Geburtstag Walter Barfuß - Nachlese CONNEX Sonderdruck

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Univ.Prof. DDr. Walter Barfuß, seit 2002 Präsident von Austrian Standards Institute, feierte am 1. Februar 2012 seinen 75. Geburtstag. Anlass für ein Gespräch, das Dr. Georg Strzyzowski mit dem als Jazzliebhaber bekannten Jubilar geführt hat.
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Geburtstag Walter Barfuß - Nachlese CONNEX Sonderdruck

  1. 1. Immer den richtigen Ton treffen. Nie eindimensional sein! CONNEX: Sie, als begeisterter Jazz-Pia- weil die an der Entstehung von Normen Be- nist, sehen möglicherweise eine Überein- teiligten, Gewerbetreibende oder ganze In- stimmung zwischen Normen und improvi- dustriezweige, klarerweise früher darüber sierter Musik: auf der einen Seite sind es Bescheid wissen, wohin die Reise geht, als vereinbarte Regelwerke, auf die sich Indust- jene, die sich nicht einbringen oder auch rie, Handel und Konsumenten verlassen nur dafür interessieren. können, im anderen Fall sind es Harmonie- Beim Reden kommen also die Leute zu- folgen, über die man sich einig ist und über In einem solchen sammen – und in einem solchen Prozess die man improvisiert. Prozess tauschen tauschen sich Fachleute aus, schildern Barfuß: Ja, das ist bei Normen ähnlich. sich Fachleute selbst oder hören von anderen neue Ge- Ich habe einmal gesagt, „ohne Regeln aus, schildern sichtspunkte, ändern oder verbessern eige- gibt´s Brösel“. Und auch, wenn es in der selbst oder hören ne Standpunkte, lernen dabei. Musik keine Regeln gäbe, dann wäre das von anderen neue Mein Vater hat gesagt, dass man „auch Resultat fürchterlich. Letzten Endes würde Gesichtspunkte, vom Dümmsten etwas lernen kann, wenn man sich sehr bald auf Normen, auf Regeln ändern oder ver­ man nur richtig zuhört“. Wer sich aber nicht einigen. Das ist aber in allen Lebensberei- bessern eigene interessiert bzw. nicht direkt oder indirekt chen so. Ansonsten hoffe ich, dass ich als Standpunkte, engagiert, hat von vornherein einen nicht Präsident von Austrian Standards besser l ­ernen dabei. wettzumachenden Informationsnachteil und Wer sich nicht bin denn als Klavierspieler (denn das habe gerät gegenüber dem Mitbewerb ins Hinter- i ­nteressiert bzw. ich nie gelernt) – da bin ich absoluter Auto- treffen. So betrachtet, ist für mich die Mög- nicht engagiert, didakt. Notenlesen habe ich erst im Musik- lichkeit, beim großen Thema „Normen“ mit- hat von vorn­ unterricht gelernt, wobei meine Professorin machen zu dürfen, ein dem Klavierspielen herein einen darauf bestanden hat, dass alle ihre 19 ebenbürtiges Vergnügen! nicht wettzuma­ Schüler an der Tafel einfache Lieder trans- chenden Nach­ ponieren konnten, dass alle über den Quin- CONNEX: Es gibt von Seiten Außenste- teil. tenzirkel Bescheid wussten. So hat sie bei­ hender immer wieder das Missverständnis, spielsweise Opern als eine Mischung von dass Normen eine Schikane sind, die man schlechter Musik und schlechtem Theater, widerwillig zu erdulden hat. Es ist aber Jazz als „Sexualmusik“ bezeichnet – ein doch viel eher so, dass sie das Resultat guter Grund, weshalb ich mich ans Klavier eines Abstimmungsprozesses sind, das gesetzt und zu Beginn der Musikstunden einen reibungslosen Ablauf in Produktion, gerne einen Boogie angestimmt habe. Das Handel, Logistik, Verkauf und Verbrauch hat sie wohl nicht sehr gefreut; es ist ihr erst ermöglichen, eines Abstimmungspro- aber definitiv nicht gelungen, diesen „Un- zesses, in den man sich nach Möglichkeit fug“ abzustellen. So bin ich dabei geblieben einbringen sollte.Univ.Prof. DDr. Walter Barfuß, seit und habe mich informiert, bei­ piels­­ s weise Barfuß: Genau so ist es: Jeder, der ein die Musik von George Shearing gehört, mit bisschen Lebenserfahrung hat und darüber2002 Präsident von Austrian Standards den Fingern „erlebt“, wie die spezifischen nachdenkt, der weiß, dass man überallInstitute, feierte am 1. Februar 2012 Jazz-Akkorde zustande kommen. Eine ganz dort, wo man nicht mitspielt, bestenfalls wichtige und schöne Erfahrung. Ähnlich ist „be­ pielt“ wird. Ganz einfach: Wenn ich sseinen 75. Geburtstag. Anlass für ein es mir später auch mit den Normen ergan- mich nicht selbst einbringe, wenn ich nichtGespräch, das Dr. Georg Strzyzowski gen. mittue – egal ob das im Bereich Politik, Wissenschaft, Wirtschaft oder Gesellschaftmit dem als Jazzliebhaber bekannten CONNEX: Nämlich genau wie? ist – dann bestimmen die anderen, was ich Wer nichtJubilar geführt hat. Barfuß: Ende der 90er Jahre wurde mir zu tun habe. Wer also nicht mitnormt, der mitnormt, der angeboten, dem Vorstand des Normungsin- wird genormt! wird genormt. stituts beizutreten. Für mich zunächst Es ist also so, wie wenn man im politischen schwer vorstellbar, denn, wie ich damals Bereich nicht an demokratischen Wahlen irrtümlich glaubte, gehe es dabei um Ma- teilnimmt; das wäre nicht gerade geistreich. thematik, Darstellende Geometrie und Und ebenso wenig geistreich wäre es, Technik. Das waren für mich als Jurist nicht wenn sich ein bestimmter Wirtschafts- oder gerade jene Themen, die ganz oben auf der Industriezweig, ein Gewerbetreibender oder Skala meiner Interessen gestanden hätten. eine Wirtschaftsorganisation nicht für Nor- Ich habe mich also gefragt, was ich in Ich habe sehr men interessiert, sich in deren Entstehung einem Normungsinstitut soll, wenn ich von bald erfahren, nicht einbringt. den Inhalten, die dort behandelt werden, dass auch ich definitiv nichts verstehe. Ich habe es dann (wie fast alle CONNEX: Zur Zeit merkt man in Europa trotzdem gemacht und sehr bald erfahren, Außenstehenden) sehr schmerzhaft, dass es – speziell im Fi- dass auch ich (wie fast alle Außenstehen- ein völlig nanzbereich – offensichtlich kaum verbindli- den) ein völlig falsches Bild von Normen falsches Bild von che Regelwerke gibt, die dazu geeignet wä- hatte: Für mich waren die damit Befassten Normen hatte. ren, einen wirksamen Schutz vor Proble- so etwas wie „Sektierer“, die sich vorrangig men, wie einer Kredit-, Finanz- oder Wäh- mit technischen Details, also beispielsweise rungskrise, zu garantieren. der Geometrie von Schrauben, beschäfti- Barfuß: Ich halte den europäischen Weg Ich halte den gen. für einen absolut richtigen und für nicht wi- europäischen Nach kurzer Zeit habe ich allerdings be- derrufbar. Aber auch hier manifestiert sich Weg für einen merkt, dass im Normenbereich wirtschaftli- eine allgemein menschliche Eigenschaft, absolut richtigen che, technische und politische Interessen nämlich das Bestreben einzelner, nur das und für nicht zusammenfließen, und dass es bei der zu tun, was ihnen vordergründig zu nützen widerrufbar. Funktion, die ich hier übernommen habe, scheint. Das führt bis hin zum Ignorieren darauf ankommt, ähnlich wie ein Coach da- der europäischen Idee, und das zeigt sich für zu sorgen, dass die übergeordneten Re- natürlich auch überall dort, wo es massive geln eingehalten werden, dass nicht jeder Vorbehalte gegenüber sinnvollen und kom- machen kann, was er will. Dass also Nor- fortablen Vereinheitlichungen gibt. Übrigens men tatsächlich so zustande kommen, wie etwas, was auch in der Vergangenheit sie zustande kommen sollen, nämlich nach i ­mmer wieder zu Problemen geführt hat. vereinbarten Zielen, nach einer weitgehen- den und allgemeinen Aussprache, im Kon- CONNEX: Welchen Einfluss, welche Mög- sens, weiters natürlich auch im Hinblick auf lichkeiten besitzt der Präsident von Austrian Erfordernisse des Exports. Standards, welche Möglichkeiten beispiels­ weise, um die europäische Idee zu unter- CONNEX: Was aber in der täglichen Praxis stützen? nicht immer so ideal abläuft. Barfuß: Formell sehr wenig. Stellen Sie Barfuß: Richtig. Die Interessen prallen sich das so vor wie die Funktion des Dogen häufig aufeinander, unter anderem deshalb, in der alten venezianischen Republik: Er
  2. 2. Immer den richtigen Ton treffen. Nie eindimensional sein! hatte kaum reale Machtbefugnisse, konnte CONNEX: Inwieweit spielt die derzeitige Europäischen Union weiterentwickeln. Ent- aber durch geschicktes Einsetzen seiner Finanz-, Banken- oder Wirtschaftskrise in wickeln sie sich positiv, werden wir auch Autorität seinen Ideen zum Durchbruch ver- die Tätigkeit von Austrian Standards hin- unsere eigene Entwicklung in noch größere helfen. Ähnlich ist es hier: Das richtige Wort ein? Dimensionen bringen, damit wir auf der an der richtigen Stelle gesagt, die Zustim- Barfuß: Wir spüren natürlich die Krise, europäischen Ebene mithalten können. Tun mung zum richtigen Zeitpunkt verweigert – denn eines ist klar: Wenn sich Innovation sie das nicht – was ich nicht hoffe –, dann das vermag viel zu bewirken. Vor allem und Wirtschaftswachstum nicht positiv ent- werden wir uns dem weiterhin anpassen dann, wenn man sein Gegenüber nicht wickeln, dann geht auch das Bedürfnis müssen. Das bedeutet: kleiner, aber nicht überfordert. nach neuen Regelwerken und Normen, anders werden. Sicher braucht man im realen Leben nach der Lösung neuer Fragen zurück. Der Markt und f ­allweise auch Zwangsbefugnisse, in einem Denn der Markt und die Marktteilnehmer die Marktteil­ CONNEX: Ihr persönliches Lebensmotto? Großteil aller Fälle erreicht man aber mit sind es, die Normen verlangen. Der Ur- nehmer sind es, Barfuß: Ich sehe mich als „liberalen Reak- Klugheit und Diplomatie das gewünschte sprung einer neuen Norm ist ja sehr oft eine die Normen tionär“, und das ist bloß scheinbar ein Wi- Ziel. Und letztlich kann jemand, der eine Innovation, wenn man etwas Neues ma- verlangen. derspruch. Tatsächlich kann ich sehr altmo- Funktion verantwortungsvoll ausübt, damit chen möchte, etwas anders machen möch- disch sein und dabei gleichzeitig sehr fort- rechnen, dass ihm die Öffentlichkeit Res- te als bisher. Und genau dieses Bedürfnis schrittlich. Um es auf den Punkt zu bringen: pekt zollt. Ähnlich wie ein anerkannter Diri- und damit das Bedürfnis nach neuen Rege- Nie eindimensional sein! gent von seinem Orchester respektiert und lungen lassen in Krisenzeiten nach. geachtet wird. Diese Krise spüren wir natürlich; aufgrund des bei Austrian Standards stark entwickel- CONNEX: Was hat sich während der Zeit ten Dranges nach wirtschaftlicher Unab­ Ihrer Präsidentschaft verändert? hängigkeit geraten wir selbst allerdings Barfuß: Es hat sich das Umfeld geändert, nicht so schnell in die Krise, und wir verfü- es hat sich die Internationalität der Normen Die Internationa­ gen über bewährte Verfahren und Möglich- maßgeblich weiterentwickelt. Das ergab im lität der Normen keiten, die uns davor bewahren. Wir wer- Ablauf zahlreiche neue Notwendigkeiten, hat sich maß­ den uns also gegebenenfalls anpassen und die es früher nicht gegeben hat. geblich weiter­ definitiv nicht untergehen. Neue Erfordernisse führen bei verschiede- entwickelt. Noch einmal: Unsere Aufgaben sind es ein- nen Beteiligten natürlich zu verschiedenen zig und allein, die Infrastruktur für eine ge- Univ.Prof. DDr. Walter Barfuß wurde am 1. Februar 1937 in Reaktionen: Konfusion bei den einen, eine ordnete, den internationalen Verfahren ent- Wien geboren und ist seit 2002 Präsident Chance zur Verwirklichung langgehegter sprechende Normung zu schaffen, auf- von Austrian Standards Institute (1997 bis Pläne oder zur Veränderung der Hackord- rechtzuerhalten und vor allem darauf zu 2002 Vizepräsident). Er ist Aufsichtsrats- nung in ihrem Sinn bei manchen anderen. achten, dass diese Regeln in der täglichen vorsitzender der Wien Holding und der Alles Erscheinungen, die wir von Austrian Normungsarbeit eingehalten werden. E-Con­rol Austria, Präsident der Wiener t Standards jetzt gut im Griff haben. Perso- Juristischen Gesellschaft und war von nalfragen, auch im Hinblick auf die rechtli- CONNEX: Welche Wünsche haben Sie – 2002 bis 2007 Generaldirektor für Wett- che Konstruktion, eine Reihe von Raumbe- als Präsident von Austrian Standards – an bewerb der Republik Österreich; zuvor darfsproblemen, die Verbesserung der die Politik? Seniorpartner der Sozietät „Schönherr Funktionalität und der Optik konnten gut Barfuß: Ich habe eine große Bitte an die Rechtsanwälte“, einer der führenden gelöst werden. Hier konnte gemeinsam viel österreichische Politik, weil ich den Ein- österreichischen Anwaltskanzleien. Seine Positives bewirkt werden. Es war und ist ein druck gewonnen habe, dass die betreffen- praktischen und wissenschaftlichen Tätig- kontinuierlicher Verbesserungsprozess. den Instanzen in anderen europäischen keitsschwerpunkte als Rechtswissen- Ländern, etwa in Deutschland, da oft schon schafter sind Verfassungsrecht, insbe­ CONNEX: Ist es nicht so, dass Kontinuität einen Schritt weiter sind: nämlich zu beden- sondere Organisations- und Verfahrens- gerade bei der Arbeit mit Standards beson­ ken, welche Bedeutung die Normen für das recht sowie Grundrechte, und Verwal- ders wichtig ist, weil ja auf Bestehendes betreffende Land haben. Hier besteht in tungsrecht; außerdem Grenzgebiete des Wirt- aufgebaut werden muss? Österreich ein gewisser Nachholbedarf. schaftsrechts zwischen Privatrecht und Öffentli- Barfuß: Schon richtig; Man muss nur vor- Vielleicht hat es aber bei uns ohnehin so chem Recht, speziell Kartell- und Wettbewerbs- sichtig sein. Es ist ja nicht so, dass ein Nor- gut funktioniert, dass die Politik bisher nicht recht. Er ist Mitherausgeber verschiedener juristi- mungsinstitut die Normen schafft. Austrian Austrian Stan­ weiter nachdenken musste (lacht). Als scher Fachzeitschriften sowie Autor zahlreicher Standards generiert ja nicht die Normen, dards generiert ja ­ ichtiges Exportland müssen wir heute w verfassungs- und verwaltungsrechtlicher Studien sondern unsere Aufgabe liegt darin, die In­ nicht die Normen, a ­ llerdings daran interessiert sein, uns auf Als Exportland und Aufsätze zum Öffentlichen Recht und zum frastruktur dafür zu bieten, dass Normen sondern unsere den internationalen Märkten wie beispiels­ müssen wir Wirtschaftsrecht. nach anerkannten Verfahren geschaffen Aufgabe liegt weise in Indien oder China einzubringen. daran interessiert Linktipp: http://de.wikipedia.org/wiki/Walter_Barfuß werden können, und darüber zu wachen, darin, die Infra­ Es ist ja durchaus von Bedeutung, welche sein, uns auf den dass diese Verfahren auch tatsächlich ein- struktur dafür zu Normen, gerade im ostasiatischen Raum, internationalen gehalten werden. Dass sich also nicht – bieten, dass Nor­ akzeptiert werden: die amerikanischen oder Märkten einzu­ etwas übertrieben formuliert – eine be- men nach aner­ die europäischen. In Deutschland oder in bringen. stimmte Gruppe den Inhalt einer bestimm- kannten Verfah­ Frankreich hat man das bereits erkannt; bei ten Norm „kaufen“ könnte. Dass also nach ren geschaffen uns besteht in diesem Bereich noch Bedarf den Grundsätzen der Transparenz und des werden können. nach Überzeugungsarbeit. Konsenses gehandelt wird. Wir schaffen also die Infrastruktur dafür, CONNEX: Zum Abschluss ein „Blick in die Ich glaube, dass dass Normen so zustande kommen kön- Kristallkugel“: Wo sehen Sie Austrian Stan- wir sehr gut nen, dass sie nationalen und internationa- dards in fünf, in zehn Jahren? weiterleben len Regeln entsprechen. Das ist das Ent- Barfuß: Ich glaube, dass wir nicht bloß werden, als scheidende! Dabei muss ich das Inhaltliche, überleben werden, sondern sehr gut weiter- Dienstleister für worum es in der einen oder anderen Norm leben werden, als Dienstleister den Erfor- Wirtschaft, geht, ja gar nicht notwendigerweise im dernissen der Wirtschaft, der Gesellschaft, G ­ esellschaft Detail verstehen, und das ist ja auch nicht des Staates entsprechend. Es wird alles und Staat. meine Aufgabe. davon abhängen, wie sich die Staaten der2
  3. 3. 7 Dinge, die Sie vielleicht bisher1 über Austrian Standards und über Normung noch nicht gewusst haben. 2 Für Wirtschaft, Verwaltung und Gesellschaft Austrian Standards ist das österreichische Dienstleistungs- zentrum rund um Standards. Als gemeinnütziger Verein – kein Amt, keine Behörde – bietet Austrian Standards Insti- tute Wirtschaft, Verwaltung, Wissenschaft und Verbrau- chern die neutrale und unabhängige Plattform für die Ent- wicklung von Normen und die Möglichkeit, an der Europäi- Globales Netzwerk schen und Internationalen Normung (CEN bzw. ISO) mitzu- wirken. Normen sind Voraussetzung, um in einer hochentwickelten, Sein Tochterunternehmen Austrian Standards plus er- arbeitsteiligen Wirtschaft erfolgreich bestehen zu können. möglicht den Zugang zu ÖNORMEN (inkl. Europäischer Rund 15 000 Europäische Normen sorgen dafür, dass der Normen), zu Internationen Normen und zu Normen aus aller Europäische Binnenmarkt funktioniert, mehr als 19 000 In- Welt, bietet Weiterbildung rund um Standards sowie Zertifi- ternationale Normen erleichtern den weltweiten Austausch zierungen als Nachweis der Konformität von Produkten, von Waren und Dienstleistungen. Dienstleistungen und Personen mit Normen. Nationale Normungssysteme, wie es sie heute in jedem 3 entwickelten Staat gibt – in Österreich seit mehr als 90 J ­ ahren –, sind die Grundlage, um am europäischen bzw. weltweiten Normungsgeschehen teilzunehmen, um so Er- fahrungen einzubringen und Interessen wirkungsvoll zu ver- treten – mit dem Ziel, die Rahmenbedingungen wirtschaftli- 4 chen Handelns aktiv (mit)zugestalten. Empfehlungen, nicht Gesetze Normen definieren, was in einem Fachgebiet Stand der Technik / „State of the art“ ist. Was in Normen steht, ist an- erkanntes Wissen aus der Praxis für die Praxis. Denn in der Entwicklung von Normen engagieren sich jene, die Regeln Wachstumsmotor benötigen und anwenden. Normen sind keine Gesetze oder Verordnungen, sondern qualifizierte Empfehlungen. Aufga- Von Normen profitieren nicht nur Unternehmen, Hersteller be einer Normungsorganisation ist es, die Normungsarbeit und Verbraucher. Normen leisten auch einen wichtigen Bei- zu managen und als neutrale Plattform für „Fair Play“ ent- trag zur gesamtwirtschaftlichen Entwicklung. Laut einer in5 sprechend den international festgelegten Verfahrensweisen Deutschland, Österreich und der Schweiz durchgeführten zu sorgen. Dies stellt Qualität und Akzeptanz der Normen Studie trägt Normung rund 25 Prozent zum Wirtschafts- sicher. wachstum bei. Ihr Anteil am Bruttoinlandsprodukt liegt für das Jahr 2010 bei rund 2 Milliarden Euro – das sind 250 Euro pro Kopf der Bevölkerung. Jeder Euro, der in die Nor- mung investiert wird, bringt den 40fachen Ertrag. Normung 6 ist damit ein wichtiger Wirtschafts- und Wachstumsmotor. Sprungbrett für Innovation Normen liefern anerkanntes Wissen, von dem aus Weiter- entwicklungen und Neuerungen möglich sind. Bei der Ent- wicklung neuer Methoden und Verfahren schon frühzeitig den Weg in die Normung einzuschlagen, sichert Marktnähe und Marktreife von Innovationen und beschleunigt den Re- Sprache der Wirtschaft 7 turn on Investment. Normung hilft, Innovationen in marktfä- hige Produkte und Dienstleistungen umzusetzen. Normen schaffen Klarheit in Geschäftsbeziehungen. Was einmal in Normen festgelegt ist – ob Anforderungen an Pro- dukte und Dienstleistungen, ob Prüfmethoden, Begriffe oder Verfahren –, muss nicht jedes Mal neu verhandelt und vereinbart werden. Normen sind damit die Handelssprache einer globalisierten Welt und vereinfachen den grenzüber- schreitenden Austausch von Waren und Dienstleistungen. Wer die Norm hat, hat den Markt Wer an der Normung mitwirkt, gestaltet die Rahmenbedin- gungen seines wirtschaftlichen Handelns. Unternehmen, Organisationen und Interessensvertretungen planen daher genau, an welchen Themen sie mitarbeiten, wo und wie sie ihr Wissen und ihre Erfahrungen einbringen. Denn Mitarbei- Sie möchten mehr wissen? ten bedeutet, die Inhalte künftiger Normen – österreichi- scher, Europäischer und Internationaler – mitzugestalten Weitere Informationen finden Sie auf und ist somit Teil der Unternehmensstrategie. Oder, wie es www.austrian-standards.at die deutsche Kanzlerin Angela Merkel formulierte: „Wer die Norm hat, hat den Markt.“ E-Mail: development@as-institute.at „Immer den richtigen Ton treffen. Nie eindimensional sein!“ Zum 75. Geburtstag von Univ.Prof. DDr. Walter Barfuß, Präsident von Austrian Standards Institute.Impressum Erweiterter Sonderdruck aus CONNEX – Österreichische Fachzeitschrift für Standards, Heft 180 Fotos: Peter Tuma, Thomas M. Laimgruber | Redaktion und Layout: Dr. Johannes Stern, Director Public Relations & Media | E-Mail: media@as-institute.at © 2012-02 | Austrian Standards
  4. 4. Prominent besetztes Geburtstagsfest Anlässlich des 75. Geburtstags seines Präsidenten, Univ.Prof. DDr. Walter Barfuß, lud Austrian Standards am 1. Februar zu einem Geburtstagsfest. Der Einladung folgten 120 prominente Gäste aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Verwal- tung – darunter Wirtschaftsminister Mitterlehner und Sozialminister Hundstorfer. Zu den Gratulanten beim Geburtstagsfest für Austrian Standards Präsident Barfuß zählten neben Wirt- schaftsminister Mitterlehner und Sozialminister Hundstorfer u.a. Univ.Prof. Dr. Andreas Khol, Nationalratspräsident a.D., der ehemalige EU-Agrarkommissar Dr. Franz Fischler, Bun- desminister a.D. Dr. Martin Bartenstein, Univ.Prof. Dr. Ger- hart Holzinger, Präsident des Verfassungsgerichtshofs, Univ.Prof. Dr. Clemens Jabloner, Präsident des Verwal- „Walter Barfuß steht für Fair- tungsgerichtshofs, die Botschafter Russlands und Ungarns, ness und Anstand“, so Austrian Wirtschaftsminister Dr. Reinhold Mitterlehner, Dr. Sergej J. Netschajew und Vince Szalay-Bobrovniczky, Standards Vizepräsident MinR Mag. Sylvia Paliege-Barfuß, Univ.Prof. Dr. Franz Fiedler, Präsident a.D. des Rechnungshofs, Dr. Bernd Vogl, der die Fest- DDr. Walter Barfuß, Sozialminister Rudolf Dkfm. Elisabeth Gürtler, Hotel Sacher, die Direktoren der gäste begrüßte. Hundstorfer (v.li.n.re.) Wien-Holding, KommR Peter Hanke und Dipl.-Ing. Sigrid Oblak, der Dekan der Juristischen Fakultät der Universität Wien, Univ.Prof. DDr. Heinz Mayer, der Präsident der Schweizerischen Normen-Vereinigung SNV, Botschafter Dr. Oscar Zosso, der Direktor des Deutschen Instituts für Normung DIN, Ing.Dr. Thorsten Bahke, der Präsidialchef des Bundeskanzleramts, Dr. Manfred Matzka, der Vize­ kabinettschef des Bundespräsidenten, Dr. Heinz Anton H ­ afner, Spitzenbeamte des Wirtschaftsministeriums mit Sektionschef Dr. Matthias Tschirf an der Spitze sowie des Wiener Rathauses mit dem Stv. Magistratsdirektor Mag. Wolfgang Müller an der Spitze. Wirtschaftsminister Dr. Reinhold Mitterlehner hob Sozialminister Rudolf Hundstorfer bezeichnete Prof. Russlands Botschafter Dr. Sergej J. Netschajew (li.) die hohe Kompetenz sowie den Sachverstand Prof. Barfuß als strengen und kritischen Prüfer der Politik verlas Grußworte von ISO-Präsident Dr. Boris Barfuß‘ hervor. Wie kaum ein anderer verstehe er und der Gesellschaft. Er sei allgemein dafür bekannt, Aleshin sowie des Leiters der Föderalen Agentur für es, Theorie und Praxis zu verknüpfen. auch „kniffeligste Fragen“ souverän zu lösen. Technische Regulierung und Metrologie Russlands, Prof. Dr. Grigory Elkin. Dr. Franz Fiedler, Präsi- dent a.D. des Rechnungs- hofs Der frühere EU-Agrarkommissar Dr. Franz Fischler (li.) und Univ.Prof. Dr. Andreas Khol, Nationalratspräsident a.D. SNV-Präsident Dr. Oscar Zosso (li.), mit DIN-Direk- Univ.Prof. Dr. Clemens Jabloner (li.), Präsident des Der ungarische tor Ing.Dr. Thorsten Bahke (m.) und Dr. Gerhard Verwaltungsgerichtshofs, und Univ.Prof. Dr. Gerhart Botschafter Hartmann, Direktor Austrian Standards Holzinger, Präsident des Verfassungsgerichtshofs Vince Szalay- Bobrovniczky WKÖ-General- sekreträrin Der Dekan der Juristischen A ­ nna-Maria Fakultät der Universität Wien, Hochhauser Univ.Prof. DDr. Heinz Mayer Mario Zenhäu- sern, Chef­ redakteur der Erstklassigen Jazz gab es im Anschluss an die Festreden. Jazz-Autodidakt Walter Barfuß musizierte in bester Wirtschaftsminister a.D. Tiroler Tages­ - Laune mit Jazz-Legende Rudi Wilfer am Klavier, sehr zur Freude eines begeisterten Publikums. Dr. Martin Bartenstein zeitung4

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