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Welche Bedingungen braucht die Biotechnologie,
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Die Biotechnologie kann dies nicht allein...
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6. Wiesbadener Gespräche zur Sozialpolitik, 2010
Pharmaindustrie und Medizintechnik: Jobmotoren für Hessen!?

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Pluspunkte 1 2010

  1. 1. Liebe Mitglieder, liebe Leserinnen und Leser, in unserer globalisierten Welt bedeuten effektive und effiziente Sozialsysteme einen Wettbewerbsvorteil. Deshalb sind auch Re­ formen im Gesundheits­ system erforderlich, um einer Senkung der Arbeits­ kosten den Weg zu ebnen. Die Unternehmen sind bereit, ihren Teil zur notwendigen Reform beizutragen. Wir brauchen aber auch die Potenziale der Gesundheitswirtschaft – für Jobs am Standort und die alternde Gesellschaft. Der forschende Weltkonzern, der mit­ telständische Generikahersteller, ein Biotech-Startup, integrierte Gesund­ heitskonzerne, modernste Medizin­ technikhersteller … sie stehen für eine Zukunftsbranche unter dem Dach von HessenChemie. Wie diese Jobmotoren erhalten wer­den kön­nen, haben wir mit Experten disku­ tiert. Bitte lesen Sie selbst. Ihr Dr. Axel Schack und das Team der HessenChemie editorial Das Thema „Pharmaindustrie und Medizintechnik: Jobmotoren für Hessen!?“ zog mehr als 200 Gäste aus Unternehmen, Verbänden, Politik und Gesundheitswirt- schaft ins Wiesbadener Kurhaus. Erneut war die HessenChemie mit ihren Wiesbadener Gesprächen nah am Puls der Zeit. Der Arbeitgeberverband wollte die aktuelle Debatte um Kostenreduzierung im Gesundheitswesen versachlichen. Denn, so der Vorsitzende Karl-Hans Caprano, man könne bei der derzeitigen Berichterstattung den Eindruck gewinnen, in den Fabrikhallen der Pharmaunternehmen stünden reine Gelddruckmaschinen. „Von dem notwendigen hohen Forschungsaufwand, langen Entwicklungszeiten, dem unternehmerischen Risiko sowie der Kapitalintensität in der Branche ist dagegen kaum die Rede.“ Die Experten des Podiums waren einhellig der Ansicht, dass die aktuelle Reformdis- kussion genutzt werden könne, um das Verhältnis der Teilnehmer am Gesundheits- Der Newsletter der HessenChemie / Nr. 1 / April 2010 Pluspunkte Langfristig denken Gesundheitspolitik muss langfristig angelegt sein, damit Unternehmen ihre Investitionen planen können Seite 4 Erfolg ist kein Selbstläufer Die Pharmabranche ist ein Anker in der Krise. Damit das so bleibt, muss der Rahmen stimmen Seite 3 6. Wiesbadener Gespräche zur Sozialpolitik Wartung für den Jobmotor Fortsetzung Seite 2 Das Kurhaus war wieder Ort der Wiesbadener Gespräche.
  2. 2. markt grundsätzlich neu zu bestimmen. Man müsse von einer reinen Kostendiskussion hin zu einer Kosten-Nutzen-Diskussi- on. „Wir brauchen mehr freien Wettbewerb, in dem Ärzte und Patienten mit ihren Präferenzen wirklich etwas bewirken können“, betonte Hart- mut G. Erlinghagen. Florian Rentsch plä- dierte für die Aufteilung in eine Grundsi- cherung und zusätzliche Leistungen. Die Notwendigkeit einer Neuordnung sah auch Francesco Grioli, die aktuellen Pläne von Gesundheitsminister Rösler kritisierte er jedoch als unausgereift. Ein Ansatz, der nur die Arzneimittelkosten in den Blick nehme, greife zu kurz. Detlef Terzenbach wies auf die Chan- cen hin, die die Biotechnologie für den Standort bietet. In Hessen hat sich deren Umsatz in den vergangenen sechs Jahren mehr als verdoppelt. Martin Siewert und Andreas Brutsche be- tonten, dass die Industrie sich der Not- wendigkeit von Kosteneinsparungen stelle. Es herrsche aber derzeit Unsicher- heit in Bezug auf einen verlässlichen Marktzugang. Dies sei nach der Zulassung eines Medikamentes der nächste Schritt und für die Planbarkeit von großer Bedeutung. Nur so würden Investition und Forschung, die Erfolgsfaktoren der Branche, kalkulierbar. Fazit der Diskussion: Die Zu- kunftsaussichten für die Phar- ma- und Medizintechnik als Job­motoren in Hessen sind auch weiterhin vielversprechend. Doch ohne gute Marktabsatz- chancen und Stand­ortvorteile in Form von qualifizierten Ar- beitskräften, Exzellenzzentren für Forschung und moderner Infrastruktur wird der Jobmotor ins Stottern geraten. Zukunftsbranche Biotechnologie Drei Fragen an Detlef Terzenbach, Hessen Agentur GmbH Die Biotechnologie wird als vielversprechende Branche angesehen – auch für das Schaffen von Arbeitsplätzen. Warum ist das so? Die Biotechnologie ist eine echte Querschnittstechnolo- gie, die in immer mehr Anwenderbranchen Einzug hält. In der Entwicklung und Herstellung pharmazeutischer Produkte hat sie eindrucksvoll ihr Potenzial bewie- sen. Heute kommt die Mehrzahl aller neu zugelassenen Wirkstoffe aus der Biotechnologie. Deshalb setzt die pharmazeutische Industrie auf die Kooperation mit den kleinen Biotech-Firmen. Jetzt folgen weitere Anwenderbranchen, in denen Bio- technologie entweder schrittweise klassische chemische Prozesse ablöst oder aber neuartige Produkte liefert. nachgehakt: 1 Fortsetzung von Seite 1 Axel Schack (l.) und Jürgen Funk (M.) von HessenChemie im Gespräch mit dem Wiesbadener Oberbürgermeister Helmut Müller. Detlef Terzenbach ist Projektleiter von Hessen-Biotech bei der Hessen Agentur. Diese ist Bestandteil der Wirtschaftsförderung des Landes Hessen. Auf dem Podium diskutierten: Hartmut G. Erlinghagen, 1. Stellvertreter des Vorsitzenden des AGV HessenChemie Francesco Grioli, Vorstandssekretär IG BCE Prof. Dr. Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) Dr. Andreas Brutsche, Geschäftsführer Novartis Vaccines and Diagnostics GmbH & Co. KG Florian Rentsch, Fraktionsvorsitzender der FDP im Hessischen Landtag Dr. Martin Siewert, Vorsitzender der Geschäftsleitung Sanofi-Aventis Deutschland GmbH Dr. Detlef Terzenbach, Projektleiter Hessen-Biotech, Hessen Agentur GmbH
  3. 3. Welche Bedingungen braucht die Biotechnologie, um diese Erwartungen zu erfüllen? Die Biotechnologie kann dies nicht allein. Sie muss sich einbetten in ein interdisziplinäres Netzwerk aus Ingenieuren, Physikern, Chemikern und IT-Fachleuten, um nur einige zu nennen. Den Rahmen dazu muss die öffentliche Hand schaffen. In Hessen tun wir dies beispielsweise durch die Förderung des Netzwerks „Cluster Integrierte Bioindustrie CIB Frankfurt“ in der Trägerschaft der Hessen Agentur. Hier organisieren wir den Austausch zwischen Wirtschaft und Wissen- schaft. Ziel ist es, in Verbundprojekten neue Produkte und Verfahren zu entwickeln und in die industrielle Anwendung zu bringen. Dazu gehören unter anderem die Bereiche Lebensmittel, Waschmittel, Kosmetika und Textilien. Sind die Hoffnungen, die für den Standort Deutsch- land damit verbunden werden, realistisch? In Deutschland herrschen gute Voraussetzungen, um diese Entwicklung zu nutzen. Eine breite Wissensbasis in den Naturwissenschaften, gut ausgebildetes Fach­ personal im Gewerbe sowie eine fest etablierte ­che­misch-pharmazeutische Infrastruktur, zu der auch Ausrüster, Zulieferer und Berater gehören – das ist ein starkes Fundament und setzt uns nach wie vor von der internationalen Konkurrenz ab. 2 3 Eine von HessenChemie initiierte Stu- die untersucht die Bedeutung von Pharmaindustrie und Medizintech- nik für Wirtschaft und Arbeitsmarkt in Hessen und Deutschland. Sie fragt auch danach, wie sich der Erfolg dieser Branchen sichern lässt. Der Truthahn wird tausend Tage ge- füttert. Daraus schließt er, dass es ihm auch weiterhin gut gehen wird. Doch einen Tag vor Thanksgiving erlebt er eine faustdicke Überraschung. Mit diesem bekannten Beispiel aus der Krisentheorie verdeutlichte Michael Hüther, Direktor des Instituts der deut- schen Wirtschaft Köln (IW Köln), dass aus einer guten Vergangenheit nicht zwingend auf eine rosige Zukunft zu schließen ist. Doch die Ergebnisse der Studie geben Anlass zu Optimismus. Mit einem Minus von 3,1 Prozent hatte die Pharma- und Medizintechnik 2009 ei- nen deutlich geringeren Umsatzrück- gang als das verarbeitende Gewerbe mit 18,2 Prozent. Der Anteil der sozial­ versicherungspflichtig Beschäftigten erhöhte sich sogar um 0,9 Prozent, während er im verarbeitenden Gewerbe um 2,8 Prozent sank. Betrachtet man die Jahre 1999 bis 2008, gibt es in der Phar- maindustrie gar einen Beschäftigungs- zuwachs von 16,7 Prozent in Deutschland und 17,5 Prozent in Hessen. Die Erfolgsfaktoren für diesen Jobmotor sieht Hüther in der überdurchschnitt- lich guten Ausstattung mit Wachstums­ treibern: „Die Pharmaindustrie zählt zu den forschungs-, innovations- und exportintensivsten Branchen in Deutsch- land“, so der Wirtschaftsexperte. Auch sei sie we­niger konjunkturabhängig als andere. Bei den Herausforderungen des Alterns werde sie mehr und mehr ­gebraucht. „Dies bedeutet aber nicht automatisch, dass sie sich auch in Zukunft positiv entwickelt“, gab Hüther zu bedenken. Damit es der Branche nicht ergeht wie dem Truthahn in der Metapher, hält das IW insbesondere drei Faktoren für ausschlaggebend: Das System der ge- setzlichen Krankenversicherung müsse zu mehr Kostenverantwortung anhalten und zugleich Transfers für Bedürftige schultern; Forschung und Entwicklung müssten weiterhin Innovationen bei- steuern können, die die Weltmarkt- position stärken – zum Beispiel durch Prozessneuheiten und bahnbrechende Therapien; und die Zahlungsbereitschaft für Gesundheitsleistungen dürfe nicht durch übermäßige Sozialabgaben auf den Faktor Arbeit gedämpft werden. Erfolg ist kein Selbstläufer Michael Hüther skizzierte Chancen und Heraus­ forderungen der Branche.
  4. 4. www.hessenchemie.de Erscheinungsweise: 6 Ausgaben/Jahr Auflage: 1.700 Redaktion: Jürgen Funk (v.i.S.d.P.), Dr. Ute Heinemann (Sprache + Text, Frankfurt), Clemens Volkwein (HessenChemie) Layout: Q GmbH, Wiesbaden Fotos: Fazit Design, Wiesbaden Internet: www.hessenchemie.de Kontakt: Arbeitgeberverband Chemie und verwandte Industrien für das Land Hessen e. V. Abraham-Lincoln-Straße 24 65189 Wiesbaden Telefon 0611 7106-0 info@hessenchemie.de impressum Welche Bedingungen braucht die Pharmaindustrie, um in Deutsch- land auch weiterhin stark zu sein? Einschätzungen dazu gaben die Ge- schäftsführer Andreas Brutsche von Novartis und Martin Siewert von Sanofi-Aventis. Stabilität und langfristige Planbarkeit sind nötig, damit Pharma- und Me- dizintechnik Jobmotoren bleiben kön- nen – darin waren sich die beiden Un- ternehmenslenker einig. „Wir können nicht jedes Jahr oder jede Legislatur- periode neu diskutieren, wie die Löcher im Gesundheitswesen gestopft werden sollen“, so Andreas Brutsche. Denn die Industrie entwirft ihre Strategien in der Maßeinheit von Jahrzehnten, For- schung und Investitionen für markt­ reife Produkte brauchen mitunter viele Jahre Vorlauf. Eine konsequente Investi- tionspolitik ist bei Novar- tis ebenso fester Bestand- teil des Erfolgsrezeptes wie bei Sanofi-Aventis. „Investitionen lassen un- seren Motor laufen und sichern 10.000 Arbeits- plätze in Deutschland, davon 8.000 in Hessen“, erklärte Martin Siewert. Noch vor fünf Jahren bei- spielsweise hat Sanofi- Aventis 150 Millionen Euro in Hessen investiert, um die Insulinpen-Produk- tion am Standort Frankfurt auszubauen. Eine solche Entscheidung verpflichte sowohl das Unternehmen als auch den Standort, so seine Einschätzung. Die Pharmaindustrie sei durchaus be- reit, ihren Teil zur Kostendämpfung im Gesundheitswesen beizutragen – auch das stellten Siewert und Brutsche klar. Politisch verordnete Zwangsrabatte seien jedoch der falsche Weg zu einem effizient und auf lange Sicht ausrei- chend finanzierten Gesundheitswe- sen. Dies erfordere vielmehr ein ab- gestimmtes Vorgehen zwischen allen Beteiligten im Gesundheitsmarkt, ohne einseitige Schuldzuweisungen. Langfristig denken, gemeinsam planen HR Communications – In gute Nachrichten investieren Wie lassen sich Personalthemen wirksam und verständlich kommunizieren? Zwei Seminare der HessenChemie am 18. und 19. Mai 2010 liefern Antworten. Weitere Informationen und An- meldung im Mitgliederbereich von www.hessenchemie.de Moderator Norbert Lehmann (M.) fragte Martin Siewert (l.) und Andreas Brutsche (r.) nach Zukunftsstrategien. TippOb Deutschland die Potenziale der Gesundheitswirt- schaft künftig nutzen kann, thematisiert der Tagungsband der 6. Wiesbadener Gespräche, erschienen im FAZ-Verlag. Die Fach- beiträge vertiefen folgende Themen: Wie entwickelt sich der Zukunftsmarkt Gesundheit? Wo liegen Innovations- und Beschäftigungspotenziale? Wie entstehen neue Life-Science-Unternehmen? Was sind heute schon erfolgreiche hessische Unternehmen? Welche Politik braucht die Branche? Mitglieder erhalten das Buch kostenfrei bei der HessenChemie. Bestellungen sind im Mitgliederbereich unter www.hessenchemie.de möglich. Nichtmitglieder können den Band für 29,90 Euro über den Buchhandel beziehen.

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