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RECHTLICHES
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VERMISCHTES
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Tipps gegen Vorurteile
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BDAE AUF DER PERSONAL NORD
Am 6. und 7. Mai dreht sich im Congress Center Ham-
burg auf der Personal Nord wieder alles u...
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BDAE: Sie sind vor Kurzem nach 16
Jahren Aufenthalt in China nach
Deutschland zurückgekehrt. Haben Sie
eine Art „umgekeh...
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Gruß: Das blieb nicht aus. Gewisse Gesten übernimmt man,
andere legt man ab. Den erhobenen Mittelfinger würde in
China b...
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ÄNDERUNGEN BEI VISUM FÜR JORDANIEN UND
HALBINSEL KRIM
Für Jordanien wurden die Visumsgebühren drastisch er-
höht. Ein Vi...
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Der Europäische Gerichtshof
(EuGH) hat in seinem Urteil vom
28. Februar 2013 entschieden, dass die
Zusammenveranlagung v...
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In fast jedem Entsendungsseminar höre ich von meinen zu-
künftigen Expats die Aussage: „Vorurteile??? So’n
Quatsch. Ich ...
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Wie sich Stereotype unbemerkt in Vorurteile
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Zu Beginn einer Auslanderfahrung oder wenn man über
keine oder we...
In einer immer stärker globalisierten Welt ist es für Unter-
nehmen unabdingbar, international präsent zu sein. Um
die dam...
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DIE GEFÄHRLICHSTEN REGIONEN FÜR EXPATS
SCHWARZE LISTE DER FLUGGESELLSCHAFTEN VERÖFFENTLICHT
Länder mit großem wirt-
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LUFTHANSA
Deutschlands größte Fluggesell-
schaft baut ihr Angebot nach
Polen weiter aus. Ab dem 3. Juli dieses
Jahres f...
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FLUGHAFEN FRANKFURT
Der Flughafen Frankfurt bietet seinen Gästen mit Beginn des Sommerflugplans
2014 Direktverbindungen...
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VERMISCHTES
HELFEN UND SURFEN
Einmal um die Welt zu reisen und dabei an den Hot Spots
zu surfen, ist für immer mehr jun...
Etwa eine Million Menschen sterben jährlich infolge von
Krankheiten wie Malaria, Dengue-Fieber oder Chagas.
Diese Krankhei...
AUSLANDSSTUDIUM IN ENGLAND: QUALITÄT VOR
QUANTITÄT
Insbesondere im Zeitalter der Globalisierung ist ein Aus-
landsstudium ...
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SEHNSUCHT NACH DEM GRAS IN NIEDERBAYERN
FRANKREICH: MAUT-CHIP JETZT FÜR DEUTSCHE LEICHTER ZUGÄNGLICH
Die Newsletter-Les...
An der Adria hat die Segelsaison 2014 begonnen. Bereits
Ende März endete in Kroatien die offizielle Übergangs-
regelung fü...
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Newsletter "Leben und Arbeiten im Ausland" April 2014

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In der April-Ausgabe unseres Newsletters "Leben und Arbeiten im Ausland" lesen Interessierte unter anderem, wie man eigenen Vorurteilen bei der Ankunft in einer neuen Kultur vorbeugt, weshalb ein Auslandsstudium in England sich lohnt und unter welchen Umständen Ehegattensplitting auch in der Schweiz möglich ist.

Weitere Beiträge widmen sich beispielsweise der Rentenzahlung ins Ausland, einer Umfrage über die zufriedensten Mitarbeiter weltweit und den aktuell gefährlichsten Expat-Regionen.

In der Rubrik Gesundheit erfahren die Leser zudem, warum Facebook Essstörungen fördert und welche Kosten übergewichtige Kinder weltweit im Gesundheitssystem verursachen

Aktuelle und ältere Newsletter-Ausgaben sowie das kostenlose Newsletter-Abo finden Interessierte unter http://www.bdae-ev.de/news/newsletter/.

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Newsletter "Leben und Arbeiten im Ausland" April 2014

  1. 1. 1 AUSLANDAPRIL 2014 LEBEN UND ARBEITEN IM EXPATRIATES RECHTLICHES WELTWEIT ANKUNFT IM AUSLAND: TIPPS GEGEN VORURTEILE Stereotype sind gut - Vorurteile sind schlecht. AUSLANDSSTUDIUM IN ENGLAND Wertvolle Infos rund um einen Studienaufenthalt in England. EHEGATTEN-SPLITTING AUCH FÜR PERSONEN MIT WOHNSITZ IN DER SCHWEIZ Neues Urteil vom Europäischen Gerichtshof. EXTRA: DON © Creativemarc - Fotolia.com
  2. 2. 2 INTERN INTERVIEW RECHTLICHES EXPATRIATES AIRLINES VERMISCHTES WELTWEIT 8 Ankunft im Ausland: Tipps gegen Vorurteile 10 „Auslandsentsendungen – was macht sie erfolgreich?“ 11 Die gefährlichsten Regionen für Expats 11 Schwarze Liste der Fluggesell- schaften veröffentlicht 14 Helfen und Surfen 14 London in den 50er und 60er Jahren 14 Inder zufriedenste Mitarbeiter – Deutschland nur im Mittelfeld 16 Auslandsstudium in England: Qualität vor Quantität 17 Sehnsucht nach dem Gras in Niederbayern 17 Frankreich: Maut-Chip jetzt für Deutsche leichter zugänglich 18 Kroatien: Neue Gebühren- ordnung für Schiffseigner 18 Bußgelder im Verkehr: Europaweite Unterschiede 18 Impressum GESUNDHEIT 15 Dicke Kinder kosten Gesundheits- system 14.000 Euro 15 Facebook fördert Essstörungen 15 Malaria, Dengue und Chagas for- dern jährlich eine Million Opfer 12 Lufthansa 12 Air France 12 Air China 13 Condor 13 TAM Linhas Aéreas 13 Flughafen Frankfurt 4 „In China allein zu sein, ist unmöglich“ 3 BDAE auf der Personal Nord 3 BDAE auf der LVFM 3 Zahl des Monats EDITORIAL Liebe Leserin, Lieber Leser, beinahe fünf Jahre gibt es diesen Newsletter nun schon. Mittlerweile wird er von mehr als 10.000 Personen im In- und Ausland gelesen - eine Tatsache, die uns stolz macht. Was ursprünglich als Unternehmens-Newsletter gestartet ist, entwi- ckelte sich zunehmend zu einem fast schon eigenständigen Magazin, für das auch immer mehr Gastautoren eigene Beiträge liefern. Damit auch von außen sichtbar ist, was in ihm steckt, hat sich das BDAE-Newsletter-Team für einen Relaunch ent- schieden und der Publikation ein neues Gewand verliehen. Künftig erhält jeder Newsletter einen eigenen Titel, auf dem besondere Inhalte mit ein paar Worten angekündigt werden. In diesem Sinne lege ich Ihnen ganz besonders den Fachbeitrag von unserer Gastautorin Constance Grunewald-Petschke auf der Seite 8 ans Herz, in dem sie sehr hilfreiche Tipps gegen Vorurteile bei der Ankunft im Ausland gibt. Zudem hat eine Aus- landsstudentin einen anschaulichen Artikel über das Studium in Großbritannien ge- schrieben (Seite 16) und wir haben den Leserbrief einer deutschen Schülerin, die zurzeit mit ihren Expat-Eltern in Manila lebt auf der Seite 17 veröffentlicht. Ansonsten erwarten Sie weiter die gewohnten Newsletter-Rubriken rund um das Thema Leben und Arbeiten im Ausland - ab jetzt optisch besonders attraktiv. Ich wünsche Ihnen viel Spaß bei der Lektüre und denken Sie immer daran: Der BDAE begleitet Sie mit Sicherheit ins Ausland! Herzlichst, Ihr Andreas Opitz 6 EU-Richtlinie zur Leiharbeit ist rechtens 6 Änderungen bei Visum für Jordanien und Halbinsel Krim 6 Flugverspätung nach Schlaganfall: Kein Schadensersatz für Reisende 7 Ehegatten-Splitting auch für Perso- nen mit Wohnsitz in der Schweiz 7 Welche Rentenansprüche Deutsche im Ausland haben
  3. 3. 3 BDAE AUF DER PERSONAL NORD Am 6. und 7. Mai dreht sich im Congress Center Ham- burg auf der Personal Nord wieder alles um das Perso- nalmanagement. Und auch in diesem Jahr ist der BDAE mit einem eigenen Stand (C.31 / Halle H) vertreten. Mit 243 Ausstellern, die Dienstleistungen und Pro- dukte für das Personalwe- sen präsentieren und rund 90 Fachvorträgen bietet die Messe Entscheidern aus dem Personalbereich einen umfangreichen Er- fahrungsaustausch. „Immer mehr Unterneh- men entsenden Mitarbei- ter ins Ausland. Das belegt auch eine aktuelle Studie von Research and Markets, der zufolge die weltweite Zahl der Expatriates von derzeit 50 Millionen auf 60 Millionen in den nächsten sechs Jahren steigen wird“, sagt Omer Dotou Leiter Unternehmensberatung Internatio- nale Mitarbeiterentsendung bei der BDAE GRUPPE. „Viele Unternehmen erkennen dabei die Schwierigkeiten, die vor allem in den sich stetig än- dernden rechtlichen Erfordernissen liegen, können diese aber nicht alleine lösen. Diese Hürden kann die BDAE GRUPPE, die über 18 Jahre Erfahrun- gen im Bereich Expatriate- Management hat, mit ihnen überwinden. Spre- chen Sie uns gerne auf der Personal Nord an“, so Dotou weiter. BDAE AUF DER LVFM Ebenfalls im Mai findet die zehnte Leipziger Ver- sicherungs- und Fonds- messe, die traditionell vom Maklerpool Invers ausge- richtet wird, wieder in der Glashalle des Leipziger Mes- segeländes statt. Insgesamt werden 80 Aussteller erwar- tet – unter ihnen auch der BDAE mit seinem Vertriebs- team um Maklerdirektor Dennis Perlmann. Das Motto des diesjährigen Events: „Kinder, wie die Zeit vergeht – 25 Jahre deutsche Einheit“. Der BDAE ist das vierte Mal dabei und freut sich, vor Ort alle Fragen rund um die BDAE-Aus- landsversicherungen beant- worten zu können. „In diesem Jahr stehen noch viele positive Neuerungen an, von denen auch unsere Vertriebspartner profitieren werden“, sagt Dennis Perl- mann. Wer vorab einen Termin für die LVFM machen möchte oder weitere Informationen benötigt, kann sich gerne an Frau Anna Münkwitz (amuenkwitz@bdae.com) wenden. 1.842 MILIONEN ZAHL DES Menschen auf der Welt haben nicht genug zu essen. (Quelle: Food and Agricul- ture Organization of the Uni- ted States) MONATS INTERN
  4. 4. 4 BDAE: Sie sind vor Kurzem nach 16 Jahren Aufenthalt in China nach Deutschland zurückgekehrt. Haben Sie eine Art „umgekehrten“ Kulturschock erlebt? Gruß: Das würde ich so nicht sagen. Zum einen bin ich jedes Jahr minde- stens einmal in Deutschland zu Besuch gewesen. Zum anderen hatte ich für einen solchen Zustand bisher kaum Zeit, denn ich musste so viel erledigen – zum Beispiel jede Menge Behörden- gänge. Vielleicht verspüre ich Anflüge von einem umgekehr- ten Kulturschock. Manches von China fehlt mir bereits jetzt, zum Beispiel der typische Geruch der feuchten Straßen nach dem Regen, meinen Nudelhändler des Vertrauens, die Gar- küchen an jeder Straßenecke. Es ist zugegeben vor allem das Kulinarische, das ich hin und wieder vermisse. Andererseits schätze ich es aber auch, in Deutschland vor die Tür gehen zu können, ohne groß darüber nachdenken zu müssen und vor allem frische Luft einzuatmen. BDAE: Warum haben Sie sich nach einer solch langen Zeit im Ausland für eine Rückkehr nach Deutschland entschie- den? Gruß: Das war ein längerer Prozess und keine Entscheidung von heute auf morgen. Angedacht war eine Rückkehr bereits seit 2001. Aber irgendwie vergeht dann doch ein Jahr ums andere und so wurde erst Ende 2013 etwas daraus. Immer kamen ein neuer Job oder eine noch spannendere Aufgabe dazwischen. Einer der Haupt- gründe, warum meine chinesische Frau und ich uns entschie- den haben, fortan in Deutschland zu leben, ist unsere fast vierjährige Tochter. Wir möchten gerne, dass sie in einen deutschen Kindergarten geht und die deutsche Kultur erlebt. In Shanghai war es so: Meine Tochter verstand Deutsch, ant- wortet aber fast nur auf Chinesisch. Hier hat sich das nach weniger als zwei Monaten komplett geändert – sie kann ohne Probleme zwischen den beiden Sprachen umschalten. Zudem ist das Erziehungssystem hierzulande deutlich besser als in China. Ganz besonders wichtig war mir überdies der Kontakt zu meiner in Deutschland und Frankreich lebenden Familie – insbesondere zu meinen Eltern. Auch die Lebens- qualität ist in Deutschland mittlerweile um ein Vielfaches höher als in China. In meinem Umfeld wird dies zunehmend als Beweggrund aufgeführt, weshalb viele Expats in China die Zelte abbrechen. Ich bin nicht der erste, aber auch nicht der letzte, der deshalb China verlässt. BDAE: Was meinen Sie konkret mit Lebensqualität? Gruß: China hat sich in den vergan- genen Jahren extrem industrialisiert. Die Folgen sind Luft- und Umweltver- schmutzung sowie eine zunehmende Urbanisierung beziehungsweise Über- füllung von Städten. Ebenfalls nicht besonders angenehm sind die immer restriktivere Steuerpolitik und die Ver- schärfung der Einreisebedingungen. BDAE: Inwieweit hat der Aufenthalt in China Ihre kulturelle Identität verändert? Haben Sie spezifische chinesische Ange- wohnheiten übernommen? Gruß: Oh ja. Ich pflege immer zu sagen, ich bin halb deutsch, halb französisch und zu einem Viertel chinesisch. Wenn man es als Europäer in China gut haben möchte, muss man sich einfach anpassen. Und in den vergangenen 16 Jahren habe ich mich sicherlich stark assimiliert und bin Teil des Ganzen geworden. Das habe ich auch so gewollt, denn die Entscheidung, in China zu leben, traf ich ja bewusst und dazu gehörte auch mein Wunsch, Teil der chinesischen Kultur zu werden. Wer dies signalisiert, wird von den Einhei- mischen auch anders behandelt. Ich bin beispielsweise so gut integriert gewesen – sicherlich auch durch meine chinesische Frau – dass ich in unserer Wohngegend wie ein Local wahr- genommen wurde, natürlich mit einem besonderen Wieder- erkennungswert. BDAE: Haben Sie chinesische Verhaltensmuster angenom- men? INTERVIEW „IN CHINA ALLEIN ZU SEIN, IST UNMÖGLICH“ Alexandre J. Gruß hat bereits in den 90er Jahren Sinologie stu- diert und ging vor 16 Jahren nach China. Erst vor Kurzem ist er nach Deutschland zurückgekehrt. Wie ihn diese Zeit geprägt hat und was er be- reits jetzt vermisst, verrät er in diesem Interview. © Delphimages - Fotolia.com
  5. 5. 5 Gruß: Das blieb nicht aus. Gewisse Gesten übernimmt man, andere legt man ab. Den erhobenen Mittelfinger würde in China beispielsweise niemand als Zeichen verstehen. Ich merke auch, dass ich generell etwas lauter in der Artikulation geworden bin, mich in der Öffentlichkeit auch mal vordrän- gle. Aber das muss in einem Land wie China in dessen Me- tropolen so sein – andernfalls geht man unter. Auch die Streitkultur ist anders. Typisch chinesisch ist es etwa, kriti- scher als wir Deutschen zu sein, aber niemals aggressiv zu werden. Es stimmt nicht, dass Chinesen nicht frank und frei aussprechen, was sie denken, aber sie würden einfach niemals jemanden in der Öf- fentlichkeit bloßstellen. BDAE: Sie sind je zur Hälfte deutsch und französisch. War Ihre bi-kulturelle Sozialisation hilfreich beim Einleben in China? Gruß: Im weitesten Sinne schon. Ich habe früh gelernt, zwischen mehreren Sprachen umzuschalten; diese Fähigkeit hat mir in China geholfen. Und durch das bi-kulturelle war mein Horizont wahrscheinlich etwas weiter als bei anderen, denn man lernt schneller international zu denken, wenn man Ver- wandtschaft in unterschiedlichen Ländern hat. Da zwei Kul- turen mein Wesen prägen, habe ich zudem gelernt, mehr Toleranz gegenüber anderen Denkweisen und Lebensstilen zu entwickeln. BDAE: Was schätzen Sie besonders an der chinesischen und was an der deutschen Kultur? Gruß: Wenn man die chinesische Kultur beurteilen möchte, muss man die unterschiedlichen Generationen betrachten. Generell existiert in China eine starke, interessante Mischung aus Tradition und Moderne. Bei den älteren Menschen faszi- niert mich, dass diese erlebt haben, wie sich das Land zu ihren Lebzeiten quasi um 180 Grad gedreht hat. Die haben Hungersnöte und den puren Kommunismus, die Kulturrevo- lution unter Mao erlebt. Sie lebten in Städten voller Fahrrä- der, aber ohne Autos und Wolkenkratzer und erfahren nun eine Existenz in einer hochindustrialisierten Hightech-Welt. Die junge Generation wurde aus Sicht der Alten mit einem goldenen Löffel im Mund geboren. Ihnen versuchen sie rudi- mentäre Werte wie Familienzusammenhalt zu vermitteln. Fa- milie bedeutet den Jungen auch viel, aber die Herangehens- weise an diesen Wert ist anders. Früher kümmerten sich die Jungen um die Alten, heute ist das nicht mehr so. Es wurde sogar ein Gesetz verabschiedet, wonach junge Chinesen ver- pflichtet werden, ihre Eltern und Großeltern regelmäßig im Altersheim zu besuchen. Daran wird deutlich, wie sehr darum gekämpft wird, dass die Bevölkerung sich auf alte Werte zurückbesinnt. Interessant ist auch, dass so manches, wie beispielsweise Kochrezepte, geradezu in Stein gemeißelt sind – sie sind unveränderbar. BDAE: Was schätzen Sie an der deutschen Kultur? Gruß: Ich weiß zumindest, was die Chinesen an den Deutschen mögen. 90 Prozent bekommen glänzende Augen, wenn man ihnen sagt, man sei deutsch. Sie nehmen uns als eines der un- lustigsten, aber zugleich technikversiertesten Völker der Welt wahr und schätzen insbeson- dere unsere gute, strukturierte Bürokratie. Ich per- sönlich finde die differenzierte Denkweise der Deutschen sehr positiv – Chinesen denken leider zu selten in Grauzo- nen, sondern vornehmlich in Schwarz und Weiß. Gut finde ich auch, dass man es in Deutschland ohne Beziehungen und allein aufgrund seiner Qualifikationen schafft, beruflich wei- ter zu kommen. In Fernost muss man immer seine Kontakte spielen lassen, um etwas zu erreichen. Und ich bin froh über das individualistische Menschenbild und die geringere Ein- wohnerdichte. In Shanghai zum Beispiel ist man nie allein! Überall sind permanent Menschen und es ist nie dunkel. Und trotz dieser vielen Individuen ist man doch ganz auf sich al- lein gestellt. BDAE: Sie haben bereits Anfang der 90er Jahre Sinologie studiert, als noch nicht absehbar war, dass China eine Groß- macht, wie dies heute der Fall ist, werden würde. Was war der Grund für die Studienwahl? Gruß: Es gab zwei Gründe. Zum einen war ich damals bei der Bundeswehr, konkret bei der Marine, wo ich das Gegen- teil von geistiger Anstrengung erlebte. Ich verspürte ein sol- ches Vakuum im Kopf, dass mein Wunsch nach einer intellektuellen Herausforderung immens stark war. Ich hatte schon immer ein Faible und Talent für Sprachen. Da mein Vater zu jener Zeit beruflich häufig in China unterwegs war, erkannte er, dass China wirtschaftlich auf dem Sprung war. In meiner Familie gibt es viele Mediziner und ich hatte das Bedürfnis, etwas völlig außer der Reihe zu studieren – also entschied ich mich für Sinologie, was ich nie bereut habe. © Alex White - Fotolia.com INTERVIEW
  6. 6. 6 ÄNDERUNGEN BEI VISUM FÜR JORDANIEN UND HALBINSEL KRIM Für Jordanien wurden die Visumsgebühren drastisch er- höht. Ein Visum bei Ankunft für eine einmalige Einreise kostet künftig 40 Jordanische Dinar (umgerechnet rund 41 Euro), bisher kostete es nur 20 Jordanische Dinar. Das berich- ten www.tip.de und die CIBT VisumCentrale. Es wird dringend empfohlen, bereits vor der Abreise eine ausreichende Summe in Jordanische Dinar umzutauschen, denn bei der Bezahlung des Visums bei Ankunft in Euro oder US-Dollar fällt ein Aufpreis von bis zu 30 Prozent an. Auch die Visagebühren bei der Beantragung in Deutschland sind gestiegen: Das Visum für eine einmalige Einreise kostet jetzt 67,50 Euro (bisher 37,50 Euro) und das Visum für die zweimalige Ein- reise 97,50 Euro (vorher 52,50 Euro). Bei Reisen auf die Halbinsel Krim ist jetzt ein Visum erforderlich. Grund: Für die Schwarzmeerhalbinsel Krim gelten aufgrund der faktischen Annexion durch Russland seit Anfang April 2014 die gleichen Einreisebestimmungen wie für die Russi- sche Föderation. Künftig benötigen dann unter anderem auch Staatsbürger von Deutschland, Österreich und der Schweiz ein Visum für die Einreise auf die Halbinsel Krim. Die EU-Richtlinie über Leiharbeit ist in Recht und Praxis umgesetzt und bedarf keiner Änderung. Zu diesem Schluss kommt ein aktueller Prüfbericht der EU- Kommission. In allen Mit- gliedsstaaten existiert ein rechtlicher Rahmen für einen wirksa- men Schutz von Leiharbeit- nehmern und eine bessere Qualität der Leiharbeit. Nach Ansicht der meisten Mitgliedstaaten verursach- ten die Regelungen zur Zeit- arbeit auch keine zusätzlichen Kosten, weder für die nationalen Behörden noch für Zeitarbeitsfirmen oder entleihende Unterneh- men. Die Mitgliedsstaaten sollten dennoch mit zusätzli- chen Maßnahmen dafür sor- gen, dass Leiharbeitnehmer zunehmend gleich behan- delt würden. Dies sei wich- tig, um den positiven Bei- trag der Zeitarbeit zur Bewältigung der Krise zu würdigen. Zusammen mit den Mit- gliedstaaten und den Sozi- alpartnern wird die EU- Kommission die Ziele der Richtlinie wei- ter verfolgen. Dazu will sie Ausnahmen bei der Gleich- behandlung auf Missbrauch untersuchen aber auch Ein- schränkungen und Verbote der Leiharbeit überprüfen. Arbeitnehmer mit Zeitar- beitsverträgen machen etwa 1,6 Prozent aller Beschäftig- ten in der EU aus, die Be- deutung der Leiharbeit nimmt jedoch zu. Unterneh- men nutzen Leiharbeiter vor allem für Produktionsspitzen oder zur Vertretung abwe- sender Beschäftigter. EU-RICHTLINIE ZUR LEIHARBEIT IST RECHTENS FLUGVERSPÄTUNG NACH SCHLAGANFALL: KEIN SCHADENSERSATZ FÜR REISENDE Verspätet sich ein Flug erheblich weil ein Mitreisender einen Schlaganfall erlitt, haben Passagiere keinen An- spruch auf eine Zahlung einer Entschädigung im Sinne der EU-Fluggastrechteverordnung. Das verdeutlicht ein Ur- teil des Amtsgerichts Düsseldorf (Az.: 43 C 6731/12), über das www.tip.de und die CIBT VisumCentrale berichten. Im vorliegenden Fall kam es bei einem Flug von Düsseldorf nach Costa Rica zu einer Verspätung von vier Stunden, weil einer der Passagiere einen Schlaganfall erlitt und das Flugzeug in Irland zwi- schenlanden musste. Die Airline sei dennoch nicht dazu verpflichtet, eine Ausgleichszahlung zu gewähren. Den Vorfall selbst werteten die Richter als einen außergewöhnlichen Umstand im Sinne der EU-Gesetzgebung. Und da sich alle anderen für Costa Rica zugelassenen Flugzeuge zu dem Zeitpunkt im Einsatz befanden, war es für die Fluggesellschaft nicht möglich, kurzfristig ein Ersatzflugzeug bereitzustellen. RECHTLICHES © Trezvuy - Fotolia.com © Kumbabali- Fotolia.com © Peter Kögler - Fotolia.com
  7. 7. 7 Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat in seinem Urteil vom 28. Februar 2013 entschieden, dass die Zusammenveranlagung von Eheleuten in Deutschland unter Anwendung des Splitting-Verfahrens auch dann an- wendbar ist, wenn EU-/EWR-Staatsan- gehörige ihren Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt in der Schweiz haben. Gemäß Paragraf 1a Abs. 1 Nr. 2 des Einkommensteuergesetzes (EStG) kön- nen Eheleute, die ihren Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Hoheits- gebiet eines anderen EU oder EWR- Mitgliedstaates haben, auf Antrag zusammen veranlagt werden, insofern nur einer von ihnen die Voraussetzun- gen der so genannten “fiktiven unbe- schränkten Einkommensteuerpflicht” nach Paragraf 1 Abs. 3 EStG erfüllt. Diese Beschränkung auf Personen mit Wohnsitz in EU-/EWR-Staaten verstößt jedoch gegen das im Freizügigkeitsab- kommen mit der Schweiz verankerte Gleichbehandlungsgebot, das auf Grundlage des EuGH-Urteils nun offen- sichtlich gleichermaßen auch uneinge- schränkt im Steuerrecht anzuwenden ist. Das Bundesministerium für Finanzen (BMF) bestätigt die Anwendbarkeit des Paragraf 1a Abs. 1 EStG für EU-/EWR- Staatsangehörige mit Wohnsitz oder gewöhnlichem Aufenthalt in der Schweiz in einem Schreiben vom 16. September 2013 auf alle noch nicht bestandskräftigen Fälle. Fazit: Das Splitting-Verfahren gehört nach ständiger Rechtsprechung zu den mit einzubeziehenden personen- und familienbezogenen Umständen bei der Ermittlung der persönlichen Einkom- mensteuer in Deutschland. Eheleute, die in der Schweiz ansässig sind und Einkünfte erzielen, die in Deutschland besteuert werden, sollten daher in allen noch offenen Fällen – insbesondere aber auch bei Abgabe der Einkommensteuererklärung für 2013 – prüfen, ob die Entscheidung des Gerichts für sie Anwendung findet und sie auch trotz Wohnsitzes oder ge- wöhnlichen Aufenthalts in der Schweiz von der Anwendung des günstigen Splitting-Verfahrens bei der Besteue- rung in Deutschland profitieren kön- nen. EHEGATTEN-SPLITTING AUCH FÜR PERSONEN MIT WOHNSITZ IN DER SCHWEIZ WELCHE RENTENANSPRÜCHE DEUTSCHE IM AUSLAND HABEN Wer für eine gewisse Zeit oder dauerhaft ins Ausland geht, muss nicht zwangsläufig um seine Rentenansprüche fürchten. Darauf weist die Deutsche Rentenversicherung hin. So sorgen etli- che Sozialversicherungsabkommen dafür, dass insbesondere bei einem Job in einem Staat der Europäischen Union (EU), des Europäi- schen Wirtschaftsraums (EWR: Norwegen, Island, Liechtenstein) oder in der Schweiz keine Lücken für die Altersvorsorge entste- hen. Dasselbe gilt für Länder, mit denen Deutschland ein Sozialversicherungsabkom- men geschlossen hat. Grundsätzlich gilt das so genannte Territorialprinzip. Das bedeutet, dass Arbeitnehmer stets in jenem Land versi- chert sind, in dem sie auch arbeiten. Welche Sozialversiche- rung im Ausland wann gilt, ist abhängig davon ab, ob man • von seinem Arbeitgeber dorthin entsandt wurde oder • sich dauerhaft dort aufhält. Ist etwa der Arbeitseinsatz im Rahmen einer Entsendung auf maximal zwei Jahre befristet, können Arbeitnehmer aus Deutschland und allen Staaten der EU in der Sozialversiche- rung ihres Heimatlandes verbleiben – mit einer Ausnahme- vereinbarung sogar bis zu sechs Jahre. Diese Zwei-Jahres-Regelung gilt seit dem 1. April 2012 auch für einen Aufenthalt in der Schweiz, seit dem 1. Juni 2012 zudem in den EWR-Staaten. Verlängert der Arbeitgeber die Entsendung nicht, gilt für betroffene Arbeitnehmer anschließend das Sozialrecht des Landes, in dem sie sich aufhalten. Wer während seines Berufslebens in der ge- setzlichen Rentenversicherung von mehreren EU- oder EWR-Staaten oder der Schweiz ver- sichert war, erhält im Alter aus diesen Staaten jeweils anteilig seine Rente. Darüber hinaus hat Deutschland mit einer Reihe von Ländern bilaterale Sozialversicherungsabkommen geschlos- sen. Diese regeln den Erwerb von Rentenansprüchen und die Zahlung von Renten in den jeweiligen Staaten und sollen eine Doppelversiche- rung vermeiden. Die Sozial- versicherungsabkommen begünstigen in erster Linie die Angehörigen der Abkommens- staaten. Sie können aber - je nach Abkommen - auch für andere Personen gelten. RECHTLICHES Mehr Informationen sind unter www.deutsche-renten- versicherung.de abrufbar. © Dark Vectorangel - Fotolia.com AUTOR • Frank Dissen • ist Rechtsanwalt und Steuerbera- ter bei der Kanzlei WTS (www.wts.de)
  8. 8. 8 In fast jedem Entsendungsseminar höre ich von meinen zu- künftigen Expats die Aussage: „Vorurteile??? So’n Quatsch. Ich hab’ doch keine Vorurteile!“. Oder zumindest so was in der Art… Ich denke, das ist wohl normal, denn kein Mensch hat ja gerne Vorurteile. Und noch weniger die- jenigen, die sich entschieden haben, freiwillig ein paar wert- volle Lebensjahre im Ausland zu verbringen. Oder? Viele Menschen, die sich für das „Abenteuer Fremde“ entschei- den, tun dies, um sich persönlich und beruflich weiterzuent- wickeln. Sie sind offen, tolerant und interessiert. Und dennoch: der Weg ins Ausland kann aufgrund vor- geprägter Meinungen und Annahmen schnell zu einer Negativerfahrung werden. Starten wir doch mal mit einer klaren Abgren- zung: Im interkulturellen Bereich gibt es in die- sem Zusammenhang vier große Begriffe: das Stereotyp, das Klischee, das Vorurteil und die Diskriminierung. Hier eine kurze Differenzie- rung: Ein Stereotyp bezeichnet eine vereinfachende, schematisie- rende Sichtweise auf die Aspekte der sozialen Welt, also auf Personen und Situationen. Sagen wir: ein Cluster. Die Bil- dung dieser Cluster durch unser Gehirn dient dazu, die kom- plexe Umwelt zu vereinfachen und garantiert uns, dass wir trotz enormer Informationsflut, die unser Gehirn sekündlich zu verarbeiten hat, handlungsfähig bleiben. Hätten wir keine Stereotype, nach denen wir Informationen systematisch ka- tegorisieren, wäre unser „Betriebssystem“ innerhalb von Se- kunden überlastet. Und das wäre ja nicht so gut. Insbesondere, wenn wir uns in unbekannten Situationen be- finden, wie zum Beispiel in einer fremden Kultur, helfen uns diese Verallgemeinerungen, fremdartiges Verhalten irgend- wie einzuordnen. Ein Stereotyp für das unterschiedliche Zeit- empfinden von Kulturen wäre beispielsweise: „Die deutsche Kultur legt grundsätzlich großen Wert auf die Einhaltung von Plänen und Deadlines. Für die französische Kultur hingegen ist das soziale Miteinander beziehungsweise die Beziehungs- pflege tendenziell wichtiger.“ Nachteil dieser vereinfachten Annahmen ist logischerweise, dass sie die Welt nicht sonder- lich differenziert betrachten. Stereotype sind kognitiv, das heißt, sie können und sollten immer am Einzelfall überprüft und dann ergänzt beziehungsweise modifiziert werden. An- sonsten drohen Vorurteile. Ein Vorurteil ist – wie der Name schon sagt– ein Urteil, das man im Vorab trifft. Und zwar, ohne es anhand persönlicher Erfahrung auf seine Richtigkeit überprüft zu haben (präventiv sozusagen ;-)). Im Gegensatz zu Stereotypen sind Vorurteile affektiv, das heißt, sie sind emotional bereits mit irgendeiner Art Wertung (besser/schlechter als…) versehen. Diese Bewer- tung kann zwar auch positiv ausfallen, ist jedoch gerade im interkulturellen Kontext überwiegend negativ – also abwer- tend -gemeint. Übrigens: die Steigerungsform ist Diskriminie- rung. Diesem Thema soll aber an dieser Stelle keine weitere Beachtung geschenkt werden, da es sich um eine Sonder- form handelt. Auf den interkulturellen Kontext bezogen, bezeichnet ein Vorurteil also eine feststehende Annahme in Bezug auf die Eigenschaften beziehungsweise Verhaltensweisen einer fremden Kultur. Wenn wir wieder unser oben genanntes Bei- spiel nehmen, dann wäre das entsprechende Vorurteil: „Franzosen sind unzuverlässig. Deutsche sind unflexibel.“ Bei einem Klischee handelt es sich um ein übertriebenes Sprachbild oder eine Redensart, die einer Karikatur ähnlich ist. Sie sind dem Stereotyp relativ ähnlich und werden um- gangssprachlich etwas häufiger benutzt. In der interkulturellen Kommunikation (und folg- lich auch in diesem Artikel) spielen sie aber keine größere Rolle, da ihre Aufgabe nur darin besteht, vermeintlich kulturellen Besonderheiten ein übertypisiertes Gesicht zu geben. Hier gibt’s ein phantastisches Beispiel für Klischees. Um bei unserem Bei- spiel zu bleiben, könnte das entstandene Klischee so ausse- hen, dass der Franzose lieber entspannt mit einem Kollegen beim Lunch sitzt, während der Deutsche schon ganz unge- duldig auf und ab läuft, weil er die Deadline fliegen sieht. Konzentrieren wir uns aber lieber auf Stereotyp & Vorurteil, hier noch einmal die Gegenüberstellung: Stereotype sind gut – Vorurteile sind böse Wir alle brauchen gewisse Orientierungshilfen und Vereinfa- chungen, um funktionieren zu können. Hätten wir keine Ste- reotype, würde unser Betriebssystem ständig „Error“ anzeigen und wir wären keine fünf Minuten überlebensfä- hig. Wenn wir uns dann in einem Umfeld befinden, in dem pausenlos Eindrücke auf uns einströmen, die uns so gar nicht vertraut sind, greifen wir besonders häufig auf Stereotypen zurück. Punkt. Schön wäre jetzt, wenn man hier einen fetten Schlussstrich ziehen würde und es bei einer „wertfreien Ein- ordnung der fremdartigen Umwelt als Orientierungshilfe“ belassen könnte. Kann man aber nicht! EXPATRIATES Stereotyp (kognitiv) Die deutsche Kultur legt großen Wert auf die Einhaltung von Plänen und Deadlines. Für die französische Kultur ist das soziale Mitein- ander bzw. die Beziehungs- pflege eminent wichtig. Vorurteil (affektiv) Deutsche sind unflexibel! Franzosen sind unzuverlässig! © reeel - Fotolia.com ANKUNFT IM AUSLAND: TIPPS GEGEN VORURTEILE
  9. 9. 9 Wie sich Stereotype unbemerkt in Vorurteile verwandeln Zu Beginn einer Auslanderfahrung oder wenn man über keine oder wenig interkulturelle Erfahrung verfügt, ist die ei- gene Kultur der einzige Bezugspunkt und Bewertungsmaß- stab, der einem zur Verfügung steht. Deshalb betrachten wir in einem neuen Umfeld die Dinge naturgemäß zunächst auf der Basis uns bekannter Werte und Normen. Und – wir sind evolutionsbedingt Fremden gegenüber enorm misstrauisch. Deshalb werden fremdartige und unerklärbare Verhaltensweisen zunächst einmal als “nicht nachvollzieh- bar“ abgewertet. Die Kulturwissenschaft nennt dieses Phä- nomen Ethnozentrismus. Der Soziologe Dr. Milton J. Bennet – den ich kürzlich selbst live und in Farbe erleben durfte – hat hierzu ein interessantes Modell entwickelt. Sein DMIS (Development Model of Intercultural Sensitivity) beschreibt den Verlauf interkulturellen Erlebens von einer ethnozentri- schen Wahrnehmung hin zu einer ethnorelativen Sichtweise sehr anschaulich. Also: selbst wenn wir alles Menschenmög- liche tun, um nicht in die Vorurteilsfalle zu tappen, ist eine wertfreie Beurteilung praktisch ausgeschlossen. In dem Mo- ment in dem wir wahrnehmen, haben wir bereits (wenn auch vielleicht unbewusst) eine Wertung getroffen – und nicht selten eine negative. „Es ist leichter ein Atom zu spalten, als ein Vor- urteil“ Albert Einstein behauptete: „Es ist leichter ein Atom zu spal- ten, als ein Vorurteil“. Und er hatte recht: In einem Experi- ment der University of Toronto konnte nachgewiesen werden, dass wir überwiegend die Dinge wahrnehmen, die unsere Vorannahmen bestätigen. Widersprüchliche Informa- tionen, die unsere Vorurteile über eine bestimmte Person oder Sache wiederlegen würden, blenden wir ganz großzü- gig aus. Wenn wir also nur das sehen, was wir aufgrund unserer Vorurteile erwarten zu sehen, dann werden genau diese Erwartungen für uns auch zur Realität. Und genau das ist der Grund dafür, dass sich unsere Vorur- teile immer und immer wieder als so genannte Self-Fulfilling Prophecy (kein Spruch, sondern ein wissenschaftlich aner- kanntes Phänomen) bestätigen. So ganz nach dem Motto: „Hab ich’s doch gewusst“. Lass dir von Vorurteilen nicht die Erfahrung vermiesen Stereotype als wertfreie Verallgemeinerungen helfen dir, dich im Ausland zu orientieren, ungewohnte Situationen einzu- schätzen und entsprechend zu handeln. Sie bieten dir eine mögliche – wenn auch sehr grobmaschige – Erklärung für fremdes Verhalten. Die Wissenschaft ist sich darüber einig, dass es weder möglich noch überhaupt sinnvoll ist, die men- talen Mechanismen der Stereotypenbildung zu durchbre- chen. Nichtsdestotrotz, können Vorurteile uns unsere Auslandserfahrung ganz schön vermiesen, wenn wir sie nicht als solche erkennen und unschädlich machen. Um deine Auslandszeit maximal genießen zu können und nicht in die Vorurteilsfalle zu tappen, hier ein paar praktische Tipps am Ende dieses (ja, ich weiß ;-)) etwas theoretischen Artikels: 1. Hinterfrage dich immer wieder, ob du dich gerade einer wertfreien Typisierung bedienst, oder ob sich in deine Be- obachtung schon eine Bewertung eingeschlichen hat! 2. Wenn du feststellst, dass du eigentlich schon auf ein noch so winziges Vorurteil zurückgegriffen hast und deine Ein- schätzung doch nicht ganz wertfrei ist, gehe einen Schritt zurück! 3. Finde heraus, wie diese Bewertung zustande gekommen ist und auf welchen persönlichen und kulturellen Annah- men oder Einschätzungen sie beruht! 4. Hinterfrage deine (Vor)urteile! Finde heraus, welche An- nahmen du hast, was zu diesen Meinungen geführt hat und inwiefern sie dein Verhalten dieser Kultur gegenüber beeinflussen. 5. Geh raus und sammle Beispiele gegen deine Vorurteile! Der Rest ist die immer wiederkehrende Geschichte inter- kulturellen Lernens. Sei offen und neugierig. Sei aufmerksam und empathisch. Sei positiv und fle- xibel. EXPATRIATES  DIE AUTORIN: Constance Grunewald-Petschke betreibt den Blog www.what-about-my-pencilskirt.com, auf dem sie re- gelmäßig über ihr neues Leben als Expat-Partner in Istanbul berichtet. Sie ist außerdem Inhaberin der Agentur „Abroad [relocation.interculture.language]“, die Expats und ihre Familien berät. E-Mail: c.grunewald@xpat-abroad.com NZ ET TOLERANZ
  10. 10. In einer immer stärker globalisierten Welt ist es für Unter- nehmen unabdingbar, international präsent zu sein. Um die damit verbundenen Herausforderungen zu bewältigen setzen Unternehmen immer öfter Expatriates ein. Diese müssen sich an eine neue Kultur, eine andere Sprache gewöhnen, sind losgerissen aus ihrem sozialen Umfeld. Um die zahlreichen Herausforderungen im Ausland zu bewälti- gen ist es wichtig, dass das Headquarter die Mitarbeiter tat- kräftig unterstützt: Fehlende Unterstützung ist einer der Hauptgründe für den Abbruch von Auslandsentsendungen. Schätzungen zufolge sum- mieren sich die Gesamt- kosten des Abbruchs von Auslandstätigkeiten auf die zwei- oder gar dreifache Höhe des Jahresgehaltes im Heimatland. Durch die hohen mit einer Auslands- entsendung verbundenen Kosten und Herausforde- rungen besteht großes un- ternehmerisches und wissenschaftliches Inter- esse an der Identifikation von Erfolgsfaktoren für Auslandsentsendungen. Es stellt sich daher die Frage: Wie können Unter- nehmen ihre Expats best- möglich unterstützen, um die Auslandsentsendung zu einem Erfolg zu machen? Die bisherige Forschung hat sich zwar be- reits mit dieser Fragestellung auseinandergesetzt, jedoch wurde dabei nicht zwischen den Erfolgsfaktoren für kurz- fristige gegenüber jenen für langfristige Auslandseinsätze unterschieden. Eine solche Unterscheidung könnte jedoch ein wichtiger Ansatzpunkt sein, um den Prozess der Aus- landsentsendung zu verbessern, Misserfolgsraten und damit zusammenhängende Kosten für das Unternehmen zu mini- mieren. Im Rahmen ihres Masterstudiums "Organisations- und Perso- nalentwicklung" verfasst die Autorin dieses Artikels zurzeit eine Masterarbeit zum Thema: "Erfolgsfaktoren bei kurz- und langfristigen Auslandsentsendungen", um diese For- schungslücke zu schließen. Der empirische Teil dieser Arbeit stützt sich auf die Erfahrung von (ehemaligen) Auslandsentsandten, die im Rahmen eines kurzen Online-Fragebogens abgefragt wird. Die Autorin bit- tet ehemalige Auslandsentsandte darum, etwa acht Minuten für die Teilnahme an der Umfrage zu investieren. Ihr Wissen ist sehr wertvoll, um zukünftige Auslandsentsendungen zum Erfolg zu führen, und Ihre Teilnahme würde bei der Erfor- schung des Themas helfen! Bitte folgen Sie diesem Link zur Umfrage: http://unipark.de/uc/auslandsentsendungen/ Selbstverständlich werden alle Angaben anonym er- hoben und ausgewertet. Falls Sie Interesse an den ausgewerteten Ergebnis- sen haben, gibt es am Ende des Fragebogens die Möglichkeit, Ihre E-Mail- Adresse zu hinterlassen. Die Ergebnisse lässt Ihnen die Autorin bis spätestens Oktober 2014 zukommen. Die Autorin Katja Gruber studiert internationale BWL und Sinologie sowie Sozio- logie an der Universität Wien. 10 „AUSLANDSENTSENDUNGEN – WAS MACHT SIE ERFOLGREICH?“ EXPATRIATES © Marco2811 - Fotolia.com
  11. 11. 11 DIE GEFÄHRLICHSTEN REGIONEN FÜR EXPATS SCHWARZE LISTE DER FLUGGESELLSCHAFTEN VERÖFFENTLICHT Länder mit großem wirt- schaftlichen Potenzial bergen oft auch ein hohes Risiko in Sachen Sicherheit für internationale Geschäfts- tätigkeiten: Risikoanalysten von Exop prognostizieren für das zweite Quartal 2014 vor allem zivile Unruhen und anhaltende bewaffnete Aus- einandersetzungen in zen- tralen Ländern der Welt. Die aktualisierte Global Risk Map steht zum kostenlosen Download auf der Home- page von Exop zur Verfü- gung. Der Bericht liefert eine Ana- lyse der Regionen Südame- rika, Ukraine und Krim, Mittlerer Osten und Nord- afrika, Subsahara und Afrika sowie Asien und Pazifik. Die Weltkarte steht hier zum Download bereit. Einen zusammenfassenden Presse- bericht finden Sie hier. Die Europäische Kom- mission hat kürzlich die Liste der Luftfahrtunterneh- men aktualisiert, für die aus Sicherheitsgründen Flugver- bote oder Betriebsbeschrän- kungen in Europa gelten. Die so genannte Schwarze Liste wird zum 23. Mal he- rausgegeben. Auf ihr befin- den sich aktuell 296 Flugge- sellschaften mit einem Flugverbot im europäischen Luftraum, zehn weitere un- terliegen strengen Auflagen. Die Liste ist damit kürzer ge- worden: Alle Airlines aus Swaziland und die philippi- nische Cebu Pacific Air wur- den von der Schwarzen Liste gestrichen. Sie dürfen euro- päische Flughäfen wieder ansteuern. Auch für die ka- sachische Air Astana wur- den Beschränkungen gelockert. EXPATRIATES Q Die Schwarze Liste führt unter anderem Fluggesellschaften folgender Länder auf: • Republik Kongo • Indonesien • Afghanistan • Kasachstan • Kirgisien • Mosambik • Nepal • Philippinen • Sierra Leone Sudan Die vollständige Schwarze Liste steht hier zum Download bereit. © Marco2811 - Fotolia.com
  12. 12. 12 LUFTHANSA Deutschlands größte Fluggesell- schaft baut ihr Angebot nach Polen weiter aus. Ab dem 3. Juli dieses Jahres fliegt die Airline von Frankfurt ins ostpolnische Lublin. Die Handels- und Universitätsstadt wird das achte Lufthansa-Ziel in Polen. Der Flug mit den Flugnummern LH 1380 und LH 1381 findet jeweils don- nerstags und sonntags statt. Der Hin- flug startet morgens um 9.30 Uhr beziehungsweise um 10.20 Uhr in der größten Stadt Hessens und landet nach fast zwei Stunden Flugzeit um 11.25 Uhr beziehungsweise um 12.15 in der größten polnischen Stadt östlich der Weichsel. Nach einem 45-minütigen Aufenthalt geht es um 12.10 Uhr be- ziehungsweise um 13.00 Uhr zurück in die deutsche Metropole am Main. Die Flüge werden mit einem Flugzeug des Typs Airbus A319 mit bis zu 138 Sitzen in der Business und Economy Class durchgeführt. AIR FRANCE Die größte französische Airline baut ihr Flugan- gebot nach Brasilien aus und hat als drittes Ziel in Brasilien Brasília in den Som- merflugplan aufgenommen. Die brasilianische Haupt- stadt wird dreimal die Woche jeweils montags, mittwochs und freitags von Paris-Charles de Gaulle aus angeflogen. Auf dem Hinflug verlässt die Maschine mit der Flugnum- mer AF0520 um 13.30 Uhr Paris und erreicht die Metro- pole am Lago Paranoa um 19.15 Uhr. Von hier aus haben Reisende Anschluss an das innerbrasilianische Streckennetz der brasiliani- schen Partner-Fluggesell- schaft GOL. Der Rückflug nach Frankreich erfolgt nach einem kurzen Aufenthalt. Um 22.40 Uhr verlässt der Flieger mit der Flugnummer AF0515 den Aeroporto In- ternacional de Brasília und landet um 14.20 Uhr des Folgetages in der Metropole an der Seine. AIR CHINA Air China erweitert ihr Streckennetz und ver- bindet ab dem 6. Juni Shanghai mit München. Damit ist die bayrische Hauptstadt nach Frankfurt, Mailand und Paris das vierte Ziel in Europa, das von Shanghai aus angeflo- gen wird. Montag, Dienstag, Donners- tag und Samstag findet der neue Flug mit den Flugnum- mern CA817 und CA818 statt. Jeweils um 1.00 Uhr verlässt der Airbus A330- 200 den Shanghai Pudong International Airport und er- reicht den Franz Josef Strauß Flughafen um 7.10 Uhr. Um 12.35 Uhr verlässt der Flieger Deutschland und landet am drauffolgenden Tag um 5.45 Uhr in einer der wichtigsten Industrie- städte Chinas. Alle Zeitan- gaben sind Ortszeiten. AIRLINES © chrupka - Fotolia.com © massimo_g - Fotolia.com © Aleksandar Videnovic - Fotolia.com
  13. 13. 13 FLUGHAFEN FRANKFURT Der Flughafen Frankfurt bietet seinen Gästen mit Beginn des Sommerflugplans 2014 Direktverbindungen zu 295 Destinationen in 105 Ländern an. Neu auf dem Frankfurter Flughafen sind zwei asiatische Fluggesellschaften. China Southern verbindet ab Juni dreimal wöchentlich den Rhein-Main-Flughafen mit Gu- angzhou mit Zwischenstopp in Changsha, das erstmals überhaupt ab Frankfurt direkt erreichbar ist. MIAT Mongolian fliegt zweimal pro Woche nonstop nach Ulan Bator in der Mon- golai, das ebenfalls erstmals als Direkt- verbindung angeflogen wird. Weiter neue Ziele von Frankfurt aus nach Asien sind unter anderem die indonesi- sche Hauptstadt Jakarta, Urgensh in Usbekistan und Gazipasa an der türkischen Riviera. Die Direktziele in Europa werden ergänzt um Valencia, Montepellier, Tirana und Kalamata. Mehr Informationen unter www.fraport.de. TAM LINHAS AÉREAS Die brasilianische Flug- gesellschaft TAM Lin- has Aéreas ist seit dem 31.03. offiziell dem one- world Bündnis beigetreten. Alle Mitglieder des Vielflie- gerprogramms TAM Fideli- dade können ab sofort bei allen Fluggesellschaften der Allianz Vielflieger-Punkte sammeln und einlösen. Zu diesen Fluggesellschaften zählen unter anderem Airberlin, American Airlines, British Airways, Cathay Paci- fic Airways, Royal Jorda- nien, Finnair, Iberia, Japan Airlines, LAN Airlines, Malaysia Airlines, Qantas, Qatar Air ways, S7 Airlines sowie 30 weitere Fluggesellschaften. Die Kooperation mit Miles & More bleibt weiterhin beste- hen. Künftig können ge- sammelte Prämienmeilen bei den Airlines-Partnern eingelöst werden. Neben Lufthansa, Swiss und Aus- trian Airlines gehören hier ebenso die Vielfliegerpro- gramme von Air Canada, ANA, Brussels Airlines, Shenzhen Airlines, Singa- pore Airlines, South African Airways und Tur- kish Airways. AIRLINES CONDOR Die Deutsche Fluggesell- schaft Condor erwei- tert auf Kurz- und Mittelstreckenflügen ihr Mahlzeitangebot. Ab dem 1. Mai können Fluggäste der Airline je nach Bu- chungszeitpunkt ab 7,99 Euro bis 24 Stunden vor Ab- flug die zusätzlichen Menüs bestellen. Neben den bishe- rigen Premium Menüs und dessen Sondervarianten – wie beispielsweise laktose- freie oder vegetarische Menüs – können Condor Gäste auf Kurz- und Mittel- strecken nun aus weiteren Köstlichkeiten wählen. Reisende, die keine Verpfle- gung vorbestellen, erhalten an Bord nach wie vor ein kostenfreies Sandwich und Getränk. Dieses können Sie darüber hinaus durch das neue, erweiterte Bordange- bot ergänzen. Neben Soft- drinks und alkoholischen Getränken bietet Condor ihren Gästen eine Auswahl an kalter und nun auch war- mer Speisen an. © sissoupitch - Fotolia.com © Pavels Arsenjans - Fotolia.com © ictum - Fotolia.com
  14. 14. 14 VERMISCHTES HELFEN UND SURFEN Einmal um die Welt zu reisen und dabei an den Hot Spots zu surfen, ist für immer mehr junge Menschen eine paradiesische Vorstel- lung. Die Organisation Studentsgoabroad bietet nun die Möglichkeit, neben dem Freiwilligenprojekt oder Auslandsprakti- kum das Surfen zu erlernen oder zu leh- ren. So ist es an bekannten Surfdestina- tionen in Portugal, Spanien, Chile, Indo- nesien und Südafrika möglich, den Sport direkt mit einer Freiwilligenarbeit oder einem Auslandspraktikum zu verbinden. Reisende können etwa ein Praktikum als Surflehrer an einer Surf- und Tauchschule in Portugal machen oder einen Surfkurs mit einer Freiwilligenarbeit in einem Kindergarten in Chile kombinieren. Die Vermittlungs- agentur Studentsgoabroad möchte den Sport mit dem Nützlichen verbinden und ermöglicht es Surfern oder denen, die es noch werden wollen, eine passende Reise zu finden. INDER ZUFRIEDENSTE MITARBEITER – DEUTSCH- LAND NUR IM MITTELFELD In Indien arbeiten die zufriedensten und motiviertesten Menschen: Die Inder belegen mit einem Engagement- Index von 74 Prozent bereits zum vierten Mal hintereinander den Spitzenplatz im internationalen Vergleichsranking. Das hat die aktuelle Kienbaum-Panel-Studie in Kooperation mit ORC International seit 2010 ergeben. Den zweiten Platz im Zufriedenheitsranking belegen die Chi- nesen mit 66 Prozent, gefolgt von Mitarbeitern in Australien und Russland mit jeweils 65 Prozent. Deutschland liegt mit einem Wert von 58 Prozent knapp unter dem weltweiten Durchschnitt und belegt damit lediglich den dreizehnten Rang im globalen Ranking und den siebten Platz auf der eu- ropäischen Rangliste der Länder mit den zufriedensten Mitar- beitern. In Japan sind die Mitarbeiter im internationalen Vergleich am unzufriedensten: Wie im vergangenen Jahr belegt die dritt- größte Volkswirtschaft der Welt den letzten Platz im aktuel- len Ranking. Der Indexwert der Japaner sinkt sogar noch um weitere sechs Punkte auf ein Rekordtief von 42 Prozent. Trotz der boomenden Wirtschaft landet Deutschland nur im Mittelfeld des Rankings: Bei der Zufriedenheit liegen die deutschen Mitarbeiter deutlich hinter ihren schweizerischen, österreichischen und niederländischen Kollegen. In die diesjährige Studie flossen die Daten von rund 7.400 Arbeitneh- mern aus den 20 wichtigsten Wirtschaftsnationen ein. Zur Er- mittlung und Berechnung des durchschnittlichen Engage- ment-Wertes wurden die An- gestellten zu Arbeitsaufgaben, beruflichen Perspektiven, Füh- rungskultur und Wertschätzung im Job befragt.© ferkelraggae - Fo tolia.com LONDON IN DEN 50ER UND 60ER JAHREN Wer seinen Kindern einmal die Stadt Lon- don näher bringen möchte, hat mit dem gleichnamigen Buch von Miroslav Sasek eine ganz andere Möglich- keit als mit herkömmlichen Werken. Das ursprünglich 1959 erschienene illustrierte Kinderbuch wurde damals von der New York Times ausgezeichnet und nun neu aufgelegt. Im Stil der damaligen Zeit werden die wichtigen Se- henswürdigkeiten und typi- schen Dinge, die einfach zur Stadt gehören, illustriert, so dass sich ein umfassendes Bild Londons ergibt. Darge- stellt werden bei- spielsweise die Busse, der Piccadilly Circus bei Nacht, die Tower Bridge und die U-Bahn. Aber auch typische Verhaltensweisen der Bewohner der engli- schen Hauptstadt werden in den Zeichnungen veran- schaulicht, wie die Eigenheit des Tee-Trinkens und des Schlange Stehens. Mit kurzen Erklärungen ver- sehen, überträgt sich der Charme Londons auf nostal- gische Art direkt auf den Leser. Trotz des Stils der 50er Jahre, sind die Grund- züge dieser Großstadt nach wie vor vorhanden. Natür- lich sind einige Fakten veral- tet, diese werden jedoch auf den Schlussseiten korrigiert beziehungsweise ergänzt. Insbesondere durch den frü- heren Zeichenstil, erhält man durch „London“ einen ganz individuellen Einblick in die Sehenswürdigkeiten, das Leben der Stadt und dessen Flair – nicht nur für Kinder, sondern erst Recht für Erwachsene. Eine sehr schöne Ergänzung zu den üblichen Städteführern. © Aintschie - Fotolia.com  • Miroslav Sasek: London • Verlag Antje Kunstmann • ISBN 978-3-88897- 874-6 • 58 Seiten • 16,95 Euro
  15. 15. Etwa eine Million Menschen sterben jährlich infolge von Krankheiten wie Malaria, Dengue-Fieber oder Chagas. Diese Krankheiten werden für gewöhnlich von blutsau- genden Tieren wie Mücken, Zecken oder Fliegen übertragen. Darauf hat die Stiftung Weltbevöl- kerung anlässlich des Weltgesundheitstags am 7. April aufmerksam gemacht. Vor allem die Zahl der Malaria-Todesfälle sei immer noch dramatisch. Jedes Jahr sterben 600.000 Menschen an dieser vermeidbaren und behandelbaren Krankheit. Die meisten davon sind Kinder unter fünf Jahren. Erfreulich seit der Stiftung zufolge immerhin, dass dank verbesserter Präventions-, Dia- gnose- und Behandlungsmethoden seit 2000 das Leben von mehr als 3,3 Millionen Kindern gerettet wurde. Für viele vektorübertragene Krankheiten gibt es noch keinen Impfstoff, weil zu wenig in die For- schung und Entwicklung investiert wird. Die bisher entwickelten Impfungen kosten nicht viel und erweisen sich als hochwirksames Mittel, um Todesfälle zu verhindern, so die Stiftung Weltbevölkerung. 15 GESUNDHEIT DICKE KINDER KOSTEN GESUNDHEITSSYSTEM 14.000 EURO MALARIA, DENGUE UND CHAGAS FORDERN JÄHRLICH EINE MILLION OPFER FACEBOOK FÖRDERT ESSSTÖRUNGEN Adipositas in der Kindheit verursacht medizinische Mehr- kosten von knapp 14.000 Euro pro Kind über die ganze Lebenszeit hinweg, verglichen mit einem normalgewichtigen Kind. Das haben Forscher der amerikani- schen Duke University http://duke.edu errechnet. Das Por- tal www.pressetext.com berichtet wie folgt: Multipliziert mit der Zahl aller übergewichtigen Zehnjährigen in den Vereinigten Staaten, ergibt das Kosten von über zehn Milliarden Euro allein für diese Al- tersgruppe. Die finanzielle Belastung reduziert sich auf immer noch etwa 9.500 Euro pro Kind, wenn es später als Erwachsener dick wird. "Fettleibigkeit in der Kindheit zu reduzieren, hat in der öffentlichen Gesundheitsfürsorge eine hohe Priorität, was zu erheblichen gesundheitlichen und ökonomischen Vorteilen führen kann", stellt der leitende Forscher Eric Andrew Finkel- stein fest. "Unsere Schätzungen zeigen finanzielle Konsequenzen der Untätigkeit auf und auch die potenziellen medizinischen Ein- sparungen, die durch Prävention erzielt werden können, wenn das Einsetzen von Fettsucht reduziert oder verzögert wird", erklärt er. Und Co-Autor Rahul Malhotra ergänzt: "Wenn man Erwachsenen-Adipositas bekämpfen will, muss man schon bei Kindern Fettleibigkeit reduzieren oder vor- beugen, denn die Forschung hat gezeigt, dass die meisten dicken Kinder und Teenager im Erwachsenenalter dick blei- ben." Nachdem Facebook über all die Jahre bereits für Depressionen, Isolation und Eifersucht verantwortlich gemacht wurde, zeigt nun eine neue Studie, dass weibliche Facbook-User auch ein größeres Risiko tragen, an Essstörungen zu erkranken. Die For- scher der Florida State University unter der Führung von Pamela Keel haben hierzu 960 Fälle ausgewertet. 20 Minu- ten Facebook-Konsum sollen bereits kritisch sein. Darüber berichtet das Por- tal www.pressetext.com. Den US-Wissenschaftlern nach ist die Wahrscheinlichkeit an Essstörungen zu leiden umso größer, je mehr Zeit User mit sozialen Netzwerken wie Face- book, Google+, Twitter und Co ver- bringen. Neben dem Zeitfaktor steigt das Risiko bei Frauen, die sehr bedacht waren, mehr "Likes" und Kommentare für ihre eigenen Posts zu erhalten. "Facebook stellt einen spaßigen Weg dar, mit Freunden Kontakt zu halten, aber es konfrontiert die Frauen auch mit dem dünnen Ideal, welches das Ri- siko für Essstörungen erhöht", meint Keel. Laut der Studie reichen schon 20 Minuten täglich im Facebook-Univer- sum, um signifikant einem höheren Essstörungsrisiko zu unterliegen. Facebook vereint die Einflüsse von so- zialen beziehungsweise Peer-Gruppen mit denen traditioneller Medien. "Jetzt sind es nicht nur Topmodels auf dem Cover von Hochglanzmagazinen, son- dern deine Freunde, die sorgfältig aus- gewählt Fotos ins Netz stellen, die sie von ihrer besten Seite zeigen." Neid und Konkurrenz führen laut den Fach- leuten in einen Teufelskreislauf, der dabei zu schweren und lebensbedro- henden Essstörungen führen kann. © Lasse Kristensen -Fotolia.com © frank peters - Fotolia.com © bonninturina - Fotolia.com
  16. 16. AUSLANDSSTUDIUM IN ENGLAND: QUALITÄT VOR QUANTITÄT Insbesondere im Zeitalter der Globalisierung ist ein Aus- landsstudium für die berufliche Karriere nicht nur ausge- sprochen vorteilhaft, sondern schon fast unverzichtbar. Zu den Spitzenreitern unter den Destinationen zählt nach wie vor England. Schließlich ist das Königreich sowohl als Ge- burtsstätte der weltweit wichtigsten Fremdsprache als auch aufgrund einer reichen Geschichte und einem bunten Pot- pourri verschiedener Attraktionen einen Besuch wert. Der Unterschied zwischen Schein und Sein Wer bereits ein Auslandssemester im schönen England hinter sich hat, wird angesichts einiger gravierender Abweichungen von den Gepflogenheiten an hiesigen Hochschulen gewiss mit nostalgischen An- wandlungen zu kämpfen haben. Allen voran steht die in deutschen Landen immer noch eifrig prakti- zierte Jagd nach Scheinen und Zertifikaten. Denn un- geachtet des jeweiligen Studiengangs kommt es hier zweifellos mehr auf den Vorzeigeeffekt er- brachter Leistungen als auf die angemessene Tiefe des Studiums und den damit verbundenen Lernwert an. Entsprechend ergreift viele Zurückgekehrte auch eine ge- wisse Wehmut, wenn sie an ihre Zeit im Vereinigten König- reich denken, denn die Zahl von durchschnittlich vier Seminaren pro Woche wird selten überschritten. Zwar erfor- dern diese eine gründlichere Vorbereitung als viele der soge- nannten ‘Scheinkurse’ in Deutschland, die Studierenden werden dafür aber auch mit der Befriedigung belohnt, die je- weilige Thematik nicht nur oberflächlich behandelt zu haben. Unabhängig davon geht es in England etwas persönlicher zu als in Deutschland. Dass Interesse und Leidenschaft für das gewählte Studienfach als selbstverständlich vorausgesetzt werden, erklärt sich von selbst. Entsprechend versendet die gewählte Universität auch bereits vor Studienbeginn Anre- gungen sowie Kontaktdaten der jeweiligen Lehrenden, die jederzeit gerne bereit sind, Fragen zu den einzelnen Themen und Seminaren persönlich zu beantworten. Eine umfangreiche Recherche im Vorfeld ga- rantiert maximale Passgenauigkeit Natürlich kann man sich erst vor Ort hundertprozentig si- cher sein, ob man mit seiner Entscheidung buchstäblich ins Schwarze getroffen hat. Um unnötige Enttäuschungen zu vermeiden, ist es jedoch von Vorteil, bereits vorab alle mit dem Auslandsstudium verbundenen Fragen und Erwartun- gen zu klären. Aufschluss bieten unter anderem Erfahrungs- berichte und Ratgeber, die auf einen Großteil möglicher Fragen einzugehen versuchen. Diese erstrecken sich von For- malia wie die Anerkennung von im Ausland erbrachten Leis- tungen über Fördermöglichkeiten bis hin zu praktischeren Herausforderungen wie Flugbuchung, Unterkunft etc.. Möchte man wirklich dem Motto Qualität vor Quantität treu bleiben, so sollte man sein Augenmerk zudem nicht nur auf Formalitäten wie den bloßen Scheinerwerb richten. Schließ- lich hat ein Auslandsstudium in England weitaus mehr zu bieten. So wird man nicht nur weitaus tiefere Einblicke in Leben und Kultur seines Gastlandes erhalten als dies bei- spielsweise im Rahmen eines klassischen Urlaubes möglich ist, sondern auch wertvolle Kontakte zu jungen Menschen aus unterschiedlichen Ländern knüpfen können. Wertvolle Informa- tionen rund um einen Studienauf- enthalt in England Um einen realistischen Eindruck von der gesam- ten Bandbreite an Impres- sionen und Erfahrungen, die ein Studienaufenthalt in England mit sich bringt, zu gewinnen, lohnt sich ein Blick auf die Seite www.studying-in-england.org/de/. Denn dort findet sich na- hezu alles, was man in Hinblick auf sein zukünftiges Leben und Studieren im Vereinigten Königreich wissen sollte. Ange- fangen bei Informationen über Studiengänge und Hochschu- len in England über finanzielle Aspekte bis hin zu allgemeinen Richtlinien und Anforderungen an eine erfolg- versprechende Bewerbung lässt die Seite thematisch kaum noch Wünsche offen. Und wer sich im Anschluss trotz all der positiven Faktoren immer noch nicht sicher ist, den werden vielleicht Artikel über die legendären Studentenpartys sowie andere Attrak- tionen, die das Königreich abgesehen von einem entspann- ten Studium zu bieten hat, überzeugen. Dass in einem Land, welches kreative Talente wie die Beatles hervorgebracht hat und zudem mit einer einzigartigen landschaftlichen Vielfalt lockt, gewiss keine Langeweile aufkommt und es auch in der Freizeit unzählige Dinge zu entdecken gibt, die dem Auslandsstudium in England zusätzliche Qualität verleihen, überrascht daher wenig. 16 WELTWEIT  DIE AUTORIN: Annika Neubauer stammt aus Fulda und macht ihren Master in England. Gemeinsam mit Freunden aus der “University of East London” hat sie die Webseite “Studieren in England” erstellt. © Skowron - Fotolia.com
  17. 17. 17 SEHNSUCHT NACH DEM GRAS IN NIEDERBAYERN FRANKREICH: MAUT-CHIP JETZT FÜR DEUTSCHE LEICHTER ZUGÄNGLICH Die Newsletter-Leserin Silvia Menacher-Gold und ihr Mann arbeiten seit August vergangenen Jahres im phi- lippinischen Manila. Ihre 18-jährige Tochter Steffi Rohrmeier hat die Eltern begleitet und besucht die deutsch-internatio- nale Schule. Ihre Gedanken über ihre kulturelle Identität und über Heimweh hat sie ein einem Essay zusammengefasst. Wir sind alle die Gleichen und sind es doch nicht. Durch die Globalisierung verschmelzen Kultu- ren, Ideen und Grenzen miteinander, ob gut oder schlecht, das sei jedem selbst überlassen, aber die bloße Tatsache existiert. Ich unterscheide mich nicht von einer „Korea- nerin“ oder von einer „Deutschen“, dennoch werde ich lieber als „Niederbayerin“ bezeich- net. Aber für mich persönlich ist diese Bezeich- nung nicht die Abgrenzung durch Genetik, Kultur oder Aussehen oder irgendeiner dieser komischen Gründe, der Menschen zusammen- schweißen und gleichzeitig entzweien kann. Nein, für mich ist diese Bezeichnung „Nieder- bayerin“ mehr. Es bedeutet für mich, dass, egal wo ich bin, ich mich daran erinnere, wie es ist, barfuß an der Isar entlang zu laufen, das Gras unter meinen Füßen zu spüren und den Duft des Waldes einzusaugen. Wie es ist, Stra- ßen entlang zu schlendern, während die Finger- spitzen sanft die Hecke streifen. Ich denke an meine Freunde, meine Heimat, ich denke an Straßen, auf denen ich schon so oft auf und ab gelaufen bin, dass dort eigentlich schon eine tiefe Kuhle entstanden sein müsste. Ich denke daran, dass ich im Winter bei viel zu viel Schneefall und nicht geräumten Straßen „schneefrei“ hatte, oder dass die Schule manchmal nicht ausfiel und wir uns ir- gendwie dorthin kämpfen mussten. Oder ich denke an das Bänkchen, auf dem ich immer mit meinen besten Freunden sitze, egal zu welcher Jahreszeit und egal bei welchen Wet- terverhältnissen. Ich denke an das Wetter. An die Jahreszei- ten. Frühling, Sommer, Herbst, Winter. Wenn die ersten Blumen blühen, wenn der Sommer so kurz ist oder gar ver- regnet und man sich insgeheim sogar freut, denn eigentlich mag man den Herbst sowieso am meisten oder doch den Winter? Oder den Frühling? Und dann kommt der Herbst und bringt Farbe, Matsch und schlechtes Wetter, warmen Tee und Mandarinen, auf die man sich das ganze Jahr freut, und man beginnt wieder, schöne, warme, flauschige, dicke Pullis zu tragen, die das ganze Jahr nur auf dich ge- wartet haben und dich jetzt freudig warm umschließen… Ich liebe Manila. Ich liebe die Welt. Jedes „Land“ mit seinen „Gren- zen“ und künstlichen Einschrän- kungen. Ich kann genau diese Gefühle auch irgendwo anders haben. Ich kann in Manila, in New York, Paris und Bangkok barfuß über Gras laufen, aber jedes Mal wird es an- deres Gras sein. Ich befürchte manchmal, dass ich das Gefühl vergessen könnte, wie sich genau DIESES Gras unter meinen Füßen anfühlt. Ich glaube, das würde ich Eltern erzählen, die ins Ausland gehen. Es gibt viele Plätze, die man barfuß belaufen kann, aber keiner fühlt sich gleich an. Und keiner kann lernen, wie es sich wo anfühlen wird, deshalb muss man einfach drauf loslaufen und alle Plätze in der Erinnerung sammeln und wie ein großes Mosaik zu einem zusammenfügen und dieses große, bunte Mosaik, das bin dann irgendwie – ich. Mithilfe eines Aufklebers, in dem ein Chip integriert ist, kann auf Frankreichs Autobahnen und Parkplät- zen nun viel Zeit und Mühe gespart werden. Darauf weisen tip.de und die CIBT VisumCentrale hin. Der kleine Chip macht es möglich, an den Mautsta- tionen auf spe- ziell dafür gekennzeichneten Fahrspu- ren die Schranken automatisch zu öff- nen. Die anfallenden Mautgebühren werden automatisch auf dem Chip ge- speichert und man erhält jeden Monat eine Rechnung, die Gebühr wird auto- matisch vom Konto abgebucht. Somit gehört lästiges Schlange stehen und Kleingeld suchen auf Frankreichs Autobahnen und auf über 250 Parkplätzen nun der Vergan- genheit an. Auch für deutsche Urlauber sind die Chips liber-t nun verfügbar. Benötigte man bis vor Kurzem noch ein französi- sches Bankkonto, so können jetzt auch deutsche Bankverbindungen hinterlegt werden. Unter der Webseite www.bi- pandgo.com/de findet man nun auch alle notwendigen Informationen, ver- schiedene mögliche Abonnements und eine Übersicht über die Autobahnen und teilnehmenden Parkplätze in Frankreich auf Deutsch. Weitere Informationen unter www.rendezvousenfrance.com. WELTWEIT © tournee - Fotolia.com ©stockphoto-graf-Fotolia.com
  18. 18. An der Adria hat die Segelsaison 2014 begonnen. Bereits Ende März endete in Kroatien die offizielle Übergangs- regelung für die Einfuhr eigener Boote. Seit dem EU-Beitritt des Landes im Juli 2013 hatte es unter Skippern mit eigenem Liegeplatz viele offene Fragen gegeben. Nun wollen die kroatischen Behörden für Rechtssicherheit sorgen, be- richtet das Online-Magazin Reiseinfo Kroatien. Da das Fristen-Durcheinander in den vergangenen Monaten unter Bootseignern reichlich Verwir- rung gestiftet hatte, sollten sich diese zeitnah im zuständigen Zollamt erkundigen, bis wann sie ihre Deklaration einreichen können. Für Schiffe bis zu einer Länge von zwölf Metern erhebt der kroati- sche Zoll eine Gebühr von 1,7 Prozent des Zeitwertes. Segelyachten, die länger als zwölf Meter sind, sind gebüh- ren- frei, wenn Skipper aus Deutschland oder Österreich sie in den EU-Warenverkehr einbringen. Falls der Eigner eine vor- hergehende Verzollung belegen kann, entfällt diese Gebühr. Nach dem Bericht von Reiseinfo Kroatien herrschte in Segler- kreisen lange Zeit auch Rätselraten hinsichtlich der neuen Ge- bührenordnung für Freizeitboote in Kroatien. Mit dem Be- ginn der Wassersportsaison 2014 bestimmen Schiffslänge und Motorleistung die Höhe der Abgabe. Hinzu kommen eine Sicherheitsgebühr sowie Gebühren zur Nutzung der örtlichen Infrastruktur und zum Schutz vor Meeresverschmutzung. Obgleich noch eine Leuchtfeuerabgabe und Kosten für eine Infokarte hinzukommen, dürften künftige Bootstörns im Lande dennoch in den meisten Fällen günstiger ausfallen. Das Urlauber-Portal für Kroatien-Reisende informiert in der Rubrik „Freizeit & Sport“ ausführlich über den Se- gelsport. Unter „Auf See“ erhalten die Leser des deutsch- sprachigen Online-Magazins www.reiseinfo-kroatien.com Hinweise über die an der Adria vorherrschenden Winde, Se- gelrouten, Marinas, Regatten und Hafenbestimmungen. 18 IMPRESSUM HERAUSGEBER: Bund der Auslands- Erwerbstätigen (BDAE) e.V. Kühnehöfe 3 22761 Hamburg Tel. +49-40-306874-0 WWW.BDAE.COM REDAKTION: Anne-Katrin Schulz (verantwortlich) akschulz@bdae.de Sanja Zivkovic LAYOUT: Esther Rudat LEKTORAT: Andrea Kraus COPYRIGHT: Die Beiträge im BDAE- Newsletter sind urheber- rechtlich geschützt und dürfen nicht ohne schrift- liche Genehmigung durch den Herausgeber repro- duziert werden. Die Beiträge des BDAE- Newsletters spiegeln die Meinung der Redaktion und nicht unbedingt die des BDAE wider. WELTWEIT BUSSGELDER IM VERKEHR: EUROPAWEITE UNTERSCHIEDE KROATIEN: NEUE GEBÜHRENORDNUNG FÜR SCHIFFSEIGNER AUCH AUF FOLGEN SIE UNS In einigen Ländern fallen Bußgelder für Verkehrsver- stöße deutlich höher aus als in Deutschland. Vor allem in Skandinavien kann es teuer werden, allen voran in Nor- wegen. Darauf weist der ADAC hin. Für zu schnelles Fahren wer- den in Norwegen mindestens 430 Euro, für Rotlicht- und Überholverstöße 630 Euro berechnet. Aber auch in Ita- lien, in den Niederlanden oder in der Schweiz liegen Sanktionen für Verkehrsver- stöße teilweise erheblich über deutschem Niveau. Manche Länder bieten bei sofortiger Bezahlung Ra- batte an: In Spanien werden nur 50 Prozent des Bußgel- des fällig, wenn die Bezah- lung innerhalb von 20 Tagen erfolgt. Bezahlt man in Ita- lien binnen fünf Tagen ab Erhalt des Bußgeldbescheids, wird ein Rabatt von 30 Pro- zent gewährt. Wer dort aber nicht innerhalb von 60 Tagen bezahlt, muss mit ei- nem doppelten Bußgeld rechnen. Frankreich gewährt Ermäßigungen bei Zahlung innerhalb von 15 Tagen. In allen europäischen Län- dern gilt: Telefonieren am Steuer ohne Freisprechein- richtung ist verboten. In Schweden werden seit kurzem eben- falls Strafen für das Telefo- nieren am Steuer ver- hängt, vor allem dann, wenn durch das Telefonieren das Fahrverhalten des Fahrers negativ beein- flusst wird. Seit 2010 werden nichtbe- zahlte Bußgelder aus den anderen 27 EU-Ländern in Deutschland vollstreckt. Bis Ende 2013 wurden rund 18.000 sogenannte Voll- streckungshilfeersuchen wegen nichtbezahlter Geld- bußen und -strafen an Deutschland gerichtet. Der Mindestbetrag für die Vollstrek- kung muss sich auf minde- stens 70 Euro inklusive Verfahrens- kosten belau- fen. Punkte in Flensburg gibt es für Verkehrsverstöße im Ausland nicht. © valdis torms - Fotolia.com © ufotopixl10 -Fotolia.com

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