Folgen physischer Belastungen beim
Gitarrenspiel
Maßnahmen zur Prävention und Therapieansätze
Vorwissenschaftliche Arbeit ...
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Antonia Haslinger, VWA „Folgen physischer Belastungen beim Gitarrenspiel“ 2015/2016
Gender Erklärung
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Antonia Haslinger, VWA „Folgen physischer Belastungen beim Gitarrenspiel“ 2015/2016
Vorwort
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Inhalt
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„Hagi“ Gitarrenstütze..................
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Selbstständigkeitserklärung VWA
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Folgen physischer Belastungen beim Gitarrenspiel

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Vorwissenschaftliche Arbeit erstellt von Antonia Haslinger als Teil der Reifeprüfung im Abiturjahr 2015/2016. Die Arbeit enthält Ergebnisse einer Onlinebefragung, Übersicht der Erkrankungen durch physische Belastungen beim Gitarrenspiel, Maßnahmen zur Prävention und Therapieansätze, Anhang mit Fragebogen und Antworten auf offene Fragen der Online-Umfrage.

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Folgen physischer Belastungen beim Gitarrenspiel

  1. 1. Folgen physischer Belastungen beim Gitarrenspiel Maßnahmen zur Prävention und Therapieansätze Vorwissenschaftliche Arbeit verfasst von Antonia Haslinger Klasse 8a Betreuerin: Mag.a Elisabeth Muhr 15. Februar 2016 Bundesgymnasium III „Musisches Gymnasium Salzburg“ Haunspergstraße 77, 5020 Salzburg, Österreich
  2. 2. 2 Antonia Haslinger, VWA „Folgen physischer Belastungen beim Gitarrenspiel“ 2015/2016 Gender Erklärung Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird in dieser Arbeit die Sprachform des generischen Maskulinums angewendet. Ich weise an dieser Stelle darauf hin, dass die ausschließliche Verwendung der männlichen Form geschlechtsunabhängig verstanden werden soll. Abstract Meine vorwissenschaftliche Arbeit „Folgen physischer Belastungen beim Gitarrenspiel“ hat für mich als klassische Gitarristin, die ihre Leidenschaft zum Beruf machen möchte, große Bedeutung. Erstens, da sie sich mit den am häufigsten auftretenden physischen Belastungen und den daraus resultierenden Beschwerden beschäftigt, und zweitens, weil sie viele Methoden der Prävention von Belastungen des Bewegungsapparates und der Wiederherstellung des körperlichen Wohlbefindens zusammenfasst. Die Fragestellungen der Arbeit sind vor allem, welche physischen Belastungen es beim Gitarrenspiel gibt, welche Beschwerden daraus resultieren können sowie welche Hilfsmittel und therapeutischen Ansätze es zur Vorbeugung bzw. Heilung gibt. Ich behaupte, dass die Körperhaltung beim Gitarrenspiel sowie die Anzahl der Übestunden großen Einfluss auf das körperliche Wohlbefinden haben, es von größter Wichtigkeit ist, Ausgleichssport zu betreiben und es zudem hilfreich sein kann, die traditionelle Fußbank gegen eine Gitarrenstütze auszutauschen. Die Methoden, um meine Thesen zu belegen, waren eine Online-Umfrage, Gespräche mit Lehrbeauftragten für Gitarre und die Lektüre von Büchern und Essays renommierter Musiker. Meine Thesen haben sich durch meine Forschungen verifizieren lassen. Ich konnte viele neue Informationen sammeln, die für meine künstlerische Laufbahn von Nutzen sein werden. In meiner VWA präsentiere ich die Ergebnisse der Befragung, Fachhinweise von Gitarristen und meine Literaturrecherchen.
  3. 3. 3 Antonia Haslinger, VWA „Folgen physischer Belastungen beim Gitarrenspiel“ 2015/2016 Vorwort In einem Artikel der „Zeit Online“ habe ich einmal gelesen: „Etliche private Zusatzversicherer schätzen Profimusiker hinsichtlich eines vorzeitigen Berufsendes ähnlich gefährdet ein wie Piloten…“1 Als ich das las, dachte ich mir, dass es beinahe eine Verpflichtung jedes Musikers ist, sich mit dieser Problematik auseinanderzusetzen und sein Wissen an andere Musiker weiterzugeben. Für die Unterstützung beim Schreiben meiner Arbeit möchte ich einigen Personen danken: • Ein ganz großes Dankeschön geht an alle Gitarristen, die an meiner Online- Befragung teilgenommen haben, um mir Antworten und Tipps zu geben, was für meine VWA von sehr großem Nutzen war. • Ebenfalls möchte ich meiner Mutter Elisabeth Haslinger für die Unterstützung bei EDV-Angelegenheiten meinen herzlichen Dank aussprechen. • Für die Unterstützung bei der Übersetzung des Fragebogens bedanke ich mich bei meiner Englischprofessorin Mag.a Dominique Baudet. • Ein besonderer Dank gilt allen Gitarristen, Lehrern und Professoren, die mir mit Ratschlägen und Ideen zur Seite gestanden sind und somit für den Entstehungsprozess meiner Arbeit sehr wichtig waren. • Meiner Tante Dr. Ursula Dechant danke ich für die Hinweise aus medizinischer Sicht und für das Korrekturlesen dieser Arbeit. • Insbesondere möchte ich mich bei meiner VWA-Betreuerin Mag.a Elisabeth Muhr für die hilfreiche Unterstützung bedanken. Salzburg, 15. Februar 2016 Antonia Haslinger 1 Löffler, Constanze, aus: ZeitWissen 01/2006: Wenn jeder Ton zur Qual wird, vgl. http://www.zeit.de/zeit-wissen/2006/01/Musiker.xml (04.01.16)
  4. 4. 4 Antonia Haslinger, VWA „Folgen physischer Belastungen beim Gitarrenspiel“ 2015/2016 Inhalt 1 Einleitung ..................................................................................................................6 2 Physische Belastungen beim klassischen Gitarrenspiel............................................8 Entstehung physischer Belastungen beim klassischen Gitarrenspiel................82.1 Online-Befragung zum Thema ...........................................................................92.2 Auswertung der Online-Befragung ..................................................................102.3 3 Erkrankungen, die durch physische Belastungen beim klassischen Gitarrenspiel entstehen können...........................................................................................................20 Physische Belastungen und daraus resultierende Spielerkrankungen in3.1 Hinblick auf die „Schulhaltung“ ..................................................................................20 3.1.1 Beschreibung der „Schulhaltung“.............................................................20 3.1.2 Physische Belastungen durch die „Schulhaltung“ ....................................21 3.1.3 Spielerkrankungen, die durch die „Schulhaltung“ entstehen können .....22 „Sehnenscheidenentzündungen“ an Unterarmen (Peritendinitis)..................223.2 Druckschäden der peripheren Nerven (Nervenkompressionssyndrom).........243.3 Nervenschäden am Zeigefinger .......................................................................243.4 Das Gitarrenkantensyndrom............................................................................253.5 Schulterschmerzen...........................................................................................263.6 Nackenbeschwerden........................................................................................273.7 Wirbelsäulenbeschwerden ..............................................................................283.8 Fokale Dystonie................................................................................................283.9 4 Möglichkeiten der Prävention und Linderung von Spielerkrankungen beim klassischen Gitarrenspiel mit Hilfe von Spielhilfen.........................................................30 Der Fußschemel oder die Fußbank ..................................................................314.1 „ErgoPlay“ Gitarrenstütze................................................................................314.2 „Gitano“ Gitarrenstütze...................................................................................334.3
  5. 5. 5 Antonia Haslinger, VWA „Folgen physischer Belastungen beim Gitarrenspiel“ 2015/2016 „Hagi“ Gitarrenstütze.......................................................................................344.4 „Murata“ Gitarrenstütze.................................................................................364.5 „Dynarette“ Gitarrenstütze..............................................................................354.6 Mögliche therapeutische Lösungsansätze für durch das klassische4.7 Gitarrenspiel erworbene Spielerkrankungen .............................................................36 Physiotherapie .................................................................................................374.8 Aktive Bewegungstherapie bzw. Heilgymnastik .............................................384.9 Feldenkrais-Methode ...................................................................................384.10 Alexander-Technik........................................................................................394.11 Grinberg-Methode........................................................................................414.12 5 Eine Haltungs- und Bewegungslehre für Gitarristen von Jens Wagner.................42 6 Zusammenfassung / Fazit .......................................................................................45 7 Literaturverzeichnis ................................................................................................47 8 Abbildungsverzeichnis ............................................................................................48 9 Anhang....................................................................................................................49 Anhang 1: Screenshots des zweisprachigen Online-Fragebogens...................499.1 Anhang 2: Antworten auf offene Fragen bzw. sonstige Hinweise...................629.2 Selbstständigkeitserklärung VWA...............................................................................85
  6. 6. 6 Antonia Haslinger, VWA „Folgen physischer Belastungen beim Gitarrenspiel“ 2015/2016 1 Einleitung Seit geraumer Zeit leide ich, wie so viele Gitarristen, unter körperlichen Beschwerden. Skoliose, Schulter- und Hüftschiefstand, Schmerzen im Rücken und den Knien haben mich dazu bewegt, mich mit den Folgen physischer Belastungen beim - vor allem klassischen - Gitarrenspiel auseinanderzusetzen. Da ich mich schon länger mit dieser Problematik beschäftige (ich spiele seit über 10 Jahren klassische Gitarre), habe ich beschlossen, mein Wissen in der vorliegenden vorwissenschaftlichen Arbeit festzuhalten. Bei meiner Recherche nach passender Literatur wurde mir bewusst, dass es nicht allzu viele Bücher zu meinem Thema gibt. Die meisten meiner Quellen stammen aus dem Internet: Arbeiten von Studenten (Bakkalaureats- und Masterarbeiten), Essays und Blogs von anerkannten Gitarristen usw. Nachdem es immer wieder neue Erkenntnisse zur Optimierung des Musizierens gibt, halte ich das Internet in diesem Fall für die beste Möglichkeit, auf aktuellen Inhalt zuzugreifen. Ziel meiner Arbeit ist es herauszufinden, warum bestimmte Beschwerden überhaupt entstehen und wie man deren Auftreten verhindern kann. Mir ist auch wichtig, falls physische Probleme bereits bestehen, Möglichkeiten zu finden, diese zu therapieren, um ein schmerzfreies Gitarrenspiel wieder realisierbar zu machen. Gerade Musiker, die ihre Leidenschaft zum Beruf gemacht haben, sind sehr stark von ihrem Körper abhängig. Nur ein gesunder Konzertgitarrist kann das Publikum überzeugen und somit seinen Unterhalt verdienen. Auch unterrichtende Musiker brauchen einen gesunden Körper, um das stundenlange Sitzen im Unterricht zu ertragen und arbeitsfähig zu bleiben. Auch möchte ich herausfinden, inwiefern die Haltung während des Gitarrenspiels eine Rolle bei physischen Belastungen und den daraus resultierenden Krankheiten spielt. Auch ob es von Nutzen ist, wenn Gitarristen neben dem Üben und ihrer Arbeit sich aktiv darum bemühen, einen schmerzfreien Körper zu behalten, indem sie z.B. regelmäßig Sport machen, möchte ich z.B. durch eine Umfrage verifizieren. Außerdem versuche ich zu erforschen, ob die Anzahl der täglichen Übestunden sowie das Alter der Gitarristen, mit dem sie begonnen haben, das Instrument zu spielen und zu
  7. 7. 7 Antonia Haslinger, VWA „Folgen physischer Belastungen beim Gitarrenspiel“ 2015/2016 welchem Zeitpunkt die körperlichen Probleme auftraten, Aufschluss in punkto Entstehung physischer Probleme geben. Aus diesem Grund habe ich eine Online-Umfrage gestartet, bei der 435 Gitarristen aus aller Welt teilgenommen haben. Sie wurden befragt, ob sie unter physischen Belastungen und den daraus resultierenden Problemen leiden und wenn ja, mit welchen Beschwerden sie zu kämpfen haben bzw. hatten und was sie dazu beitragen bzw. beigetragen haben, diese zu kurieren. Nach Analyse der Ergebnisse meines zweisprachigen Fragebogens (deutsch/englisch) beschreibe ich verschiedene physische Erkrankungen, aus welchen Belastungen diese resultieren, wie die entsprechenden Belastungen entstehen und welche Methoden und Ansätze es gibt, körperliche Beschwerden vorzubeugen und sie zu kurieren. Auch habe ich mit vielen Berufsmusikern gesprochen und zu meinem Thema befragt, um Information und Ratschläge zu erhalten. In meiner Arbeit beziehe ich mich nur auf das Spiel der „klassischen“ Gitarre, da diese von allen Formen des Gitarrenspiels durch die traditionelle Haltung, die komplexe Technik, etc. die meisten Probleme verursacht. Die beschriebenen Haltungen beziehen sich auf das Spiel von Rechtshändern.
  8. 8. 8 Antonia Haslinger, VWA „Folgen physischer Belastungen beim Gitarrenspiel“ 2015/2016 2 Physische Belastungen beim klassischen Gitarrenspiel Entstehung physischer Belastungen beim klassischen Gitarrenspiel2.1 Die Entstehung gewisser körperlicher Probleme durch diverse Belastungen beim klassischen Gitarrenspiel ist bei jedem Gitarristen unterschiedlich. Dass bei stundenlangem, regelmäßigem Üben nach einem bestimmten Zeitraum Beschwerden auftreten, kann man generell feststellen. Ich werde nun zum besseren Verständnis, die „klassische“ bzw. traditionelle Haltung, auch „Schulhaltung“ genannt (siehe Kapitel 3.1), beim Spiel der Gitarre erläutern: „Gitarristen sind bei ihrer Tätigkeit einer extremen Belastung ihres Stütz- und Bewegungsapparates sowie Belastungen an der Muskel-Sehnenkette ausgesetzt. Der gesamte Stütz- und Bewegungsapparat eines sitzenden Musikers ist über Stunden einer Zwangshaltung ausgesetzt, wobei sich das bei Gitarristen durch die asymmetrische Haltung noch potenziert. Im Vergleich zu anderen Musikern heben die Gitarristen beim Sitzen das linke Bein auf eine Fußbank und belasten dadurch zusätzlich den Sitzapparat. Daneben drehen manche die Wirbelsäule leicht nach links und zwingen den Körper zu einer Asymmetrie. Das erhobene Bein verkürzt auch die Muskulatur zwischen der linken Leiste und dem Bauch und hemmt damit die Sauerstoffversorgung, was langfristig sogar einen chronischen Sauerstoffmangel verursachen kann. Weiterhin ist der linke Arm bei Gitarristen in einer Supinationsstellung wie bei den Streichern. Da die Gitarre ein breiteres Griffbrett hat und daher stärker die Muskulatur und die Sehnen der linken Hand und des Armes belastet, verursacht das viele Verspannungen bis hin zur Abnutzung der Muskel der linken Hand. Die stereotype Arbeit in einer solchen Körperhaltung zusammen mit Stress, der zusätzliche Verspannungen mit sich bringt, verursacht einen Großteil der medizinischen Probleme bei Gitarristen.“2 Nicht nur die Haltungsmethode selbst, sondern auch die körperlichen Voraussetzungen des einzelnen Gitarristen spielen eine Rolle dabei, ob, wie schnell und welche Probleme durch das intensive Praktizieren des Instruments entstehen können: schwacher Knochenbau oder ungenügend ausgebildete Rumpfmuskulatur sind Hauptfaktoren, die die Haltung und die daraus resultierenden Beschwerden beeinflussen bzw. verursachen. 2 Shretstha, Ravi, aus: Masterarbeit an der Hochschule für Musik Karlsruhe: Medizinische Probleme bei Gitarristen – Ursache und Prävention, Karlsruhe, den 01.10.2008
  9. 9. 9 Antonia Haslinger, VWA „Folgen physischer Belastungen beim Gitarrenspiel“ 2015/2016 Dr. Hartmut Puls, Lehrender des Faches Physioprophylaxe an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ (Berlin) meint, dass die Ursachen von Spielerkrankungen äußerst vielfältig seien: „Teils ergeben sie sich aus der anatomischen, biomechanischen und mentalen Individualität jedes Künstlers bzw. in deren unzureichender Beachtung, teils resultieren sie aus dem Umfang und der Art des Übens und einer womöglich einseitigen Belastung, aus technischen Schwierigkeiten verbunden mit Leistungsdruck (Stress) und dem unbedingten Streben nach Perfektion.“3 Online-Befragung zum Thema2.2 Die auf den kommenden Seiten präsentierten Grafiken stammen aus einer zweisprachigen, anonymen und geschlossenen Online-Befragung, an der 435 Gitarristen aus aller Welt im Zeitraum vom 25.10. bis 29.12.2015 teilgenommen haben. Für die Analyse habe ich die 345 vollständig beantworteten Fragebögen (Deutsch: 133; Englisch: 212) herangezogen. Bei der Gestaltung des Fragebogens war es mir wichtig, dass die Beantwortung sowohl am PC als auch am Smartphone und Tablet problemlos funktioniert, da ein Großteil meiner Zielgruppe das Internet vorwiegend auf mobilen Geräten nützt. Screenshots der Befragung befinden sich im Anhang 1 meiner Arbeit. Das große Interesse und der Respons auf meine Befragung waren für mich sehr überraschend. Beworben habe ich die Umfrage via Facebook in diversen Gitarre- Gruppen, persönlichen Facebook-Nachrichten bzw. per E-Mail an meine nationalen und internationalen Kontakte von Gitarristen. Die Umfrage, die ich auf www.q-set.de erstellt und ausgewertet habe, bestand aus insgesamt 11 geschlossenen und offenen Fragen. Besonders auf Letztere, bei denen es vorwiegend um Tipps zum Erhalt der körperlichen Gesundheit trotz exzessiven Übens ging, habe ich sehr viele hilfreiche und ausführliche Antworten erhalten. 3 Dr. päd. Puls, Hartmut, aus: Üben & Musizieren 5/2000 - Erfahrungen aus der Körperarbeit mit MusikerstudentInnen. Prophylaxe von Spielerkrankungen als Lehrfach an der Musikhochschule „Hanns Eisler“ Berlin, S. 27
  10. 10. 10 Antonia Haslinger, VWA „Folgen physischer Belastungen beim Gitarrenspiel“ 2015/2016 Meine Hypothese, dass sich die Körperhaltung während des Spielens stark auf den Bewegungsapparat auswirkt, hat sich ebenso bewahrheitet wie meine These, dass Ausgleichssport eine große Bedeutung für das körperliche Wohlbefinden hat. Auch, dass der Austausch einer traditionellen Fußbank gegen eine Spielhilfe hilfreich sein kann, trifft zu. Auswertung der Online-Befragung2.3 Seit wieviel Jahren spielen Sie Gitarre? Abb. 1 - Auswertung der Umfrageergebnisse zur Frage 1 der Online-Befragung Die Grafik zeigt, dass die meisten Teilnehmer (33,3 %) meiner Umfrage seit 10 bis 19 Jahren Gitarre spielen, also vermutlich Studenten sind (sofern sie nicht erst in einem höheren Alter begonnen haben, das Instrument zu üben). Die zweit- und drittgrößte Gruppe bilden die 1 bis 9 Jahre und die 40 bis 49 Jahre spielenden Gitarristen. 59 (17,1%) 115 (33,3%) 48 (13,9%) 45 (13,0%) 55 (15,9%) 22 (6,4%) 1 (0,3%) 0 20 40 60 80 100 120 140 1 bis 9 Jahre 10 bis 19 Jahre 20 bis 29 Jahre 30 bis 39 Jahre 40 bis 49 Jahre 50 Jahre und länger keine Angabe
  11. 11. 11 Antonia Haslinger, VWA „Folgen physischer Belastungen beim Gitarrenspiel“ 2015/2016 Haben oder hatten Sie schon ein physisches Problem, das auf das Gitarrenspiel zurückzuführen ist? Abb. 2 - Auswertung der Umfrageergebnisse zur Frage 2 der Online-Befragung Dieses Diagramm veranschaulicht, dass mehr als die Hälfte (57,7 %) der Befragten ein physisches Problem haben bzw. hatten. Mich persönlich hat dieser hohe Prozentsatz sehr irritiert, da das Musizieren an sich eine schöne Tätigkeit sein und nicht für körperliche Beschwerden sorgen sollte. Natürlich war mir schon immer klar, dass stundenlanges Üben im Sitzen nicht sehr gesund für den Bewegungsapparat sein kann, aber dass tatsächlich so viele Menschen unter physischen Einschränkungen leiden, war mir nicht bewusst. Teilnehmer, die „Nein, ich habe kein Problem“ angeklickt haben, wurden zur Frage 9 weitergeleitet. 92 (26,7%) 107 (31,0%) 140 (40,6%) 6 (1,7%) 0 20 40 60 80 100 120 140 160 Ja, ich habe aktuell ein Problem Ja, aber ich habe des Problem bewältigt Nein, ich habe kein Problem. keine Angabe
  12. 12. 12 Antonia Haslinger, VWA „Folgen physischer Belastungen beim Gitarrenspiel“ 2015/2016 Um welche Art von Problem handelt bzw. handelte es sich? Abb. 3 - Auswertung der Umfrageergebnisse zur Frage 3 der Online-Befragung Die Ergebnisse, die in dieser Grafik dargestellt werden, habe ich erwartet. Sehr viele Gitarristen klagen immer wieder über Schmerzen in Rücken, Schultern, Sehnen oder Handgelenken. Ich selbst leide unter chronischen Schmerzen bzw. Verspannungen in Rücken und Schultern, sodass mir schon mehrmals physiotherapeutische Einheiten verschrieben wurden. Im Anhang 2 finden sich die umfangreichen Antworten zum Punkt „Mein konkretes Problem“. 84 (22,5%) 62 (16,6%) 7 (1,9%) 75 (20,1%) 13 (3,5%) 47 (12,6%) 14 (3,7%) 10 (2,7%) 11 (2,9%) 45 (12,0%) 6 (1,6%) 0 20 40 60 80 100 Wirbelsäule Handgelenk Fingergelenk Sehnen neurol. Erkrankung (zB fokale Dystonie) Schulterschiefstand Beckenschiefstand Hüftgelenk Knie Mein konkretes Problem: keine Angabe
  13. 13. 13 Antonia Haslinger, VWA „Folgen physischer Belastungen beim Gitarrenspiel“ 2015/2016 Seit ungefähr wann besteht / bestehen bzw. wie lange bestand das Problem (bestanden die Probleme)? Abb. 4 - Auswertung der Umfrageergebnisse zur Frage 4 der Online-Befragung In dieser graphischen Darstellung kann man erkennen, wie lange die Probleme der Befragten schon bestehen oder - insofern schon bewältigt - bestanden haben. Interessant dabei ist, dass die Beschwerden beim Großteil (24,6 %) der Personen seit 1 bis 5 bzw. mehr als 10 Jahren bestehen oder bestanden haben. Daraus resultiert, welch langen Genesungsprozess betroffene Musiker erfahren, um ihr ursprüngliches Körpergefühl und uneingeschränkte Fähigkeiten zurückzuerlangen. 19 Personen haben bei der Beantwortung „Dauer meines Problems“ ergänzende Informationen angegeben, die im Anhang 2 zu finden sind. 2 (1,1%) 14 (7,5%) 21 (11,2%) 26 (13,9 %) 17 (9,1%) 46 (24,6%) 21 (11,2 %) 32 (17,1%) 8 /4,3%) 0 10 20 30 40 50 ein paar Stunden ein paar Tage ein paar Wochen ein paar Monate ca. 1 Jahr 1 bis 5 Jahre 6 bis 10 Jahre mehr als 10 Jahre keine Angabe
  14. 14. 14 Antonia Haslinger, VWA „Folgen physischer Belastungen beim Gitarrenspiel“ 2015/2016 Wie alt waren Sie, als das Problem erstmals aufgetreten ist? Abb. 5 - Auswertung der Umfrageergebnisse zur Frage 5 der Online-Befragung Dieses Säulendiagramm lässt erkennen, welche Personengruppe die meisten körperlichen Probleme haben: Jugendliche (31,2 %) und Studierende (34,1 %). Kein Wunder, denn in diesem Alter wird am meisten geübt, konzertiert und beim Lernen gesessen - alles zusammen nicht sehr förderlich für einen gesunden Bewegungsapparat. Man kann auch erkennen, dass mit zunehmendem Alter die Beschwerden abnehmen (40 – 49 J.: 9,8 % - 50 – 59 J.: 5,9 % - 60+ J.: 0,5 %), was zum Teil daran liegen mag, dass diese Personen das Instrument weniger intensiv spielen, zum anderen diese Altersgruppen in ihrer Studienzeit weniger Stress und Leistungsdruck ausgesetzt waren, wie es heute junge Gitarristen sind. Dieses Resultat bestärkt mich in meiner Ansicht, dass Lehrpersonen ihre Schüler von Beginn an auf die Körperhaltung während des Spielens und die Wichtigkeit des Ausgleichsports aufmerksam machen sollten. Meiner Meinung nach sollte man auch nicht mehr von Beginn an mit Fußbank üben, sondern mit diversen Hilfsmitteln, die ich in meiner Arbeit vorstelle, da Tárregas Haltung mit der Fußbank längst veraltet ist und als körperunfreundlich gilt. 5 (2,4%) 64 (31,2%) 70 (34,1%) 28 (13,7%) 20 (9,8%) 12 (5,9%) 1 (0,5%) 5 (2,4%) 0 10 20 30 40 50 60 70 80 5 - 9 J. 10 - 19 J. 20 - 29 J. 30 - 39 J. 40 - 49 J. 50 - 59 J. 60+ J. keine Angabe
  15. 15. 15 Antonia Haslinger, VWA „Folgen physischer Belastungen beim Gitarrenspiel“ 2015/2016 Warum haben / hatten Sie das Problem bzw. was war Ihrer Meinung nach der auslösende Grund? Abb. 6 - Auswertung der Umfrageergebnisse zur Frage 6 der Online-Befragung Das Balkendiagramm bestätigt meine Annahme, dass physische Belastungen und die daraus resultierenden Beschwerden zum größten Teil durch zu langes Üben und eine falsche Sitzhaltung ausgelöst werden. Erschreckend finde ich, dass (psychischer) Stress eine so große Auswirkung auf das körperliche Befinden von Gitarristen hat. Zwar habe ich schon Erfahrung mit Stress, der Einschränkungen des Körpers mit sich bringt, doch dass ein so großer Prozentsatz (23,2 %) ähnliche Erfahrungen gemacht hat, finde ich alarmierend. Eine adäquate Sitzgarnitur scheint ebenfalls von Bedeutung zu sein. Auch diese Erfahrung habe ich selbst schon gemacht: Jahrelang habe ich auf einem zu harten Holzstuhl geübt, was letztlich zu einem Beckenschiefstand führte, da meine Sitzknochen ständig versuchten, der harten Oberfläche auszuweichen. Eine weitere These von mir, dass das Fehlen einer Gitarrenstütze problematisch sein kann, hat sich ebenfalls durch meine Umfrage bewahrheiten lassen. Im Anhang 2 sind alle Antworten zur ergänzenden Frage „Warum haben / hatten Sie das Problem bzw. was war Ihrer Meinung nach der auslösende Grund?“ aufgelistet. 95 (25,6%) 34 (9,2%) 26 (7,0%) 102 (27,5%) 86 (23,2%) 14 (3,8%) 14 (3,8%) 0 20 40 60 80 100 120 falsche Sitzhaltung ungeeignetes Sitzmöbel fehlende Gitarrenstütze zu langes Üben Stress genetisch bedingtes Problem keine Angabe
  16. 16. 16 Antonia Haslinger, VWA „Folgen physischer Belastungen beim Gitarrenspiel“ 2015/2016 Welche der folgenden Möglichkeiten / Strategien haben Sie gewählt, um das Problem zu bewältigen? Abb. 7 - Auswertung der Umfrageergebnisse zur Frage 7 der Online-Befragung Die Darstellung beweist, wie schon ansatzweise erwähnt, dass das Ersetzen der traditionellen Fußbank durch eine Gitarrenstütze hilfreich ist, möchte man wieder schmerzfrei und ohne Einschränkungen üben (und auch leben). Auch die - von mir selbst in Anspruch genommene - Physiotherapie kann helfen, körperliche Beschwerden zu kurieren. Meine Hypothese, dass Ausgleichssport essentiell für einen schmerzfreien Körper ist, wird mit dieser Auswertung bestätigt. Beliebte Strategien zum Ausgleich sind u. a. Yoga oder Pilates sowie der therapeutische Ansatz der Alexandertechnik. Die ausführlichen Antworten zum Punkt „Sonstiges“ finden sich im Anhang 2. 81 (19,9%) 76 (18,7%) 29 (7,1%) 8 (2,0%) 42 (10,3%) 7 (1,7%) 70 (17,2%) 5 (1,2%) 24 (5,9%) 65 (16,0%) (neue/andere) Gitarrenstütze Physiotherapie Alexandertechnik Pilates Yoga Feldenkrais-Methode Sport allgemein z.B. Laufen Operation keine Angabe Sonstiges (bitte angeben): 0 20 40 60 80 100
  17. 17. 17 Antonia Haslinger, VWA „Folgen physischer Belastungen beim Gitarrenspiel“ 2015/2016 Wenn Sie das Problem noch nicht bewältigt haben, inwiefern schränkt es Sie in Ihrer Ausbildung / beruflichen Tätigkeit als Musiker / Konzerttätigkeit / Künstlerkarriere ein? Abb. 8 - Auswertung der Umfrageergebnisse zur Frage 8 der Online-Befragung Anhand dieser Abbildung kann man erkennen, wie viele der befragten Personen, die angegeben haben, ein physisches Problem zu haben bzw. gehabt zu haben, zu wie viel Prozent (nach Einschätzung der Teilnehmenden) eingeschränkt sind. Nur zwei Personen sagen, dass sie zu 100 % in ihrer Tätigkeit eingeschränkt sind, also vermutlich das Spielen der Gitarre aufgegeben haben. Dass 30 Teilnehmer (14,6 %) keine Auskunft darüber geben, wie sehr sie ihre körperliche Verfassung einschränkt, zeigt auf, wie stark diese Problematik nach wie vor ein Tabuthema zu sein scheint. Mit Freude habe ich festgestellt, dass sich 29,8 % aller Befragten, die angegeben haben, ein physisches Problem zu haben bzw. gehabt zu haben, zu 0 % eingeschränkt fühlen. Auch die 1 bis 20 % eingeschränkte Personengruppe ist glücklicherweise größer, als die restlichen Gruppen (20-40 %, 40-60 %, 80 -99 % und 100 %) zusammen. 2 (1,0%) 5 (2,4%) 7 (3,4%) 18 (8,8%) 23 (11,2%) 59 (28,8%) 61 (29,8%) 30 (14,6%) 0 10 20 30 40 50 60 70 100% 80 bis 99% 60 bis 80% 40 bis 60% 20 bis 40% 1 bis 20% 0% keine Angabe
  18. 18. 18 Antonia Haslinger, VWA „Folgen physischer Belastungen beim Gitarrenspiel“ 2015/2016 Im Anhang 2 sind alle Antworten zur offenen Frage 9 „Welche Tipps können Sie zur Vorbeugung physischer Probleme beim Gitarrenspiel geben?“ aufgelistet. Persönliche Angaben: Ich bin: Abb. 9 - Auswertung der Umfrageergebnisse zur Frage 10 der Online-Befragung Aus diesem Tortendiagramm ist ersichtlich, dass die meisten Menschen, die Gitarre spielen, männlich sind, was ich auch in den Gitarreklassen am Mozarteum feststelle. Vor allem Konzerte oder Meisterklassen bei Gitarrenfestivals werden meist von Männern gegeben, sowie auch die meisten Stellen für Gitarre an Universitäten männlich besetzt sind. Ein möglicher Grund für diese starke „Männerlastigkeit“ könnte sein, dass sehr viele Frauen Kinder bekommen und so weniger konkurrenzfähig werden, da die Zeit zum Üben fehlt. weiblich 99 (28,7 %) männlich 244 (70,7 %) keine Angabe 2 (0,6 %)
  19. 19. 19 Antonia Haslinger, VWA „Folgen physischer Belastungen beim Gitarrenspiel“ 2015/2016 Persönliche Angaben: Wie alt sind Sie? Abb. 10 - Auswertung der Umfrageergebnisse zur Frage 11 der Online-Befragung Diese Graphik veranschaulicht das Alter der befragten Personen: Die größte Gruppe (28,7 %) besteht aus 20 bis 29 Jahre alten Menschen. Diese Generation nützt Medien wie Facebook am meisten, wo meine Umfrage hauptsächlich publiziert wurde. Dass die zweitgrößte Gruppe (16,8 %) Personen im Alter zwischen 50 und 59 Jahren ist, hat mich überrascht. Ein Grund dafür könnte sein, dass einige der Personen, denen ich den Link zum Online-Fragebogen per E-Mail geschickt habe (darunter einige erfahrene Lehrbeauftragte für Gitarre,) über 50 Jahre alt sind. Diesen ist die Thematik erfahrungsgemäß auch sehr wichtig. 48 (13,9%) 99 (28,7%) 53 (15,4%) 46 (13,3%) 58 (16,8%) 35 (10,1%) 5 (1,4%) 1 (0,3%) 0 20 40 60 80 100 120 10 - 19 Jahre 20 - 29 Jahre 30 - 39 Jahre 40 - 49 Jahre 50 - 59 Jahre 60 - 69 Jahre 70 + Jahre keine Angabe
  20. 20. 20 Antonia Haslinger, VWA „Folgen physischer Belastungen beim Gitarrenspiel“ 2015/2016 3 Erkrankungen, die durch physische Belastungen beim klassischen Gitarrenspiel entstehen können Physische Belastungen und daraus resultierende Spielerkrankungen3.1 in Hinblick auf die „Schulhaltung“ 3.1.1 Beschreibung der „Schulhaltung“ Jede Haltung, egal welche der Gitarrist anwendet, wirkt sich bei regelmäßigem, lang andauerndem und durchgehendem Üben auf den Körper aus. In meiner Arbeit möchte ich mich auf eine der traditionellsten - und meiner Erfahrung nach meistverwendeten - Haltungsmethoden und die daraus resultierenden Spielerkrankungen beschränken. Die Haltung, die von Francisco Tárrega, einem spanischen Gitarristen und Komponisten der Romantik, entwickelt wurde, wird von Ekard Lind in seinem Buch „Die Haltung des Gitarristen“ auch als „Schulhaltung“ bezeichnet, da sie eine der weit verbreitetsten Haltungen im Bereich der heutigen Gitarrenschulen ist. Bei dieser Haltung sitzt der Spieler auf einem Stuhl, die Beine sind in etwa um 40° gespreizt und der linke Fuß wird auf einen 10 bis 25 cm hohen Schemel bzw. eine Fußbank gestellt.4 Die „Schulhaltung“ ermöglicht eine nahezu geschlossene und dadurch stabile Haltung zwischen Mensch und Instrument. Daraus gewinnt der Spieler mehr „Freiheit“, da die Hände nun das Instrument nicht so stark festhalten müssen, wie bei anderen Haltungsformen. Dies bedeutet wiederum, dass der Musiker mehr Konzentration und Kraft für das Spielen selbst verwenden kann. Auch das Spielgefühl ist für den Gitarristen ein sehr angenehmes, da es sich anfühlt, als ob man „eins mit der Gitarre“ wäre. 4 vgl., Prof. Lind, Ekard, 1984, aus: Die Haltung des Gitarristen, Musikverlag Emil Katzbichler, München- Salzburg, S. 20
  21. 21. 21 Antonia Haslinger, VWA „Folgen physischer Belastungen beim Gitarrenspiel“ 2015/2016 Was oft vergessen wird, ist das Faktum, dass die Schulhaltung im 19. Jahrhundert eingeführt wurde. Zu diesem Zeitpunkt waren die Gitarren weitaus kleiner und dadurch auch leichter zu spielen, als die heutigen größeren Gitarren. Die Saitenspannung und Saitenlage eines Instruments des 20. und 21. Jahrhunderts sind noch dazu um einiges höher, was die Gitarre zwar lauter klingen lässt, aber das Spiel erschwert. Diese Tatsache ist mitunter der Grund, weshalb die „Schulhaltung“ so viele Probleme bezüglich der Ergonomie des Gitarrenspiels beinhaltet. 3.1.2 Physische Belastungen durch die „Schulhaltung“ Einige Kritikpunkte an Tárregas Haltung, die Ekard Lind in seinem Buch vorstellt, sind: • „Linkslastigkeit in der Frontalebene • Vorwärtslastigkeit in der Sagittalebene, verbunden mit einer • dreidimensionalen Torsion nach links • einem leichten Beckenschiefstand • einer Schulterabweichung entlang der Sagittalebene • dadurch insgesamt eine Beeinträchtigung der Bewegungsfreiheit und des Ausdrucks“5 Abb. 11 - Schulhaltung nach F. Tárrega (Quelle: http://tarrega.weebly.com) 5 Prof. Lind, Ekard, 1984, aus: Die Haltung des Gitarristen, Musikverlag Emil Katzbichler, München- Salzburg, S. 28
  22. 22. 22 Antonia Haslinger, VWA „Folgen physischer Belastungen beim Gitarrenspiel“ 2015/2016 3.1.3 Spielerkrankungen, die durch die „Schulhaltung“ entstehen können Die daraus folgenden Belastungen und möglichen Spielerkrankungen sind durchaus ernst zu nehmen: • Skoliose (meist Abweichungen der LWS und BWS) • Ischiasprobleme (leichter Beckenschiefstand mit oder ohne Skoliose) • Schulterfehlstand • Hartspann in Nacken- und Rückenmuskulatur6 • manchmal: Knieprobleme (wegen Fußbank) Um diesen Erkrankungen vorzubeugen, braucht es ein stark sensibilisiertes Körpergefühl. Meist wird eine eigentlich belastende Haltung als „natürlich“ empfunden. Viele spüren ihren Körper erst, wenn er schmerzt und die Beschwerden bereits vorhanden sind. Da das Erreichen eines bestimmten Zieles im Vordergrund steht, wird die Art und Weise, wie ein solches erreicht wird, vernachlässigt: konstante Belastungen werden somit zu chronischen Beschwerden. Prof. Dr. Thomas Offermann schlägt in seinem Buch „Moderne Gitarrentechnik - Integrative Bewegungslehre für Gitarristen“ vor, die Schulhaltung etwas abzuändern: Anstatt die Fußbank sehr hoch einzustellen, was Knieprobleme verursachen kann, meint Offermann, es sei besser, den Schemel niedriger einzustellen und zusätzlich z.B. das (in meiner Arbeit später erwähnte) „Dynarette“ Stützkissen zu verwenden. „Sehnenscheidenentzündungen“ an Unterarmen (Peritendinitis)3.2 „Sehnenscheidenentzündungen sind bewegungsabhängige Schmerzen am Unterarm, bei Gitarristen sind meistens die innere Seite des Griffarmes und die äußeres Seite des Zupfarmes betroffen. Neben dem Bewegungsschmerz besteht meist eine Druckschmerzhaftigkeit in einem der oben beschriebenen Bereiche des Unterarmes. Obwohl sich keine Sehnenscheiden in diesem Bereich befinden, werden die Beschwerden im Gewebe, das bei den Bewegungen aneinander vorbeigleitet, als Sehnenscheidenentzündung bezeichnet.“7 6 vgl. Prof. Lind, Ekard, 1984, aus: Die Haltung des Gitarristen, Musikverlag Emil Katzbichler, München- Salzburg, S. 30 7 Shretstha, Ravi, 2008, aus: Masterarbeit an der Hochschule für Musik Karlsruhe: Medizinische Probleme bei Gitarristen – Ursache und Prävention, Karlsruhe
  23. 23. 23 Antonia Haslinger, VWA „Folgen physischer Belastungen beim Gitarrenspiel“ 2015/2016 Meist resultieren diese Beschwerden aus einer Überlastung durch übermäßige Fingerbewegungen und können deswegen hauptsächlich durch Schonen und Kühlung des betroffenen Bereiches kuriert werden. Bei einer solchen Form der Erkrankung spielt die muskuläre Überspannung eine Rolle und Betroffene müssen lernen, die Muskeln bewusst und gezielt zu entspannen. Das kann durch Entspannungsmethoden wie der „Progressiven Muskelrelaxation“ erreicht werden.8 Abgesehen von dieser Art der Sehnenscheidenentzündung gibt es auch eine richtige Entzündung von Sehnenscheiden, die aber seltener vorkommt und meistens die Folge einer gewinkelten Haltung der Handgelenke ist. Die Schmerzen treten dann im Bereich der Sehnen zwischen Handgelenk und Unterarm auf, meist am Griffarm. Der Grund für eine solche Handgelenkshaltung kann die Gitarrenhaltung selbst sein, da zum Beispiel ein weniger steil gehaltener Gitarrenhals, der damit auch zu weit vom Spieler entfernt ist, das Handgelenk in eine gebeugte und gewinkelte Position drängt. Dazu ein Experiment von Scott Tennant aus seinem Technikbuch (zu sehen auf der zugehörigen DVD) „Pumping Nylon“: Tennant zeigt, dass wenn er seinen Arm nach vorne oder zur Seite streckt und dabei immer eine gerade Handgelenkshaltung beibehält, es leicht fällt, bei einem nach oben zeigenden Handrücken, mehrere Fäuste zu machen. Sobald er aber versucht, mit einem gebeugten Handgelenk diese Bewegung auszuführen, wird es schwierig, schmerzhaft und vor allem unnatürlich, die oben dargestellte „Arbeit“ zu verrichten. Dieses Experiment beweist, dass eine der eher traditionellen Haltungen, die Zupfhand gebeugt zu halten, komplett ineffizient ist und hauptsächlich für Beschwerden sorgt. Ich habe schon oft beobachtet, wie Flamenco-Gitarristen vor einem schnellen Lauf, den Ellbogen des Zupfarmes nach oben ziehen, um die Sehnen der Zupfhand möglichst gerade zu halten und so schneller spielen zu können. 8 vgl. Shretstha, Ravi, 2008, aus: Masterarbeit an der Hochschule für Musik Karlsruhe: Medizinische Probleme bei Gitarristen – Ursache und Prävention, Karlsruhe
  24. 24. 24 Antonia Haslinger, VWA „Folgen physischer Belastungen beim Gitarrenspiel“ 2015/2016 Druckschäden der peripheren Nerven3.3 (Nervenkompressionssyndrom) Bei dieser Art von Erkrankung sind die Fingerspitzen der Griffhand betroffen. Für die Entstehung sind Zug- oder Druckbelastung sowie in manchen Fällen auch die Unterbrechung der Blutzufuhr verantwortlich. Bei allergrößter Intensität kann dies auch zum Zerreißen oder Durchtrennen eines Nervs führen.9 Gekennzeichnet ist diese Erkrankung durch einen stechenden Schmerz in der Fingerkuppe, der aber nach einigen Tagen wieder nachlassen kann. Wenn sich beim Gitarrenspiel die Fingerkuppen weiß färben, ist das ein Anzeichen für ein zu starkes Pressen auf das Griffbrett. Eine Übung, um herauszufinden, wieviel Druck vonnöten ist, um einen Ton ohne Nebengeräusche zu erzeugen, ist zu versuchen, von null Druck auf das Griffbrett die Kraft langsam zu steigern, bis ein klarer und reiner Ton hörbar ist.10 Nervenschäden am Zeigefinger3.4 Typisch für Beschwerden von Gitarristen sind Nervenschäden am linken Zeigefinger, die meist durch chronische Druckbelastung bei Barréegriffen entstehen können. Barréegriffe sind eine besonders anstrengende Technik, bei der eine Saite (Winkelbarrée) oder mehrere Saiten (bis zu sechs) gleichzeitig nur mit dem Zeigefinger gedrückt werden. Je mehr Saiten gedrückt werden müssen, desto anstrengender wird diese Aufgabe für den Zeigefinger, insbesondere wenn Barrées in hohen Lagen oder über eine lange Zeit gehalten werden müssen. Auch hier gilt dieselbe Devise, wie beim Druck auf die einzelne Fingerkuppe: Kraft sparen, da eine übermäßige Belastung zu verschiedenen Verspannungen, Nervenschäden und später zu überspielten Krankheiten führen kann. 9 vgl. Shretstha, Ravi, 2008, aus: Masterarbeit an der Hochschule für Musik Karlsruhe: Medizinische Probleme bei Gitarristen – Ursache und Prävention, Karlsruhe 10 ebd.
  25. 25. 25 Antonia Haslinger, VWA „Folgen physischer Belastungen beim Gitarrenspiel“ 2015/2016 Dasselbe gilt auch für den zu großen Kraftaufwand beim Drücken des Daumens der Griffhand an die Rückseite des Griffbretts, was zwar kaum Auswirkung auf den Klang hat, aber durchaus zu Beschwerden führen kann. Das Gitarrenkantensyndrom3.5 Renate Klöppel schreibt in ihrem Buch „Das Gesundheitsbuch für Musiker“: „Die meisten klassischen Gitarristen legen den rechten Unterarm auf die Gitarrenkante, wobei die Auflagestelle individuell unterschiedlich ist, beim Einzelnen aber häufig relativ konstant bleibt. An der Auflagestelle auf der Kante kann nicht nur eine sichtbare Eindellung am Arm entstehen, sondern in der Folge können auch Schmerzen und Beeinträchtigungen der Fingerbewegungen auftreten. Man spricht bei derartigen Beschwerden von einem Gitarrenkantensyndrom.“11 Bewegungsstörungen, wie sie Klöppel beschreibt, sind meist Schwierigkeiten beim schnellen Wechselschlag, Kribbeln durch Mangeldurchblutung oder auch Kraftminderung der Beugemuskeln. Eine Lösung für dieses Problem wäre, sich eine an beiden Enden offene Socke mit eingearbeitetem Polster (oder Taschentuch) überzustreifen und somit die betroffene Stelle zu „polstern“. Es gibt auch angefertigte Unterarmstützen, die man auf der Zarge der Gitarre montieren kann. Gitarrenbauer können auch eine abgerundete Leiste für den aufliegenden Zupfarm auf die Kante montieren (Abb. 12). Abb. 12 - Abgerundete Leiste fix montiert (© Haslinger) 11 Klöppel, Renate, 1999, aus: Das Gesundheitsbuch für Musiker, Gustav Bosse Verlag, Kassel, S. 105
  26. 26. 26 Antonia Haslinger, VWA „Folgen physischer Belastungen beim Gitarrenspiel“ 2015/2016 Schulterschmerzen3.6 Schmerzen in der linken Schulter Generell lässt sich sagen, dass Schulterschmerzen bei Gitarristen sehr häufig auftreten. Zu den Beschwerden zählen Muskel- und Sehnenschmerzen in der Umgebung der Schulter, die vor allem durch eine Reizung von Sehnen und Sehnengleitgewebe über einen längeren Zeitraum hinweg verursacht werden. Ein typisches Anzeichen für diese Erkrankung sind Schmerzen des Arms, die sich verstärken, sobald man den Arm beim Heben nach innen dreht oder eine Last anhebt. Die Ursache für dieses Problem ist das Anheben der betroffenen Schulter während des Gitarrenspiels.12 In der linken Schulter wird die aufgehobene Supination durch das Abwinkeln des Armes scheinbar zusätzlich verstärkt, weswegen es Sinn macht, den Gitarrenhals eher schräg nach oben links als flach zu halten. Dadurch verkleinert sich die Kreisbogenbewegung der linken Hand bei Bewegungen entlang des Griffbretts rund um ein Drittel und spart somit Kraft. Auch in Stresssituationen sollte dem menschlichen „Reflex“, die Schulter hochzuziehen, aktiv entgegengewirkt werden, um dieses Hochziehen nicht zur Gewohnheit werden zu lassen.13 Schmerzen in der rechten Schulter Ravi Shretstha schreibt in seiner Masterarbeit an der Hochschule für Musik Karlsruhe: „Die Probleme in der rechten Schulter sind anders gelagert. Bei nur einer angehobenen Schulter spürt der Gitarrist die Minderung seiner Fähigkeiten beim Zupfen bezüglich der Geschwindigkeit und Präzision, was normalerweise bei stressigen Situationen auftritt. Rotatorensehnensyndrome in der rechten Schulter sind eine Seltenheit. Die klassischen Gitarristen haben Probleme mit der rechten Schulter vor allem, wenn sie die Schulter nach vorne ziehen, um den Unterarm „zu einer Gunsige position“ [sic!; heißt wahrscheinlich „in eine günstige Position“] zu bringen. Dies führt zu einer ungünstigen Dauerbelastung der Muskeln und Sehnen in der Schulterumgebung.“14 12 vgl. Shretstha, Ravi, 2008, aus: Masterarbeit an der Hochschule für Musik Karlsruhe: Medizinische Probleme bei Gitarristen – Ursache und Prävention, Karlsruhe 13 ebd. 14 Shretstha, Ravi, 2008, aus: Masterarbeit an der Hochschule für Musik Karlsruhe: Medizinische Probleme bei Gitarristen – Ursache und Prävention, Karlsruhe
  27. 27. 27 Antonia Haslinger, VWA „Folgen physischer Belastungen beim Gitarrenspiel“ 2015/2016 Laut Shretstha spüren Gitarristen die Belastung eher unter dem rechten Schulterblatt, als in der rechten Schulter selbst, da dieses durch die nach vorne gezogene Schulter aus seiner natürlichen Position gehoben wird, was über einen längeren Zeitraum den vorderen Säge- und Rautemuskel stark belastet. Eine „richtige“ Lösung gibt es aber für die klassische Gitarre noch nicht, da z.B. das sehr starke Abrunden einer Zarge (wie bei einer E-Gitarre) zu viel des Klangkörpers wegnehmen würde. Betroffene sollten versuchen, ihre Schulter so entspannt wie nur möglich zu halten, was durch eine zuvor erwähnte Unterarmstütze erleichtert werden kann. Nackenbeschwerden3.7 Oft hängen Nackenbeschwerden mit der oben erwähnten falschen Haltung der Schultern zusammen. Auch die typische Kopfdrehung zum Griffbrett und die asymmetrische Belastung der Halswirbelsäule und der Nackenmuskulatur können durch langes und regelmäßiges Üben zur Einklemmung von Nervenwurzeln führen. Wenn der Kopf ebenfalls in einer ungleichmäßig belastenden Position gehalten wird, kommt es zu einer Verkürzung der linksseitigen Muskulatur zwischen Kopf und Schulter, was auch mit der schon erwähnten angehobenen linken Schulter zusammenhängen kann. Manche Gitarristen beugen den gesamten Körper nach links, was den Nacken und die gesamte Wirbelsäule zu stark belastet. Bei diesen Personen kann oft eine stärker entwickelte linke Seite der Bauch- und unteren Rückenmuskulatur festgestellt werden. Genauso ist auch das Vorbeugen des Kopfes mit späteren Komplikationen und Schmerzen verbunden. Die beste Lösung für diese Probleme ist das aktive Beobachten der eigenen Körperhaltung z.B. vor einem Spiegel und das Korrigieren von Fehlhaltungen. Auch Ausgleichs-, Dehnungs- oder Kräftigungsübungen und Methoden wie die Alexandertechnik können dabei helfen, Beschwerden zu lindern oder gänzlich loszuwerden. Regelmäßige Pausen beim Üben, verbunden mit Lockerungsübungen, sind empfehlenswert.
  28. 28. 28 Antonia Haslinger, VWA „Folgen physischer Belastungen beim Gitarrenspiel“ 2015/2016 Wirbelsäulenbeschwerden3.8 Da die Gitarrenhaltung vieler Musiker fehlerhaft (gekrümmt, gedreht etc.) ist, klagen einige über chronische Rückenschmerzen. Durch Fehlhaltungen werden ebenfalls die Atmung und Bauchmuskulatur beeinträchtigt. Meist entsteht ein Rundrücken, kombiniert mit einem Hohlkreuz. In diesem Fall kann man feststellen, dass die Rückenmuskulatur im Bereich der Brustwirbelsäule kraftlos und überdehnt ist, während die Rückenmuskulatur im Bereich der Lendenwirbelsäule und die Hüftbeuger verkürzt sind. Aus dieser Fehlhaltung resultieren eine Vielzahl von Beschwerden: Schmerzen und Verspannungen im Rücken, geschädigte Nervenwurzeln im Bereich der Brustwirbelsäule, Wirbelsäulenveränderungen wie Skoliose, Bandscheibenvorfälle usw. Fokale Dystonie3.9 Die Fokale Dystonie wird auch als „Musikerkrampf“ bezeichnet und ist eine der bekanntesten neurologischen Beschwerden von Musikern. Fokale Dystonien äußern sich in Muskelkontraktionen, die nicht beeinflussbar und oft lang anhaltend sind, sowie auch darin, dass nur gewisse Bewegungen (wie z.B. das Zupfen einer Gitarrensaite, das Anschlagen einer Klaviertaste etc.) von Hand bzw. Finger nicht mehr ausgeführt werden können, obwohl die selbe Bewegung, ohne das Instrument spielen zu wollen, oft ungehindert ausgeführt werden kann.15 Die Ursachen für diese Beschwerden sind nicht wirklich bekannt. Generell wird eine Störung der unbewussten Regulation der Motorik im Bereich der Basalganglien im Gehirn vermutet. Eine Theorie besagt, dass einzelne Zentren der Abbildung im motorischen Cortex so groß werden, dass sich gewisse Regionen überlappen und deswegen angrenzende Motorik auslösen. 15 vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Fokale_Dystonie (22.08.15, 19:37)
  29. 29. 29 Antonia Haslinger, VWA „Folgen physischer Belastungen beim Gitarrenspiel“ 2015/2016 Wenn ein Musiker also einen Finger bewegen möchte, bewegt sich beispielsweise einer der benachbarten Finger mit. Weil dieser „Nachbar“ aber fälschlicherweise mit angesteuert wird, erfolgt ein Rückruf, der nun gleichzeitig den ursprünglich zu bewegenden Finger ansteuert. Aus diesem Grund ist es unmöglich, den gewünschten Finger auf die gewünschte Weise zu bewegen.16 Zudem konnte man einen Zusammenhang zwischen dem Ausmaß der Übezeit im Jugend- bzw. frühen Erwachsenenalter und der (späteren) Dystonie feststellen. Chronische, vor allem myofasziale Überbelastung gilt als eine der größten Risikofaktoren. Bei Gitarristen tritt am häufigsten eine Handdystonie auf, bei der ein unwillkürliches Abstrecken oder Einrollen von einzelnen Fingern oder auch eine abnormale Handgelenkshaltung auftritt. Bei manchen Betroffenen kommt es auch zu kurz andauernden Muskelkontraktionen oder einem unkontrollierbaren Tremor. Oft berichten Leidtragende auch von starken Spannungsgefühlen im Unterarm.17 Nur bei 10 bis 20 % aller Betroffen kommt es zu einer Rückbildung der fokalen Dystonie.18 „65 % der von der fokalen Dystonie betroffenen Berufsmusiker erleiden infolge der Störung erhebliche berufliche und damit auch finanzielle Einbußen, 29 % müssen ihren Beruf aufgeben.“19 16 vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Fokale_Dystonie (22.08.15, 19:37) 17 vgl. Prof. Dr. med. Dipl. mus. Altenmüller, Eckart, 2012, aus: Musikerhände spielen nicht mehr mit: Dystonien und ihre Differenzialdiagnosen, Schattauer, Stuttgart, aus: Orthopädie & Rheuma 2012; 15 (6) S.3 http://publicationslist.org/data/eckart.altenmueller/ref- 169/Altenm%C3%BCller_2012_Deutsch_Dystonie.pdf (22.08.15, 20:21) 18 vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Fokale_Dystonie (22.08.15, 20:20) 19 Prof. Dr. med. Dipl. mus. Altenmüller, Eckart, 2010, aus: Musikerhände spielen nicht mehr mit: Dystonien und ihre Differenzialdiagnosen, Schattauer, Stuttgart, aus: Orthopädie & Rheuma 2012; 15 (6) S.2 http://publicationslist.org/data/eckart.altenmueller/ref- 169/Altenm%C3%BCller_2012_Deutsch_Dystonie.pdf (22.08.15, 20:21)
  30. 30. 30 Antonia Haslinger, VWA „Folgen physischer Belastungen beim Gitarrenspiel“ 2015/2016 4 Möglichkeiten der Prävention und Linderung von Spielerkrankungen beim klassischen Gitarrenspiel mit Hilfe von Spielhilfen Seit das Spiel mit Lauten oder gitarrenähnlichen Instrumenten praktiziert wird, haben sich Menschen mit der Entwicklung von verschiedenen Spielhilfen beschäftigt, um ein möglichst schmerzfreies Spiel zu ermöglichen, das den Spieler weder technisch, musikalisch noch körperlich einschränkt. Beim Spiel der Laute gab es bereits im 15. Jahrhundert stativartige Spielhilfen. Generell war man zu dieser Zeit sehr freizügig in der Verwendung von Hilfsmitteln. Eine sehr verbreitete Methode war auch das Auflegen des Instruments auf einen Tisch, wie auch in mehreren Schulen dieser Epoche beschrieben ist.20 Spielhilfen gibt es für die verschiedensten Arten, das Instrument zu halten und zu spielen: z.B. das „Lind-Stativ“ für das Spiel im Stehen, die „Musikerbank“ für das Spiel im Kniesitzen. Manche Gitarristen verwenden sogar Instrumente mit abgeändertem Korpus, der perfekt an die Körperform des Menschen im Sitzen angeglichen wurde. Mag. Hanna Saukel beschreibt in ihrer Bakkalaureatsarbeit „Fußschemel vers. Gitarrenstütze und andere Behelfe“ (Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Wien) die verschiedenen Haltungsformen und deren mögliche Auswirkungen auf die Gesundheit. Auf einige, häufig verwendete Hilfsmittel, die auch Mag. Saukel erwähnt, möchte ich nun etwas genauer eingehen. 20 vgl. Prof. Lind, Ekard, 1984, aus: Die Haltung des Gitarristen, Musikverlag Emil Katzbichler, München- Salzburg, S.7
  31. 31. 31 Antonia Haslinger, VWA „Folgen physischer Belastungen beim Gitarrenspiel“ 2015/2016 Der Fußschemel oder die Fußbank4.1 „Der Fußschemel, ursprünglich ein Fußbänkchen aus Holz, ist unter Gitarristen der weit verbreitetste Behelf beim Gitarrenspiel. Der linke Fuß wird auf den Schemel gestellt, sodass sich die Zarge der Gitarre auf dem Oberschenkel platzieren lässt. Je nach Höhe des Fußschemels wird eine mehr oder weniger steile Position des Gitarrenhalses erreicht. Mittlerweile gibt es Fußschemel in allen Farben und mit bis zu 7 verschiedenen Rasterpositionen.“21 Der größte Vorteil unter Verwendung eines Fußschemels besteht darin, dass der Gitarrist einen guten Körperkontakt zum Instrument hat.22 Dadurch ist diese Haltung sehr stabil und lässt doch viel Freiraum, sich zu bewegen und das Instrument beliebig zu verschieben. Der größte Nachteil der Fußbank ist gleichzeitig vermutlich der Grund dafür, warum ich einen Schulter- bzw. Hüftschiefstand und Knieprobleme habe: ein Bein ist ständig erhöht - somit ist die gesamte Körperhaltung asymmetrisch und nicht ergonomisch. „ErgoPlay“ Gitarrenstütze4.2 Die deutschen Erfinder Johannes Tappert und Michael Tröster haben „ErgoPlay“ entwickelt, um ein ergonomisches Gitarrenspiel zu ermöglichen. Die Stütze soll eine dynamische und weitgehend ermüdungsfreie Spielhaltung realisieren, was anspruchsvolle Passagen spielbarer erscheinen lassen soll. Anfänger am Instrument können mit der Spielhilfe Fehlhaltungen wie etwa Rundrücken, Wirbelsäulendrehung oder Schulterschiefstand vorbeugen, die später gravierende Haltungsschäden zur Folge haben können. Die „ErgoPlay“ Gitarrenstütze wird je nach Modell mit Hilfe von drei bis vier Saugnäpfen an den Zargen der Gitarre montiert. So ersetzt die Gitarrenstütze den traditionellen Fußschemel und ermöglicht eine aufrechtere, nahezu symmetrische Sitzhaltung, bei der beide Beine am Boden stehen. 21 Mag. Saukel, Hanna, aus: Fußschemel vers. Gitarrenstütze und andere Behelfe, Bakkalaureatsarbeit im Fach Musikphysiologie bei ao.Prof. Dr. Bertsch, WS 2009/10, S.21 22 vgl. ebd.
  32. 32. 32 Antonia Haslinger, VWA „Folgen physischer Belastungen beim Gitarrenspiel“ 2015/2016 Abb. 13 - Modelle „ErgoPlay“ mit 3 oder 4 Saugnäpfen Die nun erwähnten Vor- bzw. Nachteile gelten für „ErgoPlay“ sowie für die später erwähnten, ähnlichen Stützen. Die Vorteile einer Gitarrenstütze sind: • gleichmäßige Belastung der Wirbelsäule durch symmetrische Körperhaltung, beide Füße ruhen am Boden • mannigfaltige Anpassungsmöglichkeiten an Instrument und Spieler • Vermeidung physischer Probleme, die durch Langzeitbenutzung einer Fußbank auftreten können23 Die Nachteile einer Gitarrenstütze sind: • Saugnäpfe hinterlassen Spuren am Gitarrenlack oder halten erst gar nicht (z.B. auf Schellackpolitur) • Transport unpraktisch, weil nicht klein zusammenklappbar • Einstellen und Anbringen für Kinder etwas kompliziert • Saugnäpfe müssen öfter ausgetauscht werden, damit Halt garantiert ist24 23 vgl. Mag. Saukel, Hanna, aus: Fußschemel vers. Gitarrenstütze und andere Behelfe, Bakkalaureatsarbeit im Fach Musikphysiologie bei ao.Prof. Dr. Bertsch, WS 2009/10, S.22 24 ebd., S.23
  33. 33. 33 Antonia Haslinger, VWA „Folgen physischer Belastungen beim Gitarrenspiel“ 2015/2016 „Gitano“ Gitarrenstütze4.3 Der Österreicher Kurt Oberleitner beschäftigt sich seit langem mit der Gitarrenhaltung und hat im Rahmen seiner Forschungen die „Gitano“ Gitarrenstütze entwickelt. Sie ist prinzipiell der „ErgoPlay“ Gitarrenstütze sehr ähnlich und soll durch eine ergonomische Spielhaltung die Wirbelsäule entlasten. Auch die Montage funktioniert gleich wie bei „ErgoPlay“. Die „Gitano“ Stütze unterscheidet sich aber in der Anzahl der Saugnäpfe (nur zwei) zur Fixierung. Sie gibt es nur in einer Ausführung. Der wesentlichste Unterschied zur Spielhilfe von Tappert und Tröster ist die Größe der „Gitano“ Gitarrenstütze: Sie ist wesentlich kleiner und lässt sich leichter transportieren (kann im Gitarrenkoffer an der Gitarre montiert bleiben). Ich empfinde diese Gitarrenstütze stabiler als jene von „ErgoPlay“. Das liegt daran, dass zwei Saugnäpfe leichter zu montieren sind und diese auch wirklich halten. Bei „ErgoPlay“ löst sich meist nach geraumer Zeit einer der Saugnäpfe, was die Stütze für mich instabiler und unzuverlässiger erscheinen lässt. Abb. 14 - Die „Gitano“ Gitarrenstütze (Quelle: http://www.partitionscheznous.com)
  34. 34. 34 Antonia Haslinger, VWA „Folgen physischer Belastungen beim Gitarrenspiel“ 2015/2016 „Hagi“ Gitarrenstütze4.4 Klaus Härtl, Erfinder der „Hagi“ Gitarrenstütze, hat bereits 1978 mit dem Gitarrenbau begonnen und besitzt seit 1986 eine eigene Gitarrenwerkstatt. 2010 ließ er seine Erfindung der Stütze patentieren. Nach vielen Jahren der „Schulhaltung“, durch die ich einige Spielerkrankungen bekommen habe, verwendete ich die Stützen von „ErgoPlay“ und „Gitano“. Nun spiele ich mit der Stütze von „Hagi“ und bin sehr zufrieden damit. Abb. 15 - Die „Hagi“ Gitarrenstütze (Quelle: http://www.hagi-guitar.com) Diese Spielhilfe lässt sich wie die „Gitano“ Stütze auch im Koffer an der Gitarre fixiert transportieren. Von den beiden vorher beschriebenen Stützen unterscheidet sich die „Hagi“ Stütze in wesentlichen Punkten, die mich schlussendlich überzeugt haben, nur noch mit dieser Gitarrenstütze zu spielen: • Die Stütze wird mit zwei Pads geliefert, die auf einer Seite kleben und auf der anderen einen Klettverschluss besitzen. Die Pads werden fix an der Gitarre montiert und die Stütze mithilfe der Klettverschlüsse an den Pads befestigt. Damit eindeutig stabiler als die Befestigung durch Saugnäpfe. • Durch ein Drehgelenk der Stütze ist es möglich, sich in alle Richtungen zu beugen. Das ist nicht nur aus ergonomischer Sicht ideal für die Wirbelsäule, sondern wirkt sich auch positiv auf den künstlerischen Ausdruck beim Spielen selbst aus.
  35. 35. 35 Antonia Haslinger, VWA „Folgen physischer Belastungen beim Gitarrenspiel“ 2015/2016 Wie auch bei dem Prinzip von „ErgoPlay“ und „Gitano“ ist es mit der „Hagi“ Stütze möglich, eine ergonomischere Spielhaltung als bei der Schulhaltung, einzunehmen. Auf diese Weise lässt es sich leichter über lange Zeiträume schmerzfrei üben bzw. lassen sich Spielerkrankungen vorbeugen oder kurieren. Auch die Atmung fließt natürlicher durch die aufrechte und nahezu symmetrische Haltung. „Dynarette“ Gitarrenstütze4.5 Diese Stütze ist eigentlich mehr eine Art Stützkissen, das ebenfalls die Haltung verbessern und damit das Spiel der Gitarre insgesamt ergonomischer machen soll. Es gibt das Kissen in zwei verschiedenen Größen. Ich selbst habe noch nicht probiert, mit diesem Stützkissen zu spielen, doch einige Gitarristen haben mit diesem Hilfsmittel die Lösung für eine ergonomischere Spielhaltung gefunden. Abb. 16 - Die „Dynarette“ Stütze Abb. 17 - Die „Dynarette“ Stütze (Quelle: http://www.casaluthier.com) (Quelle: http://www.guitarrasdeluthier.com)
  36. 36. 36 Antonia Haslinger, VWA „Folgen physischer Belastungen beim Gitarrenspiel“ 2015/2016 „Murata“ Gitarrenstütze4.6 Anders Miolin, Professor für Gitarre an der Hochschule der Künste in Zürich, hat mir bei einem Gitarrenfestival die „Murata“ Stütze empfohlen. In seinem E-Mail vom 24.08.2015 schreibt er mir: „Ich habe alles ausprobiert und habe mich für die Murata-Stütze aus folgenden Gründen entschieden: - maximale Stabilität - maximale Flexibilität wegen der vielen Einstellungsparameter - keine Schäden am Instrument - hält jahrelang - passt in den Koffer Die Stangen aus acht Millimeter hohlen Aluminiumstangen werden an die Größe und Proportionen der Spieler angepasst. Länge, Beugung der Stange sowie Platzierung der Stütze bringen unbegrenzte Möglichkeiten. Andere Stützen wie z.B. ErgoPlay haben folgende Mängel: - Einstellungsmöglichkeiten nicht sehr flexibel - die Saugnäpfe könne Mikrorisse im Holz verursachen (gemäß John Mills) - die Saugnäpfe sind nicht stabil und müssen oftmals ausgetauscht werden - sperrig und passen nicht in den Koffer Gerade habe ich ein einfaches System entwickelt, wo ich stehend spielen kann...“ Abb. 18 - Die „Murata“ Gitarrenstütze (Quelle: YouTube, Anders Miolin) Dies ist nur eine kleine Auswahl an Spielhilfen, die Gitarristen unserer Zeit verwenden. Alle vorhandenen Erfindungen zu diesem Thema aufzuzählen würde den Rahmen meiner Arbeit sprengen.
  37. 37. 37 Antonia Haslinger, VWA „Folgen physischer Belastungen beim Gitarrenspiel“ 2015/2016 Mögliche therapeutische Lösungsansätze für durch das klassische4.7 Gitarrenspiel erworbene Spielerkrankungen Die Möglichkeiten, Spielerkrankungen durch verschiedene Therapien zu lindern, sind vielfältig. Wieder möchte ich nur eine Auswahl bekannter Therapieansätze vorstellen. Physiotherapie4.8 Bei jeder Art von akuten Beschwerden ist es empfehlenswert, die klassische Physiotherapie in Anspruch zu nehmen, bevor man mit einer Methode oder Technik, die über einen langen Zeitraum praktiziert werden sollte, beginnt. In der passiven Physiotherapie gibt es verschiedene Bereiche, Techniken und Methoden, die je nach Beschwerden und Wünschen des Patienten individuell angewandt werden, um so die Bewegungs- und Funktionsfähigkeit des Körpers zu erhalten, zu verbessern oder wiederherzustellen. Einige der Behandlungsmethoden werde ich nun vorstellen. • Klassische Massage Bei den verschiedensten Arten von Verspannungen und Schmerzen z.B. im Schulter- oder Rückenbereich, erhalten Patienten Massagen (meist mit der Hand), um die verspannten Regionen zu lockern und Beschwerden zu lindern. • Physikalische Therapie Dazu zählen beispielsweise die Thermotherapie mit der Wärme- und Kältetherapie, die Elektro- sowie die Ultraschalltherapie. • Cranio-Sacral-Therapie Diese Therapieform hat sich aus der kraniosakralen Osteopathie entwickelt und wird auch als „Schädel-Kreuzbein-Therapie“ bezeichnet. • Akupunktmassage Bereits vor vielen tausend Jahren haben Menschen in China diese Methode entdeckt und angewendet. „Sie entwickelten die Theorie von ‚Yin und Yang‘ und
  38. 38. 38 Antonia Haslinger, VWA „Folgen physischer Belastungen beim Gitarrenspiel“ 2015/2016 bezeichneten, die Kraft, die uns am Leben hält, als ‚Qi‘.“25 Als Ursache von jeglichen Krankheiten sehen traditionelle chinesische Mediziner die Störung des Energieflusses im Körper. Um diese Störung zu hemmen, wenden sie u.a. die Akupunktur an. Natürlich gibt es noch weitere Therapieformen wie z.B. die Triggerpunkt- Behandlung, Kinesiologie, Osteopathie, Kinesio Taping, u.v.m. Aktive Bewegungstherapie bzw. Heilgymnastik4.9 In der aktiven Bewegungstherapie bzw. Heilgymnastik wird mit dem Patienten ein auf sein Krankheitsbild zugeschnittenes Übungsprogramm erarbeitet, das Rückenschule, Stabilisations-, Kräftigungs- und Dehnungsübungen beinhaltet. Dabei werden verschiedene Trainingsgeräte wie Therabänder, Hanteln, Pezibälle, Balance-Pads, Kletterwände u.v.m. verwendet.26 Feldenkrais-Methode4.10 Die Feldenkrais-Methode, die nach dem Kernphysiker, Ingenieur und Judolehrer Dr. Moshé Feldenkrais benannt ist, ist ein Bewegungstraining, bei dem es grundsätzlich darum geht, die Gesamtbeweglichkeit, Bewegungsdurchlässigkeit und Bewegung selbst zu optimieren. Dies kann nur funktionieren, wenn man den eigenen Körper verstehen lernt - das heißt, die Wahrnehmung des eigenen Körpers muss so geschärft werden, dass Vorstellung und tatsächliche Handlung nicht voneinander abweichen. 25 http://www.bva.at/portal27/portal/bvaportal/content/contentWindow?action=2&viewmode=content& contentid=10007.677827 (17.01.16, 12:28) 26 vgl. http://www.physiotherapie-froehlich.com/therapie/aktive-bewegungstherapie-einzelgymnastik/ (28.01.16, 20:44)
  39. 39. 39 Antonia Haslinger, VWA „Folgen physischer Belastungen beim Gitarrenspiel“ 2015/2016 Daher ist es von größter Wichtigkeit, dass Bewegung und Wahrnehmung perfekt zusammenspielen. Denn: Nur wer weiß, was er tut, kann auch tun, was er will. Das Hauptziel der Feldenkrais-Methode ist es, die Lebensqualität des Menschen zu erhöhen und positiv auf die Persönlichkeitsentwicklung zu wirken.27 Generell stellt Musizieren sehr hohe Ansprüche an den Körper: seine Beweglichkeit, sein koordiniertes Zusammenspiel mit dem Instrument und genaue Steuerung und Differenzierbarkeit von Bewegung sind stark gefordert. Voraussetzung für ein freies, differenziertes, freudiges und leichtes Spiel am Instrument sind ein waches Körperbewusstsein und der optimale Einsatz des ganzen Körpers in Verbindung zum Instrument.28 Die Feldenkrais-Methode setzt dort an, wo prozentuell die meisten Berufsmusiker die größten Probleme haben: im Zusammenspiel von Muskeln und Skelett, also in der Organisation des Nervensystems. Ziel ist es, durch Beobachtung der Koordination von Muskulatur, Skelett und Nervensystem, die eigene Körperwahrnehmung und den Einsatz von Bewegung zu präzisieren, um einschränkende Bewegungsmuster und Gewohnheiten zu erkennen und diesen aktiv entgegenzuwirken. Alexander-Technik4.11 „Wenn wir aufhören, das Falsche zu tun, geschieht das Richtige von selbst.“ (F. M. Alexander) Die nach ihrem Begründer Frederick Matthias Alexander (1867-1955) benannte pädagogische Methode beschäftigt sich mit dem Erkennen und Ändern von Gewohnheiten. Insbesondere geht es dabei um körperliche Fehlhaltungen, die sich durch Verspannungen, Schmerzen oder Funktionseinschränkungen bemerkbar machen. Mit dieser Technik sollen Fertigkeiten zur Selbsthilfe erlernt werden, um neuromuskuläre Beeinträchtigungen, die den Haltungstonus negativ beeinflussen, 27 vgl. http://www.feldenkraisunterricht.com/theorie.htm (21.08.15, 12:30) 28 vgl. http://www.feldenkraisunterricht.com/musiker.htm (21.08.15, 11:50)
  40. 40. 40 Antonia Haslinger, VWA „Folgen physischer Belastungen beim Gitarrenspiel“ 2015/2016 wahrzunehmen, zu verstehen und zu vermeiden. Alexander war überzeugt, dass der Mensch ein Organismus ist, in dem alle geistigen, körperlichen und seelischen Prozesse zusammenhängen und untrennbar sind. In der von ihm entwickelten Methode verbindet er körperliche und mentale Prozesse und betont die Entscheidungsfreiheit abseits der Gewohnheiten in allem, was wir tun.29 Abb. 19 - Alexandertechnik mit Michael Parkinson Abb. 20 - Alexandertechnik (© Guitarfestival Mikulov 2015) mit Micheal Parkinson (© Haslinger) Die Alexander-Technik nimmt an, dass Gewohnheiten einen starken Einfluss auf jegliche Ausführungen im Alltag haben. Des Weiteren wird davon ausgegangen, dass die Körperwahrnehmung im Laufe der Jahre durch bestimmte Gewohnheiten unzuverlässig wird. Mit Hilfe der Alexander- Technik soll diese wieder korrigiert werden können. Eine zentrale Bedeutung bei dieser Methode hat das Zusammenspiel von Kopf, Hals, Nacken und Rumpf („Primärkontrolle“), sowie das Prinzip des „Innehaltens“ und die Arbeit mit „mentalen Direktiven“.30 29 vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Alexander-Technik (21.08.15, 12:44) 30 ebd.
  41. 41. 41 Antonia Haslinger, VWA „Folgen physischer Belastungen beim Gitarrenspiel“ 2015/2016 Grinberg-Methode4.12 Der aus Israel stammende Avi Grinberg entwickelte in den 1970er Jahren eine Methode, die, wie die Feldenkrais-Methode und die Alexander-Technik, sich damit beschäftigt, wie Menschen sich selbst durch das Erkennen und Ändern von schädlichen Verhaltensmustern heilen können. Seit 1990 wird diese Methode auch in Österreich angewendet und unterrichtet. Grinberg geht davon aus, dass Menschen ihre Leiden selbst aufgebaut haben und diese deswegen auch selbst verändern oder - im besten Fall - beenden können. Gemeint sind verschiedenste Beschwerden wie z.B. Schmerzen aller Art, Verspannungen, Einschränkungen in Körperaktivitäten wie der Atmung und Verdauung, aber auch Stress sowie andere belastende Lebenssituationen. Auch der Regenerationsprozess nach Krankheiten oder Unfällen kann durch das Praktizieren der Grinberg-Methode unterstützt werden.31 Ziel der Technik ist es, „schlechte“ Gewohnheiten, die beispielsweise zu chronischen Schmerzen führen, zu erkennen und zu vermeiden. Abgesehen von allen Therapiemöglichkeiten und Techniken, die zur Behebung und Prävention physischer Belastungen und Beschwerden dienen, gibt es natürlich noch eine Vielzahl an gezielten Dehnungs- und Kräftigungsübungen sowie Sportarten (Yoga, Pilates, Deep Work, Qi Gong, Tai Chi etc.) für Gitarristen, bei denen bestimmten Beschwerden entgegengewirkt wird. 31 vgl. http://gesund.co.at/grinberg-methode-12488/ (22.08.15, 17:09)
  42. 42. 42 Antonia Haslinger, VWA „Folgen physischer Belastungen beim Gitarrenspiel“ 2015/2016 5 Eine Haltungs- und Bewegungslehre für Gitarristen von Jens Wagner Abgesehen von Hilfsmitteln und Therapien gibt es auch die Möglichkeit, durch Haltungs- und Bewegungsformen das Gitarrenspiel ergonomisch zu gestalten und damit gleichzeitig auch auf musikalischer Ebene mehr zu erreichen. Ich hatte die Ehre, 2015 im Rahmen eines Gitarrenfestivals in Mikulov, Tschechien, Jens Wagner persönlich kennen zu lernen. Für meine Arbeit empfahl er mir die Lektüre seines Aufsatzes zu diesem Thema, den man online finden kann. In diesem Aufsatz beschäftigt sich Wagner mit verschiedenen Haltungs- und Bewegungsformen, ausgehend von einer ergonomischen Grundhaltung. Vor allem aber bezieht er sich auf die von ihm praktizierte, traditionelle Haltungsvariante mit dem Band, die, wie kaum eine andere Haltung, vielfältige Bewegungsformen erlaubt, ob im Stehen oder im Sitzen.32 Wagner geht von einem unmittelbaren Zusammenhang von Körper - Instrument - Musik aus, der in Bewegung erlebt wird: „Der ganze Mensch ist in Spiel und Ausdruck einbezogen.“33 Wagner untersuchte die Körperhaltung im Stehen und Sitzen ohne Instrument, um festzustellen, welche Position beibehalten werden sollte, wenn das Instrument zur Hand genommen wird. Er illustriert in verschiedenen Abbildungen, welche Haltungen am wenigsten Anstrengung und Kraft verlangen, also am ergonomischsten sind und somit über einen längeren Zeitraum beibehalten werden können. Ferner weist Wagner auf die Wichtigkeit eines adäquaten Sitzmöbels hin: Voraussetzung sei eine nicht zu weiche, aber auch nicht zu harte, ebene Sitzfläche und eine individuell einstellbare Sitzhöhe. Auch Form und Größe des Instruments spielen eine entscheidende Rolle für eine gute Sitzhaltung. 32 vgl. Wagner, Jens, aus: Hinweise zu einer Haltungs- und Bewegungslehre für Gitarristen 33 ebd.
  43. 43. 43 Antonia Haslinger, VWA „Folgen physischer Belastungen beim Gitarrenspiel“ 2015/2016 „Das Instrument sollte sich in seiner Position dem Spieler anpassen und nicht umgekehrt“, betont Wagner. „Zum Bestimmen der Höhenposition der Gitarre und der sich daraus ergebenden Spielhöhe dient als Orientierung das Griffbrett, genauer gesagt die ungefähre Mitte des ausgenutzten Spielbereichs zwischen 1. und 12. Bund, also der Bereich um den 6. Bund. Die linke Hand sollte diesen Bereich ohne Anstrengung und ohne Aufgeben der aufrechten Körperhaltung, allein durch Anwinkeln des Arms im Ellbogengelenk erreichen. […] Beim Angleichen des Instruments an die rechte Hand sollte man, wie schon Fernando Sor in seiner Gitarrenschule beschreibt, ein Drehen des Rumpfes vermeiden, was auch durch Heranbringen der Gitarre zum rechten Arm erreicht werden kann. Durch Schrägstellen und leichtes Kippen der Gitarre zum Körper kann die Zargenkante überwunden werden. Zwar entfernt sich bei dieser Anpassung das Griffbrett vom Körper, was aber durch das Vorbringen des linken Arms ausgeglichen werden kann. Diese Armstellung begünstigt zudem eine ‚gewichtige‘, passive Kraftübertragung: das Eigengewicht des linken Arms wirkt direkt über die gebeugten Fingergelenke und das fixierte Handgelenk auf das Griffbrett. […] …so sollten sich bei einer ausgewogenen Grundhaltung die Ellbogen auf gleicher Höhe befinden. Gleichzeitig wird durch diese Grundhaltung eine Rechts- bzw. Linksneigung der Wirbelsäule vermieden.“34 Abb. 23 - Jens Wagner mit Gitarrenband und „Stabilizer“ (© Haslinger) 34 Wagner, Jens, aus: Hinweise zu einer Haltungs- und Bewegungslehre für Gitarristen Abb. 22 - Der „Stabilizer“ Abb. 21 - „Stabilizer“ und Bandbefestigung am Gitarrenendknopf (Quelle: http://www.jenswagner.com/hbl.htm)
  44. 44. 44 Antonia Haslinger, VWA „Folgen physischer Belastungen beim Gitarrenspiel“ 2015/2016 Jens Wagner spielt mit dem traditionellen Gitarrenband in Verbindung mit dem von ihm entwickelten „Stabilizer“, ein stufenlos verstellbares Haltebändchen zur zusätzlichen Stabilisierung der Gitarre. Wagner fasst diesen Teil des Aufsatzes so zusammen: „Voraussetzung für ein Spiel in und aus der Bewegung ist zunächst die Optimierung der Grundhaltung, die der natürlichen Körperstatik beim Sitzen oder Stehen entsprechen bzw. nahe kommen sollte. Eine solche Grundhaltung ist wenig belastend und dient als Ausgangshaltung für vielfältige Bewegungsformen. Das Instrument sollte sich in seiner Position dem Spieler anpassen, wobei die Stabilität des Instruments auch ohne aktive Haltearbeit von Händen und Armen gewährleistet sein sollte. Ist eine individuelle Grundhaltung gefunden, so ist der Weg zu einem künstlerischen Ausdrucksspiel aus der Bewegung heraus geebnet.“35 Im zweiten Teil des Aufsatzes geht Wagner detailliert auf die kleinsten Bewegungsformen (Hüftkreisen, Beckenkippen) ein, aus denen sich seine Idee einer großen Gesamtbewegung zusammensetzt. Wagner ist der Meinung, dass das Bewegen des Körpers während des Spiels den musikalischen Ausdruck verbessert, z.B. nach vorne (crescendo) bzw. hinten (decrescendo) beugen in Tonleitern. Nachfolgend Wagners Zusammenfassung dieses zweiten Teiles: „Wie am Beispiel der beschriebenen Bewegungen und Bewegungsabläufe deutlich wird, bringt ein Gitarrenspiel in und aus der Bewegung nicht nur bestimmte technische Erleichterungen mit sich, sondern bewirkt auch eine Steigerung des Ausdrucks. Um das Gitarrenspiel mit Bewegungen zu koordinieren ist es hilfreich, zunächst Einzelbewegungen mit den dazu passenden musikalischen Motiven, wie kurzen Tonfolgen oder auch Einzeltönen, bewusst einzuüben. Man unterscheidet zwischen homologen, homolateralen und diagonalen Bewegungsformen, die unterschiedliche Wirkung auf das Spielgeschehen haben. Eine ‚übertriebene‘, große Ausführung von Bewegungen erleichtert das Erlernen und Bewusstmachen. Eine Verkleinerung und damit auch eine Verinnerlichung und Automatisierung stellt sich meistens von selbst ein, ebenso die Kombination von Einzelbewegungen zu individuellen, harmonischen Bewegungsabfolgen. Es entwickelt sich so eine Art Bewegungsgedächtnis, das in Wechselwirkung mit dem Intellekt tritt; der ganze Mensch ist in Spiel und Ausdruck einbezogen.“36 Ich persönlich finde Jens Wagners Ansatz sehr interessant. Seine Philosophie wirkt auf mich natürlich und effektiv. 35 Wagner, Jens, aus: Hinweise zu einer Haltungs- und Bewegungslehre für Gitarristen 36 ebd.
  45. 45. 45 Antonia Haslinger, VWA „Folgen physischer Belastungen beim Gitarrenspiel“ 2015/2016 6 Zusammenfassung / Fazit Durch das Schreiben meiner vorwissenschaftlichen Arbeit habe ich einiges herausgefunden, was für mich persönlich neu ist: • Mehr als die Hälfte aller Teilnehmer meiner Studie haben oder hatten bereits körperliche Beschwerden, die auf das Gitarrenspiel zurückzuführen sind. Meiner Meinung nach ist das eine erschreckende Tatsache, da das Musizieren an sich Freude bereiten und nicht dazu führen soll, dass Betroffene unter Schmerzen oder sonstigen Einschränkungen leiden. Die häufigsten Beschwerden scheinen im Bereich der Wirbelsäule, der Sehnen, sowie der Handgelenke und der Schultern aufzutreten. Meist geben die Betroffenen als Gründe zu langes Üben, eine falsche Sitzhaltung oder Stress an. Letzteres zeigt auch, welch große Bedeutung unsere Psyche für unser körperliches Wohlbefinden hat. Die Mehrheit der Befragten hat Sport im Allgemeinen, Physiotherapie, das Zulegen einer Gitarrenstütze oder Yoga als Lösung für physische Probleme gewählt. • Zum Glück habe ich im Rahmen meiner VWA auch viel Wissen über Prävention und Lösungen von physischen Belastungen und die daraus resultierenden Erkrankungen gesammelt, was für mich als klassische Gitarristin, die ihre Leidenschaft zum Beruf machen möchte, von großem Nutzen ist. Ich wage auch zu behaupten, dass diese Arbeit vielen anderen Gitarristen helfen kann, ihr Übeverhalten ergonomischer und dadurch angenehmer zu gestalten, da ich sehr viele Tipps, Hilfsmittel und Therapieansätze in meiner Arbeit präsentiere. Immerhin haben 56,8 % der Befragten mein Angebot angenommen, bei Angabe ihrer E-Mail-Adresse die Ergebnisse meiner Arbeit zur erhalten. Dies spricht für das große Interesse und Bedürfnis nach Literatur zu dieser Thematik. • Die in meiner Arbeit geschilderten physischen Erkrankungen, Hilfsmittel und Therapieformen, beschreiben nur einen Kernbereich; die körperlichen Beschwerden, verwendeten Utensilien und in Anspruch genommenen Therapien sind bei jedem Gitarristen sehr individuell. Alle möglichen Formen zu erwähnen, hätte den Rahmen meiner Arbeit sowie das vorgegebene Volumen gesprengt. • Dass der Respons auf meine Online-Umfrage so groß sein würde, hat mich sehr überrascht. Ich habe nicht mit einer so großen Teilnehmerzahl gerechnet und freue mich umso mehr über das enorme Feedback!
  46. 46. 46 Antonia Haslinger, VWA „Folgen physischer Belastungen beim Gitarrenspiel“ 2015/2016 • Abschließend kann ich sagen: es gibt eine Vielzahl an körperlichen Beschwerden, die durch regelmäßiges und vor allem langes Üben an der Gitarre hervorgerufen werden können. Durch frühzeitiges Bewusstwerden dieser Problematik kann jeder Gitarrist entsprechende Maßnahmen zur Vorbeugung von Spielerkrankungen treffen. Selbst wenn Probleme auftreten, gibt es viele Ansätze, das physische Wohlbefinden wieder zu steigern und Probleme, die den Bewegungsapparat betreffen, zu beheben.
  47. 47. 47 Antonia Haslinger, VWA „Folgen physischer Belastungen beim Gitarrenspiel“ 2015/2016 7 Literaturverzeichnis • Alexander-Technik. URL: https://de.wikipedia.org/wiki/Alexander-Technik (i.d.F.v. 21.08.15) • Altenmüller, Eckart, Prof. Dr., 2012, aus: Musikerhände spielen nicht mehr mit: Dystonien und ihre Differenzialdiagnosen, Schattauer, Stuttgart, aus: Orthopädie & Rheuma 2012; 15 (6) S.3 URL: http://publicationslist.org/data/eckart.altenmueller/ref- 169/Altenm%C3%BCller_2012_Deutsch_Dystonie.pdf (i.d.F.v. 22.08.15) • Cranio-Sacral-Therapie. URL: https://de.wikipedia.org/wiki/Cranio-Sacral-Therapie (i.d.F.v. 22.08.15) • Einzeltherapien. URL: http://www.bva.at/portal27/portal/bvaportal/content/contentWindow?action=2& viewmode=content&contentid=10007.677827 (i.d.F.v. 17.01.16) • Feldenkrais-Methode. URL: http://www.feldenkraisunterricht.com/theorie.htm (i.d.F.v. 21.08.15) • Fokale Dystonie. URL: https://de.wikipedia.org/wiki/Fokale_Dystonie (i.d.F.v. 22.08.15) • Grinberg Methode, Was versteht man unter der Grinberg Methode? URL: http://gesund.co.at/grinberg-methode-12488/ (i.d.F.v. 22.08.15) • Klöppel, Renate, 1999, aus: Das Gesundheitsbuch für Musiker, Gustav Bosse Verlag, Kassel • Lind, Ekard, Prof., 1984, aus: Die Haltung des Gitarristen, Musikverlag Emil Katzbichler, München-Salzburg • Löffler, Constanze, 2006, aus: ZeitWissen 01/2006: Wenn jeder Ton zur Qual wird, vgl. http://www.zeit.de/zeit-wissen/2006/01/Musiker.xml (i.d.F.v. 04.01.16) • Physiotherapie, Aktive Bewegungstherapie / Einzelheilgymnastik. URL: http://www.physiotherapie-froehlich.com/therapie/aktive- bewegungstherapie-einzelgymnastik/ (i.d.F.v. 28.01.16) • Puls, Hartmut, Dr. päd., 2000, aus: Üben & Musizieren 5/2000 - Erfahrungen aus der Körperarbeit mit MusikerstudentInnen. Prophylaxe von Spielerkrankungen als Lehrfach an der Musikhochschule „Hanns Eisler“ Berlin • Saukel, Hanna, Mag., 2009/10, aus: Fußschemel vers. Gitarrenstütze und andere Behelfe, Bakkalaureatsarbeit (Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Wien). URL: http://www.oegfmm.at/lib/exe/fetch.php/pdfpapers/2010d_bakk- hanna-saukel-fussschemel-gitarrenstuetze.pdf (i.d.F.v. 24.07.15) • Shretstha, Ravi, 2008, aus: Masterarbeit an der Hochschule für Musik Karlsruhe: Medizinische Probleme bei Gitarristen – Ursache und Prävention, Karlsruhe • Wagner, Jens, aus: Hinweise zu einer Haltungs- und Bewegungslehre für Gitarristen. URL: http://www.jenswagner.com/hbl.pdf (i.d.F.v. 16.01.2016)
  48. 48. 48 Antonia Haslinger, VWA „Folgen physischer Belastungen beim Gitarrenspiel“ 2015/2016 8 Abbildungsverzeichnis Abb. 1 - Auswertung der Umfrageergebnisse zur Frage 1 der Online-Befragung..........10 Abb. 2 - Auswertung der Umfrageergebnisse zur Frage 2 der Online-Befragung..........11 Abb. 3 - Auswertung der Umfrageergebnisse zur Frage 3 der Online-Befragung..........12 Abb. 4 - Auswertung der Umfrageergebnisse zur Frage 4 der Online-Befragung..........13 Abb. 5 - Auswertung der Umfrageergebnisse zur Frage 5 der Online-Befragung..........14 Abb. 6 - Auswertung der Umfrageergebnisse zur Frage 6 der Online-Befragung..........15 Abb. 7 - Auswertung der Umfrageergebnisse zur Frage 7 der Online-Befragung..........16 Abb. 8 - Auswertung der Umfrageergebnisse zur Frage 8 der Online-Befragung..........17 Abb. 9 - Auswertung der Umfrageergebnisse zur Frage 10 der Online-Befragung........18 Abb. 10 - Auswertung der Umfrageergebnisse zur Frage 11 der Online-Befragung......19 Abb. 11 - Schulhaltung nach F. Tárrega .........................................................................21 Abb. 12 - Abgerundete Leiste fix montiert ....................................................................25 Abb. 13 - Modelle „ErgoPlay“ mit 3 oder 4 Saugnäpfen ................................................32 Abb. 14 - Die „Gitano“ Gitarrenstütze ...........................................................................33 Abb. 15 - Die „Hagi“ Gitarrenstütze ...............................................................................34 Abb. 16 - 17 Die „Dynarette“ Stütze ............................................................................35 Abb. 18 - Die „Murata“ Gitarrenstütze ..........................................................................36 Abb. 19 -20 Alexandertechnik mit Michael Parkinson ...................................................40 Abb. 21 - „Stabilizer“ und Bandbefestigung am Gitarrenendknopf ..............................43 Abb. 22 - Der „Stabilizer“................................................................................................43 Abb. 23 - Jens Wagner mit Gitarrenband und „Stabilizer“............................................43
  49. 49. 49 Antonia Haslinger, VWA „Folgen physischer Belastungen beim Gitarrenspiel“ 2015/2016 9 Anhang Anhang 1: Screenshots des zweisprachigen Online-Fragebogens9.1
  50. 50. 50 Antonia Haslinger, VWA „Folgen physischer Belastungen beim Gitarrenspiel“ 2015/2016
  51. 51. 51 Antonia Haslinger, VWA „Folgen physischer Belastungen beim Gitarrenspiel“ 2015/2016
  52. 52. 52 Antonia Haslinger, VWA „Folgen physischer Belastungen beim Gitarrenspiel“ 2015/2016
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  55. 55. 55 Antonia Haslinger, VWA „Folgen physischer Belastungen beim Gitarrenspiel“ 2015/2016
  56. 56. 56 Antonia Haslinger, VWA „Folgen physischer Belastungen beim Gitarrenspiel“ 2015/2016
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  62. 62. 62 Antonia Haslinger, VWA „Folgen physischer Belastungen beim Gitarrenspiel“ 2015/2016 Anhang 2: Antworten auf offene Fragen bzw. sonstige Hinweise9.2
  63. 63. 63 Antonia Haslinger, VWA „Folgen physischer Belastungen beim Gitarrenspiel“ 2015/2016
  64. 64. 64 Antonia Haslinger, VWA „Folgen physischer Belastungen beim Gitarrenspiel“ 2015/2016
  65. 65. 65 Antonia Haslinger, VWA „Folgen physischer Belastungen beim Gitarrenspiel“ 2015/2016
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  67. 67. 67 Antonia Haslinger, VWA „Folgen physischer Belastungen beim Gitarrenspiel“ 2015/2016
  68. 68. 68 Antonia Haslinger, VWA „Folgen physischer Belastungen beim Gitarrenspiel“ 2015/2016
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  71. 71. 71 Antonia Haslinger, VWA „Folgen physischer Belastungen beim Gitarrenspiel“ 2015/2016
  72. 72. 72 Antonia Haslinger, VWA „Folgen physischer Belastungen beim Gitarrenspiel“ 2015/2016
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  74. 74. 74 Antonia Haslinger, VWA „Folgen physischer Belastungen beim Gitarrenspiel“ 2015/2016
  75. 75. 75 Antonia Haslinger, VWA „Folgen physischer Belastungen beim Gitarrenspiel“ 2015/2016
  76. 76. 76 Antonia Haslinger, VWA „Folgen physischer Belastungen beim Gitarrenspiel“ 2015/2016
  77. 77. 77 Antonia Haslinger, VWA „Folgen physischer Belastungen beim Gitarrenspiel“ 2015/2016
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  81. 81. 81 Antonia Haslinger, VWA „Folgen physischer Belastungen beim Gitarrenspiel“ 2015/2016
  82. 82. 82 Antonia Haslinger, VWA „Folgen physischer Belastungen beim Gitarrenspiel“ 2015/2016
  83. 83. 83 Antonia Haslinger, VWA „Folgen physischer Belastungen beim Gitarrenspiel“ 2015/2016
  84. 84. 84 Antonia Haslinger, VWA „Folgen physischer Belastungen beim Gitarrenspiel“ 2015/2016
  85. 85. 85 Antonia Haslinger, VWA „Folgen physischer Belastungen beim Gitarrenspiel“ 2015/2016 Selbstständigkeitserklärung VWA Name: Antonia Haslinger Selbstständigkeitserklärung Ich erkläre hiermit, dass ich diese vorwissenschaftliche Arbeit eigenständig angefertigt und nur die im Literaturverzeichnis angeführten Quellen und Hilfsmittel benutzt habe. Salzburg, 15. Februar 2016 Antonia Haslinger

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