LEBEN UND ARBEITEN IM
AUSLANDMAI 2015
Mitarbeiter-
zum
Thema
© Mihai Tufa für die BDAE GRUPPE
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RECHTLICHES
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Region Asien-Pazifi...
Seit Februar letzten Jah-
res ist Saphir Wilken Be-
standteil des Antragsteams
bei der BDAE GRUPPE und
ist für die Bearbei...
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BDAE: Was sind aus Ihrer Erfahrung
die größten Herausforderungen einer
Mitarbeiterentsendung nach China?
Tänzler-Motzek:...
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Die Besonderheit in China ist, dass es in den einzelnen Provin-
zen des Landes zu abweichenden Regelungen und Verfahren
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Im März 2014 haben Deutschland und China das neue
Doppelbesteuerungsabkommen (DBA-China) unterzeich-
net. Anwendbar sind d...
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RECHTLICHES
Ab 01.01.2016 unterliegt der Arbeitslohn allerdings nicht
mehr der Besteuerung in Deutschland, sondern im Tä...
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RECHTLICHES
Ein weiterer Unterschied besteht in der Projektbezogenheit.
Bei Arbeitnehmern ist unerheblich, für welchen k...
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Die Höhe der Gehälter und Benefits bei Auslandsentsen-
dungen beschäftigt Personalverantwortliche nach wie
vor, denn Aus...
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Seit Jahren ist es ein präsentes Thema in den Medien: Die
Schweizer mögen keine Deutschen. Dennoch wanderten
in den ver...
Die Berliner Fluggesellschaft Germania bedient seit Anfang
Mai dieses Jahres drei neue Verbindungen ab Berlin-
Schönefeld:...
Azerbaijan Airlines, die
Nationalfluggesell-
schaft Aserbaidschans, ver-
bindet seit dem 2. Mai
dieses Jahres Berlin-Tegel...
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VERMISCHTES
IN CHINA UND BRASILIEN LERNEN IMMER MEHR MENSCHEN DEUTSCH
Die deutsche Sprache bleibt gefragt: Wie die Stud...
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VERMISCHTES
ZU GAST IN BRITISCHEN FAMILIEN
Ob Sprachreise, Schuljahr im Ausland oder ein Au-pair-
Aufenthalt – vor alle...
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VERMISCHTES
Die Gesprächsthemen
Auch wenn Humor großgeschrieben wird, sollte man sich
über bestimmte Dinge nicht lustig...
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VERMISCHTES
NICHT OHNE MEINEN FÖHN: WICHTIGE SERVICES IM HOTEL
Verschiedene Nationen priorisieren andere Dinge in
einem...
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GESUNDHEIT
© grandeduc - Fotolia.com
ÖSTERREICH: JUGENDLICHE STELLEN SUCHTREKORD AUF
Die österreichischen Jugendlichen ...
18
GESUNDHEIT
USA: ELTERN ERKENNEN ÜBERGEWICHT IHRER KINDER NICHT
Fast alle Eltern von übergewichtigen Kindern in den USA
...
19
GESUNDHEIT
SICHERE OPS: KEIN ZUGANG FÜR FÜNF MRD. MENSCHEN
Zwei Drittel der Weltbevölkerung haben keinen Zugang
zu sich...
Im vergangen Jahr zahlten Arbeitgeber in der deutschen
Privatwirtschaft durchschnittlich 31,80 Euro für eine geleis-
tete ...
21
Deutschland auf Rang vier bei Arbeitskosten im Verar-
beitenden Gewerbe
Im Verarbeitenden Gewerbe, das besonders stark ...
22
Lohnnebenkosten in Deutschland unterm EU-Durch-
schnittlich
Arbeitskosten setzen sich aus den Bruttoverdiensten und
den...
23
WELTWEIT
Sprachprüfung für den Hochschulzugang (DSH) bestehen.
Hier werden Deutschkenntnisse in Wort und Schrift auf de...
24
IMPRESSUM
HERAUSGEBER:
Bund der Auslands-
Erwerbstätigen (BDAE) e.V.
Kühnehöfe 3
22761 Hamburg
Tel. +49-40-306874-0
WWW...
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Newsletter "Leben und Arbeiten im Ausland" Mai 2015

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Die Mai-Ausgabe des BDAE-Newsletters "Leben und Arbeiten im Ausland" ist erschienen und steht unter https://www.bdae.com/de/downloads/Leben_und_Arbeiten_im_Ausland_Mai_2015.pdf zum kostenlosen Download bereit.

Dieser steht dieses Mal ganz im im Zeichen Chinas. Neben unserem kostenlosen Dossier zum Thema „Herausforderungen der Mitarbeiterentsendung nach China“, finden Sie zu diesem Thema außerdem ein spannendes Interview mit einer Rechtsanwältin, die bereits seit 2005 Unternehmen bei ihren Aktivitäten in China unterstützt.

Darüber hinaus beleuchten zwei Gastautoren in der Rubrik „Rechtliches“ das Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Deutschland und China, welches von beiden Seiten schon im März letzten Jahres unterzeichnet wurde, allerdings noch nicht richtig anwendbar ist.

Zudem gibt es aber auch Beiträge, die sich mit anderen Ländern dieser Erde befassen. In der Rubrik „Gesundheit“ finden Sie Artikel über das Suchtverhalten von Jugendlichen in Österreich und über Gewichtsprobleme US-amerikanischer Kinder. Weitere interessante Artikel widmet sich den Arbeitskosten innerhalb der EU und der Notwendigkeit sich vor dem Auswandern mit Kindern über die Schulformen des Ziellandes zu informieren.

Aktuelle und ältere Newsletter-Ausgaben sowie das kostenlose Newsletter-Abo finden Interessierte unter www.bdae-ev.de/news/newsletter/.

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Newsletter "Leben und Arbeiten im Ausland" Mai 2015

  1. 1. LEBEN UND ARBEITEN IM AUSLANDMAI 2015 Mitarbeiter- zum Thema © Mihai Tufa für die BDAE GRUPPE RECHTLICHES INTERVIEW WELTWEIT DOPPELBESTEUERUNGSAB- KOMMEN IN NEUEM GEWAND – 183 TAGE CHINA Warum die Regelungen des im März 2014 unterzeichneten Abkommens immer noch nicht anwendbar sind. SCHULEN IN DEUTSCHLAND UND DEN USA: EIN VERGLEICH – TEIL1 Wieso es vor Beginn eines Aus- landsaufenthaltes ratsam ist, sich über die Schulformen im Zielland zu informieren. „HIER HABEN WIR EINEN KLAS- SISCHEN FALL VON DER QUA- DRATUR DES KREISES“ Über die Schwierigkeiten einer Mit- arbeiterentsendung nach China. 1 China
  2. 2. 2 INTERN INTERVIEW RECHTLICHES EXPATRIATES AIRLINES VERMISCHTES WELTWEIT 9 Expatriate-Vergütung in der Region Asien-Pazifik 10 Deutsche in der Schweiz 13 In China und Brasilien lernen immer mehr Menschen Deutsch 14 Zu Gast in britischen Familien 16 Nicht ohne meinen Föhn: wichtige Services im Hotel 17 Österreich: Jugendliche stellen Suchtrekord auf 18 USA: Eltern erkennen Über- gewicht ihrer Kinder nicht 19 Sichere OPs: Kein Zugang für fünf Mrd. Menschen 20 Dänemark hat die höchsten Arbeitskosten 22 Schulen in Deutschland und den USA: Ein Vergleich – Teil 1 24 Impressum GESUNDHEIT 11 Air India 11 Finnair 11 Germania 12 Qatar Airways 12 Azerbaijan Airlines 12 Vueling Airlines 12 Air Baltic 4 „Hier haben wir einen klassischen Fall von der Quadratur des Kreises“ 3 Jetzt kostenlos downloaden: Dossier zum Thema Mitarbeiter- entsendung nach China 3 Neu dabei EDITORIAL 6 Doppelbesteuerungsabkommen in neuem Gewand – 183 Tage in China Liebe Leserin, lieber Leser, unser aktueller Newsletter steht ganz im Zeichen Chinas. Denn immer noch übt das Reich der Mitte nicht nur eine Anziehungskraft auf ausländische Touristen, sondern auch auf ausländische Investoren aus. Die positve wirtschaftliche Entwicklung des Landes hat auch viele deutsche Unternehmen dorthin verschlagen, weshalb die Zahl der Mitarbeiterentsendungen in die Volksrepublik China weiterhin steigt. Etwa 80 Prozent unserer Beratungsfälle haben Mitarbeiterentsendungen in die Volksre- publik zum Inhalt. Daher hat die BDAE GRUPPE zu diesem Thema kürzlich ein ko- stenloses Dossier veröffentlicht, welches Sie auf Seite 3 downloaden können. Dass eine Mitarbeiterentsendung nach China Per- sonalverantwortliche vor einige Herausforderungen stellt, kann auch unsere Interviewpartnerin Rechts- anwältin Julia Tänzler-Motzek bestätigen, die be- reits seit 2005 Unternehmen bei ihren Geschäfts- aktivitäten in China unterstützt (ab Seite 4). Auch in unserer Newsletter-Rubrik „Rechtliches“ geht es diesesmal um China. Genauer gesagt um das bereits im März 2014 unterzeichnete Doppel- besteuerungsabkommen (DBA). Unsere Gastautoren erläutern ab Seite 6 Einzelhei- ten des DBAs und zeigen auf, wieso die neuen Regelungen jedoch noch nicht anwendbar sind. Allen Eltern unter Ihnen kann ich außerdem den ersten Teil eines Beitrages ans Herz legen, indem über die Notwendigkeit berichtet wird, sich vor einem Aus- landsaufenthalt mit Kindern über die hiesigen Schulformen zu informieren (ab Seite 22). Ich wünsche Ihnen viel Spaß bei der Lektüre und denken Sie immer daran: Der BDAE begleitet Sie mit Sicherheit ins Ausland! Herzlichst, Ihr Andreas Opitz ZAHL DES Menschen lernen weltweit Deutsch. (Quelle: Auswärtiges Amt) 15,4 MONATS MILLIONEN
  3. 3. Seit Februar letzten Jah- res ist Saphir Wilken Be- standteil des Antragsteams bei der BDAE GRUPPE und ist für die Bearbeitung von Versicherungsanträgen sowie die Risikoprüfung bei Vertragsverlängerungen zu- ständig. Vor ihrer Tätigkeit bei der BDAE GRUPPE absolvierte Saphir Wilken eine zweiein- halbjährige Ausbildung zur Kauffrau im Gesundheits- wesen bei der Asklepios Kli- nik Nord. Während dieser Zeit entdeckte die 23-jäh- rige ihre Leidenschaft für den medizinischen Bereich. Daher schätzt sie an ihrer Tätigkeit beim BDAE vor allem, dass sie ihre Kennt- nisse auf diesem Gebiet ste- tig ausbauen kann. In ihrer Freizeit hat die ge- bürtige Hamburgerin das Reisen für sich entdeckt. Die Ziele für die kommenden Jahre stehen auch bereits fest: Südostasien, Ostküste der USA und Dubai. „Als Dienstleistungsunter- nehmen ist es uns wichtig, den Service für unsere Kun- den kontinuierlich zu opti- mieren. Unser Bestreben ist es unter anderem, die An- träge unserer Kunden in der Regel innerhalb von 24 Stunden zu policieren. Dass dieses Ziel erreicht wird, dazu trägt auch maßgeblich die Arbeit von Saphir Wil- ken bei. Wir freuen uns, mit ihr eine kompetente und zu- verlässige Mitarbeiterin ge- wonnen zu haben“, sagt BDAE-Geschäftsführer An- dreas Opitz. Sie erreichen Saphir Wilken telefonisch (+49-40- 687430-54) und per E-Mail (swilken@bdae.com). Die Volksrepublik China ist nach wie vor einer der wich- tigsten Wirtschaftspartner Deutschlands. Und noch immer locken überdurchschnittliches Wirtschaftswachstum und positive Marktaktivitäten neue Investoren ins Land. Viele Deutsche Unternehmen entsenden ihre Mitarbeiter nach China, um ihr China-Geschäft weiter auszubauen oder den Markt neu zu erschließen. Infolge des Zuwachses ausländi- scher Investoren versucht Chinas Regierung, den Expat- Markt verstärkt zu kontrollieren, indem die Gesetze hinsicht- lich der Beschäftigung ausländischer Mitarbeiter kontinuier- lich verschärft werden. Neben diesen sich häufig ändernden Bedingungen stellen die unterschiedlichen Verfahrensweisen in den einzelnen Pro- vinzen des Landes sowie eine interessensgerechte Gestaltung der Entsendung Personalverantwortliche vor Hürden. Gratis-Dossier zum Thema Herausforderungen der China-Entsendung downloaden Zu diesem Thema hat die BDAE GRUPPE ein Dossier mit dem Titel „Herausforderungen der Mitarbeiterentsendung nach China“ veröffentlicht, das für jedermann gratis unter https://www.bdae.com/de/downloads/Sondernewsletter_Chi na-Seminar.pdf bereitsteht. In dem 22-seitigen Dokument er- läutern mehrere Experten die wesentlichen Aspekte der ein- zelnen Rechtsgebiete, die bei Mitarbeiterentsendungen ins Reich der Mitte beachtet werden sollten. Dabei werden stets theoretische Ansätze mit praktischen Beispielen verknüpft, so dass ein anschauliches Gesamtbild entsteht. Gleichnamiges Seminar am 24. Juni in Hamburg Wer weiterführende Informationen benötigt oder den Aus- tausch mit Spezialisten auf diesem Gebiet sucht, kann sich zum gleichnamigen Seminar anmelden, das am 24. Juni 2015 bei der BDAE GRUPPE in Hamburg stattfindet. Nähere Informationen zu dieser Veranstaltung sind unter https://www.bdae.com/de/auslandsberatung/seminar_mitar- beiterentsendung_china.htm abrufbar. 3 INTERNJETZT KOSTENLOS DOWNLOADEN: DOSSIER ZUM THEMA MITARBEITERENTSENDUNG NACH CHINA NEU DABEI
  4. 4. 4 BDAE: Was sind aus Ihrer Erfahrung die größten Herausforderungen einer Mitarbeiterentsendung nach China? Tänzler-Motzek: Eine große Her- ausforderung ist, dass das deutsche sowie das lokale chinesische Recht in Einklang gebracht werden müssen. Ar- beitsverträge, die nach deutschem Recht gestaltet werden, müssen mit chinesischen Bedingungen verknüpft werden. Daneben müssen per se schon ver- schiedene Rechtsgebiete miteinander verzahnt werden, was regelmäßig zu Konflikten führt. Denn die einzelnen Rechtsgebiete kollidieren ab und zu miteinander. Es kann passieren, dass sich das, was beispielsweise sozialversi- cherungsrechtlich erreicht werden soll – etwa der Verbleib im deutschen Sozialversicherungssystem – nicht mit dem Steuer- recht vereinbaren lässt, etwa weil die Entsendung im Inter- esse der Tochtergesellschaft in China erfolgt und nur diese das Gehalt des Mitarbeiters als Betriebsausgabe absetzen kann. Der Verbleib in der deutschen Sozial- versicherung setzt je- doch im Regelfall vo- raus, dass das Gehalt vom deutschen Arbeit- geber gezahlt und ge- tragen wird. Hier haben wir dann einen klassischen Fall von der Quadratur des Kreises. BDAE: BDAE: Gibt es Möglichkeiten, solche Hürden zu um- gehen? Tänzler-Motzek: Es ist leider ein Irrglaube, dass die Gel- tung des deutschen Sozialversicherungsrechts in jedem Fall durch vertragliche Klauseln herbeigeführt werden kann. Das Sozialgesetzbuch knüpft nicht nur an Vertragsbedingungen, sondern auch an tatsächliche Gegebenheiten an. Liegen diese nicht vor, ist dringend zu empfehlen, die soziale Absicherung alternativ zu regeln und die Hürde so zu meistern. BDAE: Wieso ist die Frage nach der Vertragsart so entschei- dend? Welche Faktoren spielen bei der Wahl die maßgebliche Rolle? Tänzler-Motzek: Die Entscheidung für einen deutschen Arbeitsvertrag ent- spricht häufig dem Wunsch des Arbeit- nehmers, der sich dadurch sicherer und stärker an das deutsche Stammhaus ge- bunden fühlt. In anderen Fällen bestim- men gesetzliche Gegebenheiten die Wahl, wenn etwa ein lokaler Arbeitsver- trag für die Erteilung der Arbeitserlaub- nis vor Ort notwendig ist. In wieder anderen Fällen rechnet das Finanzamt die Gehaltskosten der Tochtergesell- schaft zu – um komplizierte Weiterbe- lastungen zu vermeiden, wird dann auf einen lokalen Vertrag umgestellt, damit die Tochtergesellschaft das Gehalt direkt an den Mitarbeiter auszahlen kann. Das ist grundsätzlich auch in Euro und auf ein deutsches Konto möglich. Der Bin- dungsaspekt lässt sich in diesen Fällen durch einen Stammbindungsvertrag darstellen, in dem auch die Bedingungen für die Rückkehr festgehalten werden. Typi- sche Benefits, die mit Entsendungen verbunden werden, kön- nen aus rechtlicher Sicht genauso gut in den lokalen Vertrag geschrieben werden. BDAE: Bei lokalen Verträgen muss sicherlich auch das chine- sische Arbeitsrecht angewandt werden. Gibt es hier gravie- rende Unterschiede zum deutschen Arbeitsrecht und was bedeutet ein lokaler Arbeitsvertrag für den Mitarbeiter? Tänzler-Motzek: Es gibt einige Unterschiede, etwa in Bezug auf den Kündigungsschutz, die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall oder den Urlaubsanspruch. So sieht das chinesi- sche Recht je nach Beschäftigungsdauer nur 5 bis 15 Tage Mindesturlaub vor. Sofern keine lokale Sonderregelung be- steht, die an das tatsächliche Gehalt anknüpft, besteht im Krankheitsfall nur Anspruch auf eine Zahlung von 80 Prozent des örtlich festgelegten Mindestlohnes, also eines äußerst ge- ringen Betrages, der nicht geeignet ist, die tatsächlichen Le- benskosten zu decken. Die meisten Aspekte lassen sich jedoch vertraglich durch entsprechende Klauseln so gestalten, dass keine Nachteile für den Mitarbeiter entstehen. INTERVIEW „HIER HABEN WIR EINEN KLAS- SISCHEN FALL VON DER QUA- DRATUR DES KREISES“ Nach wie vor ist ein Aufwärtstrend bei Mitarbeiterentsendungen nach China zu verzeichnen. Dabei sind Personalverantwortliche mit vielen Schwierigkeiten konfrontiert. Eine der größten Herausforderungen besteht darin, die Entsendung interessensge- recht zu gestalten. Welche rechtlichen Gegebenheiten dabei zu beachten sind, erörtert die auf Arbeitsrecht spe- zialisierte Rechtsanwältin Julia Tänzler- Motzek, die bereits seit 2005 Unternehmen bei ihren Geschäftsakti- vitäten in China berät.
  5. 5. 5 Die Besonderheit in China ist, dass es in den einzelnen Provin- zen des Landes zu abweichenden Regelungen und Verfahren kommen kann. Die wesentlichen Richtlinien sind national im Arbeitsvertragsgesetz geregelt. Es gibt jedoch in einigen Punk- ten, wie beispielsweise der Mitbestimmung, dem Umgang mit befristeten Verträgen oder der Höhe von Karenzentschädigun- gen teilweise erhebliche Abweichungen auf lokaler Ebene. Es ist also notwendig, nicht nur das nationale chinesische Ar- beitsrecht zu beachten, sondern auch die Regelungen und Be- sonderheiten der entsprechenden Provinz zu recherchieren. BDAE: Was sind aus Ihrer Sicht die häufigsten Fehler, die bei einer Entsendung nach China gemacht werden? Und was sind die Konsequenzen? Tänzler-Motzek: Viele Unternehmen in Deutschland – darunter durchaus auch große Mittelständler – sehen das Thema Sozialversicherung zu unkritisch und fühlen sich si- cher, weil sie die Payroll ordentlich führen und ins deutsche Sozialversicherungssystem einzahlen. Diese Sicherheit ist je- doch trügerisch. Bestehen die tatsächlichen Voraussetzun- gen für einen Verbleib in der Pflichtversicherung nicht, bestehen im Ernstfall – etwa bei einer schweren Krankheit – keine Leistungsansprüche. Der Arbeitgeber haftet dann. Ich empfehle daher, die Weiterversicherung in Deutschland offen und ehrlich mit der zuständigen Krankenkasse zu klä- ren und die entsprechende Bestätigung einzuholen. Ein wei- terer Problemfall kann entstehen, wenn zunächst in Deutschland die Konstruktion einer Entsendung gewählt wird und vor Ort dann – beispielsweise für die Erteilung der Arbeitserlaubnis – zusätzlich „pro forma“ ein lokaler Arbeits- vertrag geschlossen wird. Grundsätzlich gilt, dass auch diese vermeintlichen Pro-Forma-Verträge rechtskräftig sind und somit auch aus zwei Verträgen Ansprüche entstehen. BDAE: Haben Sie zum Abschluss einen grundsätzlichen Rat- schlag für die entsendenden Unternehmen? Tänzler-Motzek: Die Beteiligten sollten die Mitarbeiter- entsendung proaktiv angehen und offen für Alternativen sein. Ist ein Verbleib in der Pflichtversicherung nicht möglich, können die entstehenden Risiken teilweise durch freiwillige Weiterversicherung, teilweise durch private Versicherungen aufgefangen werden. Offenheit kann aber auch bedeuten, einen lokalen Arbeitsvertrag zu akzeptieren, damit das Un- ternehmen, welches das Gehalt des Mitarbeiters trägt, die- ses auch auszahlen kann. Jegliche Benefits, Urlaubs- ansprüche oder auch die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall lassen sich problemlos in einen solchen lokalen Vertrag inte- grieren. Und was die Thematik der Bindung an das deutsche Unternehmen betrifft, lässt sich dieses ergänzend durch einen Stammhausbindungsvertrag mit dem deutschen Ar- beitgeber gut abbilden. Ein solcher Stammhausbindungsver- trag kann beispielsweise die Anrechnung von Beschäftigungs- zeiten im Ausland bestimmen und die Modalitäten der Rück- kehr regeln. INTERVIEW
  6. 6. Im März 2014 haben Deutschland und China das neue Doppelbesteuerungsabkommen (DBA-China) unterzeich- net. Anwendbar sind die Regelungen allerdings noch nicht. Hierfür sind ein deutsches Zustimmungsgesetz und nachfol- gend der Austausch der Ratifizierungsurkunden notwendig. Erst mit dem Beginn des auf den Urkundenaustausch folgen- den Jahres ist das neue DBA anwendbar, mithin aus heutiger Sicht frühestens am 01. Januar 2016. Gleichwohl müssen sich Unternehmen und deren Arbeitneh- mer mit den steuerlichen Neuregelungen rechtzeitig ausein- andersetzen. Nur so können Projekte, welche sich noch in der Planungsphase befinden, steuerlich passgenau justiert werde und bereits laufende Projekte mit genügend Zeitvor- lauf an die Veränderungen angepasst werden. Der Beitrag behandelt die Veränderungen des neuen DBAs gegenüber den bisherigen Regelungen im Bereich der Dienstleistungs-Betriebsstätte und der Arbeitnehmer-Be- steuerung mit Schwerpunkt auf der zeitlichen Komponente. Beginnen wir mit den Einkünften aus einer Arbeitneh- mer-Tätigkeit: Die Grundstruktur des Artikels 15 DBA-China ist in der neuen Fassung unverändert. Das Besteuerungsrecht steht dem Tä- tigkeitsstaat zu, wenn dort die Arbeit ausgeübt wird. Es fällt aber an den Ansässigkeitsstaat des Arbeitnehmers zurück, wenn • sich der Arbeitnehmer im Tätigkeitsstaat nicht länger als 183 Tage aufhält, • die Vergütung von einem nicht im Tätigkeitsstaat ansässi- gen Arbeitgeber gezahlt, • die Vergütung nicht von einer Betriebsstätte im Tätigkeits- staat getragen wird. Neu und wesentlich ist die Definition des 183-Tage-Zeit- raums. Nach der alten (und aktuell noch gültigen) Fassung musste sich der Arbeitnehmer mindestens 183 Tage während des betreffenden Steuerjahres (Steuerjahr=Kalenderjahr in China und Deutschland) im Tätigkeitsstaat aufhalten, um das Besteuerungsrecht dorthin zu verlagern. Nach der Neufas- sung ist der Aufenthalt von mindestens 183 Tagen innerhalb eines 12-Monats-Zeitraums ausreichend. Diese Neuregelung entspricht dem aktuell gültigen Standard des OECD-Muster- abkommens. Aufenthaltstage Unverändert sind die Aufenthaltstage und nicht die Arbeits- tage maßgebend. Sie ergeben sich aus den Einreisedoku- menten und sind tagesgenau festzustellen. Der Ankunfts- und Abreisetag zählen ebenso mit wie Urlaubstage im Tätig- keitsstaat, die in unmittelbarem Zusammenhang zu dem Ar- beitsaufenthalt stehen. 12-Monats-Zeitraum Es handelt sich in der Neufassung um einen beliebigen Zeit- raum, welcher durch rückwärts gerichtete Betrachtung vom aktuellen Tag aus zu berechnen ist. So ist z.B. an einem 30. April zu schauen, ob die Aufenthaltsdauer von mindestens 183 Tagen im Zeitraum 01. Mai des Vorjahres bis 30. April des aktuellen Jahres erfüllt ist. Bildlich gesprochen sind jeweils vom aktuellen Tag aus gese- hen die abgelaufenen 12 Monate durch einen Spiegel rück- wärtig zu betrachten, und zwar für jeden Lohnabrechnungs- zeitraum neu. Übergangsregelung Ab Anwendung des neuen DBAs ist eine rückwärtige Be- trachtung des 12-Monats-Zeitraums zur Bestimmung der An- wesenheit auch dann vorzunehmen, wenn dieser Zeitraum noch in den Gültigkeitszeitraums des alten DBAs fällt. Beispiel Der in Deutschland ansässige Arbeitnehmer A ist für den deutschen Arbeitgeber (ohne Betriebsstätte in China) im Zeitraum 01.11.2015 bis 31.03.2016 sowie vom 01.08.2016 bis 31.08.2016 in China tätig. Im Zeitraum 01.04.2016 bis 20.04.2016 verbringt er seinen Urlaub in China. (Für die Lö- sung unterstellen wir die Anwendung des neuen DBAs ab 01.01.2016.) Für November 2015 bis März 2016 sind die Lohnabrechnun- gen unter Einbehaltung deutscher Lohnsteuer zu erstellen. Das Besteuerungsrecht liegt im Ansässigkeitsstaat Deutsch- land. Erst im Monat August ist für den abgelaufenen 12-Monats- Zeitraum festzustellen, dass der Arbeitnehmer den 183-Tage- Mindestaufenthalt in China erfüllt. Für die Monate November und Dezember 2015 bleibt es beim Besteuerungsrecht Deutschland, weil in diesem Zeitraum noch das alte DBA Gültigkeit hatte und im Steuerjahr 2015 die 183-Tage nicht erfüllt waren. DOPPELBESTEUERUNGSABKOMMEN IN NEUEM GEWAND – 183 TAGE IN CHINA RECHTLICHES 6 © Marco2811 - Fotolia.com
  7. 7. 7 RECHTLICHES Ab 01.01.2016 unterliegt der Arbeitslohn allerdings nicht mehr der Besteuerung in Deutschland, sondern im Tätig- keitsstaat China. Der Arbeitgeber sollte bei seinem Betriebs- stättenfinanzamt eine Freistellungsbescheinigung für den Arbeitslohn des betreffenden Arbeitnehmers beantragen. Nach Erhalt der Bescheinigung ist der Arbeitslohn ohne Abzug deutscher Lohnsteuer an den Arbeitnehmer auszu- kehren. Die Lohnsteuer Januar bis März 2016 kann dem Ar- beitnehmer erstattet werden. Von der Berechnung der 183-Tage für die Beurteilung des grundsätzlichen Besteuerungsrechts zu unterscheiden ist die Frage, ob auch der Arbeitslohn des Urlaubszeitraums 01.04. bis 20.04.2016 in Deutschland steuerfrei ist. Dieses ist bei der direkten Zuordnung zu verneinen. Trotz Mitrechnung der Urlaubstage bei den Anwesen- heitstagen im Tätigkeitsstaat erfolgt keine Aus- weitung des Besteuerungsrechts auf diesen Zeitraum. Das Besteuerungsrecht des Tätig- keitsstaates besteht nur insoweit, als die Tätig- keit dort ausgeübt wird. Das Urlaubsentgelt wird lediglich anteilig berücksichtigt. Abwandlung 1 Würde der Sachverhalt ein Jahr später statt- finden und somit im Vorjahr bereits die Neufas- sung des DBA-China gelten, ergebe sich im August des Folgejahres die Feststellung, dass das Be- steuerungsrecht für die Tätigkeit des Vorjahres nicht in Deutschland, sondern in China liegt. Die Lohnsteuer für den abgelaufenen Zeitraum kann der Arbeitgeber trotz vorliegender Freistel- lungsbescheinigung nicht erstatten. Der Arbeitnehmer ist auf das Veranlagungsver- fahren zur Einkommensteuer angewiesen, um eine Erstat- tung der Lohnsteuer zu erreichen. Hierbei ist allerdings zu beachten, dass die Freistellung des Arbeitslohns im Veranla- gungsverfahren nach derzeitiger Rechtslage nur erfolgt, wenn der Arbeitnehmer die Besteuerung des Lohns im Tätig- keitsstaat nachweist. Abwandlung 2 Wird der Sachverhalt ein Jahr früher verwirklicht, wäre er komplett nach dem alten DBA zu lösen. Weil der Arbeitneh- mer in keinem der beiden betroffenen Steuerjahre mindes- tens 183 Tage in China anwesend ist, verbliebe in beiden Jahren das Besteuerungsrecht bei Deutschland als Ansässig- keitsstaat. Der Zeitfaktor begegnet uns in ähnlicher Form bei der Dienstleistungs-Betriebsstätte: Die Frage nach dem Vorliegen einer Betriebsstätte im ande- ren Land ist Dauerthema und führt zu einem latenten Dop- pelbesteuerungsrisiko. Deutsche Unternehmen sind bemüht, das Begründen einer ausländischen Betriebsstätte zu vermei- den; die deutsche Finanzverwaltung sieht das häufig anders, um auf diesem Weg den Betriebsausgabenabzug im Inland in Frage zu stellen. Hinzu kommt die Gefahr einer unter- schiedlichen Beurteilung in Deutschland und in China; es existieren keine Bindungswirkungen an die Entscheidung des anderen Staates. Grundlage jeder Diskussion sind die Regelungen im DBA bezüglich China namentlich in Artikel 5. Selbstverständlich gibt es hier eindeutige Fälle: • Ein deutsches Unternehmen unterhält in Beijing ein Büro mit vier Mitarbeitern, welche den Vertrieb der eigenen Produkte organisiert, die Beratung der Kunden und die nachfolgenden Servicedienstleistungen bei der Kundenbe- treuung übernimmt. • Eine Bäckerei aus Deutschland gründet in Hangzhou eine Produktionsstätte. Es werden dort Backwaren mit ei- genen Mitarbeitern hergestellt und vertrieben. Liegt aber eine Betriebsstätte auch vor, wenn keine feste Geschäftseinrichtung vorhanden ist? Reicht es für die Annahme einer Betriebsstätte aus, wenn lediglich Beratungs- oder Schulungsleistungen durch Angestellte deutscher Unternehmen in China ausgeführt werden? Die Fragestellung ist nicht neu, da bereits in dem alten (und derzeit noch gültigen) DBA- China in Art. 3 Abs. 2 Bst. b geregelt ist, dass die Erbringung von Dienstleistungen zu einer Be- triebsstätte führt, wenn sie eine bestimmte Zeit- dauer umfasst. Neu ist die Beschreibung des Zeitraums: • Altes DBA: „…länger als insgesamt sechs Monate innerhalb eines beliebigen Zwölfmo- natszeitraums dauern.“ • Neues DBA: „…innerhalb eines Zeitraums von zwölf Mo- naten insgesamt mehr als 183 Tage andauern.“ Dass sowohl in Artikel 5 Abs. 3 zur Dienstleistungs-Betriebs- stätte (DL-BSt) als auch in Artikel 15 Abs. 2 von 183-Tagen die Rede ist, darf nicht über bestehende Unterschiede hin- weg täuschen. Während bei den Arbeitnehmern auf deren Anwesenheit in China abzustellen ist und teilweise auch private Aufenthalte zählen, muss bei der DL-BSt die Dienstleistung mindestens 183 Tage andauern. Es ist nicht entscheidend, welche Perso- nen in welchen Zeiträumen zur Erbringung der Dienstleis- tung in China anwesend sind, sondern lediglich der sachliche Bezug zur Dienstleistung muss für mindestens 183 Tage ge- geben sein. © virtua73 - Fotolia.com
  8. 8. 8 RECHTLICHES Ein weiterer Unterschied besteht in der Projektbezogenheit. Bei Arbeitnehmern ist unerheblich, für welchen konkreten Auftrag die Tätigkeit ausgeübt wird. Allein die Dauer des Aufenthalts führt zu den beschriebenen steuerlichen Folgen. Anders verhält es sich bei der DL-BSt. Wenn ein Projekt mit einer Dauer von weniger als 183 Tagen in China abgeschlos- sen ist, kann ein neues Projekt begonnen werden. Wenn auch bei dem zweiten Projekt die 183-Tage nicht er- reicht werden und kein wirtschaftlicher und zeitlicher Zusam- menhang zwischen den Projekten besteht, entsteht keine DL-BSt in China. Schließlich sei erwähnt, dass es zu einer DL-BSt auch dann kommt, wenn sie bei Überschreiten der Zeitdauer durch mehrere Personen erbracht werden, welche für sich genom- men die Zeitdauer von mindestens 183 Tagen nicht erfüllen. Es bestehen Wechselwirkungen zwischen der Annahme einer DL-BSt und der Besteuerung von Arbeitslohn der im Rahmen der Dienstleistung eingesetzten Arbeitnehmer, wie die nachfolgende Abwandlung 3 zeigt: Der Arbeitgeber des A hat den Auftrag erhalten, ein chinesi- sches Unternehmen bei der Entwicklung einer Maschine mit technischen Beratungsleistungen zu unterstützen. Dieses Projekt dauert vom 01.11.2015 bis 31.08.2016. Wie im Grundbeispiel ist Arbeitnehmer A im Zeitraum November 2015 bis März 2016 sowie im August 2016 vor Ort. In den Monaten April bis Juli 2016 übernimmt sein Kollege B die Beratung in China. Wegen der Dauer entsteht für den Arbeitgeber eine Dienst- leistungs-Betriebsstätte in China. Das wirtschaftliche Ergeb- nis des Auftrags unterliegt somit der Besteuerung in China. Die Personalkosten für A und B in den betreffenden Zeiträu- men stellen keine Betriebsausgaben in Deutschland dar, son- dern mindern das Betriebsstättenergebnis China. Trotz des weniger als 183 Tage andauernden Aufenthalts des B in China wird sein Arbeitslohn im Tätigkeitsstaat China be- steuert. Das Vorliegen der DL-BSt führt in vergleichbaren Fäl- len zu Auswirkungen beim Besteuerungsrechts des Arbeitslohns. Fazit Das neue DBA mit China nähert sich mit der Arbeitnehmer- Regelung bzgl. der 183 Tage dem OECD-Musterabkommen und damit dem internationalen Standard an. Auch die Rege- lungen zu Dienstleistungs-Betriebsstätten sind – obwohl zur- zeit nur in wenigen deutschen DBAs verankert – im OECD-Musterabkommen vorgesehen. Sowohl bei den Arbeitnehmer- als auch bei den Dienstleis- tungsfällen ist eine Zeitdauer von 183 Tagen entscheidend. Zu warnen ist davor, die Berechnungen und Grundsätze un- reflektiert auf beide Sachverhalte einheitlich anzuwenden. Eine isolierte Betrachtung der 183 Tage ist nicht ausreichend, um zu entscheiden, in welchem Land eine Besteuerung des Arbeitslohns erfolgt. Das Vorliegen einer Dienstleistungs-Be- triebsstätte löst unmittelbare Folgen für die Besteuerung der Arbeitnehmer aus. Hier bestätigt sich der allgemeine Grund- satz, dass eine steuerlich richtige Beurteilung nur unter Be- rücksichtigung aller Einzelaspekte eines Sachverhalts möglich ist. AUTOREN Die Autoren Mario Stahl und Michael Yönden sind Steuerberater der Kanzlei Molka & Stahl. Eschenburgstraße 16 23568 Lübeck Tel.: +49-451-388 603-0 E-Mail: info@molka-stahl.de Web: www.molka-stahl.de
  9. 9. 9 Die Höhe der Gehälter und Benefits bei Auslandsentsen- dungen beschäftigt Personalverantwortliche nach wie vor, denn Auslandsentsendungen sind ein teures Unterfan- gen. Nicht selten übertreffen die sogenannten Vergütungs- pakete jegliche Schätzungen – nicht zuletzt deshalb, weil nicht alle Kosten im Vorfeld richtig bedacht werden. Auch in der Asien-Pazifik Region sind die Kosten für Unter- nehmen hoch. Vorreiter in der Expatriate-Vergütung ist Japan: Dort belaufen sich die Kosten für Gehaltszahlungen und Benefits für einen Manager in der mittleren Führungs- ebene auf durchschnittlich 375.000 US$ pro Jahr. Gefolgt wird Japan von Australien, Indien, China und Hong Kong, so eine Studie von ECA International. Unter den Top 15 der höchsten Expatriate-Vergütung im Raum Asien-Pazifik sind außerdem Korea, Singapur, Indonesien, Neuseeland, die Phi- lippinen, Vietnam, Taiwan, Thailand, Malaysia und Pakistan. China, auf Platz 4 des Rankings, hat Hong Kong letztes Jahr überholt und seinen Vorsprung dieses Jahr weiter ausgebaut. Die Höhe des Vergütungspakets steigt hier weiter an. Ein Manager der mittleren Führungsebene kann in China mit 276.000 US$ jährlich rechnen, inklusive aller Benefits. Hier kommt es jedoch auch auf die Provinz bzw. Stadt an – Shanghai und Peking sind deutlich teurer als andere Stand- orte in China, so ECA International. Gleichzeitig kann es pas- sieren, dass Unternehmen mehr Geld in die Hand nehmen müssen, um Mitarbeiter an weniger attraktive Standorte zu locken. Für Unternehmen sind insbesondere die Kosten für die Bene- fits im Raum Asien-Pazifik interessant. Die Leistungen der Unternehmen zusätzlich zu den Gehaltszahlungen sind hier die Kostentreiber. Würden in Hong Kong beispielsweise die Kosten für Unterkunft und Schule wegfallen, so fiele Hong Kong im Ranking der Expatriate-Vergütung von Platz 5 auf Platz 15. Das gleiche gilt für Singapur: der Siebtplatzierte würde sich ohne Zahlung von Unterkunft und Schule auf Platz 14 wiederfinden. In beiden Länder wird der drastische Abstieg im Ranking auch durch die geringen Steuersätze ver- ursacht. Konsequenzen für die Vergütungsgestaltung Bei der Gestaltung der Vergütungspakete bei Auslandsent- sendungen müssen grundsätzlich drei Elemente bedacht werden: Gehaltszahlungen, Benefits (wie etwa Unterkunft, Schule, Firmenwagen) und Steuern. Üblicherweise wird dem Vergütungspaket das Gehalt des Mitarbeiters im Heimatland zugrunde gelegt, welches dann gegebenenfalls um Lebens- kostenausgleich, Erschwerniszulage, oben genannte Benefits und Steuern ergänzt wird. Nicht zu vergessen sind hier auch Kosten für Versicherungen während des Auslandsaufenthal- tes. Insbesondere für langfristige Entsendungen beziehungsweise sogenannte Local Expatriates wird von dieser Art der Vergü- tungsermittlung zunehmend Abstand genommen. Immer mehr Unternehmen in Asien legen das ortsübliche Gehalt zu- grunde und ergänzen dieses um Benefits und Steuern. Dies spart den Unternehmen zwar einige Kosten, fraglich bleibt aber, ob für diese geringere Vergütung weiterhin Mitarbeiter bereit sind, sich im Rahmen einer Auslandstätigkeit nach Pa- zifik-Asien versetzen zu lassen oder ob diese Vergütung nur an attraktiveren Standorten durchgesetzt werden kann. EXPATRIATES EXPATRIATE-VERGÜTUNG IN DER REGION ASIEN-PAZIFIK © gustavofrazao - Fotolia.com
  10. 10. 10 Seit Jahren ist es ein präsentes Thema in den Medien: Die Schweizer mögen keine Deutschen. Dennoch wanderten in den vergangenen Jahren viele Deutsche in die Alpenrepu- blik aus, wie aktuelle Zahlen des Bundesinstituts für Bevölke- rungsforschung belegen. Das Hauptziel vieler deutscher Auswanderer war demnach zwischen den Jahren 2004 und 2013 die Schweiz, so dass die Deutschen dort aktuell mit rund 300.000 Personen sogar die zweitgrößte Ausländer- gruppe darstellen. Die Gründe für eine Auswanderung in die Schweiz lagen in der Regel an einem deutlich höheren Ge- haltsniveau. Aber auch die Arbeitnehmerfreizügigkeit zwi- schen der Schweiz und der Europäischen Union sowie die gemeinsame Sprache trugen zu einem kontinuierlichen Zuzug von Deutschen in die Schweiz bei. Allerdings scheint sich dieser aktuell ein- zubremsen, wie eine kürzlich ver- öffentliche Studie der Wirtschaftsuni- versität Wien („Arbeitsstation und Arbeitsklima für Deutsche in der Schweiz“) be- legt. Gründe hierfür könnten Beschrän- kungen des Freizügig- keitsabkommens durch die Schweiz sowie die aktuell positive wirt- schaftliche Lage in Deutschland sein. Aber auch in den Arbeitsbedin- gungen beziehungsweise klimatischen Bedingungen in der Schweiz könnten Motive für den rückgängigen Zuzug Deutscher gesucht werden, die sich in einer eingeschränkten Aufgeschlossenheit der Schweizer gegenüber ausländischen Zuwanderern und insbesondere deutschen Zuwanderern spiegeln. Die Studie, die sich mit diesen Bedingungen für Deutsche in der Schweiz sowohl am Arbeitsplatz als auch im Alltag be- fasst hat, wurde vergangenes Jahr anhand einer Online-Be- fragung unter rund 1.000 in der Schweiz arbeitenden Deutschen durchgeführt. Deutsche fühlen sich in der Schweiz nicht willkommen Die Ergebnisse zeigen eindeutig, dass etwa 30 Prozent sich in ihrer neuen Heimat nicht willkommen und dazugehörig fühlen. Und weitere 30 Prozent teilen diese Empfindungen zumindest zum Teil. Viele der Befragten haben schon einmal Ungleichbehandlun- gen sowie Zurücksetzungen im Schweizer Alltag erlebt. So gab etwa jeder Fünfte an, dass ihm schon einmal der Kauf oder die Anmietung einer Woh- nung verweigert wurde. 15 Pro- zent sagten das über die Vergabe einer Arbeitsstelle. Jeder zehnte Befragte wurde schon einmal ungerechtfer- tigt von der Polizei ange- halten, durchsucht, befragt oder bedroht. Als Antwort auf die Frage, was der Hauptgrund dafür war, nannten 85 Prozent die deutsche Nationalität. Eine anti-deutsche Grundstimmung wird von einem großen Teil der Befragten auch am Arbeitsplatz wahr- genommen. So fühlen sich 28 Prozent der Teilnehmer am Arbeits- platz von ihren Kollegen ausgeschlossen. In der Schweiz wird man zum Deutschen gemacht Viele Deutsche, die in die Schweiz kommen, sind laut Studi- energebnissen überrascht von den Erfahrungen, die sie in Bezug auf Nationalität machen. Sowohl im Arbeitsalltag als auch in ihrer Freizeit werden sie oftmals, sobald als Deutsche identifiziert – etwa durch die deutsche Aussprache –, auf ihre Nationalität reduziert und mit zum Teil wenig schmeichelhaf- ten Attributen und den dazugehörigen Erwartungshaltungen an ihr Verhalten belegt. Verdichten lässt sich diese Erfahrung mit folgender Aussage, die nur von einem geringen Teil der Befragten wirklich abgelehnt wurde (16 Prozent). „In die Schweiz kommt man nicht als Deutscher, sondern man wird in der Schweiz erst zum Deutschen gemacht“. EXPATRIATES DEUTSCHE IN DER SCHWEIZ © Tom-Hanisch - Fotolia.com
  11. 11. Die Berliner Fluggesellschaft Germania bedient seit Anfang Mai dieses Jahres drei neue Verbindungen ab Berlin- Schönefeld: Ibiza, Djerba und Enfidha. Bereits seit März sind die Urlaubsziele Antalya und Paphos auf Zypern im Programm der Airline. Die Flüge nach Ibiza starten montags und freitags um 6.40 Uhr in Schönefeld. Djerba wird immer dienstags um 16.45 Uhr von der deutschen Hauptstadt angeflogen und nach Enfidha geht es samstags um 6.00 Uhr. Weitere Informationen sind unter http://www.flygermania.de/de abrufbar. 11 AIR INDIA FINNAIR Air India, die größte Fluggesell- schaft Indiens, erlaubt ihren Pas- sagieren seit dem 1. Mai dieses Jahres, auf vielen Flugverbindungen mehr Frei- gepäck als bisher mitzunehmen. Auf allen Flügen von Deutschland nach Indien wurde die Freimenge verdop- pelt. Reisende dürfen ab sofort anstelle von einem Gepäckstück mit einem Ma- ximalgewicht von 23 Kilogramm nun zwei Koffer mit jeweils 23 Kilogramm mitführen. Die neue Regelung gilt so- wohl in der Economy- als auch in der Business-Class. Auf den Flugverbindungen von Deutschland nach Kathmandu, Co- lombo, Sydney und Melbourne wurde die Freigrenze auf ein Gepäckteil zu maximal 30 Kilogramm in der Economy Class und auf zwei Reisetaschen à 23 Kilogramm erhöht. Mehr Informationen stehen unter http://www.airindia.de/ zur Verfügung. Finnair, die größte finnische Flugge- sellschaft, hat seit dem 5. Mai die- ses Jahres ihr Streckenangebot zum Handgepäcktarif „Light“ erweitert, bei dem Reisende ohne aufzugebendes Gepäck fliegen können. Ab sofort sind auf allen Finnair-Strecken innerhalb Europas und dem Nahen Osten Tickets in dieser Kategorie buchbar. Ziele nach Russland sind ausgenommen. Der Light-Tarif ist die günstigste Ticket- option von Finnair. Alle weiteren Bu- chungskategorien beinhalten weiterhin die Option, Gepäck abzugeben. Aber auch mit einem Ticket im Light-Tarif können Fluggäste gegen eine Gebühr nachträglich Gepäck hinzubuchen. Pas- sagiere, die ihren Reisekoffer bis zu zwei Stunden vor Abflug online anmel- den, zahlen zehn Euro pro Strecke. Wer diesen allerdings erst am Flugha- fen hinzubucht, muss mit einer Gebühr von 30 Euro pro Flug rechnen. Vielflieger mit dem Gold- oder Silver- Status im Bonusprogramm Finnair Plus dürfen auch im Light-Tarif ein kosten- freies Gepäckstück aufgeben. Dies gilt auch für Vielflieger der Luftfahrtallianz Oneworld, die einen Smaragd- oder Saphir-Status haben. Alle anderen Pas- sagiere dürfen ein Handgepäckstück sowie einen weiteren Gegenstand wie beispielsweise eine Hand- oder Laptop- tasche mit sich führen. AIRLINES GERMANIA © Skovoroda - Fotolia.co m © Detlef - Fotolia.com © Alex White - Fotolia.com
  12. 12. Azerbaijan Airlines, die Nationalfluggesell- schaft Aserbaidschans, ver- bindet seit dem 2. Mai dieses Jahres Berlin-Tegel mit Baku. Der Airbus A319, der 122 Passagieren Platz bietet, startet jeweils mittwochs und samstags um 7.25 Uhr in der Hauptstadt Aserbai- dschans und erreicht die deutsche Metropole an der Spree um 9.25 Uhr Ortszeit. Zurück geht es um 10.45 Uhr mit Ankunft in der größ- ten Stadt Aserbaidschans um 18.40 Uhr Lokalzeit. Die Flugdauer beträgt etwa fünf Stunden. Weitere Informationen sind unter http://www.azal.az/ abrufbar. 12 AZERBAIJAN AIRLINESQATAR AIRWAYS AIRLINES Qatar Airways, die Na- tionalfluggesellschaft Katars, hat kürzlich einen neuen Shuttle-Service zwi- schen Doha und Dubai ein- geführt. Dieser verbindet Dohas neuen Hamad Inter- national Airport bis zu vier- zehnmal täglich mit dem Dubai International Airport sowie viermal täglich mit dem Dubai World Central Airport. Fluggästen, die den Shuttle- Service zwischen Doha und Dubai nutzen möchten, ste- hen am Hamad Internatio- nal Airport eigene Check-in-Schalter in Reihe 5 zur Verfügung. Sie sollten sich hier mindestens eine Stunde vor Abflug einfin- den. Das Gleiche gilt für den Check-in auf dem Rückflug in Dubai. Zudem bietet der neue Ser- vice zusätzliche Sonderlei- stungen an, die das Reisen komfortabel und zeitspa- rend gestalten. Dazu zählen schnellere Passkontrollen, verkürzte Einreiseverfahren in Doha, sowie kurze Geh- wege von maximal zehn Mi- nuten zu den Hallen A und B. VUELING AIRLINES Die spanische Niedrig- preis-Fluggesellschaft Vueling Airlines verbindet seit dem 1. Mai dieses Jah- res Wien mit Rom. Ab Rom-Fiumincino startet die Airline täglich mit einem Airbus A320 um 13.45 Uhr und landet um 15.30 Uhr in der größten Stadt Öster- reichs. Nach einem 40-mi- nütigen Aufenthalt hebt der Flieger um 16.10 Uhr für seinen Rückflug ab und er- reicht die Italiens Hauptstadt um 17.40 Uhr. Passagiere aus Wien haben in Rom zahlreiche Anschluss- möglichkeiten nach Catania, Palermo, zu den griechi- schen Inseln und zu vielen Zielen in Kroatien. Mehr Informationen stehen unter http://www.vueling.com/de zur Verfügung. AIR BALTIC Die lettische Fluggesell- schaft Air Baltic bietet seit dem 7. Mai dieses Jah- res eine neue Direktverbin- dung von Tallinn nach Wien an. Viermal wöchentlich hebt ein Bombardier Q400 Next Gen in Richtung Wien ab. Montags und donnerstags startet der Flieger um 17.40 Uhr in der estnischen Hauptstadt und landet um 19.35 Uhr in der österreichi- sche Metropole an der Donau. Der Rückflug erfolgt um 20.35 Uhr mit Ankunft in Tallinn um 0.25 Uhr. Dienstags und freitags hebt die Maschine um 6.25 Uhr in der größten Stadt Estlands ab und erreicht die größte österreichische Stadt um 8.20 Uhr. Nach rund zwei Stunden Aufenthalt geht es um 10.40 Uhr zurück nach Estland, wo der Flieger um 14.30 Uhr landet. © Karen Roach - Fotolia.com © milo827 - Fotolia.com
  13. 13. 13 VERMISCHTES IN CHINA UND BRASILIEN LERNEN IMMER MEHR MENSCHEN DEUTSCH Die deutsche Sprache bleibt gefragt: Wie die Studie „Deutsch als Fremdsprache weltweit” zeigt, wächst das Interesse an Deutsch besonders in China, Indien und Brasi- lien. Im asiatischen Raum hat sich die Nachfrage seit 2010 teilweise vervielfacht. In Europa blieben die Zahlen in den letzten Jahren weitgehend konstant. Insgesamt lernen der- zeit weltweit 15,4 Millionen Menschen Deutsch. Die Erhe- bung wird alle fünf Jahre vom Auswärtigen Amt gemeinsam mit dem Goethe-Institut, dem Deutschen Akademischen Austauschdienst DAAD und der Zentralstelle für das Aus- landsschulwesen (ZfA) des Bundesverwaltungsamtes (BVA) durchgeführt. Die deutsche Sprache ist weit verbreitet In Südamerika, im Nahen und Mittleren Osten und beson- ders in Asien wird Deutsch zunehmend nachgefragt: In Brasi- lien lernen heute 134.000 Menschen Deutsch, in China 117.000 und in Indien 154.000. Damit haben sich die Zahlen zum Beispiel in China seit 2010 mehr als verdoppelt. Auch in Europa gibt es weiterhin ein großes Interesse an Deutsch als Fremdsprache – dort lernen derzeit 9,4 Millionen Menschen Deutsch und bilden damit den Schwerpunkt der Deutschler- ner weltweit. Spitzenreiter ist Polen mit rund 2,28 Millio- nen. Im Vergleich zu 2010 sind die Zahlen in den Ländern der ehemaligen Sowjetunion erneut zu- rückgegangen. In Frankreich sind die Zahlen mit 1 Million Deutschlernenden stabil geblieben. Deutsch wird hauptsächlich zur Schulzeit erworben Die diesjährige Erhebung bestätigt, dass deutsche Sprachkenntnisse überwiegend an Schulen erworben werden. Von den welt- weit erfassten Deutschlernenden sind 87 Pro- zent Schüler (13,4 Millionen). Im Hochschul- bereich lernen aktuell 1,3 Millionen Studierende Deutsch (8,8 Prozent). Im Bereich der Erwachse- nenbildung sind es etwa 600.000 Deutschler- nende (4,2 Prozent). An Sprachkursen der Goethe-Institute im Ausland nahmen im vergangenen Jahr 228.528 Menschen weltweit teil. Sprachkenntnisse wichtig für die berufliche Karriere Die Zahl der Lernenden lässt Tendenzen und Entwicklungen für das Interesse an der deutschen Sprache in der Welt er- kennen: Deutschkenntnisse werden vor allem als wichtig für die berufliche Karriere erachtet – sei es im jeweiligen Heimat- land oder auch, um in Deutschland zu studieren, zu arbeiten und zu leben. Für Studierende und Fachkräfte aus dem Aus- land, die sich für ein Leben in Deutschland entscheiden, sind die Angebote der Förderung von Deutsch als Fremdsprache daher eine wichtige Brücke nach Deutschland. © Daniel Ernst - Fotolia.com
  14. 14. 14 VERMISCHTES ZU GAST IN BRITISCHEN FAMILIEN Ob Sprachreise, Schuljahr im Ausland oder ein Au-pair- Aufenthalt – vor allem im Sommer ist England sowie das Leben in einer englischen Gastfamilie noch immer ein Klassiker. Oft war schon die heutige Elterngeneration dort unterwegs und Gast auf der Insel. Beliebt ist sie durch ihre räumliche Nähe und gute Erreichbarkeit vor allem bei den Deutschen. In der Familie auf Zeit ist manches allerdings ganz anders als im deutschen Alltag. Die Carl Duisberg Cen- tren haben Informationen und Tipps für einen gelungen Auf- enthalt zusammengestellt. Die typische Gastfamilie ist vielfältig Offenheit und aufgeschlossen sein sind gute Voraussetzun- gen für den Start ins neue Familienleben. Häufig sind es nicht die klassischen Familien mit zwei Kindern, Mutter, Vater und Hund, sondern auch ältere Ehepaare, bei denen die Kinder ausgezogen sind oder alleinstehende Damen, die ihre Familienmitglieder auf Zeit erwarten. Diese Altersgruppe der Gastgeber hat in der Regel mehr Zeit für ihre ausländi- schen Gäste, übt mit ihnen die Sprache und hilft bei den all- täglichen Dingen. Das perfekte Gastgeschenk Leicht transportierbar, möglichst regional und am besten zum Verzehr geeignet, so sollte das ideale Mitbringsel ausse- hen. Beliebt sind deutsche Pralinen, Kekse oder Schokolade, auch Christstollen oder Lebkuchen sind saisonal oft ein Ren- ner. Kaffee eignet sich – wenn überhaupt – besser als Tee. Eher nicht einpacken sollte man Wein, schwere Bildbände oder Wandteller. Schön ist es, Fotos von seiner Familie und dem Heimatort zu zeigen. Für Lebensmittel aus EU Länder gibt es in der Regel kein Einfuhrverbot, solange sie einge- packt oder eingeschweißt sind. Die typische Anrede Die Anrede mit Vorname, selbst bei älteren Gasteltern, ist vollkommen in Ordnung und wird nicht als unhöflich emp- funden. Nicht wundern, wenn man, ob jung oder alt, gerade von Frauen mit „darling“, „my love“ oder „sweetheart“ an- gesprochen wird. Das ist keine Liebesbekundung, sondern eine nett gemeinte freundschaftliche Geste. Der britische Humor Schwarzer Humor ist Gang und Gebe, manchmal gepaart mit einer Portion Sarkasmus. Der Durchschnittsbrite liebt es, sich über fast alles lustig zu machen und zieht sich auch selbst durch den Kakao. Besucher, die sich und ihre Umwelt sehr ernst nehmen, kommen oft schlechter an und verbauen sich selbst Kontakte. Norden oder Süden Im Süden Englands locken Strände, gutes Wetter, viele histo- rische Städte und Bildungshochburgen wie Oxford oder Cambridge. Die Nordengländer gelten als besonders (gast-) freundlich. Ein erster Sprachaufenthalt in Nordengland oder Schottland ist daher durchaus empfehlenswert – trotz des oft ausgeprägten englischen Dialekts dort. © Delphotostock - Fotolia.com
  15. 15. 15 VERMISCHTES Die Gesprächsthemen Auch wenn Humor großgeschrieben wird, sollte man sich über bestimmte Dinge nicht lustig machen. Dazu gehören die Monarchie und die Königsfamilie, der Linksverkehr, Schlange stehen, Blümchentapeten und Kitsch, schlechte Iso- lierung, das ungewohnte Essen, ebenso politische Themen wie etwa Europa und der Euro. Das Wetter und der Fußball sind immer große Themen – Vorsicht aber mit zu viel Patrio- tismus bei deutsch-englischen Begegnungen. Interesse an einheimischen Sportarten wie Rugby und Cricket sind von Vorteil, um Kontakte mit Einheimischen zu knüpfen. Weihnachtsmärkte, feuchtfröhliche Volksfeste wie das Okto- berfest, Automarken wie VW, Audi, BMW und Mercedes werden geschätzt. Beliebt sind auch Gespräche über Ur- laubspläne, Kultur, aktuelle Filme oder das eigenen Knowhow zu Großbritannien. Die Kritik – gewusst wie Nicht immer läuft alles so, wie man sich das als Gast vor- stellt. Ärger, Ungeduld und andere negative Gefühle sollte der Besucher dennoch möglichst verbergen – denn Gefühls- ausbrüche gelten als peinlich. „Haltung bewahren – egal was kommt“, ist aus Sicht von Thomas Bolle die perfekte Einstellung. Kritik immer indirekt formulieren, am besten zwischen positiven Aspekten verpacken. Zurückhaltung üben Zurückhaltung und Rücksichtnahme sind in Großbritannien wichtige Eigenschaften – dies gilt auch für Ausländer. Plus- punkte sammelt der, der sich geduldig in eine Wartschlange einreiht, in allen Lebenslagen höflich bleibt und sich viel ent- schuldigt. Prahlen und zu viel klagen ist in England verpönt. Höflichkeit und Umsicht gegenüber älteren Menschen, Be- hinderten, Frauen mit Kinderwagen ist sehr ausgeprägt. Das Essen in der Gastfamilie Das typische englische Frühstück beschränkt sich in der Regel auf Cornflakes oder Müsli sowie Toast mit Marmelade. Zu einem Aufenthalt in einer englischen Gastfamilie zählen noch immer Lunchpakete mit Toastbrot-Sandwich, Schoko- riegeln und Chips. Zum Essen ist es üblich, Leitungswasser statt Mineralwasser zu servieren. Gemeinsame Mahlzeiten finden vorwiegend am Wochenende oder abends statt. Freunde finden Einladungen von Einheimischen zu Zusammenkünften aller Art sollte der deutsche Gast annehmen: Egal, ob Strandaus- flüge, Einladungen zum Geburtstag der Oma oder andere Familienzusammenkünfte. Auch Essen gehen, Ausflüge, Kar- ten oder Bingo spielen, Grillen oder auch nur gemeinsames Fernsehen nach dem Abendessen fördern die Freundschaft. Quelle: Carl Duisberg Centren © Punto Studio Foto - Fotolia.com
  16. 16. 16 VERMISCHTES NICHT OHNE MEINEN FÖHN: WICHTIGE SERVICES IM HOTEL Verschiedene Nationen priorisieren andere Dinge in einem Hotel. Dies ergibt eine Travelzoo-Umfrage zu den wichtigsten Services und Gegenständen bei einem Hotelauf- enthalt. Sparen um jeden Preis? Nur 9 Prozent der befragten Urlau- ber der wichtigsten Reisemärkte weltweit achten bei der Bu- chung eines Hotelzimmers vor allem auf ihre Urlaubskasse. Dies zeigt eine aktuelle Umfrage unter mehr als 5.000 Reise- interessierten. Komfort und ein qualitativ hochwertiges Er- lebnis sind den Befragten einiges wert. Doch welche Services und Gegenstände sind bei einer Hotelübernachtung beson- ders wichtig und auf welche darf getrost verzichtet werden, um den Preis zu drücken? Mehr als nur ein Dach über dem Kopf Wenn es nach extremen Billig-Hotelketten aus dem Ausland geht, können Urlauber demnächst mit zwei Koffern anrei- sen. Mindestens einen würden sie für Handtücher und Putz- mittel benötigen. Um den Preis zu drücken, verzichten manche Häuser und Ketten auf die selbstverständlichsten Leistungen. Die Umfrageergebnisse zeigen jedoch, dass die wenigsten Urlauber auf Komfort im Hotel verzichten möch- ten. Nur zwei Prozent der Befragten würden Bettwäsche sowie Handtücher mit ins Hotel bringen, um die Übernach- tungskosten zu reduzieren. 14 Prozent wären bereit, auf die Rezeption mit Check-in und Check-out-Service zu verzichten. Gleiches gilt für W-LAN. Lediglich 19 Prozent würden die kos- tenlose Internetverbindung missen wollen, um den Reisepreis zu drücken. Und auch der Fernseher auf dem Zimmer und freie Parkplätze sind nur für jeweils 20 Prozent so unwichtig, dass sie hier Sparpotenzial sehen. Anders verhält es sich laut Umfrage bei Willkommensge- schenken wie etwa Schokolade. 83 Prozent der Umfrageteil- nehmer verzichten gerne auf die leckeren Kalorien, wenn die Zurückhaltung ihr Portemonnaie schonen würde. Auch das Film- und sonstige digitale Unterhaltungsangebot auf dem Zimmer ist weniger wichtig (79 Prozent). Und die verlockend gefüllte Minibar würden 77 Prozent der Befragten abschaf- fen, wenn dies einen niedrigeren Übernachtungspreis zur Folge hätte. Was den Deutschen der Föhn, ist den Briten ihr Wasser- kocher Auch wenn sich die Nationen vergleichsweise einig sind, weicht die Top 5 der unverzichtbarsten Gegenstände und Services von Land zu Land etwas voneinander ab. Ausnah- men bilden nur Frankreich, die USA und Kanada – denn die Wünsche der hiesigen Urlauber spiegeln die allgemeine Rangliste wider. Anders sieht es bei den britischen Befragten aus. Für die steht der Wasserkocher auf den dritten Platz der unverzichtbarsten Gegenstände. Das ist nicht verwunderlich, denn die Briten lieben ihren Tee und möchten ihn auch im Urlaub nicht missen. Im Durchschnitt aller Länder schafft er es nur auf Rang elf. Bei den Spaniern scheint hingegen die Hygiene besonders wichtig zu sein. So kommt bei ihnen die tägliche Reinigung bereits an zweiter Stelle, während sie im allgemeinen Durchschnitt gerade einmal den siebten Rang einnimmt. Und auch das Angebot von Seife sowie Duschgel im Hotel-Bad möchten nur wenige Spanier zugunsten eines niedrigeren Übernachtungspreises entbehren. Während die kleinen Proben bei ihnen Platz 5 belegen, nehmen sie über alle Nationen hinweg nur den neunten ein. Und hierzu- lande? In Deutschland ist nach den Umfrageergebnissen der Hotelföhn beliebt und landet auf dem fünften Platz, wäh- rend er im Länderschnitt den sechsten Platz belegt. Zur Methodik: Befragt wurden im Dezember 2014 und Januar 2015 4.272 Personen aus den USA, Kanada, Deutschland, Großbritan- nien, Spanien und Frankreich. Für die Bewertung der Rele- vanz des Preises bei einem Hotelaufenthalt wurden außerdem die Angaben von 1.000 Chinesen berücksichtigt. Es waren Mehrfachantworten möglich, diese Angaben sind nicht kumulativ. © shockfactor.de - Fotolia.com
  17. 17. 17 GESUNDHEIT © grandeduc - Fotolia.com ÖSTERREICH: JUGENDLICHE STELLEN SUCHTREKORD AUF Die österreichischen Jugendlichen liegen beim Konsum von Drogen und Suchtmitteln im europäischen Spitzen- feld – und das wirkt sich negativ auf die Lernleistung aus. Wie gefährlich Schüler diverse Substanzen einschätzen und welche Auswirkungen sie haben, hat das Nachhilfeinstitut LernQuadrat http://lernquadrat.at in einer Studie zusammen- gefasst. Diese wurde unter dem Titel "Lernen auf Droge – Wie der Konsum von Suchtmitteln die Lernleistung beein- flusst" am 7. Mai in Wien präsentiert. "Österreich liegt an dritter Stelle hinter Italien und der Tür- kei, was die Anzahl der Todesfälle durch Drogen bei Jugend- lichen betrifft", berichtet Studienautor Jan Höltge. Auf EU-Ebene sind die österreichischen Jugendlichen auch die Spitzenreiter beim Konsum von Energy-Drinks. "50 bis 60 Prozent haben auch schon einmal Suchtmittel wie Alko- hol und Zigaretten probiert oder konsu- mieren diese regelmäßig", fügt LernQuadrat-Geschäftsführer Konrad Zimmermann hinzu. Bewusstsein für negative Folgen "Die positive Nachricht ist, dass vielen der befragten Schülern bewusst ist, dass diese Substanzen schädlich sind und ihnen nicht beim Lernen helfen können", so Zimmermann. Fast die Hälfte gibt an, dass kein Suchtmittel die Lernleistung steigert. Rund ein Viertel kann sich aber vorstellen, zu Hilfsmitteln zu greifen, um besser zu lernen. "Schlechte Schüler sind da an- fälliger, aber auch sehr gute, weil Letztere Meinungsführer in der Klasse sind." Mit 15 bis 16 Jahren sind Ju- gendliche besonders gefährdet, zu Suchtmitteln zu greifen. "Es gibt einen starken Zusammen- hang zwischen Schulleistung und Dro- genkonsum", berichtet Höltge. Das geht in beide Richtungen – schlechte Schüler nutzen eher Drogen, und Dro- genkonsum verschlechtert die Lernleis- tung. "Es ist ein Teufelskreis", so Höltge. Aufzuklären, was die Sucht- mittel mit dem Körper anstellen, wäre dabei wichtig. "Die Bildungsinstitutio- nen haben da eine große Verantwor- tung – viele Schüler wissen davon noch zu wenig", ist Zimmermann überzeugt. Junges Hirn ist sehr verletzlich Für die positive Stimmung, die durch Suchtmittel hervorgeru- fen wird, müssen Alternativen geschaffen werden. "Hobbys sind da sehr sinnvoll, man kann schnell Positives aus einer anderen Quelle ziehen. Und auch Schüler, die an Nachhilfe teilgenommen haben, nehmen weniger Drogen", so Höltge. Denn Erfolg in der Schule könne das Selbstbewusstsein stei- gern und damit die Attraktivität von Suchtmitteln einschrän- ken. "Man muss die Kinder motivieren und Erfolgserlebnisse fördern", stimmt Zimmermann zu. Quelle: www.pressetext.com
  18. 18. 18 GESUNDHEIT USA: ELTERN ERKENNEN ÜBERGEWICHT IHRER KINDER NICHT Fast alle Eltern von übergewichtigen Kindern in den USA nehmen fälschlicherweise an, dass das Gewicht ihrer Kin- der normal ist, wie das NYU Langone Medical Center der Georgia Southern University http://georgiasouthern.edu in Kooperation mit der Fudan University http://fudan.edu.cn/en ermittelt hat. Dafür wurden die Daten von zwei Kindergrup- pen mit jeweils mehr als 3.000 Teilnehmern analysiert. Falsche Wahrnehmung Die Kinder der Studiengruppe der Jahre 2007 bis 2012 waren übergewichtiger als die Kinder in der Gruppe der Jahre 1988 bis 1994. Die Wahrnehmung der Eltern blieb je- doch relativ unverändert. Das Team um Dustin Duncan geht davon aus, dass diese Studie die erste ist, die die Wahrneh- mung der Eltern in Bezug auf das Gewicht ihrer Kinder im Vorschulalter im Verlauf der Zeit untersucht hat. Die ausgewerteten Daten, körperliche Untersuchungen und Interviews stammten von der National Health and Nutrition Examination Survey http://cdc.gov/nchs/nhanes.htm, die von den Centers for Disease Control and Prevention durchge- führt wurden. Die Eltern wurden unter anderem gefragt, ob sie annahmen, dass ihre Kinder übergewichtig, untergewich- tig oder normalgewichtig waren. Es zeigte sich bei beiden Studiengruppen, dass 97 und 95 Prozent der Eltern von übergewichtigen Jungen ihr Kind für normalgewichtig hielten. Bei übergewichtigen Mädchen lagen diese Werte bei 88 und 93 Prozent. Die falsche Wahr- nehmung des Gewichts war hinsichtlich der Demografie un- terschiedlich. Afrikanisch-amerikanische Familien hielten ihre übergewichtigen Kinder eher für normalgewichtig als andere Eltern. Besorgniserregende Daten Die Fehleinschätzung zum Gewicht war auch bei Familien mit einem geringen Einkommen häufiger anzutreffen. Dieser Zusammenhang verringerte sich mit dem Ansteigen des Ein- kommens. Laut Studienleiter Dustin Duncan sind diese For- schungsergebnisse besorgniserregend, da gerade Kinder dieser beiden Gruppierungen in den USA am häufigsten unter Fettleibigkeit leiden. Die Eltern hielten sich bei der Beurteilung des Gewichts auch nicht an Wachstumstabellen, sondern verglichen ihre Kinder eher mit anderen. Der Forscher geht auch davon aus, dass nur wenige Eltern wirklich mit den Wachstumstabellen um- gehen oder die Bedeutung dieser Daten verstehen. Die Er- gebnisse wurden im Fachmagazin "Childhood Obesity" http://liebertpub.com/overview/childhood-obesity/384 veröf- fentlicht. Quelle: www.pressetext.com © kwanchaichaiudom - Fotolia.com
  19. 19. 19 GESUNDHEIT SICHERE OPS: KEIN ZUGANG FÜR FÜNF MRD. MENSCHEN Zwei Drittel der Weltbevölkerung haben keinen Zugang zu sicheren und leistbaren OPs, wie die Harvard Medical School http://hms.harvard.edu errechnet hat. Diese Schät- zungen sind doppelt so hoch wie frühere Berechnungen. Das bedeutet, dass Millionen Menschen an den Folgen von be- handelbaren Erkrankungen wie einer Blinddarmentzündung oder Problemen bei der Geburt sterben. Die meisten Betrof- fenen leben in Ländern mit geringen und mittleren Einkom- men. Armut durch immense Kosten 93 Prozent der Menschen in Ländern südlich der Sahara haben keinen Zugang zu chirurgischer Grundversorgung. Die Studie berücksichtigte auch, ob medizinische Einrichtungen innerhalb von zwei Stunden erreicht werden können, ob der Eingriff sicher sein wird und ob sich die Patienten den Ein- griff leisten können. Laut Studienautor Andy Leather vom King's Centre for Glo- bal Health ist diese Situation empörend. "Menschen sterben und leben mit Beeinträchtigungen, die durch eine gute chir- urgische Behandlung verhindert werden könnten." Zusätz- lich würden immer mehr Menschen durch den Versuch, sich behandeln zu lassen, in die Armut getrieben. Lebensrettende Operationen 25 Experten sammelten eineinhalb Jahre lang in mehr als 100 verschiedenen Ländern Daten von medizinischem Perso- nal und Patienten. Sie fordern jetzt mehr Aufmerksamkeit für dieses Thema und In- vestitionen. Ein Drittel der 16,9 Mio. Todesfälle im Jahr 2010 war auf Erkran- kungen zurück- zuführen, die mit Operatio- nen behandel- bar gewesen wären. Die Zahl dieser Opfer übersteigt jene der durch HIV und Aids, Tuberkulose und Malaria zusammen verursachten Toten. Die Studienautoren betonten, dass Nichtstun für die Weltwirt- schaft bis 2030 Kosten von mehr als zwölf Bio. Dollar verur- sachen wird. Sie fordern daher Investitionen in der Höhe von 420 Mrd. Dollar. Der größte Bedarf besteht wie fast immer in den ärmsten Ländern. Deutlich zu wenige Fachkräfte Eine entscheidende Herausforderung ist die Ausbildung von ausreichend Chirurgen, Narkoseärzten und Geburtshelfern. In Ländern wie Großbritannien entfallen auf 100.000 Ein- wohner 35 chirurgische Spezialisten. In Bangladesch sind es nur 1,7. Forschungsleiter John Meara Kletjian nach sind die notwendigen Investitionen hoch. "Die Kosten des Nichtstuns sind jedoch höher und werden immer weiter zunehmen. Laut Experten ist eine chirurgische Grundversorgung ein Thema, das weltweit ignoriert wurde", sagt Meara. Laut Leather hat man sich bisher vielmehr auf einzelne Krankheiten konzentriert. Die Chirurgie wurde dabei übergangen, obwohl sie bei vielen Erkrankungen von Bedeutung ist. Quelle: www.pressetext.com © Benjamin Nickel - Fotolia.com
  20. 20. Im vergangen Jahr zahlten Arbeitgeber in der deutschen Privatwirtschaft durchschnittlich 31,80 Euro für eine geleis- tete Arbeitsstunde. Damit belegt Deutschland den achten Rang innerhalb der Europäischen Union (EU), wie das Stati- stische Bundesamt (Destatis) jüngst mitteilte. Gemessen am EU-Durchschnitt für eine Stunde Arbeit, der bei 24,40 Euro liegt, zahlten Arbeitgeber in der deutschen Privatwirtschaft 30 Prozent mehr. Im Vergleich beispielsweise zum Nachbar- land Frankreich (35,20 Euro) waren es aber knapp 10 Pro- zent weniger. Dänemark hatte mit 42,00 Euro die höchsten Arbeitskosten je geleistete Stunde, Bulgarien mit 3,80 Euro die niedrigsten. 20 WELTWEIT DÄNEMARK HAT DIE HÖCHSTEN ARBEITSKOSTEN Arbeitskosten in der Privatwirtschaft 2014 je geleistete Stunde in EUR
  21. 21. 21 Deutschland auf Rang vier bei Arbeitskosten im Verar- beitenden Gewerbe Im Verarbeitenden Gewerbe, das besonders stark im interna- tionalen Wettbewerb steht, kostete eine Arbeitsstunde in Deutschland 2014 durchschnittlich 37,00 Euro. Hier lag Deutschland im EU-weiten Vergleich auf Rang vier. Eine Stunde Arbeit in der deutschen Industrie war damit 46 Pro- zent teurer als im EU-Durchschnitt (25,30 Euro) und kostete knapp 2 Prozent mehr als in Frankreich (36,40 Euro). WELTWEIT
  22. 22. 22 Lohnnebenkosten in Deutschland unterm EU-Durch- schnittlich Arbeitskosten setzen sich aus den Bruttoverdiensten und den Lohnnebenkosten zusammen. Im Jahr 2014 zahlten die Arbeitgeber in Deutschland in der Privatwirtschaft auf 100 Euro Bruttoverdienst zusätzlich 28 Euro Lohnnebenko- sten. Damit waren die Lohnnebenkosten in Deutschland unter dem EU-Durchschnitt von 31 Euro. Im EU-weiten Ranking lag Deutschland im Mittelfeld auf Rang 15. Auf 100 Euro Lohn wurden in Frankreich (47 Euro), Schweden (46 Euro) und Belgien (44 Euro) die höchsten Lohnneben- kosten gezahlt, in Malta (9 Euro) die niedrigsten. Hauptbe- standteil der Lohnnebenkosten sind die Sozialbeiträge der Arbeitgeber, also vor allem die gesetzlichen Arbeitgeberbei- träge zu den Sozialversicherungen, die Aufwendungen für die betriebliche Altersversorgung sowie die Aufwendungen für die Lohn- und Gehaltsfortzahlungen im Krankheitsfall. WELTWEIT Ein internationaler Schulwechsel ist immer ein Abenteuer. Neues Land, fremde Unterrichtssprache, ungewohnte Abläufe. Je exotischer das Zielland ist, desto eher informieren sich Expat-Familien bereits im Vorfeld des Auslandsaufenthal- tes über mögliche Schulvarianten vor Ort. Wieso es jedoch sinnvoll ist, sich unabhängig vom Zielland genauestens über das jeweilige Schulsystem zu informieren, erfahren Sie in un- serer zweiteiligen Reihe „Schulen in Deutschland und den USA: Ein Vergleich“. Ein Fallbeispiel Familie Heining zog vor zehn Jahren mit ihren zwei Kindern nach New York. Sohn Tim wurde in die dritte Klasse, Tochter Sarah in die zweite Klasse der öffentlichen Schule im geho- benen Wohndistrikt der Heinings eingeschult. Die beiden Kinder lernten sehr schnell Englisch, fanden sich gut in den Unterricht und das Schulsystem ein und schlossen schon bald Freundschaften. Nun steht zehn Jahre später die Rückkehr nach Deutschland an. Tim hat gerade sein High School Di- ploma (HSD) in der Tasche. Er plant nun, in Deutschland Me- dizin zu studieren. Sarah hat die 11. Klasse der High School beendet und möchte in Deutschland Abitur machen. Leider treffen beide Kinder in Deutschland auf erhebliche Probleme. High School Diploma wird nicht anerkannt Tims HSD ist in Deutschland nicht ausreichend, um eine Hochschulzugangsberechtigung zu erhalten. Er muss be- stimmte Fächerkombinationen während der High School nachweisen und einen vorgegebenen Notendurchschnitt er- reicht haben. Zusätzlich werden entweder zwei Studienjahre an einer anerkannten Hochschule auf College Niveau ver- langt (wieder mit vorgegebener Fächerkombination) oder die erfolgreiche Teilnahme am SAT (Scholastic Assesment Test), ACT (American College Test) oder AP (Advanced-Placement Prüfung). Zudem müssen auch deutsche Studienbewerber ohne deutsche Hochschulzugangsberechtigung die Deutsche SCHULEN IN DEUTSCHLAND UND DEN USA: EIN VERGLEICH – TEIL 1
  23. 23. 23 WELTWEIT Sprachprüfung für den Hochschulzugang (DSH) bestehen. Hier werden Deutschkenntnisse in Wort und Schrift auf dem Level B1/C1 abgefragt. Tim hat zwar in seiner Familie immer Deutsch gesprochen, allerdings fehlen ihm für die Sprach- prüfung die nötigen Rechtschreib- und Grammatikkenntnisse und er stellt fest, dass er erhebliche Wortschatzlücken hat. Viele Fachwörter kennt er nur auf Englisch. Für Tim ist also das Studium in Deutschland nicht so einfach zugänglich wie er glaubte. Im besten Fall hat er in der High School die rich- tige Fächerkombination belegt. Dann muss er nun noch einen der amerikanischen Hochschulreifetests bestehen und seine Deutschkenntnisse verbessern, bevor er mit dem Medi- zinstudium beginnen kann. Zweite Fremdsprache gefordert Sarah möchte das deutsche Abitur machen. Ein Einstieg in Klasse 12 ist ihr fachlich ohne Weiteres zuzutrauen, aller- dings hat Sarah in den USA keine zweite Fremdsprache be- legt. Diese ist für das deutsche Abitur unbedingt notwendig. Wer in der Mittelstufe keinen zweiten Fremdsprachenunter- richt erhielt, muss in den drei Oberstufenjahren durchgängig die zweite Fremdsprache belegen. Sarah muss daher in der Eingangsstufe beginnen, das heißt auf G8-Schulen in Klasse 10, auf G9-Schulen in Klasse 11, um noch drei Jahre Fremd- sprachenunterricht zu gewährleisten. Auch Sarah hat Pro- bleme mit dem Schriftdeutsch. Besonders die ungenügende Rechtschreibung und der eingeschränkte Wortschatz drük- ken ihre Noten. Sie muss nun zügig ihre Deutschkenntnisse verbessern, um die Abiturnoten nicht zu gefährden. Um solche Hindernisse in der Bildungslaufbahn der Schüler zu umgehen, muss bei einem Wechsel auf ausländische Schulen immer im Voraus geprüft werden, welche Ab- schlüsse im Ausland erzielt werden können und wie diese in Deutschland anerkannt werden. Zudem ist die Weiterfüh- rung des deutschen Sprachunterrichts unumgänglich, um einen flüssigen Wiedereinstieg in das deutsche Schul- oder Bildungssystem zu ermöglichen. Vergleich deutscher und amerikanischer Schulen Im Folgenden sollen das deutsche und amerikanische Schul- system in ihren Ähnlichkeiten und Unterschieden kurz skiz- ziert werden. Die Tabelle stellt die unterschiedlichen Schulformen mit ihren jeweiligen Abschlüssen vor.
  24. 24. 24 IMPRESSUM HERAUSGEBER: Bund der Auslands- Erwerbstätigen (BDAE) e.V. Kühnehöfe 3 22761 Hamburg Tel. +49-40-306874-0 WWW.BDAE.COM REDAKTION: Anne-Katrin Schulz (verantwortlich) Sanja Zivkovic szivkovic@bdae.com LAYOUT: Esther Rudat LEKTORAT: Andrea Kraus COPYRIGHT: Die Beiträge im BDAE- Newsletter sind urheber- rechtlich geschützt und dürfen nicht ohne schrift- liche Genehmigung durch den Herausgeber repro- duziert werden. Die Beiträge des BDAE- Newsletters spiegeln die Meinung der Redaktion und nicht unbedingt die des BDAE wider. WELTWEIT AUCH AUF FOLGEN SIE UNS Ähnlichkeiten Sowohl in Deutschland als auch in den USA sind aufgrund der föderalistischen Staatsfor- men die einzelnen Bundesländer beziehungs- weise Bundesstaaten für die Schulbildung zu- ständig. In Deutschland beschließen die Kul- tusministerien der Länder jeweils eigene Schul- curricula, die durchaus voneinander abwei- chen können. Ebenso ist die Schulpflicht in jedem Bundesland unterschiedlich geregelt, dauert im Allgemeinen jedoch neun bis zehn Jahre. In den USA sind innerhalb der Bundesstaaten die Schulbezirke für die Gestaltung des Schul- systems und die Dauer der Schulpflicht zu- ständig. Somit sind auch innerhalb der Staa- ten die Schulstufen von Ort zu Ort unter- schiedlich gegliedert. Diese Komplexität wird durch die Vielzahl von Privatschulen, neben den staatlichen Schulen, noch intensiviert Schulformen in Deutschland Die Schulpflicht beginnt mit dem Besuch der Grundschule. Ein vorausgehender Vorschulbe- such ist nicht obligatorisch. Der Unterricht er- folgt von der 1. bis 9. beziehungsweise 10. Klasse in Klassenverbänden. Oft erhalten die Schüler bis zur dritten Klasse ein Beurteilungs- zeugnis, in einigen Bundesländern aber auch bereits ab der ersten Klasse Noten. Die Beno- tung erfolgt von 1 (sehr gut) bis 6 (ungenü- gend). Vor Beendigung der 4. Klasse sprechen viele Grundschulen sogenannte „Schullauf- bahnempfehlungen“ aus, das heißt die Grundschule schlägt, je nach Begabung des Kindes entweder den Besuch der Hauptschule (Modell läuft aus), Realschule, Gymnasium oder Gesamtschule vor. Von der 5. bis zur 10. Klasse (Sekundarstufe I) besuchen die Schüler die gewählte Schulform (Hauptschule, Realschule, Gymnasium, Ge- samtschule). Auf der Integrierten Gesamt- schule (IGS) haben die Schüler die Möglichkeit, zwischen den drei vor-genannten Schulfor- men zu wählen. Gesamtschulen unterrichten im Kurssystem (A-Kurs=Gymnasialniveau, B-Kurs=Realschulniveau, C-Kurs= Haupt- schulniveau). Der Besuch einer IGS hat den Vorteil, dass die Schüler individuell, entspre- chend ihren Fähigkeiten und Begabungen in den einzelnen Fächern unter Umständen in unterschiedliche Kurse eingestuft werden. Die dreijährige gymnasiale Oberstufe (Se- kundarstufe II) schließt sich ab Klasse 10 (in G8) beziehungsweise Klasse 11 (G9) an. In fast allen Bundesländern wurde 2003 auf- grund einer Schulreform die Umstellung auf das Abitur nach der 12. Klasse durchgeführt (G8). Mittlerweile kehren jedoch wieder ei- nige Bundesländer zu G9 zurück, da der Leistungsdruck durch den Wegfall eines gan- zen Schuljahres für alle Beteiligten, insbeson- dere für die Schüler, zu groß ist. Das Land Niedersachsen ist das erste Bundesland, das mit dem Schuljahr 2015/2016 wieder zu G9 zurückkehrt. Es besteht auch auf dem zweiten Bildungs- weg die Möglichkeit, an Abendschulen und Kollegs Schulabschlüsse sowie auch das Abi- tur nachzuholen. Das duale Bildungssystem in Deutschland er- möglicht, sich sowohl einer akademischen Laufbahn (Hochschulabschluss) zuzuwenden als auch einen Lehrberuf zu erlernen (Berufs- ausbildung). Die Berufsausbildung ist eine praktische Ausbildung im Betrieb, die von einer theoretischen Ausbildung an einer Be- rufsschule ergänzt wird. Lesen Sie nächsten Monat die Fortsetzung und erfahren Sie Näheres über die Schulfor- men in den USA, die größten Unterschiede sowie Empfehlungen von Experten, um Fall- stricke bei einem Schulwechsel ins Ausland zu umgehen. Über die Autorin: Muriel Plag ist Auslandskoordinatorin bei schulexpert und Pädagogische Leitung bei Deutsche Fernschulen. Herbert-Flender-Straße 6 35578 Wetzlar Telefon: 06441 921892 E-Mail: plag@schulexpert.de www.deutsche-fernschule.de www.schulexpert.de

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