICHT UNBEDINGT DIE DES BDAE WIDER.

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