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WOHNUNGSSUCHE IN DER
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Was Sie übe...
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INTERVIEW
RECHTLICHES
EXPATRIATES
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PORTRAIT
12 Wohnungssuche in der Schweiz:
Was Exp...
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Jedes Jahr ereignen sich allein in Deutschland mehr als
neun Millionen Unfälle. Mehr als zwei Drittel davon pas-
sieren ...
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Immer mehr deutsche Unternehmen planen, im Ausland zu
investieren. Laut aktuellem Bericht des Deutschen Indu-
strie- und...
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BDAE: Sie haben um die Jahrtausend-
wende ein Praktikum beim Goethe-In-
stitut in Jakarta gemacht. Wie sind Sie
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Irmscher: Eigentlich nicht. Vielleicht weil meine Psycholo-
giekenntnisse dabei helfen, Unterschiede zu analysieren und
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Irmscher: Unter anderem ein Bewusstsein für das zu ent-
wickeln, was ich eben beschrieben habe. Sie sollten wissen,
dass...
Das malaiische Sozialversicherungssystem steckt gewis-
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Kein Sozialversicherungsabkommen zwischen Deutsch-
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Weil das Sozialsystem Malaysias mit den europäische...
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Am 9. Juli 2015 haben die Abgeordneten der Europäi-
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rechtsrichtlinie v...
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RECHTLICHES
Seit dem 1. Juli gelten in Frankreich
durch Änderungen im Verkehrsrecht
neue Bestimmungen für die Promille-...
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EXPATRIATES
Wer von seinem Arbeitgeber in die Schweiz entsandt
wird, sollte sich vorab unbedingt über die Wohnsitua-
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EXPATRIATES
Auch wenn man unter Umständen etwas tiefer in die Tasche
greifen muss, so ist die Einbindung eines Maklers ...
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FLUGREISENDE SO ZUFRIEDEN WIE NIE ZUVOR
Einundneunzig Prozent der Flugrei-
senden waren mit ihrem letzten
Flug zufriede...
Air China, die zweitgrößte Fluggesellschaft der Volksre-
publik China, eröffnet am 29. Oktober dieses Jahres
eine Direktve...
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VERMISCHTES
URLAUBSREISE: WELCHE VERSICHERUNGEN INS GEPÄCK GEHÖREN
Das Reiseverhalten und der damit
verbundene Planungs...
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VERMISCHTES
UMFRAGE: DIE ATTRAKTIVSTEN NATIONEN IN EUROPA
Die Spanier gelten bei den Deutschen als die Schönsten
auf de...
Dänemark 51%
Schweden 41%
UK 16%
Frankreich 15%
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GESUNDHEIT
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REISENOTFALLMAPPE SOLLTE MIT INS URLAUBSGEPÄCK
Wer während des Urlaubs im Ausland i...
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GESUNDHEIT
ALS SCHWANGERE AUF REISEN: DOS UND DON‘TS
Steigende Temperaturen in der Urlaubszeit können für
Schwangere un...
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GESUNDHEIT
Mehr Zwischenstopps als sonst einplanen
Lange Anreisewege zum Urlaubsziel sind weniger anstren-
gend, wenn h...
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PORTRAIT
IM PORTRAIT: CONSTANCE IN ISTANBUL
Der BDAE stellt in seiner neuen Portraitreihe Menschen
vor, die aus den unt...
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PORTRAIT
Schließlich kam ihr die Idee, mitreisenden Partnern auf der
ganzen Welt noch mehr konkrete Unterstützung zukom...
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WELTWEIT
Egal, ob Au-pair, Schüleraustausch, Sprachreise, Ge-
schäftsreise oder Expat – Gastgeschenke mitzubringen ist
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WELTWEIT
Die globale Motorisierung hat in den letzten Jahren stark
zugenommen und es ist von einem weiteren Zuwachs
aus...
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WELTWEIT
Ende Juli 2015 gab es
mehr als 698 Millionen
Internetnutzer in China, das
heißt, dass rund 22 Prozent
der Inte...
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WELTWEIT
Blockierte Websites än-
dern die Internetnutzung
in China
Chinesische Behörden be-
schränken den Internetzu-
g...
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WELTWEIT
Die Deutschen liegen mit der Anzahl
ihrer durchschnittlichen Urlaubstage im
Mittelfeld, während andere Länder ...
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Newsletter "Leben und Arbeiten im Ausland" August 2015

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Die Juli-Ausgabe des BDAE-Newsletters "Leben und Arbeiten im Ausland" ist erschienen und steht unter https://www.bdae.com/de/downloads/Leben_und_Arbeiten_im_Ausland_August_2015.pdf zum kostenlosen Download bereit.

Auch diese Ausgabe widmet sich verstärkt dem Thema Urlaubsreise. So erfahren Sie etwa, welche Versicherungen im Urlaub sinnvoll sein können, welche Länder in Europa zurzeit die günstigsten Reiseziele sind, wie viele Elternpaare am liebsten ohne ihre Kinder verreisen würden, was Schwangere während eines Urlaubstrip beachten sollten und welche Impfungen nicht fehlen sollten.

All jene, die ihren Jahresurlaub noch vor sich haben und mit dem Auto nach Frankreich oder Italien fahren möchten, erfahren die aktuellen Änderungen im Verkehrsrecht in diesen beiden Ländern. Ein weiterer Beitrag widmet sich dem rechtlichen Aspekt von Urlaubsfotos, die glücklicherweise weiterhin in den meisten Fällen unbesorgt in sozialen Netzwerken geteilt werden können. Die EU hat nämlich die angedachte Einschränkung der so genannten Panoramafreiheit abgeschmettert

Außerdem haben wir ein spannendes Interview mit einer Auswanderin in Indonesien geführt und das Sozialversicherungssystem von Malaysia ausführlich beschrieben.

In eigener Sache finden die Sie außerdem Informationen zu unser neuen Haftpflicht- und Unfallversicherung (http://versichert-im-ausland.com/unfall-und-haftpflichtversicherung/) und zu unserem Grundlagenseminar Auslandsentsendung (https://www.bdae.com/de/downloads/Seminarprogramm_Auslandsentsendungen.pdf), das Ende September in Hamburg stattfindet

Aktuelle und ältere Newsletter-Ausgaben sowie das kostenlose Newsletter-Abo finden Interessierte unter www.bdae-ev.de/news/newsletter/.

Der BDAE e.V. wünscht eine gute Unterhaltung.

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Newsletter "Leben und Arbeiten im Ausland" August 2015

  1. 1. 1 LEBEN UND ARBEITEN IM AUSLAND WELTWEIT AUTOS EXPATRIATES RECHTLICHES GESUNDHEIT WOHNUNGSSUCHE IN DER SCHWEIZ Was Sie über den Wohnungs- markt wissen sollten. ALS SCHWANGERE AUF REISEN Alle wichtigen Dos und Don’ts für werdende Mütter. FAKTEN ÜBER DAS SOZIALVER- SICHERUNGSSYSTEM VON MALAYSIA Die Gesundheitsversorgung und Sozialversicherungszweige. © andreybond - Fotolia.com AUGUST 2015
  2. 2. 2 INTERN INTERVIEW RECHTLICHES EXPATRIATES AIRLINES VERMISCHTES WELTWEIT PORTRAIT 12 Wohnungssuche in der Schweiz: Was Expats wissen sollten 16 Urlaubsreise: Welche Versicherun- gen ins Gepäck gehören 17 Umfrage: Die attraktivsten Nationen in Europa 18 Die günstigsten Urlaubsländer in der EU 18 Jedes dritte Paar würde gerne ohne Kinder verreisen 19 Reisenotfallmappe sollte mit ins Ur- laubsgepäck 19 Vor Reisebeginn: Impfungen und Reiseapotheke 20 Als Schwangere auf Reisen: Dos und Don‘ts 22 Im Portrait: Constance in Istanbul 24 Das richtige Gastgeschenk in jedem Land 25 Autos weltweit im Vergleich 26 Immer mehr Internetnutzer in China 28 Reiseverhalten im internationalen Wandel 28 Impressum GESUNDHEIT 14 Flugreisende so zufrieden wie nie zuvor 15 Vier von zehn Internetnutzern möchten auch im Flugzeug surfen 15 Air China 15 Frankfurt Airport App 5 „Spätestens wenn Kinder da sind, denken viele Expats über eine Rückkehr in die Heimat nach“ 3 BDAE bringt neue Unfall- und Haftpflichtversicherung fürs Ausland auf den Markt 4 Grundlagenseminar Auslandsent- sendungen beim BDAE im September EDITORIAL 8 Fakten über das Sozialversiche- rungssystem von Malaysia 10 Vorerst keine Einschränkung der Panoramafreiheit in der EU 11 Ergänzung zum Thema Einreise- bestimmung Thailand 11 Frankreich: Wichtige Änderungen im Verkehrsrecht 11 Mit dem Auto durch Italien: Auf Fahrverbotszonen achten Liebe Leserin, lieber Leser, auch diese Ausgabe steht ganz im Zeichen der Urlaubszeit, die Sie hoffentlich bis- her genießen konnten. All jene, die ihren Jahresurlaub noch vor sich haben und mit dem Auto nach Frankreich oder Italien fahren möchten, sollten sich die Artikel über Änderungen im Verkehrsrecht auf der Seite 11 unbedingt zu Gemüte führen, um hohe Bußgelder aufgrund von Unkenntnis zu vermeiden. Urlaubsfotos können Sie weiterhin in den meisten Fällen unbesorgt in sozialen Netzwerken teilen. Die EU hat nämlich die angedachte Einschränkung der so genannten Panoramafreiheit abgeschmettert. In welchen Ländern Sie in punkto Verbreitung von Bildern mit Se- henswürdigkeiten weiterhin vorsichtig sein sollten lesen Sie auf der Seite 10. Darüber hinaus erhalten Sie Tipps zu Impfungen und Medikamenten im Urlaub (Seite 19) und er- fahren, welche Versicherungen auf Reisen tat- sächlich sinnvoll sein können (Seite 16). Schwangere, die auf das Reisen nicht verzichten möchten, erfahren die wichtigsten Dos und Don’ts dabei auf der Seite 20. Für einige unter Ihnen dürfte außerdem unser Fachbeitrag über die Wohnungssuche in der Schweiz (Seite 12) interessant sein, und Expats wie Personaler finden die wichtigsten Daten und Fakten zum Ma- laiischen Sozialversicherungssystem (Seite 8) in dieser Ausgabe. Ich wünsche Ihnen viel Spaß bei der Lektüre und denken Sie immer daran: Der BDAE begleitet Sie mit Sicherheit ins Ausland! Herzlichst, Ihre Silvia Opitz ZAHL DES lang ist die längste Was- serrutsche der Welt. (Quelle: Travelbook) 602METER MONATS
  3. 3. 3 Jedes Jahr ereignen sich allein in Deutschland mehr als neun Millionen Unfälle. Mehr als zwei Drittel davon pas- sieren in der Freizeit. Neben dauerhaften Folgeschäden kön- nen Unfälle auch zu hohen finanziellen Belastungen führen. Die deutsche gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) kommt jedoch für Unfälle, die in der Freizeit passieren, nicht auf. Für Unfälle, die sich während der Arbeit im Ausland ereignen gilt: Die DGUV strahlt auf das Aufenthaltsland nur dann aus, wenn ein Arbeitnehmer im sozialversicherungsrechtlichen Sinne von seinem Arbeitgeber entsandt worden sind. Die BDAE GRUPPE hat deshalb gemeinsam mit der Würzbur- ger Versicherung die weltweit gültige Unfallversicherung EXPAT ACCIDENT konzipiert, die speziell auf Expats und Pri- vatpersonen mit längerem Auslandsaufenthalt zugeschnitten ist. Der Versicherer zahlt eine vorher vereinbarte Summe, wenn durch ein Unfallereignis unfreiwillig eine dauerhafte körperli- che Beeinträchtigung erlitten wird – egal in welchem Land und in welchem Lebensbereich. EXPAT ACCIDENT wird in drei unterschiedlichen Produktli- nien angeboten – Basis, Plus und Exklusiv. Diese und die un- terschiedlichen Leistungspakete ermöglichen es, den Versicherungsschutz ganz individuell an den eigenen Bedarf und die Lebenssituation anzupassen. Auch für Kinder bietet die EXPAT ACCIDENT ein spezielles Leistungsangebot. Leistungen Unfallversicherung Eine der wichtigsten Versicherungen nach der gesundheitli- chen Absicherung ist die Haftpflichtversicherung. Bereits kleine Missgeschicke im Alltag können zu gravierenden fi- nanziellen Folgen führen. In Deutschland gilt laut Gesetz: Jeder, der einem Dritten einen Schaden zufügt, ist zu Scha- densersatz verpflichtet. Dies gilt in der Regel auch im Aus- land – mit zum Teil noch rigoroseren Konsequenzen. Die meisten privaten Haftpflichtversicherungen gelten nur bei vorübergehenden Aufenthalten im Ausland und das oft auch nur für maximal ein Jahr. Der Tarif EXPAT HAFTPFLICHT leistet auch bei längerfristigen Auslandsaufenthalten – au- ßerhalb Europas für bis zu fünf Jahre, innerhalb Europas sogar unbegrenzt. EXPAT HAFTPLICHT wird in zwei unterschiedlichen Konzep- ten angeboten – Exklusiv, für eine maximale Versicherungs- dauer von fünf Jahren und Basis, für einen maximalen Versicherungsschutz von einem Jahr. EXPAT HAFTPLICHT in unterschiedlichen Leistungspaketen, so kann der Versiche- rungsschutz ganz individuell an den eigenen Bedarf und die Lebenssituation angepasst werden. Leistungen Haftpflichtversicherung Weitere Informationen und die Versicherungsbedingungen zu der neuen Unfall- und Haftpflichtversicherung finden In- teressierte hier. INTERN NEUE UNFALLVERSICHERUNG NEUE HAFTPFLICHTVERSICHERUNG © macrovector - Fotolia.com
  4. 4. 4 Immer mehr deutsche Unternehmen planen, im Ausland zu investieren. Laut aktuellem Bericht des Deutschen Indu- strie- und Handelskammertages (DIHK) wollen in diesem Jahr 47 Prozent der Industriebetriebe dafür Kapital in die Hand nehmen. Das sind so viele wie nie zuvor. Ein wichtiger Schwerpunkt deutscher Auslandsinvestitionen ist laut Umfrageergebnissen der Aufbau von Vertrieb und Kundendienst sowie Produktion, mit dem Ziel, die Auslands- märkte besser zu erschließen. Für die Unternehmen bedeutet dies, Personal an den neuen Auslandsstandorten einzuset- zen, um dort ihre Ziele zu verwirklichen. Komplexe Themengebiete klären Bei einer Entsendung von Mitarbeitern ins Ausland sind Per- sonalverantwortliche allerdings mit einer Reihe komplexer Fragestellungen konfrontiert: • Wie bereite ich Mitarbeiter bestmöglich auf die Entsen- dung vor? • Was muss hinsichtlich der vertraglichen Gestaltung be- achtet werden? • Welche aufenthaltsrechtlichen Hürden können sich erge- ben? • Welche steuerlichen Konsequenzen müssen berücksichtigt werden? • Wie können Mitarbeiter in allen Sozialversicherungszwei- gen während und nach dem Auslandseinsatz abgesichert werden? • Welche Unterstützung seitens der Heimatbasis benötigen entsandte Mitarbeiter während des Einsatzes und was ist hinsichtlich der Reintegration zu beachten? Diese und weitere Fragen will die BDAE GRUPPE gemeinsam mit Spezialisten unterschiedlicher Rechtsgebiete klären. Ziele: Rechtssicher entsenden und Haftungsrisiken mini- mieren Während des zweitägigen Seminars werden rechtlich bedeu- tende sowie organisatorische und vergütungsrelevante Aspekte von Personalentsendungen detailliert dargestellt. Die Seminarteilnehmer erfahren, wie sie Auslandsentsendun- gen für ihre Mitarbeiter, für ihre Führungskräfte und für ihr Unternehmen rechtssicher gestalten, richtig betreuen und ty- pische Fehler sowie Haftungsrisiken vermeiden. Daneben profitieren die Teilnehmer während des praxisorien- tierten Seminars von • einem ganzheitlichen Überblick über die Herausforderun- gen von Entsendungen, • vielfältigen Anregungen, um Entsendungen effektiv zu ge- stalten und • hilfreichen Tipps zur bestmöglichen Absicherung der Mit- arbeiter. Darüber hinaus werden viele Praxisbeispiele und ein Erfah- rungsaustausch mit Kollegen geboten. Details zur Veranstaltung (Anmeldeunterlagen und Seminar- programm) finden Interessierte unter: https://www.bdae.com/de/downloads/Seminarprogramm_Au slandsentsendungen.pdf INTERN GRUNDLAGENSEMINAR AUSLANDSENTSENDUNGEN BEIM BDAE IM SEPTEMBER Veranstaltungsort: BDAE GRUPPE, Kühnehöfe 3, 22761 Hamburg Teilnahmegebühr: 1.099 Euro zzgl. MwSt. (inklusive Verpflegung) Termin: 23. und 24. September 2015, 9.30 Uhr bis 17.30 Uhr (zweiter Tag bis 17.00 Uhr) Kontakt: Sanja Zivkovic szivkovic@bdae.com Telefon +49-40-30 68 74-39
  5. 5. 5 BDAE: Sie haben um die Jahrtausend- wende ein Praktikum beim Goethe-In- stitut in Jakarta gemacht. Wie sind Sie ausgerechnet auf Indonesien gekom- men? Irmscher: Ich habe damals Kom- munkiationspsychologie in Görlitz stu- diert und zu dem Studium gehörte es auch, ein Praxissemester zu absolvie- ren. Weil mein Fernweh so groß war, entschied ich, im Ausland ein Prakti- kum zu machen. Ich hatte bereits Aus- landserfahrung und war mit dem Rucksack durch Südamerika gereist und kannte auch Europa recht gut. Mit dem Praxissemester bot sich mir die Gelegen- heit, noch mehr der Welt zu sehen. Ich wollte wissen, wie es sich anfühlt, ein fremdes Land nicht nur zu besuchen, son- dern dort zu leben. Ein Mitarbeiter an der Uni hatte einen heißen Draht zum Goethe-Institut und schlug vor, dass ich mich in einer der weltweiten Niederlassungen bewerbe. Ur- sprünglich wollte ich nach Indien, ich bewarb mich allerdings auch auf ein Praktikum in Indonesien – das Goethe-Institut von Jakarta war schließlich schneller und so kam ich nach In- donesien. Ich war damals auf der Suche nach Exotik, deshalb sollte der Aufenthalt in einem möglichst fremden Kulturkreis stattfinden. Mich interessierte besonders die Psyche anderer Völker – die psychologische Sicht der Deutschen kannte ich weitgehend, doch ich wollte erfahren, was die Menschheit ausmacht, indem ich mal etwas ganz anderes kennenlernte. BDAE: Wie erging es Ihnen dann nach Ihrer Ankunft in In- donesien? Irmscher: Obwohl ich eigentlich nie daran geglaubt hatte, dass es ihn in der Form gibt, bekam ich erst einmal einen saftigen Kulturschock. Ich bin ländlich aufgewach- sen, auch mein Studi- enort Görlitz ist relativ beschaulich und dann kam ich in die 12-Mil- lionen-Metropole Ja- karta. Ich habe die klassische Kulturschock-Kurve mitgenommen: Zunächst war alles toll, aufregend und faszinierend. Ich schoss tausende Fotos, war ständig unterwegs und geradezu überwältigt von den vielen exotischen Eindrücken. Doch nach gut einem Monat wurde mir vieles zu viel und ich realisierte, wie an- strengend dieses Leben eigentlich war. Zum Glück hat mir meine Arbeit am Goethe-Institut wahnsinnig viel Spaß ge- macht - das fing mich ein Stück weit auf. Ich beschloss aus meiner Expat-Unterkunft auszuziehen und nahm mir ein Zimmer in einer sechsköpfigen indonesischen Studenten-Mä- dels-WG. Tagsüber lernte ich im Selbststudium neben der Ar- beit mit Hilfe von Büchern Indonesisch und abends wandte ich das Erlernte im Gespräch mit mei- nen Mitbewohnerinnen an. BDAE: Und das funktionierte gut? Irmscher: Sehr sogar. Innerhalb von drei Monaten konnte ich mich auf In- donesisch unterhalten. Meine Mitbe- wohnerinnen waren begeistert und unterstützten mich gerne beim Indone- sisch lernen. So entstanden auch rich- tige Freundschaften. Mit einem der Mädchen bin ich heute noch gut be- freundet. Ausländer sind hier sehr be- liebt, denn Indonesier sind sehr gastfreundlich und interessiert an anderen Kulturen. Indonesisch ist übrigens gar nicht so schwierig wie man viel- leicht denkt. Insbesondere für den Raum Südostasien ist sie eine gute Einstiegssprache. Wenn man Indonesisch be- herrscht, ist beispielsweise Malaiisch nicht schwer zu erlernen. Indonesisch kennt keine Fälle oder komplizierten Konjugatio- nen und auch keinen Singsang. Anders als beispielsweise Thai- ländisch lässt sich die Schrift relativ leicht lesen. BDAE: Wann haben Sie sich entschieden, in Indonesien zu leben? Irmscher: Nach dem Praktikum reiste ich noch ein Jahr durch Südostasien, allerdings erfüllte mich dies auf Dauer nicht. Das Traveller-Leben ist irgendwie so aufgabenlos, ich wollte etwas tun. Also kehrte ich nach Indonesien zurück und machte noch ein Praktikum bei einer Kinderkultur-Orga- nisation. Dort lernte ich schließlich meinen heutigen Ehe- mann kennen. Nach dem Praktikum studierte ich in Deutschland weiter, so dass wir zunächst eine Fernbeziehung führten. Für meine Diplomarbeit über die Zeitwahrnehmung zwischen der indonesischen und deutschen Kultur kehrte ich zurück. Nach dem Studium arbeitete ich für die GIZ (Gesell- schaft für internationale Zusammenarbeit) in der Wiederauf- bauhilfe nach der Tsunamikatastrophe in Aceh, Indonesien. Davor und auch während dieser Zeit kam mein Mann für ei- nige Monate mit nach Deutschland, lernte Sprache und Kul- tur meiner Heimat kennen. Es war mir wichtig, dass er meine Wurzeln kennenlernt und die deutsche Kultur erlebt. Für ihn war das besonders aufregend, denn er hatte bis dato über- haupt keine Vorstellung von Deutschland, geschweige denn von Europa. Insofern war dies ein großer Schritt für ihn. Die Tatsache, dass er meinen kulturellen Background kennt, trägt sicherlich zum Gelingen unserer bi-kulturellen Ehe bei. BDAE: Sie haben zwei Töchter im Alter von acht und sechs Jahren. Machen die kulturellen Unterschiede zwischen Ihnen die Erziehung Ihrer Kinder manchmal etwas kompliziert? INTERVIEW „SPÄTESTENS WENN KINDER DA SIND, DENKEN VIELE EXPATS ÜBER EINE RÜCKKEHR IN DIE HEIMAT NACH“ Silke Irmscher lebt mit ihrem indo- nesischen Mann und ihren beiden Töchtern in Indonesien. Im Interview erzählt sie von der Erziehung ihrer Kin- der in einem anderen kulturellen Um- feld, dem Arbeitsstil der Indonesier und erläutert, was Expats in diesem Teil Südostasiens erwartet.
  6. 6. Irmscher: Eigentlich nicht. Vielleicht weil meine Psycholo- giekenntnisse dabei helfen, Unterschiede zu analysieren und zu verstehen. Dadurch wird wiederum Toleranz erst möglich. Ich muss einfach wissen, wo der Hase im Pfeffer liegt und dann kann ich auch mit kritischen Situationen gut umgehen. Allerdings haben meine Kinder den Blickwinkel auf die deut- sche Kultur und meine kulturelle Identität verändert. Man könnte fast sagen, ich habe mein deutsches Wesen durch sie erst richtig entdeckt beziehungsweise kennengelernt. BDAE: Inwiefern? Irmscher: Ich bin ein großer Fan der indonesischen Kultur und habe alle Verhaltensweisen immer sehr entspannt be- trachtet. Mittlerweile kritisiere ich einiges. Unmittelbar nach der Geburt meines ersten Kindes entstand der Wunsch, dass es nicht nur die Kultur seines Vaters, sondern mehr von der deutschen mitbekommen sollte. Möglicherweise lag es an den Hormonen, doch auch mit Abstand betrachtet, gibt es vieles am indonesischen Erziehungsstil, das ich für meine Kinder unter keinen Umständen wollte. Hier werden Kinder sehr ver- wöhnt und zu Unselbstständigkeit erzogen. Zugleich wird ein nahezu blinder Gehorsam gegenüber den Erwachsenen ein- gefordert, der eine gewisse Reflexionsfähigkeit vermissen lässt. Ich habe mir also noch einmal gewissermaßen das Know-how der eigenen Kultur angeeignet und ecke in Sachen Erziehung sicherlich öfter einmal an. So dürfen meine Kinder auch mal allein im Dreck spielen und weder ihr Vater noch ich rennen ihnen übervorsorglich ständig hinterher. Hier werden die Kin- der oft mit fünf Jahren noch von ihren Eltern gefüttert. Eine Schwägerin meines Mannes war damals regelrecht schockiert, als sie mitbekam, dass unsere Tochter bereits mit anderthalb Jahren alleine essen „musste“. Tatsächlich zeige ich in punkto Erziehung wenig Bereitschaft, Kompromisse einzugehen. Aber mein Ehemann akzeptiert und schätzt das sogar, weil er viele Vorteile erkennt. BDAE: Welche zum Beispiel? Irmscher: Dass wir als Familie zusammen essen, findet er sehr gut. Zwar ist Indonesien eine gruppenorientierte Kultur, dennoch sind die Beziehungen oft eher oberflächlich. Das deutsche Familienleben ist dagegen oft intensiver. BDAE: Was ist typisch indonesisch an Ihrem Ehepartner, was findet er typisch deutsch an Ihnen? Irmscher: Ich habe meinen Mann noch einmal extra dazu befragt. Er sagt, sehr Deutsch an mir sei meine Disziplin und meine Fähigkeit, mich gut zu organisieren. Als negativ deutsch-typisch empfindet er es, dass ich schnell in Stress ver- falle. Wobei meine Freunde immer meinen, ich sei die Gelas- senheit in Person. Daran sieht man, dass dies stets eine Frage der Perspektive ist. Mein Mann ist insofern klassisch indonesisch, als dass er Ge- lassenheit in allen Lebenslagen ausstrahlt und ein super Netz- werker ist. Die Fähigkeit, sich breit zu vernetzen, besitzen alle Indonesier. Facebook ist praktisch für sie geschaffen worden. Die durchschnittliche Freundesanzahl in diesem Social Net- work liegt bei 2.000 pro Person. Dies hängt sicherlich auch mit der starken Gruppenorientierung der Einheimischen statt. Unter den Indonesiern gibt es kaum Individualismus. Sie kön- nen auch nicht allein sein. Als Expats oder Austauschstuden- ten in Deutschland fallen sie oft in ein tiefes Loch, weil sie sich plötzlich so einsam fühlen. Für Deutsche ist die mangelnde Privatsphäre in Indonesien wiederum sehr schwierig. Wird man beispielsweise krank wird, kennt gleich das gesamte Um- feld die Diagnose. Bei unserer Nachbarin wurde kürzlich Dia- betes diagnostiziert – mein Mann kennt sogar den Wert ihres Blutzuckerspiegels. Selbst intimste Details werden herumge- tratscht. BDAE: Gibt es Dinge aus Deutschland, die Ihnen in Indone- sien manchmal fehlen? Wenn ja, welche sind dies? Irmscher: Ja, so fehlt mir etwa das Naturverständnis hierzu- lande. Wir leben in Jogjakarta – dem beliebtesten Touristenziel nach Bali – sehr schön gelegen und historisch wertvoll, be- kannt für seine Spiritualität und Ruhe. Und dennoch ist die Stadt inzwischen unangenehm zugepflastert mit Hotels; über- all fahren inzwischen Mopeds herum, es grassiert Verschmut- zung. Wir Deutschen haben vielleicht aufgrund unseres kulturellen Erbes einen romantischen Blick auf die Natur und versuchen diese zu bewahren und zu beschützen. In Indone- sien werden Reisfelder betoniert und es gibt keine staatliche Regulierung, die dies verhindern oder zumindest eindämmen könnte. Dadurch werden die Grünflächen weniger, es gibt im Grunde keinen öffentlichen Raum, an dem man sich erholen könnte – keine Parks oder grünen Zonen und vor allem keine Spielplätze. Es ist absurd: Dieses Land ist voller Kinder, aber es gibt keine Orte für sie. In Deutschland ist es paradoxerweise umgekehrt. Mit Kindern mal eben draußen Fahrradfahren oder Wandern gehen, funktioniert hier nicht. Der wachsende Wohlstand in der Bevölkerung senkt gleichzeitig die Lebens- qualität. Ich habe immer öfter ein Gefühl von Eingesperrtsein. BDAE: Was raten Sie Privatpersonen, die nach Indonesien auswandern beziehungsweise als Expats herkommen? 6 INTERVIEW
  7. 7. 7 Irmscher: Unter anderem ein Bewusstsein für das zu ent- wickeln, was ich eben beschrieben habe. Sie sollten wissen, dass es insbesondere in den Städten – und die meisten jobbe- dingten Aufenthalte werden in Jakarta sein – kaum Natur gibt, mit Glück bekommen Expats und ihre Familien eine Villa in einer in “gated Community“ gestellt – also in einer einge- zäunten Wohngegend, wo es Grünanlagen gibt. Allerdings bedeutet auch dies einen großen Einschnitt für Familien, denn die Kinder sind plötzlich nicht mehr frei, können nicht ohne weiteres Freunde nach der Schule treffen. Wer in der Stadt ar- beitet, muss wiederum jeden Tag Stau einkalkulieren. Für 20 Minuten Weg benötigt man aufgrund des hohen Verkehrsauf- kommens oft gut drei Stunden. Ansonsten rate ich stets, sich auf die Kultur des Gastgeberlan- des einzulassen. Dabei muss man nicht indonesisch werden. Jeder kann seine kulturelle Authentizität beibehalten und zu- nächst seine eigenen Grenzen testen. Die andere Kultur darf einen nicht auffressen, das tut einem sonst nicht gut. Die ei- genen Wurzeln kann man nicht verleugnen. Wem diese starke Gruppendynamik beispielsweise nicht gefällt, der muss sich ihr nicht unterwerfen. Es gehört auch dazu, diese persönliche Grenze höflich zu kommunizieren. BDAE: Wie würden Sie den indonesischen Arbeitsstil be- schreiben? Irmscher: Zum einen ist Zeit hier sehr dehnbar. Pünktlich- keit hat keine Priorität. Allerdings sind insbesondere die älte- ren Indonesier noch sehr obrigkeitshörig. Aber augenblicklich ist alles im Umbruch und auch westliche Führungsstile werden ausprobiert. Dennoch ist Selbstverantwortlichkeit für die ei- gene Arbeit noch nicht sehr weit verbreitet. Man wartet, dass der Chef einem sagt, ob man etwas richtig oder falsch macht. Dort gibt es für deutsche Expats die meisten Konflikte. Und Jasagen und Lächeln bedeutet bei Indonesiern nicht automa- tisch Zustimmung. Ich erlebe es immer wieder, dass Expats die Mimik der Einheimische völlig falsch verstehen. Lächeln tun In- donesier oft auch, um die Stimmung zu und ihr Gegenüber vor dem Gesichtsverlust zu bewahren. Zudem sollten auslän- dische Mitarbeiter sich nicht dagegen wehren, auch im Ge- schäftsleben über Privates zu reden. Es ist ein großer Fehler, Privates aus dem Beruf herauszuhalten. Indonesier wollen wis- sen, was für ein Typ man ist und insbesondere als Ausländer wird man permanent ausgefragt. BDAE: Planen Sie, irgendwann nach Deutschland zurückzu- kehren? Irmscher: Ja, wahrscheinlich werden wir gegen Ende der Grundschulzeit unserer Kinder, also in etwa vier Jahren zu- rückkehren. Viele Ausländer – unabhängig ihrer Herkunft – kehren wegen ihrer Kinder zurück ins Heimatland. Wir haben etwas Bauchschmerzen in punkto der hiesigen Schule und Bil- dung. Das System ist ganz anders als wir es in der westlichen Welt kennen. Eine gute Schule bedeutet für Indonesier, dass den Kindern dort Leistungsdruck bei einem immensen Pen- sum vermittelt wird. Familien geben wahnsinnig viel Geld für Nachhilfe aus. Teilweise sitzen die Kinder noch abends um Acht bei der Nachhilfe. Die Frage ist, wie viel Kindheit gönnt man Kindern? In Indonesien ist das chinesische Erziehungsmo- dell, bei dem es um strenge Disziplin und Erfolge geht, Vor- bild. Leider gibt es hier keine deutschen Schulen, deswegen unterrichte ich meine Kinder zusätzlich zu Hause in Deutsch und Heimatkunde. Hinzu kommt, dass ich mit meiner Familie auch einfach gern mal in Deutschland leben möchte. Nach knapp 15 Jahren im Ausland sehne ich mich immer öfter nach einem Leben in der Heimat. Abgesehen davon, können wir uns auch vorstellen, für ein paar Jahre ein, sagen wir „globaleres“ Leben zu führen und mal in ein ganz anders Land zu gehen. Wir leben in einem Zeitalter, wo es im Vergleich zu früher immer einfacher wird, in und mit fremden Kulturen zusammenzuleben und wir möchten diese Gelegenheit gern nutzen. Wer weiß, wo es uns als multikulturelle Familie noch hinverschlägt? INTERVIEW SILKE IRMSCHER Mit ihrer Firma Jogja InterKul- tur bringt Silke Irmscher euro- päische und indonesische Kulturen zusammen und dient als eine Anlaufstelle für Geschäftsleute, Akademiker und Kulturschaffende aus Europa und Indonesien. In interkulturellen Trainings und Coachings vermittelt ihr Team Verständnis für die Le- benswelt von Menschen ver- schiedener Kulturen. Darüber hinaus organisiert Jogja Inter- Kultur (inter-)kulturelle Pro- jekte, Workshops und Veranstaltungen. Dabei greift es auf ein Netzwerk interna- tionaler Institutionen aus dem wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Bereich zurück. http://www.jogja- interkultur.com/de
  8. 8. Das malaiische Sozialversicherungssystem steckt gewis- sermaßen noch in den Kinderschuhen und ist mit dem deutschen nicht vergleichbar. Folgende annähernd mit Deutschland vergleichbare Sozialversicherungs- zweige existieren in Malaysia: Die maximalen Geldleistungen aus Renten-, Erwerbsminde- rungs- und Unfallversicherung bewegen sich unter anderem aufgrund der niedrigen Beiträge in der Regel im niedrigen zweistelligen Eurobereich und stellen deshalb keine alterna- tive Absicherung für deutsche Entsandte dar. Eine Arbeitslo- senversicherung existiert bislang nicht. Zudem gibt es keine obligatorische Krankenversicherung, das bedeutet, dass nie- mand dazu verpflichtet werden kann, sich krankenzuversi- chern. Qualitativ hochwertige Gesundheitsversorgung nur in malaiischen Großstädten Eine staatliche Grundversorgung im Gesundheitsbereich ge- währleistet Malaysia dennoch. Das malaiische Gesundheits- system besteht aus zwei Bereichen: der überwiegend öffentlichen Versorgung und dem privaten Gesundheitssek- tor. Die freie staatliche Heilfürsorge wird über Steuern und Subventionen finanziert und in den öffentlichen Kranken- häusern und Kliniken können sich Patienten gegen eine ge- ringe Aufnahmegebühr (ca. 40 Ringits – 10 Euro für Ausländer) behandeln lassen. Die Versorgung gilt als einfach, aber günstig, deckt jedoch nicht das ganze Land ab – insbe- sondere ländliche Regionen sind unterversorgt. Dem westli- chen Standard entsprechen lediglich die Universitäts- krankenhäuser in Kuala Lumpur, Kota Bahru und Kuantan. Die Versorgung an privaten Häusern hat in der Regel eben- falls ein relativ hohes Niveau, muss aber auch aus eigener Ta- sche bezahlt werden. Entsendende Unternehmen sollten für ihre Expats deshalb unbedingt eine weltweit gültige Aus- landskrankenversicherung abschließen. FAKTEN ÜBER DAS SOZIALVERSICHERUNGSSYSTEM VON MALAYSIA RECHTLICHES 8 • Grundsicherung in der Krankenversorgung (Sick- ness Benefits): durch Steuern und Subventionen finan- ziert. • Der Rentenfonds (Employees‘ Provident Fund – EPF): Arbeitgeber zahlen maximal 13 Prozent und Arbeit- nehmer maximal 11 Prozent ihres Einkommens in den Fonds. • Erwerbsminderungsrente (Social Security Organisa- tion – SOCSO): Arbeitgeber zahlen 1,75 Prozent und Arbeitnehmer 0,5 Prozent ihres Einkommens. • Unfallversicherung (Work Injury benefits). Wird fi- nanziert über die SOCSO. © tashatuvango - Fotolia.com
  9. 9. 9 Kein Sozialversicherungsabkommen zwischen Deutsch- land und Malaysia Weil das Sozialsystem Malaysias mit den europäischen Stan- dards nicht mithalten kann, hat Deutschland auch kein Sozi- alversicherungsabkommen (SVA) mit diesem Land geschlossen, das Wartezeiten und Versicherungsleistungen anrechnen und Doppelversicherungen vermeiden könnte. Die meisten deutschen Unternehmen möchten deshalb ihre Auslandsentsandten im deutschen Sozialversicherungssystem belassen. Dies ist allerdings nur unter ganz bestimmten Be- dingungen möglich. Faktisch muss ein Mitarbeiter im sozial- versicherungsrechtlichen Sinne entsandt werden, um weiterhin in Deutschland seine Beiträge zu zahlen und auch hierzulande versichert zu bleiben. Ob eine Entsendung im Sinne des Paragrafen 4 des vierten Sozialgesetzbu- ches (SGB IV) vorliegt, muss die Personal- abteilung des entsendenden Unternehmens prüfen. Demnach ist bei der Be- schäftigung eines Mitarbei- ters beispielsweise bei einer ausländischen Beteiligungsge- sellschaft (z. B. einer Tochter- gesellschaft) die Fortführung des deutschen Sozialversicherungsver- hältnisses im Wesentlichen gege- ben, wenn der Schwerpunkt der rechtlichen und tatsächlichen Ge- staltungsmerkmale der Beschäfti- gung bei dem deutschen Unternehmen liegt. Dies ist dann der Fall, wenn • der wirtschaftliche Wert der Arbeit dem deut- schen Unternehmen zuzurechnen ist, • der Entgeltanspruch sich gegen das deutsche Unterneh- men richtet, • das deutsche Unternehmen das Gehalt des Mitarbeiters im Inland als Betriebsausgabe steuerrechtlich geltend macht, und nicht dieses (teilweise) dem ausländischen Un- ternehmen in Rechnung stellt (vgl. Urteil des BSG vom 07.11.1996 – 12 RK 79/94 – USK 9651) und • die Weisungsbefugnis gegenüber den Expatriate weiterhin beim deutschen Unternehmen verbleibt. Die beiden letzten Punkte (steuerliche Weiterbelastung des Gehaltes und Weisungsbefugnis) treffen auf die meisten Auslandseinsätze jedoch nicht zu. Das bedeutet, dass der Ex- patriate in den meisten Fällen in das Sozialversicherungssy- stem des Gastlandes übertreten muss und nicht im deutschen System verbleiben darf. Wie können also Unternehmen, die Mitarbeiter nach Malaysia entsenden, diese so absichern, dass ihnen keine Nachteile entstehen? Um einen einheitlichen Versicherungsverlauf speziell in der Rentenversicherung zu sichern empfiehlt es sich, einen An- trag auf Pflichtversicherung in der Rentenversicherung für Arbeitnehmer im Ausland gemäß § 4 SGB VI1 zu stellen. Voraussetzung dafür ist, dass die Versicherung von einer Stelle beantragt wird, die ihren Sitz im Inland hat. In punkto Arbeitslosenversicherung besteht die Möglich- keit, ein Versicherungspflichtverhältnis auf Antrag in der deutschen Arbeitslosenversicherung gemäß § 28a SGB III zu begründen. Voraussetzung für die Versicherungspflicht ist, dass die an- tragstellende Person innerhalb der letzten 24 Monate vor Aufnahme der Tätigkeit oder Beschäfti- gung in einem Staat außerhalb eines Mitgliedsstaates der Euro- päischen Union mindestens 12 in einem Versicherungspflicht-ver- hältnis gestanden hat. Die Bei- träge sind unabhängig vom individuellen Einkommen. Das Ar- beitslosengeld aus einer solchen freiwilligen Versicherung berechnet sich dementsprechend nicht nach der Höhe die- ser Beiträge. Eine Alternative wäre eine private Arbeitslosenversicherung für den Expatriate, sofern dieser bei Eintritt der Arbeitslosigkeit seinen Wohnort nach Deutschland verlegt und den Antrag auf Arbeitslosen- geld in Deutschland stellt. Dank dieser kann der Expat die Höhe des Arbeitslosengeldes vorher festlegen. Für den Fall, dass der deutsche gesetzliche Unfallversiche- rungsschutz für die Dauer einer Auslandstätigkeit nicht her- geleitet werden kann, haben einige Träger der Unfall- versicherung von der Möglichkeit eine besondere Auslands- versicherung nach § 140 Abs. 2 und 3 SGB VII einzurichten, Gebrauch gemacht. Angeboten wird eine freiwillige Unfall- versicherung, die vor allem Fälle erfasst, in denen während des Auslandseinsatzes der Unfallversicherungsschutz nicht mehr gegeben ist. Darüber hinaus gibt es wenige private An- bieter für weltweit gültige Unfallversicherungen. Noch ein wichtiger Hinweis: Im Rahmen ihrer Fürsorgepflicht sind Unternehmen dazu angehalten, entsandte Mitarbeiter im Ausland nicht schlechter zu stellen als deren inländische Kollegen. Eine alternative Versorgung in der Sozialversiche- rung ist deshalb unerlässlich. RECHTLICHES © Piotr Pawinski - Fotolia.com
  10. 10. 10 Am 9. Juli 2015 haben die Abgeordneten der Europäi- schen Kommission dafür gestimmt, die EU-Urheber- rechtsrichtlinie von 2001 in einigen Punkten zu ändern. Für eine mediale Aufregung sorgte dabei im Vorfeld der Vor- schlag, die so genannte Panoramafreiheit innerhalb der Eu- ropäischen Union (EU) zu vereinheitlichen. Doch nun stimmte eine große Mehrheit dagegen. Somit bleibt es den einzelnen EU-Staaten weiter selbst vorbehalten, wie sie mit den Urheberrechten von Fotos öffentlicher Bauten und Kunstwerke verfahren. In einem Antrag vor dem Hintergrund der geplanten Urhe- berrechtsreform war vorgeschlagen worden, die Panorama- freiheit europaweit einzuschränken. Derartige Restriktionen gibt es bereits für einige Länder. So ist es zum Beispiel in Frankreich zwar problemlos erlaubt, den Eiffelturm bei Tag zu fotografieren und entsprechend zu veröffentlichen; den nächtlich angestrahlten Eiffelturm hat sich jedoch die franzö- sische Firma, die die Licht-Installation entworfen hat, schüt- zen lassen. Das bedeutet: Den Eiffelturm bei Nacht dürfen Touristen also gerne in ihrem privaten Fotoalbum verewigen, nicht aber auf ihrer Facebook-Seite oder als Selfie in ihrem Instagram- oder Twitter- Account veröffentli- chen. Auch in Italien, Griechenland, Belgien und Luxemburg müs- sen Reisende äußerst vorsichtig sein, wenn es um die Veröf- fentlichung oder gewerbliche Nutzung von Fotografien nationaler Wahrzeichen und Kunstwerke geht (siehe Grafik). Deutschland wiederum sieht überhaupt keine Grenzen der Veröffentlichung von Fotos öffentlicher Gebäude oder künst- lerischen Produkten vor. Quelle: „Panoramafreiheit in Europa (Karte)“ von Maximilian Dörrbecker (Chumwa) – Eigenes Werk, using:File:Levels of Freedom of Panorama in Europe.svg. Lizenziert unter CC BY- SA 3.0 über Wikimedia Commons Aufgrund des Vorschlages, die Panoramafreiheit europaweit einheitlich einzuschränken, fürchteten vor allem Profi-Foto- grafen, dass ihr Job zumindest in der Öffentlichkeit deutlich beeinträchtigt wird. EU-Bürger wiederum waren besorgt, sich womöglich mit harmlosen Urlaubsselfies haftbar zu ma- chen, nur weil das Bild neben einer Werbeanzeige auf Face- book oder einem anderen sozialen Netzwerk auftauchen könnte. Die EU- Kommission will noch in diesem Jahr eine Gesetzes- initiative zum Urheberrecht vorlegen. Grundsätzlich wird eine Erneuerung weitgehend befürwortet, denn dieser Rechtsbe- reich muss sich an die geänderten Rahmenbedingungen des Alltages anpassen. 2001 gab es weder Youtube, noch Face- book, Twitter, Instagram und Co., über die sich Werke, die unter das Urheberrecht fallen, rapide über alle Grenzen hin- weg verbreiten. VORERST KEINE EINSCHRÄNKUNG DER PANORAMAFREIHEIT IN DER EU RECHTLICHES DEFINITION PANORAMAFREIHEIT (AUCH STRASSENBILD- FREIHEIT) Dabei handelt es sich um eine Einschränkung des Urheber- rechts, bei der Fotografien, Videomaterial oder andere Abbildungen von Werken an öffentlichen Orten (dazu ge- hören Beispiel Wahrzeichen wie das Brandenburger Tor) nur dann gewerblich etwa auf Webseiten oder in sozia- len Netzwerken wie Facebook genutzt werden dürften, wenn die Urheber (also die Erschaffer oder Produzenten) einwilligen. Die Panoramafrei- heit ist in den einzelnen EU- Staaten unterschiedlich geregelt.
  11. 11. 11 RECHTLICHES Seit dem 1. Juli gelten in Frankreich durch Änderungen im Verkehrsrecht neue Bestimmungen für die Promille- grenze und das Telefonieren am Steuer. So wurde die Promillegrenze für Fahr- anfänger in den ersten drei Jahren des Führerscheinbesitzes von 0,5 auf 0,2 Promille gesenkt. Verstöße gegen diese Regelung werden mit einer hohen Geld- strafe von bis zu 4.500 Euro geahndet. Außerdem ist das Telefonieren beim Autofahren künftig nur über eine Frei- sprecheinrichtung erlaubt. Die Verwen- dung von Headsets, Kopf- oder Ohr- hörern beim Fahren ist verboten. Bei Verstößen droht eine Geldstrafe von 135 Euro. Auch andere vom Fahren ab- lenkende Aktivitäten, wie beispiels- weise Schminken oder Essen am Steuer oder auch das Hören von lauter Musik, können je nach Ermessen der Polizei mit Geldbußen bestraft werden. Ein Rauchverbot in Autos, in denen minderjährige Kinder an Bord sind, soll in Kürze als Teil des Anti-Tabak-Geset- zes in Kraft treten. Quellen: www.cibt.de und www.tip.de FRANKREICH: WICHTIGE ÄNDERUNGEN IM VERKEHRSRECHT © Zarya Maxim - Fotolia.com In unserer letzten Ausgabe berichte- ten wir auf Seite 6 über Einreisebe- stimmungen in verschiedene Länder. Ein Newsletter-Leser hat uns nun da- rauf hingewiesen, dass die Informatio- nen zu den Einreisebestimmungen in Thailand teilweise falsch oder unvoll- ständig seien. Im Folgenden lesen Sie die Korrekturen, die uns der Leser zu- geschickt hat: Nur sehr wenige Nationalitäten benöti- gen ein 'Visa on Arrival'. Die Staatsan- gehörigen der meisten Länder (so auch D-A-CH) bekommen ein 'Visa Exempt'. Das ist die Befreiung von einer Visa- pflicht (kein Visum!). Es ist die 30-tä- gige Einreiseerlaubnis ohne ein Visum, was im Artikel fälschlicherweise als 'Visa on Arrival' bezeichnet wird. Die einmalige Verlängerung der Einrei- seerlaubnis um weitere 30 Tage ist hin- gegen zwischenzeitlich völlig unpro- blematisch. Sie kostet 1.900 THB (rund 50 Euro) und ist bei jeder, für den je- weiligen Aufenthaltsort zuständigen Immigration, zu haben. Reisen in die Nachbarländer sind nur bei dem so genannten Back-to-Back kritisch. Also beispielsweise die Aus- reise mit sofortiger Wiedereinreise in Königreich. In diesem Fall wird häufig vermutet, dass der es der einzige Zweck der Reise ist, weitere 30 Tage Aufenthaltsgenehmigung zu ergattern. Es werden dann nur sieben weitere Tage gewährt. ERGÄNZUNG ZUM THEMA EINREISEBESTIMMUNG THAILAND Zahlreiche italienische Innenstädte sind für den Verkehr gesperrt. Die Fahrverbotszonen (italienisch: Zona a traffico limitato, abgekürzt ZTL) sollen die historischen Stadtzentren vom Ver- kehr freihalten und dadurch die Luft- und Umweltverschmutzung verringern. Urlauber sollten auf eine entspre- chende Beschilderung achten. Denn Verstöße gegen das Einfahrtverbot werden laut ADAC empfindlich geahn- det: Das Bußgeld beträgt mindestens 80 Euro. Dieser Betrag verdoppelt sich, sofern nicht innerhalb von 60 Tagen bezahlt wird. Ausnahmen gelten vielerorts beispiels- weise für Fahrzeuge von Touristen, deren Hotels in Fahrverbotszonen lie- gen. Dort kann man das Kennzeichen vorab oder bei der Ankunft registrieren lassen und so problemlos die oft video- überwachten Fahrverbotszonen passie- ren. Auch behinderte Verkehrsteil- nehmer erhalten in vielen Städten eine Zufahrtsberechtigung, wenn sie einen Nachweis ihrer Behinderung bei der entsprechenden Kommune vorlegen. Wichtig: Die Freischaltung sollte man sich von Hotel oder Kommune bestäti- gen lassen, um gegen etwaige Buß- geldbescheide Einspruch einlegen zu können. Auf der Suche nach einer Sehenswür- digkeit oder einem Parkplatz kann es passieren, dass man versehentlich mehrmals hintereinander in eine ZTL einfährt und von einer Videokamera er- fasst wird – dann wird der Betrag für jede Einfahrt erneut fällig. Auch wenn der Verstoß mit einem Mietwagen er- folgt, entgeht man der Geldbuße nicht: Die Autovermietungen geben die Mieterdaten weiter und berechnen darüber hinaus eine Bearbeitungsge- bühr von bis zu 50 Euro. Darum gilt generell: Auf Schilder mit Durchfahrts- verboten achten und im Zweifelsfall für die Fahrt ins Stadtzentrum auf öffentli- che Verkehrsmittel umsteigen. MIT DEM AUTO DURCH ITALIEN: AUF FAHRVERBOTSZONEN ACHTEN
  12. 12. 12 EXPATRIATES Wer von seinem Arbeitgeber in die Schweiz entsandt wird, sollte sich vorab unbedingt über die Wohnsitua- tion vor Ort informieren und die üblichen Mietpreise kennen. Unter Umständen könnte dies die Gehaltsverhandlungen be- einflussen. Eine Wohnung in der Schweiz zu finden, ist alles andere als einfach, denn es gibt praktisch keinen Leerstand. Hinzu kommt, dass es im Vergleich zu anderen europäischen Ländern vergleichsweise wenige Eigenheimbesitzer in der Schweiz gibt. Nur etwa jeder zehnte (11,2 Prozent) Schwei- zer besitzt der Statistik zufolge eine eigene Immobilie. Knapp 57 Prozent leben in einem klassischen Mietverhältnis, die an- deren Wohnverhältnisse beziehen sich auf Genossenschaften und so genannte Stockwerkseigentümer. Seit dem Jahr 2005 sind die Mieten in der Schweiz nach einem Report der Credit Suisse bei neuen Vertragsabschlüs- sen um durchschnittlich 1,6 Prozent pro Jahr gestiegen (siehe Abbildung). Bei den Angebotsmieten betrug das Wachstum sogar 2,9 Prozent. Die starke Zuwanderung im Jahr 2013 habe dafür gesorgt, dass die Abschlussmieten nach einem deutlichen Rückgang seit dem 2. Halbjahr 2013 wieder stär- ker steigen und somit aktuell ein Wachstum von 1,7 Prozent zu verzeichnen ist (2. Quartal 2014). Wie finden Expats in der Schweiz angesichts des angespann- ten Mietmarktes eine adäquate Bleibe? Neben der klassi- schen Suche über Immobilienportale wie auch in Deutsch- land verfügen viele Gemeinden in der Schweiz über Listen mit leer stehenden Wohnungen. Es kann hilfreich sein, direkt mit der Gemeindeverwaltung in Kontakt zu treten. Eine Übersicht der Gemeindeverwaltungen finden Interessierte hier: www.guichet-schweiz.ch. Zudem können Ausländer in der Schweiz über Immobilien- verwaltungen fündig werden, die für gewöhnlich eine große Zahl an Mietwohnungen in ihrem Portfolio haben. Eine Über- sicht der Immobilienverwaltungen nach Regionen gegliedert, ist auf dieser Seite zu finden: www.die-immobilienagentu- ren.ch. WOHNUNGSSUCHE IN DER SCHWEIZ: WAS EXPATS WISSEN SOLLTEN FAKTEN ZUR WOHNSITUATION IN DER SCHWEIZ: • Durchschnittliche Wohnfläche (2013): 99 m² • Durchschnittliche Wohnfläche pro Person: 45 m² • Durchschnittlicher Mietpreis (2012): 1.318 SFR (rund 1.263 Euro) • Anteil der 3 bis 4 Zimmer-Wohnungen: 54,4 Pro- zent Mietpreisentwicklung (qualitätsbereinigt) Mittlere Mietpreise 2014 nach Region
  13. 13. 13 EXPATRIATES Auch wenn man unter Umständen etwas tiefer in die Tasche greifen muss, so ist die Einbindung eines Maklers bei der Wohnungssuche oftmals ein zielführender Weg. Potenzielle Expats sollten mit ihrem Arbeitgeber verhandeln, inwieweit dieser die Kosten für eine solche professionelle Dienstlei- stung zu übernehmen bereit ist. Um Immobilienvermittler auf Seriosität zu prüfen, sollten Wohnungssuchende auf eine etablierte Geschäftsadresse, Referenzen und die Mitglied- schaft im schweizerischen Verband der Immobilienwirtschaft achten. Unter der Mitgliederdatenbank www.svit.ch sind Makler in der entsprechenden Wunschregion zu finden. Ähnlich wie in Deutschland auch, hat der Vermieter das Recht, Referenzauskünfte über Neumieter einzuholen sowie deren Solvenz zu überprüfen. Dafür verlangt er für gewöhn- lich in einem entsprechenden Anmeldeformular Angaben zum Einkommen, zum Arbeitgeber sowie aktuelle Betrei- bungsregisterauszüge. Oft fragen Vermieter auch nach Refe- renzpersonen, beispielsweise frühere Vermieter. Auch wenn man nicht dazu verpflichtet ist, diese Fragen zu beantwor- ten, so sinken jedoch die Chancen, für die Wohnung in die engere Wahl zu kommen, erheblich, wenn man sich weigert. Eine Besonderheit in der Schweiz sind die so genannten offi- ziellen Zügeltermine. Das bedeutet, dass viele Mietverträge eine dreimonatige Kündigungsfrist mit drei festen Terminen zum 31.März, 30.Juni und dem 30.September haben. Wer außerhalb dieser Frist aus der Wohnung ausziehen möchte, muss selbst für einen geeigneten Nachmieter sorgen. Diese Fristenregelung hat zur Folge, dass zu diesen drei Terminen die meisten Wohnungen frei sind. Somit haben Expats in der Schweiz Anfang April, Juli und Oktober die größte Auswahl an Wohnungen. Zum Mietvertrag gehört in der Regel auch ein Mietzinsdepot, das vergleichbar mit der Mietkaution ist. Bei Wohnungen darf die Kaution maximal drei Monatsmieten betragen. Die genauen rechtlichen Voraussetzungen für die Anmietung von Wohnungen in der Schweiz und die Rechte der Verbrau- cher finden Wohnungssuchende im Ratgeber Mietrecht des Schweizer Mieterverbands. Zu jeder Mietwohnung gehört normalerweise eine Einbaukü- che sowie eine Waschküche im Keller eines Mietobjektes. Auch ein Vollbad mit Spiegelwandschrank, WC-Rollenhalter und Handtuchhaltern ist im Regelfall vorzufinden. Komplett möblierte Wohnungen sind in der Schweiz eher eine Selten- heit. Expats, die für längere Zeit in der Schweiz leben, könn- ten wahlweise ihren Hausstand in die neue Wohnung verlagern oder – etwa im Fall der Untervermietung ihrer Im- mobilie in Deutschland – auf einem Einrichtungsbudget sei- tens des Arbeitgebers bestehen und die Wohnung vor Ort neu einrichten. Online-Einrichtungshäuser wie Casando lie- fern Möbel und Einrichtungsgegenstände europaweit. Wichtig: Wer aufwändige Veränderungen in der Wohnung vornimmt, beispielsweise die Verlegung eines neuen Fußbo- dens oder das Tapezieren von Wänden, sollte den Vermieter darüber informieren, damit dieser die Veränderungen ins Protokoll aufnimmt. Bestehen beim Auszug Differenzen zwi- schen Mieter und Vermieter, haben Expats die Möglichkeit, Wohnungsexperten des Schweizer Mieterinnen- und Mieter- verbands (MV) hinzuzuziehen. © JiSign - Fotolia.com
  14. 14. 14 FLUGREISENDE SO ZUFRIEDEN WIE NIE ZUVOR Einundneunzig Prozent der Flugrei- senden waren mit ihrem letzten Flug zufrieden oder sehr zufrieden. Das hat der aktuelle Verbraucherreport des Bundesverbands der Deutschen Luft- verkehrswirtschaft (BDL) ergeben. Die Verbraucher wurden nicht nur zum Flugerlebnis, sondern auch zu ihren Er- fahrungen am Boden befragt. Dabei gaben 94 Prozent der Passagiere an, sich bei ihrem letzten Abflug gut oder sehr gut am Flughafen zurechtgefun- den zu haben. Allgemein kam heraus, dass den Men- schen in Deutschland die sichere, preis- günstige und reibungslose Abwicklung der Basisdienstleistungen (der Trans- port zum Zielflughafen) wichtiger ist als zusätzliche Services: Sicherheit steht für 97 Prozent und Sauber- keit für 96 Prozent der Befragten im Vordergrund. Auch die Erreichbarkeit des Flughafens und die Freundlichkeit des Personals (jeweils 92 Prozent) sowie der Sitzkom- fort in der Kabine (91 Prozent) sind für die Kunden wesentliche Anforderun- gen. Das Unterhaltungsprogram an Bord (32 Prozent) sowie ein attraktives Vielfliegerprogramm (18 Prozent) wer- den hingegen als weniger wichtig ein- gestuft. Was sich schon bei der Gesamtheit zeigt, ist bei den Ge- schäftsreisenden noch deutlicher aus- geprägt: Jene Passagiere, die überwiegend beruflich mit dem Flug- zeug reisen, legen Wert auf eine schnelle Abwicklung der Basis- dienstleistung. Als sehr wichtig empfinden die Ge- schäftsreisenden die gute Erreichbar- keit des Flughafens (52 Prozent gegen über 41 Prozent bei allen Reisenden) und den Sitzkomfort in der Kabine (48 Prozent gegenüber 38 Prozent). Die Regeln zur Gepäckmitnahme, das Un- terhaltungsprogramm sowie die Ver- pflegung an Bord spielen bei Geschäftsreisenden eine eher unterge- ordnete Rolle. AIRLINES Was den Kunden beim Fliegen besonders wichtig ist Quelle: Forschungsgruppe Wahlen (n=1.010), Summenabweichung rundungsbedingt (www.bdl.aero) 44% 53% 97% 67% 30% 96% 41% 51% 92% 34% 58% 92% 38% 52% 91% 23% 52% 75% 9% 52% 61% 9% 41% 50% 10% 29% 39% 8% 25% 32% 3 15% 18% Sauberkeit an Bord sehr wichtig wichtig Sicherheitsgefühl Erreichbarkeit des Flughafens Freundlichkeit des Personals Komfort der Sitze in der Kabine großzügige Gepäckregeln Komfort der Wartebereiche Essen und Trinken an Bord bestimmte Fluggesellschaft attraktives Unterhaltungsprogramm attraktives Vielfliegerprogramm
  15. 15. Air China, die zweitgrößte Fluggesellschaft der Volksre- publik China, eröffnet am 29. Oktober dieses Jahres eine Direktverbindung von Peking nach Johannesburg. Es ist die erste Flugverbindung einer chinesischen Airline zwischen dem chinesischen Festland und Südafrika sowie die erste Ver- bindung von Air China nach Afrika. Die neue Nonstop-Verbindung wird drei Mal wöchentlich be- dient. Der Hinflug wird immer dienstags, donnerstags und sonntags angeboten. Die Boeing 777-300ER hebt jeweils um 23.15 Uhr Pekinger Zeit in der chinesischen Hauptstadt ab und erreicht Südafrika am nächsten Tag um 7.35 Uhr Orts- zeit. Montags, mittwochs und freitags startet der Flieger für den Rückflug um 11.50 Uhr Ortszeit in Johannesburg mit Ankunft in Peking um 7.30 Uhr Pekinger Zeit. 15 AIR CHINAVIER VON ZEHN INTERNETNUTZERN MÖCHTEN AUCH IM FLUGZEUG SURFEN AIRLINES Immer weniger Passagiere wollen auch auf Flugrei- sen aufs Internet nicht ver- zichten. Dies ergab eine Umfrage des Bundesver- bands Informationswirt- schaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. (Bit- kom). Demnach gaben vier von zehn Internetnutzern (44 Prozent) an, dass sie auch an Bord eines Flugzeu- ges surfen wollen. Bei den 30- bis 49-Jährigen wünscht sich sogar fast jeder Zweite (49 Prozent), auf Flugreisen online bleiben zu können. Es sei der Wunsch vieler Ur- lauber und Geschäftsrei- sende auch während eines Fluges online auf die eigene Musik und Bücher sowie wichtige Geschäftsunterla- gen zurückzugreifen. Bereits jetzt können Flugrei- sende ihre mobilen Endge- räte bei vielen Airlines selbst während des Starts und der Landung im Flugmodus nut- zen. Dabei ist das Gerät of- fline, kann aber beispiels- weise zum Musikhören be- nutzt werden. Ein Internet- zugang ist erst bei wenigen Airlines beziehungsweise nur auf ausgewählten Strek- ken verfügbar. Ein Grund dafür könnte sein, dass der technische Aufwand zur Be- reitstellung von Internet an Bord vergleichsweise hoch ist. Der hohe Aufwand spie- gelt sich auch in den Preisen für Internet im Flugzeug wider. Laut Umfrage haben daher auch erst zwei Pro- zent der Reisende einen Zu- gang an Bord genutzt. Neuer Service für ausländische Gäste: Die jüngste Version der Frankfurter Airport App übersetzt die deutsche Be- schilderung in die Muttersprache vieler Flughafengäste. Mögli- che Sprachen sind: Chinesisch, Japanisch, Russisch, Arabisch, Koreanisch und Spanisch. Möglich macht dies das neue „SignTranslatore“-Feature. Alles was Reisende tun müssen, ist sich die neuste Version der App auf ihr mobiles Endgerät herunterzuladen beziehungsweise das Update zu installieren. Werden damit die Flughafenschil- der der Terminals fotografiert, übersetzt die App diese auto- matisch. Neben der neuen Übersetzungsfunktion bietet die App Aus- kunft über den aktuellen Status von Flügen. Passagiere kön- nen auch ihren Standort am Airport bestimmen und sich den Weg zu ihrem Ziel anzeigen lassen. Die App kann kostenlos im Apple Store und bei Google Play heruntergeladen werden. FRANKFURT AIRPORT APP © peshkov - Fotolia.com © PiXXart Photography - Fotolia.com
  16. 16. 16 VERMISCHTES URLAUBSREISE: WELCHE VERSICHERUNGEN INS GEPÄCK GEHÖREN Das Reiseverhalten und der damit verbundene Planungsumfang der Menschen unterscheidet sich in vieler- lei Hinsicht - international und altersbe- zogen. Junge Menschen, die als Rucksacktouristen unterwegs sind, be- nötigen eine andere Gepäck-Ausstat- tung als beispielsweise die ältere Generation, die den Wellness – und Luxusurlaub für sich entdeckt hat. Für Familien mit Kindern wiederum kön- nen die Koffer gar nicht groß genug sein, weil nicht nur ausreichend Ersatz- kleidung mitgenommen werden muss, sondern auch Spielzeug, Kuscheltier und eine größere Menge an speziellen Kosmetika die Taschen füllen. Was jedoch jeder mit dabei haben sollte, ist eine Reiseapotheke. Der In- halt dieser ist dabei von verschiedenen Faktoren abhängig wie der Reisedauer, der Reiseart und dem Ziel des Urlaubs. Diverse Webseiten informieren, was wirklich dabei sein sollte und was ab- hängig von der jeweiligen Zielgruppe ein zusätzliches Muss darstellt. Weiter- hin sollte unbedingt rechtzeitig über- prüft werden, ob für das Reiseziel ein Visum benötigt wird und ob es son- stige Einreisebestimmungen gibt. Ebenso sollte der Ausweis auf Gültig- keit kontrolliert werden und es ist zu recherchieren, ob zusätzlich ein Reise- pass erforderlich ist. Bei vielen Reisenden kommt eines zu kurz, und zwar die Reiseversicherun- gen. Zwingend erforderlich ist eine Rei- sekrankenversicherung, damit Urlauber nicht auf Ihren Kosten sitzen bleiben. Zwar gilt innerhalb der EU die Europäi- sche Krankenversichertenkarte, aber die Kassen erkennen nicht alle im Aus- land erbrachten Leistungen an und Touristen müssen privat in Vorleistun- gen gehen. Außerhalb der EU sollte jeder Urlauber zwingend eine weltweit gültige Auslandskrankenversicherung abschließen. Wichtig: Die meisten Rei- sekrankenversicherungen haben nur eine begrenzte Gültigkeit. Bei einer längeren Unternehmung sollte daher besser eine Auslandskrankenversiche- rung in Erwägung gezogen werden. Achten Sie bei jeglicher Absicherung im Ausland darauf, ob die Police auch Arzt- und Krankenhausbesuche im Ausland abdeckt. Auch die Haftpflichtversicherung soll- ten Langzeitreisende auf weltweite be- ziehungsweise europaweite Gültigkeit prüfen. Unter Umständen lohnt es sich zudem, eine Rechtsschutzversicherung abzuschließen. Bei Reisen mit Kindern oder älteren Menschen kann eine Rei- serücktritts- und Reiseabbruchversiche- rung sinnvoll sein. Insbesondere jüngere Menschen sind sich über die Folgen einer Unterversicherung nicht im Klaren oder Verdrängen den Gedan- ken an dieses Thema. © Nolight - Fotolia.com Wer im Urlaub gerne mit einem Mietwa- gen die Umgebung erkundet, sollte eine spezielle Autoversicherung abschließen, da die Deckungssummen der Haftpflicht im Ausland oft zu gering sind, um ausrei- chend Schutz zu bieten. Bei allen Versi- cherungen sollte immer geprüft werden, ob auch alle Reisenden im Versicherungs- schutz eingeschlossen sind. Obwohl die Vorbereitungen eines Ur- laubs viel Zeit in Anspruch nehmen kön- nen, sollte die Zeit genossen werden. Laut dem Portal pressetext.com hatten Forscher der Erasmus-Universität in Rot- terdam und der NHTV Breda University of Applied Sciences in einer Studie an mehr als 1.500 erwachsenen Niederländern herausgefunden, dass das Glücksgefühl nicht lange anhält. Von den insgesamt 1.530 Befragten gingen 974 während der Dauer der Studie auf Urlaub. “Am glücklichsten waren jene Menschen, die gerade daran waren, ihren Urlaub zu pla- nen. Das ist möglicherweise auf eine Vor- freude zurückzuführen”, so der Forscher gegenüber pressetext.
  17. 17. 17 VERMISCHTES UMFRAGE: DIE ATTRAKTIVSTEN NATIONEN IN EUROPA Die Spanier gelten bei den Deutschen als die Schönsten auf der ganzen Welt, gut ein Viertel (24 Prozent) ist die- ser Ansicht – zumindest wenn man einer Umfrage der Reise- suchmaschine momondo unter jeweils 1.000 Personen in 15 Ländern Glauben schenkt. Auf Platz Zwei kürten die Deut- schen die Italiener (22 Prozent). Den dritten Rang belegen die nordischen Schönheiten aus Schweden (17 Prozent). Des Weiteren sind die deutschen Frauen beliebt bei ihren männlichen Landsleuten. Von ihnen finden 27 Prozent die ei- genen Mitbürger am attraktivsten während dies nur bei 17 Prozent der Frauen der Fall ist. Auf eine ähnliche Weise erklä- ren sich die Zustimmungswerte für die Schweden. Diese fin- den vor allem bei den deutschen Männern Anklang (21 Prozent), von den deutschen Frauen finden nur 12 Prozent die Schweden am attraktivsten. Die dunkelhaarigen, braun- gebrannten Südländer haben es Umfrageteil- nehmern aus zahlrei- chen Ländern angetan. Nicht nur die Deutschen geben den Italienern Spit- zenwerte, auch Portugiesen (39 Prozent), Spa- nier (32 Pro- zent) und Türken sind ihrem Charme verfallen. Die Spanier erhalten umgekehrt von den Italienern (35 Prozent), Dänen und Briten (jeweils 21 Prozent) Zu- spruch. Bemerkenswert: Elf der fünfzehn befragten Nationalitäten und damit die Mehrheit findet die eigenen Mitbürger am schönsten. Das gilt unter anderem auch für die ohnehin schon beliebten Italiener und Spanier. Aber auch Schweden, Dänen, Norweger, Franzosen, Portugiesen, Russen, Türken, Briten und US-Amerikaner finden, dass zuhause die Men- schen am ansprechendsten aussehen. Als weniger hübsch empfinden die Umfrageteilnehmer je- doch die Russen (von allen Nationalitäten weniger als zehn Prozent mit Ausnahme der Türken, 23 Prozent). Ähnliche Er- gebnisse erzielen Finnen, Chinesen und Por- tugiesen. designed by freepick.com
  18. 18. Dänemark 51% Schweden 41% UK 16% Frankreich 15% Italien 12% Spanien -9% Griechenland -13% Portugal -22% Kroatien -25% Rumänien -46% Ungarn -47% Bulgarien -53% 18 VERMISCHTES DIE GÜNSTIGSTEN URLAUBSLÄNDER IN DER EU Wer beim Urlaubstrip auf seinen Geldbeutel achten muss, sollte laut Daten von Eurostat Dänemark und Schweden meiden. Das Preisniveau für Gaststätten und Ho- tels lag 2014 hier 51 Prozent, beziehungsweise 41 Prozent über dem in Deutschland. Das Vereinigte Königreich (16 Pro- zent), Frankreich (15 Prozent) und Italien (12 Prozent) sind ebenfalls teurer. Geringer sind die Kosten demnach in belieb- ten Urlaubsländern wie Spanien (-9 Prozent), Griechenland (- 13 Prozent) und Portugal (-22 Prozent). Noch günstiger ist zum Beispiel Bulgarien (-53 Prozent). Wo Urlaub in der EU besonders teuer ist Abstand des Preisniveaus für Gaststätten und Hotels 2014 im Vergleich zu Deutschland JEDES DRITTE PAAR WÜRDE GERNE OHNE KINDER VERREISEN Sandburgenbauen am Strand statt Relaxen im Liegestuhl, Gemecker im Museum und Geschrei beim Abendessen – der Nachwuchs kann im Urlaub ganz schön auf die Nerven gehen. Kein Wunder also, dass sich viele Eltern zur Abwechs- lung einmal nach einem kinderlosen Urlaub sehnen. Mehr als jedes dritte Elternpaar (37,7 Prozent) mit minder- jährigen Kindern, freut sich schon heute darauf, mal wieder ganz ohne Kinder zu verreisen. Das hat eine repräsentative Umfrage im Auftrag des Gesundheitsmagazins “Apotheken Umschau” ergeben. Darin gibt jeder Vierte (24,5 Prozent) gleichzeitig zu, dass der Urlaub mit den Kindern manchmal so stressig ist, dass er ganz froh ist, wenn die Ferien wieder vorbei sind. Eine Alternative scheint für etliche Eltern ein Urlaub mit Kin- derbetreuung zu sein: Drei von zehn der Befragten (30,2 Pro- zent) suchen sich gezielt Urlaubsziele mit einem Kidsclub oder Kinderanimation aus, damit sie auch mal Zeit ohne die Kinder verbringen können. © Ivonne Wierink - Fotolia.com
  19. 19. 19 GESUNDHEIT © viperagp - Fotolia.com REISENOTFALLMAPPE SOLLTE MIT INS URLAUBSGEPÄCK Wer während des Urlaubs im Ausland in Not gerät, kann nicht immer umfassend Auskunft geben. In einem solchen Fall ist es für den Betroffenen, die Begleiter oder die Ärzte im Krankenhaus nützlich, wenn eine Reisenot- fallmappe vorhanden ist. „Sie gibt nicht nur Auskunft, wer zu verständigen ist, dort finden sich auch Angaben zu Vorer- krankungen, medizinischen Unverträglichkeiten und ver- schriebenen Medikamenten, die relevanten Versicherungen und Bankdaten sowie Kopien von Personalausweis und Rei- sedokumenten“, sagt Notfall-Experte Hans-Walter Schäfer. Die von ihm entwickelte Mappe enthält zudem etwaige Ver- fügungen und Vollmachten bis hin zum Organspendeaus- weis. Der zweifache Familienvater weiß aus eigener Erfahrung, wie schnell der Ernstfall auf Reisen in fremden Ländern eintreten kann – und wie sich dann Hilflosigkeit ausbreitet. Die Reisen- otfallmappe sei das „Schweizer Taschenmesser“ der mobilen Vorsorge: Eine Sammlung kleiner Werkzeuge für brenzlige Situationen unterwegs. Auch wenn es nicht immer gleich um Leben und Tod geht: Schon beim Verlust des Portemonnaies leistet sie gute Dien- ste, wenn zum Beispiel die Geldkarte zu sperren, ein Ersatz- ausweis zu beschaffen oder die Versicherung zu verständigen ist. „Wer kennt schon alle Kartennummern auswendig?“. Sein Tipp: Die Mappe gleich doppelt anlegen. Eine kommt ins Reisegepäck, die andere bleibt daheim bei einem Vertrauten, der per Telefon erreichbar ist. Oder, ganz modern, sie wird als PDF auf einen Webserver gelegt. „So kommt man selbst dann noch an die Inhalte, wenn das ge- samte Gepäck schon bei Reiseantritt verloren geht“. Die mehrseitige Mappe inklusive Ausfüllanweisung steht kos- tenlos zum Download unter www.wenn-traenen- trocknen.de zur Verfügung. VOR REISEBEGINN: IMPFUNGEN UND REISEAPOTHEKE Damit die Urlaubszeit erholsam und entspannend wird, sollten einige Vorkehrungen getroffen werden. Meist genügt es nicht nur das ideale Reiseziel auszuwählen, Hotel- und Flugtickets zu buchen sowie Koffer zu packen – wer stressfreier verreisen möchte, sollte sich rechtzeitig Gedan- ken zum Thema Impfungen und Reiseapotheke machen. Dies gilt insbesondere, je exotischer das Zielland ist. Welche Impfungen notwendig sind, hängt von unterschiedli- chen Faktoren ab. Nicht nur das Reiseland, sondern auch Ge- sundheitszustand und Alter des Reisenden sowie Reisestil und Dauer des Aufenthaltes haben Einfluss auf den notwen- digen Impfschutz. Besonders hoch ist das Risiko für Kinder, Ältere und Kranke, sich bei fehlenden Impfungen mit einer Krankheit anzustecken, die einen schweren Verlauf nehmen oder sogar zum Tod führen kann. Es ist daher ratsam, sich vor Reisen ins Ausland landesspezifisch von seinem Hausarzt oder dem Tropeninstitut beraten zu lassen. Rund drei Viertel der Deutschen (72 Prozent) haben laut einer Umfrage des internationalen Marktforschungs- und Be- ratungsinstituts YouGov eine Reiseapotheke im Reisegepäck. Diese scheint allerdings häufig nicht vollständig ausgestattet zu sein, denn jeder zweite Befragte (48 Prozent) gibt an, im Urlaub im Ausland schon einmal Medikamente gekauft zu haben. Doch was genau sollte in der Reiseapotheke nicht fehlen? Das Auswärtige Amt rät zur Mitnahme einer Erste-Hilfe-Aus- stattung, die bei jeder Apotheke vor Ort oder Onlineapothe- ken erhältlich ist. Insbesondere bei Reisen in Länder mit einer schlechten medizinischen Versorgung, hat das Auswärtige Amt eine Liste mit Medikamenten-Vorschlägen zusammen- gefasst. Zusätzlich gehören individuelle Medikamente, wie etwa bei Bluthochdruck und Schilddrüsendysfunktionen in ausreichen- der Menge in die Reiseapotheke. Wichtig ist die Absprache mit dem Hausarzt, denn nicht in jedes Land können Medika- mente uneingeschränkt eingeführt werden. Insbesondere wer Medikamente, die zu den Betäubungsmitteln zählen, auf Reisen mitnehmen muss, sollte ein ärztliches Attest mit- führen. Auf diesem sollte Diagnose und medikamentöse Therapie benannt sein, so dass der Eigenbedarf klar ersicht- lich ist. © Matthias Stolt - Fotolia.com
  20. 20. 20 GESUNDHEIT ALS SCHWANGERE AUF REISEN: DOS UND DON‘TS Steigende Temperaturen in der Urlaubszeit können für Schwangere unerträglich sein. Was werdende Eltern, die vor der Geburt ihres Kindes noch einmal verreisen wollen, beachten sollten, lesen Sie hier. Im fünften und sechsten Schwangerschaftsmonat sind die Unpässlichkeiten und Umstellungsprobleme der ersten Zeit weitgehend vorbei. Auch ist der Bauch noch nicht so dick, dass er unbeweglich machen würde. Für werdende Eltern, die vor der Geburt noch einmal verreisen möchten, ist dies ein günstiger Zeitpunkt. Der Grund: Im letzten Schwanger- schaftsdrittel wird das Reisen beschwerlich und ist zudem mit größeren Risiken verbunden. Auch Flugreisen sind dann nicht mehr ohne weiteres möglich, da die meisten Flugge- sellschaften keine Hochschwangeren transportieren. Auf Abenteuerreisen während der Schwangerschaft verzichten Bei der Wahl des Reiseziels und der Art des Reisens ist zu überlegen, ob eine längere Anreise und die Anpassung an ein anderes Klima gut zu bewältigen sind. Wer gern Aben- teuerreisen und unter Umständen strapaziöse Entdeckungs- touren unternimmt, gibt während der Schwangerschaft besser einem ruhigen Erholungsurlaub den Vorzug. Umsich- tige Planung und Vorab-Buchung schützen vor unnötigen Anstrengungen wie zum Beispiel „Gewaltmärschen“ mit schwerem Gepäck. Die Sicherheit ist jetzt wichtiger als sonst: Bereits bei der Rei- seplanung lässt sich klären, ob am Urlaubsziel für den Notfall eine ausreichende medizinische Betreuung gewährleistet ist. Bei Auslandsreisen empfiehlt es sich, eine Reisekrankenversi- cherung abzuschließen, die auch einen Krankenrücktrans- port einschließt. KEUCHHUSTEN WIEDER AUF DEM VORMARSCH Die Grundimmunisierung im Baby- und Kleinkindalter reicht nicht aus, um Krankheiten lebenslang und sicher zu verhüten. Manche Infektionskrankheit lässt sich nur durch regelmäßige und wiederholte Auffrischungs-Impfungen auch im Jugend- und Erwachsenenalter verhindern und abweh- ren. Darauf weist die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert-Koch-Institut hin. Ein typisches Beispiel ist der Keuchhusten, medizinisch: Per- tussis. Dieser habe die Kinderstube längst verlassen. Nur noch ein Prozent der Erkrankungen treten im ersten Le- bensjahr auf, 75 Prozent der Fälle dagegen bei über 19-Jäh- rigen. Das Durchschnittsalter lag noch 1995 bei 15 Jahren, seit 2008 beträgt es 42 Jahre. Lediglich 12,5 Prozent der Deutschen sind gegen Keuchhu- sten geimpft, bei den über 60-Jährigen sind es sogar nur 7,5 Prozent. Hohe Impfquoten in allen Altersgruppen sind aber wichtig, damit die Wirkung der so genannten Her- denimmunität alle diejenigen schützen kann, die nicht oder noch nicht geimpft werden können. Gemeint sind insbesondere Säuglinge und Kleinkinder, die erst ab dem vollendeten zweiten Lebensmonat geimpft werden können und deren Grundimmunisie- rung erst zwischen dem elften und 14. Lebensmonat abgeschlossen ist. Für sie kann eine Pertussis-Infektion fatale Folgen haben, wie beispielsweise ein lebensbe- drohlicher Atemstillstand. Aber auch wenn der Keuchhusten bei Erwachsenen meist milder verläuft, so wird er doch von einer ganzen Reihe unangeneh- mer und belastender Symptome und Beschwerden begleitet: heftige Hustenattacken, Atemaussetzer, aber auch Gewichtsverlust, Erbrechen bis hin zu Schlafstörungen oder gar Rippenbrüchen und Blaseninkonti- nenz. Ebenso werden Mittelohr- und Lungenentzündungen als Komplikationen und Folge von Keuchhusten beschrieben. Nach der Grundimmunisierung im Baby- und Kleinkindalter soll gemäß STIKO-Empfehlung zwischen dem 5. und 6. Le- bensjahr die erste Auffrischung erfolgen, danach zwischen dem 9. und 17. Lebensjahr. Und schließlich ist die große Gruppe der Erwachsenen aufgefordert, sich gegen Keuchhu- sten impfen zu lassen - ganz besonders gilt das für alle Frauen und Paare mit Kinderwunsch. Sie sollten schon recht- zeitig vor einer Schwangerschaft ihren Impfschutz überprü- fen und auch die zukünftigen Geschwister, Großeltern, Tanten und Onkel dazu auffordern. Zu diesen so genannten Haushaltskontaktpersonen zählen aber auch Freunde, Baby- sitter, Tagesmütter und so weiter. Gegen das Vergessen von Impfterminen kann man sich aber auch schützen. Man kann den "Vergissmeinnicht-Service" der Website www.gesundes-kind.de nutzen. Dort lassen sich die Vorsorgetermine und Impfdaten aller Familienmitglieder hinterlegen. Das Erinnern erfolgt dann pünktlich per Mail oder SMS auf PC, Handy oder Smartphone. Sogar eine passende App steht dort zum Download zur Verfügung. Für Erwachsene ab dem vollendeten 35. Lebensjahr bie- ten alle gesetzlichen Krankenkassen den "Check-up 35" an. Alle zwei Jahre werden dann alle wichtigen Ge- sundheitsuntersuchungen erstattet – ebenso alle von der STIKO empfohlenen Impfungen und Auffrischun- gen. © Pavelis - Fotolia.com
  21. 21. 21 GESUNDHEIT Mehr Zwischenstopps als sonst einplanen Lange Anreisewege zum Urlaubsziel sind weniger anstren- gend, wenn häufig Pausen und Zwischenstopps eingelegt werden. Je nach Reisedauer kann eine Übernachtung auf halber Strecke ratsam sein. Bei Flug- und Bahnreisen ist es sinnvoll, eine ausreichende Zeitspanne zwischen Anschluss- zügen oder -flügen einzuplanen, damit sich die Schwangere nicht abhetzen muss. Reisen – gleich mit welchem Verkehrs- mittel – sind meist mit langem Sitzen verbunden. Für Schwangere kann das besonders unangenehm sein, da sie ohnehin häufig mit Venenbeschwerden zu kämpfen haben. Es ist daher wichtig, sich zwischendurch immer wieder aus- reichend zu bewegen, umherzugehen und Lockerungsübun- gen zu machen. Das verbessert die Blutzirkulation in den Beinen. Auf Flugreisen möglichst viel im Flieger bewegen Während Flugreisen ist das Aufstehen und Umhergehen zwar schwierig, aber möglich. Auch Stützstrümpfe können empfohlen werden, ebenso helfen Fußgymnastik zwischen- durch und die Beine hochlegen. Das tut bei schweren Beinen gut und beugt einer Thrombose vor. Das Risiko, eine Venen- thrombose zu entwickeln, ist auf Flugreisen von mehr als sechs Stunden allgemein leicht erhöht. Mit der Dauer des Fluges steigt das Risiko für Schwangere nochmals etwas an – je nach familiärer oder persönlicher Vorbelastung. Deshalb ist es empfehlenswert, vor Flugreisen ärztlichen Rat einzuholen. Vor und während der Reise sind kleinere, leichte Mahlzeiten besser verträglich als üppige Speisen, vor allem wenn Schwangere häufig mit Übelkeit zu kämpfen haben. Die Fluggesellschaften haben unterschiedliche Regelungen zur Beförderung von Schwangeren. Manche verlangen ab dem achten Monat ein frauenärztliches Attest, das den un- komplizierten Schwangerschaftsverlauf und die Flugtauglich- keit der Schwangeren bescheinigt. Flüge nach der 36. Schwangerschaftswoche sind bei vielen Airlines gar nicht mehr möglich, vereinzelt verlangen sie eine ärztliche Ausnah- megenehmigung. Es ist also wichtig, vor der Reiseplanung die Bestimmungen der Fluglinie für Schwangere zu erfragen. Das gilt auch für die Planung der Rückreise. Vorsicht bei Reisen in Malaria-Gebiete Bei Fernreisen ist die Gefahr von Infektionskrankheiten allge- mein erhöht. Grundsätzlich sollten Schwangere keine Ur- laubsreisen in Malariagebiete unternehmen. Eine Malaria-Infektion kann in der Schwangerschaft zu gefährli- chen Komplikationen für Mutter und Kind führen. Zwar gibt es auch für Schwangere einige Malariamedikamente; gegen diese Medikamente bestehen jedoch in manchen Malariage- bieten Resistenzen. Einige Impfungen, die vor Fernreisen empfohlen werden, sind im zweiten Schwangerschaftsdrittel möglich, zum Bei- spiel gegen Cholera, Tollwut oder Polio. Bei jeder Impfung sollte aber sorgfältig überprüft werden, ob sie nötig ist. Eine Cholera-Infektion zum Beispiel lässt sich durch besondere Vorsicht in der Auswahl des Trinkwassers und der Nahrung vermeiden. Impfungen gegen Hepatitis A und B, gegen Gelbfieber oder Typhus sollten nur nach sorgfältiger Nutzen- Risiko-Abwägung erfolgen. Für manche Reiseländer sind be- stimmte Impfungen allerdings zwingend vorgeschrieben (zum Beispiel die Gelbfieber-Impfung). Ebenfalls abzuwägen ist das Risiko von Magen-Darm-Infek- tionen. Sie sind meist mit hohen Flüssigkeitsverlusten und einer Schwächung des gesamten Organismus verbunden. Chemische Mittel zur Trinkwasserdesinfektion auf Jod-Basis sollten nicht über einen längeren Zeitraum verwendet wer- den, da sie zu einer Schilddrüsenvergrößerung beim ungebo- renen Kind führen können. Mit der Ärztin oder dem Arzt kann vorab geklärt werden, welche Medikamente gegen Darminfektionen oder Fieber bedenkenlos eingenommen werden können. Das gilt auch generell für die Reiseapo- theke, denn viele Medikamente, deren Mitnahme auf Reisen empfohlen wird, sind für Schwangere ungeeignet. Mehr Informationen unter: http://www.familienplanung.de/schwangerschaft/themen- specials/thema-schwanger-auf-reisen/ © detailblick-foto - Fotolia.com
  22. 22. 22 PORTRAIT IM PORTRAIT: CONSTANCE IN ISTANBUL Der BDAE stellt in seiner neuen Portraitreihe Menschen vor, die aus den unterschiedlichsten Gründen im Aus- land leben und beschreibt, was der Schritt in die Ferne für sie bedeutete und welcher Tätigkeit sie dort nachgehen. Constance Grunewald-Petschke lebt und arbeitet mit ihrem Mann und ihren im Frühjahr geborenen Zwillingsjungen seit Mitte 2013 in Istanbul. Ihr Mann wurde von seinem Arbeit- geber dorthin entsendet, um ein Gaskraftwerk in Anatolien zu leiten. Sie folgte ihm dorthin – und gab in Deutschland alles auf. Bis zur Ausreise war Constance als selbstständige interkultu- relle Trainerin und Coach tätig, arbeitete mit Konzernen und internationalem Mittelstand und trainierte selbst Menschen, die berufsbedingt im Ausland lebten und arbeiteten. Sie war unabhängig. Mit dem Umzug nach Istanbul kam die Wende. Ihr Business verlor seine Basis, denn ihre Kunden befanden sich haupt- sächlich im Rheinland. Die junge Frau sah sich mit der Auf- gabe ihrer Unabhängigkeit konfrontiert – sowohl finanziell als auch intellektuell. +++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++ „Es gibt Menschen, die träumen pausenlos von einem neuen Leben. Ich persönlich liebte mein altes Leben eigentlich so wie es war! Ich hatte einen super Job, der mir viel Spaß brachte und einen annähernd perfekten Ehemann, mit dem ich leidenschaftlich gerne reise. Ich wollte gar kein neues Leben! Wenn überhaupt, dann höchstens ein zusätzliches. Eins, was ganz anders ist: vollgepackt, exotisch und berei- chernd – eine Erweiterung meines aktuellen Lebens sozusa- gen“, erinnert sich die heute 37-Jährige. +++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++ Dem Ehemann aufgrund des Jobs ins Ausland zu folgen, mag eine große Chance sein, doch es ist eben auch mit enormen Kompromissen verbunden. Dem Leben weit entfernt von Menschen, die einem wichtig sind – fern der eigenen Kultur und Sprache – und eben häufig auch mit der Aufgabe der ei- genen Karriere. Nicht wenige mitreisende PartnerInnen stürzt dies sogar in tiefe Krisen, Partnerschaften scheitern, Aufent- halte werden abgebrochen. Das ist tragisch – nicht nur für die Familien selbst, sondern auch für die entsendenden Unter- nehmen. Es entstehen jährliche Schäden in Millionenhöhe. +++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++ „Weil ich um diese Hürden wusste, hatte ich Angst vor mei- ner Rolle. Als Frau eines Expats. Angst vor Abhängigkeit: emotionaler und finanzieller Abhängigkeit. Angst, meine Ei- genständigkeit zu verlieren. Angst, meine Persönlichkeit ein Stück weit aufgeben zu müssen.“ +++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++ Doch Constance nahm diesen Schritt ins Ungewisse als Chance. Sie passte ihr Leben und ihren Karriereweg den neuen Lebensbedingungen an. Nicht über Nacht, sondern Stück für Stück über die letzten beiden Jahre hinweg. Alles begann mit ihrem Blog http://www.what-about-my-pen- cilskirt.com, auf dem sie zu Beginn ihres Auslandaufenthaltes zunächst ihre persönlichen Erfahrungen mit anderen mitrei- senden Partnern teilte und Erlebtes reflektierte. Der Blog kam gut an, die Leserzahlen wuchsen innerhalb weniger Monate auf einige Tausende. Heute betreibt sie den Blog mit einem mehrköpfigen Redaktionsteam. Die Nachfrage nach dem Thema „mitreisende Partner im Ausland“ war so groß, dass sie später die gleichnamige Facebook-Gruppe gründete, in der sie und ihr Team seit Dezember 2013 Expat-Partnern aus der ganzen Welt mit Rat und Tat zur Seite stehen.
  23. 23. 23 PORTRAIT Schließlich kam ihr die Idee, mitreisenden Partnern auf der ganzen Welt noch mehr konkrete Unterstützung zukommen zu lassen. Zu Beginn ihrer Auslandsentsendung bekam sie selbst zwar eine gute Unterstützung durch das Unternehmen ihres Mannes, trotzdem war sie bei Ankunft in der Türkei ziemlich auf sich alleine gestellt. Hatte kein Netzwerk. Nie- manden, der Fragen über Land und Leute beantwortete oder in alltäglichen Situationen unterstützt hätte. Sie war allein – mit ihrer verlorenen Unabhängigkeit, ihrer geknickten Kar- riere und in einer fremden Millionenstadt. +++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++ „Auch der Verzicht auf das gewohnte sozial Netzwerk und die Freunde war hart. Und natürlich auf geliebte Hobbys, eine gewohnte und funktionierende Infrastruktur und die ei- gene Muttersprache. Sicher, mein Mannverzichtete auch. Der Unterschied ist aber, dass ER im Job in vielen Fällen einen ge- wissen Teil der aus dem Heimatland bekannten Firmenkultur oder Organisationsstruktur vorfindet. Und er hat von Anfang an eine definierte Aufgabe, ein Ziel, einen Rahmen. ICH hin- gegen musste mir genau dieses soziale Gerüst erst einmal aufbauen“, erzählt Constance. +++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++ Sie war und ist sie nicht die Einzige. So entstand schließlich die Idee zu diesem E-Coachingprogramm. Mit dem Ziel, an- deren mitreisenden Partnern genau die Unterstützung zu- kommen zu lassen, die ihnen wirklich weiterhilft. Ihre Ausbildung als Trainerin und Coach brachte sie dann auf die Idee, ein eigens für mitreisende PartnerInnen konzipiertes Online-Programm zu entwickeln. Ein Jahr und Unmengen von Arbeitsstunden später kommt das Programm http://www.how-to-create-my-life-abroad.com auf den Markt. Ein Programm, das genau das tut, was viele andere Unterstützungsmaßnahmen nicht schaffen – ganz nah dran zu sein an den ganz individuellen Bedürfnissen der Men- schen – egal wo, egal wann. Gemeinsam mit Ihrer Geschäftspartnerin Gyöngyi Varga und einem internationalen Team aus auslandserfahrenen Coaches – größtenteils selbst Expat-Partner – berät sie heute mittel- ständische Unternehmen und Konzerne, die ihre Mitarbeiter mitsamt Familie ins Ausland schicken. Ihr Programm sorgt dafür, dass deren mitreisende PartnerInnen ihre Zeit im Aus- land als große Chance begreifen und das Beste daraus ma- chen können – und es entlastet die Unternehmen und hilft dabei, Auslandsentsendungen noch erfolgreicher zu gestal- ten. Constance führt heute ein Start-Up, pendelt zwischen Istan- bul und Düsseldorf, schreibt an ihrem Blog, unterhält eine Facebook-Gruppe. Seit April ist sie zudem Mutter von Zwil- lingen. Ihr Alltag hat sich dadurch zwar verändert – trotzdem arbeitet sie derzeit an einem weiteren Programm, diesmal für die Rückkehrer eines Auslandsaufenthaltes. +++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++ Sie selbst und ihre Familie bleiben voraussichtlich noch zwei Jahre in Istanbul. Wie es danach weitergeht? Das wird sich zeigen. Constance und ihr Mann lieben das Reisen – viel- leicht zieht es sie beruflich noch einmal woanders hin, bevor sie irgendwann nach Deutschland zurückkehren. +++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++
  24. 24. 24 WELTWEIT Egal, ob Au-pair, Schüleraustausch, Sprachreise, Ge- schäftsreise oder Expat – Gastgeschenke mitzubringen ist nicht nur eine nette Geste, sondern auch ein Muss, um einen guten Eindruck zu hinterlassen. Hierbei unterscheiden sich nicht nur die Vorlieben der Gast- geber von Land zu Land, auch die jeweilige Tätigkeit des Ga- stes spielt beim Schenken eine nicht unerhebliche Rolle. Wer beispielsweise Freiwilligenarbeit im Bereich der Kinderbetreu- ung leistet, sollte auch Mitbringsel an die Kinder nicht ver- gessen. Welche Geschenke mitgebracht werden, sagt viel über den Schenkenden aus. Er bringt damit die Wertschätzung des Gegenübers zum Ausdruck. Manchmal genügen Kleinig- keiten, um beispielsweise als Austauschschüler zu punkten. Gerne gesehen sind zum Beispiel in den USA Milka- und Kinder-Schokolade und Haribo-Produkte. Ein Fotoal- bum mit Bildern der eigenen Familie und des Wohnortes und näherer Umgebung hel- fen, der Gastfamilie auch einen Eindruck über die ei- gene Welt zu ermöglichen. Je nach Land freut man sich auch über typisch deutsche Produkte wie Kuckucksuhren oder Bud- delschiffe, Gartenzwerge, Räu- cherstäbchen oder – saisonal bedingt – Weihnachtsartikel. Auch Kochbücher mit deut- schen Gerichten, Bildbän- den zur Region des Gastes, Trikots eines deutschen Fußballvereins – insbesondere bei Fußball liebenden Nationen – sind sehr beliebt. Einige Länder sind sehr markenbewusst, weshalb man dort auch nicht mit einem günstigeren Plagiat erscheinen sollte. Viele Nationen nutzen zum Schreiben nur Kugelschreiber und Bleistifte. Dort ist ein gern gesehenes Geschenk etwa eine Schreib-Alternative, beispielsweise ein Füllfederhalter mit passendem Zubehör. Laut Etikette Trainer International kommt es in Japan nicht nur auf den Inhalt eines Mitbringsels an, sondern auch die Verpackung ist dort sehr wichtig. Ideal sind alle Rottöne, auch in Verbindung mit Gold. In China, Japan und Korea steht diese Farbe als Zeichen für Glück, Freude und alles Gute. Sanfte Pastelltöne begeistern Japaner. Für Malaysier ist grünes und rotes Papier perfekt – dort allerdings niemals Weiß, Blau oder Schwarz. Auch wieviel man von etwas schenkt ist zu beachten, so etwa bei einem Obstkorb. In China gehören ungerade Zahlen zu den schlechten, mit Aus- nahme der Drei, denn die symbolisiert ebenso wie die Acht Erfolg und Wohlstand. Kenner schenken in geraden Zahlen – jedoch gilt die Vier als Unglückszahl. Acht Orangen sind bei- spielsweise ideal, weil die Glückszahl „8“ und „Orange“ klangverwandte Wörter sind und „Glück wünschen“ bedeuten. Wer in Erwägung zieht Lebensmittel zu verschenken, sollte sich jedoch vorab bei den zuständigen Zollämtern informieren, ob das jeweilige Land Be- schränkungen bei der Ein- fuhr vorgibt. Nicht alles darf in jedes Land mitge- nommen werden. Auch bei der Einfuhr von Alkohol ist dies zu beachten, hier gilt aber zusätzlich, dass auf ver- schiedene Religionen Rück- sicht genommen werden muss, und man sich vorher in- formieren sollte, ob Alkohol gut ankommen wird oder eher im Gegenteil ganz ver- pönt ist. Geschäftsreisende sollten beherzi- gen, dass auch Werbegeschenke in manchen Ländern gerne gesehen sind. Diese dürfen jedoch auf keinen Fall billig wirken und auch das Markenlogo darf nur dezent sein. Nach wie vor gerne gese- hen, sind kleine Geschenke zu Ostern oder Weihnachten. Al- lerdings sollte man sich hierbei vorher mit den Gepflogenheiten nicht nur des jeweiligen Landes, sondern auch des einzelnen Unternehmens auseinandersetzen, um den Beschenkten nicht versehentlich in Schwierigkeiten zu bringen bezüglich des Vorwurfes der Bestechlichkeit. DAS RICHTIGE GASTGESCHENK IN JEDEM LAND © Juri Samsonov - Fotolia.com
  25. 25. 25 WELTWEIT Die globale Motorisierung hat in den letzten Jahren stark zugenommen und es ist von einem weiteren Zuwachs auszugehen. Dies geht mit erheblichen Folgen für die Bevöl- kerung und die Umwelt einher. Ein Studie des Umwelt- und Prognose-Instituts e.V. (UPI) pro- gnostiziert einen Anstieg des weltweiten Pkw-Bestandes von heute 500 Millionen um das 4,5-fache auf rund 2,3 Milliar- den PKW im Jahr 2030. Dazu wurde die Entwicklung des pri- vaten Autoverkehrs in 122 Ländern der Erde verglichen. Neben den ökologischen Folgen untersucht die Studie auch soziale Folgen. Ohne tiefgreifende Veränderungen der welt- weiten Verkehrspolitik werden durch Autounfälle in den nächsten 35 Jahren rund 50 Millionen Menschen getötet und 1,1 Milliarden Menschen verletzt werden. Gemäß dem Herstellerverband ACEA ist im ersten Quartal 2015 die Anzahl der Pkw-Zulassungen um 8,6 Prozent auf insgesamt 3,5 Millionen (3.527.704) gestiegen. Alle großen Märkte konnten ein Wachstum verzeichnen und damit zum allgemeinen Trend in der EU beitragen. In diesem Zeitraum sind Zulassungen von PKWs in Spanien um 32,2 Prozent, in Italien um 13,5 Prozent, in Frankreich um 6,9 Prozent, im Vereinigten Königreich um 6,8 Prozent und in Deutschland um 6,4 Prozent gestiegen. Viele weltweite Großstädte, die momentan eine rasante Ent- wicklung erleben, können das erhöhte Verkehrsaufkommen nicht bewältigen und stehen vor erheblichen Problemen. Voraussichtlich werden die gesamten jährlichen Kosten des Verkehrskollapses in Europa und den USA bis zum Jahr 2030 auf 293,1 Milliarden US-Dollar klettern – eine Steigerung von nahezu 50 Prozent gegenüber 2013. Weltweit wird mit der Verkehrsproblematik und den daraus entstehenden Folgen unterschiedlich umgegangen. Ein Bei- spiel ist die Wandlung hin zu neuen Antriebsarten. Gemäß dem Bosch Media Service, ein Teil der Bosch Gruppe, bleiben zwar global Ottomotoren die beliebteste Antriebsart. In China wählen fast 100 Prozent der Neuwagenkäufer einen Benziner. Dagegen sind es in den USA und Japan jeweils un- gefähr 75 Prozent. In der EU und Indien ist circa jeder zweite ein Diesel. In Japan hat schon fast jeder fünfte Neuwagen einen Hybridantrieb und auch Erdgas wird beliebter, bei- spielsweise in Südkorea, wo Erdgas-Fahrzeuge bereits einen Marktanteil von elf Prozent haben. Auch in Deutschland wurden im ersten Quartal 2014 rund 20 Prozent mehr Fahr- zeuge mit Erdgasantrieb zugelassen als im Vergleichszeit- raum des Vorjahres. Diese länderspezifischen Unterschiede haben vielfältige Gründe, beispielsweise klimatische Bedingungen, Steuerer- leichterungen – beziehungsweise starke Besteuerung, Kos- tengründe, Verfügbarkeit von Spritsorten und mehr. Weltweite Unterschiede gibt es auch bei der technischen Überprüfung. Ab 2018 soll eine EU-weite einheitliche Rege- lung greifen bei der Neuwagen erstmals nach vier Jahren zum TÜV müssen. Danach ist die Untersuchung alle zwei Jahre zwingend. Andere Länder, andere Autos – und andere Preise. Daher denken viele über den Kauf eines Pkw aus einem EU-Land oder den USA nach. Hierbei sind teilweise jedoch viele De- tails zu beachten. Beispielsweise muss das “Certificate of title” vorgelegt werden können, um ein Fahrzeug aus den USA zu exportieren, ansonsten erteilt der US-Zoll im Regelfall keine Freigabe. Besonderheiten bei einem länderübergreifen- den Autokauf liefert auch eine Meldung von autoscout 24 zur Nutzung von Kurzzeitkennzeichen, so muss bei Wohnsitz im Ausland beispielsweise ein Bevollmächtigter mit gültiger Adresse am Ausgabeort angegeben werden. AUTOS WELTWEIT IM VERGLEICH © Friedberg - Fotolia.com
  26. 26. 26 WELTWEIT Ende Juli 2015 gab es mehr als 698 Millionen Internetnutzer in China, das heißt, dass rund 22 Prozent der Internetnutzer weltweit aus China kommen. Damit ist es das Land mit den mei- sten Internetbesuchern auf der ganzen Welt – trotz des Verbots von einigen populä- ren internationalen Web- sites wie Facebook, You- tube, Twitter und Google. Als Reaktion auf das Verbot haben chinesische Internet- akteure ihre eigenen gleich- wertigen Websites erstellt. Die Tencent Group mit We- Chat zum Beispiel hat mehr als 549 Millionen Nutzer im Monat auf der Welt und stellt damit einen wichtigen Akteur auf dem Internet- markt in China dar (siehe Grafik). Die Anzahl der Internetnut- zer in China soll laut dem Forbes-Magazine in der Zu- kunft stark weiter wachsen – und das, obwohl das wirt- schaftliche Wachstum in China sich in letzter Zeit ver- langsamte. Chinas Internet- versorgungsrate liegt aktuell bei etwa 49 Prozent, das heißt, dass fast jeder zweite Chinese einen Zugang zum Internet hat. Diese Rate ist deutlich geringer als in an- deren Industriestaaten. In Deutschland liegt sie bei- spielsweise bei 89 Prozent. Im Vergleich sieht man, dass der chinesische Internet- markt ein großes Wachs- tumspotenzial bietet. Mit einer Bevölkerung von 1,4 Milliarden Menschen könnte China in Zukunft eine Milli- arde Webuser haben. Das Wachstum des Internet- marktes in China ist nicht zu übersehen, dennoch gibt es eine große Kluft zwischen dem östlichen und dem westlichen Teil und ländli- chen und städtischen Regio- nen. Internetnutzer in China lieben chinesische Websi- tes Die wichtigsten chinesischen Internetakteure bauen ihre Internetseiten immer weiter aus und lassen die Internet- nutzung immer attraktiver werden. Eine der wichtig- sten Webseiten in China trägt den Namen Baidu. Mit einem Marktanteil von mehr als 80 Prozent ist die Baidu die berühmteste chinesische Suchmaschine und Markt- führer. WeChat ist das chi- nesische Äquivalent zu Whatsapp und Facebook und registriert monatlich rund 549 Millionen aktive Nutzer. Internetnutzer in China lieben die Seite Tao- bao, die unserem Ebay äh- nelt und mehr als 40.000 Verkäufe pro Minute zählt. Alle diese Websites sind chi- nesisch und profitieren von der wachsenden Zahl der Webbesucher in China. Das Wachstum des World Wide Webs (WWW) hat starke Auswirkungen auf die chinesische Wirtschaft. Zum Beispiel erreichen die Verkaufszahlen von Tabao einen täglichen Wert von 5,7 Milliarden US-Dollar. Dieser Wert soll sich in den nächsten fünf Jahren ver- dreifachen. Mit einem riesi- gen Angebot an Artikeln ist Taobao einer der wichtig- sten Internetplattformen und beteiligt sich somit stark am Wachstum der In- ternetnutzung in China. Ein anderer chinesischer In- ternetakteur ist QQ, der mit 829 Millionen aktiven Kon- ten das zweitgrößte soziale Netzwerk weltweit ist. IMMER MEHR INTERNETNUTZER IN CHINA Die Top 10 Länder mit der höchsten Anzahl an Internetnutzern in Millionen Quelle: http://www.internetlivestats.com/
  27. 27. 27 WELTWEIT Blockierte Websites än- dern die Internetnutzung in China Chinesische Behörden be- schränken den Internetzu- gang einiger internationaler Websites wie Google, You- tube, Facebook. Manche Stimmen sagen, dass der Er- folg von QQ, Wechat und Co. nur auf der Politik Chinas gegen das amerikanische World Wide Web beruht. So- ziale Netzwerke machen heutzutage einen großen Teil der Internetnutzung aus, deshalb hat China sich seine eigenen Netzwerke erstellt. Auch wenn Google definitiv der Weltmarktführer auf dem eigenen Internetmarkt ist, liegt sein Marktanteil in China nur bei maximal drei Prozent. Führende Soziale Netzwerke weltweit nach aktivsten Usern in Millionen März 2015 Quelle: http://www.statista.com/statistics/272014/global-social-networks-ranked-by-number-of-users/ Der Smartphone-Markt in China ist riesig. Im Jahr 2011 wurde er zum größten für Smartphones weltweit und löste damit den amerika- nischen Markt ab. Im ersten Quartal des Jahres 2015 wurde dieser Markt zum ers- ten Mal seit sechs Jahren kleiner. Er schrumpfte um 4,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Das amerikanische Marktforschungs- und Bera- tungsunternehmen IDC (In- ternational Data Corporation) sprach in diesem Zusammen- hang von einer “Marktsätti- gung”. Dennoch finden sich neue Chancen, wie zum Bei- spiel der App-Markt in China, der boomt, weil immer mehr Internetnutzer in China auf mobiles Internet zurückgreifen. Die Autorin: Marieke Ter- haar ist Studentin und absol- viert zurzeit ein Praktikum beim Marktforschungsunter- nehmen Daxue Consulting in Shanghai.
  28. 28. 28 WELTWEIT Die Deutschen liegen mit der Anzahl ihrer durchschnittlichen Urlaubstage im Mittelfeld, während andere Länder – bei- spielsweise China und die USA – mit weniger freien Tagen pro Jahr auskommen müssen. Dies ist einer der Gründe, warum sich auch das Reiseverhalten weltweit unterscheidet. Im Jahr 2013 war Deutschland mit einem Marktanteil von 30 Prozent erneut das be- liebteste Urlaubsreiseziel der deutschen Be- völkerung, gefolgt von Spanien, Italien, der Türkei, Griechenland und Österreich. Auch die Franzosen, Rumänen, Bulgaren und Grie- chen verreisen am liebsten im eigenen Land und auch die Spanier nutzen gerne die Ur- laubsmöglichkeiten vor Ort. Nur die Men- schen in Belgien, Slowenien, Luxemburg und den Niederlanden machen öfter im Ausland Urlaub als Zuhause. Einen Einfluss auf die Auswahl des Urlaubszieles hat überdies das Risiko terroristischer Anschläge, die Sicher- heit spielt eine wichtige Rolle hierbei. Gemäß dem Online-Statistikportal Statista hat der weltweite Tourismus in den letzten Jahrzehnten stark zugenommen. Im Jahr 2013 wurden nach Angaben der Weltorga- nisation für Tourismus (UNWTO) über eine Milliarde weltweite grenzüberschreitende Reiseankünfte gezählt. 1950 waren es noch 25 Millionen. Die weltweiten Tourismusein- nahmen beliefen sich 2012 auf 1.075 Milli- arden US-Dollar. Aber es wird nicht nur mehr gereist, auch die Art der Urlaube unterliegt Veränderun- gen. Die meisten Deutschen wollen sich im Sommerurlaub hauptsächlich erholen, an- dere nutzen den Urlaub vor allem, um Zeit mit der Familie oder mit Freunden zu ver- bringen. Wieder andere legen am meisten Wert darauf, andere Kulturen zu entdecken. Im europäischen Vergleich ist die Abenteuer- lust der Deutschen gering. Hauptsächlich die Briten und Spanier verbinden ihren Urlaub mit Unternehmungen und Weiterbildung. Die unterschiedlichen Urlaubsvarianten be- gründen sich auch im Alter und Familien- stand. Der Campingurlaub wird eher von Teenagern betrieben, jüngere Erwachsene reisen gerne als Backpacker durch die Welt – wobei gerade ein Wandel stattfindet und auch die ganz Jungen immer mehr die Städte- und Badeurlaube bevorzugen – und die so genannten Best Ager bevorzugen oft den Wellness-, Erholungs- und Aktivurlaub. Jüngere und ältere Menschen wohnen wäh- rend ihrer Urlaube gerne im Hotel, Familien mit Kindern nutzen dagegen lieber den Frei- raum eines Appartements. Bis vor einigen Jahren waren Schiffsreisen hauptsächlich der älteren Generation vorbehalten. Dies hat sich in den letzten Jahren sehr gewandelt. Inzwischen gibt es viele Schiffe, die sich auf die Zielgruppe der jüngeren Menschen spe- zialisiert haben, andere dagegen bieten um- fangreichen Luxus, so dass Kreuzfahrten mittlerweile für jedermann eine Alternative zum herkömmlichen Urlaub sein können. REISEVERHALTEN IM INTERNATIONALEN WANDEL designed by freepik.com AUCH AUF FOLGEN SIE UNS IMPRESSUM HERAUSGEBER: Bund der Auslands- Erwerbstätigen (BDAE) e.V. Kühnehöfe 3 22761 Hamburg Tel. +49-40-306874-0 WWW.BDAE.COM REDAKTION: Anne-Katrin Schulz (verantwortlich) Sanja Zivkovic szivkovic@bdae.com LAYOUT: Esther Rudat LEKTORAT: Andrea Kraus COPYRIGHT: Die Beiträge im BDAE- Newsletter sind urheber- rechtlich geschützt und dürfen nicht ohne schrift- liche Genehmigung durch den Herausgeber repro- duziert werden. Die Beiträge des BDAE- Newsletters spiegeln die Meinung der Redaktion und nicht unbedingt die des BDAE wider.

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