LEBEN UND ARBEITEN IM 
AUSLAND OKTOBER 2014 
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EXPATRIATES 
ISLAMISCHER STAAT UND 
EXPATS: WIE UNTERNEHMEN 
MITARBEITER S...
GESUNDHEIT 
17 Allergische Reaktion im Flugzeug: 
Passagierin erhält Schmerzensgeld 
17 Ungewollter Wechsel bei zweispra-c...
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Bereits im vierten Jahr in Folge erwarten die Veranstalter 
der SinoJobs Career Days zusammen mehr als 2.000 Be-sucher ...
INTERVIEW 
„SPÄTESTENS NACH DREI 
WOCHEN PACKT UNS WIEDER 
DAS FERNWEH“ 
Karen Goltz und ihr Mann haben 
mehr als ein Jahr...
INTERVIEW 
© vilainecrevette - Fotolia.com 
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GOLTZ: Seit dem 1. April 2014 haben wir die Pforten geöff-net 
und das Gesc...
RECHTLICHES 
SÜDAFRIKA: INTERNATIONALE GEBURTSURKUNDE FÜR MINDERJÄHRIGE ERFORDERLICH 
Seit dem 1. Oktober 2014 benötigen a...
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Ausspionierte Laptops, manipulierte Smartphones, ge-stohlene 
USB-Sticks: Die Angst vor Datendiebstahl auf...
RECHTLICHES 
NEUES SOZIALVERSICHERUNGSABKOMMEN ZWISCHEN DEUTSCHLAND UND DEN PHILIPPINEN 
Deutschland und die Philippinen 
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EXPATRIATES 
ISLAMISCHER STAAT UND EXPATS: WIE UNTERNEHMEN AUSLANDSMITARBEITER SCHÜTZEN 
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Stellvertretend für das Gefühl...
EXPATRIATES 
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Der Notfallmanager im Sicherheitsbündnis 
Diesen Fachmann kann man sich am besten wie einen touri-stische...
Die größte private iranische Flugge-sellschaft 
Mahan Air erweitert ihr 
Streckennetz in Deutschland und eröff-net 
ab dem...
Die größte polnische 
Fluggesellschaft LOT 
Polish Airlines erweitert ihr 
Angebot zwischen War-schau 
und Hamburg um zu-s...
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PROTAGONISTEN FÜR „GOODBYE DEUTSCHLAND“ GESUCHT 
Die Produktionsfirma Norddeich TV sucht Protagonisten 
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NEUER BUSINESS-KNIGGE CHINA ERSCHIENEN 
Zahlreiche deutsche Unternehmen arbeiten sehr erfolgreich 
im Reich d...
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Deutschland ist nach den USA, Großbritannien und Ka-nada 
das beliebteste Land weltweit, wenn es um einen...
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IMMER MEHR EUROPÄER MACHEN WINTERURLAUB IN DER SONNE 
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Strand statt Skipiste: Die Europäer verreisen 
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GESUNDHEIT 
ALLERGISCHE REAKTION IM FLUGZEUG: PASSAGIERIN ERHÄLT SCHMERZENSGELD 
Informiert eine Reisende die Crew 
über d...
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FLIEGEN MIT BABY: DARAUF SOLLTEN SIE ACHTEN 
Die erste gemeinsame Reise als Familie ist für alle frisch-ge...
WELTWEIT 
SCHÜLERAUSTAUSCH MIT CHINA: WAS DEUTSCHE SCHÜLER DORT LERNEN KÖNNEN 
Schüleraustausch mit China – muss das wirkl...
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Chinas Schüler sehnen sich nach Individualität 
Weitere Arbeitsaufträge, weitere Gespräche mit den Partner-s...
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VIVA LAS VEGAS – WAS SIE ÜBER DIE EINREISE WISSEN SOLLTEN 
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Das offiziell 1905 gegründete Las Vegas ist inzwi...
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SAMBA TANZEN MIT BRASILIANISCHEN GESCHÄFTSPARTNERN 
Brasilien fasziniert. Internationale Unternehmen setzen 
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AKTUELLES WIRTSCHAFTSPROFIL NIEDERLANDE ERSCHIENEN 
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Vieles, was Unternehmer über den Wirtschaftsstandort 
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WELTWEIT 
AUSLANDSMÄRKTE AUF SANKTIONEN HIN ÜBERPRÜFEN 
Um internationale Terrorismusaktivitäten 
einzudämmen, hat die Eur...
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Leben und arbeiten_im_ausland_oktober_2014

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  1. 1. LEBEN UND ARBEITEN IM AUSLAND OKTOBER 2014 1 EXPATRIATES ISLAMISCHER STAAT UND EXPATS: WIE UNTERNEHMEN MITARBEITER SCHÜTZEN Das Gefühl der Bedrohung wächst. Mit relativ einfachen Strategien können sich Expats wappnen. RECHTLICHES TIPPS GEGEN SPIONAGE AUF DIENSTREISEN Ausspionierte Laptops, manipu-lierte Smartphones, gestohlene USB-Sticks: Wie sich Expats schützen. GESUNDHEIT FLIEGEN MIT BABY DARAUF SOLLTEN SIE ACHTEN Die erste gemeinsame Reise als Familie ist für frisch gebackene Eltern ein besonderes Erlebnis. © mrallen - Fotolia.com BUSI-NESS-CHINA
  2. 2. GESUNDHEIT 17 Allergische Reaktion im Flugzeug: Passagierin erhält Schmerzensgeld 17 Ungewollter Wechsel bei zweispra-chigen Kindern geklärt 18 Fliegen mit Baby: Darauf sollten Sie 2 INTERN 3 Expat News wieder Partner der SinoJobs Career Days 3 Neu dabei 3 Zahl des Monats INTERVIEW 4 „Spätestens nach drei Wochen packt uns wieder das Fernweh“ RECHTLICHES EXPATRIATES AIRLINES VERMISCHTES achten WELTWEIT 9 Islamischer Staat und Expats: Wie Unternehmen Auslandsmitarbeiter schützen 13 Protagonisten für „Goodbye Deutschland“ gesucht 14 Neuer Business-Knigge China erschienen 15 Bereitschaft im Ausland zu arbeiten ist weltweit hoch 16 Immer mehr Europäer machen Winterurlaub in der Sonne 19 Schüleraustausch mit China: Was deutsche Schüler dort lernen können 21 Viva Las Vegas – Was Sie über die Einreise wissen sollten 22 Samba tanzen mit brasilianischen Geschäftspartnern 23 Aktuelles Wirtschaftsprofil Niederlande erschienen 23 Unternehmen sehen weiterhin viel Potenzial in Russland 24 Auslandsmärkte auf Sanktionen hin überprüfen 24 Impressum 11 Mahan Air 11 Germania 11 Finnair 11 Transaero Airlines 12 Air China 12 LOT Polish Airlines 12 Sun Air EDITORIAL Liebe Leserin, Lieber Leser, die Terrororganisation Islamischer Staat (IS) versetzt die ganze Welt in Schrecken. Und die Bedrohung ist mittlerweile auch in international tätigen Unternehmen, die Mitarbeiter in Krisengebiete entsenden, angekommen. Sicherheitsexperte Benja-min Beutekamp beschreibt in seinem Gastbeitrag ab der Seite 9, mit welchen rela-tiv simplen Strategien Unternehmen ihre Expats in Syrien, Irak und Co. vorbereiten und damit deren Gesundheit und Leben schützen können. Neben der Terrorgefahr sind Geschäftsreisende heutzutage noch mit weiteren Risiken konfron-tiert. Eine davon ist die grassierende Spionage. Daten sind wertvoller denn je und leider auch nur allzu leicht abgreifbar. Welche Vorkehrungen ge-troffen werden sollten, lesen Sie auf der Seite 7. Glücklicherweise widmet sich dieser Newsletter auch erfreulicheren Themen. So haben wir eine deutsche Auswanderin interviewt, die sich gemeinsam mit ihrem Mann einen Traum erfüllt hat, den sicherlich nahezu jeder Globetrotter bereits hatte, aber sich nie in die Realität umzusetzen traute: Die Gründung einer eigenen Tauchschule in der Südsee. Wie Karen Goltz aus Oldenburg dieser Schritt gelang, erzählt sie ab der Seite 4 im Gespräch mit der Newsletter-Redaktion. Ich wünsche Ihnen viel Spaß bei der Lektüre und denken Sie immer daran: Der BDAE begleitet Sie mit Sicherheit ins Ausland! Herzlichst, Ihre Silvia Opitz 6 Südafrika: Internationale Geburtsurkunde für Minderjährige erforderlich 6 Russland: Neues Staatsangehörigkeitsrecht 6 Sprachtestpflicht für ausländische Arbeitnehmer in Russland 7 Tipps gegen Spionage auf Dienstreisen 8 Neues Sozialversicherungs-abkommen zwischen Deutschland und den Philippinen 8 Flugverspätung: Summe der Teilstrecken für Ausgleichszahlung maßgeblich
  3. 3. 3 Bereits im vierten Jahr in Folge erwarten die Veranstalter der SinoJobs Career Days zusammen mehr als 2.000 Be-sucher auf den Veranstaltungen in Düsseldorf und München. Angesprochen werden die mehr als 30.000 chinesischen Stu-denten, Absolventen und Professionals, die in Deutschland leben und eine Rückkehr nach China planen. Das BDAE-Por-tal www.expat-news.com ist erneut Medienpartner der Sino- Jobs Career Days. Die Besucher treffen auf Konzerne wie die Daimler AG, ZF Friedrichshafen AG, Linde Group und BMW - aber auch auf mittelständische Unternehmen wie die GROB-Werke, FEV und Handtmann. Die gut 60 ausstellenden Unternehmen sind allesamt mit eigenen Niederlassungen in China vertreten und suchen Absolventen und Young Professionals. Chinesische Talente mit einem Studium in Deutschland oder anderen europäischen Ländern, erster Berufserfahrung sowie deutschen Sprachkenntnissen haben gegenüber Absolventen chinesischer Universitäten deutliche Vorteile. Ihnen bieten sich in europäischen Unternehmen viele Entwicklungsmög-lichkeiten mit schneller Übernahme von Verantwortung. Auch von politischer Seite erfährt die Veranstaltung große Unterstützung. Düsseldorfs Oberbürgermeister Thomas Gei-sel und Josef Schmid, 2. Bürgermeister der Landeshauptstadt München und Leiter des Referats für Arbeit und Wirtschaft haben die Schirmherrschaft übernommen. Ilse Aigner, Baye-rische Staatsministerin für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie und Dagmar Schmidt, Mitglied des Deut-schen Bundestages und Vorsitzende der Deutsch-Chinesi-schen Parlamentariergruppe des Deutschen Bundestages, begleiten die Veranstaltung durch Grußworte. Veranstaltet werden die SinoJobs Career Days am 05. No-vember 2014 in Düsseldorf und am 07. November 2014 in München von jeweils 10 bis 17 Uhr. Neben den Ausstellern wird ein ganztägiges Vortragsprogramm geboten. Die SinoJobs Career Days finden im jährlichen Rhythmus in Deutschland statt und haben in den vergangenen Jahren mehrere tausend chinesische Besucher angezogen. Mehr als 200 deutsche und europäische Unternehmen nahmen als Aussteller teil. Die SinoJobs Career Days sind ein Bestandteil des auf den europäisch-chinesischen Bereich fokussierten Stellenportals SinoJobs. Details und Anmeldung unter www.sinojobs-careerdays.com. Seit Januar 2014 ist Anna Münkwitz neue Assis-tentin im Maklervertrieb des BDAE. Sie unterstützt Ver-triebsdirektor Dennis Perl-mann maßgeblich bei der Beratung der BDAE-Makler und Multiplikatoren und ist Ansprechpartnerin für alle administrativen Fragen rund um die Vertragsanbindung beim BDAE. Die gebürtige Rostockerin ist ausgebildete Hotelfach-frau und hat unter anderem in einem Hotel in der Nähe des schweizerischen St. Mo-ritz gearbeitet. Bevor sie beim BDAE anfing, sam-melte sie wertvolle Erfah-rung im Bereich der Verwaltung als Projektbear-beiterin in einer Prüfungsge-sellschaft. An ihrer Tätigkeit beim BDAE schätzt die 29- Jährige insbesondere den persönlichen Kontakt zu den Vertriebspartnern, denen sie stets gerne mit Rat und Tat zur Seite steht. Ihre Freizeit verbringt die Mutter zweier Kinder unter anderem gerne im Garten. Wenn Wetter und Zeit es zulassen, schwingt sich Anna Münkwitz manchmal auf ihr Motorrad und cruist etwa durch ihre alte Heimat Mecklenburg-Vorpommern. Eines Tages möchte sie mit ihrer Maschine durch Schottland touren und an dessen berühmten Whiskey- Destillen Halt machen. Sie erreichen Anna Münk-witz bei Fragen zum Versi-cherungsvertrieb telefonisch (+49-40-30 68 74-22) und per E-Mail (amuenkwitz@bdae.com). ZAHL DES MONATS 2/3 der Arbeitskräfte weltweit würden für einen Job ins Ausland ziehen. (Quelle: StepStone) INTERN EXPAT NEWS WIEDER PARTNER DER SINOJOBS CAREER DAYS NEU DABEI © Aania - Fotolia.com
  4. 4. INTERVIEW „SPÄTESTENS NACH DREI WOCHEN PACKT UNS WIEDER DAS FERNWEH“ Karen Goltz und ihr Mann haben mehr als ein Jahrzehnt die Welt nach den schönsten Tauchspots erkun-det und haben nun eine eigene Tauch-schule auf den Philippinen gegründet. Wie es dazu kam, erzählt die passio-nierte Globetrotterin im Interview. 4 BDAE: Sie betreiben seit etwa einem halben Jahr gemeinsam mit Ihrem Mann erfolgreich eine Tauchschule auf den Philippinen. Damit leben Sie den Traum vieler Deutscher. Wie konnten Sie ihn verwirklichen? GOLTZ: Dies hat eine lange Vorge-schichte. Seit dem Jahr 2000 habe ich zahlreiche Stationen als Tauchlehrer und Basisleiter durch – übrigens immer zusammen mit meinem Mann Matthias Lehmann – und bin schon in einigen Ländern der Welt an-sässig gewesen. Grundsätzlich hat es mir überall sehr gut ge-fallen – einmal war es die Umgebung über Wasser, einmal das Tauchgebiet und sehr oft auch die Menschen, die ich in der Zeit kennen gelernt habe. Einige davon sind auch zu sehr guten Freunden geworden. Es war schon immer mein großer Wunsch gewesen, durch Reisen die Welt zu entdecken und am besten dabei auch ar-beiten zu können, um das jeweilige Land noch besser ken-nen- und verstehen zu lernen. Die Tauchbranche ist dafür ideal. Damals im Jahr 1999 haben wir den Ent-schluss gefasst, als Tauchlehrer ins Aus-land zu gehen. Wir haben gleich Nägel mit Köpfen gemacht und in Oldenburg alles verkauft und wegge-geben, was wir hat-ten: Wohnung, Autos, Motorräder, Kleidung und so weiter und sind mit jeweils einem Rucksack losgezogen. Nach den Stationen Malaysia, Thailand, Ägypten und Hon-duras – alles Plätze, die man als Taucherlehrer ‚mal gemacht haben sollte‘ – sind wir 2002 auf die Malediven gekommen – nach Reethi Beach zur Firma Sea-Explorer. Der dortige Tauschulbesitzer ist so eine Art Ziehvater von uns geworden und wir haben die Möglichkeit bekommen, für diese Firma drei neue Tauchbasen aufzubauen und als Mana-ger zu leiten. Hierdurch konnten wir all die Erfahrungen sammeln, die wir jetzt in unserer eigenen Selbständigkeit an-wenden können. BDAE: Und so entwickelte sich auch der Wunsch, eine ei-gene Tauchschule zu eröffnen? GOLTZ: Der Entschluss, doch noch eine eigene Tauchbasis aufzubauen, war eigentlich nur der logische Schritt nach all den Jahren als angestellter Basisleiter. Die letzte von uns ge-leitete Tauchbasis auf Reethi Beach auf den Malediven war ausgelegt auf 100 Taucher und wir hatten 14 Mitarbeiter. Jetzt wollten wir uns wieder verklei-nern – sozusagen „back to the roots“. Die berechtigte Frage war nur: WOHIN? All die Länder, in denen wir bereits waren, kamen nicht in Frage aus unter-schiedlichen Gründen. Aber wir woll-ten im tropischen Bereich bleiben – also warmes Wasser und gutes Tauchen. Nach einigen Re-cherchen im Internet kamen wir auf die Philippinen und haben kurzerhand einen dreiwöchigen Urlaub dorthin ge-bucht. Wir hatten Kontakt aufgenommen zu einer Privatper-son, die ihre Tauchbasis auf der Insel Negros verkaufen wollte und haben uns vor Ort mit ihr getroffen. Leider ist es mit diesem Kontakt zu keinem positiven Ergebnis gekom-men, aber während unserer Rundreise auf Negros haben wir als Gast im Sea Dream Resort in Dauin drei Nächte verbracht. Ein tolles Resort – genau richtig für unsere Gäste, die uns aus den Malediven nachfolgen würden. Allerdings leider mit nur sechs Zimmern viel zu klein. Eine Tauchbasis würde sich nicht rechnen bei dieser geringen Zimmeranzahl. So sind wir da-mals mit dem Resort-Inhaber verblieben. BDAE: Wie ging es dann weiter? GOLTZ: Keine zwei Monate später bekamen wir eben von diesem Resort-Besitzer die Information, dass er weitere neun Zimmer innerhalb von zehn Monaten bauen wollte und ob wir uns dann vorstellen könnten, bei ihm im Resort eine ei-genständige Tauchbasis aufzubauen. Er stellt das Gebäude und wir machen den Rest. Und genauso ist es gekommen. Im Sommer 2013 haben wir uns nochmals mit allen Beteiligten getroffen, um endgültige Schritte einzuleiten und im Dezember 2013 sind wir mit Sack und Pack von den Malediven auf die Philippinen umgezogen. Hier leben wir nun in einem privaten Apartment genau neben dem Sea Dream Resort und fühlen uns sehr, sehr wohl. In den ersten Wochen mussten wir uns allerdings doch ziemlich umstellen, weil wir in den letzten 12 Jahren an das Leben im Resort gewohnt waren – sprich Essen im großen Gästerestaurant, jeden zweiten Tag kam der Roomboy, Wä-sche in die Resort-Wäscherei und so weiter. Jetzt mussten wir alles wieder selbst machen – einkaufen, kochen, reinigen, waschen – back to the roots eben. Doch wir sind absolut happy und bereuen nicht einen Tag, diesen Entschluss damals in die Tat umgesetzt zu haben. BDAE: Mit Ihrer Tauchschule lief es von Anfang an gut.
  5. 5. INTERVIEW © vilainecrevette - Fotolia.com 5 GOLTZ: Seit dem 1. April 2014 haben wir die Pforten geöff-net und das Geschäft läuft nicht schlecht. Unser eigenes Boot liegt vor der Tür und die Tauchgebiete sind erstklassig. Wir haben schon Buchungen von „damaligen“ Male-diven- Gästen vorliegen und sind gespannt, wie sie auf unsere neue Heimat reagieren. Wir sehen der Zukunft positiv entgegen und freuen uns über jeden Gast, der mit uns Tauchen oder Schnorcheln gehen möchte. BDAE: Sie sagten, die Länder, in denen Sie bereits gelebt haben, also beispielsweise Thailand, Honduras und Malaysia kamen für die Gründung Ihrer Tauchschule nicht infrage? Für die meis-ten Deutschen sind dies Traumziele. Was sprach aus Ihrer Sicht dagegen? GOLTZ: In Thailand und Malaysia hatten wir uns da-mals sehr wohl gefühlt, aber das Arrangement mit dem Visum und mit einer Arbeitsgenehmigung ist sehr kompli-ziert. In Honduras haben wir das erste Mal tatsächlich so eine Art „Ausländerabneigung“ kennen gelernt. Wir wur-den teilweise beschimpft und bekamen zu hören: „Expats raus – wir brauchen euch nicht.“ Okay, das haben wir dann auch befolgt. BDAE: Haben Sie manchmal Heimweh? Können Sie sich eine Rückkehr nach Deutschland vorstellen – etwa im Ruhe-standsalter? GOLTZ: Na klar hat man manchmal den Wunsch, mal eben schnell ein paar Tage mit der Familie oder den Freunden zu verbringen, aber leider kann „Scotty uns noch nicht hin- und herbeamen“. Deswegen fahren wir jedes Jahr für ein paar Wochen im Sommer nach Oldenburg und sind dann auch wirklich happy dort. Aber spätestens nach der dritten Woche kommt das Fernweh erneut durch und wir müssen wieder los. Eine Rückkehr nach Deutschland steht momentan nicht zur Debatte. Tja, und Ruhestand – so weit haben wir ehrlich gesagt noch nichts entschieden. Wir lassen das auf uns zu-kommen. BDAE: Sie haben mit vielen Nationalitäten zusammenge-lebt. Wo gab es die größten interkulturellen Unterschiede und welcher Nation haben Sie sich am nächsten gefühlt? GOLTZ: Am besten sind wir persönlich bisher mit den Asia-ten klar gekommen. Ob Thais, Malaien, Inder oder Filipinos. Alle diese Kulturen sind extrem emsig am Arbeiten und vom Wesen her sehr freundlich. Weniger hat uns die Arbeitsein-stellung der Afrikaner und Mittelamerikaner – sowohl in Ägypten und Seychellen als auch auf Honduras – gefallen. Irgendwie sind wir dann doch zu sehr deutsch mit unseren Tugenden der Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit. BDAE: Was raten Sie Personen, die es Ihnen gleich-tun möchten und ebenfalls eine Tauchschule im Ausland eröffnen wollen? GOLTZ: Man muss auf alle Fälle erstmal ein paar Jahre als Tauchlehrer und dann auch als Basisleiter gearbeitet haben, bevor man sich irgendwo mit einer Tauchschule selbständig macht. Wenn dann die Entscheidung gefal-len ist, in welchem Land die Basis ste-hen soll, dann sollte man im Vorfeld alle wichtigen Informationen sammeln bezüglich Visum, Arbeitsgenehmigung, Firmengründung und ganz wichtig Privat-besitz. Und man sollte auch keine Tauchbasis in Spanien aufmachen, wenn man nicht Spa-nisch spricht. Das heißt Englischkenntnisse sind ein absolutes Muss, wenn man im Ausland arbeiten will. TAUCHBASIS CHROMODORIS DIVE CENTER: Im Sea Dream Resort in Dauin auf der Philippi-nen- Insel Negros geöff-net. Negros ist die größte der zu den Philippinen gehörenden Visayas-In-seln und die drittgrößte Insel des gesamten Archi-pels. Im Angebot stehen Boots- und Hausrifftauch-gänge sowohl an der Dauin-Küste (Makro-Spe-zialitäten) als auch an den fantastischen Korallenrif-fen von Apo Island und Siquijor. Alle Tauchkurse werden nach SSI-Standards durchgeführt. Weitere Infos: www.chro-modorisdivecenter. com
  6. 6. RECHTLICHES SÜDAFRIKA: INTERNATIONALE GEBURTSURKUNDE FÜR MINDERJÄHRIGE ERFORDERLICH Seit dem 1. Oktober 2014 benötigen alle minderjährigen Reisenden unter 18 Jahren zur Einreise nach Südafrika neben dem eigenen Reisedokument ihre vollständige internatio-nale Geburtsurkunde (unabridged birth certificate), in der beide Elternteile genannt sind. Zu beachten ist, dass die Beantragung einer vollständigen Geburtsurkunde ca. 6 bis 8 Wo-chen dauern kann. Falls das Geburtsland keine internationalen Geburtsurkunden ausstellt, muss neben der nationalen Geburtsurkunde eine von einem beeidigten Übersetzer angefer-tigte SPRACHTESTPFLICHT FÜR AUSLÄNDISCHE ARBEITNEHMER IN RUSSLAND Ab 1. Januar 2015 treten die neuen Änderungen zum Föderalen Ge-setz „Über die Rechtsstellung ausländi-scher Bürger in der Russischen Föderation“ vom 20. April 2014 (Nr. 74-) in Kraft. Demnach müssen alle Ausländer, die eine Arbeitsgenehmi-gung für Russland beantragen möch-ten, einen Sprachtest für Russisch ablegen und ein entsprechendes Zerti-fikat vorweisen. Das meldet die Deutsch-Russische Außenhandelskam-mer 6 (AHK). Das Gesetz sieht vor, dass einige Kate-gorien von ausländischen Arbeitneh-mern, einschließlich hochqualifizierter Spezialisten, vom Sprachtest befreit sind. Die meisten ausländischen Staats-bürger sind dazu verpflichtet, sich vor der Beantragung einer Arbeitsgeneh-migung um das entsprechende Sprach-zertifikat für Russisch zu kümmern. Dazu verpflichtet sind ausländische Bürger aus den Staaten der GUS, die für den Russland- Aufenthalt kein Visum benötigen, sowie Ausländer, die sich in Russland mit einem Jahresvisum aufhalten und nicht zu den hochqualifizierten Arbeits-kräften zählen. Die Deutsch-Russische Auslandshan-delskammer (AHK) möchte ihren Mit-gliedern Unterstützung anbieten und dabei helfen, die ausländischen Arbeit-nehmer in Russland mit einem geringe-ren Zeit- und Kostenaufwand zertifizieren zu lassen. In diesem Zu-sammenhang bitten wir Sie, sich an einer Kurzumfrage des Komitees für Personalfragen und der AG Migration zu beteiligen. Hier geht es zur Umfrage beglaubigte Übersetzung ins Englische vorgelegt werden. Quellen: www.cibt.de und www.tip.de © starush - Fotolia.com © markrubens - Fotolia.com RUSSLAND: NEUES STAATS-ANGEHÖRIGKEITSRECHT Am 7. August 2014 ist in Russland ein Gesetz in Kraft getreten, das Änderungen zum Staatsangehörig-keitsrecht eingeführt hat. Demnach müssen russische Staatsangehörige, die eine doppelte Staatsangehörigkeit be-ziehungsweise ein dauerhaftes oder langfristiges Aufenthaltsrecht im Aus-land haben, dies innerhalb von 60 Tagen ab Rechtserwerb den zuständi-gen Behörden melden. Das meldet das Portal www.etl-advokat.com. Der Verstoß gegen diese Anzeigepflicht gilt als Ordnungswidrigkeit und kann unter Umständen strafrechtliche Kon-sequenzen haben. Als Strafmaß kann beispielsweise eine Gebühr bis zu 200.000 Rubel (ca. 4.500 Euro) ange-ordnet werden. Alle Betroffenen, einschließlich Kinder, müssen erstmalig entsprechende An-zeigen abgeben. Die Änderungen wer-den kontrovers diskutiert, insbesondere im Hinblick auf Auswanderer aus Russ-land, die zwischenzeitlich die deutsche Staatsangehörigkeit oder ein dauerhaf-tes Aufenthaltsrecht in Deutschland er-worben, zugleich jedoch die russische Staatsangehörigkeit beibehalten haben. Diese Personen sind oft nicht nur in Deutschland, sondern auch am früheren Wohnort in Russland weiter-hin gemeldet. Viele sind beruflich oder privat über längere Zeit sowohl in Deutschland als auch in Russland un-terwegs. Um mögliche Schwierigkeiten in Russland zu vermeiden, sollten diese kurzfristig die Rechtslage klären.
  7. 7. RECHTLICHES 7 Ausspionierte Laptops, manipulierte Smartphones, ge-stohlene USB-Sticks: Die Angst vor Datendiebstahl auf Geschäftsreisen wächst und treibt immer mehr Unterneh-men zum Handeln. 83 Prozent der reisenden Geschäftsfüh-rer, Fach- und Führungskräfte sagen, dass ihr Unternehmen Vorkehrungen gegen den Raub sensibler Daten auf Reisen trifft. Die Quote ist im Vergleich zum Vorjahr um 17 Prozent-punkte gestiegen. Dies ist ein Ergebnis der Studie “Chefsache Business Travel 2014“ von Travel Management Companies im Deutschen ReiseVerband (DRV). Der DRV gibt fünf Tipps, wie Geschäfts-reisende sich mit wenig Aufwand selbst vor Datenklau schüt-zen können: 1. Nur das Wichtigste mitnehmen Je mehr Geräte und je mehr vertrauliche Informationen Reisende bei sich tragen, desto schneller verlieren sie den Überblick, wer darauf zugreifen kann. Deshalb sollten sie eine gründliche Vorauswahl treffen. Ein Beispiel: Brauche ich wirklich den Laptop, auf dem viele wichtige Firmendo-kumente gespeichert sind? Reicht vielleicht ein Tablet mit Webzugang? Wenn es der Laptop sein soll, welche Da-teien kann ich anderswo speichern und löschen? 2. Datenträger nicht unbeaufsichtigt lassen Kleinere Datenträger wie DVDs oder USB-Sticks sollten Geschäftsreisende stets am Körper tragen oder sicher wegschließen. Das Smartphone sollte nicht von Dritten benutzt werden, ohne dass man selbst die Kontrolle da-rüber hat, was derjenige damit tut. In der Bahn sollte ein Laptop nicht unbeaufsichtigt am Platz stehen bleiben, auch wenn man diesen nur kurz verlässt. 3. Backup- und Security-Software nutzen Mobile Geräte sollten über eine Sicherheitssoftware verfü-gen, die vor Viren und Trojanern schützt und auf dem neusten Stand ist. So ist die Gefahr deutlich geringer, dass zum Beispiel Spionagesoftware unbemerkt auf den Rech-ner gelangt. Wichtige Dateien sollten zudem nicht nur auf einem mobilen Gerät oder Datenträger gespeichert, son-dern durch eine zuverlässige Backup-Lösung gesichert werden. 4. Ungesichertes WLAN meiden Laptops und Smartphones sollten sich nicht automatisch mit öffentlichen, nicht kennwortgeschützten Netzwerken (“Hotspots”) verbinden. Sichere WLAN-Verbindungen wählen die Reisenden manuell aus und schalten sie durch ein Kennwort frei, etwa in Hotels. Manche Flughäfen bie-ten ein gesichertes WLAN für eine begrenzte Zeit (30 oder 60 Minuten) kostenlos an. 5. Keine beliebigen Apps installieren Für mobile Geräte gibt es viele Apps, die für Reisende nützlich erscheinen, die etwa Informationen zu Ziellän-dern oder Tipps zu Unterkünften und Reiserouten bereit-stellen. Allerdings sollten Geschäftsreisende nicht nach Belieben Apps installieren, denn auch diese können Schad- oder Spionagesoftware enthalten. Unternehmen sollten ihren reisenden Mitarbeitern in diesem Punkt ent-sprechende verbindliche Vorgaben machen. “Die Datensicherheit ist ein Thema, mit dem sich nicht nur die IT-Fachleute einer Firma beschäftigen sollten”, sagt Ste-fan Vorndran, Vorsitzender des Ausschusses Business Travel im DRV. “Jeder Mitarbeiter, besonders auch Reisende, sollten die Gefahren kennen und dabei helfen, sie so weit wie mög-lich zu vermeiden.” Weitere Informationen hierzu erhalten Sie unter www.chef-sache- businesstravel.de. TIPPS GEGEN SPIONAGE AUF DIENSTREISEN © piai - Fotolia.com
  8. 8. RECHTLICHES NEUES SOZIALVERSICHERUNGSABKOMMEN ZWISCHEN DEUTSCHLAND UND DEN PHILIPPINEN Deutschland und die Philippinen FLUGVERSPÄTUNG: SUMME DER TEILSTRECKEN FÜR AUSGLEICHSZAHLUNG MASSGEBLICH Kommt es zu einer Verspätung auf einem Flug, der sich 8 aus mehreren Teilstrecken zusammensetzt, ist für die Höhe der Ausgleichszahlung die Summe der einzelnen Stre-cken entscheidend. Das geht aus einem Urteil des Amtsge-richts Frankfurt (Az.: 29 C 1952/13 [81]) hervor. Im betreffenden Fall ging es um einen Flug von Luxor nach Frankfurt am Main, bei dem in Hurghada ein Zwischenstopp eingelegt wurde. Da sich der Flug er-heblich verspätete, zahlte die Air-line dem Passagier eine Entschädigung in Höhe von 400 Euro. Dieser forderte jedoch die Zahlung von 600 Euro und zog vor Gericht, als die Fluggesell-schaft dies mit der Begrün-dung abwies, dass die Entfernung zwischen Luxor und dem Zielort Frankfurt ledig-lich 3.408 Kilometer betrage. Die Richter schlossen sich der Argumentation des Klägers an. Entscheidend für die Höhe der Ausgleichszahlung sei die Summe der einzelnen Teilstrecken, hier also die Strecken Luxor – Hurghada und Hurghada – Frankfurt, und diese be-trage im vorliegenden Fall mehr als 3.500 Kilometer. Deshalb stünde dem Reisenden auch eine Entschädigung in Höhe von 600 Euro zu. Quellen: www.cibt.de und www.tip.de haben ein Sozialversicherungsab-kommen unterzeichnet, das Arbeitneh-mer aus Deutschland und von den Philippinen künftig im jeweils anderen Land besser sozial absichert. Das Abkommen legt fest, dass für Ar-beitnehmer und Unternehmer aus Deutschland und von den Philippinen im jeweils anderen Land die Vorschrif-ten gelten, in dem die Betroffenen tat-sächlich arbeiten. Darüber hinaus können von ihrem Arbeitgeber ent-sandte Arbeitnehmer aus beiden Staa-ten künftig bis zu 48 Monate lang in der Sozialversicherung ihres Heimatlan-des bleiben. Erst bei einer noch länge-ren oder unbefristeten Beschäftigung im anderen Land wird dessen Sozialver-sicherung zuständig. Darüber hinaus werden in beiden Staa-ten zurückgelegte Versicherungszeiten für die Rente künftig zusammenge-rechnet. Dadurch können Deutsche aus philippinischen Versicherungszeiten und philippinische Versicherte aus deutschen Versicherungszeiten Renten-ansprüche erwerben. Diese Rentenan-sprüche werden nach Ratifizierung des Abkommens vollständig in das jeweils andere Land gezahlt. Quelle: www.ihre-vorsorge.de © orelphoto - Fotolia.com © Marzky Ragsac Jr. - Fotolia.com
  9. 9. EXPATRIATES ISLAMISCHER STAAT UND EXPATS: WIE UNTERNEHMEN AUSLANDSMITARBEITER SCHÜTZEN 9 Stellvertretend für das Gefühl der Bedrohung steht wohl dieser Tage das Thema Islamischer Staat (IS) – die Terror-organisation, die häufig als Krebsgeschwür bezeichnet wird und dessen Metastasen sich über die Welt verbreiten. Er gilt als die reichste Terrorgruppe der Welt und erfreut sich über-dies des täglichen personellen Zulaufs – auch von bisher un-abhängig operierenden Gruppierungen. Allen ist gemein: Einen großen Teil des Geldes nehmen sie mit Überfällen und Entführungen ein. Focus online berich-tete im September, wie viel Geld der IS tatsächlich für seine zahlreichen Geiseln verlangt und bekommt, ist bislang un-klar. Jedoch scheint sicher, dass die Terroristen auf diese Weise jedes Jahr mehrere Millionen Dollar einnehmen. Auch für andere Organisationen sind Überfälle und Entführungen ein Multi-Milliarden-Geschäft. So habe al-Qaida in den ver-gangenen fünf Jahren 125 Millionen Dollar durch Entführun-gen eingenommen, schreibt die “New York Times“. Politisch hat man nun begonnen Allianzen zu schmieden, um auf verschiedenste Arten gegen den IS und seine weltweiten Verbündeten vorzugehen. Das wiederum kann dazu führen, dass sich kleine, hochmobile Zellen abspalten, die in ihren je-weiligen Regionen weiterhin Angst und Schrecken verbrei-ten. Um dann finanziell handlungsfähig zu bleiben, ist es wahrscheinlich, dass die Terroristen so genannte weiche Ziele überfallen oder entführen. Wie sollten nun Unternehmen reagieren, die ihr Personal in Krisenregionen entsenden, in denen auch IS-Anhänger zu finden sind? Pläne für eine umfassende Sicherheitsarchitektur nötig Zunächst sollten sich Unternehmen an Fachleute aus dem Bereich des internationalen Krisen- und Risikomanagements wenden, um mit ihnen gemeinsam Sicherheitskonzepte zu erarbeiten. Diese verdeutlichen den Expats und deren Ange-hörigen, dass die Arbeitgeber ihre Fürsorgepflicht ernst neh-men. Bei der Entwicklung von Notfallkonzepten muss darauf ge-achtet werden, dass ein ganzheitlicher Ansatz gewählt wird: Dieser beginnt bei der Beratung und Schulung im Inland und sollte auch die Möglichkeit beinhalten, eine Bedrohungsana-lyse vor Ort durchzuführen. Im besten Fall entscheiden sich Unternehmen dafür, einen Experten in Sicherheitsfragen an-zustellen. Der Einsatz dieses sogenannten Notfallmanagers, der nicht nur aus der Ferne, sondern schwerpunktmäßig vor Ort die Sicherheitslage im Blick behält, bietet sich in vielen Regionen der Welt an. Der Umstand, in schwierigen Situationen einen Fachmann physisch an der Seite zu wissen, beruhigt nicht nur die Ent-sandten, sondern auch deren Angehörige und schafft da-durch eine Verbundenheit zum Arbeitgeber. Im Bedarfsfall koordinieren Notfallmanager als Bindeglied zwischen deut-schen Unternehmen und der Deutschen Botschaft alle nöti-gen Maßnahmen. Gründung eines Sicherheitsbündnisses gegen Terror Generell empfehlen fachkundige Experten Unternehmen, die ihre Mitarbeiter temporär oder für längere Zeit in die gleiche (Krisen-)Region entsenden, einen Notfallmanager anzustel-len. Dieser kann bereits in beziehungsweise von Deutschland aus aktiv eine Kontaktaufnahme mit anderen deutschen oder westlichen Unternehmen am Einsatzort durchführen. Um finanzielle Ressourcen zu schonen, könnten sich mehrere Unternehmen in einer Region darauf verständigen, gemein-sam die Dienstleistung eines Notfallmanagers in Anspruch zu nehmen. Dadurch kann ein kostengünstiges und effizientes Sicherheitskonzept entstehen. © Georg Lehnerer - Fotolia.com
  10. 10. EXPATRIATES 10 Der Notfallmanager im Sicherheitsbündnis Diesen Fachmann kann man sich am besten wie einen touri-stischen Reiseleiter im Pauschalurlaub vorstellen. Während der klassische Reiseleiter einmal in der Woche ins Hotel kommt um Ausflugtipps zu geben, reist der Notfallmanager in der Region von Unternehmen zu Unternehmen und hält die Entsandten dabei über tagesaktuelle Entwicklungen in der Region auf dem Laufenden. Damit ist er der erste An-sprechpartner, wenn es um Fragen der Sicherheit geht. Auch der Aufbau eines Präventions-, Abwehr- und Reakti-onskonzeptes für Notlagen, das unternehmensübergreifend sein muss, sollte durch den Notfallmanager implementiert werden. Interkulturelle Kompetenz bei der Notlagenprävention Die Notfallmanager sollten über das Schlüsselelement der in-terkulturellen Kompetenz verfügen. Nur so finden sie den Zugang zur lokalen Bevölkerung. Das Tor zu den Menschen vor Ort ist für die Krisenfrüherkennung notwendig, weil die Bewohner Veränderungen der Sicherheitslage als erstes fest-stellen und gerne bereit sind, ihre Informationen zu teilen. Hinweise, die eine Bedrohung menschlicher Sicherheit be-treffen, müssen vor Ort analysiert werden und auf die Not-fallplanung Einfluss nehmen. Anfang Januar 2014 veröffentlichte Travel Management Companies im Deutschen Reise Verband (DRV) die Studie „Chefsache Business Travel 2014“. Demnach hatten unter anderem 96 Prozent der Befragten das Bedürfnis, über ta-gesaktuelle Entwicklungen, die den Verlauf der Reise beein-trächtigen könnten, informiert zu werden. Aber nur jeder Zweite erfährt diese Zuarbeit. Damals waren 7 von 10 Ge-schäftsreisenden der Meinung: Je besser ein Unternehmen seine Mitarbeiter auf Geschäftsreisen vorbereitet und dabei unterstützt, desto attraktiver ist es als Arbeitgeber. Heute, einige Monate später, stellt sich die Frage: Wie fühlen sich die Expats, die in instabile Regionen entsandt werden, angesichts der weltweiten Entwicklungen? Eine Frage, die sich nicht so einfach beantworten lässt, aber durchaus von den Unternehmen gestellt werden sollte. © Ruslan Olinchuk - Fotolia.com AUTOR Benjamin Beutekamp ist Berufsoffizier und Geschäftsführer von Human Ressource Protection, einem Unternehmen, das sich auf die Entwicklung von Sicherheitskon-zepten für Unternehmen und Privat-personen in Krisenregionen spezialisiert hat. E-Mail: kontakt@hr-protection.com Web: www.hr-protection.com
  11. 11. Die größte private iranische Flugge-sellschaft Mahan Air erweitert ihr Streckennetz in Deutschland und eröff-net ab dem 12. November dieses Jah-res eine neue Route von Teheran nach München. Zunächst soll die Strecke zweimal wöchentlich – jeweils mitt-wochs und sonntags – stattfinden. Ab März nächsten Jahres soll die Flugfre-quenz um einen zusätzlichen Flug pro Woche erhöht werden. 11 MAHAN AIR GERMANIA FINNAIR Die größte finnische Fluggesellschaft Finnair bietet in Ko-operation mit dem finnischen Bahnkonzern VR ein ge-meinsames Flug- und Bahn-Ticket für die Verbindung zwischen Sankt Petersburg und internationalen Reisezielen über Helsinki an. Mit diesem Kombiticket können Reisende, die im internatio-nalen Finnair-Streckennetz in Europa, Asien und Nordame-rika unterwegs sind, komfortabel und schnell von und nach Sankt Petersburg mit dem Hochgeschwindigkeitszug Allegro reisen. TRANSAERO AIRLINES Die Airline möchte nach eigener Aus-sage durch die neue Verbindung mehr Umsteigepassagiere für ihr Drehkreuz in Teheran gewinnen. Über das Mahan Air-Drehkreuz haben Reisende günstige Verbindungen nach Bangkok, Kuala Lumpur und Shanghai. Die deutsche Linien – und Charterfluggesell-schaft Germania fliegt in der kommenden Wintersaison erstmals vom Flughafen Er-furt- Weimar nach Lanza-rote. Ab dem 19. Dezember dieses Jahres steht die nord-östlichste der sieben Kanari-schen Inseln immer freitags im Flugplan. Die Maschine mit der Flugnummer ST4400 verlässt um 5.30 Uhr die Hauptstadt Thüringens und landet um 8.45 Uhr in Arrecife. Nach einem kurzen Aufent-halt hebt der Flieger mit der Flugnummer ST4401 um 9.40 Uhr für den Rückflug nach Deutschland ab und er-reicht den Thüringer Flughafen um 14.50 Uhr. (Alle Angaben sind Ortszeiten.) Ebenso fliegt die Airline die-ses Jahr Antalya erstmals ganzjährig ab Erfurt-Weimar an. Damit konnte Germania ihr Streckennetz verglichen mit dem Vorjahr von sieben auf neun Flugziele zum Winterflugplan 2014 aus-bauen. Die russische Fluggesellschaft Transaero Airlines nimmt ab dem 29. Oktober dieses Jahres erstmals die Flugroute von Sankt Petersburg nach London-Heathrow in ihren Flugplan auf. Jeweils mittwochs und samstags startet um 18.30 Uhr eine Boeing 737 am größten Flughafen Londons und er-reicht die zweitgrößte Stadt Russlands um 1.50 Uhr Ortszeit. Auf dem Rück-flug startet der Flieger um 15.40 Uhr auf dem Pulkow-Flughafen und kommt um 16.10 Uhr in der Metropole an der Themse an. Die Flugzeit beträgt 3 Stunden und 30 Minuten. AIRLINES © atScene - Fotolia.com © rebius - Fotolia.com Der Allegro verbindet den Hauptbahnhof in Helsinki mit dem Finnischen Bahnhof im russischen Sankt Petersburg. Die Zug-fahrt dauert 3 Stunden und 36 Minuten. Pass- und Grenz-kontrollen finden während der Fahrt an Bord statt, was die Reisezeit verkürzt. Mit dem Ticket sind auch Zwischenstopps in Helsinki möglich, so dass Geschäftsreisende mit einer Bu-chung Termine in beiden Städten wahrnehmen können. Die Kombitickets können bereits seit dem 1. Oktober dieses Jahres bei Finnair gekauft werden. Der erste Hochgeschwin-digkeitszug fährt am 1. Dezember dieses Jahres. © Kotkoa - Fotolia.com
  12. 12. Die größte polnische Fluggesellschaft LOT Polish Airlines erweitert ihr Angebot zwischen War-schau und Hamburg um zu-sätzliche Verbindungen am Tagesrand. Der neue Flug mit der Flug-nummer LO402 startet ab dem 26. Oktober dieses Jahres immer montags, dienstags, donners-tags und samstags um 7.50 Uhr am Hamburg Airport. Nach einer Flugzeit von einer Stunde und 30 Minu-ten erreicht Flug LO402 den warschauer Chopin-Flugha-fen um 9.20 Uhr. In der Gegenrichtung kön-nen Reisende künftig zwi-schen zwei Abendverbindungen wäh-len: Der zusätzliche Flug mit der Flugnummer LO401 ver-lässt immer montags, mittwochs, frei-tags und sonn-tags um 20.15 Uhr die Metro-pole an der Weichsel und landet um 21.50 Uhr in der Hanse-stadt. Daneben be-steht täglich eine weitere Abendreisemöglichkeit mit Flug LO393 um 17.20 Uhr mit Ankunft in Hamburg um 18.55 Uhr. 12 LOT POLISH AIRLINES SUN AIR Sun Air, der dänische Franchise-Partner von British Airways, eröffnet eine neue Flugverbindung von Hamburg zum London City Airport. Ab dem 27. Oktober dieses Jahres findet von Montag bis Freitag je-weils morgens und abends ein Flug statt. Auf dem Hinflug verlässt die Dornier 328 mit 32 Sitzen um 7.05 Uhr und um 17.00 Uhr den Hamburg Airport und erreicht um 7.50 Uhr und um 17.50 Uhr Ortszeit die Hauptstadt Großbritan-niens. Nach einem kurzen Aufenthalt startet die Ma-schine um 8.20 Uhr und um 21.10 den London City Air-port mit Ankunft in Ham-burg um 11.10 Uhr beziehungsweise um 21.10 Uhr Ortszeit. Dieses neue Flugangebot könnte insbesondere für Geschäftsreisende interes-sant sein, denn der London City Airport liegt von allen Flughäfen der britischen Metropole am näch-sten an der Innen-stadt. Eine Fahrt in die Innenstadt Lon-dons beispielsweise mit der U-Bahn dauert nur 15 Minuten. AIRLINES AIR CHINA Die zweitgrößte Flugge-sellschaft Chinas – Air China – erhöht ab dem 26. Oktober dieses Jahres ihre Flugfrequenz auf der Strecke von Peking nach London auf zwei tägliche Flüge. Die zusätzlichen Flüge haben die Flugnummern CA855 und CA856. Auf dem Hinflug hebt der Flie-ger um 14.30 Uhr in Peking ab und kommt in London um 17.50 Uhr Ortszeit an. Der Rückflug startet um 20.25 Uhr vom Heathrow International Airport und erreicht die Hauptstadt Chi-nas um 14.45 Uhr Lokal-zeit. Die bestehen-den Flüge mit den Flugnummern CA937 und CA938 werden auch weiterhin wie gewohnt durchgeführt: Der Hinflug erfolgt um 12.30 Uhr ab Peking und der Rückflug um 17.40 Uhr ab London. Nach der Erweiterung des Flugplans wird die Airline auf der gesamten Strecke von Peking nach London- Heathrow einen Airbus 330- 200 einsetzen. Das bedeutet besonders für Reisende der Businessklasse einen erhöh-ten Komfort. Durch die voll-kommen flach ausziehbaren Sitze wird ein erholsamer Schlaf während des Fluges an Bord ermöglicht. © blueringmedia - Fotolia.com © atScene - Fotolia.com © nickylarson974 - Fotolia.com
  13. 13. VERMISCHTES PROTAGONISTEN FÜR „GOODBYE DEUTSCHLAND“ GESUCHT Die Produktionsfirma Norddeich TV sucht Protagonisten 13 für die neuen Folgen von „Goodbye Deutschland – Die Auswanderer“ (VOX). Sie planen eine Auswanderung in ein fremdes Land, leben schon dort oder möchten Deutschland verlassen, um Ihren Traum vom großen Abenteuer wahr werden zu lassen? Sie haben Lust, sich bei diesem mutigen Schritt mit der Ka-mera begleiten zu lassen? Vielleicht kennen Sie aber auch je-manden, der bald „Goodbye Deutschland“ sagen wird? Dann melden Sie sich bei uns! E-Mail: auswanderer@norddeich.tv Web: www.norddeich.tv//?pid=20 Hotline: 02233 – 516861 Hintergrund: Bereits seit 2006 begleitet VOX Deutsche, die ihr Glück im Ausland versuchen wollen. Egal, ob ein Umzug mit der gesamten Familie, mit dem Partner oder ganz alleine – die Auswanderer werden schon bei ihren Auswanderungs-vorbereitungen begleitet. Die Doku-Soap zeigt die Protagonisten in drei entscheiden-den Phasen der Auswanderung. Zunächst werden sie kurz vor dem Umzug vorgestellt. Sie erzählen über ihre Beweg-gründe für diesen Schritt. Warum wollen sie im Ausland leben? In welchem Land erhoffen sie sich das große Glück? Was werden sie in ihrer neuen Heimat vermissen? Was er-hoffen sie sich von der Auswanderung? Und welche Träume wollen sie wirklich umsetzen? Die zweite Phase, in der die Auswanderer begleitet werden, ist der Abschied von der alten Heimat und den Wegbeglei-tern. So werden etwa der letzte Schultag der Kinder oder der letzte Besuch in der Stammkneipe dokumentiert. Am Tag der Abreise werden die Auswanderer zum Flughafen begleitet, wo sie sich von Familie und Freunden verabschieden. Weiter geht es mit der hoffnungsvollen Ankunft in der neuen Wahlheimat. Ganz entscheidend ist stets die erste Nacht im neuen Land. Begleitet werden die Auswanderer auch bei Behördengängen, beim Haus- und Autokauf sowie zum ersten Schultag der Kinder oder zum ersten Arbeitstag der Eltern. Alltägliche Abläufe, wie Einkaufen im Supermarkt oder tanken dürfen natürlich auch nicht fehlen. Beleuchtet wird außerdem, wie die Auswanderer mit den neuen Situa-tionen umgehen. Dabei spielt die emotionale Verfassung sowie die Sorgen, die sie sich machen, eine große Rolle. Die dritte Phase der Doku bei VOX widmet sich der Frage, ob die Auswanderer im Ausland gefunden haben, was sie ge-sucht hatten. Das Kamerateam besucht die Auswanderer nach einer gewissen Zeit erneut. Sie berichten, wie es ihnen in den vergangenen Wochen ergangen ist. Einige Familien werden sogar regelmäßig besucht, um einen Einblick in ihr neues Leben im Ausland zu geben. Andere Auswanderer werden sogar mehrere Jahre begleitet, wie zum Beispiel die berühmtesten Auswanderer aus Goodbye Deutschland! Die Auswanderer Konny Reimann oder die Super-Blondine Da-niela Katzenberger. Konny Reimann lebt gemeinsam mit sei-ner Frau Manuela Reimann und den beiden Kindern Janina und Jason in Texas/USA. Die Doku-Soap Goodbye Deutsch-land! Die Auswanderer ist immer dienstags um 21.15 Uhr bei VOX zu sehen. © ehaurylik - Fotolia.com
  14. 14. VERMISCHTES NEUER BUSINESS-KNIGGE CHINA ERSCHIENEN Zahlreiche deutsche Unternehmen arbeiten sehr erfolgreich im Reich der Mitte, stehen jedoch auf einem dynamischen 14 Markt mit unbeständigen Rahmenbedingungen jährlich vor neuen Herausforderungen. Der neue Business-Knigge China vom ICC-Portal bietet aktuelles Hinter-grundwissen und interkulturelle Tipps für das erfolgreiche China-geschäft. Der Standort China bleibt trotz seines geringeren Wirtschafts-wachstums für die globale Wirt-schaft sehr bedeutsam. Die junge Generation von Chinesen rückt nicht nur als Konsumentenschicht, sondern ebenso als Gruppe potentieller Mitarbeiter für deutsche Unternehmen in den Fokus. Der neue Business-Knigge China bietet neben Klassikern vom ICC-Blog auch zahlreiche neue Artikel zu deutsch-chinesi-schem Geschäftsverhalten und interkulturellem Management. Aus dem Vorgänger, dem Deutsch-Chinesischen Knigge, wur-den ebenfalls einige themenrelevante Beiträge aufgenommen. Das erste Kapitel behandelt die zentralen Themen aus dem China-Knigge. Welche Regeln gibt es beim Schenken in der chinesischen Geschäftswelt? Wie funktioniert Networking mit chinesischen Merkmalen? Natürlich dürfen auch Hinweise für Geschäftsessen und Verhandlungen in China nicht fehlen. Chi-nesisches Messe- und Presseverhalten, das für Deutsche unge-wöhnlich erscheint, wird ebenso besprochen. Nicht zuletzt stehen chinesische Business-Strategien im Fokus. Das zweite Kapitel befasst sich mit der deutsch-chinesischen Zusammenarbeit im Management und im Personalbereich. Welche Empfehlungen gibt es für deutsche Personaler und Führungskräfte? Wie gelingen Re-cruiting, Leitung und Bindung chi-nesischer Mitarbeiter? Aus aktuellen Studien und Umfragen werden Einblicke in chinesische Ar-beitnehmererwartungen gegeben. Ganz konkret werden auch be-währte Ratschläge für deutsche Vorgesetzte formuliert, um chinesi-sche Mitarbeiter an ein Unterneh-men zu binden. Bestellung des neuen Business-Knigge China: Der neue Knigge ist als günstiges E-Book und als handliches Taschenbuch erhältlich: Zum Business-Knigge China als E-Book gelangen Sie hier. Zum Business-Knigge China als Taschenbuch geht es hier. Das ICC-Portal wünscht eine interessante Lektüre! © Speedfighter - Fotolia.com © XtravaganT - Fotolia.com
  15. 15. VERMISCHTES 15 Deutschland ist nach den USA, Großbritannien und Ka-nada das beliebteste Land weltweit, wenn es um einen Job im Ausland geht. Dies ist das Ergebnis einer aktuellen Studie zur globalen Arbeitsmobilität von The Boston Consul-ting Group und StepStone. Befragt wurden mehr als 200.000 Arbeitskräfte aus 189 Ländern. Weltweit wären durchschnittlich zwei von drei Arbeitneh-mern grundsätzlich bereit dazu, eine Stelle im Ausland anzu-nehmen. Anders sieht es in Deutschland aus, wo weniger als die Hälfte der Arbeitskräfte für einen Job ins Ausland gehen würde. Besonders hoch ist die Bereitschaft im Ausland zu arbeiten, in wirtschaftlich wenig entwickelten Ländern. Pakistan führt die Liste an: Etwa 97 Prozent der dort befragten Personen können sich vorstellen, für den Job ins Ausland zu ziehen. Doch auch führende Industrieländer in direkter Nachbar-schaft zu Deutschland zeichnen sich durch hohe Jobmobilität aus: Frankreich gehört mit etwa 94 Prozent zu den Top-5- Staaten, in denen Arbeitskräfte erwägen, auch im Ausland zu arbeiten. In der Schweiz können sich rund 77 Prozent vor-stellen, für einen Job die Heimat zumindest auch vorüberge-hend zu verlassen – das sind 33 Prozentpunkte mehr als in Deutschland. Im weltweiten Vergleich liegt Deutschland 20 Prozentpunkte unter dem Durchschnitt von rund 64 Prozent. Am stärksten zieht es die Deutschen in die Schweiz (37 Pro-zent), die USA (35 Prozent) und Großbritannien (33 Prozent). Deutschland ist ein attraktives Ziel für Arbeitnehmer und bei den Befragten das beliebteste nicht-englischsprachige Land weltweit. Insbesondere Arbeitskräfte aus südosteuropäischen Staaten wie beispielsweise Bosnien-Herzegowina oder Ser-bien zieht es nach Deutschland – 73 bzw. 64 Prozent der Ar-beitnehmer aus diesen Ländern wären bereit, in Deutschland einen Job auszuüben. In den Niederlanden liegt dieser Wert bei 51 Prozent, und auch in Finnland findet knapp die Hälfte der Arbeitnehmer Deutschland attraktiv. Die Chance, neue persönliche Erfahrungen zu sammeln, ist für die meisten Arbeitnehmer sowohl weltweit als auch in Deutschland der wichtigste Grund für einen Job im Ausland. Auf globaler Ebene spielen bessere Karrierechancen und hö-here Verdienstmöglichkeiten eine bedeutende Rolle. Für die Befragten in Deutschland ist es allerdings viel wichtiger, in einer fremden Kultur zu leben und sich dort einer neuen He-rausforderung zu stellen. BEREITSCHAFT IM AUSLAND ZU ARBEITEN, IST WELTWEIT HOCH ATTRAKTIVSTE LÄNDER FÜR AUSLANDSJOBS Quelle: Studie “Decoding Global Talent” von BCG und StepStone
  16. 16. VERMISCHTES IMMER MEHR EUROPÄER MACHEN WINTERURLAUB IN DER SONNE 16 Strand statt Skipiste: Die Europäer verreisen immer häufiger in den Wintermonaten und reisen dabei verstärkt der Sonne hin-terher. Der klassische Winterurlaub in den Skiregionen der Alpen hat das Nachse-hen: Auf der Flucht vor kalten Tempera-turen im Winter setzen Reisende aus Europa nach einer neuen Umfrage zu-nehmend auf Urlaubsziele mit möglichst wahrscheinlicher Sonnen-Garantie. Dies ergab eine Auswertung des World Travel Monitors® von IPK International im Auftrag der ITB Berlin. Sie zeigt, dass die Zahl der europäischen Winterurlauber in den vergangenen sieben Jahren um rund 50 Pro-zent gestiegen ist. Insgesamt unternahmen die Europäer in den Wintermonaten 2013 etwa 127 Millionen Urlaubsreisen ins Ausland. Damit hat der Winterurlaub im Ausland im Ver-gleich zum Sommerurlaub deutlich an Marktanteilen gewon-nen. Strandurlaub war der Analyse zufolge dabei wesentlich beliebter als eine Reise in Schneedestinationen. In den vergangenen sieben Jahren ist der Marktanteil von Auslandsreisen der Europäer in der Winterzeit von rund 30 auf 40 Prozent gestiegen. Besonders ausgeprägt ist das Fern-weh während der Wintermonate bei den Reisenden aus Großbritannien und Deutschland – sie wechseln sich in der Rangliste der Nationen mit den meisten Urlaubsreisen im Winter seit sieben Jahren regelmäßig ab. 2013 lag Deutsch-land auf dem ersten Rang. Auf den darauf folgenden Plätzen finden sich Frankreich und Russland. Der Anteil an russischen Reisenden ist, auch vor dem Hintergrund des allgemeinen Wachstums bei Auslandsreisen der Russen, in den vergange-nen Jahren überproportional gestiegen. Eine sehr große Be-deutung hat der Winterurlaub im Ausland traditionell für die Menschen in Schweden. Mit 52 Prozent liegt der Urlaub in der kalten Jahreszeit dort über dem Auslandsurlaub im Som-mer. Aber auch für Finnen, Franzosen, Spanier, Italiener und Kroaten spielt der Auslandsurlaub im Winter mit rund 50 Prozent eine besonders wichtige Rolle. Mit Blick auf die Urlaubsarten, die Europäer in den Wintermonaten im Ausland unternah-men, fielen 2013 rund 25 Prozent auf den Strandurlaub mit Sonne, gefolgt von Städ-tereisen mit 23 Prozent und Rundreisen mit 17 Prozent. Im Vergleich dazu hat der Urlaub in Schneedestinationen nur einen Anteil von sieben Prozent an den euro-päischen Auslandsreisen in den Winter-monaten. In der Regel ist jedoch der klassische Schnee- beziehungsweise Skiurlaub vor allem ein Inlands- und weniger ein Auslandsurlaub. Der Strandurlaub im Winter hat im Laufe der ver-gangenen Jahre Marktanteile von vier Prozent ge-winnen können, wohingegen der Wintersporturlaub drei Prozent verlor. Die Marktanteile der anderen Urlaubsarten zeigten sich über die Jahre relativ stabil. 2013 dauerte der Winterurlaub der Europäer im Durch-schnitt acht Tage und die Gesamtausgaben für den Urlaub betrugen rund 890 Euro. Mit Blick auf den Strandurlaub hat dieser mit zehn Tagen im Durchschnitt eine deutlich längere Aufenthaltsdauer als der Wintersporturlaub mit sieben Tagen. Die Reiseausgaben für den Strandurlaub liegen mit rund 1.000 Euro auch über dem Wintersporturlaub mit rund 700 Euro. Die Rangliste aller Winter-Reiseziele wird ange-führt von Spanien, gefolgt von Deutschland, Frankreich, Österreich und Italien. Differenziert man zwischen Wintersport- und Strandurlaub in den Wintermonaten erhält man folgende Ergebnisse: Das fa-vorisierte Urlaubsziel für einen Wintersporturlaub im Ausland ist Österreich. Weit abgeschlagen folgen Frankreich, Italien, die Schweiz und Deutschland. Beim Strandurlaub im Winter führt Spanien die Liste an – gefolgt von der Türkei, Ägypten, Thailand und Griechenland. © pixelass - Fotolia.com © VRD - Fotolia.com
  17. 17. GESUNDHEIT ALLERGISCHE REAKTION IM FLUGZEUG: PASSAGIERIN ERHÄLT SCHMERZENSGELD Informiert eine Reisende die Crew über die Gefahr ihrer allergischen Re-aktion auf Erfrischungstücher und wer-den diese dennoch verteilt, erhält sie im Falle einer dann tatsächlich eintre-tenden „anaphylaktischen Reaktion“ Schmerzensgeld. Das verdeutlicht ein Urteil des Oberlandesgerichts Frankfurt (Az.: 16 U 170/13). Im betreffenden Fall hatte die Passagie-rin, eine Ärztin, auf ihrem Flug von In-dien nach Deutschland das Bord-personal auf die Gefahr einer allergi-schen Reaktion ihrerseits auf die Aus-dünstungen dampfender Erfrischungs-tücher, sogenannter Saunatücher, auf-merksam gemacht. Dennoch wurden diese dann verteilt und die Frau bekam durch das Einatmen der Dämpfe sofort große Atemnot. Eine Versorgung mit Medikamenten und Sauerstoff wurde notwendig. Nach der Landung musste sie vom Notarzt behandelt werden. Sie verklagte die Airline und bekam ein Schmerzensgeld in Höhe von 1.500 Euro zugesprochen. Denn aus Sicht der Richter sei die allergische Reaktion eine schwere Körperverletzung, die durch eine dem „Luftverkehr eigentümliche Gefahr“ ausgelöst worden sei. Da-durch, dass das Personal informiert ge-wesen sei, zähle der Vorfall nicht zum allgemeinen Lebensrisiko der Reisen-den. Jedoch trage auch die Frau selbst eine Mitschuld, da sie bei den an Bord herrschenden chaotischen Verhältnis-sen nicht nachdrücklich genug (wie beispielsweise durch lautes Schreien) auf ihr Anliegen aufmerksam gemacht habe. Deshalb wurde das ihr eigentlich zugesprochene Schmerzensgeld in Höhe von 2.000 Euro um ein Viertel gekürzt. Quellen: www.cibt.de und www.tip.de UNGEWOLLTER WECHSEL BEI ZWEISPRACHIGEN KINDERN GEKLÄRT 17 Das als Involuntary Language Switching bekannte Phä-nomen bei zweisprachig aufwachsenden Kindern ist auf Vorgänge im oberen Temporallappen des Großhirns zu-rückzuführen. Bei der Problemstellung handelt es sich um einen unfreiwilligen Sprachwechsel durch den Rückgang der Domänen einer Sprache. Die Forscher am Isti-tuto Nazionale dei Tumori Fondazione IRCCS Eugenio Medea haben Sprachtests durch-geführt und währenddessen die Gehirn-aktivität gemessen. Ein der italienischen wie auch der ser-bischen Sprache mächtiger Proband absolvierte einen Sprachtest, während ein Neurochirurg mittels direkter Sti-mulierung der Hirnrinde eine zerebrale Kartographie anlegte. Wir haben fest-gestellt, dass bei einer Stimulierung des oberen Cortex-Temporallappens ein unge-wollter Wechsel vom Italienischen in die ser-bische Muttersprache stattfand, so Projektleiterin Barbara Tomasino. Bei der durch die magnetischer Resonanz hervorgerufenen Stimulierung anderer Gehirnteile hingegen stellte sich dieses Phänomen nicht ein. Stattdessen kam es zu einer sekunden-langen Unterbrechung. Bei der beteiligten Gehirngegend handelt es sich um die sogenannte 'Sylvian Parietal Temporal Area', die eine entscheidende Rolle bei der phonologischen Signalverarbeitung und damit der Generierung von Sprache hat, sagt Tomasino. Zu erklären ist das Phänomen des sogenannten Language Switching mit einer von der Gehirn-rindenstimulation hervorgerufenen Interferenz mit dem Mechanismus, der die Sprache bil-denden Töne steuert. Tomasinos Fazit: Während die zur Erzeugung von Sprechlauten nötigen Vorgänge bei der Muttersprache automatisch erfolgen, benötigen sie bei der Zweitsprache eine stärkere Aktivierung und Kon-trolle der beteiligten zerebralen Hör-und Sprechfunktionen. Details sind in Neuropsychologia http://journals.el-sevier. com nachzulesen. Quelle: www.pressetext.com © graphixmania - Fotolia.com © Elenathewise - Fotolia.com
  18. 18. GESUNDHEIT 18 FLIEGEN MIT BABY: DARAUF SOLLTEN SIE ACHTEN Die erste gemeinsame Reise als Familie ist für alle frisch-gebackenen Eltern ein besonderes Erlebnis, doch insbe-sondere bei Flugreisen mit einem Baby gilt es, die Bedürfnisse des Nachwuchses besonders im Blick zu haben. Wie man sich am besten auf den ersten Flug mit Baby vorbereitet und was man tun kann, um den Aufenthalt an Bord möglichst angenehm zu gestalten, weiß die Allianz Global Assistance (AGA): • Ein Baby kann schon ab dem achten Lebenstag eine kurze Flugreise antreten, mit Mittel- und Langstreckenflügen soll-ten Eltern aber bis zu einem Monat nach der Geburt war-ten. • In der Regel reisen Babys auf innerdeutschen Strecken kos-tenlos. Für alle weiteren Strecken gewähren viele Flugge-sellschaften einen Rabatt von 90 Prozent auf den Erwachsenentarif. Einige Airlines verlangen aber auch Pau-schalpreise, wie beispielsweise Germanwings oder Tuifly mit 15 Euro. Bei den Flugpreisen für Babys ist zu beachten, dass in diesem Preis normalerweise kein Sitzplatz für das Kind enthalten ist, sondern nur das Beförderungsrecht auf dem Schoß der Eltern. Für Langstrecken ist diese Variante eher nicht zu empfehlen. Viele Airlines stellen aber für diese Reisen kostenlose Babykörbchen in der ersten Reihe des Flugzeugs zur Verfügung, wie zum Beispiel Air Berlin oder Lufthansa. • Viele Flughäfen bieten auch einen Security Check, der extra für Familien mit Babys eingerichtet ist. So müssen El-tern mit Babys nicht so lange warten und gelangen schnel-ler in den Abflugbereich. • Für das Handgepäck gelten abweichende Sicherheitsbe-stimmungen. So darf die Wickeltasche als zusätzliches Ge-päckstück mitgeführt werden. Zudem dürfen Essen und Getränke für das Kind mit an Bord. Diese müssen aller-dings, in Plastiktüten verpackt, beim Sicherheitscheck vor-gezeigt werden. • Die Kompensation des Kabinendrucks ist besonders wich-tig für die sensiblen Organe von Babys: Während Start und Landung sollte das Kind trinken oder am Schnuller nuk-keln, so lässt sich der Druck am besten ausgleichen. • Für Kälte- und Wärmeunterschiede während der Reise sollte die passende Kleidung im Handgepäck dabei sein. © katrinaelena - Fotolia.com Wenn Eltern diese Tipps beachten, sind sie schon recht gut für den ersten Flug mit ihrem Nachwuchs gerüstet. Sollten doch einmal Schwierigkeiten auftreten, rät der medizinische Dienst der AGA, zu viel Geduld. „Grundsätzlich sollten sich junge Eltern darauf einstellen, dass ihr Baby trotz bester Vor-bereitung schreien könnte oder quengelt“, wissen die Exper-ten und empfehlen weiter: „In solchen Situationen sollte man unbedingt Ruhe bewahren. Um die Mitreisenden mög-lichst gut zu entlasten, kann man beispielsweise versuchen, einen Platzwechsel zu vereinbaren. Die Flugbegleiter helfen in solchen Fällen immer gerne weiter.“ Und zur Not hilft das Lieblingsspielzeug oder das Kuscheltier gegen Langeweile und sorgt für die entsprechende Ablenkung. Einen speziellen Vorteil bei der Reiseplanung haben Familien mit Babys und kleinen Kindern: Sie müssen sich noch nicht nach den Schulferien richten und können deswegen öfter spontan verreisen. Für sie bietet sich das ELVIA Jahrespaket 365-Vollschutz der AGA mit Reise-Krankenversicherung be-sonders an. Es kann für die ganze Familie abgeschlossen werden und gilt weltweit, unabhängig von Häufigkeit oder Zielen der Reisen. Inbegriffen sind unter anderem neben der Krankenversicherung inkl. Kranken-Rücktransport, die Reise-rücktritt- sowie Reiseabbruch-Versicherung, die Reisegepäck- Versicherung und die Reise- und Gesundheits-Assistance, die rund um die Uhr bei Notfällen telefonisch zur Verfügung steht.
  19. 19. WELTWEIT SCHÜLERAUSTAUSCH MIT CHINA: WAS DEUTSCHE SCHÜLER DORT LERNEN KÖNNEN Schüleraustausch mit China – muss das wirklich sein? Geht es nicht noch weiter weg? Lohnt das? Was sollen unsere Schüler denn dort lernen? Die Kinder sind doch erst 16 oder 17 Jahre alt. Diese und ähnliche Fragen stellen sich vielen Eltern. Ich könnte jetzt viel Kluges darauf antworten, auf die wach-sende wirtschaftliche und politische und geostrategische Be-deutung Chinas eingehen, darauf verweisen, dass die deutsche Wirtschaft zu einem großen Teil von der Chinas abhängig ist und dass deutsche Wirtschafts-magnaten immer wieder die fehlende China-Kompetenz deutscher Schulabsolventen beklagen. Aber das will ich nicht. Ich möchte vielmehr an einem ganz einfachen Beispiel erzählen, wie und was Schülerinnen und Schü-ler in China lernen. Schauen Sie sich bitte das Bild an: Es zeigt Schülerin-nen und Schüler des Bern-hard- Riemann-Gymnasiums in Scharnebeck (bei Lüne-burg gelegen) mit ihren chi-nesischen Partnerschülern vor der Middle School No 12 in Wenzhou in Südost-China: Fällt Ihnen was auf? Nein? Dann schauen Sie noch mal ganz genau. Achten Sie auf die Gesichter. Haben Sie es jetzt be-merkt? Alle chinesischen Schülerinnen und auch Schüler tra-gen eine Brille. Nun, mir war es auch nicht aufgefallen, bis eine Schülerin bei dem allmorgendlichen Treffen vor dem Schulgebäude, bei dem die Erlebnisse und Erfahrungen des Vorabends in den chinesischen Familien ausgetauscht wur-den, bemerkte: „Komisch, alle unsere Partnerschüler haben eine Brille.“ Darauf Felix, groß, schlaksig, intelligent, schlag-fertig und vorlaut, sofort: „Klar, einige tausend Jahre Schlitzäugigkeit - das schlägt auf die Dioptrien!“ Während sich Felix dankbar und stolz die bewundern-den Blicke der schmunzeln-den Mädchen abholte, wollte ich erst einwerfen, dass man nie von einer Kor-relation auf eine Kausalität schließen dürfe, verzichtete dann aber auf diese wissen-schaftspropädeutische Be-lehrung und machte das, was Lehrer in solchen Situa-tionen immer machen: Sie nutzen die Situation und stellen Arbeitsaufträge: „Ihr fragt bitte heute Abend eure Partnerschüler bezie-hungsweise die Gasteltern, was Brillen in China kosten, ob es von den Krankenkassen Zuschüsse gibt und vor allem, ob es überhaupt Krankenkassen gibt. Yvonne, schreibe bitte die Arbeitsaufträge auf. Sonst hast Du doch bis heute Abend wieder alles vergessen. Also: Gibt es Krankenkassen? Wie hoch sind die Beiträge, wonach richten sich die Beiträge? Gibt es Unterscheide zwischen gesetzlich und privat Versi-cherten?“ Am nächsten Morgen, wieder vor dem Schulgebäude (Yvonne: „Ich habe meine Gasteltern gefragt, ehrlich, und auch alles aufgeschrieben, aber ich hab‘ den Zettel verges-sen“), wurde sehr schnell deutlich, dass ein Großteil der chi-nesischen Schülerinnen und Schüler, die eine Brille tragen, eigentlich gar keine benötigten. Mindestens die Hälfte unse-rer Partnerschüler trugen Brillen, um besser auszusehen, um aufzufallen, um sich von anderen zu unterscheiden. 19  DER AUTOR: Dr. Heino Rüschenschmidt ist Studiendirektor am Bern-hard- Riemann-Gymnasium in Scharnebeck und ver-bringt einen Großteil seiner Zeit damit, Sponsoren für den China-Austausch seiner Schule zu finden. Kontakt: rs@brgs.de
  20. 20. WELTWEIT 20 Chinas Schüler sehnen sich nach Individualität Weitere Arbeitsaufträge, weitere Gespräche mit den Partner-schülern und weitere morgendliche Treffen vor dem Schulge-bäude machten deutlich: Die chinesischen Schülerinnen und Schüler beklagten die Eintönigkeit in der Schule, die langwei-lige Schuluniform, die keine Individualität zulasse, das Ver-bot, Schminke aufzutragen, und einen Unterricht, der nur wenig Abwechslung biete. Felix: „Klar, ich habe in der gan-zen Woche noch nicht einmal erlebt, dass die Schüler mitein-ander diskutieren. Sie sitzen nur da, werden vollgelabert, müssen alles mitschreiben und dürfen das dann zu Hause alles auswendig lernen. Da würde ich mir auch ‘ne Brille auf-setzen, und zwar eine mit ganz dunklen Gläsern.“ Ständig hätten die chinesischen Schülerinnen und Schüler das Ge-fühl, sich anpassen zu müssen, und so nutzen sie eben auch in der Schule, die die meiste Zeit des Tages in Anspruch nimmt, jede Gelegenheit, um wenigstens etwas Individualität zu zeigen: Bei der Auswahl des Schulrucksacks, bei der Aus-wahl der Schuhe und eben der Brillengestelle, die zum Teil dann allerdings nur Fensterglas umklammern. Auf dem Rückflug: Sieben Stunden Aufenthalt in der Flugha-fenhalle von Dubai. Die Schüler sitzen auf dem Boden, etwas müde, doch lassen sie wenige Stunden vor der Ankunft da-heim Erinnerungen und Erfahrungen der letzten zwei Wo-chen lautstark Revue passieren. So berichteten sie, dass die Eltern in Deutschland sich wohl mehr Zeit für ihre Kinder nehmen als in China, dass die Kinder in den chinesischen Fa-milien sehr angepasst seien und die Eltern auf Statussymbole – großes Auto, großer Fernseher, große und wuchtige Mö-belstücke – großen Wert legen, dass die Kinder kaum Freizeit hätten (lange Schulzeiten bis 17 Uhr, in den Abschlussklas-sen auch häufiger bis 19 Uhr, Nachhilfe nach der regulären Schulzeit und auch am Wochenende), und na-türlich waren auch Brillen aus Fen-sterglas wieder Thema. Yvonne: „Aber die-ses Fenster-glas, dieses Bedürfnis nach Individualität, das passt doch gar nicht dazu, was wir im Un-terricht gelernt haben, das passt doch nicht zur kon-fuzianistischen Tra-dition, zur Anpas-sung, zur Harmonie, zur Einordnung und zur geforderten Unterordnung.“ Und Felix überlegte laut, ob sich das chinesische Einparteiensystem noch lange halten könne, wenn es gleichzeitig ein solches Bedürfnis nach Einzigartig-keit, nach Individualität, nach Andersartigkeit gebe. Yvonne: „Das hat damit nichts zu tun. Die Eltern interessieren sich doch gar nicht für Politik, das ist denen doch egal. Wir wis-sen doch besser Bescheid über das politische System in China als unsere Partnerschüler.“ Wenige Stunden später auf dem Flug nach Hamburg: Zwei Schülerinnen sitzen vor mir, die – als Zeitvertreib – das Be-dürfnis der chinesischen Schülerinnen und Schüler nach Indi-vidualität aufgriffen und kichernd und fröhlich mit einem Kugelschreibern auf einem Spiralblock eine erste Geschäfts-idee für neue Produkte in China entwerfen: Große und breite Hüte (die Schülerinnen hatten bemerkt, dass die Chi-nesen ihr Gesicht gerne vor Sonnenstrahlen schützen und nicht braun werden möchten) mit einem kleinen quadrati-schen Kunststoffaufsatz, wie man sie von Ikebana-Arrange-ments her kennt, die man individuell mit Kunststoffblumen, Schleifen, kleinen Fähnchen und anderem Nippes bestücken kann. Und Felix, auf der anderen Seite des Gangs, hatte schon den Auftrag erhalten, einen verkaufsfördernden Namen für den neuen „individuellen Sonnenschutz“ zu fin-den. © Dmytro Titov - Fotolia.com
  21. 21. WELTWEIT VIVA LAS VEGAS – WAS SIE ÜBER DIE EINREISE WISSEN SOLLTEN 21 Das offiziell 1905 gegründete Las Vegas ist inzwischen Sagen umwoben und eine der beliebtesten Destinatio-nen aller USA-Reisenden. Von Heiratswilligen über Spielfreu-digen bis hin zu Kulturinteressierten – die Wüstenstadt im US-Bundestaat Nevada übt auf viele Menschen einen großen Reiz aus. Auch wenn deutsche, österreichische und Schwei-zer Staatsbürger weitgehend problemlos in die Stadt der vie-len Casinos und Luxushotels einreisen können, so sollte sich jeder Las-Vegas-Urlauber vorab hinreichend über die Einreise-vorschriften informieren. So rangieren seit dem 1. November 2010 alle USA-Flüge unter dem so genannten „Secure Flight“-Programm der US-Transportsicherheitsbehörde. Hintergrund ist die Absicht, die Sicherheit auf internationalen und inneramerikanischen Flü-gen zu erhöhen. Für ausländische Reisende bedeutet dies, dass sie nur dann Flugtickets beziehungsweise Bordkarten von den Fluggesellschaften oder Reiseagenturen erhalten, wenn sie grundsätzlich den vollständigen Namen (einschließ-lich aller im Reisepass aufgeführten Vornamen) sowie das Geburtsdatum und das Geschlecht angeben. Liegen diese Daten nicht vor, können die US-Behörden die Buchung ab-lehnen und die Ausstellung von Bordkarten verbieten. Für kurze Aufenthalte in Las Vegas kein Visum nötig Deutsche benötigen für die Einreise prinzipiell kein Visum, sofern die Reisedauer nicht 90 Tage übersteigt und kein vor-läufiger (grün), sondern ein regulärer (bordeauxrot) Reisepass vorliegt. Auch Kinder benötigen einen regulären Reisepass mit Foto, da der Kinderreisepass in der Regel nicht ausreicht. Nach Buchung der Reise und mindestens drei Tage vor Ab-flug sollten sich Touristen bei den US-Behörden im Internet registrieren, um als Reisender im Rahmen des „Visa Waiver“ Programms gelistet zu werden. Dies geschieht über das Elec-tronic System for Travel Authorization (ESTA), also einem elektronischen Reisegenehmigungssystem, das für alle ver-pflichtend ist. Die Genehmigung erfolgt in der Regel umge-hend und sollte möglichst während des ganzen USA-Aufenthalts mit sich geführt werden. Die Kosten für die ESTA-Online-Registrierung betragen rund 14 Euro. ESTA-Verfahren auch für Reisegruppen möglich Mittlerweile ist ESTA auch problemlos für Gruppenreisen möglich. Zwar muss auf der Esta-Website weiterhin für jeden Reisenden ein gesonderter Antrag ausgefüllt werden. Jedoch können künftig vor dem Bezahlen weitere Anträge hinzuge-fügt werden. Die Bezahlung erfolgt dann am Schluss für alle angemeldeten Reisenden per Kreditkarte. Für jede Gruppe muss aber eine Kontaktperson angegeben werden. Weitere Formalitäten erwarten Reisende bereits im Flugzeug: Dort müssen sie eine Zollerklärung ausfüllen, die sie bei der Einreise am Flughafen von Las Vegas den Beamten vorlegen müssen. Wichtig: Koffer sollten wegen der Kontrollen nicht verriegelt werden. Wer sein Gepäck dennoch abschließen möchte, sollte unbedingt ein TSA-Schloss benutzen. Sollten verdächtige Objekte bei einer Gepäckdurchleuchtung gefun-den werden, kann das TSA-Schloss mit einem Generalschlüs-sel der US-amerikanischen Transportation Security Administration ohne Schaden anzurichten geöffnet und anschließend wieder verschlossen werden. Las Vegas liegt für Europäer nicht gerade um die Ecke. Für die Reise sollte viel Zeit eingeplant werden. Direktflüge von Deutschland aus gibt es bislang nur über die Fluggesellschaft Condor – und zwar ab Frankfurt/Main. Der Non-Stop-Flug dauert rund zwölf Stunden. Weil Las Vegas von seinen Casi-nos und Spielautomaten lebt und ständig danach strebt, neue Besucherrekorde aufzustellen, sind die Zimmer in den luxuriösen Hotels vergleichsweise günstig. Das Geld, was Rei-sende bei der Unterbringung sparen, soll lieber in den Glücksspieltempeln investiert werden. Apropos Geld: Eine Kreditkarte ist in den USA nahezu unverzichtbar. Dort wer-den fast alle Kreditkarten akzeptiert. Mit Kreditkarte und PIN-Nummer kann an Geldautomaten auch Bargeld abgeho-ben werden. Weniger stark verbreitet als in Deutschland ist die bargeldlose Zahlung mit der EC/Maestro-Karte an elek-tronischen Kassen. Weitere Informationen zur Einreise: Homepage der US-Botschaft http://germany.usembassy.gov/visa/vwp/ Website der US-Transportsicherheitsbehörde (TSA) unter www.tsa.gov/secureflight © Andrei - Fotolia.com
  22. 22. WELTWEIT SAMBA TANZEN MIT BRASILIANISCHEN GESCHÄFTSPARTNERN Brasilien fasziniert. Internationale Unternehmen setzen 22 vermehrt auf die Entsendung ihrer Fachkräfte in den größten sowie bevölkerungsreichsten Staat Südamerikas. Aber was ist der Schlüssel zu internationalem Erfolg? Andere Länder, andere Sitten. Trifft man auf andere Kulturkreise, be-gegnet man unterschiedlichen Arbeits- und Verhaltenswei-sen, gezeichnet durch eine individuelle, kulturspezifische Prägung. Bestimmte Werte, Traditionen und Mentalitäten einer Kultur verleihen ihren Sitten und Auffassungen eine ganz bestimmte Note. Sei es als Geschäftsreisender für einen kurzfristigen Aufenthalt oder als Expatriate für einen länge-ren Einsatz – wer im Ausland Geschäfte abschließen oder dort arbeiten will, muss wissen, worauf es beim Kontakt mit einer fremden Kultur ankommt. Was ist bei Verhandlungen und Meetings mit brasilianischen Partnern zu beachten? Wie lebt sich ein Expat bestmöglich in seinem neuen südamerika-nischen Umfeld ein? Brasilien boomt: Die Investoren kommen in Scharen Fußball, Karneval und Samba – was wäre wohl auf den ers-ten Blick charakteristischer für Brasilien? Mit einer bemer-kenswerten Leidenschaft lebt man diese Dinge in dem fünftgrößten Staat der Erde. Spätestens mit den spannenden Ereignissen der Fußballweltmeisterschaft dieses Sommers ist Brasilien mehr denn je in aller Munde; und das natürlich ganz besonders in Deutschland. Wirtschaftlich gesehen ge-winnt Brasilien stetig an Attraktivität und brilliert als eines der BRIC Länder mit einem enormen Aufschwung. Progno-sen zufolge wird Brasilien in naher Zukunft zu den größten Erdölexporteuren weltweit gehören. Die Zahl ausländischer Investoren, die teilhaben wollen am erfolgsversprechenden brasilianischen Geschäftsleben, steigt weiter an. Kulturelle Barrieren und fehlende interkulturelle Empathie sind jedoch sehr oft die Auslöser, warum internationale Vorhaben miss-lingen. Brasilien improvisiert: Brasilianisches „Jeitinho“ statt deutscher Regelkonformität Ein sehr sachorientiertes, strukturiertes, lineares und priori-siertes Vorgehen mag zwar bei Verhandlungen in deutschen Betrieben die Norm sein, jedoch in brasilianischen Unterneh-men alles andere als üblich und zielführend sein. Der brasilia-nische Antagonist nennt sich „Jeitinho“ und ist gleicher-maßen charakteristisch für das Land wie der Zuckerhut. „Jeitinho“ ist eine typisch brasilianische, pragmatische Vor-gehensweise, die bei Geschäftsverhandlungen, Meetings, aber auch in der täglichen Arbeitsweise reflektiert wird und so viel bedeutet wie „nach einer alternativen Lösung zu su-chen“, um schwierige Situationen zu meistern, oft in letzter Sekunde. Dabei sind Improvisationskunst, Einfallsreichtum sowie Flexibilität das Maß aller Dinge. Eng verbunden damit ist das parallele Zeitmanagement der Brasilianer, wodurch in geschäftlichen Besprechungen sehr oft viele Dinge auf ein-mal thematisiert werden und Deadlines weniger streng ge-handhabt werden. Brasilien verbindet: Business durch Emotionen gute Beziehungen Wer geschäftlichen Erfolgen in Brasilien nachjagt und vor einer kulturübergreifenden Zusammenarbeit mit Brasilianern steht, muss sich der hohen Beziehungsorientierung dieser Kultur bewusst werden. Das bedeutet, dass für eine Unter-haltung mit Business Partnern oder Kollegen sehr viel Zeit sowie Emotionen mitgebracht werden müssen. Gute Kon-takte werden durch fröhliche Small-Talk Themen wie Fußball oder durch kleine Geschenke, Gefälligkeiten und Kompli-mente gepflegt, stets mit dem Ziel, Harmonie zu schaffen. Die sehr harmonische Atmosphäre am Arbeitsplatz ist in bra-silianischen Unternehmen nicht wegzudenken, ebenso wenig wie der starke Gemeinschaftsgedanke. Das Wir-Ge-fühl unter den Mitarbeitern ist wesentlicher Bestandteil der brasilianischen Unternehmenskultur und wird auch außer-halb der Arbeitszeiten gepflegt. Expats und Geschäftspartner sollten sich die Gelegenheit nicht entgehen lassen, an ge-meinschaftlichen Ereignissen mit Brasilianern teilzunehmen. Samba tanzen macht nicht nur Spaß und steht für pure Le-bensfreude, es kann ein ebenso wirksames Mittel sein, um Businesskontakte zu pflegen. © Andrei - Fotolia.com Text: ICUnet.AG
  23. 23. WELTWEIT AKTUELLES WIRTSCHAFTSPROFIL NIEDERLANDE ERSCHIENEN 23 Vieles, was Unternehmer über den Wirtschaftsstandort Niederlande wissen müssen, steht im neuen „Wirt-schaftsprofil Niederlande“, das die Deutsch-Niederländische Handelskammer (DNHK) kürzlich veröffentlicht hat. Die 20- seitige Publikation fasst die wichtigsten ökonomischen Entwicklungen und Trends, die aktuellen Außenhandelszah-len und Wachstumsbranchen zusammen. Das Handelsvolumen beider Länder ist 2013 auf 169 Milliarden Euro gewach-sen. Damit gehört die Beziehung beider Länder zu den wichtigsten wirtschaftli-chen Verflechtungen zweier Staaten weltweit. Deutsche Unternehmen ver-kaufen im Nachbarland vor allem Ma-schinen und Fahrzeuge, chemische Produkte und Fertigwaren. Zudem erho-len sich die Niederlande zunehmend von der Krise, wenn-gleich der Russland-Boykott für Nahrungsmittel gewisse Sorgen bereitet. Noch verweisen jedoch alle Indikatoren dar-auf, dass sich die gesamtwirtschaftliche Lage stabilisiert, so der DNHK. Chancen bestehen nach Einschätzung der DNHK vor allem auf Märkten, die sich mit Trends wie Bio, Umwelt, Energieein-sparung und Gesundheit befassen. Neben nachhaltigen Bau-maßnahmen sind dies vor allem intelligente Energienetz-werke (Smart Grids) sowie Medizintechnik, Dienstleistungen für den Pflegesektor und umweltfreundliche Verpackungen. Die Niederlande investieren etwa große Summen in den um-weltfreundlichen Ausbau ihrer Strom-und Wärmeproduktion. Dies biete ebenso hervorragende Chancen wie die engere Vernetzung mit den neun ausge-wiesenen Topsektoren – Wirtschaftsfel-dern, in denen die Niederlande über besondere Expertise verfügen. Dazu ge-hören etwa die Sektoren Wasser, Logistik und High Tech. Das Wirtschaftsprofil bietet neben einer Übersicht der wirtschaftlichen Lage auch konkrete Informationen zu rechtlichen und steuerlichen Fragen. So erfahren Un-ternehmen, wie sie im Nachbarland Personal oder einen Han-delsvertreter finden, wie sie eine Niederlassung gründen und welche Besonderheiten bei bestimmten Steuerformen zu be-achten sind. Auch interkulturelle Unterschiede werden in der Publikation thematisiert. Die Veröffentlichung kann kostenlos von der Website der DNHK heruntergeladen werden. © enolabrain - Fotolia.com UNTERNEHMEN SEHEN WEITERHIN VIEL POTENZIAL IN RUSSLAND Die deutsche Wirtschaft in Russland behauptet sich in schwierigem Umfeld. Das geht aus einer repräsen-tativen Umfrage der Deutsch-Russischen Aus-landshandelskammer (AHK) hervor. Der Erhebung zufolge erwarten zwei Drittel der in Russland aktiven Unterneh-men bis zum Jahresende 2014 gleichbleibende oder – zum Teil stark – steigende Er-löse. Das verbleibende Drittel rechnet dagegen mit Einbrü-chen um bis zu 50 Prozent und mehr. Für 58 Prozent der Befragten hat der Konflikt in der Ukraine direkte Auswirkun-gen auf ihre Ge-schäfte. Aller-dings sind bisher nur insge-samt 38 Prozent der Unter-nehmen von den beiderseitigen Sanktionen betroffen. Auch sind die Un-ternehmen in der Mehrheit der Ansicht, dass die politischen Ziele mit den Sank-tionen nicht erreicht werden dürften. Lesen Sie weiter auf der DIHK-Website, auf der auch eine Foliensammlung mit zentralen Ergebnissen der Er-hebung sowie aktuellen Indi-katoren der wirtschaftlichen Entwicklung Russlands zu finden ist. © learchitecto - Fotolia.com
  24. 24. WELTWEIT AUSLANDSMÄRKTE AUF SANKTIONEN HIN ÜBERPRÜFEN Um internationale Terrorismusaktivitäten einzudämmen, hat die Europäische Ge-meinschaft neue EU-Verordnungen erlassen. Diese gelten für alle Mitgliedstaaten und sollten unbedingt bei Geschäftsaktivitäten im Ausland befolgt werden. Sämtliche Per-sonen, Organisationen oder Einrichtungen, die in der Verordnung erwähnt werden, dür-fen keinerlei Gelder oder wirtschaftliche Res-sourcen von Gesellschaften der EU-Mitgliedsstaaten erhalten. Darauf weist die IHK Düsseldorf in einer Meldung hin. Unternehmen, die in Auslandsmärkten Fuß fassen wollen, stehen damit neben einer Marktanalyse vor einer Herausforderung. Denn: In den EU-Verordnungen sind keiner-lei spezielle Vorgaben dokumentiert, wie diese Maßnahmen innerhalb einer Institution umgesetzt werden sollen. Stattdessen sind Firmen selbst in der Pflicht, dafür Sorge zu tragen, dass diese Verbote im Rahmen ihrer Auslandsgeschäftsaktivitäten eingehalten werden. Erschwerend kommt hinzu: Die Sanktionslisten können sich jeden Tag än-dern. Mit Stand 15. Juli 2014 gab es bereits mehr als 9.000 Einträge. Für Firmen bedeu-tet dies, dass sie auch bei langjähren Ge-schäftskunden Geschäftsaktivitäten protokollieren müssen. 24 IMPRESSUM HERAUSGEBER: Bund der Auslands- Erwerbstätigen (BDAE) e.V. Kühnehöfe 3 22761 Hamburg Tel. +49-40-306874-0 WWW.BDAE.COM REDAKTION: Anne-Katrin Schulz (verantwortlich) akschulz@bdae.de Sanja Zivkovic LAYOUT: Esther Rudat LEKTORAT: Andrea Kraus COPYRIGHT: Die Beiträge im BDAE-Newsletter sind urheber-rechtlich geschützt und dürfen nicht ohne schrift-liche Genehmigung durch den Herausgeber repro-duziert werden. Die Beiträge des BDAE-Newsletters spiegeln die Meinung der Redaktion und nicht unbedingt die des BDAE wider. FOLGEN SIE UNS AUCH AUF prüfen und © waldemarus - Fotolia.com Sind diese Sanktionsprüfungen im Unterneh-men nicht über eine Software-Lösung mög-lich, können diese auch über folgende Datenbanken im Internet durchgeführt wer-den: Justizportal des Bundes und der Länder EU-Datenbank Die IHK empfiehlt die Prüfung aller an dem jeweiligen Geschäft beteiligten Personen – dies sowohl vor dem Abschluss von Verträ-gen als auch vor der unmittelbaren Durch-führung des Geschäftes. Überprüfungsbedürftig können dabei fol-gende Institutionen sein: • die Bank, • der Spediteur, • der Versicherer oder • die Notify-Adresse. Wer sich nicht an die Sanktionen hält, wird im Sinne des Außenwirtschaftsrechts ähnlich wie bei einem Embargoverstoß bestraft. Die Meldungen der Industrie- und Handelskam-mern sollten deshalb unbedingt ernst ge-nommen werden.

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