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Der klassische Stolperstein
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Wer sollte in die Umsetzung des Ganzen
eingebunden sein?
Das hängt ganz von der Unternehmensgröße ab.
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Erscheinungsweise: 6 Ausgaben/Jahr
Auflage: 1.700
Redaktion: Jürgen Funk (v.i.S.d.P.),
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Erstes Hanauer Unternehmensforum für Gesundheit, 2009

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Pluspunkte 04-2009

  1. 1. Liebe Mitglieder, liebe Leserinnen und Leser, wir verfügen in Deutschland nur über einen einzigen Roh­stoff: den Menschen. Er muss folglich im Mittel­ punkt der Unternehmen stehen – vor allem seine Bildung und seine Gesund- heit. In Zukunft wird dies noch wichtiger, weil unsere Belegschaften altern und gleichzeitig leis­- tungsfähig bleiben müssen, auch bis 67. In den Angeboten der HessenChemie sind daher Demografieberatung und Gesundheitsförderung eng miteinander verbunden. Unsere Kooperation mit den Bildungspartnern Main-Kinzig (BiP) ist dabei besonders wertvoll, weil diese aus einer bundesweit vorbildlichen Fusion von Trägern der Erwachsenenbildung und Klinikbetrieben entstanden sind. Dass unser erstes gemeinsames „Unter- nehmensforum für Gesundheit“ am 7. Juli in Hanau über 100 Teilnehmer verzeichnen konnte, freut uns sehr! Dr. Axel Schack und das Team der HessenChemie editorial Wie können Unternehmen dafür sorgen, dass ihre Mitarbeiter fit und leistungsfähig bleiben? Diese Frage stand im Mittelpunkt des ersten Hanauer Unternehmensforums für Gesundheit, das HessenChemie gemeinsam mit den Bildungspartnern Main-Kinzig (BiP) durchführte. Investitionen in die Gesundheit sollten fürUnternehmenselbstverständlichsein, denn eine gesunde Belegschaft lohnt sich für große wie für kleine Betriebe. Das sahen mehr als 100 Teilnehmer aus Wirtschaftsunternehmen, Krankenhäu- sern, Kommunen und Schulen offenbar genauso und kamen am 7. Juli in den Congress Park Hanau. Hier informierten sie sich darüber, wie sie den Kranken- stand dauerhaft senken und gleichzeitig zu mehr Motivation, Zufriedenheit und Identifikation mit dem Unternehmen beitragen können. Dass Zufriedenheit und Gesundheit Hand in Hand gehen, wurde gleich im ersten Vortrag deutlich. Dr. Franz Netta, als Vice President Human Resources bei Bertelsmann zuständig für Personal- und Gesundheitspolitik, zeigte anhand von Mitarbeiterbefragungen Parallelen auf, die für manchen erstaunlich klingen mögen: Selbstbestimmtes Handeln und Eigen- verantwortung sowie eine klare und transparente Informationskultur im Unternehmen gehören zu den wesentlichen Faktoren, die eine gesunde Beleg- schaft ausmachen. „Alles, was man nicht beeinflussen kann, stresst“, so Netta. Der Newsletter der HessenChemie / 04.2009 Pluspunkte Investition, die sich lohnt Gesundheitsvorsorge für die Mitarbeiter zahlt sich auch in Euro aus und wird außerdem gefördert Seite 4 Praxis in den Workshops Wie man Gesundheitsrisiken erkennen und gezielt vorbeugen kann, erläu- terten erfahrene Praktiker Seite 3 Über gesunde Belegschaften und Unternehmens- erfolg sprach Dr. Franz Netta, Bertelsmann AG. Erstes Hanauer Unternehmensforum für Gesundheit Gute Führung hält gesund Fortsetzung Seite 2
  2. 2. Der klassische Stolperstein Drei Fragen an den Demografie-Berater der HessenChemie, Clemens Volkwein „Stress aber produziert Angst und macht krank.“ Eine wichtige Führungsaufga- be sei es daher, den Mitarbeitern Frei- räume für eigene Entscheidungen und selbstbestimmtes Handeln zu lassen – abgestimmt auf das jeweils Mögliche. „Ein Mitarbeiter am Fließband erwartet hier anderes als eine Führungskraft“, erklärte Netta. „Doch auch für ihn gibt es Handlungsspielräume, die ihm zuge- standen werden sollten.“ Clemens Volkwein, Demografie-Berater bei HessenChemie, unterstrich im An- schluss daran, wie wichtig es ist, dass Unternehmen sich frühzeitig um die Gesundheit ihrer Mitarbeiter kümmern. Angesichts der sich verändernden Alters­ struktur kämen sie gar nicht umhin, für längere Arbeits- und Leistungsfähigkeit zu sorgen: „Bei so vielen Mitarbeitern im höheren Alter kann es nicht für alle ‚Schonarbeitsplätze’ geben. Die Leis­ tungsfähigkeit muss einfach viel länger erhalten bleiben.“ Abgerundet wurden die Vorträge durch Workshops am Nachmittag und ab­ wechs­lungsreiche Pausen, in denen die Teilnehmer auf dem Ergometer oder beim Balancieren selbst aktiv werden konnten. Blutdruck, Blutzucker und Körperfett konnten sie dann auch gleich messen lassen – und wer Glück hatte, ergatterte einen Platz auf dem Massage- stuhl. Das i-Tüpfelchen bot der gesunde Mittagstisch: leicht und trotzdem lecker. Betriebliche Gesundheitsförderung lohnt sich – so heißt es allerorten. Worauf müssen Unternehmen dabei achten? Wirkungsvolle Gesundheitsförderung muss von oben getragen werden und wenn möglich in die Unterneh- mensstrategie eingebunden sein. Zu oft erschöpft sich das Ganze in gut gemeinten Einzelmaßnahmen, die nicht aufeinander abgestimmt sind. Das ist einer der klassischen Stolpersteine. Um am Thema zu bleiben, sollte am Anfang die Überzeugung der Unternehmens- leitung stehen, dass ein gesundes Unternehmen einen echten Nutzen bringt und kein betrieblich finanziertes ‚Wellness-Programm’ ist. nachgehakt: 1 Clemens Volkwein ist Sozialwissenschaftler und zertifizierter Demografie-Berater. Fortsetzung von Seite 1 In der Mittagspause konnten sich die Teilnehmer mit gesunden Köstlichkeiten stärken.
  3. 3. Wer sollte in die Umsetzung des Ganzen eingebunden sein? Das hängt ganz von der Unternehmensgröße ab. Am besten wird Gesundheitsförderung mit einem Steuerungskreis umgesetzt, dem nach Möglichkeit neben der Personalabteilung und dem Werksarzt auch der Produktionsleiter, Betriebsrat oder Sicher- heitsbeauftragte angehören können. Auch Vertreter der Krankenkassen und der Berufsgenossenschaft einzubeziehen macht Sinn. So lässt sich gewährleisten, dass Gesundheitsförderung nachhaltigen Erfolg bringt – und dass unsere immer älter werdenden Belegschaften auch immer länger arbeiten können. Aber ist eine Einzelmaßnahme nicht besser als gar nichts? Eine Rückenschule oder ein Nordic-Walking-Kurs ist ein guter Einstieg, meist aber nicht dauerhaft wirkungsvoll. Die Maßnahmen sind idealerweise an die jeweilige Ar- beitsrealität angepasst. Da spielen Qualifikation und Berufsgruppe eine wichtige Rolle, genauso wie Arbeits- zeiten und Arbeitsrhythmus des Mitarbeiters. Wer zum Beispiel einen anstrengenden Job als Schichtarbeiter hat, wird mit einem Gutschein fürs Fitnessstudio nicht unbedingt viel anfangen können. Manchmal kann es schon eine Weile dauern, bis sich herauskristallisiert, was ‚Gesundheit’ für den Einzelnen bedeutet. 2 3 Bewegung und Ergonomie, Stress­bewältigung, der Umgang mit Suchterkrankungen am Arbeitsplatz sowie die Einführung eines Gesundheitsmanagements in der Praxis – diese vier Themen konnten die Forumsteilnehmer in Workshops erleben und diskutieren. Was heißt eigentlich „Betriebliches Gesundheitsmanage- ment“ konkret? Wie wird es umgesetzt und wer muss be- teiligt werden? Im Workshop von Kirsten Osterspey, Leiterin Arbeitswissenschaft bei HessenChemie, wurden diese Dinge auf den Punkt gebracht. Gemeinsam mit Angelika Teppe, Per- sonalleiterin bei der B. Braun-Tochter ALMO, machte Oster- spey deutlich, wie Gesundheit unternehmerisch angepackt werden kann. Am Anfang sollten realistische, eindeutig und positiv formu- lierte Ziele stehen. Bewährt habe sich auch die Einrichtung eines Arbeitskreises „Gesundheitsmanagement“. Zudem sollten Führungskräfte sensibel auf jede Art der Über- und Fehlbeanspruchung achten und Strategien zur Belastungs- reduktion kennen. Auch Rücksicht auf persönliche Umstände der Mitarbeiter, wie zum Beispiel die Pflege von Angehörigen, sei zentral. „Nur wenn diese Aspekte wie Zahnräder inein- andergreifen, lässt sich der bewusste, eigenverantwortliche Umgang von Mitarbeitern mit ihrer Gesundheit nachhaltig fördern“, so die Arbeitswissenschaftlerin. Parallel dazu erläuterte Gesundheitsberaterin Katharina Friepörtner, welche Auswirkungen Stress hat, wie man ihn erkennt und was man dagegen tun kann – und leitete die Teilnehmer auch gleich zu einer Übung der Progressiven Muskel­entspannung an. Dr. Thomas Klein, Leiter der Eschenburger Suchtklinik, stellte die Hintergründe von Suchterkrankungen dar und zeigte Lö- sungsansätze auf. Dr. Werner Ulrich, Betriebsarzt bei B. Braun Melsungen, veranschaulichte das Ergonomieprogramm, das in seinem Unternehmen im Logistikbereich erfolgreich einge- führt wurde. Einige Übungen konnten die Teilnehmer direkt ausprobieren. Wie ein Gesundheitsmanagement aufgebaut werden kann, erklärte Kirsten Osterspey, Leiterin Arbeitswissenschaft bei HessenChemie. Gesundheitsmanagement mit Plan
  4. 4. www.hessenchemie.de Erscheinungsweise: 6 Ausgaben/Jahr Auflage: 1.700 Redaktion: Jürgen Funk (v.i.S.d.P.), Dr. Ute Heinemann (Sprache + Text, Frankfurt) Layout: Q GmbH, Wiesbaden Fotos: Roland Dieckmann, Gründau Internet: www.hessenchemie.de Kontakt: Arbeitgeberverband Chemie und verwandte Industrien für das Land Hessen e. V. Abraham-Lincoln-Straße 24 65189 Wiesbaden Telefon 0611 7106-0 info@hessenchemie.de impressum Kranke Mitarbeiter verursachen hohe zusätzliche Aus­gaben. Deshalb sollten die Unternehmen auch den betriebswirtschaftlichen Wert von Gesundheit kennen – und die Möglichkeiten finanzieller Unterstützung. „Das kann teuer werden.“ Diese Feststellung zog sich wie ein roter Faden durch den Vortrag von Sportwissenschaft- ler Daniel Nuding von der BKK Osthessen. Gemeint waren allerdings nicht die Kosten für betriebliche Gesundheitsför- derung, sondern jene, die durch kranke Mitarbeiter entste- hen. Im Blick haben müsse man nämlich nicht nur den Pro- duktivitätsverlust durch Fehlzeiten, so Nuding. Noch weitaus höhere Ausfälle verursachten Mitarbeiter, die trotz Krankheit zur Arbeit kämen. Denn wer krank ist, ist unkonzentriert und macht mehr Fehler. Dass Gesundheitsförderung sich rechnet, veranschaulich- te der BKK-Fachmann mit Zahlen. „Jedes Jahr entstehen deutschen Unternehmen mehr als 50 Milliarden direkte und indirekte krankheitsbedingte Kosten.“ Wer systematisch in die Gesundheit der Mitarbeiter investiere, werde bald fest- stellen, dass sich das lohnt: „Der sogenannte Return on Investment (ROI) liegt in Bezug auf Einsparungen bei den Gesundheitskosten zwischen 1 zu 2,3 und 1 zu 5,9. Das heißt: Für jeden investierten Euro bekommt das Unternehmen bis zu 5,90 Euro zurück.“ Zudem gebe es Fördermaßnahmen von Seiten des Staates: Bis zu 500 Euro Gesundheitsinvestition pro Arbeitnehmer und Jahr bleiben steuerfrei. Die Kranken- kassen bieten fachliche, finanzielle und organisatorische Unterstützung. Es rechnet sich Um alternsgerechte Arbeits(zeit)gestaltung geht es am 15.10.2009 im Haus der Chemiearbeitgeber in Wiesbaden. Im Mittelpunkt der Informationsveranstaltung stehen Methoden und Werkzeuge zur alternsgerechten Arbeitszeitgestaltung so- wie die Gestaltung von Arbeitsabläufen bei sich verändernden Belegschaftsstrukturen. Die Veranstaltung ist Teil des „Forums Demografischer Wandel 2009“, das die Mitgliedsunternehmen bei der systematischen Umsetzung des Tarif- vertrags „Lebensarbeitszeit und Demografie“ unterstützt. Information und Anmeldung im Mitgliederbereich von www.hessenchemie.de. Die Kooperation mit den Bildungspartnern Main-Kinzig ermöglichte das Unternehmensforum: Aufsichtsratsvorsitzender Günter Frenz und Geschäftsführer Dr. Karsten Rudolf. Tipp Einen Leitfaden zur betrieblichen Gesundheits­förderung bietet die Broschüre „Gesund im Betrieb“, die der Bundesarbeitgeberverband Chemie e. V. (BAVC) herausgebracht hat. Unternehmen erfahren hier, welche Bausteine zum Gesundheitsmanagement gehören, wie sich effiziente Maßnahmen bündeln lassen und wie das Ganze konkret durchgeführt werden kann. Ergänzend zeigt eine beigelegte CD Praxisbeispiele aus der chemischen Industrie. Zu beziehen ist der Leitfaden bei Clemens Volkwein, Tel.: 0611/7106-26, volkwein@hessenchemie.de.

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