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BDAE: Während Ihres Studiums
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BDAE: Hat Ihr Arbeitgeber Sie dabei unterstützt?
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die Barrieren, um dort hineinzukommen, sind hoch.
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USA-Touristen, die im Rahmen des sogenannten „Visa Wai-
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Die Mautregelungen in vielen Ländern sind für Reisende
oft nur schwer zu durchschauen. Urlauber können trotz...
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Oftmals ist es schwierig, die vielen
Erlebnisse, unvergesslichen Aha-
Momente, überwundenen Frustratio-
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Bulgaria Air, die nationale Fluggesellschaft Bulgariens, ver-
bindet seit dem 5. Juni dieses Jahres Sofia mit Düsseldorf.
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Singapore Airlines, die größte Fluggesellschaft des Stadt-
staates Singapore, bietet ihren Reisenden ab August die-
ses Ja...
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VERMISCHTES
VERBRAUCHERVERTRAUEN – DEUTSCHLAND AUF PLATZ 2 IN EUROPA
VERBRAUCHERVERTRAUEN IN EUROPA
Das Verbrauchervert...
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Hauptsorgen: Terrorismus, Gesundheit und Krieg
Fragt man die Deutschen nach ihren größten Sorgen, so
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VERMISCHTES
ARBEITSMARKT BRAUCHT KÜNFTIG MEHR EINWANDERUNG AUS NICHT-EU-STAATEN
Deutschland ist in den kommenden Jahrze...
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GESUNDHEIT
UMFRAGE ERGIBT: TABAKKONSUM IST EUROPAWEIT RÜCKLÄUFIG
Der Tabakkonsum in der EU ist seit 2012 um zwei Pro-
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GESUNDHEIT
ZEHN GRAMM NÜSSE PRO TAG VERLÄNGERN DAS LEBEN
Eine halbe Handvoll Nüsse pro Tag verringert das Risiko
eines ...
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GESUNDHEIT
DARMKREBS: DICKE TEENAGER HABEN HÖHERES RISIKO
Übergewichtige Teenager haben ein deutlich höheres
Darmkrebsr...
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WELTWEIT
In dem ersten Teil unser zweiteiligen Reihe „Schulen in
Deutschland und den USA: Ein Vergleich“ wurde der Fall...
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WELTWEIT
Welche Schulen gibt es vor Ort?
Gibt es freie Schulplätze?
Besonders in größeren Städten trifft man häufig auf...
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WELTWEIT
Welcher Standort hat weltweit die
größte Attraktivität für den Mittel-
stand? Mit dieser Frage befasst sich de...
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Newsletter "Leben und Arbeiten im Ausland" Juni 2015

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Die Juni-Ausgabe des BDAE-Newsletters "Leben und Arbeiten im Ausland" ist erschienen und steht unter https://www.bdae.com/de/downloads/Leben_und_Arbeiten_im_Ausland_Juni_2015.pdf zum kostenlosen Download bereit.

In diesem erfahren Sie etwas über MaxMedical, dem neuen internationalen Versicherungsschutz für den arabischen Raum, den unsere Niederlassung in Dubai Anfang dieses Monats auf dem lokalen Markt eingeführt hat.

Darüber hinaus geht unsere Gastautorin Susan Salzbrenner der Frage nach, ob man von den internationalen Erfahrungen, die man während eines Auslandseinsatzes sammelt, profitieren kann. Unsere Interviewpartnerin Kaja Reschke verrät uns in einem spannenden Interview, was sie an ihrer neuen Heimat schätzt und ob sie sich vorstellen kann, nach Deutschland zurückzukommen.

Zudem finden Sie in der Rubrik „Rechtliches“ Artikel über das stressfreie Einreisen in die USA, wann Entschädigungen bei verpassten Anschlussflügen gezahlt werden und über die Mautregelung in Österreich. Weitere interessante Artikel widmen sich dem Verbrauchervertrauen in Europa und den attraktivsten Standorten für den Mittelstand.

Aktuelle und ältere Newsletter-Ausgaben sowie das kostenlose Newsletter-Abo finden Interessierte unter www.bdae-ev.de/news/newsletter/.

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Newsletter "Leben und Arbeiten im Ausland" Juni 2015

  1. 1. 1 LEBEN UND ARBEITEN IM AUSLANDJUNI 2015 STANDORT- ATTRAKTIVITÄT GRÖSSTE INTERVIEW RECHTLICHES WELTWEIT „HONGKONG IST EINE SO UN- GLAUBLICH VIELSEITIGE STADT.“ Über das Leben und Arbeiten in Hongkong. SCHULEN IN DEUTSCHLAND UND DEN USA – EIN VERGLEICH: TEIL 2 Wieso es bei einem USA-Aufent- halt mit Kindern sinnvoll ist, sich über die Schulsysteme beider Länder genaustens zu informieren. STRESSFREI IN DIE USA EIN- REISEN Was beim Einreisen in die USA be- achtet werden sollte. © littleny - Fotolia.com
  2. 2. 2 INTERN INTERVIEW RECHTLICHES EXPATRIATES AIRLINES VERMISCHTES WELTWEIT 9 Profitieren Sie wirklich von Ihren internationalen Erfahrungen? 12 Verbrauchervertrauen – Deutsch- land auf Platz 2 in Europa 14 Arbeitsmarkt braucht künftig mehr Einwanderung aus Nicht-EU-Staaten 15 Umfrage ergibt: Tabakkonsum ist europaweit rückläufig 16 Zehn Gramm Nüsse pro Tag verlängern das Leben 17 Darmkrebs: Dicke Teenager haben höheres Risiko 18 Schulen in Deutschland und den USA: Ein Vergleich – Teil 2 20 Studie: Größte Standort-Attrak- tivität für den Mittelstand 20 Impressum GESUNDHEIT 10 E-Zigaretten sind nur noch im Handgepäck erlaubt 10 Air Serbia und Airberlin 10 Bulgaria Air 11 Malaysia Airlines 11 Singapore Airlines 11 Cathay Pacific 4 „Hongkong ist eine so unglaublich vielseitige Stadt.“ 3 MaxMedical – neuer internationa- ler Krankenversicherungsschutz für den arabischen Raum 3 Neu dabei EDITORIAL 6 Stressfrei in die USA einreisen 7 Entschädigung bei Anschlussflügen 8 Kaum Durchblick bei der Maut in Europa Liebe Leserin, lieber Leser, jedes Jahr zieht es viele deutsche Auswanderer ins Ausland – die meisten von ihnen nach wie vor in die Vereinigten Staaten. Dem aktuellen OECD-Bericht zu- folge leben derzeit mehr als 1,1 Millionen Deutsche in den USA und es werden stetig mehr. Die Hürden, die genommen werden müssen, um in das Land der un- begrenzten Möglichkeiten einzureisen, sind enorm. Auf Seite 6 erfahren Sie, wie Sie diese stressfrei meistern können. Wer mit seinen Kindern einen längerfristigen Aufenthalt in den USA plant, empfehle ich den zweiten Teil unseres Vergleichs des deutschen und amerikanischen Schulsystems (ab Seite 18). Neben Nordamerika ist Asien ein beliebtes Aus- wanderer-Ziel der Deutschen. So auch für unsere Interviewpartnerin Kaja Reschke, die seit Anfang des Jahres in Hongkong lebt und arbeitet. Im Interview ab Seite 4 verrät sie, was sie an ihrer neuen Heimat schätzt und ob sie sich vorstellen kann, nach Deutschland zurückzukommen. Die meisten von Ihnen, die bereits einen länger- fristigen Auslandsaufenthalt hinter sich haben, standen sicherlich schon einmal vor der Frage, ob diese internationale Erfahrung überhaupt einen Mehrwert hat. Dies fragte sich auch unsere Gastautorin Susan Salzbrenner, die diesem Gedanken auf Seite 9 nachgeht. Ich wünsche Ihnen viel Spaß bei der Lektüre und denken Sie immer daran: Der BDAE begleitet Sie mit Sicherheit ins Ausland! Herzlichst, Ihre Silvia Opitz ZAHL DES alt sind Frauen in der Euro- päischen Union durch- schnittlich bei der Geburt ihres ersten Kindes. (Quelle: Eurostat) 29 JAHRE MONATS
  3. 3. 3 Union Insurance Company – ein in den Vereinigten Arabi- schen Emiraten (VAE) tätiger Anbieter von innovativen und kundenorientierten Versicherungsprodukten für Unter- nehmen und Privatpersonen – gab den Startschuss für Max- Medical, einer hochwertigen internationalen Krankenver- sicherung, bekannt. Diese wurde in Zusammenarbeit mit der zur BDAE GRUPPE gehörenden BDAE Expat Consultancy DMCC und der Allianz Global Assistance entwickelt und bie- tet eine weltweite Absicherung. "Wir freuen uns, einen einzigartigen Krankenversicherungs- schutz vorzustellen, den wir in enger Zusammenarbeit mit dem BDAE konzipiert haben“, sagt Abdul Muttaleb Al Jaedi, Geschäftsführer der Union Insurance Company. „MaxMedi- cal ermöglicht uns, den Krankenversicherungsmarkt in den Vereinigten Arabischen Emiraten verstärkt zu durchdringen sowie weiterhin flexible und innovative Produkte mit Mehr- wert anzubieten.“ Mit den neuen Produkten erhalten Versicherte in den VAE erstmalig die Möglichkeit, ihren Versicherungsschutz für den Zeitraum der Absicherung über den Arbeitgeber auf Anwart- schaft zu stellen. Darüber hinaus kann die Abdeckung von zahnmedizinischen Behandlungen durch das Zusatzmodul MaxDent hinzugewählt werden. Außerdem bietet ein per- sönlicher Kundenservice zusätzlichen Komfort. "Wir freuen uns, die Einführung von MaxMedical in den Ver- einigten Arabischen Emiraten gemeinsam mit einem kompe- tenten und erfahrenen Partner in dieser Region durchzu- führen. Die innovativen und kundenorientierten Ansätze von Union Insurance Company ergänzen die Natur und die Philo- sophie der MaxMedical-Produktpalette sehr gut", sagt An- dreas Opitz, Chairman of the Board der BDAE Expat Consultancy DMCC. MaxMedical entspricht den Bestimmungen der Aufsichtsbe- hörden der Vereinigten Arabischen Emirate und ist vorerst nur in den Residenten der VAE vorbehalten. Die BDAE GRUPPE beabsichtigt jedoch, MaxMedical mit lokalen Versi- cherungspartnern schrittweise weltweit einzuführen. INTERN MAXMEDICAL – NEUER INTERNATIONALER KRANKENVERSICHERUNGSSCHUTZ FÜR DEN ARABISCHEN RAUM Seit Dezember letzten Jahres unterstützt Mihai Tufa den Bereich Marketing und Unternehmenskommu- nikation der BDAE GRUPPE hauptsächlich mit seinem grafischen sowie fotografi- schen Know-how. Bevor der gebürtige Ru- mäne zum BDAE stieß schnupperte er in unter- schiedliche Studiengänge hinein und entdeckte seine Leidenschaft für die Foto- grafie und den Journalis- mus. Er sammelte bereits als Student erste berufliche Er- fahrungen als Redakteur und Fotograf bevor er sich entschied, diesen Tätigkei- ten hauptberuflich nachzu- gehen. Er arbeitete erst zwei Jahre bei einer Zeitung in seiner Heimatstadt Vaslui und später ein Jahr in Buka- rest. Die Wirtschaftskrise und die politische Situation in Ru- mänien führten jedoch dazu, dass der Wahl-Ham- burger seinen Arbeitsplatz verlor. Diese Situation sah er als Neubeginn und ent- schied sich 2010, nach Har- rogate in North Yorkshire (England) auszuwandern. Hier arbeitete der passio- nierte Fotograf in einem Fotostudio, wo er auch verstärkt grafische Arbeiten übernahm. Nach etwa zwei Jahren be- endete Mihai Tufa aus per- sönlichen Gründen seinen Aufenthalt in England und ging wortwörtlich zurück nach Rumänien. Diese Tour dauerte zehn Monate und er dokumentierte sie auf einem Blog. Die Rückreise nach Rumä- nien führte ihn unter ande- rem nach Hamburg, wo er auch seine heutige Freundin kennenlernte. Ende 2012 entschied sich das Pärchen dazu, gemeinsam in Ham- burg zu leben. NEU DABEI Andreas Opitz und Abdul Muttaleb Al Jaedi
  4. 4. 4 BDAE: Während Ihres Studiums haben Sie ein Auslandssemester in Shanghai verbracht. Viele deutsche Studenten zieht es eher nach Westeu- ropa oder Nordamerika. Wieso fiel die Wahl auf Asien? Reschke: Heutzutage ist es fast zur Grundvoraussetzung geworden, einem Arbeitgeber Auslandserfahrung vor- weisen zu können. Zum einen habe ich mich mit meiner Wahl für China ganz bewusst für eine mir bis dahin fremde Kultur entschieden. Zum anderen wollte ich mich aber auch persönlich weiterentwickeln. Ein Auslandssemes- ter in China bot mir die Chance, beides zu vereinen. Im Nachhinein hat es sich als die absolut richtige Wahl heraus- gestellt und mir eine völlig neue berufliche Perspektive er- möglicht. BDAE: Was waren die größten Herausforderungen, die Sie beim Einleben in Ihre neue Heimat meistern mussten? Reschke: Die Sprach- barriere war zu Beginn die größte Herausfor- derung. Selbst in den Metropolen Chinas sprechen die meisten Menschen so gut wie kein Englisch. In Hong- kong hingegen spre- chen die meisten Einwohner recht gut Englisch. Auch wenn es manchmal nur wenige Brocken sind, so kann man sich doch verständlich machen, wie etwa beim Taxi fahren. Und so banal sich das jetzt anhört: Die Lebensmit- telbeschaffung war ein zentrales Thema für mich. In Hong- kong bekommt man im Grunde auch alle westlichen Lebens- mittel zu kaufen, jedoch nicht überall und dann meist nur zu hohen Preisen. Es braucht einfach etwas Zeit, bis man sich in einer neuen, fremden Umgebung zurechtfindet. Am Anfang stehen auch viele Behördengänge an und gefühlt müssen unendlich viele Dinge geregelt und organisiert werden. Aber nach einer Weile kehrt dann auch so etwas wie Alltag ein. BDAE: Mit welchen kulturellen Unterschieden waren Sie kon- frontiert? Reschke: In China gibt es sehr viele kulturelle Unterschiede. Im Arbeitsalltag muss man sich durchaus umstellen, denn Ge- sichtsverlust ist hier ein großes Thema. Ich wurde zwar bereits durch mein Auslandssemester in Shanghai sehr gut vorberei- tet, jedoch lernt man vieles erst im Alltag und vor Ort kennen. Kollegen werden zum Beispiel nie offen auf Fehler angesprochen. Ebenso fällt es vielen meiner Kollegen schwer, „Nein“ zu sagen, denn dies gilt als respektlos dem Vorgesetzten gegenüber. Auch nach der Arbeit machen sich die kultu- rellen Unterschiede bemerkbar. Da kann es zum Beispiel passieren, dass man beim Fragen nach dem Weg einfach in die falsche Richtung geschickt wird, weil der Gefragte nicht zugeben möchte, dass er den Weg nicht kennt. Trotz aller Unterschiede kann man jedoch mit Ge- duld, einem freundlichen Lächeln und ein wenig diplomatischem Geschick sehr gut mit Chinesen auskommen. BDAE: Seit Anfang des Jahres hat es Sie nun erneut nach Asien verschlagen. Sie sind aus beruflichen Gründen nach Hongkong gezogen. Was genau machen Sie dort? Reschke: Ich bin zu meinem früheren Arbeitgeber zurück- gekehrt, einem internationalen Modekonzern und arbeite dort als Analystin im Bereich Warenplanung und -allokation. Dabei bin ich für den asiatischen und australischen Markt zuständig. Mir macht die Arbeit viel Spaß, da ich nicht nur im regen Aus- tausch mit meinen chinesischen Kollegen, sondern mit vielen anderen Kollegen weltweit, stehe. BDAE: Wie haben Sie sich auf diesen Aufenthalt in Asien vor- bereitet? Reschke: Da ich durch mein Auslandssemester bereits viel Asien-Erfahrung gesammelt habe, fiel mir die Vorbereitung nicht besonders schwer. An der Shanghai University lag einer der Themen-Schwerpunkte auf Chinesischer Kultur. Wir haben dort gelernt welche Werte den Chinesen wichtig sind. Zum Beispiel nimmt das Wohl der Familie einen sehr hohen Stellenwert ein. Daher konnte ich mir bereits gut vorstellen, was mich in Hongkong erwarten würde. In Deutschland hatte ich vor meinem Aufenthalt in Shanghai knapp zwei Jahre Mandarin-Unterricht genommen, was mir in Hongkong – wo eigentlich Kantonesisch gesprochen wird – auch häufig wei- terhilft. Und natürlich sollte man vor einer Entsendung auch noch einmal das Gespräch mit dem Hausarzt in Deutschland suchen und alle nötigen Impfungen und Untersuchungen vor- nehmen lassen. INTERVIEW „HONGKONG IST EINE SO UN- GLAUBLICH VIELSEITIGE STADT.“ Während eines Auslandssemesters in Shanghai 2014 entdeckte Kaja Reschke ihre Leidenschaft für Asien. Nachdem sie ihr Wirtschafts- und Managementstudium beendete, kehrte sie Anfang des Jahres dorthin zurück. Aktuell lebt und arbeitet sie in Hongkong. Was sie an ihrer neuen Hei- mat schätzt und ob sie sich vorstellen kann nach Deutschland zurückzukom- men, verrät sie unter anderem im Inter- view.
  5. 5. BDAE: Hat Ihr Arbeitgeber Sie dabei unterstützt? Reschke: Ich habe auch schon vor meinem Auslandsauf- enthalt viele Jahre bei meinem jetzigen Arbeitgeber gearbei- tet. Zum Studium hatte ich das Unternehmen verlassen und in Hongkong wurde ich wieder eingestellt. Ich habe deshalb keinen Entsendungsvertrag bekommen, sondern einen loka- len Vertrag. Da aber alle Vertragsdetails vor meiner Abreise geklärt wurden und mir sogar schon eine Wohnung zur Ver- fügung stand, habe ich keine weitere Betreuung benötigt. Mein Arbeitgeber hat jedoch im Vorfeld alle für mich erfor- derlichen Behördengänge unternommen und sich um mein Arbeitsvisum gekümmert. Bei Fragen kann ich mich jederzeit an meine Kollegen wenden. Sie sind alle sehr hilfsbereit und haben sich von Anfang an große Mühe gegeben, dass ich mich schnell eingewöhne. BDAE: Was schätzen Sie besonders an Ihrem Leben in Hong- kong und was vermissen Sie aus Ihrem Leben in Deutschland? Reschke: Hongkong ist eine so unglaublich vielseitige Stadt. Auf der einen Seite ist Hongkong die Stadt mit den meisten Hochhäusern weltweit und auf der anderen Seite gibt es über 30 Strände und unzählige Wanderwege. Die Kombination aus Großstadtflair mit Shopping Malls, internationalen Küchen und ruhiger Natur fasziniert mich. Aus meinem Leben in Deutschland vermisse ich am meisten meine Familie und Freunde. Durch das Internet ist die Kommunikation zwar heutzutage viel einfacher geworden, aber die Zeitverschie- bung von sechs Stunden im Sommer und sieben Stunden im Winter macht es schwer, gemeinsame freie Zeiten zu finden. BDAE: Was empfehlen Sie Menschen, die es beruflich oder privat nach Asien zieht, in punkto Vorbereitung? Reschke: Ich persönlich finde es sehr wichtig, sich im Vor- feld über das Land und seine Sitten zu informieren. Ein paar Grundkenntnisse der Sprache können da natürlich auch nicht schaden. Es ist schon etwas anderes, ob man nur einfach ein paar Wochen Urlaub in Asien macht oder sich entschließt hier für einen längeren Zeitraum zu leben. Ich finde es auch sehr wichtig, dem neuen Land und den Einheimischen offen, ohne Vorurteile zu begegnen und vielleicht auch mal die eine oder andere deutsche Angewohnheit abzulegen. Unbedingt sollte man sich auch vor der Abreise um einen gültigen Arbeitsver- trag kümmern. Insbesondere in China ist es sehr schwer, sich erst vor Ort um eine Arbeit zu bemühen. Hongkong ist im All- gemeinen eine sehr teure Stadt. Die Lebenshaltungskosten sind viel höher als in Deutschland. So kostet eine 50-Qadrat- meter-Wohnung umgerechnet mindestens 2.000 Euro Miete, nach oben hin gibt es kein Limit. Das muss man alles vor sei- ner Abreise beachten und in die Gehaltsverhandlungen mit einbeziehen. Seitdem ich in Hongkong lebe, blogge ich in meiner Freizeit regelmäßig über die Herausforderungen meines Expat-Lebens und meine Erlebnisse in Asien. Unter www.kajascorner.de gebe ich außerdem auch viele weitere hilfreiche Tipps für an- gehende Expats. BDAE: Können Sie sich vorstellen, für immer in Hongkong zu bleiben? Reschke: Zum jetzigen Zeitpunkt kann ich mir gar nicht vor- stellen wieder nach Deutschland zu ziehen, aber vielleicht än- dert sich das ja eines Tages auch wieder. Auch könnte ich mir vorstellen, noch einmal in einem anderen Land zu leben. Aber das hängt auch stark von den beruflichen Perspektiven ab. Fest steht, dass ich die Auswanderung bisher zu keinem Zeit- punkt bereut habe. Das Eintauchen in eine völlig fremde Kul- tur macht mir immer noch unheimlichen Spaß, und ich bin dankbar, diese neuen Erfahrungen machen zu dürfen. 5 INTERVIEW © bluedesign - Fotolia.com KAJAS CORNER Der Blog liefert Tipps und Er- fahrungsberichte rund um das Leben in China und Hongkong. www.kajascorner.de
  6. 6. USA – das Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Doch die Barrieren, um dort hineinzukommen, sind hoch. Wer privat eine Reise nach Nordamerika plant, sollte daher gut vorbereitet und informiert sein. Visumpflicht Nach Auskunft der Experten des Versicherers ARAG benöti- gen deutsche, österreichische und schweizer Staatsbürger kein Visum zur Einreise in die USA, wenn sie weniger als 90 Tage bleiben wollen und einen maschinenlesbaren bordeaux- roten Reisepass besitzen. Wer nur die vorläufige grüne Va- riante besitzt, benötigt dennoch ein Visum. Kinder, egal welchen Alters, brauchen eigene Ausweisdokumente. Der Nachwuchs darf nur dann ohne Visum einreisen, wenn der Pass vor dem 26.10.2006 ausgestellt und seitdem nicht ver- längert oder verändert wurde. Für eine visumsfreie Einreise benötigen Kinder einen regulären, maschinenlesbaren Reise- pass mit digitalem Foto. Rechtzeitig den ESTA-Antrag stellen Statt eines Visums müssen Reisende vor der Abreise das ESTA-Formular (Electronic System for Travel Authorization) ausfüllen. Auf der Webseite des US-Ministeriums für Heimat- schutz ist der deutschsprachige Antrag unter https://esta.cbp.dhs.gov abrufbar. Innerhalb weniger Minu- ten erfahren Antragsteller hier, ob die Einreise funktioniert. Es wird empfohlen, den Antrag mindestens 72 Stunden vor Abflug einzureichen. Er kostet 14 US Dollar und ist zwei Jahre beziehungsweise bis zum Ablauf des Reisepasses gül- tig. ARAG Experten warnen in diesem Zusammenhang vor kommerziellen Anbietern im Netz, die sich kostenpflichtig um vermeintlich komplizierte ESTA-Anträge kümmern. Zudem raten die Experten dringend, beim Ausfüllen des For- mulars auf die korrekte Schreibweise, insbesondere von Zah- len, zu achten. Wird zum Beispiel nach der Reisepassnummer gefragt, sollte man unbedingt die Ziffer Null „0“und nicht stattdessen den Buchstaben „O“ verwenden. Dies kann zu Problemen bei der Einreise führen. Das APIS-Formular ausfüllen und mitnehmen Durch ein Gesetz des Ministeriums für Heimatschutz sind alle Fluggesellschaften dazu verpflichtet, persönliche Daten ihrer Fluggäste in die USA zu registrieren und an die US-Behörden zu übermitteln. Das dafür erforderliche APIS-Formular (Ad- vance Passenger Information System) erhält man von seinem Reisebüro beziehungsweise auf der Homepage der Airline, falls man online gebucht hat. Es wird beim Ausfüllen des For- mulars zu größter Sorgfalt geraten, da sich die Fluggesell- schaften bei fehlenden Daten vorbehalten, kein Ticket auszustellen, die Buchung zu streichen oder die Bordkarten nicht auszuhändigen. Das APIS-Formular sollte, um Wartezei- ten beim Check-In zu vermeiden, bereits ausgefüllt vorgelegt werden. Secure Flight Daten Wer denkt, die Datenerfassung wäre an dieser Stelle been- det, irrt. Ein weiteres Datenerfassungssystem fordert Infor- mationen: ‚Secure Flight‘ ist ein Programm der US-amerikanischen Flugsicherheitsbehörde TSA (Transporta- tion Security Administration). Demnach sind Fluggesellschaf- ten verpflichtet, bestimmte Passagierdaten wie etwa Name, Geburtsdatum, Geschlecht und weitere an die TSA zu mel- den. Auch hier gilt: Wer nicht alle Daten angibt riskiert, dass die Buchung von der TSA abgewiesen wird. STRESSFREI IN DIE USA EINREISEN RECHTLICHES 6 © mediterranean - Fotolia.com
  7. 7. Einreisegebühr USA-Touristen, die im Rahmen des sogenannten „Visa Wai- ver“ Programms (VWP) in die USA einreisen, müssen eine Pauschale von 14 Dollar bezahlen. Da die elektronische Ein- reiseerlaubnis in der Regel für einen Zeitraum von zwei Jah- ren gültig ist, muss auch die dafür fällige Gebühr nur einmal alle zwei Jahre gezahlt werden, also nicht bei jeder Einreise in die Vereinigten Staaten. Mit den gewonnenen Erträgen will die USA weltweite Werbekampagnen für Tourismus in den USA fördern, was langfristig zu mehr Besuchern und damit zu zusätzlichen Jobs führen soll. Die geplante Steuer geht auf ein „Gesetz zur Tourismusförderung“ zurück und verspricht Mehreinnahmen von ca. 200 Millionen Dollar im Jahr. Benimmregeln im Flugzeug Auch während des Fluges gibt es Regeln der US-Flugsicher- heitsbehörde zu beachten: Um vermeintlich gefährliche Gruppenbildungen im Flieger zu verhindern, dürfen sich Pas- sagiere seit Mitte Oktober dieses Jahres vor dem Start und in der Luft nicht mehr innerhalb der Flugzeugkabine und vor allem nicht vor den Waschräumen versammeln. Ein nach An- sicht der ARAG Experten problematisches Ansinnen, denn die TSA formuliert dieses so genannte „emergency amend- ment“ nur ungenau und nennt keine Personenzahl, die eine Gruppe definiert. Im Zweifel können Flugbegleiter also be- reits zwei beieinander stehende Fluggäste auffordern, sich wieder zu setzen. Zu guter Letzt Nach der Landung wartet ein letztes Hindernis auf USA-Ein- reisende: Seit dem 30. September 2004 werden von jedem Reisenden, also auch von den nicht-visapflichtigen Besu- chern, am Einreiseflughafen die Abdrücke aller zehn Finger digital eingescannt und ein digitales Porträtfoto erstellt. Und wer all diese Formalitäten fehlerfrei hinter sich gebracht hat, darf sich nun auf einen unbeschwerten Urlaub im Land der unbegrenzten Möglichkeiten freuen. Quelle: ARAG – Rechtstipps und Urteile 7 RECHTLICHES Verpassen Reisende ihren An- schlussflug, weil gleich der erste Flug sich um weniger als drei Stunden verspätet hat, haben sie keinen An- spruch auf eine Entschädigung im Sinne der EU-Fluggastrechteverord- nung, wenn der zweite Flug mit einer anderen Airline durchgeführt wird. Das ist auch dann der Fall, wenn die Ver- spätung am Zielort mehr als drei Stun- den beträgt. Das geht aus einem Urteil des Amtsgerichts Rüsselsheim hervor (Az.: 3 C 2425/14). Im vorliegenden Fall waren die späte- ren Kläger auf ihrem Flug von Holguin nach Frankfurt über Montego Bay ge- flogen, um dort mit einer anderen Air- line nach Leipzig weiterzufliegen. Da ihr erster Flug sich um 1 Stunde und 45 Minuten verspätet hatte, verpassten sie ihren Anschlussflug und erreichten ihr Ziel mit einer Verspätung von mehr als drei Stunden. Ihre Forderung nach einer Entschädigung in Höhe von 600 Euro pro Person wies das Gericht je- doch zurück. Zwar hätten sie die bei- den Teilflüge zusammen gebucht, da diese beiden Flüge aber von unter- schiedlichen Fluggesellschaften ausge- führt wurden, könne die Airline, die den ersten Flug durchgeführt habe, nicht für die gesamte Verspätung haft- bar gemacht werden, sondern nur für die von ihr verursachten eindreiviertel Stunden. Die Regel der EU-Fluggast- rechteverordnung könne nur dann an- gewendet werden, wenn beide Flüge von der gleichen Airline durchgeführt werden. Quelle: www.tip.de ENTSCHÄDIGUNG BEI ANSCHLUSSFLÜGEN © Hellen Sergeyeva - Fotolia.com © nmcandre - Fotolia.com
  8. 8. 8 RECHTLICHES Die Mautregelungen in vielen Ländern sind für Reisende oft nur schwer zu durchschauen. Urlauber können trotz bester Absichten in Mautfallen tappen. Wer mit dem Auto in den Urlaub fährt, muss in den meisten europäischen Ländern eine Maut bezahlen. Die Regelungen dazu sind in den einzelnen Staaten sehr unterschiedlich. Die Folge für Reisende: Auch wer nach bestem Wissen und Ge- wissen bezahlt, wird oft noch zur Kasse gebeten, da sein Fahrzeug beispielsweise in eine andere Kategorie fällt. Der ADAC hat einige komplizierte Regeln zusammengefasst. Frankreich: Fahrzeuge werden entsprechend ihrer Höhe in verschiedene Klassen eingeteilt. Feste Aufbauten, wie die Aggregate von Klimaanlagen, werden dabei mit eingerech- net, Antennen und Dachboxen zählen dagegen nicht. Aller- dings kann es an den elektronischen Zahlstellen zu falschen Höhenmessungen kommen, zum Beispiel bei Wohnmobilen mit Dachgepäck. Dadurch wird das Fahrzeug in eine höhere und somit teurere Kategorie eingestuft. Deshalb wird emp- fohlen, die Kategorie sofort zu überprüfen und im Zweifels- fall über die Gegensprechanlage das Mautpersonal zu rufen, um den Fehler zu klären. Sollte dies wegen Sprachschwierig- keiten nicht gelingen, können Reisende die Quittung und eine Kopie des Fahrzeugscheins bei der Autobahnbetreiber- gesellschaft einreichen, um die fehlerhafte Buchung zu rekla- mieren. Slowenien: Eine mautfreie Fahrt durch Slowenien ist prak- tisch unmöglich. Die freien Routen werden oft durch mobile Straßensperren unterbrochen, die die Reisenden auf vignet- tenpflichtige Strecken umleiten. Zweispurige Fahrzeuge mit einem zulässigen Gesamtgewicht unter 3,5 Tonnen und mit einer Höhe von mehr als 1,3 Me- tern (gemessen an der Vorderachse) fallen in die neue Kate- gorie 2B. Während ein Fahrer für einen Pkw unter 1,3 Meter Höhe (Kategorie 2A) 30 Euro für eine Monatsvignette zahlt, fallen beispielsweise für den Fahrer eines VW T5 Multivan in der Kategorie 2B 60 Euro für eine Monatsvignette an. Wohnmobile gehören dagegen wie normale Pkw in die Ka- tegorie 2A, für die weniger Maut verlangt wird. Da für Ur- lauber oft nicht ersichtlich ist, in welche Kategorie das eigene Fahrzeug fällt, wird angeraten, sich vorab über die Einteilung zu informieren. Polen: Autobahnen sind generell für alle Fahrzeuge maut- pflichtig. Gespanne mit Zugfahrzeug und Caravan müssen, wie alle Fahrzeuge mit mehr als 3,5 Tonnen zulässigem Ge- samtgewicht, auch auf Schnell- und Bundesstraßen eine Maut entrichten. Außerdem müssen die Fahrzeuge dieser Kategorie mit einem Transponder ausgestattet sein. Wer im Urlaub Fahrten mit dem Zugfahrzeug macht und den Cara- van auf dem Campingplatz lässt, sollte den Transponder de- aktivieren. Sonst zahlt man doppelt. Eventuell anfallende Mautgebühren für den Pkw können an den Mautstationen in bar beglichen werden. Portugal: Die Autobahnen in Portugal sind überwiegend ge- bührenpflichtig. Da auf den meisten Strecken nur elektro- nisch bezahlt werden kann, benötigen die Fahrzeuge einen Transponder. Allerdings gibt es auch vor Ort Mietwagen, die nicht über einen solchen verfügen. Bei Fahrzeugen ohne Transponder wird das Kennzeichen zunächst gespeichert, bis die Gebühr in einer Postfiliale bezahlt wurde. Dies ist aller- dings erst 48 Stunden nach der letzten Fahrt durch ein Mautportal möglich. Wer bereits vorher wieder Richtung Hei- mat reist, hat dann keine Möglichkeit, die Gebühren ord- nungsgemäß zu begleichen. Deshalb wird empfohlen, bei der Fahrzeugübergabe einen Wagen mit Transponder zu ver- langen. Ungarn: Für Wohnmobile und Kleinbusse wurde die neue Vignettenkategorie D2 eingeführt. Sie fallen nicht mehr wie bisher in die Kategorie D1, die für Pkw gilt. Der Preis für eine Jahresvignette ist bei beiden Kategorien gleich, Unterschiede gibt es allerdings bei den Kurzzeitversionen. Hier zahlen die Fahrer von Wohnmobilen und Kleinbussen mit mehr als sie- ben Sitzen nun ungefähr das Doppelte. Für eine 10-Tagesvi- gnette fallen umgerechnet 18,70 Euro statt bisher 9,40 Euro an. Eine Monatsvignette kostet 30 Euro in der Kategorie D2, dagegen nur 15 Euro in der Kategorie D1. Der Preis für die Jahresvignette beträgt für alle Fahrzeuge 135 Euro. Quelle: ADAC KAUM DURCHBLICK BEI DER MAUT IN EUROPA © Jürgen Fälchle - Fotolia.com
  9. 9. 9 EXPATRIATES Oftmals ist es schwierig, die vielen Erlebnisse, unvergesslichen Aha- Momente, überwundenen Frustratio- nen und das Wissen über andere Kulturen und Perspektiven in greifbare Konzepte zu übersetzen. Konzepte, die Personaler verstehen und zu schätzen wissen. Machen wir uns nichts vor, heutzutage pflastert fast jeder Kandidat seinen Lebenslauf mit Auslandsaufent- halten und internationaler Führungs- erfahrung, auch wenn es in Wirklich- keit die lange Rucksackreise durch Süd- ostasien war. Zur gleichen Zeit überkommt uns bei der Rückreise ins Heimatland das Ge- fühl, dass wir diejenigen sind, die etwas verpasst haben. Es ist schon sehr komisch, dass unser Gehirn uns beim sozialen Vergleich trotz all dieser Aus- landserfahrungen schlechter abschnei- den lässt. Hören Sie auf, die eigenen Entscheidungen immer wieder rechtfer- tigen zu wollen. Der Fokus sollte da- rauf liegen, die Vorteile und Möglich- keiten, die sich aus dem erweiterten Horizont ergeben, zu maximieren. Wie kann man Auslandserfahrun- gen am besten nutzen? Während das Interesse über die inter- nationalen Erlebnisse bei den eigenen Freunden, Kollegen und Familie schnell nachlässt (Nähe und Ähnlichkeit kann zu Neid führen), haben die Medien und die allgemeine Öffentlichkeit ein Gefallen an den Geschichten von Aus- wanderern und Rückkehrern gefun- den. Abhängig von Ihrer Persönlichkeit und Ihren Fähigkeiten finden Sie hier einige Tipps, um von Ihren erworbenen Kenntnissen aus dem Ausland auch langfristig zu profitieren: • Treten Sie der lokalen Vertretung einer internationalen gemeinnützi- gen Organisation bei, organisieren Sie Partnerschaften oder Schulaus- tausche oder seien Sie anderweitig eine Brücke zwischen Ihrem Heimat- land und Ihren Auslands-Stationen. • Etablieren Sie internationale Treffen in Ihrer Organisation mit den auslän- dischen Kollegen vor Ort. • Bauen Sie sich eine Präsenz im Inter- net auf, um Ihre internationalen Er- fahrungen und Geschichten im Netz zu teilen (via Blogs, Video oder Audio Formaten) und so ein breites Publikum anzusprechen. • Bieten Sie lokalen Schulen, Universi- täten oder Vereinen Ihren Service als Redner oder Diskussionsteilnehmer mit internationalem Profil an. • Schreiben Sie ein Buch, vor allem wenn Sie sehr lange und in noch nicht viel beschriebenen Gebieten der Welt aktiv mit der lokalen Kultur in Kontakt waren. Sollte dies ein zu großes Vorhaben sein, suchen Sie sich Partner, mit denen Sie zusam- men arbeiten können. • Bleiben Sie (weiter) aktiv im interna- tionalen Kontext durch ausländische Stammtische, Handelskammern oder andere internationale Gruppen (bei- spielsweise InterNations, Meetup). Schnell knüpfen Sie neue Kontakte und halten Ihre Sprachkenntnisse aufrecht. • Geben Sie konkrete Beispiele im Cur- riculum Vitae (CV) beziehungsweise im Lebenslauf, wie sich der Auslands- aufenthalt auf Ihre Arbeitsweise aus- gewirkt hat und welche Lehren Sie gezogen haben. Je greifbarer und anschaulicher, desto besser. Haben Sie in Personalinterviews Beispiele parat, die dies unterstreichen und den Mehrgewinn verdeutlichen. • Hören Sie nie auf, Ihre interkulturelle Kompetenz zu testen und zu verbes- sern. Schnell rutscht man wieder in seinen alten Trott und vergisst die vielen Frustrationen und Glücksmo- mente. Suchen Sie im Unterneh- men, an der Universität oder im Alltag auch immer wieder bewusst nach Fremdheitsmomenten, in denen Sie sich außerhalb Ihres Kom- fortbereiches bewegen. Vergessen Sie nicht, dass Sie sich da- mals vor vielen Jahren oder vor einigen Monaten bewusst für diesen interna- tionalen Lebensstil entschieden haben. Es liegt nun auch an Ihnen, das Beste daraus zu machen und von diesen Er- fahrungen zu profitieren und andere mit Ihren Kenntnissen und Kompeten- zen zu bereichern. PROFITIEREN SIE WIRKLICH VON IHREN INTERNATIONALEN ERFAHRUNGEN? Ich habe heute eine Frage: Wie nutzen Sie Ihre internationalen Erfahrungen? Nach Auslandsentsendungen, Aus- tauschjahr oder mehrjähriger Tätigkeit in einem internationalen Team mit Aus- landseinsätzen stellt sich oft die Frage, ob diese Erfahrung überhaupt einen Mehrwert hat. AUTORIN Susan Salzbrenner ist diplomierte kli- nische und Organisationspsychologin und zertifizierte interkulturelle Trai- nerin. Durch ihre langjährigen Auslands- aufenthalte in Dänemark, Australien, USA, China und Frankreich hat sie die psychologischen Herausforderun- gen, denen mitausreisende Partner und Partnerinnen während eines Auslandsaufenthaltes häufig gegen- über stehen, selbst hautnah erlebt. Treten sie über LinkedIn oder Xing zu ihr in Kontakt.
  10. 10. Bulgaria Air, die nationale Fluggesellschaft Bulgariens, ver- bindet seit dem 5. Juni dieses Jahres Sofia mit Düsseldorf. Sofia ist das bedeutendste Industriezentrum Bulgariens und daher besonders für Geschäftsreisende ein interessantes Ziel. Mitarbeiter von Firmen, die in Nordrhein-Westfalen und Bulga- rien ansässig sind, können über die neue Nonstop-Verbindung schnell zwischen beiden Standorten pendeln. Die Airline startet jeweils donnerstags und samstags um 6.40 Uhr in der bulgarischen Hauptstadt und hebt um 9.10 Uhr in Düsseldorf für den Rückflug ab. Auf der Verbindung setzt die bulgarische Fluggesellschaft den Flugzeugtyp Embraer E190 ein. Ab dem 30. Juni wird die Strecke zusätzlich auch diens- tags bedient. Bulgaria Air bietet die Linienflugverbindung in Kooperation mit dem Codeshare-Partner Airberlin an. 10 E-ZIGARETTEN SIND NUR NOCH IM HANDGEPÄCK ERLAUBT AIR SERBIA UND AIRBERLIN E-Zigaretten haben in den letzten Jahren einen regelrechten Boom er- lebt. Aktuellen Zahlen zufolge greifen mittlerweile mehr als zwei Millionen Deutsche zur elektronischen Zigarette. Doch immer häufiger wird auch über die Nachteile diskutiert. Nun zeigt sich noch ein weiterer: E-Zigaretten können sich leicht entzünden, wenn das Heize- lement nicht abgestellt wurde oder es sich unabsichtlich einschaltet. Weil es in der Vergangenheit immer wieder zu Zwischenfällen kam und sich E-Zigaretten im Gepäck von Passagie- ren entzündeten, hat die in Montreal ansässige Internationale Zivilluftfahrt- organisation (ICAO) nun reagiert und die Mitnahme der Geräte in aufgege- benem Reisegepäck verboten. Bisher gab es hierzu nur eine Empfehlung. Nun gilt für in allen 191 Mitgliedslän- der der ICAO: Wer seine E-Zigarette mit auf Flugreisen nehmen möchte, muss diese künftig im Handgepäck ver- stauen. Ebenso bleibt das Rauchen und aufladen von E-Zigaretten an Bord wei- terhin verboten. Mitglieder des Vielflie- gerprogramms top- bonus von Airberlin können ab sofort auf dem gesamten Streckennetz der größten serbischen Fluggesellschaft Air Serbia Prämienmeilen sammeln und einlösen. Das Codeshare Abkommen umfasst aktuell 32 Strecken. Airberlin bietet insgesamt 17 von Air Serbia durchge- führt Strecken unter AB- Flugnummern an, darunter Verbindungen von Berlin, Düsseldorf, Frankfurt und Stuttgart in die serbische Hauptstadt Belgrad. Fluggäste von Air Serbia können unter JU-Flugnum- mern von ihrem Belgrad- Flug auf 25 von Airberlin operierte, weiterführende Strecken ab Berlin umstei- gen. Neben dem Sammeln und Einlösen von Prämienmeilen haben tobbonus Teilnehmer eine Reihe weiterer Vorteile durch die neue Kooperation mit Air Serbia, wie etwa zu- sätzliches Freigepäck, Prio- rity Check-in, Zugang zur Lounge in Belgrad sowie Pre-Boarding. Zum Start der Kooperation erhalten topbonus Teilneh- mer bis zum 11. September dieses Jahres doppelte Prä- mienmeilen auf Air Serbia- Flügen. AIRLINES BULGARIA AIR © vege - Fotolia.com © massimo_g - Fotolia.com © Alex White - Fotolia.com
  11. 11. Singapore Airlines, die größte Fluggesellschaft des Stadt- staates Singapore, bietet ihren Reisenden ab August die- ses Jahres eine neue Premium Economy-Klasse an. Die lederveredelten Sitze dieser neuen Klasse sind je nach Flugzeugtyp 47-49,5 cm breit. Die Rückenlehne kann indivi- duell angepasst werden und ist um 20,3 cm verstellbar. Der Sitzabstand beträgt 96,5 cm. Jeder Sitzplatz ist daneben mit einen Cocktailtisch sowie einer Waden- und Fußstütze aus- gestattet. Daneben verfügt die neue Reiseklasse über ge- räuschreduzierende Kopfhörer, 33,8 cm großen Full-HD-Bildschirmen, einen eigenen Stromanschluss, zwei USB-Anschlüsse pro Sitzplatz, ein Leselicht sowie über mehr Stauraum für persönliche Gegenstände. Reisende der neuen Premium Klasse können zudem aus einen erweiterten Angebot an Essen und Getränke auswäh- len. Im Rahmen des Premium Economy Book the Cook-Ser- vices können sie bereits vor Abflug ausgewählte Haupt- gerichte bestellen. Ebenso profitieren Reisende dieser Klasse von einem Priority-Check in und bevorzugter Gepäckbeför- derung sowie einer großzügigen Freigepäckmenge von 35 Kilogramm. Die Premium Economy Class wird schrittweise in die Flotte der Airline eingebaut. Zum ersten Mal wird die Klasse auf der Route von Singapur nach Sydney am 9. August dieses Jahres eingesetzt. Danach wird sie auch auf anderen Strek- ken eingeführt, darunter Frankfurt, München, New York, Zü- rich, London, Peking, Delhi, Hongkong, Mumbai, Shanghai und Tokio. 11 SINGAPORE AIRLINESMALAYSIA AIRLINES AIRLINES Die größte malaysische Fluggesellschaft Malay- sia Airlines startet ab dem 1. September dieses Jahres unter dem Namen Malaysia Airlines Berhad. Die neue Airline ist im vollständigen Besitz von Khazanah – dem staatlich kontrollierten Fond Malaysias. Die bisherige Malaysia Air- line bleibt jedoch weiterhin im normalen Geschäftsbe- trieb. Alle bereits ausgestell- ten Tickets der bestehenden Fluggesellschaft behalten ihre Gültigkeit und werden von der neuen Airline aner- kannt. Die Neufirmierung ist Be- standteil eines Umstruktu- rierung-Planes, der im letz- ten Jahr vorgestellt wurde. Er soll der nach zwei schwe- ren Flugzeugunglücken an- geschlagene Airline, aus der Verlustzone helfen. Neben der Umbenennung hat die Fluggesellschaft auch ihr Streckennetz ge- strafft. Die Verbindung Kuala Lumpur nach Kun- ming ist seit dem 30. April eingestellt. Ab dem 6. Mai wird die Route von Kuala Lumpur nach Krabi nicht mehr bedient. Der letzte Abflug von der malaysi- schen Hauptstadt nach Frankfurt fand am 29. Mai statt und Kochi fliegt die Airline seit dem 1. Juni nicht mehr an. CATHAY PACIFIC Die asiatische Cathay Pa- cific startet ab 1. Sep- tember dieses Jahres eine neue Nonstop-Verbindung zwischen Düsseldorf und Hongkong. Die neue Strecke soll laut Angaben der Airline viermal pro Woche – jeweils montags, dienstags, donnerstags und samstags – angeboten wer- den. Zum Einsatz kommt eine Boeing 777-300ER. Düsseldorf wird neben Frankfurt der zweite deut- sche Flughafen, den die Air- line bedient. Zur Feier dieser neuen Ver- bindung verlost die asiati- sche Fluglinie zwei Economy Flugtickets für den Erstflug von Düsseldorf nach Hong- kong sowie vier Übernach- tungen in einem 4-Sterne Hotel. Das Gewinnspiel läuft vom 13. bis 31. Juni auf der Facebook Seite der Airline. Die vollständigen Teilnahme- bedingungen sind auf der Homepage von Cathay Paci- fic einsehbar. © ryanking999 - Fotolia.com © valentint - Fotolia.com
  12. 12. 12 VERMISCHTES VERBRAUCHERVERTRAUEN – DEUTSCHLAND AUF PLATZ 2 IN EUROPA VERBRAUCHERVERTRAUEN IN EUROPA Das Verbrauchervertrauen in Deutschland hat seinen Auf- wärtstrend auch im ersten Quartal 2015 fortgesetzt. Der Verbrauchervertrauensindex von Nielsen, der die Job- Aussichten, die persönliche finanzielle Situation und die Be- reitschaft Geld auszugeben abbildet, legte nach 98 Punkten zum Jahresende 2014 weiter zu und liegt jetzt bei 100 Punk- ten. Damit belegt Deutschland Platz zwei in Europa. Nur die Dänen sind mit 106 Punkten noch zuversichtlicher. Dieser Trend sei durch die stabile wirtschaftliche Lage und eine gute Situation auf dem deutschen Arbeitsmarkt begrün- det. Die deutschen Verbraucher seien darüber hinaus bereit, Geld auszugeben. Weiter steigende Einkommen sowie der anhaltende niedrige Zinssatz deuten darauf hin, dass das Konsumklima in Deutschland auch weiterhin freundlich bleibe. Mehr Deutsche bezeichnen ihre finanzielle Situation als sehr gut Ihre Job-Aussichten beurteilen 60 Prozent der deutschen Ver- braucher als gut oder sehr gut – ein Anstieg von vier Pro- zentpunkten (Q4 2014: 56 Prozent) und ein Wert, der mehr als doppelt so hoch ist wie der europäische Durchschnitt (gut und sehr gut: 28 Prozent). 53 Prozent bewerten ihre persön- liche finanzielle Situation als gut bis sehr gut (Q4: 2014: 55 Prozent). Trotz des leichten Rückgangs liegen die Deutschen damit klar über dem europäischen Durchschnitt (gut und sehr gut: 39 Prozent). Ebenso zeigt der Verbraucherindex, dass wieder mehr Deut- sche ihre finanzielle Situation sogar als sehr gut bezeichnen. Dieser Wert stieg von drei auf fünf Prozent und liegt damit ebenfalls zwei Prozentpunkte höher als im ersten Quartal des vergangenen Jahres. Weiterhin gaben 51 Prozent der befrag- ten Verbraucher an, dass die kommenden zwölf Monate eine gute oder sogar sehr gute Zeit für Anschaffungen seien – eine Steigerung um fünf Prozentpunkte (Q4 2014: 46 Pro- zent). Im europäischen Durchschnitt liegt die Bereitschaft zum Geldausgeben nur bei 31 Prozent (Q4 2014: 30 Pro- zent). Deutsche Verbraucher bringen Geld lieber unter die Leute als zur Bank Geld, das die Deutschen nach Abzug ihrer Lebenshaltungs- kosten übrig haben, geben sie am liebsten für neue Kleidung (47 Prozent) oder für Urlaub aus (43 Prozent). Das Abbezah- len von Krediten steht mit 30 Prozent an dritter Stelle. Aktu- ell geben 28 Prozent der Befragten an, dass sie Geld sparen, das sie übrig haben. Im ersten Quartal 2014 waren es 26 Prozent. 14 Prozent der Deutschen sagen, dass sie kein Geld übrig haben – ein Wert, der im Vergleich zum Vorjahres- Quartal 2014 gleich geblieben ist. Der Wert entspricht dem aktuellen Indexwert des Landes (in Punkten). Daneben sehen Sie die Veränderung zum Vorquartal (in Punkten). Quelle: Nielsen Consumer Confidence Survey Q1/2015
  13. 13. 13 VERMISCHTES Hauptsorgen: Terrorismus, Gesundheit und Krieg Fragt man die Deutschen nach ihren größten Sorgen, so steht der zunehmende Terrorismus an erster Stelle. Auf den Plätzen zwei und drei folgen gesundheitliche Sorgen und die Angst vor einem Krieg. Auch wenn Terrorismus und kriegeri- sche Auseinandersetzungen im Vergleich zum Vorjahr zuge- nommen haben, sei bislang kein negativer Einfluss auf das Verbraucherverhalten zu erkennen. Die noch im vierten Quartal 2014 größte Sorge der Deutschen „steigende Ne- benkosten“ liegt jetzt nur noch an sechster Stelle. Die positive Grundhaltung der Verbraucher spiegelt sich auch in der Einschätzung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung wieder. Nur 36 Prozent der Befragten findet, dass sich Deutschland aktuell in einer Rezession befindet (Q4 2014: 39 Prozent). Fast zwei Drittel der Deutschen verneinen die Frage nach einer Rezession. Dieser Wert ist fast so hoch wie der Durchschnittswert aller europäischen Verbraucher, die von einer Rezession sprechen (Q1 2015: 68 Prozent). Franken-Schock in der Schweiz – italienische und grie- chische Verbraucher zuversichtlicher Im europäischen Vergleich liegt Großbritannien (97 Punkte) im Verbrauchervertrauensindex auf Platz 3 hinter Dänemark (103 Punkte) und Deutschland (100 Punkte) und hat damit die Schweiz (94 Punkte) auf den vierten Platz verdrängt. In vielen europäischen Schlüsselmärkten ist das Verbraucher- vertrauen so hoch wie seit Jahren nicht mehr. Das Vertrauen der Verbraucher in den sogenannten Krisenstaaten Italien und Griechenland steigt um jeweils zwölf Punkte (Italien Q1 2015: 57 Punkte; Griechenland Q1 2015: 65 Punkte). Gleichwohl liegen Italien und Griechenland damit weiter unter dem Durchschnittswert aller europäischen Länder (77 Punkte). Europa pessimistischste Region weltweit – Rückgänge in Russland, Brasilien und China Mit diesem Wert bleibt Europa die pessimistischste Region weltweit (Q4 2014: 76 Punkte). An der Spitze steht die Asien-Pazifik Region mit 107 Punkten (Q4 2014: 106 Punkte). Im weltweiten Vergleich folgen Nordamerika (Q1 2015 / Q4 2014: jeweils 106 Punkte), die Region Ferner Osten/Afrika (Q1 2015: 96 Punkte / Q4 2014: 95 Punkte) und Lateinamerika (Q1 2015: 86 Punkte / Q4 2014: 88 Punkte). Global betrachtet ist das Verbrauchervertrauen vergleichs- weise stabil geblieben. Trotzdem gibt es innerhalb der Regio- nen in einzelnen Ländern teils starke Rückgänge – etwa in Russland, Brasilien und China. In Russland belaste die Span- nung mit der Ukraine und der Europäischen Union die sonst so stabilen russischen Verbraucher. In Brasilien liege der Rückgang verstärkt an den fallenden Ölpreisen sowie der po- litischen Instabilität. In China sei die Verlangsamung des Wirtschaftswachstums ausschlaggebend. Das Verbraucher- vertrauen ist in Russland um fünf Punkte (Q1 2015: 72 Punkte / Q4 2014: 79 Punkte), in Brasilien um sieben Punkte (Q1 2015: 88 Punkte / Q4 2014: 95 Punkte) und in China um einen Punkt gesunken (Q1 2015: 105 Punkte). Der vollständige internationale Report zum Verbraucherver- trauen steht unter http://www.nielsen.com/de/de/insights/news/2015/CCI_Q1_2 015.html zum kostenlosen Download zur Verfügung. © beugdesign - Fotolia.com
  14. 14. 14 VERMISCHTES ARBEITSMARKT BRAUCHT KÜNFTIG MEHR EINWANDERUNG AUS NICHT-EU-STAATEN Deutschland ist in den kommenden Jahrzehnten stärker denn je auf Zuwanderung angewiesen. Ohne Einwan- derer würde die Zahl der Menschen im erwerbsfähigen Alter bis 2050 von heute rund 45 Millionen auf unter 29 Millionen sinken. Das wäre ein Rückgang um 36 Prozent. Diese Lücke ist ohne Zuwanderung nicht zu schließen. Selbst wenn ge- nauso viele Frauen berufstätig sind wie Männer und die Rente erst mit 70 Jahren beginnt, steigt die Zahl potenzieller Arbeitskräfte im Land lediglich um 4,4 Millionen. Das belegt eine Studie der Bertelsmann Stiftung. Sie prognostiziert au- ßerdem, dass die derzeit hohe Zuwanderung aus Ländern der Europäischen Union (EU) schon bald deutlich nachlässt. Das erfordert verstärkte Bemühungen um qualifizierte Ar- beitskräfte aus Nicht-EU-Staaten. In 2013 kamen 429.000 mehr Menschen nach Deutschland als das Land verließen. Das Statisti- sche Bundes- amt geht davon aus, dass im ver- gangenen Jahr im Saldo sogar 470.000 Ein- wanderer zuzogen. Eine Nettozuwanderung in dieser Höhe würde laut Studie zumindest in den kommenden zehn Jahren ausreichen, um die Zahl der arbeitsfähigen Menschen hierzulande konstant zu halten. Dann allerdings steigt der Bedarf an Einwanderern, weil die Generation der Baby-Boo- mer ins Rentenalter kommt. Jeder zweite heutige Arbeitneh- mer mit qualifizierter Berufsausbildung verlässt bis 2030 das Arbeitsleben. Zuzug aus EU-Ländern wird wieder zurückgehen Die Experten des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsfor- schung (IAB) und der Hochschule für angewandte Wissen- schaften in Coburg, die die Studie im Auftrag der Bertelsmann Stiftung erstellten, sehen eine weitere Heraus- forderung: Das derzeitige Rekordhoch der Zuwanderung aus EU-Staaten (2013: netto rund 300.000) wird sich nicht fort- schreiben. Ein Grund ist der demographische Wandel, der in der gesamten EU die Bevölkerung schrumpfen lässt. Auch wird bei wirtschaftlicher Erholung der Krisenländer der An- reiz zur Auswanderung sinken. Die Studienautoren rechnen bis 2050 im Jahresdurchschnitt nur noch mit bis zu 70.000 Einwanderern aus EU-Staaten. Dies wäre immer noch eine erheblich höhere Einwanderung als in den 35 Jahren bis 2010: Da war der Wanderungssaldo mit der EU zumeist aus- geglichen. Die Migrationsforscher berechnen in verschiedenen Szena- rien, dass Deutschland bis 2050 pro Jahr netto zwischen 276.000 und 491.000 Einwanderer aus Nicht-EU-Staaten be- nötigt. Diese Gruppe stellte in 2013 unter dem Strich jedoch lediglich 140.000 Einwanderer und damit nur rund ein Drit- tel der gesamten Nettozuwanderung. Zudem wanderten die meisten der Drittstaatler aus familiären und humanitären Gründen für ein Studium oder eine Ausbildung nach Deutschland ein. Mit der Blue Card der EU oder über andere Aufenthaltstitel zur Erwerbstätigkeit kamen hingegen noch nicht einmal 25.000 qualifizierte Fachkräfte ins Land. Einwanderungsgesetz kann helfen Laut Bertelsmann Stiftung kann Deutschland sich nicht mehr auf Zuwanderung aus der EU verlassen, sondern muss auch für Einwanderer aus Drittstaaten attraktiver werden. Dazu gehört ein verständli- ches Einwande- rungssystem, das deutlich macht, dass qualifizierte Zuwanderung von außer- halb der EU nicht nur erlaubt, sondern er- wünscht ist. Dieses Will- kommenssignal sollte von einem neuen Einwanderungsgesetz ausgehen, dass die Einwande- rungsregeln transparent und einfach macht und Einwande- rern Perspektiven für langfristigen Aufenthalt und zügige Einbürgerung bietet. Die Migrationsforschung zeigt: Staaten sind dann für ausländische Fachkräfte attraktiv, wenn sie gute Chancen auf Teilhabe bieten. Dazu gehören Sprachför- derung, Integration in den Arbeitsmarkt, gesellschaftliche Gleichstellung und Schutz vor Diskriminierung. Der tatsächliche Bedarf an Erwerbspersonen ist laut Studie aufgrund des Wandels der Arbeitsgesellschaft schwer zu pro- gnostizieren. Es ist jedoch davon auszugehen, dass die Alte- rung der Gesellschaft den Staatshaushalt und die sozialen Sicherungssysteme vor unlösbare Probleme stellt, sofern die Nettozuwanderung deutlich zurückginge. Zusatzinformationen Die Studie der IAB-Experten Johann Fuchs und Alexander Kubis sowie Lutz Schneider von der Coburger Hochschule untersucht in unterschiedlichen Szenarien, wie die Arbeits- marktbeteiligung der inländischen Erwerbspersonen sowie Zuwanderung aus EU und Drittstaaten dem Rückgang des Erwerbspersonenpotenzials entgegenwirken kann. © Krasimira Nevenova - Fotolia.com © tashatuvango - Fotolia.com
  15. 15. 15 GESUNDHEIT UMFRAGE ERGIBT: TABAKKONSUM IST EUROPAWEIT RÜCKLÄUFIG Der Tabakkonsum in der EU ist seit 2012 um zwei Pro- zentpunkte zurückgegangen, doch 26 Prozent der Eu- ropäer rauchen noch immer. Dies geht aus dem Eurobaro- meter hervor – einer Erhebung der Europäischen Kommis- sion, die die Einstellung der Europäer zum Tabakkonsum ver- anschaulicht. Hierzu wurden zwischen dem 29. November und dem 8. Dezember 2014 fast 28.000 Personen aus unter- schiedlichen sozialen und demografischen Gruppen in allen 28 EU-Mitgliedstaaten persönlich befragt. Die Erhebung zeigt einen europaweit rückläufigen Trend beim Tabakkonsum. Am deutlichsten war der Rückgang mit vier Prozentpunkten in der Altersgruppe der jungen Men- schen von 15 bis 24 Jahren (25 Prozent gegenüber 29 Pro- zent). Es gibt jedoch weiterhin große regionale Unterschiede beim Tabakkonsum, wobei die niedrigsten Werte in Schwe- den (elf Prozent) und Finnland (19 Prozent) und die höchsten Quoten in Griechenland (38 Prozent) und Bulgarien (35 Pro- zent) verzeichnet werden. Den Versuch, das Rauchen aufzugeben, haben die meisten Raucher (59 Prozent) bereits unternommen, 19 Prozent in den vergangenen zwölf Monaten. 12 Prozent der Europäer haben mittlerweile E-Zigaretten probiert, im Vergleich zu sie- ben Prozent im Jahr 2012. Das durchschnittliche Einstiegsal- ter beträgt unverändert 17,6 Jahre. E-Zigaretten Das Eurobarometer liefert zudem einige interessante Zahlen zu E-Zigaretten, einem relativ neuen Erzeugnis. Während 12 Prozent der Europäerinnen und Europäer E-Zigaretten aus- probiert haben, verwenden derzeit zwei Prozent diese Pro- dukte regelmäßig. Diese Werte sind seit 2012 deutlich gestiegen (damals sieben Prozent beziehungsweise ein Pro- zent). Junge Menschen in Europa haben eine stärkere Nei- gung, E-Zigaretten auszuprobieren (13 Prozent in der Altersgruppe der 15-24-Jährigen gegenüber drei Prozent in der Altersgruppe 55+). Wenngleich die Europäer E-Zigaret- ten meistens ausprobieren, um das Rauchen einzuschränken oder aufzugeben (67 Prozent), gelang es nur 21 Prozent der Raucher, mithilfe von E-Zigaretten ihren Konsum zu verrin- gern, und nur 14 Prozent konnten ganz aufhören. Öffentliches Rauchen rückläufig Das Rauchen an öffentlichen Orten – wie etwa Bars und Restaurants – geht immer weiter zurück. Nur 12 Prozent der Befragten gaben an, im vergangenen Jahr beim Essen in einer Gaststätte Tabakrauch ausgesetzt gewesen zu sein (ge- genüber 14 Prozent 2012). In gastronomischen Einrichtun- gen, die lediglich Getränke ausschenken, lag diese Zahl bei 25 Prozent (gegenüber 28 Prozent 2012). Im Übrigen sind 73 Prozent der Arbeitnehmer in Europa an ihrem Arbeits- platz selten oder nie Tabakrauch in Innenräumen ausgesetzt. Öffentliche Wahrnehmung Die meisten Menschen in Europa befürworten strenge politi- sche Maßnahmen im Zusammenhang mit Tabak und E-Ziga- retten. So sind beispielsweise 70 Prozent für die Verbesser- ung der Rückverfolgbarkeit von Tabakerzeugnissen, um den unerlaubten Handel mit diesen Produkten zu unterbinden (das Thema des diesjährigen Weltnichtrauchertags), auch wenn sich die Produkte dadurch verteuern. Bei der Wahrneh- mung von Risiken werden der Teer- und der Nikotingehalt als besonders schädlich eingestuft (32 Prozent), gefolgt von Zu- satzstoffen (12 Prozent). Bei E-Zigaretten ist der Prozentsatz der Personen, die diese Erzeugnisse als schädlich betrachten, in nur zwei Jahren von 27 Prozent auf 52 Prozent gestiegen. Werbung Vier von zehn Befragten haben in den letzten zwölf Mona- ten Anzeigen oder Werbung für Tabak gesehen, insbeson- dere an Verkaufsstellen (39 Prozent) und auf Werbeflächen oder Plakaten an öffentlichen Orten (30 Prozent). © Swapan - Fotolia.com
  16. 16. 16 GESUNDHEIT ZEHN GRAMM NÜSSE PRO TAG VERLÄNGERN DAS LEBEN Eine halbe Handvoll Nüsse pro Tag verringert das Risiko eines frühen Todes, wie eine Studie der Maastricht Uni- versity http://maastrichtuniversity.nl ermittelt hat. Frühere Forschungsergebnisse hatten bereits einen Zusammenhang von Nüssen mit der Gesundheit von Herz und Kreislauf her- gestellt. Die aktuelle Erhebung ist jedoch die erste, die den Konnex zwischen Nüssen und Krankheiten untersucht hat. Vitamine, Fasern, Antioxidantien Laut dem Team um Piet van den Brandt fiel das Sterberisiko der Studienteilnehmer während der zehnjährigen Laufzeit der Studie um 23 Prozent geringer aus, wenn diese pro Tag mindestens zehn Gramm Nüsse oder Erdnüsse zu sich ge- nommen hatten. Bei Erdnussbutter konnten keine gesund- heitlichen Vorteile nachgewiesen werden. In Nüssen sind einfach und mehrfach ungesättigte Fettsäuren, zahlreiche Vitamine, Fasern, Antioxidantien und andere bioaktive Sub- stanzen enthalten. Mehr als 120.000 Niederländern zwischen 55 und 69 Jahren machten 1986 Angaben zu ihrer Ernährung und ihrem Le- bensstil. Zehn Jahre später untersuchten die Forscher die Sterblichkeitsrate. Das Risiko eines frühzeitigen Todes auf- grund von Krebs, Diabetes, Atemwegs- oder neurodegenera- tiven Erkrankungen war bei den Studienteilnehmern, die Nüsse aßen, deutlich geringer. Obst und Gemüse ebenfalls gut Im Schnitt sank das Risiko im Beobachtungszeitraum von zehn Jahren um 23 Prozent. Bei neurodegenerativen Erkran- kungen reduzierte sich das Risiko gar um 45 Prozent, bei Atemwegserkrankungen um 39 Prozent und bei Diabetes um 30 Prozent. Van den Brandt zufolge ist es bemerkens- wert, dass die niedrigere Sterblichkeit bereits bei einer Menge von 15 Gramm Nüssen oder Erdnüssen pro Tag zu beobachten war. Die Wissenschaftler berücksichtigten bei den im "Internatio- nal Journal of Epidemiology" http://ije.oxfordjournals.org veröffentlichten Forschungsergebnissen, dass jene Teilneh- mer, die Nüsse aßen, auch mehr Obst und Gemüse zu sich nahmen. Auch kommen sie zu dem Ergebnis, dass Nüsse es- sende Frauen häufig schlanker sind. Quelle: www.pressetext.com © margo555 - Fotolia.com © Inga Nielsen - Fotolia.com
  17. 17. 17 GESUNDHEIT DARMKREBS: DICKE TEENAGER HABEN HÖHERES RISIKO Übergewichtige Teenager haben ein deutlich höheres Darmkrebsrisiko in späteren Jahren, wie eine Studie des Örebro University Hospital http://bit.ly/1IX9Met und der Har- vard University http://harvard.edu ergeben hat. Die Forscher werteten die Daten von 240.000 schwedischen Männern über einen Zeitraum von 35 Jahren aus. Die Ergebnisse wur- den im Fachmagazin "Gut" veröffentlicht. Jugendalter entscheidend Zu Beginn der Studie waren die Teilnehmer zwi- schen 16 und 20 Jahre alt. Der Großteil war nor- malgewichtig. 6,5 Prozent waren überge- wichtig. 1,5 Prozent wurden als fettleibig ein- gestuft. Insgesamt kam es während der Lauf- zeit der Studie zu 855 Fällen von Darmkrebs. Es zeigte sich jedoch, dass nicht alle Ge- wichtsklassen gleich betroffen waren. Die fettleibigen Teilnehmer verfügten über ein 2,38 Mal so hohes Risiko, an einem Darmtu- mor zu erkranken. Das späte Jugendalter kennzeichnet den Übergang vom Kind zum Er- wachsenen. Es kommt vor allem bei Männern zum beschleunig- ten Wachstum. Daher könnte dieser Zeitabschnitt von ent- scheidender Bedeutung sein. "Der starke Zusammenhang zwischen Fettleibigkeit in der Jugend und frühem bis in die mittleren Lebensjahre auf- tretendem Darmkrebs in Verbindung mit der stei- genden Häufigkeit von Fettleibigkeit bei Jugend- lichen, könnte eine Er- klärung für das vermehrte Auftreten der Krankheit bei jun- gen Erwachsenen sein", heißt es in der Analyse. 1,4 Mio neue Fälle pro Jahr Laut dem World Cancer Research Fund http://wcrf.org ist der Zusammenhang zwischen Fettleibigkeit und Krebs "stark". Darmkrebs gilt als dritthäufigste Krebserkrankung. Jährlich werden fast 1,4 Mio. neue Fälle diagnostiziert. Der Konsum von verarbeitetem roten Fleisch und Fettablagerungen im Bauchbereich wurden mit dieser Krankheit in Zusammen- hang gebracht. Quelle: www.pressetext.com © Sebastian Kaulitzki - Fotolia.com
  18. 18. 18 WELTWEIT In dem ersten Teil unser zweiteiligen Reihe „Schulen in Deutschland und den USA: Ein Vergleich“ wurde der Fall der Familie Heining geschildert, die nach zehn Jahren Auf- enthalt in den USA nach Deutschland zurückkehrte. Für die Kinder der Familie gestaltete sich der Rückzug in die alte Hei- mat als schwierig, denn sie hatten mit enormen Hürden beim Wiedereinstieg in das deutsche Bildungssystem zu kämpfen. Schulformen in den USA Die Kinder werden gewöhnlich mit sechs Jahren in den soge- nannten „Kindergarden“ eingeschult. Dies entspricht in Deutschland der Vorschule. Davor haben die Kinder oftmals bereits ein privates oder öffentliches Betreuungsprogramm besucht (Day Care, Nursery School, Preschool), welches in Deutschland dem eigentlichen Kindergarten entspricht. Es kommt daher regelmäßig zu Verwechslun- gen zwischen dem deutschen Kindergarten und dem amerikanischen „Kindergarden“. Die Elementary (Lower) Schools umfassen die Klassenstufen vom Kindergarden bis zur vierten, fünften oder sechsten Klasse (je nach Schulbezirk). Die Schüler erhalten eine Buchstabenbenotung von A (sehr gut), B (gut), C (durchschnittlich), D (aus- reichend) und F (ungenügend). In den Schulbezirken, in denen keine Middle Schools oder Junior High Schools vorhan- den sind, reichen sie auch bis zur 8. Klasse. Das traditionelle Bindeglied zwischen Elementary School und High School (Secondary Education) ist die Junior High School, eine Schule, deren Fachabteilungen – wie an der High School – mehr oder weniger unabhängig voneinander arbeiten. In zunehmendem Umfang treten an die Stelle der Junior High Schools heute Middle Schools. Der Hauptunter- schied zur Junior High School besteht darin, dass die Fach- lehrer der Middle School eng zusammenarbeiten und sogar interdisziplinäre Einheiten bilden. Junior High Schools und Middle Schools umfassen meist die Klassenstufen sechs bis acht, gelegentlich darüber hinaus auch die Klassenstufe fünf oder neun. Die High School ist eine mit der deutschen Ge- samtschule (Sekundarstufe I und II) vergleichbare Einheits- schule für die sekundäre Ausbildung. Sie deckt die Klassen- stufen neun bis 12 ab und wird mit dem High School Di- ploma abgeschlossen. Die High School ist eine Schule mit Kurssystem ohne Klassenverbände. Unter die Postsecondary Education fallen nun die sogenann- ten Undergraduate Programs, Junior Community Colleges sowie die Vocational/Technical Institutions, die auch eine praktische Ausbildung, wie etwa zum Mechaniker anbieten. Die Vocational/Technical Institutions wurden vor Jahren sehr eingeschränkt, da sie hauptsächlich von akademisch schwa- chen Kinder, meist Afroamerikanern, besucht wurden und man die Schulen als diskriminierend ansah. Unterschiede Einer der größten Unterschiede zwischen dem amerikani- schen und dem deutschen Schulsystem besteht sicherlich in der vertikalen Differenzierung. Im amerikanischen Schulsys- tem werden zu keinem Zeitpunkt unterschiedlich begabte Kinder auf unterschiedliche Schulformen – Hauptschule, Re- alschule oder Gymnasium – aufgeteilt. Vielmehr besuchen sie die für ihr Alter vorgesehene Schulstufe gemeinsam. Kin- der mit speziellem Betreuungsbedarf (beispielsweise Kinder mit geistiger Behinderung) besuchen allgemeine Schulen (in Deutschland oft Behindertenschulen) und werden dort ent- weder integrativ in normalen Klassenverbänden oder in Kleingruppen gefördert. Sie werden dort von speziell qualifizierten Fachlehrern un- terrichtet. Hochbegabte Kinder haben die Möglichkeit, einzelne Klassenstufen zu überspringen oder an besonderen Pro- grammen (educational enrichment) teilzu- nehmen. Im Gegensatz zum deutschen Schulsystem werden im amerikanischen Schulsystem von der Grundschule an die Klassenver- bände jedes Jahr aufgelöst und neu zu- sammengesetzt. Auch die Klassenlehrer sind auf einzelne Jahrgangsstufen speziali- siert und wechseln meist jedes Jahr. Wäh- rend die Neubildung der Klassenverbände in der Grund- schulzeit vor allem auf Gruppenstrukturen mit günstigem Lernklima abzielt, geht es später darum (Middle School) ho- mogene Gruppen aus gleich begabten Kindern zu bilden. In den höheren Klassenstufen (Junior High Schools und High Schools) gibt es keine Klassenverbände mehr. Ähnlich wie in der gymnasialen Oberstufe in Deutschland belegen die Schü- ler hier Kurse, die gelegentlich sogar Klassenstufen-übergrei- fend durchgeführt werden. An die Stelle von Klassenlehrern treten an den Junior High Schools und High Schools soge- nannte Ansprechlehrer. Amerikanische Schulen sind von der Grundschule an Ganz- tagsschulen. In Deutschland besucht dagegen nur etwa jeder dritte Schüler eine Ganztagsschule. Allgemeine Empfehlungen Grundsätzlich sollten sich Familien vor einem internationalen Schulwechsel detailliert über die Schullandschaft am neuen Wohnort informieren. Nur wenn alle Parameter bekannt sind, kann eine sinnvolle und zukunftsorientierte Entschei- dung für die Bildungslaufbahn der Kinder getroffen werden. Bei einem Schulwechsel ins Ausland sind folgende Fragen besonders wichtig: SCHULEN IN DEUTSCHLAND UND DEN USA: EIN VERGLEICH – TEIL 2 © teracreonte - Fotolia.com
  19. 19. 19 WELTWEIT Welche Schulen gibt es vor Ort? Gibt es freie Schulplätze? Besonders in größeren Städten trifft man häufig auf eine breite Vielfalt an öffentlichen, privaten und auch internatio- nalen Schulen. Achten Sie zum Beispiel auf die Entfernung der Schule von Ihrem Wohnort, die infrastrukturelle Anbin- dung oder auch die sozio-ökonomische Zusammensetzung der Schüler. Besonders auf internationalen und privaten Schulen kommt es häufig zu langen Wartelisten. Erkundigen Sie sich rechtzeitig, ob Ihr Kind an der gewünschten Schule angenommen werden kann. Welche Abschlüsse werden von diesen Schulen angeboten? Werden diese Abschlüsse in Deutschland anerkannt? In den USA bieten die meisten Schulen das High School Di- ploma (HSD) an. Mit dem HSD alleine erhält der Studienbe- werber in Deutschland allerdings keine Hochschulzugangs- berechtigung. Auf der sicheren Seite ist man mit dem Inter- nationalen Baccalaureat (IB), welches inzwischen an vielen Schulen in den USA erzielt werden kann. Die Anerkennung ausländischer Schulabschlüsse kann über die Datenbank der Zentrale für Ausländisches Bildungswesen (ZAB) abgefragt werden (Link: http://anabin.kmk.org/anabindatenbank.html). Einige private Schulen bieten nur Unterricht bis Klasse 6 oder Klasse 8 an, sodass man an diesen Schulen gar keinen Ab- schluss erzielen kann. Überlegen Sie in einem solchen Fall im Voraus, welche Schule im Anschluss besucht werden soll. In welcher Sprache wird unterrichtet? Beherrscht mein Kind die Unterrichtssprache? In den öffentlichen Schulen in den USA ist die Unterrichts- sprache Englisch. Es ist von Vorteil, wenn der Schüler bereits grundsätzliche Kenntnisse der englischen Sprache vorweisen kann. Meist finden sich die Kinder aber sehr schnell in den englischen Unterricht ein. Internationale oder private Schulen können eine andere Unterrichtssprache anbieten oder auch mit mehreren Unterrichtssprachen arbeiten. Welche Kosten entstehen für den Schulbesuch? Die öffentlichen Schulen sind in den USA in der Regel kosten- frei. Internationale oder private Schu- len dagegen kön- nen mitunter sehr hohe Schulgebüh- ren (tuition) zwi- schen 15.000 USD und 50.000 USD pro Schuljahr verlangen. Wird Deutschunterricht angeboten? Auf welchem Niveau? Vor allem, wenn eine Rückkehr nach Deutschland nicht aus- geschlossen wird, sollte dem Kind die Möglichkeit gegeben werden, seine Deutschkenntnisse auf altersgerechtem Niveau zu erhalten bzw. auszubauen. Internationale Schulen bieten teilweise muttersprachlichen Unterricht an. Auch in einigen anderen Schulen wird eventuell Deutschunterricht angebo- ten. Achten Sie hier auf das Unterrichtsniveau. Deutsch als Fremdsprache ist für muttersprachlich deutsche Kinder nicht geeignet. Wenn es keine Angebote vor Ort gibt, bietet die Deutsche Fernschule für die Grundschulklassen und das Insti- tut für Lernsysteme ab Klasse 5 vollwertige Deutschkurse als Fernunterricht an (www.deutsche-fernschule.de / www.ils.de). Lassen Sie sich nicht entmutigen! Ziehen Sie im Zweifel Experten zu Rate, welche Schulwahl in Ihrer individuellen Situation für Ihre Kinder die Beste ist (zum Beispiel www.schulexpert.de) und bereiten Sie Ihren Start im Ausland so gut wie möglich vor. Trotz unterschiedlicher Schulsysteme und Herausforderungen bei der internationa- len Schulwahl, wird ein Auslandsaufenthalt mit der richtigen Vorbereitung für die ganze Familie eine wunderbare Berei- cherung. Über die Autorin: Muriel Plag ist Auslandskoordinatorin bei schulexpert und Pädagogische Leitung bei Deutsche Fernschulen. Herbert-Flender-Straße 6 35578 Wetzlar Telefon: 06441 921892 E-Mail: plag@schulexpert.de www.deutsche-fernschule.de www.schulexpert.de © nerthuz - Fotolia.com
  20. 20. 20 WELTWEIT Welcher Standort hat weltweit die größte Attraktivität für den Mittel- stand? Mit dieser Frage befasst sich der BDO International Business Compass (IBC). Die Studie wird jährlich vom Hamburgischen WeltWirtschaftsinstitut (HWWI) im Auftrag der BDO AG Wirtschaftsprüfungsgesell- schaft durchgeführt und zeigt in einem Ge- samtindex die ökonomischen, politisch- rechtlichen und soziokulturellen Rahmenbe- dingungen der Absatz und Produktions- märkte einzelner Länder und Regionen. Der Ländervergleich ermöglicht es dem Mittel- stand, Länder im Hinblick auf Attraktivität als Produktions- beziehungsweise Absatz- Standorte miteinander zu vergleichen. Schweiz auf Platz eins Angeführt wird der diesjährige IBC von der Schweiz, die im Vorjahr noch Platz drei be- legte. Besonders gut schneidet das Land im soziokulturellen Bereich ab. Auf den Plätzen zwei und drei folgen die beiden asiatischen Finanzzentren Singapur und Hongkong. Letztere zeichnen sich insbesondere durch ihre hervorragenden ökonomischen Rah- menbedingungen aus. Die restlichen Plätze in den Top 10 werden von Norwegen, Däne- mark, Niederlande, Kanada, Großbritannien, Schweden und Neuseeland belegt. Stark zu- gelegt haben Großbritannien und die Nie- derlande, die sich jeweils um sieben Plätze verbesserten. Ebenso stark verbessert hat sich Deutschland, das um acht Plätze auf den Rang 11 kletterte. Während die ersten 40 Plätze größtenteils von europäischen und OECD-Ländern sowie einigen der ölreichen Nationen Asiens be- setzt sind, finden sich auf den untersten zehn Rängen wirtschaftlich ärmere Länder. So belegen die Demokratische Republik Kongo, Nordkorea und der Sudan die letz- ten Positionen. Diese Länder schneiden ins- besondere bezüglich der politisch-recht- lichen Rahmenbedingungen sehr schlecht ab. Größten Sprünge: Weißrussland und Dschibuti Die größten Sprünge nach vorne gelangen Weißrussland und Dschibuti. Beide konnten sich um 29 Plätze verbessern. Bei Weißruss- land ist dies in erster Linie auf verbesserte ökonomische Rahmenbedingungen zurück- zuführen, während Dschibuti sich besonders bei den Bildungs- und Gesundheitsindikato- ren verbesserte. Kapverden hingegen ist der größte Verlierer im diesjährigen Ranking. Aufgrund schlechter Werte bei Bildungs- und Beschäftigungsindikatoren büßte der In- selstaat 29 Plätze ein. Die komplette Studie ist unter www.bdo- ibc.de/fileadmin/dokumente/BDO-IBC-Sum- mary-2015_DE.pdf abrufbar. AUCH AUF FOLGEN SIE UNS IMPRESSUM HERAUSGEBER: Bund der Auslands- Erwerbstätigen (BDAE) e.V. Kühnehöfe 3 22761 Hamburg Tel. +49-40-306874-0 WWW.BDAE.COM REDAKTION: Anne-Katrin Schulz (verantwortlich) Sanja Zivkovic szivkovic@bdae.com LAYOUT: Esther Rudat LEKTORAT: Andrea Kraus COPYRIGHT: Die Beiträge im BDAE- Newsletter sind urheber- rechtlich geschützt und dürfen nicht ohne schrift- liche Genehmigung durch den Herausgeber repro- duziert werden. Die Beiträge des BDAE- Newsletters spiegeln die Meinung der Redaktion und nicht unbedingt die des BDAE wider. STUDIE: GRÖSSTE STANDORT-ATTRAKTIVITÄT FÜR DEN MITTELSTAND

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